Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunundfünfzig

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Inhalt:  Vorneweg: Und wie sie sich bewegt!; SDGs – Schluss mit der Verwirrung bei Nachhaltigkeit!?; DNS-Aktualisierung: Nachhaltige Finanzwirtschaft drin; Tomorrow macht Nachhaltigkeit bei Finanzen „hip“; SDGs und der Sinn der Digitalisierung; Digitalisierung: Hoher Nutzen in Entwicklungsländern; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

26. November 2018

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg: Und wie sie sich bewegt!

Der Otto-Katalog macht Schluss und die Nachhaltigere Finanzwirtschaft legt ihre neunundfünfzigste Ausgabe vor. Und die fünfunddreissigste im Jahr 2018 wird wohl kaum schon die letzte sein. Nachhaltigkeit in und außerhalb der Finanzwirtschaft hat im laufenden Jahr deutlich an Dynamik, Momentum, Wucht oder wie auch immer gewonnen. Die nachfolgenden Informationen sind dafür ein guter Beleg. So füllt sich die nächste Ausgabe nach der Veröffentlichung einer Ausgabe mit 1.000+ Worten jeweils fast von selbst wieder.

Und dabei kann noch lange nicht alles aufgenommen und kolportiert werden, was es vielleicht gäbe. Manches ist interessant, aber doch nicht interessant genug. Z.B. auch der aktuelle Gang zum Zeitschriftenkiosk:

Capital Magazin vom 22.11.2018 mit dem Titel „Grüne Renditen – Nachhaltige Geldanlage ist das neue Trendthema. Man kann sogar gut damit verdienen – wenn man es richtig macht

FinanzTest vom 13.11.2018: „Nach­haltige Geld­anlagen: Bequem ökologisch und ethisch anlegen“ (Link)

Im aktuellen Heft der Öko-Test vom 22.11.2018 gibt es „Nachhaltige Fischzucht“ und „Frohe Nachhaltigkeit – Viele gute Tipps zum Fest„, leider hat die Redaktion es aber versäumt, Nachhaltigkeit auch bei der „Übersicht Geldanlage für Kinder – Für den guten Start ins Leben„. Eigentlich fatal angesichts der Langfristrisiken, insbesondere aus Klimawandel und Energiewende. Da wurde leider nur auf vergünstigte kurzfristige Zinsangebote, nicht aber auf längerfristige Geldanlagen geschaut, die diesen Namen wirklich verdient hätten.

Nachhaltigkeit quillt derzeit nur so aus den Werbeständern, Wochenprospekten des Lebensmitteleinzelhandels (siehe Alltagsfotos Nachhaltigkeit), vielen auflagenstarken Zeitschriften (s.o.), weniger bekannten Onlineportalen (z. B. enorm-magazin.deutopia.de und sogar der Radiowerbung für Mineralwasser quillt (aktuell: Ensinger SPORT Nachhaltig und modern). Und trotzdem passieren die wirklich wichtigen Dinge eher am Rande und schaffen es auch nur ausnahmsweise (z.B. Tomorrow, s.u.) in die Massenmedien.

Ja, ausnahmsweise einmal eine Art Superlativ: Die nachfolgenden Meldungen sind wirklich wichtige Signale. „Breaking News“ für die „Denglish“-Liebhaber!

Denn:

1. Die verwirrende Vielfalt der z.T. widersprüchlichen externen Nachhaltigkeitsratings könnte ein baldiges Ende haben

2. Die Bundesregierung nimmt Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft endlich ernst

3. Nachhaltigkeit wird nicht nur „Mainstream“, sondern aktuell sogar zu einem hippen Bankangebot

4. Digitalisierung ist als Beitrag zu Nachhaltigkeit leichter zu verstehen, ohne einen sichtbaren Beitrag kann auch alles analog bleiben. Das erschließt sich allerdings in Afrika unmittelbarer als hier. Allerdings: Auf der Konferenz Bits & Bäume wurden am 17. und 18. November 2018 in Berlin den 1.700 (!) Besucher/-innen die vielfältigen Beziehungen zwischen den bedauerlicherweise sehr oft von einander isolierten Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit aufgezeigt: Programm Bits & Bäume.

SDGs – Schluss mit der Verwirrung bei Nachhaltigkeit!?

Nach der Vorstellung des neuen Ratingsystems „DERa“ der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG) drängte sich die Frage auf, wann solche an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) die herkömmlichen Nachhaltigkeitsratings verdrängen werden und damit – endlich – eine einheitliche Transparenz herstellen. DERa durchleuchtet das Finanzierungsportfolio der DEG komplett auf der Basis der 17Ziele und nutzt ein sogenanntes „IOOI-Modell“. Bei diesem Modell werden auf Basis der eingesetzten Mittel (‚Input‘) die konkreten Maßnahmen und Angebote (‚Output‘) erhoben und in der der Stufe ‚Outcome‘ das Ergebnis erhoben. Dies ist konkret die  Veränderung bei der Zielgruppe des Investments.‚Impact‘ als letzte Stufe wird nach dieser Methode erreicht, wenn gesellschaftliche Veränderungen eintreten. (vgl. Nummer Vierundfünfzig bzw. die dort enthaltenen Links zu den Originalquellen).

Die Frage, wann ein IOOI-Modell wie DERa die herkömmlichen Nachhaltigkeitsratings in ihrer verwirrenden Vielfältigkeit ablösen werde, wurde vom Podium mit einem augenzwinkenden Lächeln und Schulterzucken beantwortet. Die Antwort gab es nun knapp einen Monat später: Sehr bald!

„Die SDGs sind dabei eine große Chance, Klarheit und Transparenz für Emittenten, Investoren und Intermediäre zu schaffen. Gleichzeitig sei davor gewarnt, die SDGs allzu leicht als Marketing-Tool verwässern zu lassen. Nur ehrgeizige Ansätze, die eine angemessene Menge an SDG-Zielen ambitioniert adressieren, haben eine Chance, einen wirklichen Mehrwert zu bieten. Die Zeiten dafür sind dringlicher denn je.“

Heisst es im Fazit auf S. 16 eines Papiers der Ratingagentur imug: imug_Impuls_2018 -Wirkungsorientierte Investments zur Erreichung der UN Sustainable Development Goals. S. 8 beschreibt abstrakt exakt jenen Modellansatz, die die DEG bei DERa bereits praktisch für sich umgesetzt hat. imug selbst ist bereits mit seinem „imug Impact 360° Standard“ aktiv, der eine nützliche Entscheidungshilfe für Investoren darstellt und teilweise bereits im institutionellen Bereich genutzt wird (vgl. 16).

Insgesamt ist das Papier von imug sehr informativ in seiner kritischen Abwägung der SDGs als Orientierungsrahmen für Nachhaltigkeit und Investitionsentscheidungen. Der Tenor des Papiers wird aber sehr klar: SRI und ESG mit einer darauf aufbauenden Ratingvielfalt war gestern, die Zukunft wird von den SDGs geprägt – siehe obiges Zitat aus dem Fazit!

DNS-Aktualisierung: Nachhaltige Finanzwirtschaft drin

Im Juni 2018 rief die Bundesregierung zu Konsultation zur anstehenden Aktualisierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) auf. Zum damaligen Zeitpunkt hatte Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft sowie der darauf gerichtete Aktionsplan der EU-Kommission keine sichtbare Bedeutung. Dies stand auch bei dem in diesem Blog veröffentlichten Beitrag Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie im Hintergrund wie auch schon bei dem mitunterzeichneten Offener Brief zum Thema Sustainable Finance an Brüssel und Berlin.

Erfreulicherweise finden sich in der nunmehr dem Deutschen Bundestag von der Bundesregierung vorgelegten Unterrichtung klare Bekenntnisse zum Aktionsplan der EU-Kommission und der Absicht der Regierung, eine Umsetzung voran zu treiben, z.B. auf den Seiten 15 und 28 (Textrahmen): Deutscher Bundestag, Drucksache 19/5700 vom 8.11.2018: Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – Aktualisierung 2018

Tomorrow macht Nachhaltigkeit bei Finanzen „hip“

Die Ausgaben Nummer Siebenundfünfzig und Nummer Achtundfünfzig enthielten bereits Berichte über den offiziellen Start der Tomorrow Bank aus Hamburg am 16.11.2018 und tatsächlich haben die Gründer bisher schon vieles richtig gemacht, z.B. die in der Branche als gelungen angesehene Kampagne und auch den Angang in sozialen Medien.

Quelle: Tomorrow via Facebook

Noch immer ist nicht ganz klar, wie die nachhaltigen Versprechen eingelöst werden sollen, aber immer wieder tauchen neue, ansprechende Bausteine auf. So z.B. der Wirkungsmonitor (Impact Board) in der App:

Quelle: Tomorrow via Tobias Baumgarten @aboutfintech auf Twitter

SDGs und der Sinn der Digitalisierung

Am 14.11.2018 traf sich die Bundesregierung zur Digitalklausur. Am 15./16.11.2018 entwickelte sich dann auf Twitter eine Diskussion, die einiges an Tragweite auf die Sicht der Dinge hat. Ausgelöst haben Sie eine Mitarbeiterin beim Rat für Nachhaltige Entwicklung und die Bundesumweltministerin Svenja Schulze:

Am darauf folgenden Wochenende fand in Berlin die Konferenz „Bits und Bäume“ mit 1.700 Teilnehmenden statt. Die SDGs helfen nicht nur bei der Nachhaltigkeit, sondern auch der Sinnsuche in der Digitalisierung (vgl. auch hier im Blog Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen). Das zweitägige Programm bot vielfältige Einblicke in die zahlreichen Verbindungen zwischen den beiden, oft scheinbar isoliert bearbeiteten Themengebieten: Programm Bits & Bäume 17./18.11.2018.

Wie sich Nachhaltigkeit und Konsum in der analogen Welt besser in Einklang bringen lässt zeigte der zeitgleich ebenfalls in Berlin stattfindende Heldenmarkt mit 200 Ausstellern. In diesem Rahmen organisierte die Triodos Bank Deutschland ein Treffen der #nachhaltige100, Menschen, die in sozialen Medien zum Thema Nachhaltigkeit aktiv sind – vgl. Nummer Achtundfünfzig.

Digitalisierung: Hoher Nutzen in Entwicklungsländern

Wie wichtig die Zusammenhänge zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind, zeigt sich immer wieder, z.B. in Afrika, aktuell in einem von der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG)  in Äthiopien finanzierten Projekt:

Noch immer haben etwa 2 Mrd. Menschen keinen Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen. Und unter diesem Mangel leiden sie nicht nur z.B. in Hinblick auf Lästigkeiten, sondern u.a. auch finanziell, indem sie gezwungen sind teure Dienstleister für den Zahlungsverkehr in Anspruch zu nehmen – internationale Zahlungen bei Western Union & Co können durchaus 20% Provision verursachen! Die in der Gründung befindliche Bank 1bank4all will genau hier und bei den täglich von Nord nach Süd transferierten € 2 Mrd. (!!!) ansonsten und günstige Leistungen anbieten. Andere Anbieter tun dies ebenfalls schon in einer von den Banken aus dem eigenen Kostenblick heraus geöffneten sehr margenstarken Nische!

Diese besteht auch noch mehr als 10 Jahre nach dem Start von M-Pesa in Kenia, einem von der kenianischen Mobilfunkfirma Safaricom in Kooperation mit dem Kommunikationsunternehmen Vodafone entwickelten System. Es wurde Anfang 2007 in Kenia eingeführt und  ermöglicht die Abwicklung von grundlegenden Funktionen des Geldtransfers und des bargeldlosen Zahlungsverkehrs über Mobiltelefone. Zuletzt kam das Unternehmen allerdings aufgrund hoher Ausfälle der mittlerweile ebenfalls eingeführten kleinen und kleinsten Konsumentenkredite in Verruf (vgl. Digitale Mikrokredite sorgen für steigendes Ausfallrisiko, Die Vorbänker 23.11.2018).

Finextra berichtete nun von einer neuen Dimension des mobilen Zahlungsverkehrs auf dem afrikanischen Kontinent: Zwei der größten Mobilfunkanbieter (MTN und Orange) haben sich zu dem Projekt „Mowali“ zusammengeschlossen, um netz- und grenzübergreifende Zahlungen in 22 von 46 Märkten der Sub-Sahara zu ermöglichen. Damit sollen über 100 Mio. mobile Zahlungsverkehrskonten in Echtzeit und zu niedrigen Gebühren verbunden werden.

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Achtundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundfünfzig

2018-11-14 Green Bonds 500

Beitragsbild/Bild: Environmental Finance

Inhalt:  Herbst 2018: Der Finanzmarkt wird bunter; Es grünt weiter an den Anleihemärkten; Deutsche Börse mit neuem Segment; BlackRock bietet Green Bonds für alle; Brown to Green Report: Viel Lärm, wenig Taten; Neue Angebote für nachhaltige Finanzdienstleistungen – Tomorrow + Vividam; Sparkassen: Suche nach der Relevanz von morgen; Treffen #Nachhaltige100; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

21. November 2018

Dr. Ralf Breuer

Herbst 2018: Der Finanzmarkt wird bunter

Die Deutsche Börse AG eröffnet ein Segment für „grüne Anleihen“, die DZ Bank platziert „blaue Schuldscheine“, Tomorrow bietet nachhaltige Girokonten, Vividam nachhaltige Geldanlagen: Der deutsche Finanzmarkt hat in kurzer Zeit weiter an Farbe gewonnen. Einige aktuelle Inspiration für Sparkassen, die sich aktuell auf dem FI-Forum, der Hausmesse der Finanz Informatik (FI) in Frankfurt, auf die Suche nach der Relevanz von morgen begeben haben. Und vielleicht findet sich ein Schlüssel: „Regionalität nutzen, um gesellschaftlichen Nutzen vor Ort zu stiften“ findet sich auf Twitter (s.u.) könnte passen.

Es grünt weiter an den Anleihemärkten

In den elf Jahren seit seiner Existenz hat das Volumen der begebenen „grünen Anleihen“ (Green Bonds) kürzlich die Schwelle von USD 500 Mrd. überschritten. Davon entfielen USD 162 Mrd. auf das Jahr 2017 sowie USD 132,7 Mrd. auf das laufende Jahr bis November. Einige Beobachter gehen davon aus, das bereits jetzt das Volumen des Vorjahres erreicht wurde. Die Erwartungen für das gesamte Jahr 2018 stehen bei USD 210 Mrd. (vgl. Climate Bonds Initiative).

Immer mehr Emittenten und Varianten

Neben der Commerzbank und der KfW Gruppe (Nummer Fünfundfünfzig: Weltspartag) sind weitere Finanzinstitute zuletzt aktiv geworden: ING Grouß begab insgesamt € 2,6 Mrd. und nach dem Debut der DZ Bank (€ 250 Mio., Nummer Einundfünfzig) wurde für den Jahresbeginn 2019 eine Emission der Tochter DZ Hyp avisiert (DZ Hyp primed to start green bond project after post-merger debut). DZ Hyp ist einer der größten Emittenten für „gedeckte Anleihen“ (covered bonds), zu denen Hypothekenpfandbriefe zählen. Während die meisten Green Bonds unbesicherte Unternehmensanleihen mit einer zweckgebundenen Mittelverwendung sind, steigt der Anteil der Anleihen, deren Rückzahlung und Verzinsung unmittelbar mit den finanzierten Projekten gedeckt wird. Der insgesamt steigende Anteil liegt gemäß Moody’s aktuell bei etwa 17%.

Green Bonds nur eine Erscheinungsform

Anleihen mit nachhaltigen Finanzierungszwecken orientieren sich vermehrt auch an anderen nachhaltigen Entwicklungszielen als dem Klima- und Umweltschutz, z.B. dem Schutz der Ozeane oder sozialen Zwecken. So gat due DZ Bank kürzlich eine Privatplazierung im Genossenschaftssektor arrangiert, die ausschliesslich Projekten in den Bereichen Wasser und Maritimes dient.

Deutsche Börse mit neuem Segment Green Bonds

Am 12.11.2018 gab die Deutsche Börse AG die Eröffnung ihres neuen Marktsegments bekannt Pressemitteilung 12.11.2018: „Die Deutsche Börse hat ein neues Segment für Green Bonds an der Frankfurter Börse eingeführt. Darin sind zum Start 150 Anleihen enthalten, die den Green Bond Principles der International Capital Markets Association entsprechen. …

… Die Green Bond Principles der International Capital Markets Association berücksichtigen unter anderem die Verwendung des Emissionserlöses, den Prozess der Projektauswahl, das Management und das fortlaufende Reporting.

Das Green Bond-Segment ist Teil eines großen Ganzen. Die Deutsche Börse setzt sich bereits seit Längerem für nachhaltige Finanzierung ein. Neben einem Produktportfolio von rund 100 Nachhaltigkeitsindizes hat die Deutsche Börse in diesem Jahr gemeinsam mit dem Hessischen Wirtschaftsministerium das Green and Sustainable Finance Cluster Germany initiiert. Die Initiative verfolgt das Ziel, die Expertise rund um das Thema nachhaltige Finanzwirtschaft effizient zu nutzen und konkrete Handlungsansätze für die Zukunftsfähigkeit von Finanzmarktstrukturen umzusetzen – national wie international.“

Die Deutsche Börse folgt damit den Nachbarbörsen in London und Luxemburg, die bereits 2015 bzw. 2016 entsprechende Segmente eröffneten.

BlackRock bietet Green Bonds für alle

Die Möglichkeiten einer privaten Geldanlage in Green Bonds waren bisher für private Anleger auf einige wenige  Investmentfonds beschränkt. BlackRock hat nun diesen Markt zunächst in den USA mit einem ETF (Exchange-trade fund) geöffnet, dem iShares Global Green Bond ETF, mit dem auch private Anleger mit kleinen Beträgen und geringen Kosten in den global stark wachsenden Markt investieren können (weitere Informationen (EN)). Es ist zu erwarten, dass sich die starke Zunahme nachhaltiger Anlagevarianten bei diesem (vgl. Nummer Vierundfünfzig) und weiteren Anbietern rasch fortsetzt.

Brown to Green Report: Viel Lärm, wenig Taten

Der kürzlich erschienene „Brown to Green Report“ des New Climate Institute stellt den Industriestaaten der G20 ein schlechtes Zeugnis für den Klimaschutz aus. Danach müssten die Staaten in der Summe ihre CO2-Emissionen bis 2030 halbieren, im den Temperaturanstieg auf 1,5% zu begrenzen. Derzeit sei von einem Anstieg um 3,2% auszugehen. Lediglich Indien habe derzeit die Nähe einer Zielerreichung umsetzen können. Einzelheiten: Informationsseite Brown to Green Report 2018 (EN).

Neue Angebote für nachhaltige Finanzdienstleistungen

Tomorrow

Wie avisiert startete am 16.11.2018 das Angebot der Tomorrow Bank aus Hamburg (vgl. S. Nummer Sechsundfünfzig und Nummer Siebenundfünfzig). Auf die immer wieder gestellte Frage, wie die Mittelverwendung und damit die Aktivseite nachhaltig gestaltet werden sollte, gab Tomorrow jetzt eine vorläufige erste Antwort per Mail in ihrem Newsletter vom 16.11.:

€ 50.000 sollen in die Finanzierung von Mikrokrediten investiert werden: „Zum Start investieren wir in einen Mikrofinanzfonds, der mehrere Dutzend Institute weltweit finanziert. Der Fokus liegt auf Süd- und Mittelamerika, Asien und Osteuropa. Im Schnitt betragen die Mikrokredite rund 1.300€ und werden zum großen Teil an Frauen ausgehändigt. Häufig bieten die Institute den Kreditnehmer*Innen auch Weiterbildung an, z.B. Kurse in Buchhaltung, um das Mikrounternehmen erfolgreicher leiten zu können. Während solche Angebote den Kunden neue Perspektiven eröffnen, senken sie für die Mikrofinanzinstitution das Kreditausfallrisiko.“

Nähere Informationen zu dem gekauften KCD Mikrofinanzfonds III finden sich hier.

Vividam – nachhaltige Vermögensverwaltung

Nach ebenfalls längerer Anlaufphase startet mit Vividam ein hybrides Online -Anlageangebot. Die Anlagestrategien sollen mit aktiv gemanagten Fonds umgesetzt werden, die sich an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen orientieren. Derzeit stehen drei Strategien mit 30, 50 und 70% Aktienquote zur Wahl. Aufbauend auf einer Einmalanlage von € 3.500 können auch Sparpläne ab € 75 monatlich abgeschlossen werden. Einzelheiten und das Angebot: www.vividam.de/

Sparkassen: Suche nach der Relevanz von morgen

Auf dem FI-Forum, der Hausmesse der Finanz Informatik (FI) in Frankfurt, begeben sich die Sparkassen vom 20. bis 22.11.2018 auf die Suche nach der Relevanz von morgen. Zwar mögen die Versionen 2.0 und 3.0 unklar bleiben, aber 1.0 lautete klar die Versorgung un(ter)versorgter Bedürfnisse der Bevölkerung (vor allem in Städten).

Bild: @aboutfintech via Twitter

Besonders relevant erscheint folgende Feststellung:

Auf der Grundlage der eigenen Spendenvergabe (mit der Gießkanne) wird zwar Gemeinnützigkeit immer wieder betont, aber nicht wirklich im Sinne der obigen Aussage gelebt. Dabei ist genau das die Lösung für die Suche nach der eigenen Relevanz: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0. Wie groß die Potenziale in Einzelfällen sein könnten, lässt sich aus der letzten Übersicht des Fair Finance Guide ableiten, auch wenn dessen Perspektive eher nach innen gerichtet ist:

2018-10-30 FairFinanceGuide

Quelle: Bankencheck 3.0 – Fair Finance Guide

Treffen #nachhaltige100

Die Triodos Bank Deutschland hatte am 17.11.2018 zum Treffen der #nachhaltige100 eingeladen: Menschen, die in sozialen Netzwerken zum Thema Nachhaltigkeit aktiv sind. Die Bank aktualisiert monatlich in ihrem Blog eine Liste mit den Aktivitäten: #nachhaltige100. Investabel® wird derzeit auf Rang 91 geführt.

Der Heldenmarkt, eine Messe für nachhaltigen Konsum, bildete in Berlin den Rahmen. Mit bettervest, Facing Finance e.V., GLS Bank, Oikocredit, Triodos Bank Deutschland, Umweltbank waren einige nachhaltige Finanzangebote bzw. Beobachter vertreten. Es war interessant, sich mit den Ausstellern und vielen der in den Medien aktiven Menschen einmal persönlich kennen zu lernen und sich auszutauschen.

Dabei gab es auch ein Plakat zu sehen, dass die Vielfalt der nachhaltigen Angebote für private Menschen eindrucksvoll zusammenstellt:

Quelle/Bezug: https://www.hilfswerft.de/poster/

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundfünfzig

2018-11-08 GABV

Beitragsbild/Bild: Global Alliance for Banking on Values

Inhalt: Bundesregierung + Nachhaltigkeit: Prominente Schelte; Nachhaltige Finanzen im Parlamentarischen Beirat; …und bei der Deutschen Bundesbank; Tu Gutes und rede darüber!; Dematerialisierung – Nachhaltigkeit und Digitalisierung; Nachhaltigkeit und kognitive Dissonanz; Handelsblatt: Neue Fonds mit Nachhaltigkeit; CSR Kooperationsveranstaltung am 15.11.2018 in Bonn; 16.11.2018: The first Day of Tomorrow!; 17.11.2018: Treffen #nachhaltige100 auf dem Heldenmarkt;  20.11.2018: Globe EU High-Level Conference Brüssel; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

12. November 2018

Dr. Ralf Breuer

Bundesregierung + Nachhaltigkeit: Prominente Schelte

In einem Interview für das Hamburger Abendblatt am 6.11.2018 äußerte sich der frühere Regierende Bürgermeister der Hansestadt Ole von Beust zur Positionierung der großen Parteien unter der Überschrift „Der CDU scheint Nackensteak wichtiger als Nachhaltigkeit“: „Programmatisch versteht die SPD Sozialpolitik immer noch als Alimentierung statt Vorbeugung. Und der CDU scheint das Schweinenackensteak, der Verbrennungsmotor und Arbeit bis zum Umfallen wichtiger zu sein als Nachhaltigkeit und Work-Life-Balance.“ Text: Hamburger Abendblatt 6.11.2018.

Nachhaltige Finanzen im Parlamentarischen Beirat

Über den Fragenkomplex der „Nachhaltigen Finanzen“ und die Pläne der EU-Kommission für eine Nachhaltigkeits-Taxonomie hat der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung unter Leitung von Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU) am Mittwoch, 7. November 2018, mit drei Experten in einem öffentlichen Fachgespräch diskutiert.

Die Experten waren:

Kristina Jeromin, Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeit bei der Deutschen Börse AG: „Das ist kein Nischenthema, sondern sollte uns als Wirtschaftsstandort permanent ganz zentral interessieren. Das derzeitige Finanzsystem sei den heutigen Herausforderungen nicht mehr gewachsen. Es sei nicht in der Lage, mit dem Klimawandel, den demografischen Veränderungen und den internationalen Migrationsbewegungen derart umzugehen, dass es die Realwirtschaft nach wie vor zur Wertschöpfung befähigt.“

Dr. Bert Flossbach, Vermögensverwaltung Flossbach von Storch: Begrüßenswert, so Flossbach, sei die Betonung der Längerfristigkeit im Aktionsplan der EU-Kommission. Der größte Feind der Nachhaltigkeit sei schließlich kurzfristiges Denken, sagte der Vermögensverwalter. Ein Beispiel dafür sei die Finanzkrise gewesen, als die kurzfristig ausgerichtete Gewinnmaximierung der Banken zu einem Kahlschlag geführt habe.“

Dr. Andreas K. Gruber, Deutsche Kreditbank (DKB): Finanzmarktakteure müssten zudem Nachhaltigkeit als Kernthema begreifen, „nicht nur als grüne Visitenkarte“. Neben der Digitalisierung müsse Nachhaltigkeit das zweite Mega-Thema für Kreditinstitute sein, die damit nicht nur wachsen könnten, „sondern im gleichen Atemzug für eine nachhaltigere Welt sorgen“

…und bei der Deutschen Bundesbank

Einige Auszüge aus dem Bericht über eine Veranstaltung in ihrem Berliner Sitz Green Finance: NGFS/CEP-Konferenz bei der Bundesbank 09.11.2018, den die Deutsche Bundesbank auf ihrer Internetseite veröffentlichtet:

Welche Rolle spielen Zentralbanken bei der Bekämpfung des Klimawandels? Diese Frage diskutierten über 100 Teilnehmer bei einer zweitägigen wissenschaftlichen Konferenz in Berlin. Das Central Banks and Supervisors Network for Greening the Financial System (NGFS) und der Council on Economic Policies (CEP) haben hierzu zu einer Konferenz über den Einfluss von Klimarisiken auf Finanzmärkte, Finanzstabilität und Geldpolitik in den Räumlichkeiten der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Berlin eingeladen.

Für Bundesbankvorstand Sabine Mauderer ist gesamtgesellschaftlich die Förderung eines grünen Finanzsystems längst keine Frage des Ob mehr, sondern eine Frage des Wie, angesichts der beispiellosen Herausforderungen des Klimawandels.

Benoît Cœuré, Direktoriumsmitglied der EZB und zuständig für Marktoperationen, befasste sich in seinem Vortrag ausführlich mit dem Einfluss des Klimawandels auf die Geldpolitik. Nach seiner Ansicht kann der Klimawandel das richtige Erkennen von Schocks für den mittelfristigen Inflationsausblick weiter erschweren und die Gefahr extremer Ereignisse erhöhen.

Der Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling bezeichnete grüne Investments als aufsteigenden Stern am Finanzhimmel.

Mit dieser Konferenz haben das NGFS und das CEP den akademischen Austausch mit Expertinnen und Experten außerhalb des Zentralbanksektors weiter gefördert. Die zahlreichen Ideen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen in den Fortschrittsbericht des NGFS einfließen, dessen Veröffentlichung für April 2019 geplant ist.

Tu Gutes und rede darüber!

So hat es jedenfalls der Allianz-Konzern im Rahmen seiner Berichterstattung über das dritte Quartal 2018 getan. Zwar nicht in der Analystenkonferenz, aber immerhin mit der nachfolgenden Grafik:

2018-11-09 Allianz Q3 Nachhaltigkeit

Quelle: www.allianz.com

Dematerialisierung – Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Es gibt viele Berührungspunkte zwischen den Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung (vgl. Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen). Finanzielle Inklusion, Finanzbildung, Bildung, administrative Anwendung u.v.a.m. ist nicht mehr an physische Infrastruktur gebunden. Dies zeigt sich bei vielen Entwicklungen in Entwicklungs- und Schwellenländern, ganz besonders in Afrika. Die Abschaffung physische Güter, die „Dematerialisierung“ durch Digitalisierung ist dagegen ein relativ neuer, wenig gebrauchter Begriff, obwohl das papierlose/-arme Büro durchaus geläufig ist. Der Begriff klingt vielleicht etwas wie der Beamer von Scotty im Raumschiff Enterprise, hat aber einen sehr konkreten Hintergrund.

Zunächst einmal stellt sich immer die Frage, was eine echte Innovation ausmacht. Darüber streiten sich bekanntlich viele Geister. Wer nur an schnellere Pferde gedacht hätte, wäre nie bei Autos, Flugzeugen, Eisenbahnen etc. gelandet (Chris Skinner). Insofern beinhalten Innovationen die Aufhebung und/oder deutliche Verschiebung von (physischen) Grenzen. Über das Meer kamen irgendwie immer wieder irgendwelche Menschen, aber nicht so sicher wie heute.

Ein Beitrag (FinTech – Neue Medien, alte Regeln) hat die Erfolgskriterien neuer Angebote beleuchtet: Es geht um die Lösung bzw. Beseitigung von bestehenden Problemen, nicht um solche, die wir ohne die neuen Lösungen gar nicht gehabt hätten. Und Kopien an sich sind per se nicht innovativ. Heinz-Roger Dohms hat am 6.11.2018 in Finanz-Szene.de einmal die „Digitalfabrik“ der Deutschen Bank näher beleuchtet. Da ist nichts dabei, was es nicht schon gäbe: Der große Check – wie digital ist die Deutsche Bank wirklich?. Die Idee, kostenlos Kundenkarten auf dem Smartphone zu verwalten, ist bereits mehrfach realisiert. Wieso muss sich hier die Bank noch „nützlich“ machen wollen?

Mit der virtuellen Verwaltung von Kundenkarten ist aber auch die Schleife zur „Dematerialisierung“ gezogen: Wieso überhaupt physische Kundenkarten, wenn es auch komplett ohne geht? Spart Material, Energie, Transport und Platz in der Brieftasche. Die Drogeriekette Rossmann und Edeka haben genau das bereits mit ihren Apps realisiert. Keine physischen Karten und Coupons, sondern direkte Verrechnung an der Kasse.

Und die chinesischen Zahlungsgewohnheiten haben sich bis zu den Bauernmärkten von physischen Kreditkarten gelöst. Gezahlt wird über QR-Code, für den es einen globalen Standard gibt. Der Code zum Einlesen der Empfängerdaten für die Zahlung hängt dann evtl. am Hals des Esels vor dem Karren: No cash, no cards: paying by phone rules in China’s cultural revolution. Diese Version wird als „Active Payment“ bezeichnet, bei der Zahlungspflichtige die Empfängerdaten einliest. Eine zweite Version ist „Passive Payment“ bei der der Zahlungsempfänger einen einmaligen Code vom Smartphone des Zahlungspflichtigen ausliest. Für Kunden von AliPay funktioniert das mittlerweile auch in europäischen Luxusgeschäften, WMF-Stores, Flughäfen und in New Yorker Taxis. Der Vorteil dieser Verfahren ist die Unabhängig von stationärer Infrastruktur und Stromversorgung. Im Prinzip funktionieren alle Geräte mit einer Kamera als Terminals. Mehr zu Zahlungen mit QR-Codes in einem anschaulichen Artikel vom 23.8.2018 bei Payment & Banking: Kilian Thalhammer/Maik Klotz: QR-Code – vom Saulus zum Paulus.

Bei 130 Mio. Bank- und Kreditkarten in Deutschland, die längs aneinander die Strecke von 11.000 km – Nordkap bis Kapstadt – ergeben, eine durchaus bedenkenswerte Alternative, vor allem in Hinblick auf die Chips mit wertvollen Rohstoffen, die wir kaum genutzt und oft ein erklecklicher Anzahl durch die Gegend tragen. Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe für das Material der Karten ist nur eine zweitbeste Alternative: Karte bio, alles gut? – Leider nicht….

Nachhaltigkeit und kognitive Dissonanz

Sport treiben, gesünder Essen, umweltfreundlich Leben: Anspruch und Wirklichkeit klaffen in unserem Verhalten oft auseinander. (Nicht-)Handeln wider besseres Wissen wird als „kognitive Dissonanz“ bezeichnet. Ein Beitrag von GEO stellte fest: Nachhaltiges Leben ist ein Tummelplatz der kognitiven Dissonanzen (Peter Carstens, Warum wir uns so leicht selbst betrügen, 10.1.2018).

In der deutschen Finanzwirtschaft scheinen in Bezug auf Nachhaltigkeit die kognitiven Dissonanzen aktuell besonders stark ausgeprägt zu sein:

1. Nachhaltigkeit in der Kreditwirtschaft ist in Deutschland nach wie vor ein Rand- bzw. Nischenthema, was nach vielen Expertenurteilen (s.o.) unangemessen ist. In vielen Nachbarländern nicht! Aktuell hierzu zwei Beiträge in „Die Farbe des Geldes“, dem Blog der Triodos Bank Deutschland: Michael Rebmann: Die deutsche Finanzbranche schläft einen tiefen Schlaf, 6.11.2018Ralf Breuer: Deutsche Banken hinken bei Nachhaltigkeit hinterher, 25.10.18.

2. Auch den Bereichen, in denen die geschäftspolitische Bedeutung von Nachhaltigkeit erkannt wurde, wird nicht konsequent danach gehandelt. Ein leider sehr anschauliches Beispiel ist die Union Investment als zentraler Fondsdienstleister der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Das Thema wurde in verschiedener Form relativ prominent dargestellt, u.a. in der Rede des Vorstandsvorsitzenden bei der Jahrespressekonferenz (Rede von Hans Joachim Reinke am 22.2.2018, S. 19f.). Am 6.6.2018 lud die Union Investment bereits zu ihrer siebten Nachhaltigkeitskonferenz ein. Tenor: Union Investment bleibt beim Thema Nachhaltigkeit auch zukünftig in einer Vorreiterrolle.

Am 7.11.2018 publizierte das Unternehmen eine Studie, die großes Interesse der deutschen Sparer an diesem Thema feststellt. Allerdings zeigt die Präsentation zur Jahrespressekonferenz 2018, das nur € 2,8 Mrd. der € 136 Mrd. Anlagen privater Kunden nachhaltig investiert sind (Präsentation S. 6), was im Umkehrschluss viel Absatzpotenzial signalisiert.

Der FairWorldFonds wurde von GLS Bank und KD Bank initiiert, wird den Genossenschaftsbanken nach Nachfrage vertrieben. Er wird auf der Informationsseite unter „Bankenindividuelle Fonds“ geführt, bei denen die Union Investment sich als Dienstleister, nicht als Produkteigner sieht. Dies ist auch bei fünf weiteren Fonds „KCD Union Nachhaltig …“ der Fall, die für eine Gruppe kirchlicher Banken aufgelegt wurden und nur über diese erworben werden können.

Die drei „offiziellen“ Nachhaltigkeitsprodukte der Gesellschaft ein Anlagevolumen von zusammen etwa € 750 Mio. (Stand: Oktober 2018) aufweisen, hat der FairWorldFonds die Marke von € 1 Mrd. trotz der schmaleren Vertriebsbasis und einer elfmonatigen Schließung für neue Anleger knapp überschritten. Die fünf Fonds aus der „KCD-Union Nachhaltig“-Serie haben aktuell (8.11.2018) ein kumuliertes Volumen von etwa € 450 Mio. – Ein Hinweis auf kognitive Dissonanz?

If you wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make that change

(Michael Jackson, Refrain zu „Main in the Mirror“, 1988)

Handelsblatt: Neue Fonds mit Nachhaltigkeit

Auch im November 2018 hat Susanne Bergius wieder eine pralle, sehr lesenswerte Ausgabe produziert: Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments. S. 7ff. beschreiben die aktuelle Entwicklung im Fondsgeschäft. Tenor: Immer mehr Wirkungsorientierung. Auf S. 10 eine interessante, wahrscheinlich aber nicht vollständige Liste neuer bzw. umgestellter Fonds und ETFs.

Mehr Informationen, mehr Veranstaltungen…

Zur Illustrierung neben den oben beschriebenen Veranstaltungen bzw. Ereignissen ein kleiner Auszug aus den Terminen in den kommenden acht Tagen:

CSR Kooperationsveranstaltung am 15.11.2018 in Bonn

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg und das CSR Kompetenzzentrum Rheinland organisieren eine Veranstaltung zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften: „Wir haben den Dreh raus! Fachkräfte gewinnen und binden mit Lebensfinanzplanung“. Niemand würde protestieren, „nachhaltig solide Finanzen“ als Ziel einer solchen Finanzplanung zu nennen. In der Moderation soll aber ganz deutlich werden, das wir und mit dem Begriff Nachhaltigkeit schwer tun: Dauerhaft ist nicht auch nachhaltig!

Die zweistündige Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Anmeldung über IHK Bonn/Rhein-Sieg

16.11.2018: The first Day of Tomorrow!

(Wiederholung aus Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundfünfzig)

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Beitragsbild: Tomorrow GmbH Hamburg

Ausnahmsweise mal Englisch hier: Am 16.11.2018 beendet das Projekt Tomorrow seine Beta-Testphase und will mit nachhaltigen Finanzdienstleistungsangeboten an den Markt gehen.

Hier die Ideen zum Start im Originaltext:

DEIN GELD, DEIN IMPACT. UNSER NACHHALTIGKEITS-VERSPRECHEN.
1. Sparen mit Sinn – die besten & sinnvollsten Geldanlagen rund um Zukunftsbranchen wie regenerative Energien, Elektromobilität und Bio-Landwirtschaft.

2. Die Impact Card – eine Kreditkarte, die Bäume pflanzt. Mit jeder Zahlung finanzieren wir unseren „Wald von morgen“. Die Erträge fließen in soziale & ökologische Projektarbeit.

3. Nachhaltige Verwahrung der Einlagen – bei uns fließt kein Cent in Rüstung, Kohlekraft, Gentechnik oder andere Industrien von gestern. Versprochen.

4. Starthilfe für die Firmen von morgen – auf unserer Crowdinvestment-Plattform findet man öko-soziale Projekte und kann direkt investieren.

Zum Beginn der öffentlichen Beta-Testphase im September 2018 wurde bereits kurz in der Nummer Neunundvierzig berichtet: „Das Angebot der Tomorrow Bank aus Hamburg ist derzeit in der öffentlichen Testphase mit einer geschlossenen Nutzergruppe. Auf jeden Fall schon gelungen erscheint das (lindgrüne) Design von Grafiken und Texten, vielleicht mit Ausnahme des etwas hohen Anteils englischer Worte, für die es durchaus auch andere Möglichkeiten gäbe. Dennoch ist das optisch schon mal ein sehr gelungener Start“. Daran hat sich wenig geändert.

Tomorrow berichtet von einer Warteliste mit 3.952 Interessenten. Investabel® ist natürlich neugierig, wann die Warteliste abgearbeitet sein wird und wie viele Kunden aus ihr gewonnen werden können. D’Englisch heisst das dann, wie viele „Onboardings“…

Tomorrow war ursprünglich einmal unter dem Namen „Goodfolio“ an den Start gegangen: Nummer Zwanzig.

Es ist derzeit offen, wie Tomorrow seine Versprechen in Bezug auf die zukünftige Mittelverwendung (Aktivseite) sowie nachhaltige Geldanlageangebote darstellen wird. Auch ein Blick in den öffentlich zugänglichen“Maschinenraum“ des Projekts mit den aktuellen und geplanten Aufgaben bietet da wenig Aufschluss. Die geplanten Fondsangebote werden nur vage hinsichtlich ihrer Eigenschaften beschrieben: Nachhaltige Geldanlage/Fonds. Die interne Mittelverwendung bleibt aktuell ebenfalls offen. Lediglich der Kooperationspartner für das Girokonto wurde bisher bekannt gegeben: Tomorrow nutzt die Systeme und auch die Banklizenz der solarisBank. Pressemitteilung vom 12.4.2018.

Es bleibt deshalb abzuwarten, wie die Angebote tatsächlich ausgestaltet werden. Die unter Fachkollegen sehr ansprechend aufgenommene Kampagne setzt jedenfalls auch hier hohe Ansprüche. Für die Umsetzung: Viel Erfolg!

17.11.2018: Treffen #nachhaltige100 auf dem Heldenmarkt

Die Triodos Bank Deutschland hat die auf ihrer Liste  geführten Menschen hinter Kanälen zum Thema Nachhaltigkeit in sozialen Netzwerken zu einem Treffen auf dem Heldenmarkt in Berlin am 17.11.2018 eingeladen: Um 13 Uhr geht es los. Meet&Greet im exklusiven Raum. Dafür erhälst du an der Kasse ein Bändchen. Danach auf der großen Bühne u.a. mit Milena. Die aktuelle Liste: Die Nachhaltigen Einhundert – mit @Investabel aktuell auf Platz 91.

20.11.2018: Globe EU High-Level Conference Brüssel

Im Europäischen Parlament findet am 20.11.2018 eine hochrangig besetzte Konferenz statt: GLOBE EU High-Level Conference – Missing Links in the Evolution of Sustainable Finance (European Parliament, November 20th, 09:00 – 15:00). Wenig überraschend ist das Programm ohne erkennbares deutsches Engagement. Programm 20.11.2018

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltige Crowdfundings

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Beitragsbild/Foto: Solartainer® von Africa Green Tec

Dr. Ralf Breuer

6. November 2018

Am 6.9.2018 kündigten die Triodos Bank Deutschland und bettervest eine Kooperation an* Zusätzlich hat sich die von einer hundertprozentigen Tochter der niederländischen Muttergesellschaft Triodos N.V. verwaltete „Triodos Sustainable Finance Foundation“ mit einem nicht genannten Anteil an bettervest beteiligt. Nach GLS Bank und GLS Crowd ist dies die zweite engere Kooperation einer auf Nachhaltigkeit fokussierten Bank mit einem FinTech für Schwarmfinanzierung (Crowdfunding). Aus diesem Anlass will der Beitrag beide Kooperationen etwas beleuchten.

Nachhaltigkeit ist geschäftspolitische Logik

Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft ist kein Aktionismus, sondern knallharte geschäftliche Logik. Entsprechend hat sich auch die The Investment Leadership Group (ILG), ein Netzwerk von Spitzenvertretern der globalen Investmentbranche positioniert, dessen Mitgliederliste sich wie ein „Who-is-who“ der Finanzbranche liest: Vertreter der ILG sagten der EU-Kommission ausdrücklich ihre Unterstützung für den Plan zu: Top investment executives commit to Sustainable Finance Action Plan in High-Level Meeting with European Commission. Die Gruppe selbst erarbeitet einen methodischen Rahmen für eine Ausrichtung ihrer Tätigkeit an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs).

Vor allem die deutlich verlängerte Perspektive hin zum längerfristigen (finanziellen) Erfolg kommt der Investmentbranche insbesondere im Pensionsgeschäft sehr entgegen. Viele Auswirkungen von Klimawandel und Energiewende gehen derzeit nicht in die finanzielle Berichterstattung ein. Die herrschende Logik der globalen Finanzinvestoren ist, dass die SDGs die Chancen definieren, während das Klima die Risiken treibt.

Deutschland international im Rückstand

Deutschland hat bei Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft gegenüber den meisten Nachbarländern einen bedeutenden Rückstand. Manche Kommentare stellen z.B. gegenüber Frankreich einen Rückstand von fünf Jahren fest. Und tatsächlich haben dort schon fünf der sieben größten Bankengruppen Nachhaltigkeit im strategischen Fokus. Die größte Bankengruppe Crédit Agricole bezeichnet sich selbst als Bank für nachhaltige Entwicklung – in der Nische des Geldautomaten.

2018-05-03 CA Nimes

Foto: Ralf Breuer, Crédit Agricole du Languedoc, 1 Rue des Halles, F-30000 Nimes

Frankreich ist nur eines von vielen Beispielen. Auch bei der größten europäischen Bank HSBC ist Nachhaltigkeit Chefsache – im weltweiten Konzern und bei der deutschen Tochtergesellschaft. Sie hat eine Informationsseite zu nachhaltiger Finanzierung als „Advertorial“ bei der „Süddeutschen Zeitung“ gestaltet. Neben einem Glossar zum Thema Nachhaltigkeit bietet die Seite sehr informative Texte zu den Themen „Nachhaltige Finanzierung“, „Nachhaltige Investments“ und „Regulatorik“. Hier geht es zum sehr informativen „Advertorial“ bei der Süddeutschen Zeitung.

Nachhaltige Anlageprodukte demokratisieren die Lösung unseres gemeinsamen Problems

Alle Menschen teilen das Schicksal dieses Planeten und haben damit ein gemeinsames Problem. Klimawandel ist eine Folge unzureichender Nachhaltigkeit. Mit dem Klimagipfel 2015 wurden die Ambitionen in ein umfassendes Zielsystem gefasst: Die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs). Diese Ziele sind wiederum in 164 Teilziele, u.a. für das Jahr 2030 heruntergebrochen. Mit den SDGs hat Nachhaltigkeit einen Orientierungsrahmen bekommen, da sie im Gegensatz zu den bis dato geläufigen Ansätzen (SRI, ESG etc.) vorwärtsgerichtet sind. Mit ihnen findet sich Orientierung in Richtung auf ein „Mehr“ an Nachhaltigkeit. Der Konsensus in der Finanzbranche entwickelt sich immer stärker in diese Richtung und damit endet auch die herrschende Verwirrung über das, was nachhaltig(er) ist. Interview mit Roman Limacher, Geschäftsführer,Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG, Zürich: UN-SDGs als neuer Trigger für Nachhaltige Geldanlagen.

Studierende der Fachhochschule Köln haben einen Bierdeckel gestaltet, mit dem diese Zielwelt in kompakter Form sichtbar gemacht wird.

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Mit den 17 Zielen wird deutlich, welche Probleme auf diesem Planeten zu lösen sind. Diese Lösungen erfordern Kapital, das nicht allein aus öffentlichen Quellen kommen kann. Zahlen von Roland Berger im Greentech-Atlas 4.0 2018 stellen allein für Umwelttechnologien einen enormen Finanzierungsbedarf fest: Das weltweite Marktvolumen der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz wird sich von mehr als 3.200 Milliarden Euro im Jahr 2016 bis 2025 voraussichtlich auf über 5.900 Milliarden Euro erhöhen.

Mit dem Angebot nachhaltiger Anlagemöglichkeiten für private Anleger werden folglich die finanziellen Lösungsmöglichkeiten unserer kollektiven Probleme vergrößert. Bei institutionellen Anlegern ist dies schon deutlich verbreiteter und deckt sich mit der von ihnen verfolgten oben beschriebenen Logik. Zielrichtung sind dabei die SDGs, von denen beispielsweise mit Energie- und Wasserprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern gleich mehrere adressiert werden können, neben Klimaschutz (Ziel Nr. 13) durch bezahlbare und saubere Energie (7) , Armut (1), Bildung (4) und Infrastruktur. Ein Beispiel ist die dezentrale und nicht netzgebundene erneuerbare Energieerzeugung, die gleichzeitig Mobilfunk speist, wodurch bessere Möglichkeiten der Einkommenserzielung und Bildung geschaffen werden.

Eine beachtliche Zahl von Crowdfundings

Die Zahl von Plattformen für Schwarmfinanzierungen (Crowdfundings) im deutschsprachigen Raum beträgt laut www.crowdfunding.de bei beachtlichen 148 (Stand: 6.11.20189 ! Ein erster Überblick ist eher verwirrend, auch Spendenplattformen als Crowdfundings aufgelistet. Allerdings können hier die Grenzen bereits fließend sein, z.B. bei der Finanzierung von Projekten in den Bereichen Kultur und Sport.Und auch bei den  reinen Finanzierungsplattformen ist der erste Eindruck schon verwirrend genug. Die Informationsmöglichkeiten sind zwar vielfältig, aber gerade der erste Eindruck gestaltet sich aufwändig.

Unter den neun bei www.crowdfunding.de genannten Plattformen für die Finanzierung von Energieprojekten sind auch die beiden Anbieter genannt, die nun fest mit einer Bank kooperieren.

Crowdfundings verringern Marktbarrieren

Grundsätzlich können Crowdfundings eine weitere Beitragsmöglichkeit zur Finanzierung von mehr Nachhaltigkeit sein. Anlegern können sich bereits mit kleineren Beträgen (bettervest ab € 50) Finanzierungsbeteiligungen ermöglichen. Damit öffnen sie einen Markt für Finanzanlagen z.B. in Energieprojekte, wofür traditionell deutlich höhere Einstiegsbeträge jenseits der € 5.000 notwendig waren. Dies führte bei den Anlegern zu hohen Risikokonzentrationen und entsprechenden Verlusten im Problemfall. Aus diesem Grunde hat der Gesetzgeber auch den maximalen Zeichnungsbetrag auf € 10.000 begrenzt.

Die Crowdfundings sind grundsätzlich nicht weniger risikoreich als herkömmliche Direktbeteiligungen. Dies signalisieren schon die „sportlichen“ Zinsangebote, die oft in der Bandbreite von 4,5% bis 10% liegen. Zudem erhält der Anbieter noch eine Provision von regelmäßig rund 10% (vgl. bettervest: Fragen von Investoren). Sie lassen sich aber in aller Ruhe online abschließen und die Anlage kann bei vergleichbaren Beträgen über verschiedene Anbieter, Projekte, Risikoprofile, Laufzeiten, Regionen etc. gestreut werden. Dies wird nach Beobachtungen des Autors auch genutzt. Hierauf weisen insbesondere die relativ niedrigen durchschnittlichen Zeichnungsbeträge je Zeichner hin.

Anleger sind aber immer gut beraten, kritisch zu hinterfragen. Dies ist bei den meisten Anbietern bereits online gut möglich und wird durch die gesetzlich vorgeschriebenen Dokumenten sowie die jeweiligen Informationsangebote unterstützt. Und auch bei den Finanzierungszielen sind Fragen legitim: Z.B. dann, wenn lediglich das Projektrisiko übertragen wird. Dies ist bei einigen Immobilienprojekten für soziale Einrichtungen der Fall, bei denen nur die relativ risikoreiche Zeit bis zur vereinbarten Übergabe an einen Träger finanziert wird, also nur die Erstellung, nicht der Betrieb.

bettervest

Die Idee zu bettervest entstand bereits 2012. Schwerpunkt sind kleinere Projekte im Bereich erneuerbare Energieerzeugung, Energieeffizienz und Wasserversorgung vorrangig in Entwicklungs- und Schwellenländern ausgerichtet und bisher nicht mit anderen Engagements einer Bank verbunden.

Bisher wurden 76 Projekte im Gesamtvolumen von € 10,8 Mio. platziert. Während in der Anfangszeit auch Projekte unter € 10.000 vermittelt wurden, liegen die meisten Projekte derzeit im Bereich von rund € 100.000 bis € 200.000. Die hohen Anlegerrenditen von häufig 7% und mehr signalisieren ein substanzielles Risiko, dass über die relativ hohe Anzahl von Projekten und den niedrigen Mindestbetrag von € 50 gemildert werden kann. Erfreulich ist das hohe Maß an Transparenz, mit der Projektstatistik und der detaillierten Projektübersicht. Hier werden auch die bisher ausgefallenen sechs Projekte aufgeführt – alle aus dem Bereich Energieerzeugung bzw. -effizienz und ausnahmslos in Deutschland.

GLS Crowd

Im Februar 2017 startete die GLS Crowd, die zwar den Namen und den Markenauftritt der GLS Bank nutzt, aber nicht mit ihr durch eine Kapitalbeteiligung verbunden ist. Vielmehr kooperiert die Bank mit der CrowdDeskGmbH als Plattformbetreiber und schlägt ihr Projekte zur Vermittlung vor. Die bisher platzierten 11 Projekte mit einem Finanzierungsbetrag von € 5,25 Mio. hatten ein Volumen von durchschnittlich € 475.000 und deckten ein weites Spektrum von Nachhaltigkeitsprojekten von Energieerzeugung über Energieeffizienz bis hin zur Betriebsmittelfinanzierung im Handel ab, konzentrierten sich bisher allerdings auf Deutschland. Die platzieren Nachrangdarlehen sind überwiegend komplementär zu einem eigenen Kreditengagement der Bank. Zeichnungen über die Plattform sind mit Beträgen von € 250 bis € 10.000 möglich. Für Anlagewünsche ab € 20.000 bietet die GLS Crowd zusätzlich eine Möglichkeit der Direktbeteiligung.

Nachhaltigkeit ist Trend

Auch wenn die deutsche Kreditwirtschaft einen anderen Eindruck vermittelt, Nachhaltigkeit ist ein gesellschaftliches Thema mit immensem Momentum. Andere Branchen haben dies längst klar erkannt und ihr Handeln einschließlich der Marktkommunikation hierauf ausgerichtet, so z.B. im Einzelhandel (vgl. z.B. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundfünfzig: Weltspartag). Es ist beachtlich, wie oft sich der Begriff bereits in den Werbeprospekten und im stationären Handel findet: Alltagsfotos Nachhaltigkeit

Die Pressemitteilung vom 6.9.2018* bringt es auf den Punkt: „Genauso wie “Bio-Produkte” in den letzten Jahren massentauglich geworden sind, gilt es jetzt nachhaltige Geldanlagen in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.“ Crowdfunding mit niedrigen Mindesbeträgen ist ein zusätzliches Mittel hierzu.

*Hinweis: Im Text finden sich Links mit dem Zusatz „*“. Es handelt sich hierbei um Hyperlinks, die mit Hinweisen auf ihre Herkunft in den Beiträgen gekennzeichnet sind und zu einer erfolgsabhängigen Vergütung im Falle eines hierauf zurückgehenden Vertragsabschlusses zwischen dem Nutzer und den jeweiligen Anbietern führen können. Die Nutzung der Links ist kostenfrei.

„Gesponsert“ bedeutet ausdrücklich nicht, dass eine Vergütung für die Setzung und Nutzung der Links selbst und damit bezahlte Werbung erfolgt. Vielmehr bleiben Verwendung, Häufigkeit und Platzierung der Links im völlig freien Ermessen des Autors.

Vereinbarungen über gesponserte Links hat  der Autor derzeit mit folgenden Anbietern  von Geldanlagen in Nachhaltigkeitsprojekte: bettervest (gesponserter Link) und ecoligo investments (gesponserter Link) (Crowdfunding Energie- und Wasserprojekte), ForestFinance (gesponserter Link, Direktinvestments Wald und Kakaoanbau), SDG Investments® (gesponserter Link, Vermittlungsplattform für institutionelle Investoren, unverbindliche Registrierung ggf. bitte mit dem Hinweis auf Investabel®) 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundfünfzig

Beitragsbild: Tomorrow GmbH Hamburg

Inhalt: 16.11.2018: The first Day of Tomorrow!; Apropos: Geld ausgeben und Gutes tun; Anleihemarkt: Nach Grün folgt Blau!; Satire auf den Punkt – Die Krux mit der Nachhaltigkeit; pax-investify® mit ethischem Onlineangebot…; …und auch Zeedin (Hauck & Aufhäuser);  HSBC Deutschland: Informationsseite Nachhaltigkeit; In eigener Sache: #Nachhaltige100 – Nun Nummer 91; CSR Kooperationsveranstaltung am 15.11.2018 in Bonn; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

5. November 2018

Dr. Ralf Breuer

16.11.2018: The first Day of Tomorrow!

2018-11-03 tomorrow-bank-coming-soon-banner

Beitragsbild: Tomorrow GmbH Hamburg

Ausnahmsweise mal Englisch hier: Am 16.11.2018 beendet das Projekt Tomorrow seine Beta-Testphase und will mit nachhaltigen Finanzdienstleistungsangeboten an den Markt gehen.

Hier die Ideen zum Start im Originaltext:

DEIN GELD, DEIN IMPACT. UNSER NACHHALTIGKEITS-VERSPRECHEN.
1. Sparen mit Sinn – die besten & sinnvollsten Geldanlagen rund um Zukunftsbranchen wie regenerative Energien, Elektromobilität und Bio-Landwirtschaft.

2. Die Impact Card – eine Kreditkarte, die Bäume pflanzt. Mit jeder Zahlung finanzieren wir unseren „Wald von morgen“. Die Erträge fließen in soziale & ökologische Projektarbeit.

3. Nachhaltige Verwahrung der Einlagen – bei uns fließt kein Cent in Rüstung, Kohlekraft, Gentechnik oder andere Industrien von gestern. Versprochen.

4. Starthilfe für die Firmen von morgen – auf unserer Crowdinvestment-Plattform findet man öko-soziale Projekte und kann direkt investieren.

Zum Beginn der öffentlichen Beta-Testphase im September 2018 wurde bereits kurz in der Nummer Neunundvierzig berichtet: „Das Angebot der Tomorrow Bank aus Hamburg ist derzeit in der öffentlichen Testphase mit einer geschlossenen Nutzergruppe. Auf jeden Fall schon gelungen erscheint das (lindgrüne) Design von Grafiken und Texten, vielleicht mit Ausnahme des etwas hohen Anteils englischer Worte, für die es durchaus auch andere Möglichkeiten gäbe. Dennoch ist das optisch schon mal ein sehr gelungener Start“. Daran hat sich wenig geändert.

Tomorrow berichtet von einer Warteliste mit 3.952 Interessenten. Investabel® ist natürlich neugierig, wann die Warteliste abgearbeitet sein wird und wie viele Kunden aus ihr gewonnen werden können. D’Englisch heisst das dann, wie viele „Onboardings“…

Tomorrow war ursprünglich einmal unter dem Namen „Goodfolio“ an den Start gegangen: Nummer Zwanzig.

Es ist derzeit offen, wie Tomorrow seine Versprechen in Bezug auf die zukünftige Mittelverwendung (Aktivseite) sowie nachhaltige Geldanlageangebote darstellen wird. Auch ein Blick in den öffentlich zugänglichen“Maschinenraum“ des Projekts mit den aktuellen und geplanten Aufgaben bietet da wenig Aufschluss. Die geplanten Fondsangebote werden nur vage hinsichtlich ihrer Eigenschaften beschrieben: Nachhaltige Geldanlage/Fonds. Die interne Mittelverwendung bleibt aktuell ebenfalls offen. Lediglich der Kooperationspartner für das Girokonto wurde bisher bekannt gegeben: Tomorrow nutzt die Systeme und auch die Banklizenz der solarisBank. Pressemitteilung vom 12.4.2018.

Es bleibt deshalb abzuwarten, wie die Angebote tatsächlich ausgestaltet werden. Die unter Fachkollegen sehr ansprechend aufgenommene Kampagne setzt jedenfalls auch hier hohe Ansprüche. Für die Umsetzung: Viel Erfolg!

Apropos: Geld ausgeben und Gutes tun

Interessanterweise bieten weder „die Google“ noch Wikipedia deutsche Übersetzungen für den englischen Begriff Charity (gift) Card (Wikipedia engl.). Beste spontane Variante wäre wohl Wohltätigkeitskarte, was sich zwar etwas „verstaubt“ liest. Den Älteren sind auch noch die Wohlfahrtsmarken (Wikipedia dt.) bekannt, die eben auch die Ausgaben für Porto mit wohltätigen Zwecken verbanden: Gutes tun!

Im Beitrag Green Digital Finance wurde ein beeindruckendes Beispiel beschrieben: Die Green Digital Finance Alliance (GDFA) wurde im Januar 2017 in Davos gegründet. Gründungspartner waren UN Environment und Ant Financial, eine Gründung von Alipay, dem Zahlungsdienst des chinesischen Internethändlers Alibaba. Mittlerweile sind auch UNEP FI (Finanzinitiative des UN Umweltprogramms), die Entwicklungsbank der Weltbank IFC, und die kenianische M-Kopa Solar Partner der Allianz.

Die GDFA ist ein Komplement zu Green Invest, einer 2013 von den G20 initiierten Dialogplattform, die 2017 unter deutscher Präsidentschaft steht. Kern und derzeitig einziges Projekt mit Außenwirkung ist das Projekt Ant Forest. Ant Financial ist mit 450 Mio. Nutzern und annähernd 200 Mio. Transaktionen pro Tag einer der weltweit größten Zahlungsdienste. Mit Paytm in Indien bedient die Plattform weitere 200 Mio. Nutzer. Das Projekt „Ant Forest“ startete im August 2016 mit 2 Mio. Abonnenten und konnte bereits im Januar 2017 mehr als 200 Mio. aktive Nutzer verzeichnen. Mehr dazu in einem älteren Blogartikel hier: Green Digital Finance

Eines der etabliertesten Systeme in Deutschland ist Grünkauf mit seinem Partnernetzwerk. Über die GrüncardPlus MasterCard werden Kartenzahlungen mit Bonuspunkten verbunden.

Wertewandel ist ein von ehemaligen Studenten der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft gegründetes Bonusprogramm für nachhaltiges Einkaufsverhalten. Die gesammelten Bonuspunkte können für nachhaltige Produkte und Einkaufsgutscheine der Partnerunternehmen eingelöst oder für gute Zwecke gespendet werden.

Eine ähnliche Zielrichtung hat GreenMania, das sich noch in der Marktvorbereitung befindet. GreenMania ist die App für „Spaß am guten Leben“: Sie will den positiven Beitrag ihrer Mitglieder zu Gesellschaft und Umwelt mit einem einfachen Punktesystem messen, die als „Goodies“ auf einem persönlichen Konto gutschrieben werden. Über die Partner soll „durch exklusive Rabatte auf faire Produkte“ belohnt werden. Der Anspruch: „Und wir leisten einen Beitrag zur besseren und einfacheren Orientierung beim ethisch vertretbaren Konsum.“

Bei der Karma Card handelt es sich um eine Prepaid Maestro® Karte, die von der Organisation für nachhaltigen Konsum (OfnK) konzipiert wird. Sie soll es ermöglichen, einen bestimmten Umsatzanteil an die jeweilige Organisation gespendet wird. – Die Ofnk erreicht mit ihren Projekten bei der UBS Future of Finance Challenge 2017 unter den zehn Regionalfinalisten am 30.11.2017 den dritten Rang.

Und auch Internetsuche mit positiven Wirkungen…

Mit gexsi startet in Deutschland eine weitere Suchmaschine, die aus den Werbeeinnahmen Projekte mit nachhaltigen Wirkungen im Sinnen der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (#17Ziele/#SDGs) fördern will. Ein ähnliches Versprechen gibt Ecosia mit der Weitergabe von 80% des Einnahmenüberschusses aus Werbung an Aufforstungsprojekte. Wer so transparent ist, darf auch kritisch hinterfragt werden: WAS STECKT DAHINTER? EIN GENAUERER BLICK AUF ECOSIA.

Anleihemarkt: Nach Grün folgt Blau!

Neben dem Klimaschutz (Ziel 13) ist auch das Leben unter Wasser (Ziel 14) unter den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs, Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen. Die EU-Kommission hat einen Rahmen für die Finanzierung von Projekten zum Meeresschutz vorgestellt: Sustainable Blue Economy Finance Principles. Diese Prinzipien wurden von der EU-Kommission 2017 in Zusammenarbeit mit WWF, the Prince of Wales’s International Sustainability Unit und der European Investment Bank (EIB) entwickelt. (vgl. Nummer Einunddreissig).

Der Rahmen der EU-Kommission ist auch die Grundlage für einen globalen Standard: Global Framework for Sustainable Ocean Finance . Er wurde am 29.10.2018 auf Bali lanciert.

Zeitgleich platzierten die Seychellen mit Hilfe der Weltbank die erste „blaue“ Staatsanleihe über USD 15 Mio. bei drei institutionellen Investoren. Mit der Anleihe sollen die Ausweitung von Schutzzonen, nachhaltige Fischereiprojekte und die Entwicklung der Meereswirtschaft finanziert werden. Die Weltbankgruppe garantiert die Anleihe mit USD 5 Mio., zusätzlich wird begleitend ein Kredit über USD 5 Mio. bereit gestellt, der die Zinszahlungen sicherstellen soll (Pressemitteilung de(engl.)

Satire auf den Punkt – Die Krux mit der Nachhaltigkeit

Satire voll auf den wunden Punkt der aktuellen Produktlandschaft für nachhaltige Geldanlagen, insbesondere im Fondsbereich bietet Jan Böhmermann in seinem „Spar Wars – Angriff der Fondskrieger im NEO Magazin Royale.

Es wird gegen Ende der dreizehn Minuten die bittere Realität der aktuellen Ansätze mit Ausschlüssen, Best-in-Class etc. brilliant und in der Sache völlig richtig persifliert. Ein Denkanstoß: 1. Ausschluss aller militärisch verwendeter Produkte hieße auch Teile wie Reifen etc. 2. Ausschluss aller militärischer Nutzungen beinhaltete auch die Dinge des täglichen Lebens in Armeen wie Kleidung, Lebensmittel und Medikamente…

pax-investify® mit ethischem Onlineangebot…

Die Pax-Bank e.G. in Köln hat mit dem deutsch-luxemburgischen FinTech investify einen Kooperationsvertrag für eine ethische Vermögensverwaltung als Onlineangebot geschlossen. Aus Sicht der Bank ermöglicht die Kooperation „…unsere Marke mit einer hauseigenen Allokation über den Vermögensverwalter investify umzusetzen. Zusammen mit den Lösungen der genossenschaftlichen Union Investment gelingt es uns damit, unseren Kunden bereits ab einem Anlagevolumen in Höhe von 500 Euro eine aktive digitale Vermögensverwaltung zur Verfügung zu stellen“, sagt Dr. Klaus Schraudner, Vorstandsvorsitzender der Pax-Bank.“ (Pressemitteilung vom 25.9.2018). Der Start ist noch im vierten Quartal 2018 geplant.

Mit pax-investify nimmt die Anzahl der Onlineangebote mit Nachhaltigkeitsanspruch weiter zu. Neben investify Ethisches InvestierenLIQUID Global ImpactVisualVest GreenFolio und Werthstein nachhaltige Komponenten in der Vermögensverwaltung online. N.B.: Leider wurde die ethisch-nachhaltige Komponente von VisualVest nicht auch in die der genossenschaftlichen Finanzgruppe angebotenen Version MeinInvest integriert.

…und auch Zeedin (Hauck & Aufhäuser)

Bei Zeedin sind Anlagen ab 50.000 Euro mit ETFs und Fonds in eine fondsgebundene Vermögensverwaltung möglich. Ab 150.000 Euro wird eine digitale Einzeltitel-Vermögensverwaltung angeboten.. Ab 300.000 Euro lässt sich die Vermögensverwaltung mit Einzeltiteln (Aktien oder Anleihen) auch auf eine ethisch-nachhaltige Basis stellen. Weshalb hier eine höhere Mindestsumme gilt, bleibt unklar: Zeedin.

Interessant in diesem Zusammenhang auch das Interview mit Roman Limacher, Geschäftsführer in der Schweiz vom 2.11.2018: UN-SDGs als neuer Trigger für Nachhaltige Geldanlagen. Die Ausführungen bestätigen den Paradigmenwechsel bei Nachhaltigkeit: Weg von rückblickenden ESG-Kriterien, hin zu den vorausschauenden nachhaltigen 17 Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, den SDGs (Sustainable Development Goals).

Hier noch einmal der Hinweis auf ein Informationsangebot aus der Nummer Fünfzig vom 26.9.2018:

HSBC Deutschland: Informationsseite Nachhaltigkeit

Pünktlich zum Sustainable Finance Gipfel und dritten Jahrestag der globalen nachhaltigen Entwicklungsziele am 25.9.2018 hat HSBC Deutschland eine Informationsseite zu nachhaltiger Finanzierung als „Advertorial“ bei der „Süddeutschen Zeitung“ platziert. Neben einem Glossar zum Thema Nachhaltigkeit bietet die Seite sehr informative Texte zu den Themen „Nachhaltige Finanzierung“, „Nachhaltige Investments“ und „Regulatorik“. Hier geht es zum sehr informativen „Advertorial“.

In eigener Sache

#Nachhaltige100 – Nun Nummer 91

In der Übersicht der nachhaltige100 der Triodos Bank Deutschland ist Investabel® gegenüber dem Vormonat September 2018 von Rang 97 auf 91 geklettert. Die meisten Bewegungen langen dagegen im Bereich von ein bis zwei Rängen, zudem wurden keine Änderungen vorgenommen. Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht #nachhaltige100 der Triodos Bank auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. In der Übersicht für September 2018 in den sozialen Medien wurde der Blog nun wieder unter den ersten 100 auf Platz 97 platziert.

Die Akteure der Übersicht sind zu einem Treffen auf dem Heldenmarkt am 17.11.2018 in Berlin eingeladen. Spannend, einmal viele der anderen Blogger persönlich kennen zu lernen!

CSR Kooperationsveranstaltung am 15.11.2018 in Bonn

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg und das CSR Kompetenzzentrum Rheinland organisieren eine Veranstaltung zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften: „Wir haben den Dreh raus! Fachkräfte gewinnen und binden mit Lebensfinanzplanung“. Niemand würde protestieren, „nachhaltig solide Finanzen“ als Ziel einer solchen Finanzplanung zu nennen. In der Moderation soll aber ganz deutlich werden, das wir und mit dem Begriff Nachhaltigkeit schwer tun: Dauerhaft ist nicht auch nachhaltig!

Die zweistündige Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Anmeldung über IHK Bonn/Rhein-Sieg

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

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