Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunzig

Titelbild: Triodos Bank N.V. Deutschland GmbH

Inhalt: Vorneweg; 16 deutsche Banken verpflichten sich dem Klimaschutz; Leitfaden Nachhaltigkeitsrisiken Österreich; Triodos Bank mit „klimaneutralen“ Depots; Solactive right 2 degree-aligned Europe Index; Solactive VE imug Developed Markets ESG Quality Index; Seminar/Veranstaltungstermine: VÖB Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

7. Juli 2020

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Ausgabe Nummer Neunzig nach drei Jahren. Die Themen werden nicht weniger, sondern wuchtiger. Dies gilt weniger für die beschriebene Selbstverpflichtung von einer Reihe Banken für den Klimaschutz. Sie ist zunächst einmal die Absicht „sich auf den Weg zu machen“, wie Georg Schürmann, der Geschäftsleiter der Triodos Bank Deutschland, bei der Vorstellung der Selbstverpflichtung sagte.

„Wuchtig“ ist vor allem das Vorgehen der Notenbanken und Finanzaufseher in Bezug auf Nachhaltigkeits- und insbesondere Klimarisiken. So im neuen Leitfaden der Finanzaufsicht FMA in Österreich. Anders als die BaFin in ihrem Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken lässt die FMA keinen Spielraum für die Finanzwirtschaft: Nachhaltigkeit und ihre Risiken gehören in die gesamte Organisation. Von Vorstand und Aufsichtsrat bis zu den einzelnen MitarbeiterInnen.

Leider werden die mit Nachhaltigkeit etikettierten Produkte nicht besser oder klarer, sondern nur noch vielfältiger und weniger transparent. Dies wird nachstehend bei zwei neuen Indexprodukten deutlich. Damit steigen auch gleichermaßen die Anforderungen an die Produktanalyse bzw. die Befähigung der Mitarbeiter…

16 deutsche Banken verpflichten sich dem Klimaschutz

Am 30.6. und damit zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 verpflichteten sich 16 deutsche Banken, ihre Kredit- und Anlagestrategien ab dem Jahr 2023 am Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 auszurichten.

2020-06-30 Erstunterzeichner

Quelle: Triodos Bank Deutschland

Bei der Pressekonferenz am 30.6. wurde das Interesse weiterer Banken in der Größenordnung von rund einem Dutzend Institute indiziert. Bei der Liste der Erstunterzeichner fällt auf, dass neben den Umwelt- und Kirchenbanken vor allem die in- und ausländischen Großbanken vertreten sind. Genossenschaftsbanken und Sparkassen betonen immer wieder ihre „Gemeinwohlorientierung als Teil der DNA“, sind aber unter den 16 Banken lediglich mit der LBBW vertreten, die bei der Pressekonferenz u.a. auch auf ihren öffentlichen Auftrag verwies.

Dabei sollten vor allem die öffentlich-rechtlichen, kommunal bzw. kleinräumiger tätigen Häuser ein starkes Eigeninteresse verfolgen:

„Die öffentliche Hand übernimmt im Finanzsystem aus einer grundlegenden Rolle
heraus bestimmte Funktionen, vor allem auch in der Fläche. Deshalb sollte sich der gemeinwohlorientierte Sparkassensektor vorbildlich auf die Nachhaltigkeits- und Klimaziele ausrichten.“  Zwischenbericht Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung, 5.3.2020, S. 44 f.

Die Selbstverpflichtung ist bis zum Jahresende 2022 auf die Entwicklung von Methoden und Steuerungsmechanismen gerichtet. Ein Auszug aus dem Wortlaut:

Konkret bedeutet dies, dass jeder Unterzeichner bis Ende 2022 gegenseitig akzeptierte Methoden zur Messung der Klimaauswirkungen seiner Kredit- und Investmentportfolien entwickelt und einführt und diese dann im Einklang mit den nationalen und internationalen Klimazielen steuert. Die Vereinbarung gilt nur für solche Investmentportfolios, die nicht Gegenstand des Fonds- oder Mandatsgeschäfts sind. Das Fonds- und Mandatsgeschäft wird schrittweise ohne feste zeitliche Vorgaben berücksichtigt.

Die Unterzeichner wollen sich gegenseitig dabei unterstützen die notwendigen Emissionsdaten zu erheben und Methoden zur Messung sowie Ansätzen zur Steuerung des Bankgeschäfts im Einklang mit den Zielen zu entwickeln. Um der gemeinsamen Verantwortung und der jedes einzelnen Akteurs gerecht zu werden, verpflichtet sich jeder Unterzeichner jährlich (z.B. im Rahmen seiner bestehenden Berichtsformate) über den individuellen Fortschritt bezüglich der Implementierung zu berichten.“

Die vollständige Klima-Selbstverpflichtung, erläuternde Dokumente und aktuelle Informationen finden sich auf der Internetseite der Initiative: https://www.klima-selbstverpflichtung-finanzsektor.de/

 

Leitfaden Nachhaltigkeitsrisiken Österreich

Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) hat am 2.7.2020 (FMA Pressemitteilung) einen alle Teilsektoren übergreifenden Leitfaden zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken veröffentlicht. Der Themenbogen reicht hier von Klimawandel über Korruption bis hin zu Kinderarbeit. Diese Risiken können – nicht nur im Fall von Klimarisiken – die Entwicklung einzelner Vermögenswerte oder Finanzmarktteilnehmer insgesamt negativ beeinflussen. Der FMA-Leitfaden will den beaufsichtigten Unternehmen als Hilfestellung bei der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit dienen.

FMA bastelt an Nachhaltigkeitsleitfaden - Wiener Zeitung Online

Bild: wienerzeitung.at

Im Vergleich zum Merkblatt der BaFin vom 20.12.2020 ist der Leitfaden deutlich detaillierter und konkreter. Dies betrifft sowohl die positive Sicht auf Nachhaltigkeit als auch praktische Beispiele für direkte und indirekte Auswirkungen auf Finanzinstitute. Außerdem stellt der Leitfaden sehr konkrete Anforderungen an organisatorische Anpassung z.B. im Sinne von Durcharbeiten des Portfolios, Aufbau und Schulung personneller Kapazitäten und Verankerung von Nachhaltigkeit(srisiken) in der Unternehmensverfassung.

Triodos Bank mit „klimaneutralen Depots“

Die Triodos Bank Deutschland gehört zu den Initiatoren und 16 Erstunterzeichnern der oben beschriebenen Selbstverpflichtung für den Klimaschutz. Zur Jahresmitte hat sie ein kostenfreies „klimaneutrales Depot“ lanciert, dass auch ab € 25 monatlich mit einem Sparplan gefüllt werden kann https://www.triodos.de/investieren. Zur Auswahl stehen Fonds der Vermögensverwaltung der Triodos Gruppe (Triodos Asset Management) sowie Fremdprodukte weiterer deutscher Anbieter.

Bild

Bild: www.triodos.de

Die Anlage soll den Ausstoß von Treibhausgasen vermeiden, reduzieren helfen und/oder bei Bedarf kompensieren. Letzteres erfolgt in Zusammenarbeit mit der Climate Neutral Group, etwa durch ökologische Landwirtschaft, gezielte Bepflanzungen oder technische Innovationen.

Für viele Menschen mag dieser Ansatz von vornherein plausibel erschienen, was allerdings nicht zwingend der Fall ist. „Vermeiden“ von Emissionen führt ggf. zu (Aktien-)Investments in ohnehin emissionsarme Unternehmen, die aber wenig zur Reduktion des Ausstoßes leisten können. Zukünftige Beiträge zur Verringerung oder Vernichtung von CO2 können oft nur unter Ausstoß von Treibhausgasen erfolgen, z.B. durch die Herstellung technischer Neuerungen. Die Ambivalenz wird bereits zweier Aktienfonds aus dem Hause Triodos deutlich, bei denen der auf technische Neuerungen ausgerichtete „Pioneer Impact Fund“ durchaus schlechtere Nachhaltigkeitswerte aufweisen kann.

Treibhausgase bzw. vulgo CO2-Werte sind eine oberflächlich sehr plausible, allerdings bei näherer Betrachtung sehr kritische Grundlage für die Konzeption von Finanzanlagen. Dies wurde hier bereits einmal in einem Beitrag thematisiert: Klimaschutz ein guter Ansatz, aber….

Beiträge von Unternehmen zur Vermeidung zukünftiger Emissionen oder gar die Vernichtung von CO2 z.B. durch technische Neuerungen nicht in den Emissionsbilanzen erfasst. Erst nach dem Abkommen von Kyoto begannen Diskussionen, ob die Berichterstattung nicht um eine vierte Kategorie, den sogenannten „Scope 4“ ergänzt werden sollte.

In der von Triodos geplanten Kombination von Vermeidung, Reduktion und Kompensation könnte eine klimaorientierte durchaus sinnvoll gestaltet werden. Dies wird letztlich von der Ausführung abhängen. Letztlich gibt es leider viele zunächst plausibel erscheinende Ansätze, die bei näherer Betrachtung durchaus weniger plausibel erscheinen:

 

Solactive right 2 degree-aligned Europe Index

Der Indexdienstleister Solactive hat einen Aktienindex lanciert, der die europäischen Unternehmen abbilden soll, deren Tätigkeit in Einklang mit dem Klimaschutzabkommen von Paris sein soll. Er basiert auf dem „XDC-Modell“ des Frankfurter Anbieters right. based on science. Mit dem Modell werden aus den 600 Unternehmen im Solactive Europe 600 diejenigen Unternehmen, die nach der Modellrechnung kompatibel zum Klimaschutzabkommen von Paris mit einer Erderwärmung von weniger als 2° wirtschaften sollen: Solactive right. 2 degree-aligned Europe Index.

Das Modell basiert auf modellhaften Hochrechnungen (z.Zt. Daten des Jahres 2018) und berücksichtigt damit keine strukturellen bzw. technologischen Veränderungen im Ausstoß von Treibhausgasen. Zudem werden nicht alle Emissionen vollständig berücksichtigt, was zu einer Verzerrung der Ergebnisse führen kann.

Das Modell hat aus den 600 Unternehmen aktuell 259 Unternehmen herausgefiltert, für die das der Fall sein soll. Dabei werden die Basiswerte für die Unternehmen (Baseline XDC) mit jeweils sektorspezifischen Werten verglichen, die von der Energieintensität des jeweiligen Sektors bestimmt werden (Target XDC) (siehe Indexbeschreibung 2.2.: Index Guideline Solactive right. 2 degree-aligned Europe Index).

Leider findet sich auf der Internetseite von Solactive zwar die Liste der enthaltenen Unternehmen (Index composition), aber keine weiteren Informationen zu den Indexgewichten oder gar den zugrunde liegenden Auswahlkriterien (bzw. unternehmens- und sektorspezifischen XDC-Werten).

Ein Vergleich mit veröffentlichten Werten auf der Basis 2017 zeigt zudem, dass die Indexzugehörigkeit stark durch das jeweilige Basisjahr beeinflusst sein kann. Bei mehr als einem Dutzend der in der „WhatIf“-Studie (right-basedonscience.de, registrierungspflichtig) erwähnten Unternehmen hat sich das Verhältnis zwischen unternehmens- und sektorspezifischen XDC-Werten offenbar mit dem Übergang auf 2018 umgekehrt.

Das Factsheet (Stand 30. Juni 2020) zeigt allerdings, dass sich rund 25% des Indices auf nur 10 Unternehmen konzentrierten, von denen 5 im Bereich von Konsumgütern tätig sind. Mit Iberdrola und Enel sind sogar zwei Energiekonzerne vertreten.

Nur die Indexzugehörigkeit wird von Klimadaten bestimmt, nicht aber die Gewichtung im Index. Sie richtet sich wie üblich nach der Marktkapitalisierung in Streubesitz. Insofern stellt sich die Frage, was ein Käufer mit dem Index bzw. einem darauf aufbauenden Produkt verbinden kann. Bestenfalls eine vage Vorauswahl von Unternehmen, deren Klimastrategie eine bessere sein könnte…

2020-06-30 Solactive right Top Holdings

Quelle: Factsheet (Stand 30. Juni 2020)

Als „Europa-Index“ ist das Aktienuniversum nicht auf die Eurozone konzentriert. Vielmehr enthält der Index eine ganze Reihe von europäischen Ländern und Währungen:

Quelle: Factsheet (Stand 30. Juni 2020)

Besonders der hohe Anteil Großbritanniens dürfte für viele Investoren aus dem Euroraum problematisch sein.

Nur wenige Tage nach dem vermeintlich klimaorientierten Index legte Solactive in Zusammenarbeit mit imug bzw. Vigeo Eiris ein weiteres Produkt mit Nachhaltigkeitsorientierung auf:

Solactive VE imug Developed Markets ESG Quality Index

Das Anlageuniversum des Indices ist global mit derzeit 1.569 Unternehmen (Stand 6.7.2020, aktuelle Indexzusammensetzung: https://www.solactive.com/indices/?index=DE000SLA41D2). Aus dem Basisindex „Solactive GBS Developed Markets Large & Midcap USD“ wurden 781 Unternehmen herausgefiltert (Stand 6.7.2020, aktuelle Indexzusammensetzung: https://www.solactive.com/indices/?index=DE000SL0A8U4). Auf der Grundlage des ESG-Daten-Anbieter Vigeo Eiris (VE) wurden diejenigen Unternehmen ausgewählt, die die Kriterien des Siegels des „Forum für Nachhaltige Geldanlagen erfüllen. Wortlaut der Solactive Pressemitteilung vom 2.7.2020:

„Bei dem Index handelt es sich um eine regelbasierte, standardisierte ESG-Lösung, die sich am FNG-Siegel des „Forum für Nachhaltige Geldanlagen“, dem Sustainable Investment Forum (SIF) für Deutschland, Österreich und die Schweiz, orientiert.“

„Der Solactive VE imug Developed Markets ESG Quality Index basiert auf dem Solactive GBS Developed Markets Large & Mid Cap USD Index und zielt darauf ab, die Mindeststandards des FNG-Siegels zu erfüllen. Im Rahmen dieser Anforderungen sind Investitionen in Kernkraft, Kohlebergbau, erhebliche Kohleverstromung, Fracking, Ölsande, Waffen und Rüstungsgüter nicht zugelassen. Gleichzeitig führt imug ein normbasiertes Screening im Hinblick auf den UN Global Compact durch. Zusätzlich vollzieht imug eine umfassende ESG-Bewertung und schließt Unternehmen mit einem Ergebnis von weniger als 30 von 100 Punkten aus“

Der Index bietet damit eine Basis und verbindet vielfach genutzte Ausschlußkriterien mit einem Mindeststandard in der ESG-Bewertung. Da er auf historischen Daten eines anerkannten Anbieters basiert, stellen sich die Interpretationsfragen weitaus weniger als bei dem oben beschriebenen Produkt.

Indexdokumente: https://www.solactive.com/indices/?index=DE000SL0A8U4

Im Ergebnis bilden 10 globale Unternehmen mit rund 14% (Stand: 3.7.2020) den Anlageschwerpunkt:

2020-07-03 Solactive imug top holdings

Factsheet Stand 3.7.2020

Geografisch und unter Währungsaspekten liegt der Schwerpunkt in den Vereinigten Staaten:

2020-07-03 Solactive imug geographical

Factsheet Stand 3.7.2020

Für eine global ausgerichtete Aktienanlage bietet der Index eine qualitative Vorauswahl unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. Diese Vorauswahl will die Europäische Union durch Mindestanforderungen für Finanzprodukte allerdings ohnehin sicherstellen.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet seit März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und die Zusatztermine am 17. und 18.3.2020  sowie der Starttermin am 23.6. waren bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy am 28.7. und 29.9.2020 den Start weiterer Lehrgänge an. Der erste Lehrgangstag wird als Live-Webinar statt im Workshopformat duchgeführt. Eine voll digitale Variante ohne physische Teilnahme ist in Vorbereitung.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im Newsletter der Steyler Ethik Bank im Februar 2020: Nachhaltige Prozesse anstoßen.

In eigener Sache

Alle Angebote natürlich auch gerne im digitalen Rahmen als Webinar oder Videokonferenz!

Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

„In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Neunundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunundachtzig

 

Titelbild: Network for Greening the Financial Sector (NGFS)

Inhalt: Klimarisiken im Fokus der Notenbanken; ESRB – Ansatzpunkte zur Quantifizierung Klimarisiken; Auf dem Weg zu klimaneutralen Treibstoffen?;  Auch Biodiversität ist ein finanzielles Risiko; Hohe Ansprüche an nicht-finanzielle Informationen; Nachhaltige Geldanlagen erneut stark gewachsen; Neue Visakarte aus recycelten Kunststoffen; Samsung Pay Card; Nachhaltigkeitsquatsch; Seminar/Veranstaltungstermine: VÖB Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

25. Juni 2020

Dr. Ralf Breuer

Klimarisiken im Fokus der Notenbanken

Im NGFS – Network for Greening the Financial Sector kooperieren 66 Notenbanken und Finanzaufsichtsbehörden, u.a. auch die BaFin und die Deutsche Bundesbank. Das Netzwerk befasst sich intensiv mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Finanzmarktstabilität. Am 24.6.2020 wurden zwei weitere Arbeitspapiere veröffentlicht, die  die unmittelbaren und mittelbaren Folgen auf die Geldpolitik beleuchten, bzw. Vorschläge für Szenarioanalysen auf nationaler Ebene unterbreiten.

Klimarisiken und Geldpolitik

Das NGFS geht davon aus, dass der Klimawandel bzw. der Übergang in eine emissionsärmere Wirtschaft sich auf die meisten Stellgrößen in der Geldpolitik auswirken wird. Dies kann auf sehr viele Faktoren in den monetären Prozessen beeinflussen:

2020-06-24 NGFS Monetary Policy

Szenarien für die Klimarisikoanalyse

Das Ausmaß der Einflüsse wird stark von den eintretenden Szenarien abhängen, die durch Zeitpunkt und Umfang von Maßnahmen zum Klimaschutz sowie die technische Verfügbarkeit von Mitteln zur Reduzierung von Treibhausgasen bestimmt sind. Das NGFS hat deshalb drei Basisszenarien mit insgesamt fünf Varianten erarbeitet, die von den Aufsichtsbehörden für Stresstests angewendet werden können. Hierbei variieren die nicht von den Zentralbanken kontrollierten Faktoren „Politik“ und „Technologie“.

Die Szenarien orientieren sich an Erwärmungsszenarien und unterstellen abweichende Maßnahmenpakete für den Klimaschutz zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Je nach Zeithorizont und Betrachtungsebene müssen weiterhin der Detailgrad (Granularität) und die untersuchten Indikatoren variiert werden.

Neben den Ergebnissen der NGFS-Arbeitsgruppen werden auch einige bereits auf nationaler Ebene in einigen Ländern entwickelten Stresstests in Hinblick auf den Klimawandel dargestellt: The macroconomic and financial stability impacts of climate change, 24.6.2020Climate change and monetary policy: initial takeaways, 24.6.2020

ESRB – Ansatzpunkte zur Quantifizierung Klimarisiken

Aufbauend auf die Arbeit des NGFS hat das „European Systemic Risk Board (ESRB)“ eine Studie zu den möglichen quantitativen Ausmaßen von physischen Klimarisiken und die Folgen für die Bruttoinlandsprodukte vorgelegt. Das Papier macht sehr anschaulich, wo sich welche Auswirkungen bereits beobachten und in ihren finanziellen Dimensionen zumindest indikativ bestimmen lassen: Positively green: Measuring climate change risks to financial stability

Auf dem Weg zu klimaneutralen Treibstoffen?

Die Vereinigung der europäischen Raffineriebranche FuelsEurope hat eine Ambition veröffentlicht, nach der bis 2050 alle flüssigen Treibstoffe CO2-neutral sein könnten. Das notwendige Investitionsvolumen wird auf € 400 bis 650 Mio. geschätzt. Der Plan zielt dabei auf einen Mix aus verschiedenen Energiequellen wie Pflanzen, Elektrizität, Wiederverarbeitung und verbesserten Verfahren.

Das Papier, mit dem die Ambitionen publiziert wurden, enthält eine Reihe konkreter Beispiele, wie bereits an emissionsärmeren Treibstofflösungen gearbeitet wird. So haben kooperieren in Dänemark Orsted, der Flughafen Kopenhagen, die Fluglinie SAS und die Reederei Maersk in einem Projekt, dessen Produktion ab 2023 mit einer ersten Phase bis zum vollen Betrieb 2030 anlaufen soll: Clean Fuels for All, 15.6.2020.

FuelsEurope stellt auch eine interessante Änderung der Besteuerung zur Diskussion: Statt der Treibstoffmenge solle besser der Gehalt der enthaltenen Menge an Treibhausgasen besteuert werden. Liest sich für den Laien zunächst einmal sehr plausibel!?

Auch Biodiversität ist ein finanzielles Risiko

Die niederländische Zentralbank De Nederlandsche Bank (DNB) hat am 18.6.2020 eine Studie zu den finanziellen Auswirkungen von Verlusten an Biodiversität vorgelegt: Indebted to Nature. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 36% von € 1,4 Bio. finanzielle Vermögenspositionen des niederländischen Finanzsektors und damit ein Betrag von € 510 Mrd. durch Verluste an Biodiversität betroffen sein kann. Etwa € 28 Mrd. sind von der natürlichen Befruchtung von Pflanzen abhängig (N.B.: In manchen Regionen muss in der Landwirtschaft bereits ersatzweise künstlich befruchtet werden).

Hohe Ansprüche an nicht-finanzielle Informationen

Im Rahmen der Konsultationen für die Überarbeitung der EU Direktive zur nicht finanziellen Berichterstattung (Non-financial Reporting Directive, NFDR) haben die europäischen Finanzaufsichtsbehörden in einem gemeinsamen Schreiben Stellung genommen. Sie gehen davon aus, dass die aktuelle Direktive den deutlich gestiegenen Ansprüchen nicht mehr genügt. Bei einer Neufassung müssten verpflichtend Standards eingeführt werden, die „relevante, zuverlässige und vergleichte Informationen“ in der Berichterstattung sicherstellen: Gemeinsames Schreiben von EBA, EIOPA und ESMA vom 11.6.2020 (EN).

Nachhaltige Geldanlagen erneut stark gewachsen

Am 8.6.2020 veröffentlichte das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) seinen Marktbericht 2020. Insgesamt waren zum Jahresende 2019 269,3 Milliarden Euro in Anlageprodukte investiert, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien explizit in den Anlagebedingungen festschreiben. Das sind rund 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Berücksichtigt man außerdem die Kapitalanlagen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich per Ende 2019 eine Gesamtsumme von rund 1,64 Billionen Euro für die verantwortlichen Investments in Deutschland.

2020-06-08 FNG

Die Privatanleger in Deutschland haben ihre Investments in Nachhaltige Geldanlagen in 2019 von 9,4 Milliarden Euro auf 18,3 Milliarden Euro gesteigert und tragen so wesentlich zum Gesamtwachstum Nachhaltiger Geldanlagen bei.

Neue Visakarte aus Kunststoffrecycling

Visa präsentierte die „Visa EarthwiseTM High-content Card“ die vom Hersteller CPI zu  98% mit Kunststoff aus Abfallrecycling hergestellt wird. Sie stellt damit einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft dar. Allerdings werden durch den Chip und Magnetstreifen immer noch wertvolle Rohstoffe benötigt. Dies ist bei den kartenlosen Zahlungsverfahren in Afrika und Asien durch Nutzung eines QR-Kode nicht der Fall.

2020-06-19 Visa_Upcycled_Karte

 

Alternative Materialien zu Rohölprodukten wurden bereits von anderen Herstellern eingeführt. So besteht die Kreditkarte der Triodos Bank aus Bioplastik, vornehmlich Mais. Dies reduziert nach Aussage der Bank den CO2-Ausstoß bei der Herstellung um 80%, allerdings steht die Herstellung des Materials in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.

 

2020-06-19 Triodos Karte

Bei elektronischen Zahlungsverfahren wie ApplePay kann auf eine Karte ganz verzichtet werden, wie dies in Deutschland auch von der Deutschen Bank bei der Markteinführung angeboten wurde. Eine neue Variante wird derzeit in Großbritannien entwickelt, bei der ein elektronisches Zahlungsverfahren auf eine bestehende flexible Kartenlösung aufbaut:

Samsung Pay Card

Am 24.6.2020 gaben Samsung UK und Curve die Kooperation zur Entwicklung der Samsung Pay Card in Zusammenarbeit mit Mastercard bekannt. Es soll sich um eine „digital first“ Lösung handeln. Damit ist wohl eine vorrangige digitale Begebung von Karten ohne physische Erstellung gemeint. Curve bietet dazu eine gute Grundlage, da in der Anwendung alle Kreditkarten hinterlegt werden können, um sie mit einer einzigen (Curve-)Karte zu nutzen.

Nachhaltigkeitsquatsch

Leider führen starke Trends wie Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft und insbesondere bei der Geldanlage auch zu weniger erfreulichen Entwicklungen. Dies ist m.E. bei der von der ESG Plus aus Österreich angeboten Plattform CLEANVEST. Einige Suchen mit verschiedenen (nicht registrierungspflichtigen) Einzelkriterien führten zu ziemlich befremdlichen Top-Empfehlungen.

Ein kurzer Test sagt mehr als hundert weitere Worte: CLEANVEST Suche

Seminar-/Veranstaltungstermine

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet seit März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und die Zusatztermine am 17. und 18.3.2020  sowie der Startternub an 23.6. waren bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy am 28.7. und 29.9.2020 Termine für den Start weiterer Lehrgänge an. Der erste Lehrgangstag wird als Live-Webinar statt im Workshopformat duchgeführt. Eine voll digitale Variante ohne physische Teilnahme ist in Vorbereitung.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im Newsletter der Steyler Ethik Bank im Februar 2020: Nachhaltige Prozesse anstoßen.

In eigener Sache

Alle Angebote natürlich auch gerne im digitalen Rahmen als Webinar oder Videokonferenz!

Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

„In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Achtundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundachtzig

2020-05-12 Jahresbericht 2019

Titelbild/Bild: BaFin

Inhalt: BaFin – Jahrespressekonferenz; Deutsche Bank mit Ambitionen; Nachhaltigkeit im Marktabschwung; Die Klimastrategien der Ölkonzerne; Die Finanzwirtschaft in sozialen Medien; Revolut Junior – ein weiteres neues Jugendprodukt; Buchbesprechung Maja Göpel;  Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Kurzwebinar „Sustainable Finance im Überblick“; VÖB Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

18. Mai 2020 (ergänzt 20.5.2020 – Klimastrategien Ölkonzerne)

Dr. Ralf Breuer

BaFin – Jahrespressekonferenz

Am 12.5.2020 fand die Jahrespressekonferenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht statt. In der Rede fasste der Präsident der BaFin folgenden Befund: Die Krise verschärft die Probleme, die die Banken vorher schon hatten. Wenn sie vorbei ist, müssen sich die Institute umso dringender mit ihren Geschäftsmodellen beschäftigen. (Statement von Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt, für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bei der Jahrespressekonferenz 2020 der BaFin am 12. Mai 2020). Dazu gehört naturgemäß auch eine nachhaltigere Finanzwirtschaft.

Das Thema Nachhaltigkeit wurde im Zuge der Pressekonferenz nicht thematisiert, stark dagegen im gleichzeitig erschienenen Jahresbericht. Darin erteilt die BaFin Überlegungen für Kapitalerleichterung für nachhaltige Produkte (green support factor) eine klare Absage. Und es wird die Auffassung der BaFin noch einmal ausformuliert: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) begreift sie vor allem als Unternehmensrisiken. Für Nachhaltigkeit bei Produkten wird dagegen auf die Taxonomie der EU verwiesen (S. 33/34, BaFin Jahresbericht 2019)

Deutsche Bank mit Ambitionen

Im Vorfeld der (virtuellen) Hauptversammlung veröffentlichte die Deutsche Bank am 12.5.2020 u.a. das Redemanuskript des Vorstandsvorsitzenden Redemanuskript des Vorstandsvorsitzenden und eine ergänzenden Medieninformation: Die Deutsche Bank setzt sich ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele.

In der HV-Rede für den 20.5. ist das Thema Nachhaltigkeit prominent kurz vor dem Ende platziert.

„Damit kommen wir zum vierten Trend, der unsere Branche mehr und mehr bestimmt.
Im Moment mag die Pandemie das Thema Nachhaltigkeit überlagern – doch es wird
mit Macht zurückkommen. Die Sorge um den Klimawandel und das Bewusstsein, dass
wir entschieden und schnell handeln müssen, wird nicht kleiner, sondern größer
werden. Und damit die Forderung der Politiker und Regulatoren, dass wir Banken
entsprechend handeln.“

Die „ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele“ der Bank lauten im Originaltext der oben verlinkten Medieninformation:

  • Mindestens 200 Milliarden Euro an nachhaltigen Finanzierungen
    und Anlagen bis 2025
  • Voraussetzungen für erste eigene grüne Anleihe geschaffen
  • Stromverbrauch der Bank bis 2025 komplett aus erneuerbaren
    Energien

Das Ziel von € 200 Mrd. schließt ausdrücklich nicht ein Volumen von € 70 Mrd. ein, das aktuell von der Vermögensverwaltungsgesellschaft DWS als „ESG-Vermögen“ verwaltet. wird. Mit diesem Hinweis wird allerdings deutlich, das das Ziel einer sehr weite bzw. weiche Auffassung von Nachhaltigkeit folgt, bei der entsprechende Kriterien berücksichtigt, nicht aber auch durchgehend Wirkung verfolgt wird.

Bemerkenswert, das die Bank zwar die Bedeutung von Nachhaltigkeit für die Produktgestaltung erkannt hat, jedoch keinen einzigen Fonds der DWS zur Prüfung des FNG-Siegels für nachhaltige Geldanlagen gestellt hat. Damit befindet sie sich allerdings in Gesellschaft, da weder Deka Investments noch Union Investment Fonds für private Kunden für die Siegelprüfung beworben wurden. Bei letzterer waren nur sechs institutionelle Fonds unter den 104 Fonds mit dem FNG-Siegel 2020. Die „Uniinstitutional Fonds“ wurden zu 2/3 den drei möglichen Sternen ausgezeichnet: FNG Siegel 2020.

Allerdings stellt sich Frage, ob die Bank tatsächlich ihre Bemühungen um nachhaltige private Geldanlagen tatsächlich verstärken muss. Die nachstehend berichteten Marktentwicklungen, insbesondere bei „grünen Anleihen“ und Krediten mit Nachhaltigkeitsbezug lassen die Ambitionen der Bank in einem deutlich bescheidener erscheinen: Mit den in den der Medieninformation genannten € 3,5 Mrd. aus 22 Transaktionen aus grünen Anleihen, Sozialanleihen, Nachhaltigkeitsanleihen und an Nachhaltigkeitskriterien gebundenen Bonds seit Jahresbeginn notiert die Bank auf Platz 10 der internationalen Rangliste (Dealogics) – und dieser Markt hatte trotz Pandemie im ersten Quartal 2020 noch ein Volumen von USD 60 Mrd. Unter Hinzurechnung des Kreditmarktes im gleichen Zeitraums lag das Marktvolumen bei immerhin knapp USD 100 Mrd. in den ersten drei Monaten des Jahres (s.u.).

Selbst ohne drastisch erhöhte Wachstumserwartungen erscheinen deshalb € 200 Mrd. eher als Realisierung des Marktanteils im internationalen Anleihe- und Kreditgeschäft leicht erreichbar – auch ohne eine Produktoffensive bei privaten Kunden. Dort dürfte es sich eher um moderate Anpassungen handeln wie die Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien an  sich und die Umfirmierung von Produkten in diesem Sinne. Beispiele sind die Veränderungen bei Produkten wie ETFs, z.B. Xtrackers.

Und dennoch ist spannend, inwieweit die Erkenntnis des Vorstandsvorsitzenden im Redetext für die Hauptversammlung am 20.5.20 Leitlinie für das Handeln wird: Das Thema Nachhaltigkeit ist ein Megatrend, der durch Corona nicht nur nicht aufgehalten, sondern sogar noch beschleunigt wird“ (Manuskript S. 11).

Nachhaltigkeit im Marktabschwung

Börsenkurse und Fonds

Bereits die vorausgegangene Ausgabe enthielt einen Bericht über die Marktentwicklung von Finanzmärkten mit nachhaltigen Eigenschaften im weiteren Sinne. Z.B. HSBC, Morningstar, MSCI, Scope und Robeco haben zwischenzeitlich ebenfalls Analysen veröffentlicht, die „nachhaltigen“ Produkten geringere Kursverluste in den fallenden Märkten von Q1 bzw. Januar bis April bescheinigen.

Während bei überwiegend im Trend positiver Marktentwicklung keine negativen Auswirkungen von Nachhaltigkeit auf die Wertentwicklung festgestellt wurden, lautet der Befund für das negative Marktumfeld 2020 eindeutig „Verlustminderung“.

Laut der von „Scope“ am 5.5.2020 veröffentlichten Analyse haben sich (irgendwie) nachhaltig orientierte Aktienfonds besser als konventionell verwaltete Fonds entwickelt:

2020-05-05 Scope Fonds nachhaltig vs konventionell

Die Analyse von Scope lässt schließen, dass sich aktiv verwaltete Fonds im ersten Quartal 2020 spürbar besser (bzw. weniger schlecht) entwickelt haben als passive (ETFs).

2020-05-05 Scope Q1 aktiv vs passiv

Das weniger stimmige Bild für nordamerikanische Aktienfonds dürfte sich im zweiten Quartal 2020 auflösen, da die Pandemie erst Mitte März einsetzte.

Green Bonds

Eindeutig negativ wirkten sich die Märkte und die Pandemie auf die Begebung neuer „grüner Anleihen“ (Green Bonds) aus. Wegen einer im ersten Quartal deutlich unter den Erwartungen liegenden Emissionstätigkeit senkte Moody’s  die Prognose 2020 für das Neugeschäft von USD 400 Mrd. auf USD 325 Mrd. und damit auf den Wert des Vorjahres (USD 323 Mrd.). Im ersten Quartal 2020 wurden lediglich USD 59,9 Mrd. neue Anleihen mit Nachhaltigkeitsbezug begeben. Dieser Wert lag 14% unter dem Vorjahreszeitraum. Die Ratinggesellschaft führt dies auch auf die durch die Pandemie erhöhten Risikoprämien zurück.

Es scheint berechtigt, auch für das laufende zweite Quartal von Zurückhaltung auszugehen, da sich die Krise im April und in einigen Regionen auch danach noch weiter verschärfte. Allerdings erscheint die Bildung von Erwartungen unter den aktuellen Umfeldbedingungen schwierig. Die nachstehend beschriebene Entwicklung für Kredite lässt allerdings erwarten, dass Emissionsabsichten eher verschoben oder aber in den Kreditmarkt verlagert werden könnten.

Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug

Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug (Sustainability-linked loans) mit  $9.8 Mrd. Neugeschaft auch im April. Das Kreditgeschäft lag damit deutlich über dem Vorjahr. Die „Global Loan Market Associatio“ legte in der vergangenen Woche ein neues Rahmenwerk für diese Kredite vor: New guidelines.

 

Die Klimastrategien der Ölkonzerne

Nach Repsol, BP und Shell legte nunmehr auch Total eine Klimastrategie zur Reduzierung von Treibhausgasen vor. Und alle Strategien interpretieren das Thema unterschiedlich.

Die Abweichungen mögen auf den ersten Blick nicht groß und eher technisch erscheinen, wirken sich jedoch auf das Ergebnis aus „Net-Zero“ ist leider kein eindeutiges Resultat, weil u.a. die Kategorisierungen und Meßansätze abweichen.

Total legte am 5.5.20 folgenden Plan vor:

Weltweite Neutralität bei Scope 1 (eigen Emissionen) und 2 (Emissionen aus bezogener Energie) bis zum Jahr 2050

Europaweite Neutralität bei der Verwendung der Produkte (Scope 3) 2050, dies entspricht etwa 60% des globalen Wertes

Reduzierung der Emissionsintensität aller verbleibenden Produkte (CO2/Energiewert) um 60% bis 2050 mit Zwischenzielen von 15% (2030) und 35% (2040)

Alle vier Strategien sind für Scope 1 und 2 identisch, allerdings entsprechen diese nur etwa 10% der Emissionen. Der Schwerpunkt liegt – wie bei den meisten Unternehmen, aber eher mit Anteilen von 75% – bei den verursachten Emissionen in Scope 3, also der Verwendung der Produkte, auf die nur mittelbar Einfluss besteht.

BP: Reduzierung Scope 3 für selbst gefördertes Öl und Gas auf Null und Halbierung der Emissionsintensität der verbleibenden Produkte bis 2050

Repsol: Reduzierung Scope 3 für selbst gefördertes Öl und Gas auf Null bis 2050, keine Aussage zu den verbleibenden Produkten

Shell: Reduzierung der Emissionsintensität der verbleibenden Produkte um 65% bis 2050, Verkauf von Öl und Gas ausschließlich an Kunden mit einem Plan für Emissionsfreiheit oder Kompensation der Emissionen

Damit ist „net-zero“ keineswegs Emissionsfreiheit. Aktuell fehlen hierfür Standard. Die „Science Based Targets Initiative (SBTi), ein Zusammenschluß internationaler Umweltorganisationen, plant allerdings im Oktober Standards für glaubwürdige Klimastrategien mit Emissionsfreiheit (net-zero plans) vorzulegen. An diesen werden sich dann wahrscheinlich internationale Investoren orientierten und könnten auf eine Verstärkung der Bemühungen in der Realwirtschaft drängen.

Ergänzung 20.5.2020:

Die (heterogenen) Ankündigungen der europäischen Öl- und Gaskonzerne blieben nicht ohne Kritik: Die Investorengruppe Transition Pathway Initiative , mit rund USD 19 Bio. verwalteten Mitteln hält die Strategien im Sinne des Klimaschutzabkommens von Paris nicht für hinreichend, da die resultierenden Anpassungspfade immer noch deutlich über einem Erwärmungsziel von 2° liegen würden:

2020-05-20 TPI Grafik CO2 Strategien

Quelle: Transisition Pathway Initiative 12.5.2020

Die Bank Sarasin und Partner unterstützt die Initiativen von Royal Dutch Shell und Total, die bei einem entsprechenden Beschluß in die Unternehmenssatzungen eingehen würden. Ohne konkrete Umsetzung, z.B. durch eine veränderte Kapitalallokation, blieben sie aber „leere Versprechen“ (EN): Sarasin & Partners – Statement of support for Paris-alignment Shareholder Resolutions at Shell and Total SA.

N.B.: Nach der Hauptversammlung am 7.5.2020 hat auch die britische Barclays Bank das Klimaschutzabkommen in seiner Satzung als Handlungsgrundlage verankert: Barclays AGM Statements 7.5.2020.

Revolut Junior – ein weiteres neues Jugendprodukt

Nach gefühlten 50 Jahren mit Knax, Sumsi & Co. in nahezu unveränderten Formaten erscheint die Vernachlässigung junger (Nachwuchs-) Kunden zu einem Ende zu kommen. Nach dem niederländischen FinTech Peaks (vgl. Nummer Siebenundachtzig) startete nun der britische Anbieter Revolut sein Angebot Revolut Junior.

Kunden der Produkte Premium (€ 7,99 p.m.) und Metal (€ 13,99 p.m.) können nun ohne Mehrkosten 2 bzw. 5 Unterkonten für ihre Kinder zwischen 7 und 17 Jahren einrichten. In der Außendarstellung bleiben die Eltern rechtlich voll verantwortlich, auch werden die Karten (Mastercard Direct Debit) nicht auf den Namen der „Junioren“ ausgestellt. Über die Unterkonten sind allein Kartenzahlungen und Geldabhebungen in begrenzter Anzahl und keine Überweisungen möglich. Die Eltern als Kontoinhaber können Betragsgrenzen unterhalb der von Revolut vorgesehenen Höchstgrenzen per App steuern.

Ebenso wie die Revolut Konten selbst werden die Junior-Unterkonten strikt auf Guthabenbasis geführt. Negative Salden können allein durch fällige Gebühren für Revolut entstehen. Die Eltern können ebenso wie die Junioren alle Transaktionen einsehen.

Für die Zukunft sind weitere Funktionen geplant, die laut Revolut einen Beitrag zur „Finanzbildung“ oder Besser „Umgang mit Geld“ beitragen sollen. Inhaltliche Mehrwerte im Sinne von über die Verfolgung der getätigten Transaktionen hinausgehenden Informationen werden nicht avisiert. Im Originaltext heißt es über zukünftige Ausbaustufen: „Unterstützung für wiederkehrende Zuwendungen, Verdienstaufgaben, Sparen für Ziele und mehr.“ Insbesondere das (Ziel-)Sparen wäre eine wichtige Basisfunktion.

Französische Angebot enthalten meistens auch die Funktionen „Teilen“ (von gemeinsamen Ausgaben) und „Sammeln“ (für gemeinsame Geschenke) mit Freunden.

Die Finanzwirtschaft in sozialen Medien

Die Kollegen von Payment & Banking haben dem Auftritt der deutschen Banken in sozialen Medien einen der wenigen raren Artikel gewidmet: Bjoern Schneider: Die Banken und das Social Web, 12.5.2020. „Kundennähe, Markenaufmerksamkeit und ein Dialog mit der Zielgruppe lassen sich für Unternehmen über die sozialen Medien oft sehr schnell und mit wenig Aufwand erreichen“ lautet das Credo im Eingangssatz und weist zutreffend auf die besonderen Herausforderungen für Finanzdienstleister hin. Allerdingshätte dem Artikel ein etwas tieferer Blick in die Realität der aktuellen Auftritte deutscher Finanzdienstleister sehr gut getan.

Das in der im Artikel dargestellte Bild oben spiegelt tatsächlich zutreffend einen Teil der Realität bei Facebook und Twitter wider: Die beiden Top-Kanäle gehören tatsächlich zu den besseren, auf die deutlich mehr Mühe bzw. Arbeitszeit verwendet wurde als  dies bei nachfolgenden Plätzen der Fall war. ING pflegt die Inhalte ganz gut und konzentriert sich weitgehend auf volkswirtschaftliche Analysen und größere Finanzthemen ohne mit Werbebotschaften zu langweilen. Bei comdirect handelt(e) es sich sogar um einen Kanal mit Antwortwahrscheinlichkeit, was bei kaum einem anderen „Auftritt“ der Finanzbranche der Fall ist. Allerdings wird der Auftritt seit Bekanntwerden der Integration in die Commerzbank deutlich weniger gepflegt.

Der Autor hat seiner Feststellung am Schluss auf jeden Fall Recht: „Mittel- und langfristig im Vorteil sind all jene Institute, die sich einem permanenten Dialog öffnen, ohne dabei das eigene geschäftliche Interesse komplett zu verleugnen oder kleinlaut auszublenden.“ Die Frage stellt sich aber, ob dies in der Branche überhaupt angenommen wird. Antwort in Ausnahmefällen ja.

Die Realität

ING belegt bei den aufgeführten Namen den ersten Rang mit Berechtigung in Hinblick darauf, dass die Bank die sozialen Medien nicht wie viele Wettbewerber als günstigen Werbekanal misversteht. Aber: Mit 9 Mio. Kunden, 10.000 Followern und 94.000 Menschen bei Facebook, denen es mal gefallen hat, also 0,1 bzw. 1% etwa. Reichweite sieht wohl anders aus. Trotz der „digitalen Marktführerschaft“.

Anders sieht dies insbesondere bei den ‚Umweltbanken‘ GLS Bank und Triodos Deutschland aus: Beide Banken führen ihre Kanäle sehr eng und betreiben auch einen hohen redaktionellen Aufwand für die Bereitstellung von Inhalten. Im Ergebnis: GLS Bank hat bei 242.000 Kunden 18.500 Follower bei Twitter und 32.000 Likes bei Facebook. Triodos erreicht bei 27.000 privaten Kunden Werte von 3.100 bzw. 12.400 (Stand Mai 2020).

Die meisten Kanäle sind leiden unter mangelnder Betreung und sind dabei ideen- sowie konzeptionslos. Manches lokale Institut macht dagegen eine sehr gute, thematisch fokussierte Arbeit. Mit mehr ‚Freunden‘ und ‚Verfolgern als große, bundesweite Bankenwurden regelrechte Ecosysteme geschaffen.

Vergleicht man zusätzlich stichprobenweise einmal Mitarbeiterzahlen mit Followern und Freunden, hat bei vielen Banken schon die Mehrzahl der eigenen Mitarbeiter kein Interesse und damit auch keinerlei Bindung zu ihrem Arbeitgeber in sozialen Medien.

Buchbesprechung

Maja Göpel: „Unsere Welt neu denken“

Im „Literaturkurier“ der Buchhandlung Kayser in Rheinbach und Wesseling besprach ich kurz das Buch von Maja Göpel. Bermerkenswert, wie unpolitisch in der Sache und unprofessoral in der Sprache die Autorin wichtige ökonomische und gesellschaftspolitische Fragen erörtert und damit einen etwas anderen Blick auf Nachhaltigkeit vermittelt. Vor allem das „warum“ steht im Mittelpunkt. Und da entfallen viele Diskussionen, die immer wieder um die Fragen nach „wie“ aufkommen.

Eine ausführlichere Würdigung des Buches ist im Kundenmagazin der Triodos Bank Deutschland. Die Veröffentlichung erfolgte im Onlinemagazin „Die Farbe des Geldes“, das auch die Liste der deutschsprachigen sozialen Medien zu Nachhaltigkeit nachhaltige100 führt: Ein Appell an das gesunde „Bauchgefühl“.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Kurzwebinar: Sustainable Finance im Überblick (kostenfrei), 25.5.2020, 13-14h

Begleitend zum unten beschriebenen Zertifikatslehrgang der Academy of Finance der VöB-Service GmbH „Sustainable Finance“ ist keineswegs eine politische Antwort auf ökologische Strömungen oder gar FridaysForFuture, sondern grundlegende geschäftspolitische Logik in Zeiten von Klimawandel und massiven strukturellen Veränderungen. Im Webinar wird ein Überblick vermittelt, was Nachhaltigkeit und insbesondere auch nachhaltige(re) Finanzinstrumente beinhalten. Der Denkrahmen der BaFin und der internationalen Finanzinvestoren ist klar vorgezeichnet: Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Problemfeldern und das Klimaschutzabkommen von Paris 2015 sind auch die Grundlagen für die deutschen Nachhaltigkeitsstrategien und den Aktionsplan „Sustainable Finance“ der Europäischen Kommission.

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet seit März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und die Zusatztermine am 17. und 18.3.2020  waren bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy am 23.6. und 28.7.2020 Termine für den Start weiterer Lehrgänge an. Der erste Lehrgangstag wird als Live-Webinar statt im Workshopformat duchgeführt. Der Start am 23.6. ist bereits definitiv bestätigt. Eine voll digitale Variante ohne physische Teilnahme ist in Vorbereitung.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im Newsletter der Steyler Ethik Bank im Februar 2020: Nachhaltige Prozesse anstoßen.

In eigener Sache

Alle Angebote natürlich auch gerne im digitalen Rahmen als Webinar oder Videokonferenz!

Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

„In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundachtzig

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Titelbild/Bild: Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Inhalt: Trotz Pandemie: Der Klimaschutz ist nicht vergessen; Nachhaltigkeitsratings: Weitere Konsolidierung; Nachhaltigkeit stabilisiert Börsenkurse; Peaks – ein jugendliches FinTech mit Geburtsfehler; Buchbesprechung Maja Göpel: „Unsere Welt neu denken“  Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Kurzwebinar „Sustainable Finance im Überblick“; VÖB Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

5. Mai 2020 (aktualisiert 15.5.20: Buchbesprechung Langversion)

Dr. Ralf Breuer

Trotz Pandemie: Der Klimaschutz ist nicht vergessen

Prominente Fürsprache

Seit Beginn der Pandemie wurde in sozialen Medien immer wieder die Frage gestellt, ob die Bekämpfung ihrer Folgen die Bemühungen um Nachhaltigkeit im allgemeinen und insbesondere den Klimaschutz eher behindert oder befördert. In der letzten Zeit kristalliert sich eher letzteres heraus. Sogar aus weniger „einschlägigen“ Quellen wie dem Bundesfinanzminister Olaf Scholz wird gemahnt, der Bekämpfung des Klimawandels keine geringere Priorität beizumessen.

Auch die Chefin des internationalen Währungsfonds sprach sich für „grüne“ fiskalische Maßnahmen nach der Pandemie aus, um die Zukunft widerstandsfähiger zu gestalten.

Am 27.4.2020 haben 68 namhafte deutsche Unternehmen an die Bundesregierung appelliert, ihre Bemühungen um den Klimaschutz nicht zu vermindern.

Und auch von Seiten der Landwirtschaft gab es eine Mahnung.

„Grüner Wiederaufbau“ – wie?

Neben dem „Green Deal“ der Europäischen Union (vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundachtzig und Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Zum (un-)guten Schluss mit weiterführenden Links) ist vor allem ein Blick auf die deutschen Emissionsquellen von Treibhausgasen bzw. die jeweiligen Einsparziele informativ:

UBA 2019_thg-gesamt

Gemäß Umweltbundesamt liegen die Einsparungsziele für die stark vom Privatsektor beeinflussten Bereiche „Verkehr“ und „Gebäude“ absolut in etwa auf dem Wert der Energiewirtschaft. Eine Senkung des Ausstoßes über Gebäude kann nur mit massiven Investitionen in die Energieeffizienz erreicht werden. Hierzu gehört auch die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude, die bisher im Bundeshaushalt nicht vorgesehen war (vgl. z.B. welt.de vom 21.3.2019). Stattdessen fielen aber Strafzahlungen an die EU in dreistelliger Millionenhöhe an, da Deutschland die vereinbarten Klimaziele verfehlte.

In Deutschland liegt der Anteil der Gebäude am Gesamtausstoß aktuell zwar lediglich bei 15%, was aber dem hohen Industrieanteil geschuldet ist. In manchen Nachbarländern mit geringerer Industrieansiedlung, beispielsweise in der Schweiz beträgt der Gebäudeanteil dagegen um die 24%. Zudem haben energetische Sanierungen einen Doppeleffekt, da sie neben dem Ausstoß auch den Ressourcenverbrauch senken können. Indirekt können z.B. durch einen höheren Anteil von Holzbau auch Emissionen in anderen Bereichen wie der Zementindustrie vermindert werden.

Insgesamt gilt wohl die vom Deutschen Nachhaltigkeitskodex im Beitragsbild formulierte Analyse: Viele Maßnahmen, aber wenig Strategie.

Ein Beispiel für die Verbindung staatlicher Hilfen mit nachhaltigen Zielen ist aktuell die Bereitstellung von staatlichen Mitteln in Frankreich für die Fluggesellschaft Air France KLM: Neben einer Garantie von bis zu 90% für einen syndizierten Bankenkredit in Höhe von € 4 Mrd. erhält das Unternehmen ein nachrangiges Darlehen des französischen Staats als Anteilseigner.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire machte einige begleitende Vereinbarung über Maßnahmen zum Klimaschutz öffentlich: Reduzierung der Emissionen bei Inlandsflügen um 50% bis zum Jahr 2024, Flottenmodernisierung, Anteil erneuerbarer Treibstoffe von 2% bis 2025. Gemäß Medienberichten plant Frankreich, keine Inlandsflüge dann anzubieten, wenn die Verbindungen im Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn unter 2,5 Stunden liegen.

Nachhaltigkeitsratings: Weitere Konsolidierung

Morningstar gab am 21.4.2020 bekannt, dass der Anteil an dem globalen Anbieter von Nachhaltigkeitsratings/-gutachten Sustainalytics von 60% auf 100% erhöht wurde: Morningstar to Acquire Sustainalytics and Expand Access to ESG Research, Data, and Analytics for Investors Worldwide. Dies ist ein weiterer Schritt bei der  erwarteten Konsolidierung des aktuell noch fragmentierten Marktes für die Nachhaltigkeitsanalyse. Nachhaltigkeitskriterien werden auch für die „klassischen“ Ratings immer bedeutender. Laut Moody’s ist dies bereits der Fälle bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit der Fall (vgl Research Announcement: Moody’s – ESG risks material in 33% of Moody’s 2019 private-sector issuer rating actions, 14 April 2020).

Nachhaltigkeit stabilisiert Börsenkurse

Das erste Quartal 2020 bot erstmals Aufschluss über mögliche Zusammenhänge zwischen der Nachhaltigkeit von Unternehmen und Börsenkurse ihrer Emissionen unter Krisenbedingungen. In der abgelaufenen Dekade war der steigende Grad an Verantwortungsbewusstsein bei Unternehmen und Investoren dagegen stets von steigenden Kursen begleitet. Axa Investment Managers untersuchte den Zusammenhang von Aktien- und Anleihekursen in Abhängigkeit von der Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen (ESG-Scores) und stellte für die Aktienkursentwicklung deutliche Abweichungen fest:

2020-05-01 Axa-IM ESG Q1 2020

Quelle: Axa Investment Managers

Dabei wurden die jeweils besten und schlechtesten Bewertungen in Körben verglichen. Für den März 2020 und damit den vorläufigen Höhepunkt der Pandemie ergaben sich sehr deutliche Unterschiede. Diese waren etwas schwächer ausgeprägt auch bei den Unternehmensanleihen der beiden Vergleichsgruppen festzustellen:

2020-05-01 Axa-IM ESG Bonds Q1 2020

Quelle: Axa Investment Managers

 

Peaks – ein jugendliches FinTech mit Geburtsfehler

Allgemeine Geschäftsbedingungen September 2019

Quelle: peaks.com

Eigentlich ein schönes Motto des niederländischen Anbieters von Geldanlagen per App. Ein jugendlich frischer Internetnetauftritt und nach Aussage von Testern eine gut gemachte App. Peaks verbindet zudem auch „Kundenerlebnis“ mit Finanzbildung und einigen dezenten Anflügen von Infotainment. Und zusätzlich wird auch das Thema Nachhaltigkeit stark betont. Eigentlich ideale Bausteine für den Jugendmarkt für Finanzdienstleistungen, der in Deutschland so arg vernachlässigt erscheint (vgl. z.B. Modern Banking – BankingForFuture? hier im Blog oder Kinder ohne Macht – warum vergessen wir diese wichtige Zielgruppe, wenn es um Finanzen geht? von Kilian Thalhammer und Knax-Club 2.0 – Wie unsere Kinder mit Geld umgehen? im Blog von Payment & Banking. Der zweite Beitrag der Kollegen vom Juni 2018 stellt die entscheidende Frage in den Raum:

Die Kinder von heute sind die Kunden von morgen. Macht es da nicht Sinn, passende Lösungen anzubieten?

Es macht sicherlich Sinn nach den gefühlten 45 Jahren Stillstand im Jugendmarketing der großen Finanzgruppen mit Knax, Sumsi & Co. Und auf jeden Fall wirkt Peaks auch hervorragend konzipiert, was für andere Ansätze nicht unbedingt festgestellt werden kann, z.B. für die in der Marktvorbereitung befindliche „Neobank“ pockid. Deren Gründer Jes Hennig konnte den Autor im Podcast #258 von Payment & Banking kaum überzeugen.

Bei Peaks ist die Überzeugung auf den ersten Blick deutlich größer: Flotter zielorientierter Auftritt, eine gut gemachte und mit viel Transparenz ausgestattetes Onlineongebot und schließlich kostengünstige Anlagen in ein Portfolio von ETFs ohne Mindestanlage. Zudem haben alle eingesetzten ETFs zumindest einen verantwortungsbewußten (SRI) bzw. nachhaltig(er)en (ESG) ‚Anstrich‘ (zur Einschätzung der Beitrag im Blog der Triodos Bank Deutschland. Allerdings bleibt unklar, wieso die Portfolien eine global ausgerichtete Aktienanlage mit geringem Euroanteil mit Anleihen kombiniert, die strikt in renditearme Euroanleihen der besten Bonitätsklassen investiert (siehe Peaks – Investieren).

Völlig unpassend zur Zielgruppenansprache erscheint dagegen die Preisgestaltung: Pauschalgebühren von € 1 pro Monat bei Anlagebeträgen unter € 2.500 (die ersten drei Monate kostenlos, 0,5% darüber in monatlichen Zahlungen, Peaks – Kosten) begrenzen leider deutlich das Wachstum von Kleingeld, das vielleicht auf eine Sparstrategie und erste Erfahrungen mit einem automatisierten und edukativen Elementen ausgestatteten Anlageangebot wartet (P.S.: ‚Roboadvice‘ wäre etwas sehr hochtrabend).

Buchbesprechung

Maja Göpel: „Unsere Welt neu denken“

Im „Literaturkurier“ der Buchhandlung Kayser in Rheinbach und Wesseling besprach ich kurz das Buch von Maja Göpel. Bermerkenswert, wie unpolitisch in der Sache und unprofessoral in der Sprache die Autorin wichtige ökonomische und gesellschaftspolitische Fragen erörtert und damit einen etwas anderen Blick auf Nachhaltigkeit vermittelt. Vor allem das „warum“ steht im Mittelpunkt. Und da entfallen viele Diskussionen, die immer wieder um die Fragen nach „wie“ aufkommen.

Eine ausführlichere Würdigung des Buches ist im Kundenmagazin der Triodos Bank Deutschland. Die Veröffentlichung erfolgte im Onlinemagazin „Die Farbe des Geldes“, das auch die Liste der deutschsprachigen sozialen Medien zu Nachhaltigkeit nachhaltige100 führt: Ein Appell an das gesunde „Bauchgefühl“.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Kurzwebinar: Sustainable Finance im Überblick (kostenfrei), 25.5.2020, 13-14h

Begleitend zum unten beschriebenen Zertifikatslehrgang der Academy of Finance der VöB-Service GmbH „Sustainable Finance“ ist keineswegs eine politische Antwort auf ökologische Strömungen oder gar FridaysForFuture, sondern grundlegende geschäftspolitische Logik in Zeiten von Klimawandel und massiven strukturellen Veränderungen. Im Webinar wird ein Überblick vermittelt, was Nachhaltigkeit und insbesondere auch nachhaltige(re) Finanzinstrumente beinhalten. Der Denkrahmen der BaFin und der internationalen Finanzinvestoren ist klar vorgezeichnet: Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Problemfeldern und das Klimaschutzabkommen von Paris 2015 sind auch die Grundlagen für die deutschen Nachhaltigkeitsstrategien und den Aktionsplan „Sustainable Finance“ der Europäischen Kommission.

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet seit März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und die Zusatztermine am 17. und 18.3.2020  waren bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy am 23.6. und 28.7.2020 Präsenzworkshops für den Start weiterer Lehrgänge an. Eine digitale Variante ohne physische Teilnahme ist in Vorbereitung.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im Newsletter der Steyler Ethik Bank im Februar 2020: Nachhaltige Prozesse anstoßen

In eigener Sache

Alle Angebote natürlich auch gerne im digitalen Rahmen als Webinar oder Videokonferenz!

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

„In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

2019-04-12_FFF BN1

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundachtzig

2020-03-05 SusFin

Titelbild/Bild: Bundesministerium der Finanzen

Inhalt: Zwischenbericht Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung; Basel Komitee zu Klimarisiken; NN (L) Corporate Green Bond Fonds; Sustainalytics öffnet seine Datenbank; DAX 50 ESG – irgendetwas mit Nachhaltigkeit; Tomorrow mit mehr als 25.000 Kunden und „Zero“; Webinar Nachhaltigkeitsratings und -ratingagenturen; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

10. März 2020

Dr. Ralf Breuer

Zwischenbericht Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung

Am 5.3.2020 veröffentlichte der Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung seinen Zwischenbericht. Der Schlussbericht der 38köpfigen Arbeitsgruppe (Mitglieder) ist für Ende September 2020 zum Europäischen Sustainable Finance Gipfel am 28.8.2020 in Frankfurt am Main avisiert.

Sustainable Finance-Beirat Logo

Der Zwischenbericht verdient vor dem Hintergrund große Anerkennung, dass der Beirat äußerst heterogen mit den unterschiedlichsten Interessenslagen besetzt ist. Trotzdem wurde ein einheitlicher Bericht ohne Mindermeinungen verfasst. Nach den hoffnungsvollen ersten Ansätzen, die beim Sustainable Finance Gipfel 2019 präsentiert wurden, das der Beirat einen konsistenten Bericht verfasst und die Diskussionen 2019 für inhaltliche Fortentwicklungen genutzt. So wurde insbesondere das Thema „Qualifikationsbedarf“ erkennbar überdacht. Während sich die Überlegungen bei der ersten Vorstellung noch vorrangig auf Mitarbeiter mit Kundenkontakt richteten, stehen nunmehr die Führungskräfte stärker im Fokus.

Leider wirken die Vorschläge deutlich ‚akademischer‘ bzw. abstrakter als notwendig. Viele „Handlungsansätze“, die für weniger vertraute Leser eher innovativ wirken, finden sich in realen innerthematischen Entwicklungen sowohl in der Meinungsbildung als auch in der Praxis wieder. Der Bericht hat es leider versäumt, hier verstärkt Bezüge herzustellen, die die Politik als vorrangigen Adressaten ermutigen könnten, die Ansätze auf den Weg zu bringen.

Als Beispiele seien die verstärkten Aktivitäten von BaFin und Bundesbank genannt, die nur am Rande mit dem „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ gestreift werden. Tatsächlich zeigt eine Analyse des Textes, dass bestimmte Kernbegriffe im Kontext von Sustainable Finance nur spärlich (EU Aktionsplan, BaFin, NGFS) oder gar nicht (BaFin Aufsichtsschwerpunkte, Energiewende, Klimarisiken, Nachhaltigkeitskodex) in dem Dokument.

Völlig versäumt wurde die Darstellung der geschäftspolitischen Perspektiven von Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft. Dabei wären die Wachstumsraten in Verbindungen mit den demoskopischen Trends ein wichtiger Schlüssel für eine verstärkte Akzeptanz der Ergebnisse in der Finanzwirtschaft. In der jüngeren Vergangenheit gab es eine große Zahl von Aussagen aus der Finanzwirtschaft heraus, die dies unterstreichen, so z.B. auch vom Bundesbankpräsidenten und dem Vorstandssprecher der Deutsche Bank AG bei der Finanzmarkttagung der Bundesbank am 29.10.2019: Dokumente und Videos.

Die oben genannten Punkte werde ich auch in die Konsultation zum Zwischenbericht einbringen. Den Bericht in Deutsch und Englisch finden Sie hier.

Basel Komitee zu Klimarisiken

Das Basel Komitee zur Bankenaufsicht hat sich am 26.2./27.2.2020 auch intensiv mit dem Thema Klimarisiken beschäftigt. Die unmittelbaren und mittelbaren Folgen des Klimawandels werden zunehmend zu Themen der Finanzmarktstabilität, die die internationalen Finanzaufseher und Notenbanken beschäftigen. Das Komitee avisierte abschließende Überlegungen bis zum Ende des laufenden Jahres (Pressemitteilung vom 27.2.2020, EN).

NN (L) Corporate Green Bond Fonds

Der niederländische Vermögensverwalter NN (=Nationale Nederlanden) lässt den eigenen Worten „Green Bonds are becoming corporate mainstream“ Taten folgen und legt den dritten Green Bond Fonds auf, der sich auf Unternehmensanleihen konzentriert.

NN hatte bereits einen Fonds auf Green Bonds sowie einen Fonds auf kurzlaufende Greenbonds (Green Bonds Short Duration) im Angebot.

Sustainalytics öffnet seine Datenbank

Sustainalytics trägt dem starken Trend nach der Bereitstellung von Rohdaten Rechnung. Neben den herkömmlichen verdichteten Nachhaltigkeitsratings können die Kunden zukünftig auch Einblick in die zugrunde liegenden Indikatoren bzw. Daten erhalten (Pressemitteilung vom 20.2.2020, EN).

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Publikation vom 9.3.2020 bei FondsTrends: Vom Nice-to-have zum Must-have – ESG-Kommunikation im Asset Management. Wie von der Europäischen Kommission geplant, werden Nachhaltigkeitsindikatoren immer mehr zu einem Standard für Finanzanleger.

DAX 50 ESG – irgendetwas mit Nachhaltigkeit

Am 4.3. lancierte die Deutsche Börse AG den DAX 50 ESG. Am ersten Tag leider zwar mit Echtzeitkursen, aber ohne Angaben über Zusammensetzung und die Indexmethodik. Leider lassen auch die zwischenzeitlich veröffentlichten ergänzenden Informationen kein Urteil zu, wie Nachhaltigkeitskriterien auf die Unternehmensauswahl wirken. Dies wird lediglich pauschal beschrieben: Ausgeschlossen werden Unternehmen „…die gegen die Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen verstoßen sowie Unternehmen, die mit umstrittenen Waffen, Tabak, Kohle (Gewinnung und Stromerzeugung), Kernkraft und militärischen Verträgen zu tun haben. Die verbleibenden Unternehmen werden auf ihre individuellen ESG-Scores hin untersucht, die durch das transparente ESG-Performance-Rating-Modell von Sustainalytics berechnet werden.“ Quelle: Deutsche Börse AG

Die genaue Auswahl der Unternehmen nach Orderbuchgröße, Marktkapitalisierung in Streubesitz und Nachhaltigkeitsratings lässt sich nicht nachvollziehen. Es bleibt eine Auswahl von 50 Unternehmen aus den 120 Indexmitgliedern DAX30, MDax und TecDax, die „irgendetwas mit Nachhaltigkeit“ verbindet. (Indexbeschreibung 4.1.7. S. 34ff.).

Tomorrow mit mehr als 25.000 Kunden und „Zero“

Am 9.3.2020 stieg die bei Tomorrow registrierte Kundenzahl auf 25.091. Das ‚FinTech‘ Tomorrow ist mit seinem Angebot von Girokonto und Zahlungskarte ganz auf Nachhaltigkeit fokussiert. Aus den Interbankvergütungen für Kartenzahlungen werden Schutzmaßnahmen vorwiegend für tropische Regenwälder finanziert.

Am 25.2.2020 wurde neben dem gebührenfreien Basiskonto die kostenpflichtige „Zero“-Variante gestartet. Aus einer Monatsgebühr von € 15 werden € 5 für Projekte zur Kompensation der durchschnittlichen CO2-Verursachung deutscher Bürger (11t p.a.) verwendet. Der verbleibende Betrag entfällt auf Steuern (€ 3) und Kostendeckung des Anbieters (€ 7).

 

Die Aufnahme des neuen Angebots in Onlineforen war sehr gemischt von „gute Sache“ über „zu teuer“ bis „CO2 hat doch einen viel höheren Preis. Zudem können auch Kompensationsprojekte je nach Perspektive kontrovers diskutiert werden, weshalb das Angebot von „Zero“ viele Diskussions- bzw. Reibungspunkte bietet.

Bild

Webinar Nachhaltigkeitsratings und -ratingagenturen

Am 4.3. führte ich für die Leuphana Universität Lüneburg MBA-Studenten durch das Thema. Das Webinar ist eines von sechs Lerneinheiten des Moduls ‚V6 Sustainable Finance‘ im nebenberuflichen MBA-Studiengang Sustainability Management.

Das Webinar zielte weniger auf die aktuellen institutionellen Gegebenheiten und Angebote für Nachhaltigkeitsratings, sondern vielmehr auf die dynamischen Entwicklungen, die zu einer Konsolidierung von herkömmlichen Finanz(stärke)- und  Nachhaltigkeitsratings führen werden.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und die Zusatztermine am 17. und 18.3.2020  sind bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy am 23.6. und 28.7.2020 Präsenzworkshops für den Start weiterer Lehrgänge an.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im aktuellen Newsletter der Steyler Ethik Bank: Nachhaltige Prozesse anstoßen

In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

2019-04-12_FFF BN1

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundachtzig

 

2020-01-20 green issuance rangeof 2019instruments

Titelbild/Bild: Fremdkapital mit Nachhaltigkeitsbezug 2019, Quelle: climatebonds.net

Inhalt: Nachhaltigkeitsratings: Der Markt konsolidiert; ESMA will Nachhaltigkeitsratings regulieren; Nachhaltiges Fremdkapital mit starkem Wachstum; Europäisches Parlament fordert EZB zum Klimaschutz; Nachhaltigkeit ist mehr als Umwelt; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

25. Februar 2020

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeitsratings: Der Markt konsolidiert

Bisher bildeten „klassische“ Finanz(stärke)ratings und Nachhaltigkeitsratings weitgehend getrennte Welten. Da aber Nachhaltigkeitskriterien immer existenzieller für Unternehmen werden, berücksichtigen die herkömmlichen Ratingagenturen immer stärker die mit fehlender Nachhaltigkeit und dem Klimawandel verbundenen Risiken.

Besonders deutlich wird dies bei der Ratingagentur Moody’s. In ihrem Ausblick 2020 bringt sie den den Trend klar zum Ausdruck: Moody’s – ESG plays growing role in credit outlooks for 2020. Gemeint sind vor allem die mittelbaren und unmittelbaren Auswirkungen des Klimawandels. „Public interest in preserving natural assets, such as land, water and living things, will increase significantly over the coming years, according to Moody’s 2020 Outlooks. From a credit perspective, matters such as water scarcity, biodiversity, land use, deforestation and food insecurity will put a spotlight on issuers‘ management of resources.“

Moody’s selbst hat im Jahr 2019 bereits entsprechend zu den beschriebenen Trends gehandelt und mit Mehrheitsanteilen an Vigeo Eiris (Nachhaltigkeitsratings) und Four Twenty Seven (Klimadaten und -risiken) die eigenen Kompetenzen deutlich ausgebaut.

Die bekannten Nachhaltigkeitsratings z.B. von imug, ISS oekom, Sustainalytics etc. dürften sich vor diesem Hintergrund erheblich wandeln: 1. Können sie kaum noch isoliert neben den Ratings zur Finanzstärke stehen 2. Müssen sie den Blickwinkel ändern, da sie bisher vorwiegend nach innen und in die Vergangenheit gerichtet waren. Zukünftig wird Nachhaltigkeit vorausschauend zu betrachten sein, wie es auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin mit ihrem Merkblatt „Nachhaltigkeitsrisiken“ von der gesamten Finanzwirtschaft fordert.

ESMA will Nachhaltigkeitsratings regulieren

Als weiterer Treiber für die Standardisierung von Nachhaltigkeitsratings sieht sich die europäische Finanzaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority).

Sieht einen starken Bedarf für die Vereinheitlichung der Veröffentlichung nicht-finanzieller Kritierien und damit auch die Notwendigkeit, Nachhaltigkeitsratings stärker zu regulieren, um ihren Aussagewert zu erhöhen. So der Vorsitzende Steven Maijoor in einer bemerkenswerten Rede am 12. Februar 2020 in Dublin:

„In that context, I also want to mention ESG ratings, as they are becoming increasingly
important but the level of public scrutiny and supervision of them, in my view, is far from
optimal. The lack of clarity on the methodologies underpinning those scoring mechanisms and their diversity does not contribute to enabling investors to effectively compare investments which are marketed as sustainable, thus contributing to the risk of greenwashing. Personally I believe that, where ESG ratings are used for investment purposes, ESG rating agencies should be regulated and supervised appropriately by public sector authorities.“

Quelle: Steven Maijoor: Sustainable financial markets: translating changing risks and investor preferences into regulatory action, Rede vor dem European Financial Forum am 12.2.2020 in Dublin

Nachhaltiges Fremdkapital mit starkem Wachstum

Im Jahr 2019 wurden vermehrt nachhaltige Fremdkapitalvarianten platziert. Bei insgesamt USD 245,9 Mrd. lag der Anstieg laute „Climate Bond Initiative“ (climatebonds.net) bei 49% gegenüber dem Volumen von USD 171,1 Mrd. im Vorjahr. Stark an Bedeutung gewinnen „grüne Kredite“, deren Anteil jedoch mit USD 6,8 Mrd. bzw. 2,6% im Vorjahr noch gering war.

Energieprojekte und Gebäude sind zu jeweils 30% die wesentlichen Verwendungszwecke, gefolgt von Transport (rd. 20%) und Wasser (10%). Im Markt ist auch zu beobachten, dass vermehrt Finanzierungskonditionen bei Betriebsmittelfinanzierungen an Nachhaltigkeitsfaktoren gekoppelt werden.

2020-01-20 green proceeds

Quelle: climatebonds.net

Für 2020 erwartet Climate Bonds Initiative ein Gesamtvolumen von USD 350 bis 400 Mrd. S&P geht davon aus, dass das Volumen USD 400 Mrd. übersteigen wird. Starker Wachstumstreiber bleiben laut Moody’s „Green Bonds“ für die ein Emissionsvolumen von USD 300 Mrd. nach USD 238 Mrd. im Vorjahr erwartet wird.

Europäisches Parlament fordert EZB zum Klimaschutz

Das Europäische Parlament verabschiedete mit großer Mehrheit eine Resolution, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Klimawandel in den Fokus ihrer Strategieprüfung stellen solle (Parliament urges ECB to put climate at heart of strategy review). Damit unterstützt das Parlament die Ansicht der EZB-Präsidentin Lagarde, die den Klimawandel als einen Risikotreiber für die Preisstabilität und den Finanzsektor im Allgemeinen sieht. Dies drückte sie sehr deutlich z.B. in einer Rede vom 5.2.2020 in Paris aus: Remarks on the occasion of receiving the Grand Prix de l’Économie 2019 from Les Echos

Nachhaltigkeit ist mehr als Umwelt

Nachhaltigkeit ist mehrdimensional und reicht weit über ökologische Nachhaltigkeit hinaus. Insofern ist die Forderung der hochrangigen EU-Expertengruppe zur privaten Altersvorsorge (High-level group of experts on pensions) in ihrem Schlussbericht absolut folgerichtig. Sie fordert den Blick über die ökologische Dimension hinaus auch auf andere Aspekte von Nachhaltigkeit, z.B. soziale Faktoren. Darüber hinaus würde sie eine breit angelegte Klassifizierung von nachhaltigen Anlagen (Taxonomie) begrüßen, um die Anlage von Mitteln für die Zukunft rechtssicher gestalten zu können. (FINAL REPORT OF THE HIGH-LEVEL GROUP OF EXPERTS ON PENSIONS, S. 70ff.)

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neuer Termin: 6.3.2020, 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und ein erster Zusatztermin am 17.3.2020  sind bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy bereits am 18.3.2020 mit einem dritten Präsenzworkshop den Start für einen weiteren Lehrgang an.

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In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

2019-04-12_FFF BN1

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundachtzig

2020-01-16 BaFin Schwerpunkte 2020

Titelbild/Bild: Deckblatt der BaFin-Publikation „Aufsichtsschwerpunkte 2020 vom 16.1.2020

Inhalt: BaFin: Nachhaltigkeit als Schwerpunktthema 2020; Auch die FED nimmt an Treffen des NGFS teil; Nachhaltigkeit: Deutsche Bank CEO „starke Nachfrage“; Indexanbieter zeichnen EU Benchmarks vor; Morningstar: Rekord bei Nachhaltigkeitsfonds; Microsoft: Neue Landmarke bei Klimastrategien; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

3. Februar 2020

Dr. Ralf Breuer

BaFin: Nachhaltigkeit als Schwerpunktthema 2020

Das „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin wurde am 20.12.2019 offiziell veröffentlicht. Am 16.1.2020 gab die BaFin nun ihre Schwerpunktthemen in diesem Jahr bekannt (BaFin: Aufgabenschwerpunkte 2020, S. 7):

1. Digitalisierung, IT und Cyberrisiken
2. Integrität des Finanzsystems und Bekämpfung von Finanzkriminalität
3. Nachhaltige Geschäftsmodelle (Anm.: Im Sinne von „stabil“ oder „tragfähig“)
4. Nachhaltige Finanzwirtschaft, Sustainable Finance

Bei der erstmaligen Veröffentlichung 2019 lauteten die Schwerpunktthemen „Digitalisierung“ und „Brexit“.

Im Erläuterungstext auf S. 15 avisiert die BaFin eine formelle Behandlung von Nachhaltigkeit bzw. Nachhaltigkeitsrisiken ab 2021:

„Im Jahr 2020 entwickelt die BaFin ein Konzept und eine Strategie, um das aufsichtliche Ambitionsniveau für das Management von Nachhaltigkeitsrisiken zu konkretisieren. Ab 2021 sollen Nachhaltigkeitsrisiken systematisch durch bestehende Aufsichtsinstrumente der BaFin erfasst und adressiert werden.“

Die formelle Behandlung ist vor allem von den europäischen Aufsichtsbehörden zu erwarten. Mit den „Schwerpunktthemen “ legt die BaFin weitere Argumente vor, das Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken trotz seines Empfehlungscharakters bereits 2020 als Arbeitsschwerpunkt in der Finanzwirtschaft aufzunehmen.

Auch die FED nimmt an Treffen des NGFS teil

In der Pressekonferenz zur Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed wurde Chef Powell nach der Beteiligung am internationalen „Network for Greening the Financial Sector (NGFS)“ gefragt. Er bestätigte die Teilnahme der u.s.-amerikanischen Notenbank an allen Treffen. Einen formellen Beitritt nannte er als eine Möglichkeit in der Zukunft. Bloomberg hatte fälschlicherweise diesen als unmittelbar bevorstehend gemeldet. (Vgl. Transcript der Pressekonferenz vom 29.1.2020, S.16)

Nachhaltigkeit: Deutsche Bank CEO „starke Nachfrage“

Der Journalist Michael Maisch (Handelsblatt) zitierte auf Twitter den CEO der Deutschen Bank, Christian Sewing aus der Pressekonferenz zu den Ergebnissen 2019. Dabei äußerte sich am Rande zur Marktsituation bei nachhaltigen Geldanlagen, die bei manchen Banken kaum gedeckt werden könnte:

Indexanbieter zeichnen EU Benchmarks vor

MSCI hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, Ende März 2020 ein Indexprodukt nach Art der EU Klimabenchmarks vorzulegen. Auch S&P Dow Jones Indices hat nun Produkte vorgestellt, die weitgehend den Vorschlägen der Technischen Experten der EU (TEG) entsprechen sollen. S&P ist in seinem Konzept deutlich stringenter als die TEG, z.B. werden Emissionen aus Scope 3 von vornherein voll berücksichtigt.

Die theoretische Untersuchung Conceptualizing a Paris-Aligned Climate Index for the Eurozone kommt zu dem Schluss, dass das „PAC Konzept“ mit lediglich 185 der 254 Indexunternehmen des „S&P Eurozone LargeMidCap“ sehr vergleichbare Charakteristika zum Basisindex hat. Für das vergangene Jahr wurde mit +22,4% gegnüber +21,6% sogar eine etwas bessere Wertentwicklung berechnet. Allerdings schließt das Konzept deutlich weniger Unternehmen als in anderen Untersuchungen aus, bei denen z.B. nur ein kleiner Teil der Dax-Unternehmen in die neuen Klimabenchmarks aufgenommen würde.

Am 30.1. wurde in London ein weiteres Produkt vorgestellt: Der „FTSE-TPI Climate Transition Index“. Er entstand in einer einer Zusammenarbeit der Church of England und der Börse London LSE. Er soll als passiver Index für die Anlage von GBP 600 Mio. Pensionsgelder der Kirche genutzt werden.

Morningstar: Rekord bei Nachhaltigkeitsfonds

Morningstar berichtet für 2019 von massiv (€ 120 Mrd. vs. € 48,8 Mrd.) gestiegenen Zuflüssen zu nachhaltigen Investmentfonds. Die Anzahl der Fonds sei im Jahresverlauf um weitere 360 auf 2.405 gestiegen, das verwaltete Vermögen um 58% auf € 668 Mrd. Unter den neuen Fonds im Vorjahr haben lt. Morningstar 50 einen Klimabezug, Aktienfonds hatten bei den neuen Produkten den größten Anteil.

2020-02-03 Morningstar Sustainableflows

Quelle Morningstar: Record-Shattering Year for Sustainable Investments, 4.2.2020

Rekordzuflüsse hatte Morningstar bereits auch für U.S. Produkte und andere Teilsegmente vermeldet. Dies dürfte 2019 bei nachhaltigen Produkten durchgängig so gewesen sein.

Weltrisikoreport: Klimawandel dominiert

2020-01-22 WEF Risiken dt.

Quelle: Weltwirtschaftsforum/World Economic Forum. Basis: ca. 800 Befragte

Das erschreckende Ergebnis des diesjährigen Berichts: Klimawandel wird als eine sehr große Bedrohung empfunden, allerdings mit einer besonders hohen Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.

Dies entspricht auch der Einschätzung einer Expertengruppe der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (Bank for International Settlements, BIS) Sie bezeichnet den Klimawandel als „Green Swan“. Damit ist die Kombination einer sehr hohen Eintrittswahrscheinlichkeit mit sehr schwer abschätzbaren Konsequenzen gemeint. Der „grüne Schwan“ wird damit in Kontrast zum „schwarzen Schwan“ an den Finanzmärkten gesetzt: Ein relativ unwahrscheinliches Ereignis mit großen Folgen.

BIS 20.1.2020: The green swan

Microsoft: Neue Landmarke bei Klimastrategien

Am 16.1.2020 veröffentlichte der Präsident von Microsoft, Brad Smith, einen Beitrag im Blog von Microsoft. Die darin beschriebene Klimastrategie des Unternehmens setzt neue Maßstäbe:

  • CO2 negativ ab 2030
  • bis 2050 alle direkt oder indirekt verursachten Emissionen seit der Gründung 1975 absobiert
  • USD 1 Mrd. für einen „Klimainnavotionsfonds“ aus dem eigenen Kapital. Dieser richtet sich nicht nur auf das Unternehmen, sondern auch die Nutzer und Zulieferer

Besonders bemerkenswert ist die ausdrückliche Adressierung der Zulieferer (Scope 3), deren Ausstoß an Treibhausgasen etwa 75% des Gesamtausstoßes von Microsoft entspricht. Dieser Wert ist in dieser Größenordnung bei vielen Unternehmen zu beobachten, die ausdrückliche Adressierung dieser Emissionen allerdings die Ausnahme.

Die volle Berücksichtigung der Scope 3 Werte ist ein ausdrückliches Ziel der EU, ist aber nicht einmal in den meisten aktuellen Klimamodellen für Unternehmen gegeben.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neuer Termin: 6.3.2020, 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Ein erster Lehrgang mit Beginn am 16.3.2020 und ein erster Zusatztermin am 17.3.2020  sind bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy bereits am 18.3.2020 mit einem dritten Präsenzworkshop den Start für einen weiteren Lehrgang an.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundachtzig

 

2019-12-20 BaFin Merkblatt final Nachhaltigkeitsrisiken Titel

Titelbild/Bild: Deckblatt des BaFin „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ vom 20.12.2019

Inhalt: BaFin Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken; Bank of England kündigt Stresstest auf Klimarisiken an; Handbuch neue EU-Benchmarks; Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug wachsen; ESG-ETFs mit neuem Rekord; Klimaschutz in Nachbarländern; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

7. Januar 2020

Dr. Ralf Breuer

BaFin Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken

Das „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin wurde am 20.12.2019 offiziell veröffentlicht. Es ist inhaltlich gegenüber der bis zum 3.11.2019 konsultierten Fassung kaum verändert. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Finanzaufsicht versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt wohl für die meisten Finanzunternehmen Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen und Berichtspflichten hinaus!

Im Kern erwartet die Finanzdienstleistungsaufsicht:

  • Eine strategische Sicht auf der Leitungsebene
  • Eine bereichsübergreifende Sicht auf die Risiken (und die Chancen)
  • Externe und interne Kommunikation über den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken
  • Die Bereitstellung angemessener personeller und finanzieller Ressourcen

Die BaFin stellt diese Erwartungen ausdrücklich unter den Proportionalitätsgrundsatz, was sachgerecht erscheint, die Anforderungen aber in keiner Weise aufweicht. Gerade bei kleineren Finanzinstituten mit geringer regionaler Reichweite ergeben sich sehr spezifische Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen aus dem jeweiligen Kontext.

Den Text der BaFin finden Sie hier: Merkblatt Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken 20.12.2019

Bank of England kündigt Stresstest auf Klimarisiken an

Nach der dänischen Zentralbank hat nun auch die Bank of England (BoE) einen Stresstest für unmittelbare und mittelbare Klimarisiken angekündigt. Hierzu wurde am 18.12.2019 eine Konsultation eingeleitet. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der größten Finanzinstitute sowie die Anfälligkeit des Finanzsystems insgesamt auf die Probe zu stellen. Die BoE wählte hierzu ein „granulares“ Vorgehen auf der Basis von Kontrahentenrisiken und mit einem auf 30 Jahre gerichteten deutlich längeren Zeithorizont als üblich.

Das (veröffentlichte) Ergebnis wird ein Gesamtbefund des Finanzsystems für die Anfälligkeit auf Klimarisiken sein. Einzelergebnisse sollen nicht veröffentlicht werden.

Das Konsultationspapier und weitere Dokumente finden Sie hier (EN).

In einem ersten Interview mit der Börsenzeitung stellt auch die frühere Wirtschaftsweise und neue EZB-Direktorin Isabel Schnabel fest: „Viele sind der Ansicht, dass die Klimarisiken bei der Bewertung von Kreditrisiken noch nicht angemessen berücksichtigt sind. Das betrifft dann die Regulierung und Bankenaufsicht, aber genauso den Sicherheitsrahmen der EZB.” Das Thema beschäftigt nahezu alle Zentralbanken und Aufsichtsbehörden. Die EZB hat hierzu auch einen eigenen Bereich auf ihrer Internetseite: Climate change and the ECB

Handbuch neue EU-Benchmarks

Gewissermaßen als „Ferienlektüre“ veröffentlichte die technische Expertengruppe (TEG) „Sustainable Finance“ noch ein Handbuch zu den im Aktionsplan vorgesehenen Benchmarks zu Nachhaltigkeit („HANDBOOK OF CLIMATE TRANSITION BENCHMARKS, PARIS-ALIGNED BENCHMARK AND BENCHMARKS’ ESG DISCLOSURES“). Zunächst erscheint dies mit 171 Seiten als (ge-)wichtiges Zusatzdokument, ist allerdings eher 24 Seiten häufig an die TEG gestellte Fragen mit einem ausführlichen Anhang zu Sektorklassifikationen.

Im Kern ändert das Dokument nichts: Die EU-Kommission wird einen Mindeststandard für zu veröffentlichende Nachhaltigkeitskriterien setzen, unternehmerische „Dekarbonisierungstrategien“ werden zu einem neuen Maßstab für weite Teile der Finanzmärkte (vgl. Nummer Zweiundachtzig vom 10.12.2019).

Das Originaldokument finden Sie hier.

Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug wachsen

Laut Bloomberg hat sich das Volumen von neuen (Groß-)Krediten mit Nachhaltigkeitsbezug (Sustainability-linked loans) im vergangenen Jahr von USD 60,5 Mrd. 2018 auf USD 78 Mrd. im Jahresverlauf 2019 erhöht. Am 13.12.2019 berichtete Bloomberg über eine revolvierende Kreditlinie von USD 10 Mrd. für Royal Dutch Shell . Mit einem Konsortium von 25 Kreditgebern wurde eine Verzinsung in Abhängigkeit von Nachhaltigkeitskriterien vereinbart (Bloomberg 13.12.2019 (EN)).

ESG-ETFs mit neuem Rekord

Wie nahezu alle nachhaltigen Finanzinstrumente verzeichneten gemäß Bloomberg auch „nachhaltige“ ESG-ETFs 2019 mit USD 8 Mrd. einen neuen Volumenrekord. Immer mehr Vermögensverwaltungen wählen ETFs mit Nachhaltigkeitsstandards als Kerninvestment.

Klimaschutz in Nachbarländern

Am 20.12.2019 verurteilte das oberste niederländische Gericht (Hoge Raad der Nederlanden) den Staat in dritter und letzter Instanz zu einer Verschärfung des Klimaschutzes. Bereits 2015 entschied ein Gericht in Den Haag, dass der Ausstoß von Treibhausgasen bis Ende 2020 um 25% gegenüber dem Wert von 1990 gesenkt werden müsse. Die Regierung verfolgt dagegen ein Ziel von 20%, das wahrscheinlich knapp erreicht werden kann: Pressemitteilung zum Urteil vom 20.12.2019 (EN).

Gleich zum Beginn des Jahres beschloss das dänische Parlament (Folkinget) mit großer Mehrheit ein ehrgeiziges Klimaziel: Der Ausstoß von Treibhausgasen soll bis 2030 um 70% gegenüber dem Wert von 1990 sinken (Bericht Frankfurter Rundschau 6.1.2019: fr.de).

Am 4.1.2020 hat der „Bundeskongress“ der Grünen in Österreich den Eintritt in eine Regierungskoalition mit der ÖVP gebilligt. Ein Kernelement des Koalitonsvertrags ist ein ehrgeiziger Plan für den Klimaschutz. Danach soll das Land zehn Jahre früher als die Europäische Union bereits im Jahr 2040 klimaneutral werden. Die Stromversorgung soll dann zu 100% mit erneuerbarer Energie erfolgen. Derzeit wird u.a. auch Atomstrom aus der benachbarten Slowakei bezogen. Die Details für die Umsetzung der Vorhaben müssen allerdings noch ausgearbeitet werden (Bericht: zeit.de 2.1.2020).

In Deutschland bleibt es bei der einhelligen Unzufriedenheit mit dem „Klimaschutzpaket“ der Bundesregierung. In sozialen Medien wird u.a. deshalb der Bundeswirtschaftminister an frühere Aussagen erinnert:

 

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neuer Termin: 6.3.2020, 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Ein erster Lehrgang mit Beginn am 16.3.2020 ist bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy bereits am 17.3.2020 einen zweiten Präsenzworkshop als Start für einen weiteren Lehrgang an.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

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Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

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Übersicht Blogbeiträge

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Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundsiebzig

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Titelbild/Bild: Szene aus dem zweiminütigen Werbefilm von LuxembourgForFinance produziert von der niederländischen Agentur Mookx Der erste Werbefilm SustainableFinance? – A first spot advertising for SustainableFinance?

Inhalt:  Finanzplatz Luxemburg – eine andere Welt; Die tun was; #Sustainable Finance – Anhaltende Innovationswelle; Banken brauchen Sinn für zukünftige Relevanz; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar BarCamp In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

5. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Finanzplatz Luxemburg – eine andere Welt

Nur 184 Kilometer Luftlinie trennen die Finanzplätze Frankfurt und Luxemburg. Trotzdem entsteht der Eindruck verschiedener Welten. Der „Beirat Sustainable Finance“ erarbeitet für die Bundesregierung Ansätze einer Strategie. In Frankfurt wurde erst im April 2019 das „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ gsfc-germany.com/ für „Die Etablierung weitsichtigerer und wirkungsvollerer Finanzmarktstrukturen durch die Implementierung zukunftsfördernder Finanzierungsstrategien“ formiert. Der H4SF – Hub for Sustainable Finance Germany als Diskussions- und Vernetzungsplattform besteht immerhin schon seit 2017.

In Deutschland wird Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft vielfach noch als Thema nur für institutionelle Investoren betrachtet. Privatanleger werden dagegen Spezialisten wie der GLS Bank und Triodos Bank Deutschland zugerechnet.

Ein scharfes Kontrastprogramm bietet dagegen der Blick nach Luxemburg. Die Börse ist als LGX – Luxembourg Green Exchange in der Spitzenliga neben London positioniert. Nachhaltige Anlageformen werden jetzt in einem Werbefilm SustainableFinance auch bei privaten Investoren beworben.

2019-07-02 LGX

Die tun was…

Goldman Sachs kündigte am 24.7.2019 die Bildung einer eigenen „Sustainable Finance Group“ an (Press release 24.7.2019). Ein Blick auf die Internetseiten der Bank zeigt, dass dies nicht die einzige Aktivität ist. Vielmehr engagiert sich die Bank u.a. finanziell bei der Finanzierung erneuerbarer Energien und Katastrophenanleihen GS Environmental Stewardship. Auch bei anderen US-Banken sind meist niedrige dreistellige Milliardenbeträge nachhaltigen Finanzierungszielen gewidmet.

Auch in Europa haben sich Großbanken stark für Nachhaltigkeit engagiert. Besonders beeindrucken erscheint dies bei der spanischen BBVA, die neben dem Klimaschutz auch andere Ziele verfolgt. Dies wird naturgemäß stark durch die Tätigkeit in Südamerika und den dort notwendigen Entwicklungen geprägt. „Pledge 2025“ ist eine umfänglich formulierte Ambition, die auch durch Veranstaltungen und (personell) gut ausgestattete Kanäle in sozialen Medien getragen wird.

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Sehr informativ für nachhaltige Themen im Finanzsektor ist auch die Internetseite der Bank. Z.B. mit Artikeln von Antoni Ballabriga, Global Head of Responsible Business Debunking myths of sustainable finance.

#Sustainable Finance – Anhaltende Innovationswelle

BBVA arrangierte Ende März 2019 in Großbritannien den wohl ersten revolvierenden Kredit mit nachhaltiger Zweckbindung BBVA leads its first sustainable revolving credit facility in the UK with SSE.

Eine neue Klasse von Klimaanleihen bilden sogenannte „Transition Bonds“, die die Finanzierung von Maßnahmen zur CO2-Reduktion bei fossilen Energieträgern fördern. Bloomberg: How ‘Transition Bonds’ Can Help Polluters Turn Green. Vertreter der reinen Lehre mögen dies ablehnen, Pragmatiker sehen dies eventuell als Schritt in die richtige Richtung und eine beschleunigte Mobilisierung privaten Kapitals zur Reduktion von CO2.

Mit einem „Rhino Impact Bond“ über USD 50 Mio. über fünf Jahre soll der Betrieb von Reservaten für schwarze Nashörner in Kenia und Südafrika mitfinanziert werden. Klingt fast wie „schöne neue Welt“ oder auch „Entdecke die Möglichkeiten“.

Banken brauchen Sinn für zukünftige Relevanz

Der bekannte britische Autor und Berater Chris Skinner hat einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht: Banks need a Purpose other than making Money Tenor: Um für die junge Generation Z relevant zu sein, müssen sich Banken nachhaltigen Zielen zuwenden. Bereits 55% der heute unter Fünfundzwanzigjährigen würden ihre finanziellen Entscheidungen daran ausrichten, ob sie damit positive Ziele unterstützen.

„I’ve been blogging about sustainable finance, sustainable abundance and the UN’s Sustainability Development Goals (SDGs) over the past week, specifically, and over the past twenty years, generally. I think this is now coming to a head.“

Chris Skinner ist vor allem im Bereich Digitalisierung bzw. FinTech bekannt. Er verbindet diese Themen allerdings immer wieder mit der Realität und hält deshalb den Bezug zu Nachhaltigkeit für zwingend.

Ganz in diesem Sinne argumentiert auch der bei HSBC global für Strategie und Nachhaltigkeit verantwortliche Daniel Klier in einem Interview mit der Wirtschaftswoche:

„Mit der Finanzierung einer nachhaltigen Wirtschaft können wir (Banken) wieder einen relevanten Beitrag leisten“

Für die praktische Umsetzung im Finanzsektor wäre ein Blick in die Nachhaltigkeitsstrategie der KfW hilfreich. Sie könnte fast als Vorlage für das von der BaFin für das Jahresende avisierte Merkblallt Nachhaltigkeit dienen:

Was in Deutschland vielfach als Mindermeinung oder Nischenthema aufgefasst wird, könnte durchaus der Schlüssel für die eigene Existenzsicherung in der Kreditwirtschaft sein, wie bereits einmal in einem Beitrag 2017 umrissen wurde: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik, 28.8.2019

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Juli um einen weiteren Rang von 56 auf 55, eine stetige Entwicklung nach der großen Bewegung 72 auf 57 im Mai.

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Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

 

 

 

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundsiebzig

 

2019-07-12 dpa Maisfeld

Titelbild/Bild: Maisfeld bei D-59379 Selm, Nordrhein-Westfalen. Quelle: dpa via Twitter 12.7.2019 12:07h

Inhalt: Grüner Finanzmarkt – Lagebericht D 2019; Nachhaltige U.S. Fonds mit Rekordzufluß; CO2-Besteuerung: Historische Chance; Vermögensverwalter machen Druck: Koalition für Klimafreundlichkeit – TPI: Investoren kritisieren Unternehmensberichte – Klimaatakkoord – Klimapakt in den Niederlanden; Nachhaltigkeit + Finanzmarkt: Neue U.S. Gesetze; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar BarCamp In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

16. Juli 2019

Dr. Ralf Breuer

Grüner Finanzmarkt – Lagebericht D 2019

Die Climate Bonds Initiative (CBI) veröffentlichte am 12.7.2019 ihren Lagebericht zum „Grünen deutschen Finanzmarkt“. Der Bericht ist in deutscher und englischer Sprache erschienen: Germany Green Finance Report: Top 5 Global Ranking, EUR6.6bn issued in 2018, Strong start in 2019.

Für 2019 deutet sich ein neues Rekordvolumen für Neuemissionen an: Dank einer großen Platzierung der KfW (€ 3 Mrd.) wurde im ersten Halbjahr mit lediglich fünf Anleihen € 4,4 Mrd. und damit zwei Drittel des Gesamtvolumens 2018 von € 6,6 Mrd. erreicht. Am 10.7.2019 kamen weitere € 500 Mio. der Berlin Hyp hinzu.

2019-07-11 CBI Green Bonds

Quelle: CBI – Climate Bonds Initiative

Damit dürfte nach dem Rückgang 2018 (€ 8,7 Mrd. auf € 6,6 Mrd.) das Volumen im Gesamtjahr wieder steigen. Für 2020 berichtet CBI von Plänen der Bundesrepublik Deutschland staatliche Green Bonds zu platzieren. Am Beispiel der Niederlande wurde kürzlich deutlich, dass eine große Investorennachfrage nach bonitätsstarken Anleihen dieser Art besteht (vgl. Nummer Zweiundsiebzig).

Nachhaltige U.S. Fonds mit Rekordzufluß

Morningstar (Sustainable Funds in the U.S. Saw Record Flows in the First Half (11.7.2019) berichtet von Rekordzuflüssen bei 271 „nachhaltigen“ Fonds und ETFs in den USA: Mit USD 8,9 Mrd. in den ersten sechs Monaten wurde der Rekordjahr von USD 5,5 Mrd. für das Gesamtjahr 2018 bereits überschritten. Bei 15 aktiven und passiven Fonds wurde die Marke von USD 100 Mio. überschritten. Allein iShares erhielt im zweiten Quartal 2019 mehr als USD 2 Mrd. neue Mittel zur Verwaltung.

2019-07-11 Morningstar SusFunds

Bei den Fonds handelt es sich überwiegend um „ESG-Fonds“, die Kriterien aus Ökologie, Sozialem und Unternehmensführung berücksichtigen. Damit wird eine eher weichere Auffassung von Nachhaltigkeit verfolgt.

CO2-Steuer: Historische Chance

Am 12.7.2019 übergaben die sog. „Wirtschaftsweisen“ (Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung) ihr Sondergutachten zu einer CO2-Besteuerung in Deutschland. Das Gutachten empfiehlt unter dem Titel „Aufbruch zu einer neuen Klimapolitik“ die zeitnahe Einführung einer Steuer auf CO2-Emissionen. Sie soll ausschließlich dem Klimaschutz und der Kompensation von Bürgern dienen und nicht zur Finanzierung anderer Quellen herangezogen werden.

„Die aktuelle Debatte bietet die
historische Chance, die kleinteilige, teure und ineffiziente deutsche Klimapolitik so umzustellen, dass die Bepreisung von CO2 im Zentrum steht“

sagte Christoph M. Schmidt, der Vorsitzende des Sachverständigenrates.

Vermögensverwalter machen Druck

Koalition für Klimafreundlichkeit

Blackrock, Goldman Sachs, BNP Paribas, HSBC, Natixis, Amundi, State Street und Northern Trust bilden mit sechs nationalen Fonds eine Koalition zur Erfassung von Klimarisiken in Vermögenswerten. Sie sagten dem französischen Staatspräsidenten Macron zu, mit ihren kumulierten USD 15 Bio. verwalteten Vermögen die Unternehmen zu einem klimafreunlicheren Verhalten bewegen zu wollen.

https://www.climatechangenews.com/2019/07/12/asset-managers-worth-15-trillion-make-climate-risk-promise-macron/

TPI: Investoren kritisieren Unternehmensberichte

Ähnliche Absichten haben auch die 45 globalen Investoren, die z.Zt. die Initative TPI – Transition Pathway Initiative tragen. Sie verwalten zusammen rund USD 14 Bio.

2019-07-12 TPI

In ihrem TPI – State of Transition Report 2019 zeigen sie auf, dass nur 30% der untersuchten Unternehmen 2030 im Sinne des Klimaschutzabkommens von Paris handeln werden. Die Studie umfasst 274 börsennotierte Unternehmen in 14 Sektoren, die zu den größten CO2-Emittenten gehören. Sie stehen für rund 41 % der Emissionen aller notierter Unternehmen weltweit. Die Studie untersucht 1. die Management-Qualtität im Übergang zu CO2-ärmeren Produktionsverfahren und 2. die Emissionsentwicklung in Hinblick auf das Klimaschutzabkommen von 2015.

Der Bericht stellt gravierende Rückstände sowohl bei den Strategien zur CO2-Reduzierung als auch im Abstand zu den internationalen Klimaschutzzielen 2030 zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2° fest. Die Kernaussage der Studie ist, dass die Unternehmen, die die Voraussetzungen bereits erfüllen, die Möglichkeiten bzw. Chancen aufzeigen:

“The 20 companies that are aligned with below 2°C, or that will be on the basis of the emissions reduction targets they have set, show what is possible” (S. 5)

Klimaatakkoord – Klimapakt in den Niederlanden

In den Niederlanden hat der Finanzsektor als erste Branche einen nationalen Klimapakt (Klimaatakkoord) unterzeichnet. 50 Banken, Versicherer, Vermögensverwalter und Pensionsfonds sagten am 10.7.2019 dem niederländischen Finanzminister ihre Unterstützung zu. Der Klimaatakkoord ist die niederländische Ableitung des Klimaschutzabkommens von Paris zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2°.

Die unterzeichnenden Unternehmen verpflichteten sich, ab 2020 über die Klimawirkungen ihrer Anlagen zu berichten und bis 2022 Aktionspläne zur Verminderung des CO2-Ausstoßes vorzulegen. Die meisten Publikationen hierzu sind in niederländischer Sprache. Englische Kommunikation gibt es z.B. von ING Group und Triodos Bank N.V.. Der Klimaatakkoord wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Finanzsektor ausgearbeitet und liegt erst seit Ende Juni 2019 vor (vgl. Pressemitteilung der Triodos Bank N.V. vom 27.6.2019. Die niederländische Nationalbank ist bei dem Thema Klimarisiken eine treibende Kraft unter den internationalen Finanzaufsehern. Sie führt auch die „Dutch Sustainable Finance Platform“ (vgl. Nummer Dreiundzwanzig

 

2019-07-10 Klimaatakkoord

Foto: Twitter

Nachhaltigkeit + Finanzmarkt: Neue U.S. Gesetze

Am 10.7.2019 fand vor dem „U.S. House Committee on Financial Services“, dem Kongressausschuss für Finanzdiensdienstleistungen, eine Anhörung zum Thema „Aufbau einer nachhaltigen Wettbewerbswirtschaft: Eine Prüfung von Vorschlägen zur Verbesserung der Berichterstattung über ökologische, soziale und Komponenten der Unternehmensführung“ (Building a Sustainable and Competitive Economy: An Examination of Proposals to Improve Environmental, Social and Governance Disclosures) statt.

Konkret geht es um ein ganzes Paket von Gesetzesvorhaben, die im Entwurf vorliegen und öffentlich sind:

  • ESG Disclosure Simplification – Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung
  • Shareholder Protection – Aktionärsschutz
  • Corporate Human Rights Risk Assessment – Menschenrechte in Unternehmen
  • Climate Risk Disclosure – Berichterstattung über Klimarisiken

Die Gesetzesentwürfe sind über die Seite des Ausschusses zugänglich: U.S. House Committee on Financial Sevices

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik, 28.8.2019

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

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In eigener Sache

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

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Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

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