Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Drei

29. August 2017

Inhalt: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Versicherer investiert 25% der Prämien in Nachhaltigkeit

Die australische QBE Insurance Group investiert 25% der Nettoprämien aus KfZ- und Gebäudeversicherungen in Australien in Nachhaltigkeitsprojekte. Voraussetzung ist eine Policy im Programm „Premiums4Good„, dass in den Bereichen Kraftfahrzeug sowie private und gewerbliche Wohnimmobilien einschließlich Hausrat ohne Mehrkosten abgeschlossen werden kann.

Die Gruppe investiert 25% der laufenden Prämieneinnahmen in Australien (Gesamtvolumen 2016 inkl. Neuseeland USD 3,4 Mrd. – zum Vergleich: Sachversicherungen der Allianz im deutschsprachigen Raum: € 10 Mrd.). Investiert wird mit dem Ziel positiver sozialer oder umweltbezogener Nutzen, z.B. Social Bonds, Green Bonds, soziale Infrastruktur.

Ein Firmenvertreter in einem Interview: “It was not a case of, can we afford to do this? It was: can we afford not to do it, because this is exactly where business as a whole is going and we want to be a part of it,” says QBE’s Grant Clemence. – Grant Clemence ist Direktor der Retailsparte in Großbritannien.

Quirin Privat Bank/Quirion

Am 25. August 2017 berichtete die Honorarberatungsbank Quirin Privat Bank über das erste Halbjahr 2017. Die 2006 gestartete Bank verwaltet mittlerweile rund € 3,1 Mrd. für 10.000 Kunden. Sie hat 200 Mitarbeiter an 14 Standorten in Deutschland.

In der Vermögensverwaltung liegen mehr als € 2 Mrd. Qurin verfolgt ein originelles Konzept mit den Komponenten „Markt“ (Gesamtanteil über alle Vermögen 30% als Basisanlage) „Wissen“ (30% als thematische Komponenten) und „Meinung“ (7,5% persönliche Einschätzungen/Präferenzen).

Im Onlineangebot (Quirion) werden aktuell 1.500 Kunden mit insgesamt € 75 Mio. betreut. Die Bank erwartet bis zum Jahresende einen Anstieg auf mehr als € 100 Mio., was einen Anstieg von rund € 40 Mio. für das Gesamtjahr beinhaltet. Leider wurde das Onlineangebot nicht wie die klassische Vermögensverwaltung gestaltet, die im Baustein „Wissen“ u.a. die Möglichkeit von Anlagen in Mikrokredite und versicherungsbezogenen Instrumenten wie Katastrophenbonds (CatBonds) bietet.

RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Die Stellungnahmen der deutschen Kreditwirtschaft sind geprägt von Mahnungen zum Thema Regulierung. Erstens „nicht noch mehr“, zweitens „bitte größengerecht“, schließlich macht das sogar die US-Regulierung so. Daneben steht regelmäßig „Digitalisierung“ und natürlich Kostensenkung. Dass aber alle drei Themen eng zusammenhängen, ist offenbar noch nicht wirklich erkannt. Dies erklärt auch die vergleichsweise geringe Zahl von technologiebasierten Dienstleistern für Regulierung, kurz „RegTech“ in Deutschland. Let’s Talk Payments hat die Landschaft in Europa einmal sehr übersichtlich zusammengestellt:

2017-08-29 RegTech Landschaft

In dem Artikel RegTech Companies in Europe Driving Down Compliance Costs to Enable Innovation von Dhruv Khurkjekar wird deutlich, dass Regulierung tatsächlich ein Thema ist, bei dem sich Ängste und Aufwendung dank der technologischen Entwicklung eher ab- als aufbauen lassen. Und ganz nebenbei werden Stumpfsinn und (menschliche) Risiken in der Tagesarbeit in den Bereichen Regulierung, Compliance usw. reduziert.

Inhalte Nummer Eins und Zwei

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen; Inhalte Nummer Eins

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zwei

25. August 2017

Inhalt:

Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen; Inhalte Nummer Eins

 

Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum

Für das erste Halbjahr berichtete die deutsche Niederlassung der Triodos Bank wieder deutliches Wachstum bei Kunden (+17%), Krediten (+16%) und Einlagen (21%) gegenüber dem Jahresende 2016. Auch bei den vermittelten Triodos Fonds wurde ein Anstieg um 29% auf € 16 Mio. in den ersten sechs Monaten berichtet.

Die Muttergesellschaft Triodos Bank N.V. berichtete ein Wachstum der Bilanzsumme von 5% auf nunmehr rund € 9,5 Mrd. Die Gruppe betreut rund € 14 Mrd., davon € 3,3 Mrd. in Investmentfonds. Die deutsche Niederlassung dürfte zu Halbjahr eine Bilanzsumme von € 350 Mio. erreicht haben. Für den 31.12.2016 wurden € 308,2 Mio. ausgewiesen.

 

Rekordquartal für Grüne Anleihen (Green Bonds)

Mit nahezu USD 30 Mrd. wurde im zweiten Quartal 2017 ein Rekordvolumen für Green Bonds erreicht. Das Gesamtvolumen stieg in den ersten sechs Monaten 2017 um 17,5% auf USD 55,8 Mrd. Für das Gesamtjahr liegen die Markterwartungen bei USD 130 Mrd. gegenüber USD 81 Mrd. im Vorjahr.

Größte Emittenten im Markt waren Frankreich (USD 7,6 Mrd.), die Europäische Investitionsbank (USD 2,8 Mrd.) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (USD 2,5 Mrd.). Quelle: Green bonds mid-year summary 2017.

2017-08-22 Green Bonds H1 2017

 

Resilience Bonds – schon mal gehört?

Katastzophenbonds sind vergleichsweise bekannt. Gegen eine überdurchschnittliche Verzinsung beteiligen sie Finanzmarktakteure an Großrisiken (z.B. Stürme, Über-flutungen) der Rückversicherungsbranche.

„Resilience Bonds“ weniger. Dabei handelt es sich um die Finanzierung von Projekten zur Katastrophenvorsorge, z.B. Erbeben- und Überschwemmungsschutz. In den USA mit den großen Sturm- und Überschwemmungsrisiken wird dieses Instrument zunehmend mehr genutzt wie ein Beitrag bei Bloomberg feststellt.

Nachhaltigkeitskriterien für US-Aktionäre immer wichtiger, Bezug zur Vergütung gefordert

Nach einer Auswertung von Semler Brossy hat die Zahl der Aktionärsvorschläge mit Nachhaltigkeitsbezug im Jahr 2017 deutlich zugenommen und bereits zur Jahresmitte die Gesamtzahl 2016 überschritten. Dabei wurde im Durchschnitt eine Zustimmung von 29% erreicht. Dabei wird u.a. auch ein direkter Bezug von Managerbezügen und Nachhaltigkeitskriterien gefordert: It’s Time to Tie Executive Compensation to Sustainability.

Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Das World Economic Forum hat einen umfassenden Bericht zur zukünftigen Entwicklung bei Finanzdienstleistungen veröffentlicht. Er deckt die gesamte Thematik im Banken- und Versicherungssektor ab. Insgesamt 150 Experten haben seit 2015 an dem Bericht mitgearbeitet. Insofern handelt es fast schon um eine Art „Kompendium“Beyond Fintech: A Pragmatic Assessment Of Disruptive Potential In Financial Services.

2017-08-22 Tech Disruption

Rückblick auf die Nummer Eins

Nummer Eins mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

Sustainability in Finance means Responsibility and Awareness for Impact

German use „sustainable“ instead of „responsible“ for a wide range  of investments thus causing some irritation. Another puzzling issue is the choice of equity funds. More transparency on (backlooking) ESG ratings and climate footprints may provide some guidance, but do not provide a clear filter for investments looking forward. Some examples that suggest some sort of standardization.

Dr. Ralf Breuer

2017-08-24 impact-investment

Sustainable starts with responsible…

Being aware of negative impact is where responsibility begins. Thus, contrarian exclusions became more and mor mainstream. In the meantime, quality of ESG is recognized by a majority, but impact grows strongest. No wonder to see very good momentum in instruments linked to „climate“ and „green“. And more creative ideas like resilience bonds make it to the market.

…to philantrophy

With interest rates close to zero donation becomes a serious options. Thus, deposits were created where the tiny interest is directly paid to a social initiative and investors deduct the amount from their tax bill.

Hard to select Equity Funds

Funds targeting low CO2 or climate appear to be an attractive option. However, investors might end up with a product where the constituents are 35% financials (example on request).

Recently, yourSRI.com went live and provides transparency on climate footprints and ESG ratings. Here an example for two funds offered by Triodos Bank in Germany.

Name CO2e / Mio. € ESG Score ESG Rating
Triodos Sustainable Equity Fund R Cap 34.9 6.5 A
Triodos Sustainable Pioneer Fund R Cap 141.9 5.9 A

Source: yourSRI.com Search for Triodos on Aug. 23rd, 2017

The first fund is a fund on „traditionel“ companies with outstanding ESG scores.

(https://www.triodos.de/de/privatkunden/investments/investmentfonds/sustainable-equity-fund1/ueber-diesen-fonds/)

„Sustainable Pioneer Fund“ invests globally into „leadership“ in future-oriented technology, mainly small and mid-cap.

 

Interesting to see the scores, but what makes the difference? In fact it is the different time horizon. While footprint and scores track the past to present, „pioneers“ track the future – as sustainability does. Thus, only way out is some sort of standardization as strongly suggested by HLEG, the High Level Expert Group mandated by the EU commission. For details see the Interim Report. Green Bonds and Climate Bonds already passed that road for a good stretch, other instruments should follow.

 

Robo-Advice in Germany

August 17th, 2017, updated Aug. 25th, updated and supplemented Nov. 22nd, 29th, Dec. 14th.

Frankly, robo-advice is not a „true innovation“ as some tend to put it. Is is a new channel for services that had been reserved to higher net worth individuals given scarce and expensive advisory ressources. Thus, it is another example of „democratization“ reducing or even removing barriers to entry on either side. Easier access for a broader range of clients and a broader range of providers requiring less limited capacities. On the back of this we should rather think of Volkswagen’s Beetle bringing cars to the mass market. True „beetlization“ might therefore be a good fit and holds well when digging into the different offers. With some € 1bn assets under administration the German market still appears in it’s childhood, but already crowded by numerous offers even before the bigger banking groups seriously started market penetration. Thus, there might come much consolidation alongside substantial growth.

Dr. Ralf Breuer

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Source: http://www.techfluence.eu

Since the beginning of August the number thus increased by another 10. With low barriers to entry Robo-Advice can leverage the existing capacities in asset management. As the bigger banks and banking groups aare still in a very early stage a further increase can be expected

Different approaches in the market

TECHFLUENCE listed 41 market offers including stealth mode. Assets under administration are estimated at some € 1.3 bn, up from € 850m at the beginning of August, still a tiny share of the German financial market. As only few providers publish there figures and as the offers are somewhere inbetween providing tips and regulated asset management „assets und administration (AuA)“ appears more appropriate then „assets under management (AuM)“.

 

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Only two providers have already passed the mark of € 100m AuA. In particular the big players among German financial services groups are still in a very early stage. Bevestor from the savings banks just started July 2017 and wants to gain momentum in Q1 2018. MeinInvest from the cooperative banks was just rolled out in a few banks. Commerzbank´s online arm Comdirect rolled out „cominvest“ in May and acquired € 100m in the first two months and another € 50m in Q3. For the time being Deutsche Bank only acts as a white label provider and recently launched a different concept branded ROBIN. Just to compare: In the U.S. Betterment recently passed the USD 10bn AuM.

2017-07-22 betterment aum

www.statista.com estimated the market in U.S. at USD 500bn for 2017 and expects a growth to USD 2,2trn until 2020. Again rather AuA than AuM as this figure includes a wide range of automated and hybrid offers.

How things develop with bigger groups entering the German stage can be deducted from ING-DiBa, the third biggest retail bank in terms of it’s 8m client base: As of Sept. 15th the bank launched a cooperation with the German arm of Scalable Capital. Within the first ten weeks some 7k clients moved € 150m to online investments. Thus Scalable’s AuM were boosted beyond € 500m, no. clients grew to 15k. Alongside, the company disclosed some interesting demografic details: Clients are around 50 years hold and 90% hold an academic degree.

Much diversity in the market

„Robo Advice“ is rather a genus than a species as the offer range from unregulated tipping to asset mangement licensed by the German banking supervisory authorities.

A lack of transparency on the provider’s causes potential risks for investors as unregulated offers might suggest features that only regulated asset managers could provide such as hedging strategies. Unlicensed provides can only inform clients, not trade on their behalf. This might lead to some annoyances, in particular when markets become tougher. A good insight (in German) is provided here: Robo Advisor – Test und Vergleich 2017.

Looking into a set providers reveals a widespread weakness. Expectations and market projections are not an issue. Instead of projections, only a historical performance is provided. But nobody should expect to see the last 15 years being repeated with stock markets more than doubling and bonds at historically low interest rates. Thus, time horizon is very relevant to achievable yields and should not be set aside. In addition, approaches to risk management are ranging very widely.

Investment approaches not that creative

Surprisingly, only few providers offer thematic investment. Opposite: The broader offer „MeinInvest“ recently launched by the cooperative banks comes along without the „green“ investments offered under the „VisualVest“label. Currently only investify highlights thematic investment. This is even more surprising that the German market is underdeveloped with regard to responsible investments for the retail market. And it would be quite simple to get started by using sustainable ETFs as Betterment in the U.S. recently introduced.

A lot of Consolidation to be expected

As the bigger retail groups are in an early stage and the total market is below € 1bn AuA a lot of consolidation will come alongside market growth. In addition, compared to a total of 71 providers in Europe Germany is already a crowded market with numerous small players. And the there are some flawed offers, which may hardly survive, esp. when the big players become serious. Cominvest just provided an example how the market entry of a better known bank might work out.

Robo Advice has low barriers to entry as the technical base costs some € 100k to € 200k with regulatory expenses on top as a B2B provider put it (In German: Oliver Leipold: Massive Konsolidierung im gesamten Markt für Anlageberatung, in: DAS INVESTMENT, 8.8.2017). Thus, not difficult to guess that the picture of the German Robo Advise market very soon might be a completely different one.

This view is supported by the most recent announcement of launching „Zukunftsfonds“ (future fund) by a former editor in chief of German yellowpress „Bild“. Partnered by Leonhard „Lenny“ Fischer, a former bank manager and with the ambition of no less than € 20bn he intends to set up a balanced product supported by educational content online. While the educational approach appears to be sensible given the low knowledge base of retail clients the targeted size appears to be overstated given the volumes managed by funds, only hardly passing € 10bn AuM.

At the end of November 2017 Deutsche Bank launched the Robo Advisor ROBIN which appears to be quite different from MONVISO the solution provided by Deutsche Asset Management and sold as a white label via Baloise Group. Two self-exercises led to strange results with extremely high liquidity despite a 10y time-horizon suggesting markets to crash soon. Anyway, as the market entry was extremely quiet this is suggesting more noise to come.

With low barriers to entry further market entrance appears likely such as ABN Amro recently launched Prospery mainly leveraging existing capacities of  ABN AMRO Investment Solutions. Without fixing an amount, but based on high basic fees it mainly targets clients with investable assets of more than  € 100.000.

Digital Green Finance

August 10th, 2017

Comes along like a fantasy: 200m inscriptions within six months penetrating a customer base of 450m in China alone. Impressive, instructive, entertaining and sustainably impacting at the same time. Calling for all options state-of-art IT offers for a FinTech today.

Dr. Ralf Breuer

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The Green Digital Finance Alliance

The Green Digital Finance Alliance (GDFA) was founded in January 2017 in Davos, Switzerland. Founding Partners were UN Environment and Ant Financial, founded by Alipay, the payment service of China’s giant online trader Alibaba. In the meantime UNEP FI (Financial initiative of UN Environment), Worldbank’s IFCM-Kopa Solar from Kenia joined.

GDFA complements Green Invest, initiated 2013 by G20 as a platform for dialogue (2017 presidented by Germany). Core and currenly only project is Ant Forest.

Ant Forest – Mass Mobilization for Climate Action

Ant Financial has 450m users and processes some 200m transactions per day, thus in the global league of payment service providers. It’s Indian arm Paytm accounts for another 200m users. „Ant Forest“ started with some 2m inscriptions in August 2016 passing  200m active accounts in January 2017.

Registered used get an additional CO2-account for CO2 relevant daily (payment) activities, e.g. using public transport or walking instead of taking a car. Estimates for carbon savings were developed with the carbon exchange (China Beijing Environment Exchange, CBEEX). Symbol for credit gained in terms of carbon missions saved is a virtual tree.

When the virtual tree becomes adult Ant Forest is providing carbon offset rewards through a physical tree planting programme in Inner Mongolia in order to stop desertification. Until January 2017 already 1m trees had been planted.

Quick success, no lasting impact ?

In harsh contrast to other rapidly spreading trends s.a. Tamagotchis, Skoubidou, Pokemon Go) can Ant Forest leave a positive impact even if interest declines or diminishes as a trees remain hopefully in place. Unfortunately no further information on the development in 2017 has been disclosed yet.

With 200m in January 2017 inscriptions Ant Forest already penetrated 40% of Ant Financial user base equalling some 20% of China´s adult population. As 60% of the inscribers are 28 years or younger there is some likelihood that the campaign might sustain. As younger people seem to be more open for impact towards environment and poverty Ant Forest responds to a strong global demographic trend.

The full Box of Tools for a FinTech used

Ant Forest exploits the full range of today´s state-of-the-art in information technology social media and gamefication included. And it responds to a strong trend in financial behaviour just stated in a new study from study from Morgan Stanley.

Lessons learned

Of course, Asian financial markets run at a different steam as societies do. Nevertheless, Ant Forest provides a good example of a FinTech exploiting a full-fledge arsenal of modern IT and trying aim at superior goals for a sustainable development going forward. Not the worst approach how to check for success.

Let´s get rid of all the Cards in our Wallets

August 8th, 2017

For me it started at the end of June when  Triodos´German arm rolled out a credit card based on the biodegradable plastic PLA (based on corn starch). So I wrote a short note at the end of July. After I learned that this way we end up with chips and magnet stripes without plastics I became keen on learning more about payments and it’s future. And indeed, we might well end up with lot less plastics as well as no waste on chips and magnet stripes.

Dr. Ralf Breuer

The physical dimenson of cards

Triodos‘ advertised with some 130m bank and credit cards circulating in Germany covering a stretch of 11,000km (6,835 miles) from the North Cape to Capetown. Visa alone has more than 3bn cards in issue, 690m new ones in BY2016. Setting aside the share of virtual cards all cards circulation would cover about 5 squaremiles. All that at a growth rate close to 30% p.a. – Fortunately not to be extrapolated given the strong growth and increasing penetration in developing and emerging countries.

Growth is in QR land

Since the mid of July 2017 a global standard for using QR in payments was established. QR is the major technology in China and much more adequate for developing and emerging countries as it requires far less infrastructure. Thus logical to see Visa rolling out QR-based mVisa into 10 countries of the developing/emerging world (India, Kenya, Rwanda, Egypt, Ghana, Indonesia, Kazakhstan, Nigeria, Pakistan and Vietnam). Logical for Visa to list virtual cards and cheaper/faster POS as major means for expansion on it’s investor day 2017.

Are we stuck with plastic cards?

Appears that the mature markets are experiencing some sort of frogleaping as the developing world is building on far newer technology. But as we would still like to welcome Chinese purchasing power we have to adopt at least at the most relevant point-of-sale. As solutions like mVisa can be based on smartphones and tablets this appears far easier at the second glance. Thus clear no?

Legacy infrastructure can slow, not block

To a certain extent we might be stuck with our existing infrastructure, but technology increases pace with other parts of the world frogleaping. Pressure to catch up might strongly increase.

In the meantime we might chase different ideas such as reducing the number of cards in our wallets. There already had been some hardware solutions brought to the market trying to bring several cards on a single tool, without visable success. This may be different with the latest one: Curve claims to save cards by integrating all Mastercards in one card. Thus, it may be convenient for those holding several Mastercards. This not solves the underlying problem, but it points into the right direction.

If we could switch to electronic/virtual issuance only adding the cards to one tool we would already end up with far fewer physical cards without being obliged to immediately dispose all our cardreaders, ATMs etc.

Anyway, reducing the number of cards implies stopping over, not arriving. With the strong growth ahead cutting back all kind of cards and esp. those bearing chips and magnet stripes would imply a substantial contribution to the world’s sustainable development goals (SDGs) as well. #Fintech are usually not seen in that context.

See You at to the Bitcoin ATM …?

Dr. Ralf Breuer

August 3rd, 2017

…and pay in for my investment token. Indeed, it’s not April 1st. It’s reality with a lot of money on the table and much potential for the financial secter. The question for sustainability is obsolete some 10 years after the first bitcoins with some USD 38bn alone, but more interesting is the underlying blockchain that allows for substantial changes in the industry.

Bitcoins in the real World

It is real, the global bitcoin dispenser network with some 1,400 machines. Basically to pay in only, or upgraded dispensing as well. These are for example produced by Lamassu produces in Portugal. In Japan Bitcoins since 1/4/2017 are cash-equivalent, in Austrian Post started sale as of 10/7/2017. WireX has built infunctionalities for bitcoins. More to mention…

And far beyond another Mean of Payment

Investment token are a new invention. According to cnbc.com Initial Coin Offerings (ICOs) have already raised more than $ 1bn ytd. John Mack, former CEO of Morgan Stanley is said to prepare an offering of some $ 950m. (https://cointelegraph.com/news/former-morgan-stanley-ceo-eyes-cryptocurrency-investment-vehicle).

coinmarketcap.com lists more than 1,000 coins, eight surpassing $  1bn, Bitcoin and Etherium included. Total marketcap about $ 87bn.

Investments in digital assets only is another move. Alex Tapscott, co-author of „The Blockchain Revolution“ recently raised $ 20m for the NextBlock Global funds. Blackmoon Financial Group offers via Blackmoon Crypto offers verified asset manager the service to create and manage tokenized funds in a legally compliant manner. Thus we already arrived far beyond „another“ currency substituting cash and fiat money.

The use of Blockchains for Financials

The outstanding feature of data generated by a blockchain is the fact that it cannot be falsified. It could be stolen, but from today’s point of view it nobody can manipulate a file. This provides huge opportunities to shorten, accelerate and secure processes. In fact, the range of options for banks what is possible is not essentially widened beyond Bitcoin & Co., but the options how to do things essentially changes as peer-to-peer transactions can be easily secured, data does no need additional testification and so on. In insurance it appears slightly different, but basically changes will primarily affect „how“ are organized.

Finally an application, that might help us in coming closer to the sustainable development goals (SDGs): Monetha based on Ethereum could strongly support Worldbank’s Financial Inclusion Global Initiative.

 

Card bio, everything fine? – unfortunately not…

Dr. Ralf Breuer

July 31st, 2017, updated August 7th

At the end of June Triodos´German arm rolled out a credit card based on the biodegradable plastic PLA which is based on corn starch. Some 130m bank and credit cards issued in Germany alone would cover a stretch of 11,000 km from the North Cape to Capetown. Thus, at the first glance an impressive idea and contribution to sustainability. At the second glance a great call for action!

Chip and/or magnet stripe remain

What migth appear as a solution hints at a bigger problem with the cards we all own as they almost all carry chips and/or magnetstripes. Thinking about it abolishing chips and magnet stripes would be an ultimate solution to save precious ressources. Thus substituting our card arsenals by something less sophisticated would save us a lot in terms of ressources and might considerably shrink our personal climate footprints.

Huge footprint

Visa alone has more than 3bn cards in circulation, 690m newly issued in one year. Thus we should see every reason to switch to a different technology. Some attempts were already to the market trying to integrated different card services into one mean, basically taking cards held out of the wallet. But cards still exist. Better to look at it from the other angle: If we can avoid carrying the card, we can avoid the card and save all the ressources. Today´s technology would allow to do so via electronically issued virtual cards and QR Codes read from a smartphone. Simple to think and already feasible. But we feel stuck?

Legacy infrastucture

Legacy lets us stuck in an unfavorable situation. In China, QR code is popular and has become dominant in the digital payment sector. It is the preferred method of both merchants and consumers, online and offline. QR payments usually require smartphones, but the code could be carried on a less solid card as well. Without extra chip or magnet stripe. EMVCo recently facilitated a global standards for the use of QR codes in payments.

Energy consumption puts cybercurrencies in a new perspective

Cash has a relatively largeh climate footprint: Banknotes are based on cotton (waste) or plastics. Material and notes have to be transported, handled and disposed. But the blockchain technology comes at a high price as well. It consumes a lot of electricity as the algorithm is running permanently with paralell processes. Does not really the escape and environmentally doubtful.

Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft heisst (Aus-)Wirkungsbewußtsein

English version – Abstract: German uses „sustainable“ instead of „responsible“ for a wide ranging of investments thus causing some irritation. Puzzling as well is the choice of equity funds. Backlooking ESG ratings and climate footprints may provide some guidance, but do not provide a clear guideline for investments looking forward.

Nachhaltige Investments haben eine große Bandbreite: Sie beginnt mit dem Ausschluß bestimmter Investitions- und Finanzierungzwecke bis hin zur unmittelbaren Erzielung von positiven Wirkungen. Insofern ist die Begriffsbildung im Deutschen etwas unklar und Investoren können sehr abweichende Einschätzungen haben, ob ein Angebot tatsächlich aus individueller Sicht die Bezeichung „nachhaltig“ wirklich verdient. Besonders problematisch ist die Orientierung bei Aktienfonds. Hierzu einige Beispiele, die ein gewisses Maß an Standardisierung nahelegen.

Dr. Ralf Breuer

2017-08-23 Einordnung-des-Begriffs-Wirkungsorientiertes-Investieren_20160108

Nachhaltig fängt bei verantwortlich an…

Als „nachhaltig“ oder „ethisch-nachhaltig“ wird eine große Bandbreite von Anlagealternativen bezeichnet. Sie beginnt mit dem Ausschluss bestimmter Investitions- oder Finanzierungszwecke. Die Ausgrenzung von Emittenten mit Produktion von Personenlandminen und/oder Streumunition erfolgt fast schon durchgängig. Insofern kann „nachhaltig“ nur relativ schwache Kriterien wiedergeben. Einen guten Überblick über die verschiedenen Varianten „nachhaltiger“ Geldanlagen bietet der Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2017 vom Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG).

Das Wort „nachhaltig“ sollte treffender als „verantwortungsbewusst“ interpretiert werden. Mit „responsible“ haben die anglo- und frankophonen Sprachgebiete damit eine wesentlich bessere Wahl getroffen. Der Begriff „ethisch“ deutet an: Außer den klassischen Kriterien Rendite und Risiko gehen aus Werte bzw. Werturteile in die Anlageentscheidung ein. Insofern: Besser Werte haben als nicht und vielleicht  lieber Schlimmeres verhindern. Aber damit ist noch nicht unbedingt schon Gutes getan.

…und hört beim Spenden auf

Hat Spenden noch etwas mit „Geldanlage“ zu tun? Im Prinzip ja. Und auch gibt es Bezüge zur Anlage, wenn beispielsweise gemeinnützige Träger wiederum für mehr Verantwortungsbewusstsein bei Krediten und Einlagen beitragen. Oder sogar einen Markt erst öffnen. Hierfür gibt es (auf Anfrage gerne) Beispiele.

Aber wie geht „wirkungsorientiert“?

„Nachhaltigkeit“ ist vor allem ein Prozess in die richtige Richtung, nicht mehr zu verbrauchen als da ist und nachwächst. Leider konnten die Römer sehr dauerhaft bauen, haben aber mit dem Holzverbrauch die Landschaft im Mittelmeerraum auch dauerhaft geschädigt.

Bei „wirkungsorientiert“ muss zusätzlich unterschieden werden zwischen der Verhaltensförderung in eine bestimmte Richtung (z.B. geringerer Ressourcenverbrauch, weniger Armut etc.) und unmittelbarer Wirkung, z.B. Ersatz von Technologien. Hierdurch wird die Orientierung etwas leichter. Eine gute Formulierung findet dabei die Triodos Bank in ihrem Selbstverständnis: „Wir vergeben ausschließlich Kredite an nachhaltige Unternehmungen, die aktiv einen Mehrwert für Mensch, Umwelt oder Kultur schaffen. So finanzieren wir seit 1980 gezielt Schulen, Pflegeheime, ökologische Landwirtschaft, Erneuerbare Energien und viele andere sinnvolle Projekte.“

Aktienfonds mit großen Orientierungsproblemen

Die größten Orientierungsprobleme bestehen im Fondsmarkt bei der Auswahl von Aktienfonds. Das Etikett „nachhaltig“ sagt hier praktisch nichts über die Produktinhalte und es kann leider auch zu Enttäuschungen führen, wenn falsche Rückschlüsse gezogen werden. So heisst „nachhaltig“ nicht automatisch auch „umweltfreundlich“ wie die Verbraucherzentrale Bremen bereits 2014 mit dem Klima-Fußabdruck von Investmentfonds  festgestellt hat. Vielmehr können rein konventionell zusammengestellte Fonds u. U. sogar bessere Klimawerte aufweisen als solche mit „Nachhaltigkeit“ im Etikett.

Auch Nachhaltigkeitsratings bieten leider keine sichere Orientierung, auch nicht in Kombination mit CO2-Werten wie hier an anderer Stelle gezeigt: Investmentfonds der Zukunft – transparent und glaubwürdig! Der Grund hierfür liegt vor allem in der zugrundeliegenden Rückschau. Sowohl CO2-Verbrauch als auch Ratings beziehen sich eben nicht auf die Zukunft. Aber da wird ja ein „Mehr“ an Nachhaltigkeit angestrebt.

Die Krux mit dem CO2

CO2-Fonds (Steyler Ethik Bank) oder Klimafonds (GLS Bank) mag auf den ersten Blick ein guter und attraktiver Ansatz sein, ist aber auf den zweiten Blick ein sehr schwieriges Thema. Es kommt immer noch auf die genaue Umsetzung an.

So kann eine Ausrichtung von Investmententscheidungen am historischen CO2-Aufkommen ebenso in die Irre führen wie die Ökoratings, wenn das hierauf aufbauende Produkt einer großen Anbieters (auf Anfrage gerne) im Ergebnis aus 30 Werten aus dem EuroStoxx50 mit 35% Bank- und Versicherungswerten besteht. Das gibt auf Dauer auch kein gutes Gefühl. Nachstehend einige weitere Beispiele aus dem o.g. Blogbeitrag mit Fonds, bei denen ein gutes kombiniertes Rating zu einer erstaunlichen Bandbreite von CO2-Werten führt.

Deutsche Aktien

Fondsname (ISIN)

Rating Umwelt, Soziales, Unternehmens-führung

Klimaintensität Investment

CO2 t/€ Mio.

Klimaintensität Produktion

CO2 t/Umsatz € Mio.

db x-trackers DAX UCITS ETF (DR)
(LU0274211480)

AA

475,2

391,5

Deutsche Invest I German Equities LC
(LU0740822621)

AA

143,0

144,2

DWS Deutschland LC
(DE0008490962)

A

118,5

139,3

UniDeutschland
(DE0009750117)

n.a.

n.a.

n.a.

UniFonds
(DE0008491002)

A

332,6

282,5

Quelle: https://climetrics-rating.org bzw. https://yoursri.com/funds/

Die Angaben für den UniDeutschland waren zum Zeitpunkt der Abfrage nicht verfügbar. Stand 11.7.2017 13:34h

Noch ein weiteres Beispiel auf der Basis des kürzlich live gegangenen Informationsportals yourSRI.Com. Triodos Bank bietet zwei nachhaltige Fonds mit unterschiedlichen Anlagekonzepten an.

Name CO2e / Mio. € ESG Wert ESG Rating
Triodos Sustainable Equity Fund R Cap 34,9 6,5 A
Triodos Sustainable Pioneer Fund R Cap 141,9 5,9 A

Quelle: yourSRI.com Stand: 23.8.2017

Bei dem ersten Fonds handelt es sich um einen Aktienfonds mit „klassischen“ europäischen Unternehmen. „Der Fonds investiert ausschließlich in Aktien , die von börsennotierten, finanzstarken Unternehmen emittiert werden, die eine überlegene soziale und ökologische Performance erzielen.

(https://www.triodos.de/de/privatkunden/investments/investmentfonds/sustainable-equity-fund1/ueber-diesen-fonds/)

Der „Sustainable Pioneer Fund“ investiert dagegen weltweit in kleinere Technologieführer mit geschäftlichen Fokus auf einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit in der Zukunft. Also in „…globale Aktien, die von börsennotierten Unternehmen ausgegeben werden, die in folgenden Bereichen als Pioniere gelten: Klimaschutz (nachhaltige Energie), Gesunde Menschen (Medizintechnologie), Sauberer Planet (Umwelttechnologie und Wasser), Corporate Social Responsibility (CSR)“.

https://www.triodos.de/de/privatkunden/investments/investmentfonds/sustainable-pioneer-fund1/ueber-diesen-fonds/

Dem Anleger stellt sich damit die Frage, ob lieber in aktuell gute Einschätzungen oder lieber in zukünftige Verbesserungen investiert werden soll. Die Werte in der Tabelle sind hierbei bestenfalls hilfreich, aber nicht allein zielführend.

Standardisierung als Ausweg?

„Nachhaltig“ ist ähnlich vielfältig wie „bio“. Insofern bleibt die Erkenntnis der hochrangigen EU-Expertenkommission: Mehr Nachhaltigkeit in der europäischen Finanzwirtschaft erfordert Standards (Zu den Empfehlungen: Nachhaltigkeit auf dem Weg in Rechnungslegung und Regulierung?). Bei „Green Bonds“ „Climate Bonds“ sind die schon gesetzt und teilweise regionalen Erfordernissen angepasst. Da sagt das Etikett viel über den Inhalt, bei Aktienfonds leider nicht.

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Eins

„Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ ist als Titel sicher sperriger als „grüne Finanzen“, „Green Finance News“ oder was auch immer, trifft es aber besser: Nachrichten über mehr Nachhaltigkeit im Finanzsystem, bei Geldanlagen etc. Die Beiträge werden in loser Folge relevante Nachrichten zusammenfassen, die für sich (noch) nicht mit einem Beitrag im Blog aufgegriffen wurden, aber auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit im Finanzsektor hinweisen.

GLS Bank Klimafonds

Die GLS Bank hat am 15.8.2017 einen neuen Publikumsfonds aufgelegt, den GLS Klimafonds. Dieser Mischfonds ersetzt im Geschäft mit neuen Kunden den FairWorldFonds, der zum 1.6.2017 mit einem Volumen von € 940 Mio. für neue Anleger geschlossen wurde (Soft Closing). Der Klimafonds verbindet die sozial-ökologischen Ansprüche der Bank mit dem Fokus Klima(schutz). Er soll im angestrebten Verhältnis von 70% Anleihen und 30% Aktien investieren in „Unternehmen mit authentischer Klimastrategie, hoher Klimagastransparenz, sinnvollen Produkten und Lösungen oder umfangreichen Einsparzielen, Staaten mit authentischer Klimastrategie, ausgewählte Green Bonds“. Eine Präsentation zum Fonds findet sich hier: www.gls-fonds.de.

Neue Transparenz bei Investmentfonds

Mit yourSRI wird eine neue Transparenz für Investmentfonds geschaffen. Das Portal listet für die erfassten Fonds Werte für CO2 und ESG-Kriterien, Einschätzungen zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung (Environmental Social Governance). Ein ähnliches Angebot wurde im Juli von Climetrics lanciert. Einzelheiten im Beitrag Investmentfonds der Zukunft – transparent und glaubwürdig!

Erste grüne Anleihe nach islamischem Kodex

Mit dem „Green SRI Sukuk Tadau“ über 250 Mio. Ringgit (rund € 50 Mio.) wurde in Malysia die erste Anleihe (Sukuk) nach islamischem Kodex aufgelegt. Tadau ist ein Anbieter von erneuerbaren Energien. Die Emission wurde von CICERO (Center for International Climate Research, Oslo) zertifiziert. Die Grundlagen für „grüne“ Sukuk (Wikipedia) wurden in Zusammenarbeit mit der Weltbank erarbeitet (Quelle: New StraightsTimes).

Finanz-Szene.de mit Nachrichten aus der deutschen Banken- und FinTech-Branche

Nicht ausdrücklich „grün“, aber hoffentlich nachhaltig mit interessanten Meldungen: Mitte August startete mit Finanz-Szene.de. Dienstags bis Freitags werden die wichtigsten Meldungen zusammengestellt. Der Nachrichtendienst erfasst die wesentlichen Tageszeitungen, Magazine, News-Sites und Blogs – darunter das Handelsblatt, die Börsenzeitung, die FT, manager-magazin.de, capital.de, reuters.com, bloomberg.com, die FAZ, die SZ, gruenderszene.de, finextra.com, das IT-Finanzmagazin und Paymentandbanking.

Guessing on the success of FinTechs

Dr. Ralf Breuer

July 23th, 2017

Last updated: August 1st, 2017

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Source: CBInsights

Mapping the evolving FinTech industry rather reminds me of old-style pattern bows in the fashion magazines of my mother. They hardly provide a clear picture or map for navigation. Looking into various businesses did not necessarily reveal innovation, even at numerous glances. I found a lot of old wine in new bottles asking myself for driving this and justifying the impressive efforts and financial investments. However, reading Chrsis Skinner’s blogs on “The Finanser” is inspiring anyway. Two recent ones took me to a new and fresh perspective on the world of FinTech. To my own surprise a more historical one.

Dr. Ralf Breuer

July 23th, 2017

Last updated: August 1st, 2017

 

The legacy of early automation

As a banking analyst presenting research on German banks I was saying that German banks‘ IT reminded me of museums showcasing automation over the past 4 to 5 decades. This heritage seemed to be one major fact explaining the unfavourable cost/income rate of German banks. As Chris puts it: Banks “…want to get to the nirvana of new technologies, but are stuck in a spaghetti of old systems” (https://thefinanser.com/2017/07/fintech-start-ups-think-can-beat-banks.html/). They are hardly trying to transform into clearer structures (i.e. some sort of noodle casserole or lasagne at least). For example: Deutsche Bank started not before 2015 to consequently renew it’s IT for retail banking. Thus, is FinTech the way out of legacy? To a certain extent yes, but not a sufficient condition for the evolving FinTechs despite all incubators, cooperations and investments by the different banking groups.

Key to my refreshed view was Chris Skinner’s argument, “that “…the most successful FinTech firms are not replacing banks, but serving markets that were under-served” https://thefinanser.com/2017/07/fintech-start-ups-think-can-beat-banks.html/. Or put it rather un(der)served. Full stop, that’s it!

Un(der)served does not necessarily mean „lacking“ or „scarce“. Services can be neglected, overprized or inconvenient. This seems to apply to foreign payments and currency, where German banks refrained and left the field to fokussed specialists earning decent margins. And this is the starting point for some bigger scaled start-ups such as 1bank4all and Revolut in Switzerland. Or ProCredit Bank that was in Germanyvlicensed 2011 offering cheap payments to Southeastern Europe.

German banking groups evolved from unserved needs

German retail banking has not experienced so much consolidation from a perspective abroad. Most took place intra-group (cooperatives, savings banks), the rise of ING Diba and a number of Landesbanks to vanish. Only few prominent mergers such as Commerzbank and Dresdner and few market entries such as Santander.

What are the most common roots of today´s players? Indeed, the majority of the prominent market players today were founded to cover unserved needs! Cooperatives, savings banks, Postbank and even Diba were set up in order to serve customers not covered by the banks. – N.B.: Commerzbank and Deutsche Bank were founded to cover needs that were unservable by the private bankers when industrialization took up momentum and bigger tickets became necessary. – Thus, an important lesson from history provides the essential approach for innovating today´s markets!?

The global perspective on the financial sector(s)

Now the second inspiration drawn from Chris Skinner’s blog suggesting to see the global financial sector is a three-steam world: “For me however, it illustrated a different conundrum. Whilst the United States and Europe are wrestling with legacy systems, I see China, India and other growth economies leap-frogging their counterparts thanks, in part, to implementing systems after Mark Zuckerberg was born.” (https://thefinanser.com/2017/07/three-stream-financial-world-one-watch.html/) And indeed: In researching European banks we found out that cost/income was systematically lower when automation took off later! (Alternatively, but only in some rare cases when IT was restructured more rigorously).

The third category/velocity mentioned in the blog brings it to the very point: “Meanwhile, a third trend is occurring, which is the rise of mobile payment and wallet innovations in the developing and emerging economies.”

To divide the banking world into Western legacy, Asian growth and Southern development helps me through the FinTech world finding out what may be an innovation or not, erasing the unnecessary from my pattern bow hopefully providing me a useful map for orientation! Adoption rates pretty much support this approach:

 

Lesson learned

I acknowledge, a lot of money was made from inventions on things nobody really needed, but these things were usually short-dated. Just think of Pokemon Go and other things. This does hardly apply to financial services. I will look out for offers that at least democratize product offerings that have been reserved from the targeted clients. As a rule of thumb to guess on potential success of upcoming FinTech this seems to match with all steams. On the back of this I reviewed my files and indeed, I found some really innovative ones and worthwhile for closer look, in all three spheres of the financial world, under all three steams.

2017-08-04 Skinner EY-768x655

Still doubting?

Some days after the first publication an alternative assessment came up: You may well forget about all history and „state-of-the-art“. Just check out whether an idea might positively impact sustainability. Any proposal matching with at least one of the sustainable development goals should have a fair chance to succeed. Or as Gary Fegan was putting it in a tweet (@Fegan): „Solve a real world problem by delivering a service that isn’t available and covering it end-2-end“.

Robo-Advisor – (K)eine Innovation

 

2017-08-22 roboadvisors-europe

English version

Über die Frage, ob Online-Angebote für die Geldanlage (neudeutsch Robo-Advisor) (k)eine Innovation sind, lässt sich streiten. Vor allem stellen sie für Kunden und Banken einen neuen Zugangsweg zu Dienstleistungen dar, die für diesen Zweck nicht eigens erfunden wurden. Vor allem beseitigen sie auf beiden Seiten Barrieren und „demokratisieren“ Dienstleistungsangebote, die bisher nur mit einer begrenzten Beraterzahl und vorwiegend vermögenderen und institutionellen Kunden zur Verfügung standen. Ein Blick in die einzelnen Angebote zeigt allerdings, dass die Leistungen gegenüber einer Beratung von vermögenden Privatkunden „abgespeckt“ sind und noch viel Raum für Weiterentwicklung lassen.

Dr. Ralf Breuer

18. August 2017, aktualisiert 25. August 2017

2017-08-16 roboadvisors-in-germany-20170615_orig.png

Quelle: http://www.techfuence.eu

Nicht aufgeführt sind neuere Angebote von cominvest (comdirect, Mai 2017) und Baloise MONVISO (Anbieter: Basler Financial Services GmbH, Plattform/Portfoliomanagement: Deutsche Asset Management, Juni 2017). Bei einzelnen Genossenschaftsbanken wurde zwischenzeitlich „MeinInvest“ ausgerollt, eine modifizierte Version von „VisualVest“.

Onlineverwaltung mit verschiedenen Ansätzen

Der Informationsdienst TECHFLUENCE listete per 31. Juli 2017 eine Gesamtzahl von 31 Onlineangeboten und sechs weiteren in der Erprobung (Stealth-Modus). Damit wäre die Zahl der Anbieter im Jahresverlauf um acht gestiegen. Die betreuten Vermögen schätzt der Informationsdienst auf rund € 850 Mio. Nur wenige Anbieter veröffentlichen aktuell Zahlen und veröffentlichte Zahlen sind vielfach unscharf, weil sie nicht nach einzelnen Vertragsarten differenzieren, da häufig maschinelle und hybride Dienstleistungen mit Beraterzugang angeboten werden.

2017-08-16 roboadvisor-aum-table-techfluence-v3_orig

Quirin Privat Bank AG berichtete am 25.8.2017 für Quirion ein Volumen von € 75 Mio. zur Jahresmitte, ein (Brutto-)Zufluß von € 22 Mio. seit Jahresbeginn. Die Bank erwartet ein Erreichen der € 100 Mio. zum Ende des Jahres.

Bisher wurde nur bei wenigen Anbietern ein Volumen von € 100 Mio. überschritten. Insbesondere die größeren Finanzgruppen sind eher noch in den Anfängen. Der Anbieter der Sparkassen-Finanzgruppe (Bevestor) startete erst im Juli 2017, das Onlineangebot der Genossenschaftsbanken (MeinInvest) wurde gerade bei ersten Ortsbanken ausgerollt. Zum Vergleich: Der größte unabhängige US-Verwalter Betterment hat nach beeindruckendem Wachstum in den vergangenen Jahren die Marke von USD 10 Mrd. überschritten.

2017-07-22 betterment aum

www.statista.com schätzt das Marktvolumen in den USA für 2017 auf USD 500 Mrd. und erwartet einen Anstieg auf USD 2,2 Bio. bis zum Jahr 2020. Allerdings sind hier sehr unterschiedliche Dienstleistungsangebote erfasst, häufig als „hybride“ Dienste mit der Möglichkeit Berater zu konsultieren.

Große „Artenvielfalt“

Eigentlich passt kein Sammelbegriff, „Robo-Advise“ ist eher ein Gattungsname. Die Angebote können grundsätzlich Fondsvermittler ohne Regulierung, Finanzanlagen-vermittler nach § 34f oder lizensierte Vermögensverwalter gemäß § 32 Kreditwesen-gesetz sein. Dies wird nicht in allen Fällen sofort transparent.

Fehlende Transparenz ist insbesondere bei den Finanzanlagenvermittlern problematisch: Die Vorschläge signalisieren bestimmte Portfoliostrategien, beispielsweise mit Wertsicherung, haben aber keine Grundlage, diese auch eigenständig auszuführen. Sie haften auch nicht für mögliche Fehler, da die Vorschläge lediglich „Anregungen“ darstellen. Hier wäre ein größeres Maß an Transparenz wünschenswert und auch angebracht, insbesondere wenn die Märkte einmal holpriger werden sollten und Enttäuschungen vorprogrammiert erscheinen. Ein guter Überblick findet sich hier: Robo Advisor – Test und Vergleich 2017.

Große Unterschiede in Stichproben

Problematisch und wenig thematisiert werden die Erwartungen, die in die Anlageentscheidung eingehen. Ausgehend von dem aktuell sehr niedrigen Zinsniveau wäre also bei einer längeren Anlagedauer eine höhere Renditeerwartung angemessen. Gleichzeitig sind Aktienmärkte zyklisch und die Entwicklung kann nicht einfach über die gesamte Anlagedauer in eine Richtung fortgeschrieben werden. Leider ist dies nicht immer sauber umgesetzt:  Egal wie lang oder kurz der Anlagehorizont gesetzt wird, bei gegebener Risikoneigung wird immer die gleiche Renditeerwartung unterstellt. Nur die Streubreite wird größer. Sofern es sich hierbei um die rückgerechnete Wertentwicklung handelt, ist dies insofern problematisch, da bei einem Zeitraum von beispielsweise 15 Jahren die Rechnung auf einem sehr niedrigen Aktienkursniveau basiert.

Auch in Bezug auf die Risikosteuerung finden sich sehr große Unterschiede bis zu dem Problem der Umsetzung im Falle der Finanzanlagenvermittler.

Inhaltlich selten Kreativität

Etwas überraschend ist die Tatsache, dass nur wenige Anbieter auch thematische Investments anbieten. Im Gegenteil: Das für die Genossenschaftsbanken ausgerollte „MeinInvest“ wird ohne die grünen Anlagevarianten von „VisualVest“ angeboten. Nur investify stellt eine themenorientierte Geldanlage stark in den Vordergrund.

Es läge eigentlich auf der Hand, die bestehende Angebotslücke bei verantwortungsbewußten Geldanlagen mit Onlineangeboten zu schließen. Bei den US-Anbietern ist bereits ein Trend in diese Richtung zu beobachten. So hat Betterment bereits in der Basisanlage auf einen nachhaltigen ETF umgestellt. Diese Möglichkeit bestünde leicht auch für deutsche Anbieter.

2017-08-22 roboadvisors-europe

Quelle: http://www.techfuence.eu

Marktkonsolidierung zu erwarten

Die Argumente für eine Konsolidierung ergeben sich vor allem aus den überwiegend bescheidenen Volumina von zumeist unter € 100 Mio. dem späten Start der großen Banken und Finanzgruppen sowie in Deutschland schon erreichten hohen Zahl von Anbietern von 31 gegenüber etwa 73 in Europa. So konnte das Angebot der comdirect – cominvest – nach dem Start im Mai 2017 bereits im Juni ein Anlagevolumen von mehr als € 100 Mio. vermelden. Dies bei einem Marktwachstum von € 20 bis 30 Mio. (Quelle: EXtra-Magazin). Allerdings wird in den berichteten Zahlen nicht zwischen rein automatisierten und hybriden sowie beratenden und vermögensverwaltenden Dienstleistungen unterschieden, sondern lediglich das Volumen für die Marke „cominvest“ genannt.

Die Eintrittsbarrieren für neue Anbieter sind nicht besonders hoch, da die technischen Grundlagen für ein Onlineangebote mit relativ geringen Investitionen in der Größenordnung von € 100.000 bis € 200.000 verbunden sind (vgl. Oliver Leipold: Massive Konsolidierung im gesamten Markt für Anlageberatung, in: DAS INVESTMENT, 8.8.2017). Hinzu kommen dann noch die regulatorisch bedingten Aufwendungen. Insofern ist davon auszugehen, dass sich der Markt in den kommenden Jahren weiter stark verändern wird.

 

 

 

Green Digital Finance

English version

Englischer Titel für einen deutschen Beitrag? Ausnahmsweise einmal. Liest sich vielleicht wie eine Thekenspinnerei oder Fiktion, ist aber eine Realität mit mehr als 200 Mio. Nutzern innerhalb von sechs Monaten. Auf den ersten Blick eher für junge Asiaten als reifere Europäer, aber trotzdem einen näheren Blick wert: Das Projekt „Ant Forest“ – Atemberaubendes Wachstum, riesige Dimension, lehrreiche Ideen und Kreativität bei der Verbindung der digitalen Möglichkeiten mit den Bedürfnissen der realen Welt.

Dr. Ralf Breuer

Die Green Digital Finance Alliance

Die Green Digital Finance Alliance (GDFA) wurde im Januar 2017 in Davos gegründet. Gründungspartner waren UN Environment und Ant Financial, eine Gründung von Alipay, dem Zahlungsdienst des chinesischen Internethändlers Alibaba. Mittlerweile sind auch UNEP FI (Finanzinitiative des UN Umweltprogramms), die Entwicklungsbank der Weltbank IFC, und die kenianische M-Kopa Solar Partner der Allianz.

Die GDFA ist ein Komplement zu Green Invest, einer 2013 von den G20 initiierten Dialogplattform, die 2017 unter deutscher Präsidentschaft steht. Kern und derzeitig einziges Projekt mit Außenwirkung ist das Projekt Ant Forest.

Ant Forest – Massenmobilisierung für den Klimaschutz

Ant Financial ist mit 450 Mio. Nutzern und annähernd 200 Mio. Transaktionen pro Tag einer der weltweit größten Zahlungsdienste. Mit Paytm in Indien bedient die Plattform weitere 200 Mio. Nutzer. Das Projekt „Ant Forest“ startete im August 2016 mit 2 Mio. Abonnenten und konnte bereits im Januar 2017 mehr als 200 Mio. aktive Nutzer verzeichnen.

Für die bei Ant Forest registrierten Nutzer wird ein zusätzliches CO2-Konto eingerichtet, auf das die täglichen (Bezahlungs-)Aktivitäten in Hinblick auf ersparte CO“-Emissionen gebucht werden, z.B. bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder Fußwege statt Autofahrten. Die (Schätz-)Werte für die ersparten CO2-Emissionen wurden in Zusammenarbeit mit der CO2-Börse in Peking (China Beijing Environment Exchange, CBEEX) entwickelt. Symbol für den Kontostand bzw. die persönlich ersparten CO2-Emissionen ist ein virtueller Baum, der mit steigendem Guthaben wächst.

Sobald der virtuelle Baum „ausgewachsen“ ist, pflanzt Ant Forest hierfür einen physischen Saxaul-Baum in einer von der Verwüstung (Desertifikation) bedrohten Region in der inneren Mongolei. Bis Januar 2017 waren bereits mehr als 1 Mio. Bäume gepflanzt.

Schnelle Erfolge, kurze Wirkung ?

Im Gegensatz zu anderen rasant verbreiteten Dingen (z.B. Tamagotchis, Skoubidou, Pokemon Go) könnte Ant Forest auch bei erlahmendem Interesse eine positive Wirkung in Form der gepflanzten Bäume hinterlassen. Leider liegen dem Autor bisher keine Informationen zur weiteren Entwicklung in 2017 vor.

Mit 200 Mio. Abonnenten konnte Ant Financial bis Januar 2017 bereits 40% der Nutzerbasis erschließen. Dies entspricht etwa 20% der Erwachsenen in China. 60% der Teilnehmer sind unter 28 Jahren alt, lediglich 2% über 50. Da „Millenials“ und jüngere Menschen tendenziell aufgeschlossener gegenüber Umweltaktivitäten und gleichzeitig sozialen Medien sind, besteht eine gewisse Erfolgswahrscheinlichkeit.

Alle Register eines FinTech gezogen

Ant Forest ist jedem Fall ein gutes Anschauungsbeispiel für ein erfolgreiches FinTech in Asien: Es werden alle Möglichkeiten der heutigen Informationstechnologie genutzt, einschließlich sozialer Medien und „Spielifizierung“ (Gamefication) genutzt. Und es wird der Zahn der Zeit getroffen, positive (Umwelt-)Wirkungen im doppelten Sinne zu erzielen. Über das eigene Verhalten und die gepflanzten Bäume.

Vor allem jüngere Kundenschichten erwarten dies zunehmend von ihren Finanzdienstleistern wie eine Studie von Morgan Stanley feststellt. Besonderes Augenmerk liegt hier auf Klimaschutz und Armutsbekämpfung. Die Studie zeigt auch, dass die Investoren Wirkung gestalten möchten. Nur „nachhaltiger“ im Sinne verbesserter Unternehmensführung ist ein richtiger Schritt, aber nicht das Ziel.

Fazit

Finanzdienstleistungen mit zusätzlichen Mehrwerten zu verbinden, ist weder neu noch abwegig. Die Verbindung zu nachhaltigen Entwicklungszielen wird auch seit geraumer Zeit gesucht. Ant Forest bietet eine gute Anschauung, wie ein FinTech das praktisch leisten kann. – Natürlich, wenn es zur Kunden- bzw. Zielgruppe passt. Da tickt die Welt in Asien sicherlich etwas anders, aber auch in verschiedenen Generationen.

Nachhaltigkeit ist ein schwer zu fassendes Thema. Sie ist ein Prozess, hat viele Dimensionen und bezieht sich auf eine fernere Zukunft. Aber manchmal gelingt es, auch scheinbar flüchtige Dinge mit Nachhaltigkeit auszustatten. Ein sehr anschauliches Beispiel war die Eintrittskarte zur Ausstellung „LebensForm Tupperware – Die Kultivierung des Gebrauchs“ in der Zeche Zollverein in Essen Essen im Jahr 1997. Die Eintrittskarte war ein Dosendeckel, die Dose gab es am Ausgang. Kein Souvenir mit Nutzen für die Sekunden am Eintritt, sondern praktischer Begleiter für einige Zeit.

 

 

Weniger Karten in die Brieftasche

Dr. Ralf Breuer

Nach der Vorstellung der Kreditkarte aus natürlichen Rohstoffen von Triodos beschäftigte ich mich intensiver mit der Thematik mit einer ersten Zusammenfassung am 28. Juli 2017. Nachdem klar war, dass das Verfahren vorwiegend „Chip und Magnetstreifen, aber ohne Plastik“ beinhaltet wurde ich neugierig, welche Entwicklung der Zahlungsverkehr nimmt. Und tatsächlich ist eine Welt (fast) ohne Karten realer als gedacht.

Das physische Ausmaß der Kartenetuis

Triodos rechnete vor, dass die rund 130 Mio. Bank- und Kreditkarten in Deutschland (mit der langen Seite) aneinandergelegt eine Strecke von 11.000 Kilometern ergeben, vom Nordkap bis nach Kapstadt. Allein der Kartenanbieter Visa hatte zum Ende des Geschäftsjahres 2016 nach Ausgabe von 690 Mio. neuen Karten mehr als 3 Mrd. Karten in Umlauf. Das entspricht einer Fläche von nahezu 14 Quadratkilometern, wenn der schon vorhandene Anteil virtueller Karten unberücksichtigt bleibt. Zum Glück muss das nicht mit einer Wachstumsrate von knapp 30% hochgerechnet werden, da die Marktdurchdringung in Entwicklungs- und Schwellenländern stark auf kartenlosen Diensten basiert.

Wachstum in QR-Land

Seit Mitte Juli existiert ein weltweiter Standard (EMVCo) für Zahlungsdienste, die auf dem optischen QR-Kode basieren. Dieses Verfahren ist z.B. in China vorherrschend. Logisch, dass Visa den QR-basierten Zahlungsdienst mVisa in weiteren 10 weniger entwickelten Ländern ausrollt (Indien, Kenia, Ruanda, Ägypten, Ghana, Indonesien, Kasachstan, Nigeria, Pakistan und Vietnam). Anlässlich des Investorentag 2017 (S. 21) im Juni wurden virtuelle Karten und mobile POS als wesentliche Faktoren für die Expansion genannt.

Bleiben wir vom Plastik gefangen?

Die reiferen Märkte haben aufgrund der deutlich früheren Entwicklung und vor allem Automatisierung gegenüber Wachstumsregionen einen gewissen technologischen Rückstand. Die Entwicklungs- und Schwellenländer überspringen Dekaden der technischen Entwicklung und nutzen ganz neue Möglichkeiten, z.B. auch Blockchain zur Sicherung von Warenhandels- und Zahlungsverkehrssystemen.

Allerdings wird sich die westliche Welt gar nicht wehren wollen, wenn es z.B. um zahlungskräftige asiatische Gäste handelt. Hier dürften relativ schnell die entsprechenden Möglichkeiten geschaffen werden, optische Verfahren zu nutzen. Lösungen wie mVisa basieren gerade auf mobilen Lösungen wie Smartphones oder Tablets. QR-Verfahren werden sich somit neben Chip- und Magnetstreifen verbreiten.

Vorhandene Infrastruktur kann bremsen, nicht blockieren

Mit der Entwicklung neuer Märkte in Asien und Afrika wird die technische Entwicklung beschleunigt, insofern steigt der Druck zur Anpassung.

Zwischenzeitlich geht die westliche Welt eventuell weiteren Ideen zur Reduzierung der Karten in unseren Brieftaschen nach. Es gab bereits verschiedene marktreife aber erfolglose Versuche, verschiedene Karten mit einem Gerät zu nutzen. Vielleicht ist mit einer aktuellen Entwicklung anders: Curve in Großbritannien will auf einer Karte verschiedene Zahlungskarten von Mastercard integrieren. Mag für Karteninhaber mit verschiedenen Karten dieses Anbieters bequem sein, löst allerdings nicht das Problem.

Allerdings weist die Entwicklung von Curve in die richtige Richtung: Bei einem Übergang zu rein elektronischen Karten könnte die Zahl der physisch produzierten Karten reduziert werden ohne das sich die Nutzung z.B. an Geldautomaten ändern muss.

In jedem Fall bleibt aber eine verminderte Zahl von Karten nur ein Meilenstein zur Einsparung von Ressourcen in Form von Trägermaterial, Chips etc. Hier könnte ein substanzieller Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung geleistet werden. Die Welt der #Fintech wird üblicherweise nicht in diesem Zusammenhang gesehen.

Bildquelle: pixabay.com

Bin dann mal zum Bitcoin-Automaten…

Bild: pixabay.com

Dr. Ralf Breuer

…und zahle was für mein Token-Investment ein. – Aprilscherz Anfang August? Nein. Es ist schon Realität und so viel Geld und Potenzial im Spiel, dass man an dem Thema im Finanzsektor nicht vorschauen kann. Die Frage, ob das nachhaltig ist, stellt sich knapp zehn Jahre nach den ersten Bitcoins mit einem Volumen von heute nicht mehr € 38 Mrd. allein nicht mehr, interessanter ist die zugrunde liegende Blockchain-Technologie, die einige Veränderungen im Finanzsektor ermöglicht.

Bitcoins in der realen Welt

Es gibt sie tatsächlich schon, die Bitcoin-Automaten mit einem weltweiten, aber recht dünnen Automatennetz. Mit Einzahlungsfunktion in der Basisversion und Auszahlungsfunktion in der fortgeschrittenen Variante. Hersteller ist u.a. Lamassu mit Fertigung in Portugal. In Japan wurden Bitcoins zum 1.4.2017 gesetzliches Zahlungsmittel, in Österreich nahm die Post am 10.7. 2017 den Verkauf auf. Einzelheiten und eine Fülle von Informationen rund um Kryptowährungen finden sich bei Wikipedia. Bitcoin, Ethereum & Co. sind zwar die prominentesten, nicht aber alle Erscheinungsformen, die die Realität schon erreicht haben.

Jenseits von Bitcoin, Ethereum & Co

Token-Investments sind virtuelle Wertpapiere mit Rechten an Projekten oder Stimmrechten an (dezentralen) Organisationen. Seit 2013 werden sie im Rahmen von Vorverkäufen (Initial Coin Offerings, ICOs) zunehmend zur Finanzierung von Projekten genutzt. Angeblich soll der frühere CEO von Morgan Stanley eine Platzierung in Höhe von $ 950 Mio. vorbereiten (https://cointelegraph.com/news/former-morgan-stanley-ceo-eyes-cryptocurrency-investment-vehicle).

Gegen eine etablierte Kryptowährung wird damit praktisch eine neue geschaffen, hinter der sich dann wiederum eine Unternehmung verbirgt. coinmarketcap.com listet mehr als 1.000 solcher Instrumente. Acht haben derzeit einen Wert von mehr als $ 1 Mrd. einschließlich Bitcoin und Etherium und ein Gesamtvolumen von rund $ 87 Mrd.

Auch digitale Vermögensverwalter entstehen. Alex Tapscott, Ko-Autor des Buches „Die Blockchain-Revolution (The Blockchain Revolution)“ hat jüngst $ 20 Mio. für den NextBlock Global Fonds eingeworben, der ausschließlich in digitale Vermögenswerte investieren soll. Blackmoon Financial Group biete als Dienstleister mit Blackmoon Crypto anderen Vermögensverwalter die Möglichkeit, rechtssicher Token zu erzeugen und so neue virtuelle Vehikel gegen reale Investitionen zu emittieren.

Blockchain-Technik mit Perspektiven

Technische Basis ist die sogenannte Blockchain. Auf ihrer Basis entstehen fälschungssichere Datensätze. Bitcoins (&Co) können zwar gestohlen, aber auf keinen Fall gefälscht werden. Das macht die Technik auch für andere Einsatzgebiete interessant.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat sich in einem Grundsatzpapier mit den grundlegenden Möglichkeiten der Technologie befasst. Vor allem die Eigenschaft der (aus heutiger Sicht) unbedingten Datensicherheit macht Blockchain für Banken und Versicherer interessant. Auf ihrer Grundlage können Prozesse erheblich abgekürzt, beschleunigt und besser abgesichert werden, so dass aufwendige Kontroll- und Prüfprozesse entfallen können. Das ist auch in Hinblick auf regulatorische Prozesse interessant. Insofern wird sich die Technik deutlich rascher verbreiten als Bitcoin-Automaten, die aber in der wirklichen Welt schon angekommen sind.

Und Nachhaltigkeit?

Es wurden auch schon Potenziale für die Unterstützung einer nachhaltiger Entwicklung in Schwellenländern anvisiert: So basiert Monetha auf Ethereum und soll im Rahmen der Financial Inclusion Global Initiative der Weltbank als Basis für den Zugang zu Finanzdienstleistungen von weiteren 3 Mio. Menschen genutzt werden. Allerdings sind Zweifel angebracht, da die Algorithmen nahezu permanent und dazu noch parallel berechnet werden erfordern sie eine sehr große Rechnerleistung, die wiederum mit einem hohen Stromverbrauch verbunden ist. Insofern sind Cyberwährungen und weitere Entwicklungen auch aus Umweltgesichtspunkten kritisch zu hinterfragen.