Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundzwanzig

Inhalt: Und noch mehr „RoboAdvice“- Werthstein, savemate…; Anleihen mit Klimabezug (Green Bonds) wachsen stark

 

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

12. Januar 2018

Dr. Ralf Breuer

Und noch mehr „RoboAdvice“ – Werthstein, savemate…

Werthstein

Mit Werthstein startete am 11. Januar 2018 ein weiteres Onlineangebot für Vermögensverwaltung in Deutschland. Bei einer Anlagesumme von mindestens € 35.000 wird eine Pauschalgebühr von € 57 monatlich erhoben. Zusätzlich fallen bei der depotführenden Baader Bank 0,25% p.a. als Bankpauschale an.

Werthstein kombiniert eine globale Basisanlage mit sogenannten „Zeitgeists“, derzeit 15 thematische Anlagen auf einer grossen Bandbreite von Gold über Zinswende bis zu technologischen Themen. Leider erschliesst sich aus der Internetseite nicht, mit welchen Instrumenten die Anlagen dargestellt werden. Auf Nachfrage gab es eine schnelle Auskunft per Onlinechat: ETFs bzw. auch Einzeltitel bei Themeninvestments.

Das Thema Nachhaltigkeit ist bei den „Zeitgeists“ ebenfalls im Angebot: „Grüne Rendite“ bzw. „Grüne Pioniere“. In beiden Fällen leider „nur“ als ESG-Ansatz mit Auswahl nach „best-in-class“.

Es ist schon bemerkenswert, dass ein flotter Internetauftritt noch deutlich an Transparenz zu wünschen übrig lässt. Detailliertere Informationen sind entweder auf Nachfrage oder über die Anmeldung für ein virtuelles Testportfolio (Thoughts) zu erhalten.

savemate

Besonders transparent stellt sich dagegen das ebenfalls neue Angebot von savemate dar, dass per App Anlagemöglichkeiten ab € 10 bietet: Tagesgeld, je ein konservatives, ausgewogenes oder dynamisches ETF-Portfolio sowie ein nachhaltiges Portfolio. Das Konto kostet € 0,99 p.m. Ab € 1.500 0,79 % des Depotwerts p.a., ab € 20.000 0,49% p.a. Die Gebühren für den Kauf der Geldanlagen 0,1 % – 0,3 %, Managementgebühren 0,2 % (0,3 % nachhaltigen Anlagen) des Depotwerts. Partnerbank ist die Sutor Bank, über die auch die Einlagensicherung greift.

Bei savemate wird die nachhaltige Variante mit einem ESG-Ansatz und in Aktien(-ETF) dargestellt: „100% Aktien von Unternehmen aus der ganzen Welt , die besonders auf Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung achten.

Diese Strategie eignet sich für dich, wenn du offensiv mit ethischer und sozialer Verantwortung investieren möchtest und mögliche Kursrisiken akzeptierst.“ (https://savemate.de/)

ToMoRRow (früher: Goodfolio)

Mit https://www.tomorrow.one/ (früher: Goodfolio) ist ein weiteres, komplett auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Finanzdienstleistungsangebot in der Marktvorbereitung. Der aktuelle Internetauftritt lässt zwar viele Fragen zum „Wie“ offen, richtet sich aber deutlich auf Wirkungsbezug und nicht rückwirkende Kriterien wie im ESG-Ansatz.

Wirkung soll u.a. über die Förderung eines Aufforstungsprojektes aus Kartenzahlungen erzielt werden. Also eine Erscheinungsform von Green Digital Finance in Deutschland. Zusätzlich werden auf der Website Wirkungen von Anlagen und Zahlungen in Form von CO2-Ersparnis bzw. gepflanzten Bäumen aufgezeigt. Der Marktstart ist für das Frühjahr 2018 geplant.

Mehr zum deutschen Markt für Vermögensverwaltung online in den Beiträgen Robo-Advisor – (K)eine InnovationRobo-Advice – Die Konsolidierung beginnt und Robo-Advice – Die Konsolidierung beginnt.

Anleihen mit Klimabezug (Green Bonds) wachsen stark

Die Climate Bonds INITIATIVE (CBI) hat einen ersten Überblick über die Marktentwicklung bei Anleihen mit Klimabezug veröffentlicht. Das Emissionsvolumen stieg 2017 gegenüber dem Vorjahr um 56 % auf USD 155,5 Mrd. und übertraf damit noch die ursprünglichen Markterwartungen von USD 150 Mrd., die im Jahresverlauf auf USD 130 Mrd. revidiert worden waren.

Für 2018 erwartet die CBI weiteres Wachstum mit einem Volumen in der Bandbreite von USD 250 bis 300 Mrd. Dies stützt sich unter anderem auf eine breitere geografische Streuung der Emissionen. Weitere neue Schuldnerländer sollten 2018 hinzu kommen. Bemerkenswert für die CBI ist u.a. eine stärkere Verbindung zu den nachhaltigen Entwicklungszielen SDG. Damit wird das Spektrum von „grün“ auf breitere Zielsetzungen erweitert. Details im sechsseitigen englischsprachigen Überblick Green Bond Highlights 2017

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfundzwanzig bis Eins

Nummer Fünfundzwanzig am 9./10.1.2018: Börsenzeitung: Grüne Finanzanlagen erreichen kritische Masse; Rückblick 2017/Ausblick 2018

Nummer Vierundzwanzig am 14.12.2017: Banken- und Produktcheck der Verbraucherzentrale; EU investiert € 9 Mrd. in Klimaprojekte; EU mit Plan für nachhaltige Finanzwirtschaft März 2018; Studie Deutsche FinTech; Buchankündigung Digitalisierung und Nachhaltigkeit; Jetzt schon 41 Onlineangebote für Anlageberatung und Vermögensverwaltung in Deutschland

Nummer Dreiundzwanzig am 12.12.2017: Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen; Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung; Europäische Großbanken und Klimawandel; Eine zutreffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

Nummer Zweiundzwanzig am 6.12.2017: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Nummer Einundzwanzig am 4.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Robo-Advice – Viel Bewegung im Markt

Englisch abstract:

Robo-Advice seems to become adult rather sooner than later. In September, the third biggest bank in terms of clients (8m, €150m AuA), ING-Diba teamed up with the European market leader Scalable Capital. Within the first 10 weeks 7.000 clients moved about € 150m into Robo-Advice. This thus started the utmost likely market consolidation the tiny, but already crowded German market. The number of offers increased by another 10 to 41 between August and December (For more please refer to: Robo-Advise in Germany)

Nach der Ankündigung der Zusammenarbeit von ING-DiBa mit Scalable Capital im September war es ist naheliegend, von einer baldigen Konsolidierung im Markt für den Onlinevertrieb von Vermögensverwaltung bzw. Anlageberatung (Robo-Advice) auszugehen: Viele Anbieter, kleine Volumina und die Mehrheit der großen Finanzgruppen noch gar nicht richtig am Start. Nach acht Wochen wurden erste Zahlen zur Kundenakzeptanz bei der ING-DiBa vorgelegt: Rund 7.000 Kunden haben € 150 Mio. zu Scalable verlagert. Interessant sind dabei auch einige Details sowie weitere Nachrichten aus dem Markt. Mit „Prospery“ (ABN Amro) startete im Dezember ein weiteres Angebot, das auf höhere Anlagebeträge zielt.

Quelle Beitragsbild (nach heutigem Stand unvollständig): http://www.brokervergleich.de/

17. November 2017, aktualisiert/ergänzt 29. November 2017, 5. und 14. Dezember 2017

Dr. Ralf Breuer

Anzahl der Anbieter nimmt weiter zu

Gemäß Techfluence ist die Zahl der Anbieter zwischen Anfang August und Mitte Dezember 2017 um weitere 10 gestiegen. Die Mittelbestände sind nach Schätzungen aus der gleichen Quelle um € 350 Mio. auf € 1,2 Mrd. gestiegen, was u.a. auf die nachstehend beschriebene Kooperation der ING-DiBa zurückzuführen ist. Für viele Anbieter ist das Onlineangebot eine Möglichkeit, bestehende Kapazitäten über einen neuen Vertriebskanal „zu hebeln“, so dass auf der Grundlage relativ geringer Kosten für den Markteintritt eine weiterer Zuwachs an Anbietern wahrscheinlich ist.

ING-DiBa und Scalable Capital mit Zahlen zur Kooperation

ING Groep und ING-Diba gaben am 14.9.2017 in einer Presseerklärung die Zusammenarbeit mit dem größten europäischen Anbieter für Robo-Advice Scaleable Capital im deutschen Markt bekannt. Das Angebot stand den ING-DiBa-Kunden ab dem 15. September 2017 zur Verfügung.

ING-DiBa stellt den rund 8 Mio. Kunden mit € 150 Mrd. administrierten Anlagen (Einlagen und Wertpapiere) über Scalable Capital ein reines Onlineangebot bereit. Mindestanlagebetrag ist € 10.000, die Kosten schätzt die Bank auf 0,75% des im Jahresdurchschnitt verwalteten Vermögens zzgl. durchschnittlich 0,25% für die investierten ETF. Der Zeitaufwand für die Kunden soll für den Abschluss bei etwa 15 Minuten liegen.

Kooperation mit kraftvollem Antritt

ING-DiBa und Scalable Capital gaben am 9.11.2017 erste Zahlen zum bisherigen Verlauf der Kooperation bekannt: 7.000 Kunden haben rund € 150 Mio. auf die Online-Vermögensverwaltung von Scalable Capital verlagert, pro Woche kommen weitere 1.000 Kunden hinzu (vgl. Pressemitteilung von ING-DiBa vom 9.11.2017).

Interessant sind die Details zu den Kunden von Scalable Capital in einer Presseerklärung vom 9.11.2017: Das durchschnittliche Volumen beträgt € 32.000, Sparpläne bei € 400 pro Monat. Das Durchschnittsalter ist auf 50 Jahre gegenüber 42 Jahre vor einem Jahr gestiegen, Männeranteil 80 %, 90% der Kunden sind Akademiker.

Nach der kurzen Zeit konnte Scalable damit seine Kundenzahl auf 15.000 (46,7% ING-DiBa) und das verwaltete Vermögen auf € 500 Mio. steigern

Am Beispiel comdirect wurde mit der Einführung von cominvest deutlich, wie „prominentere“ Anbieter Kundengelder in Richtung Onlineangebote bewegen können. Innerhalb von nur zwei Monaten wurden € 100 Mio. angelegt, im dritten Quartal 2017 kamen weitere € 50 Mio. hinzu (vgl. comdirect Neunmonatsergebnis 2017).

Die meisten großen Finanzgruppen sind noch gar nicht richtig am Start

Bei den anderen Bankengruppen wird VisualVest gerade als „MeinInvest“ (in abgespeckter Form) bei den ersten Genossenschaftsbanken ausgerollt. In der Finanzgruppe der Sparkassen befindet sich bevestor eher noch in der Marktvorbereitung. Das von der Deutsche Asset Management (DeAM) konzipierte Produkt wird derzeit nur über die Basler Versicherungsgruppe als Baloise MONVISO vermarktet.

Ohne große Kommunikation startete die Deutsche Bank Ende November 2017 den Online-Vermögensverwalter ROBIN mit einer Mindestanlage von € 5.000 und Gesamtgebühren von rund 1,25%. Das Produkt erscheint deutlich anders als MONVISO (ab €400, Gesamtkosten rund 1,3%), das von Deutsche Asset Management konzipiert wurde und über die Baloise Group als „White Label“ Produkt vertrieben wird. In ersten Selbstversuchen waren die Anlagevorschläge von ROBIN allerdings etwas irritierend: Eine sehr hohe Liquidität bei zehn Jahren Zeithorizont unterstellt einen baldigen Zusammenbruch von Aktien- und Anleihemärkten gleichzeitig. MONVISO liefert bei ansonsten identischen Angaben einen völlig anderen Anlagevorschlag, der allerdings mit einer Renditeerwartung versehen wird.

Deutscher Markt zersplittert, Angebot wächst trotzdem

Insgesamt ist der deutsche Markt sehr zersplittert wie im Beitrag Robo-Advisor – (K)eine Innovation aufgezeigt. Trotzdem kommen weitere Angebote an den Markt.

Mit einer Pressemitteilung von M.M. Warburg & Co am 13.10.2017 ging der Warburg NAVIGATOR an den Start. Er richtet sich an Kunden mit einer Mindestanlage € 20.000 und bietet eine Vermögensverwaltung zur Inklusivgebühr (All-in-Fee) von 1,2% p.a.: „Der Anlagebetrag wird in ein breit diversifiziertes, im Wesentlichen aus ETFs bestehendes Portfolio investiert, bei Bedarf werden nach intensiver Prüfung selektierte, aktiv gemanagte Fonds ergänzt. Die Einhaltung der Risikovorgaben der Kunden wird laufend überwacht. Wenn die Situation es erfordert, wird das Portfolio angepasst.“

Verschiedene Presseartikel vermelden heute den Start eines weiteren Angebots. Heinz-Roger Dohms berichtet am 17.11.2017 im Newsletter auf finanz-szene.de: „…Manche Meldungen klingen so schräg, dass man sie am besten betont sachlich behandelt. Also: Kai Diekmann, Ex-Chef der „Bild“, und Lenny Fischer, Ex-Chef von Dresdner Kleinwort Benson Wasserstein Perella Goldman Stanley, wollen zusammen einen digitalen Vermögensverwalter gründen, der als „Zukunftsfonds“ die Sparprobleme des deutschen Michel lösen und alsbald auf ein Volumen von 20 Mrd. Euro kommen soll (zum Vergleich: der momentan größte deutsche Mischfonds ist der von Union und bringt laut HB zurzeit knapp 15 Mrd. Euro auf die Waage). „Genial, größenwahnsinnig oder Midlife-Crisis?“, fragt bei Twitter der geschätzte Vizechef des „Manager Magazins“, das die Geschichte gestern in Umlauf brachte. Wir entscheiden uns für Antwort 3. Manager Magazin.

Weniger schräg, sondern eher naheliegend erscheint das (kolportierte) Konzept von Herrn Diekmann & Co, das Onlineangebot in journalistische Inhalte mit der Blickrichtung auf „Finanzielle Bildung“ einzubetten. Hier wurden gerade im Vorfeld des Weltspartag am 30.10.2017 wieder offenkundige Mängel bei den deutschen Kunden thematisiert, z.B. in der am 25.10. von der ING-DiBa veröffentlichten Studie.

 

2017-10-26 Diba Finanzbildung

Quelle: ING-DiBa

Der Anbieter ginmon expandiert dagegen nach Presseberichten nach China (z.B. www.fondsprofessionell.de): Danach wird eine Kooperation mit China Everbright mit einem administrierten Vermögen von USD 579 Mrd. angestrebt.

Prospery – ein weiteres Angebot online

Im Dezember 2017 startete mit Prospery ein weiteres Angebot. Prospery bietet Zugang zu Beratung und Vermögensverwaltung der ABN AMRO Investment Solutions und richtet sich „normalerweise“ an Kunden mit einer Anlagesumme ab € 100.000. Dieser Betrag wird allerdings nicht als ausdrückliche Mindestsumme festgesetzt, ergibt sich lediglich aus der Preisgestaltung mit monatlichen Pauschalpreisen von € 179 (nur Nutzung eines Coach) bzw. € 239 (inkl. Vermögensverwaltung). Neben einer Vermögensverwaltung mit „optimiertem Verhältnis Risiko/Rendite“ in 100 möglichen Portfolios nennt Prospery vor allem die Transparenz über alle Konten und Depots als herausragendes Merkmal. Investiert wird nach Aussagen der Internetseite überwiegend in Fonds. Thematische Varianten sind nicht offensichtlich.

Bei Prospery wird sehr deutlich, wie die Grenzen zwischen den bekannten stationären Angeboten und den Onlineangeboten verschwimmen. Dieses Angebot stellt mehr einen neuen Kanal in der Betreuung vermögenderer privater Kunden als wirklich neue Leistungen bereit (siehe unten).

Viel Verwirrung über Onlineangebote, wenig „grün“

Die Diskussionen beim Finanzbarcamp am 10.11.2017 (Kurzbericht: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunzehn) haben viel Verwirrung über den (Un-)Wert der online angeboten Vermögensverwaltung bzw. Anlageberatung offenbart. Hieran haben die Anbieter selbst einen gewissen Anteil. Ein „Selbstversuch“ offenbart schnell gewisse Mängel an Transparenz: Welchen Status hat der Anbieter – Vermittler oder lizensierter Verwalter ? Wie ist der Anlageprozess gestaltet – Mensch oder Maschine ? Wie werden die Renditeprognosen erstellt ? Die meisten Fragen können auch nicht ohne Rückfragen unmittelbar von der Kundenbetreuung beantwortet werden. Da fällt es sicher leichter, sich auf Angebote ohnehin großer und renommierter Dienstleister einzulassen.

Eigentlich erstaunlich, dass nur wenige Anbieter auf Nachhaltigkeit als Trendthema setzen. Zwar betonen einige Anbieter die steigende Bedeutung von Verantwortungsbewußtsein im Sinne von SRI (z.B. growney im Interview bei www.roboadvisor-portal.com, entsprechende Angebote sind aber noch eine Minderheit, z.B. bei investify (Ethisches Investieren) und VisualVest (GreenFolios).

Sicher ist allerdings: Echte Innovationen finden sich in den Angeboten weniger. Es handelt sich vielmehr um die Öffnung bestehender Dienstleistungen für breitere über einen neuen Vertriebskanal. Damit eher eine „Demokratisierung“ von Bankdienstleistungen, die bisher aus Kapazitäts- und Kostengründen nur für vermögendere Kunden reserviert waren. Insofern: Robo-Advisor – (K)eine Innovation.

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundzwanzig

Inhalt: Börsenzeitung: Grüne Finanzanlagen erreichen kritische Masse; Rückblick 2017/Ausblick 2018

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

9. Januar 2018, aktualisiert und ergänzt 10. Januar 2018

Dr. Ralf Breuer

Börsenzeitung: Grüne Finanzanlagen erreichen kritische Masse – Nachhaltigkeit wird Thema der Bankenregulierer

Kaum ist der relativ verhaltene Ausblick von gestern formuliert (s.u.), schon macht die Börsenzeitung mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft auf. Auch die Tatsache, dass die Thematik Eingang in die Bankenregulierung finden wird, findet damit prominent Aufmerksamkeit (vgl. den Blogbeitrag vom Juli 2017: Nachhaltigkeit auf dem Weg in Rechnungslegung und Regulierung?).

Nachhaltigkeit bei der Geldanlage ist bisher noch ein Nischenthema, dass die breite Masse von Kreditinstituten und ihre Beraterschaft mangels Interesse und geeigneter Produkte nur bedingt abdecken kann. Hier gibt es einen aktuellen Marktüberblick mit weiteren Quellenhinweisen: SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

Rückblick 2017

Im zweiten Halbjahr 2017 haben sich die Nachrichten und Initiativen zum Thema „nachhaltigere Finanzwirtschaft“ deutlich verdichtet. Nachdem die Expertengruppe der EU-Kommission in Deutschland zunächst kaum eine öffentliche Resonanz fand (vgl. Nachhaltigkeit auf dem Weg in Rechnungslegung und Regulierung?), wurden die Bemühungen nach dem Sustainable Finance Gipfel Deutschland im Oktober deutlich stärker.

Der Rückstand zum europäischen Ausland ist unbestreitbar, die globalen Notwendigkeiten der im Zuge des Klimagipfels 2015 formulierten nachhaltigen Entwicklungsziele (kurz SDGs) ebenso. Gerade die 17 SDGs sich zunehmend zum Denk- und Handlungsrahmen für längerfristig orientierte Investoren entwickelt, wie in verschiedenen Beiträgen deutlich wurde, u.a. Nummer Elf.

Aus der Sicht der Investoren haben sich Nachhaltigkeitskriterien bereits in 2017 gerechnet. Dies zeigt insbesondere die Wertentwicklung der Aktien mit CO2-armen Technologien. Erfreulich ist aber auch das Momentum der Anleihen zur Finanzierung von CO2-Reduktion, der GreenBonds. Während das weltweite Emissionsvolumen erneut deutlich um rund 50% auf über USD 120 Mrd. stieg, war auch die Wertentwicklung erfreulich und selbst gemessen an den Aktienkursen beeindruckend.

2018-01-05 MSCI ESG Indices

Für 2018 wurden bereits eine Reihe von Emissionen avisiert, so dass von einem weiteren dynamischen Marktwachstum ausgegangen werden kann.

Ausblick 2018

Bereits in den ersten Tagen des Jahres wurde eine ganze Reihe von einschlägigen Veranstaltungen angekündigt. Darunter auch die Präsentation der Schlussergebnisse der hochrangigen EU-Expertenkommission am 22. Februar 2018 in Berlin. Es ist wenig gewagt, eine weitere Bewegung von Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft in den breiten Konsensus zu prognostizieren wie der folgende Artikel aus dem Fachmagazin Verantwortung zusammenfasst: WAS BEWEGT DIE CSR- UND NACHHALTIGKEITSCOMMUNITY 2018? / TRENDS AUS THEORIE UND PRAXIS.

Die Bildung einer handlungsfähigen Bundesregierung sollte diese Entwicklung weiter verstärken und insbesondere auch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie gerade auch für die deutsche Finanzwirtschaft als verbindlichen Handlungsrahmen vorgeben. In jedem Falle wird wohl die EU-Kommission bereits im März 2018 dem EU-Parlament einen Vorschlag auf der Grundlage des Schlussgutachtens der o.g. Expertenkommission vorlegen (vgl. Nummer Zwölf).

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Vierundzwanzig bis Eins

Nummer Vierundzwanzig am 14.12.2017: Banken- und Produktcheck der Verbraucherzentrale; EU investiert € 9 Mrd. in Klimaprojekte; EU mit Plan für nachhaltige Finanzwirtschaft März 2018; Studie Deutsche FinTech; Buchankündigung Digitalisierung und Nachhaltigkeit; Jetzt schon 41 Onlineangebote für Anlageberatung und Vermögensverwaltung in Deutschland

Nummer Dreiundzwanzig am 12.12.2017: Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen; Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung; Europäische Großbanken und Klimawandel; Eine zutreffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

Nummer Zweiundzwanzig am 6.12.2017: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Nummer Einundzwanzig am 4.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundzwanzig

Inhalt: Banken- und Produktcheck der Verbraucherzentrale; EU investiert € 9 Mrd. in Klimaprojekte; EU mit Plan für nachhaltige Finanzwirtschaft März 2018; Studie Deutsche FinTech; Buchankündigung Digitalisierung und Nachhaltigkeit; Jetzt schon 41 Onlineangebote für Anlageberatung und Vermögensverwaltung in Deutschland

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

14. Dezember 2017

Dr. Ralf Breuer

Banken- und Produktcheck der Verbraucherzentrale

Am 14.12.2017 hat die Verbraucherzentrale ein neues Informationsangebot gestartet: Banken- und Produktcheck. Insgesamt 14 Banken in Deutschland sind stark an Nachhaltigkeitsstandards orientiert. Auf der Seite werden Bankenporträts und die Schwerpunkte sie bei der Mittelverwendung vorgestellt. Für Girokonten und Sparprodukte werden die Angebote aller Banken in sieben verschiedenen Produktkategorien verglichen.

Leider erfasst der Produktcheck nur Kontenprodukte, die im aktuellen Zinsumfeld keine attraktive Verzinsung bieten könne. Informationen zu Investmentfonds und anderen Alternativen finden Sie auf SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

EU investiert € 9 Mrd. in Klimaprojekte

Der auf Nachbarländer und Afrika gerichtete Investitionsplan hat ein Volumen von € 44 Mrd. bis zum Jahr 2020. Davon fliesen mehr als 20% in den Klimaschutz: EU investiert € 9 Mrd. in klimarelevante Projekte (EN). Dies sollte auch private Investoren weiter motivieren und z.B. zu einem weiteren Wachtum bei „Green Bonds“ beitragen.

 

 

EU mit Plan für nachhaltige Finanzwirtschaft März 2018

Anlässlich der Konferenz „OnePlanet“ in Paris avisierte die EU-Kommission am 12.12.2017 für den März 2018 einen Aktionsplan für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft. Damit wird eine frühere Ankündigung noch einmal bestätigt: Putting the Financial Sector at the Service of the Climate. Der Plan soll auf Basis des Schlussberichtes der hochrangigen Expertenkommission erstellt werden: High-Level Expert Group on Sustainable Finance. Zu den Ergebnissen des im Juli 2017 vorgelegten Zwischenberichtes: Nachhaltigkeit auf dem Weg in Rechnungslegung und Regulierung?.

 

Studie Deutsche FinTech

Ernst & Young hat eine neue Studie mit Einblicken in die deutsche FinTech-Landschaft veröffentlicht. Die Zahl der Unternehmen ist 2016 um 47 auf 280 gestiegen und es wurden insgesamt fast € 400 Mio. an Wagniskapital investiert. Im ersten Halbjahr 2017 lag die Summe bereits bei € 307 Mio., so dass die Verfasser über € 600 Mio. für das Gesamtjahr erwarten.

Gemäß Studie verschieben sich die Aktivitäten in Richtung Immobilienwirtschaft (PropTech), Regulatorik (RegTech) und Versicherungen (InsurTech). Die vollständige Studie in englischer Sprache findet sich hier zum Herunterladen.

 

Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Das Buch „Smarte Grüne Welt“ will Zusammenhänge zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit offenlegen. Die Vorankündigung: „Steffen Lange und Tilman Santarius analysieren, wie sich die Digitalisierung sozial und ökologisch auswirkt – auf Energie- und Ressourcenverbräuche, Konsum, Arbeitsplätze, Ungleichheit und Wirtschaftswachstum. Und sie zeigen, wie wir die Digitalisierung anders gestalten können – damit sie die Welt auch wirklich sozialer und grüner macht.“

Bisher kann das Buch nur vorbestellt werden: Beschreibung und Vorbestellung.

 

Jetzt schon 41 Onlineangebote für Anlageberatung und Vermögensverwaltung in Deutschland

Techfluence hat die Übersicht zum Angebot von Roboadvice in Deutschland aktualisiert. Demnach sind nun 41 Anbieter für Anlageberatung und Vermögensverwaltung im Markt, die etwa € 1,2 Mrd. Kundenmittel betreuen. Es ist damit zu rechnen, dass weitere Anbieter folgen, um ihre bestehenden stationären Angebote zu hebeln, wie dies beispielsweise bei Prospery. Besonders die Zahl der Anbieter wächst rasant: Anfang August lag sie noch bei 31 geschätzten € 850 Mio. verwalteten Vermögen.

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Die meisten Anbieter berichten noch Mittelbestände von unter € 100 Mio. Die großen Bankengruppen sind bisher noch nicht voll im Markt aktiv. Weitere Einblicke in dieses Segment in den Beiträgen Robo-Advice – Viel Bewegung im Markt und Robo-Advice – Die Konsolidierung beginnt.

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Dreiundzwanzig bis Eins

Nummer Dreiundzwanzig am 12.12.2017: Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen; Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung; Europäische Großbanken und Klimawandel; Eine zutreffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

Nummer Zweiundzwanzig am 6.12.2017: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Nummer Einundzwanzig am 4.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundzwanzig

Inhalt: Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen; Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung; Europäische Großbanken und Klimawandel; Eine zutreffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

12. Dezember 2017

Dr. Ralf Breuer

Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen

Es ist nicht leicht, sich einen Überblick über die Angebote nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland zu verschaffen. Neben gelegentlichen Beiträgen in den einschlägigen Finanzzeitschriften und Internetseiten ist vor allem das von der das von der Verbraucherzentrale Bremen betriebene Portal www.geld-bewegt.de eine gute Quelle. Hier finden sich die seit geraumer Zeit gesammelten Informationen zum Thema gebündelt. Hier finden sich auch Angebote lokaler Genossenschaftsbanken und Sparkassen, die teilweise zweckgebundene Sparbriefe anbieten.

Auf der neuen Seite hier wird versucht, in möglichst kompakter Form einen Überblick zu gewähren und so eventuell schneller zu einem passenden Produkt bzw. Anbieter zu finden: SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung

Eine Gruppe von 12 niederländischen Finanzunternehmen (Banken, Versicherungen, Investmentgesellschaften und Pensionsfonds) hat eine gemeinsame Methodik zur Messung des „Klima-Fußabdrucks“ in ihrer Aktiva entwickelt: Die „Platform Carbon Accounting Financials – PCAF“. PCAF ist Teil der von der niederländischen Zentralbank DNB geführten „Dutch Sustainable Finance Platform“. Eine kurze Beschreibung beider Plattformen findet sich in der Presseerklärung vom 12.12.2017.

Die Einzelheiten für die verschiedenen Aktivpositionen das weitere Vorgehen werden in einer ausführlichen Studie präsentiert: Paving the way towards a harmonized Carbon Accounting Approach for the Financial Sector. Der CO2-Fussabdruck bzw. seine ist zwar kein geradliniges Anlagekonzept, aber ein notwendiger Ansatz. Auf die Probleme bei einer entsprechenden Ausrichtung von Investmentfonds weist der Beitrag Mehr Transparenz bei Investmentfonds hin.

Die niederländische Zentralbank hat vor einigen Wochen avisiert, dass sie Klimarisiken im Aufsichtsprozess der Banken berücksichtigen wird. Hierzu mehr in Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zwölf.

Europäische Großbanken und Klimawandel

ShareAction hat in einer Studie das Verhalten der 15 größten europäischen Banken gegenüber dem Klimawandel bewertet. Grundlage waren die Themen Klimarisiken, Produkte und Dienstleistungen zur CO2-Verringerung, Mitwirkung in öffentlichen Initiativen sowie die unternehmerische Umsetzung eigener CO2-mindernder Strategien.

Nicht zuletzt aufgrund der Gesetzeslage (Artikel 173) finden sich die französischen Banken in der Spitzengruppe. Besonders heterogen ist das Bild in Großbritannien: Während HSBC den dritten Platz einnimmt (vgl. HSBC Sustainable Finance Briefings 2017) rangieren zwei Wettbewerber mit weniger als 50% der Punkte auf den letzten Plätzen. Methodik und Ergebnisse sind in einer einundvierzigseitigen Studie dargestellt: Banking on a Low-Carbon Future.

Eine treffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

André M. Bajorat (u.a. CEO bei figo) hat in einem Blogbeitrag auf paymentandbanking.com sehr pointiert das Verhalten der deutschen Kreditwirtschaft bei der Digitalisierung beschrieben. Er zeichnet dabei ein sehr prägnantes Bild von der Weiterentwicklung des Sektors und legt dabei schonungslos einige Schwächen bloß: Studie: Knut zahlt bar. Prädikat „sehr lesenswert“!

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundzwanzig bis Eins

Nummer Zweiundzwanzig am 6.12.2017: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Nummer Einundzwanzig am 4.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundzwanzig

Inhalt: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

Grafik: www.paymentandbanking.com

6. Dezember 2017

Dr. Ralf Breuer

Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum

www.paymentbanking.com hat am 3.12.2017 seine Übersicht über die FinTech im deutschsprachigen Raum aktualisiert. Stellt sich die Frage, wann die Übersicht über die Anbieter von Anlagemöglichkeiten in eine eigene Grafik ausgelagert werden muss.

2017-12-03 GER FinTech

Im Bereich der Vermögensberatung und -verwaltung online verschwimmen die Grenzen zwischen „innovativ“ und „demokratisierend“ immer mehr. Die Anbieter werden zunehmend versuchen, ihre bestehenden Angebote für weitere Kunden zu öffnen und damit ihre Kapazitäten „hebeln“. Innovativ erscheinen hierbei eher die flankierenden Angebote, die die Kernleistungen attraktiver erscheinen lassen sollen. Die aktuellen Entwicklungen zusammengefasst: Robo-Advice – Viel Bewegung im Markt.

Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online

Am 5. Dezember 2017 startete mit Prospery ein weiteres Angebot. Prospery bietet Zugang zu Beratung und Vermögensverwaltung der ABN AMRO Investment Solutions und richtet sich „normalerweise“ an Kunden mit einer Anlagesumme ab € 100.000. Dieser Betrag wird allerdings nicht als ausdrückliche Mindestsumme festgesetzt, ergibt sich lediglich aus der Preisgestaltung mit monatlichen Pauschalpreisen von € 179 (nur Nutzung eines Coach) bzw. € 239 (inkl. Vermögensverwaltung). Neben einer Vermögensverwaltung mit „optimiertem Verhältnis Risiko/Rendite“ in 100 möglichen Portfolios nennt Prospery vor allem die Transparenz über alle Konten und Depots als herausragendes Merkmal. Investiert wird nach Aussagen der Internetseite überwiegend in Fonds. Thematische Varianten sind nicht offensichtlich.

Bei Prospery wird sehr deutlich, wie die Grenzen zwischen den bekannten stationären Angeboten und den Onlineangeboten verschwimmen. Dieses Angebot stellt mehr einen neuen Kanal in der Betreuung vermögenderer privater Kunden als wirklich neue Leistungen bereit. Mit Zusatzkomponenten werden bestehende Plattformen genutzt bzw. mit zusätzlichen verwalteten Vermögen „gehebelt“. Mehr zu dieser Einschätzung in Robo-Advisor – (K)eine Innovation.

Asset Management – von Verantwortung zu Wirkung

In einer aktuellen Studie sieht die französische Großbank Société Générale die Finanzindustrie auf dem Weg von verantwortungsbewußtem zum wirkungsorientierten Investieren: ESG MAGAZINE Special Edition 2017: When Responsible Investment takes Root in the Heart of Business. Bereits in der Einleitung auf S. 4 wird festgestellt: „THE NEXT STAGE – Impact investment and green investment are more recent developments which are increasingly popular. Impact investors expect a financial return on their capital, but also want to be able to measure a positive social impact of their investment.“ Auf S. 18 folgt dann die Frage „Impact Investing: Mainstream tomorrow?“. Mit dem „Standard Life Global Equity Impact Fund“ (Globale Aktien, S. 16f.) und Blue Orchard (Mikrofinanz, S. 18f.) werden zwei Beispiele aus der Finanzindustrie präsentiert.

N26 – Ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Bank- und Kreditkarten: Während Triodos hat eine Kreditkarte teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen eingeführt hat, kündigt N26 die Kreditkarte mit 18g Metallkern aus Wolfram. Wieso braucht eine Kreditkarte Metall ? Von unbegrenzter Gültigkeitsdauer findet sich jedenfalls nichts in der Pressemitteilung vom 5.12.2017. Die Karte ist wohl eher eine Reaktion auf den Markterfolg von Revolut mit subjektiv empfundenen Anmutungen von Curve.

Mobile, smartphonebasierte Modelle auf der optischen (QR-)Grundlage erscheinen da deutlich nachhaltiger: Z.B. SEQR boon. Diese Grundlage verbreitet sich in Europa u.a. durch den chinesischen Anbieter AliPay. Einige Informationen auch in Nummer Dreizehn.

Allerdings sind mit virtuellen Karte (noch) keine Abhebungen am Geldautomaten möglich. Aber wenn schon viele ein Smartphone nutzen, kann auf Material für Karte, Magnetstreifen und besonders den Chip (seltene Erden) verzichtet werden: Weniger Karten in die Brieftasche und Karte bio, alles gut? – Leider nicht….

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Einundzwanzig bis Eins

Nummer Einundzwanzig am 5.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Einundzwanzig

 

Inhalt: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

Grafik: www.climatebonds.net

4. Dezember 2017

Dr. Ralf Breuer

Green Bonds mit anhaltendem Momentum

Nachdem 2016 USD 81 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug (Climate Bonds bzw. Green Bonds) begeben wurde, überschreitet das Emissionsvolumen in den ersten elf Monaten 2017 USD 100 Mrd., so dass die Schätzungen von USD 120 bis 130 Mrd. in Reichweite sind (Quelle: www.fa-mag.com). Gemäß Climate Bonds Initiative sind die folgenden Länder größte Emittenten:

2017-12-04 Green Bonds Top10 countries

In den USA gewinnen vor allem kommunale und regionale Anleiheschuldner an Bedeutung, wobei die Mittel vorwiegend für Transport-, Wasser- und Infrastrukturprojekte verwendet werden:

2017-12-04 Green Bonds US muni

Aus Indien wird ebenfalls über eine steigende Zahl von Neuemissionen berichtet. Die nächste große Platzierung wird wohl von der staatlichen indischen Eisenbahn-finanzierungsgesellschaft IRFC vorgenommen, wie verschiedene Quellen berichten, so auch die Climate Bonds Initiative. Am 6.12.17 wurde ein Betrag von USD 500 Mio. genannt (Climate Bonds Initiative).

Die Marktentwicklung für Green Bonds ist nicht nur wegen der stark wachsenden Volumina, sondern auch aufgrund der Wertentwicklung ermutigend. Gemäß Bloomberg haben sich Green Bonds seit Jahresbeginn besser entwickelt als der weltweite Anleihemarkt:

2017-12-04 Green Bonds

45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen

Das FNG-Siegel hat 45 der 47 Bewerber mit dem „FNG-Siegel“ versehen. Gegenüber dem Vorjahr war die Anzahl der Bewerber um 25% gestiegen, ebenso die Anzahl der Fondsgesellschaften auf 21. Nur neun der Fonds wurden mit drei Sternen versehen, während 26 bzw. 10 Produkte 2 bzw. 1 Stern erhielten. Eine vollständige Übersicht findet sich auf der Liste der zertifizierten Fonds.

Bemerkenswert an der Liste erscheint, dass von den größten deutschen Investmentgesellschaften nur ein einziger Fonds mit dem Siegel versehen wurde, der ausschließlich an instutionelle Kunden gerichtet ist, der UniInstitutional IMMUNO Nachhaltigkeit. Auch er ist zu den „schwächer nachhaltig“ ausgerichteten Fonds zu zählen, bei dem „…das Portfoliomanagement ethische, soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt.“

Die Siegelkriterien folgen grundsätzlich einem weiter gefassten Begriff von Nachhaltigkeit, z.B. Mindestkriterien in der Form von Ausschlüssen bei der Mittelverwendung. In der die Siegelvergabe begleitenden Pressemitteilung wird eine zielführende Weiterentwicklung der Kriterien avisiert: „Aktuell laufen Diskussionen, Investitionen in die fossile Energiewirtschaft als zusätzliches Ausschlusskriterium neben Waffen und Nuklear aufzunehmen. Darüber hinaus stehen Überlegungen an, die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN („Sustainable Development Goals“) in der Methodik des FNG-Siegels aufzuwerten. Entsprechende methodische Anpassungen werden im Frühjahr 2018 auf der Homepage www.fng-siegel.org mitgeteilt.“ 

Eine Orientierung an war auch ein klares Ergebnis bei den Diskussionen auf dem HSBC Sustainable Finance Briefings 2017.

Schweden mit neuem Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft

In Stockholm wurde ein neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft eingerichtet. Auf der neuen Plattform soll neben Forschung auch Beratung und Training für einen größeren Beitrag der Finanzwirtschaft zu nachhaltiger Entwicklung gebündelt werden.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zwanzig bis Eins

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zwanzig

 

Inhalt: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; ToMoRRow (vormals: Goodfolio) vor dem Marktstart

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

28. November 2017

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken

Im Beitrag HSBC Sustainable Finance Briefings 2017 vom 22.11.2017 wird deutlich, wie relevant Nachhaltigkeit bereits heute für die Geschäftspolitik von Banken ist – zumindest im Ausland und bei den größten europäischen Banken. Davon ist in Deutschland bisher wenig zu spüren. Dagegen haben einige neue Unternehmen die starken Trends erkannt und ihre Geschäftsmodelle entsprechend ausgerichtet. So z.B. die Beteiligten an der SDG FinTech Initiative.

SDG FinTech Initiative

Die „SDG FinTech-Initiative“ ist von Start-ups aus Frankfurt und Frankfurt Main Finance gegründet worden, um eine Brücke zu bauen zwischen den Top-down-Ansätzen von Politik und Großindustrie und innovativen Bottom-up-Ansätzen von Start-ups aus dem Bereich der internationalen Nachhaltigkeitsagenda.

Seit 2008 ist Frankfurt Main Finance ist die Finanzplatzinitiative des Finanzplatzes Frankfurt. Zu den mehr als 40 Mitgliedern zählen neben dem Land Hessen sowie den Städten Frankfurt und Eschborn zahlreiche namhafte Finanzmarktakteure und ihre Dienstleister sowie private und öffentliche Hochschulen. Hier finden Sie die aktuelle Liste der Mitglieder und Fördermitglieder.

An der „SDG FinTech Intitiative“ sind aktuell neun Unternehmen beteiligt, die sich auf unterschiedliche Art und Weise an nachhaltigen Themen ausgerichtet haben. In dieser Präsentation haben sich die Beteiligten kurz vorgestellt.

Crowdfunding: Nachhaltige Anlage mit Diversifikation

Unter den Beteiligten der „SDG FinTech Initiative“ sind auch zwei Anbieter von Schwarmfinanzierungen (Crowdfunding): bettervest und ecoligo bieten privaten Investoren die Beteiligung an der Finanzierung von Energieprojekten u.a. in Entwicklungs- und Schwellenländern vorwiegend in Form von nachrangigen Darlehen an. Sie schließen damit eine Marktlücke, nachhaltige Direktanlagen mit kleineren Anlagebeträgen (ab €50 bzw. € 500) und gleichzeitig diversifiziert über mehrere Projekte vornehmen zu können.

Die GLS Crowd startete im Februar 2017 ist nicht Mitglied der Initiative. Die Plattform wird nicht von der GLS Bank selbst betrieben. Die Bank schlägt lediglich die Projekte vor. Die Plattform nutzt allerdings den gleichen Markenauftritt. Seit dem Start wurden sechs Finanzierungen mit einem Gesamtvolumen von € 2,34 Mio. platziert. Mit durchschnittlich € 3.765 je Zeichnung lagen die Anlagebeträge deutlich über den Durchschnitten bei anderen Anbietern.

Das Informationsportal www.crowdfunding.de listet bereits mehr als 100 Plattformen für den deutschsprachigen Raum, wobei die Bandbreite von Eigenkapital über verschiedene Darlehensarten bis zu Spenden reicht. Fundierte Informationen auch zu nachhaltigen Varianten einschließlich einem Echtgeldtest für verschiedene Anlageangebote finden sich im Portal www.kritische-anleger.de.

Mit der Finanzierung von Energieprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern werden neben dem Klimschutz auch weitere nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs) adressiert, insbesondere Armutsbekämpfung (Verdienstmöglichkeiten) und Bildung. Weitere Informationen auf der Seite Neue Produkte/Dienstleistungen.

Goodfolio vor dem Marktstart

Noch in der Entwicklungsphase befindet sich ein FinTech aus Hamburg: TMoRRow (vormals: Goodfolio). Es tritt mit dem Motto „Dein Geld. Dein Impact -Das nachhaltige Girokonto für Dein Smartphone“ an. Aktuell werden lediglich Anmeldungen für eine Warteliste angenommen. Der Start ist für 2018 geplant.

Das rein digitale Angebot soll ein Girokonto mit nachhaltiger Mittelverwendung (Erneuerbare Energien, ökologische Landwirtschaft, Mikrofinanzen …) und nachhaltige Anlageprodukte beinhalten. Aus den Umsätzen mit der aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellten Kreditkarte soll ein Aufforstungsprogramm gefördert werden. Bei € 400 Monatsumsatz würde ein neu gepflanzter Baum finanziert. Interessant, auch im deutschen Markt Finanztransaktionen mit realen Effekten zu verbinden. Hierzu wurde bereits einmal ein Beispiel aus China beschrieben: Green Digital Finance.

Konsequenter wäre es, auf die Ausgabe einer Kreditkarte ganz zu verzichten und ein rein digitales Zahlverfahren anzustreben. Der Verzicht auf Kunststoff ist lediglich das kleinere Übel, da für Chip und Magnetstreifen immer noch seltene Rohstoffe benötigt werden. Mehr dazu im Beitrag Karte bio, alles gut? – Leider nicht….

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Neunzehn bis Eins

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

HSBC Sustainable Finance Briefings 2017

Zur deutschen Version

On Nov. 21st HSBC invited to one of its „Sustainable Finance Briefings 2017“ at Duesseldorf. The bank draws a crystal-clear picture for the financial industry: Sustainability is the sector’s business case. While emerging credit and investment risks from climate change and energy transition have by far passed their inflection points, financing sustainable development defines the future for credit and investment activities. ESG criteria are important to look at, but not sufficient to assess viability of business opportunities.

Grafic: HSBC
22. November 2017
Dr. Ralf Breuer

Climate change and sustainable finance taking the centre stage

At HSBC strategy development and sustainability are jointly headed by Daniel Klier. Within 45 minutes he provided a crystal-clear picture why a bank has to focus on sustainability for the sake of its own survival.

With perspective for the next 10 to 15 years there are substantial credit and investment risks emerging from climate change and energy transition. As renewables will become more competitive, not only energy generation high-carbon technologies will become obsolete. This affects far more than power plants, even some industries as a whole can be in question, such as automotive suppliers without products relevant for electric cars.
On the positive side, energy transition opens substantial opportunities, in particular with regard to green buildings, transport, energy production and grids.

HSBC’s clear commitments

As a global bank, HSBC has a worldwide view on changing infrastructure, especially in Asia. The bank acknowledges that topics related to sustainability and to climate change in particular are not only important, but also very urgent issues. On Nov. 6th the bank renewed and broadened its‘ commitments with new ambitions: HSBC makes new sustainability pledges

  • HSBC has pledged to provide USD100 billion in sustainable financing and investment by 2025. The goal is one of five new commitments that HSBC is making to tackle climate change and to support sustainable growth in the communities it serves
  • Source 100 per cent of its electricity from renewable sources by 2030, with an interim target of 90 per cent by 2025. By signing long-term agreements with suppliers, HSBC objective is to support the development of new renewable power facilities
  • Reduce its exposure to thermal coal and actively manage the transition for other high-carbon sectors. This includes discontinuing financing of new coal-fired power plants in developed markets and of thermal coal mines worldwide
  • Adopt the recommendations of the Task Force on Climate-related Financial Disclosures to increase transparency. In its next two annual group reports, HSBC will elaborate more detailed on its approach to climate-related risks and opportunities
  • Lead and positively influence the debate about sustainable finance and investment. This includes promoting the development of industrywide definitions and standards

Building liquid markets, mitigating risks from energy transition and improving transparency are considered to be key. As the global development goals are complex and interlinked, progress in benchmarking appears to be urgent.

Sustainability from investors‘ and issuers‘ point of view

Different panels discussed the current state of sustainable finance. While institutional investors already moved into responsible investing to a great extent, the participants saw a lack of standardization in order to cover retail investors sufficiently.

Climate-related bonds and green bonds in particular were discussed with regard to the fact, that standards and transparency have fuelled the impressive market development. Given the strong momentum in this segment there is hope that further standards could mobilize more private (institutional) funds for other sustainable development purposes than climate as well.

Legislation and regulators have a crucial role as some changes seem necessary as preconditions for a more sustainability-oriented financial sector, in particular with regard to reporting and regulation. But as there are already so many initiatives under way the question is rather when than whether changes will take place.

ESG is not enough sustainability

The financial industry in general and investment funds in particular have already widely adopted criteria for ecological, social and governance aspects (ESG). In the final panel Ralf Frank, Secretary General and Managing Director of DVFA (the German association of investment professionals), raised the question, whether this already provides the necessary framework for targeting sustainable goals successfully.

Clearly it turned out, that the application of ESG criteria – e.g. based on external sustainability ratings – cannot be sufficient. On the contrary, investors should stronger focus on the SDGs. Simultaneously the view should be focus on diverse goals in order to explore additional investment opportunities and to mobilize the urgently needed additional private funding

HSBC Sustainable Finance Briefings 2017

English version

Am 21.11.2017 lud HSBC Interessenten zu einem der „Sustainable Finance Briefings 2017“ nach Düsseldorf ein. In einem dichten vierstündigen Programm wurde Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft aus Sicht der Bank, Emittenten und Investoren beleuchtet. Ganz im Gegensatz zum Eindruck von der Realität im größten Teil der deutschen Kreditwirtschaft wurde deutlich: Klimawandel und die Finanzierung nachhaltiger Entwicklung sind aktuell bereits Kernthemen der Finanzwirtschaft, denen sich kein Unternehmen der Bank- oder Versicherungsbranche entziehen kann.

Infografik: HSBC

22. November 2017

Dr. Ralf Breuer

Klimawandel und Nachhaltigkeit im Rampenlicht

Bei HSBC liegen die Strategieentwicklung und Nachhaltigkeit in einer gemeinsamen Verantwortung unter der Leitung von Daniel Klier. Er machte in 45 Minuten eindringlich deutlich, wie stark die Bank sich mit Nachhaltigkeitsthemen auseinander setzt und auseinander setzen muss, um das eigene Überleben zu sichern. Allein der Blick auf den Energiewandel zeigte, dass Banken auf Sicht von 10 bis 15 Jahren beträchtlichen Risiken ausgesetzt sein können, wenn sie die Abkehr von fossilen Brennstoffen nicht in ihrer Risikopolitik berücksichtigen.

Durch die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien werden nicht nur in der Stromerzeugung, sonder in vielen Bereichen aktuelle Technologien obsolet. So sind nicht nur Kohle- und Gaskraftwerke betroffen, sondern z.B. auch ganze Industriezweige wie Automobilzulieferer ohne Komponenten für Elektrofahrzeuge.

Neben den geschäftlichen Risiken bietet der Energiewandel auch beträchtliche Chancen, z.B. in den Bereichen energetisches Bauen, Transport sowie Energieerzeugung und deren Verteilung.verteilung.

Klares Pflichtenheft für die Bank

Als global positionierte Bank hat HSBC vor allem auch die Veränderungen der Infrastruktur insbesondere in Asien im Blick. In der klaren Erkenntnis, dass Nachhaltigkeitsthemen und ganz besonders der Klimawandel nicht nur wichtige, sondern auch dringende Themen für eine Bank sind, hat HSBC am 6. November 2017 sein „Pflichtenheft“ erneuert und mit neuen Ambitionen versehen: HSBC makes new sustainability pledges.

  • Bis 2025 werden USD 100 Mrd. für nachhaltige Finanzierung und Investitionen bereitgestellt
  • Bis 2030 sollen erneuerbare Energien den Gesamtbedarf des Konzerns decken, bis 2025 90%
  • Risiken in den Bereichen Gewinnung und Verbrennung von Kohle sollen abgebaut werden, der Energiewandel in anderen betroffenen Industriebereichen  wird aktiv begleitet und gestaltet.
  • Die Empfehlungen der vom Financial Stability Board eingesetzten Arbeitsgruppe zur Berichterstattung über klimabedingte Risiken (Task Force on Climate-Related Financial Disclores TCFD) werden übernommen und ihre Umsetzung in den beiden kommenden Geschäftsberichten präzisiert
  • HSBC will sich maßgeblich die Diskussionen um eine nachhaltigere Finanzwirtschaft einbringen, insbesondere bei der Entwicklung von Branchenstandards

Als Kernaufgaben der Banken wird die Schaffung liquider Investmentmärkte, die Verminderung der Risiken aus dem Energiewandel sowie eine Erhöhung der Transparenz gesehen. Nicht zuletzt aufgrund der Komplexität und Wechselwirkung zwischen den globalen nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) sind Maßstäbe für den Fortschritt dringend notwendig.

Nachhaltigkeit im Blick  von Investoren und Emittenten

In unterschiedlich besetzten Diskussionsrunden wurde der Stand nachhaltiger Aspekte in Finanzwirtschaft aufgenommen und diskutiert. Während institutionelle Anleger bereits eine starke Orientierung in Richtung Nachhaltigkeit vorgenommen haben, mangelt es insbesondere für Privatanleger an Standards.

Am Beispiel des stark wachsenden Marktes für Anleihen mit Klimabezug und ganz besonders für die zertifizierten „Green Bonds“ wurde deutlich, wie eine Transparenz und allgemein gültige Regeln die Marktentwicklung fördern bzw. ihr Fehlen hindert. Insofern besteht die Hoffnung, dass sich auch Grundlagen für andere nachhaltige Entwicklungsziele entwickeln lassen, um mehr privates (insbesondere institutionelles) Kapital zu mobilisieren.

Mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft erfordert unmittelbar die Beteiligung des Gesetzgebers, insbesondere in Hinblick auf eine angepasste Rechnungslegung und auch die Finanzaufsicht. Eine ganze Reihe von Initiativen weist bereits in diese Richtung und es stellt sich weniger die Frage ob, sondern eher wie rasch hier zielgerichtete Veränderungen erfolgen werden. (Mehr hierzu im Bericht zum Sustainable Finance Gipfel Deutschland sowie verschiedene Ausgaben Nachhaltigere Finanzwirtschaft, insbesondere Nummer Zwölf).

ESG ist noch nicht nachhaltig genug

In der Finanzbranche und insbesondere im Fondsgeschäft ist die Berücksichtigung von Kriterien aus den Bereichen Ökologie, Soziales und Unternehmensführung (ESG) bereits weitgehend gängige Praxis. In der Schlussrunde riss Ralf Frank, Geschäftsführer und Generalsekretär der DVFA (Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management), die Frage auf, ob damit bereits hinreichende Voraussetzungen für die Verfolgung nachhaltiger Ziele gegeben seien.

Es wurde deutlich, dass die (rückblickend) angewandten Standards, z.B. auf der Basis externer Ratings nicht hinreichend sein können. Vielmehr sollten sich Investoren unmittelbarer an den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) orientieren. Dabei darf der Blick auch nicht zu stark auf ein einziges Ziel wie die Bekämpfung des Klimawandels verengt werden. Damit können u.a. auch weitere Investitionsmöglichkeiten erschlossen werden, um weiteres, dringend notwendiges privates Kapital für Nachhaltigkeit zu mobilisieren.

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunzehn

Beitragsbild: Original Tafelbild: Sabina Kist, KLEINGELDHELDEN, Foto: comdirect

Inhalt: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

15. November 2017

Dr. Ralf Breuer

comdirect FINANZbarcamp am 10.11.2017

Im Rahmen der FinTech Week Hamburg 2017 lud die comdirect am 10.11.2017 zum FINANZbarcamp zum Thema „Geldanlagen der Zukunft“ ins Hamburger Betahaus ein. Insgesamt 24 Diskussionsrunden  à 45 Minuten streiften fast die ganze Bandbreite von aktuellen Themen in der Finanzwelt: Von der Emotionalität von Anlageentscheidungen bis zu digitaler Vermögensverwaltung, künstlicher Intelligenz und Kryptowährungen. „Investabel®“ war mit dem Thema „Zukunft = digital und nachhaltig(er) – Banken sind keine Insel“ in der Runde.

 

2017-11-10 FBC17 1

2017-11-10 FBC17 2

Fotos: Tobias Baumgarten about#Fintech

Die Ergebnisse der kurzweiligen 45 Minuten mit Mitarbeitern aus der Finanzwirtschaft, Bloggern und Beratern sind im Beitragsbild bzw. nachfolgenden Tafelbild zusammengefasst. Das Bild wurde freundlicherweise von Sabina Kist, KLEINGELDHELDEN während der Sitzung erstellt und als Foto von comdirect zur Verfügung gestellt.

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Die Diskussionsrunde hat als Kerneigenschaften für nachhaltige Geldanlageprodukte vor allem Transparenz und Glaubwürdigkeit herausgestellt. Hieran mangelt es vor allem einer Vielzahl von Fonds, die sich zwar an Nachhaltigkeitskriterien (z. B. Ausschlüsse, ESG, Best-in-class, Wertekataloge etc.) orientieren, jedoch weder für Berater noch für Kunden wirklich nachvollziehbar sind.

Banken ist dazu zu raten, Nachhaltigkeit nicht nur als Konzept, sondern als Haltung zu positionieren. Zudem wirkt „nachhaltig“ ähnlich verschwommen wie „bio“ und bedarf klarer Standards. Dies ist bekanntermaßen auch Teil der Konzepte für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft in Europa. Vgl. Sustainable Finance Gipfel Deutschland und Nachhaltigkeit auf dem Weg in Rechnungslegung und Regulierung?.

Im Anschluss an den kommunikativen Tag mit einem sehr aufgeschlossenen Teilnehmerkreis wurden die Gewinner des diesjährigen comdirect finanzblog award 2017 bekanntgegeben und geehrt. Noch einmal einen herzlichen Glückwunsch an die Preisträger!

Die Fintech Week Hamburg 2018 ist bereits geplant: 15. bis 19. Oktober 2018.

Die Bitcoin grüßt von überall, aber…

Interessenten für Kryptowährungen und den Einsatz von Verfahren auf der Grundlage der Blockchain ist unbedingt der Artikel von Jürgen Siegert (COO von Traxpay) empfohlen: Die „disruptivste“ Zahlmethode… mit der kann man doch eigentlich gar nicht richtig bezahlen.

Kernaussage: „Wie sieht es aber bei diesem neuen, dezentralen, disruptiven und gehypten Bitcoin auf der Blockchain aus? Leider sehr sehr düster im Vergleich! Die Blockgröße von Bitcoin begrenzt die Anzahl der Transaktionen pro Sekunde auf maximal sieben. Realistisch in der Praxis ist eher drei bis vier Transaktionen pro Sekunde. Bitcoin müsste also 64.000 mal schneller werden um “nur” das diesjährige Alipay-Volumen zu verarbeiten. Bei der aktuellen Wachstumsrate von Alipay hieße dies: Kommendes Jahr müsste Bitcoin sogar 128.000 mal schneller sein und dann hat noch kein Europäer oder Amerikaner eine einzige weitere Transaktion verarbeitet.“

Botschaft: Die Abwicklung von Verkaufsrekorden wie bei Alibaba/AliPay am 11.11. sind auf der Grundlage von Blockchains geschwindigkeitsbedingt aktuell schlicht unmöglich. Ähnlich argumentiert Laura Cox auf disruptionhub.com.

…und der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Sehr interessant ist auch eine Präsentation von Benoit Legrand, Global Head of Fintech, CEO ING Ventures bei der ING Group: Innovation for success in the digital age: sharing ING’s experience.

Kernaussage/Schlusssatz letzte Folie: „The main challenge of the digital revolution is not digital … it is human and cultural“.

Übersicht Blogbeiträge

Aktuelles – Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Achtzehn bis Eins

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtzehn

Grafik: UN environment

Inhalt: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

8. November 2017

Dr. Ralf Breuer

Global Financial Development Report 2017/2018

Die Weltbankgruppe veröffentlichte am 7.11.2017 den diesjährigen Global Financial Development Report 2017/2018. Neben den Risiken des globalen Finanzsystems wird u.a. die Mobilisierung von Finanzmitteln für kleine und mittlere Unternehmen, finanzielle Inklusion und die steigende Bedeutung von FinTech thematisiert. Über die Kernbotschaften der Studie gibt die Gruppe hier einen Überblick.

Roadmap for a Sustainable Financial System

UN Environment und Weltbankgruppe stellen auf dem Klimagipfel am 13.11.2017 in einer Studie Wege zu einer nachhaltigeren Finanzwirtschaft vor, die Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP 23. Die Vorschläge sind in den folgenden Übersichten zusammengefasst:

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Quelle: UN environment

Glücksatlas 2017 – Schwerpunktthema Nachhaltigkeit

Nachhaltiges Engagement ist das Schwerpunktthema im diesjährigen Deutsche Post Glücksatlas. Nach der Studie ist die Lebenszufriedenheit in Deutschland weiterhin auf hohem Niveau. Nachhaltiges Engagement macht hiernach (noch) glücklicher und wäre bei der Geldanlage auch gewünscht und bei entsprechenden Angeboten leicht zu realisieren, wie in Nummer Sechzehn zitierte Studie des NKI – Institut für nachhaltige Kapitalanlagen gezeigt hat.

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Quelle: Deutsche Post Glücksatlas 2017 – Kernbotschaften

Consorsbank platziert Nachhaltigkeit prominent

Die Consorsbank hat in ihrer aktuellen Kundeninformation und auch auf ihrer Zugangsseite Informationen zum Klimagipfel COP23 in Bonn sowie zu nachhaltigen Geldanlagen prominent platziert unter Wissen aktuell. Angeboten werden Fonds der Muttergesellschaft BNP Paribas bzw. dem gruppenzugehörigen Vermögensverwalter BNP Paribas Asset Management.

Angeboten werden zwei Aktienfonds mit den Themen Umwelt bzw. Wasser sowie ein „balanced“ Mischfonds. Consorsbank stellt ganz zutreffend die Aktualität von Nachhaltigkeit als Anlagethema heraus. Im Informationsangebot der Consorsbank findet sich – ebenfalls von BNP Paribas Asset Management – einer der wenigen Rentenfonds auf Klima-und Umweltschutzanleihen (Green Bonds) im Vertrieb für Privatanleger in Deutschland, der Parvest Green Bond Classic, der anlässlich der Nachhaltigkeitswoche im Oktober lanciert wurde (Informationen in Nummer Zwölf).

NRW-Pensionsfonds am FNG-Siegel orientiert

Der aus den Beständen von Versorgungsrücklage und Versorgungsfonds neu geschaffene Pensionsfonds des Landes NRW hat seine Anlagerichtlinien erlassen und richtet sich explizit auf die Nachhaltigkeitsforderungen des FNG-Siegels aus. Der z.Zt. mit € 10,4 Mrd. bestückte Pensionsfonds hat sich bei der Definition von Ausschlusskriterien im vollen Umfang am FNG-Siegel orientiert. In den Anlagerichtlinien ist bestimmt, dass Investitionen in Waffen und Kernenergie wie beim FNG-Siegel ausgeschlossen sind. Auch Verstöße gegen international anerkannte Normen auf den Gebieten Menschenrechte, Arbeitsrechtsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung führen zum Ausschluss aus dem Fonds. Diese Bestimmungen gelten auch für Fonds, in die die Gelder des Pensionsfonds investiert werden. Fonds, die das FNG-Siegel tragen, qualifizieren sich automatisch für den Fonds. Dem NRW-Pensionsfonds werden jedes Jahr mehr als EUR 200 Mio. durch den Landeshaushalt zugeführt. Quelle: Pressemitteilung FNG Siegel – GNG – Gesellschaft für Qualitätssicherung Nachhaltiger Geldanlagen mbH vom 7.11.2017

 

Übersicht Blogbeiträge

Aktuelles – Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebzehn bis Eins

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebzehn

Grafik: ING DiBa

Inhalt: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

6. November 2017

Dr. Ralf Breuer

Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft ?

Bundesminister Peter Altmaier bezeichnete in einem Interview bei Zeit online Nachhaltigkeit als die verbindende Idee zwischen den Verhandlungspartnern der „Jamaika-Koalition“. Zwar hatte keine der verhandelnden Parteien eine nachhaltigere Finanzwirtschaft dediziert im Wahlprogramm (vgl. Nummer Fünf vom 12.9.2017), vor dem Hintergrund der starken Sachzwänge insbesondere die Eindämmung des Klimawandels erscheint aber eine Aufnahme in das Arbeitsprogramm einer neuen Regierung sehr naheliegend.

Die Passage aus dem Interview bei Zeit online im Wortlaut:

ZEIT: Sehen Sie eine gemeinsame Idee, eine Überschrift für Jamaika?

Altmaier: Auch wenn man diese Konstellation ideologisch nicht überhöhen sollte, gibt es etwas, was uns alle verbindet: die Idee der Nachhaltigkeit. Wenn man ein nachhaltig hohes Wachstum will, muss man für nachhaltige ökologische Rahmenbedingungen sorgen. Umgekehrt kenne ich kein Land, das beim Thema Umwelt vorne liegt, aber wirtschaftlich schwach ist – ganz einfach, weil der Umweltschutz Geld kostet.

McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal

In einem gemeinsamen Artikel von McKinsey-Mitarbeitern aus Boston, Paris und Stockholm wird Nachhaltigkeit als neue Normalität bei institutionellen Investoren beschrieben. S. Bernow/B. Klempner/Clarisse Magnin: From ‚why! to ‚why not‘: Sustainable Investments as the new normal. Gemeint ist hierbei eher „verantwortungsbewußt“ im Sinne von Ausschluss- und Negativkriterien sowie die Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und Unternehmungsführungsfaktoren (ESG). Auch wird die Orientierung an den 17 nachhaltigen globalen Entwicklungszielen kurz angerissen, da sich an ihnen positive Wirkungen festmachen lassen.

Französische Banken: Green Supporting Factor

Der französische Bankenverband FBF – Fédération Bancaire Francaise hat mit dem „Green Supporting Factor“ einen Vorschlag zur Unterstützung der Finanzierung der Energiewende vorgelegt: How to successfully finance the Energy Transition. Der Vorschlag beinhaltet:

  1. Eine Kapitalentlastung für Klimafinanzierungen
  2. Zertifizierung von Projekten/Aktivpositionen
  3. Berücksichtigung aller Projekte, unabhängig vom Status als Privatperson, Unternehmen oder öffentliche Institution

Insgesamt ein sehr „schlanker“ und einleuchtender Vorschlag, der sehr im Sinne der europäischen Bestrebungen für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft wäre.

FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen

Eine wahre Fundgrube aktueller Entwicklungen im Finanzsektor ist das Internetangebot der spanischen Großbank BBVA mit dem von ihr seid 2009 ausgeschriebenen Open Talent Award. Neben den Preiskategorien „Identität“, „Künstliche Intelligenz“, „FinTech für Unternehmen“, „Global Trends“ und „Regional“ werden zusätzliche Sonderpreise für „Financial Inclusion“, „Women in FinTech“ sowie „2 Tickets for Pioneers 18“ ausgeschrieben.

Die Grenzen zwischen den verschiedenen Kategorien sind dabei eher weniger scharf gesetzt. Preisträger für „Financial Inclusion“ 2017 ist der mexikanische Anbieter ePesos, der Geschäftskunden direkte Zahlungen via Facebook, Mobilfunk oder Email ermöglicht.  Finanziert wird ePesos unter anderem von dem mit USD 200 Mio. ausgestatteten Fond „Santander InnoVentures“. Auch der Regionalpreisträger Pago46 aus Chile bietet Zahlungen für Menschen ohne Kontoverbindung.

Viele Teilnehmer des Wettbewerbs bedienen auch Elemente der finanziellen Bildung, die nicht nur in Schwellenländern eine größere Bedeutung hat. So richtet sich das für Mexiko ausgezeichnete Projekt akiba – Caja de Empleados auf die Ersparnisbildung von Berufstätigen.

Globales Dauerthema Finanzbildung

Im Vorfeld des Weltspartages am 30.10.2017 wurden die Meldungen zum Thema „Finanzbildung“ immer zahlreicher und nicht nur für Entwicklungs- und Schwellenländer. Auch für Westeuropa einschließlich Deutschland bestehen deutliche Mängel. Sowohl bei den Privatkunden (vgl. ING DiBa Research vom 25.10.2017 und Beitragsbild) als auch den Beratern in der Finanzwirtschaft werden deutliche Defizite beklagt (vgl. Nummer Sechzehn).

 

Übersicht Blogbeiträge

Aktuelles – Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechzehn bis Eins

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Die FinTech-Welt ist (k)eine Scheibe!

Quelle/source Grafik: Santander

English abstract: The World of FinTech is (not) a Slice! Many FinTech views suggest a perspective on a slice: Based on technology something is offered to businesses or consumers via internet and/or mobile devices. FinTech are rarely analysed with regard to their business cases and likelihood for success. Thus, some survived  even ten years of loss-making despite lacking business case,  many didn’t make it to critical mass/break-even despite convincing technological and commercial concepts. This articles tries to shade some additional light.

Die Sicht auf FinTech erscheint in vielen Medien stark vereinfacht: Technologische Basis, Vertrieb über Internet bzw. mobile Medien. Die Geschäftsmodelle und ihre Erfolgswahrscheinlichkeit werden dabei seltener beleuchtet. Dieser Beitrag folgt einer etwas anderen Systematik, die sich stärker an den Geschäftszwecken orientiert.

2. November 2017

Dr. Ralf Breuer

Die Welt der FinTech als Scheibe

Beschreibungen der FinTech-Welt lesen sich manchmal einfach: Basis Technologie, Vertrieb Internet, B2C, B2B, B2B(2C), P2P. Dabei werden noch einige wenige Subkategorien unterschieden: Investment, Finanzierung, Immobilien, Versicherungslösungen (InsurTech – Insurance Technology), Zahlungsverkehr (Payments). So auch die Profilierung in der Studie von comdirect, der die nachfolgende Übersicht entnommen ist. Hinzu kommen noch Lösungen für Compliance und Regulierung (RegTech – Regulatory Technology) bzw. von den Aufsichtsbehörden entwickelte Anwendungen (SupTech – Supervisory Technology).

2017-10-26 FinTech Comdirect

Damit erschließen sich zwar grob die Blickrichtungen, aber keinesfalls die Motivation für die Entwicklung weiterer Lösungen.

GAFA+ helfen zu verstehen

Die Finanzdienstleistungsangebote der großen Technologiekonzerne haben es in eine eigene Liga der FinTech geschafft. GAFA steht für Google, Apple, Facebook und Amazon. GAFA+ soll andeuten, dass dabei mindestens zwei wichtige Anbieter fehlen: PayPal und Alipay bzw. Ant Financial aus dem chinesischen Alibaba-Konzern.

Die GAFA+ sind nicht auf dem Weg, die Banken zu ersetzen, wohl aber die finanziellen Bedürfnisse ihrer Nutzerbasen zu befriedigen. Dies zeigt insbesondere AliPay mit Angeboten für chinesische Touristen im Ausland, die von den europäischen bzw. us-amerikanischen Banken nicht vorgehalten werden. Mehr hierzu in Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreizehn

Welche FinTech braucht die Welt?

Die Erfolgswahrscheinlichkeit von FinTech war bereits einmal Gegenstand eines früheren Beitrags: Erfolgsgrundlagen für FinTech. Die Kernthese besteht darin, „wirkliche Probleme zu lösen“, im Wesentlichen un(ter)versorgte Kundenbedürfnisse zu bedienen. Dies ist aber bei vielen Angeboten nicht der Fall. Sie sind eher auf die Nutzung von bestehenden Angebotsdefiziten gerichtet, z.B. exzessive Margen im privaten internationalen Zahlungsverkehr, den etwa die deutschen Banken fokussierten, sehr profitablen Nischenanbietern wie Western Union überlassen haben.

Grundsätzlich gilt aber für FinTech – Neue Medien, alte Regeln. Neue Banken entstanden überwiegend aus Lücken in bestehenden Angeboten.

Ein Blick nach Afrika vereinfacht die Sicht: Dort haben weite Teile der Bevölkerung noch keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen, FinTech überbrücken das Fehlen physischer Infrastruktur und zielen auf Einbeziehung von mehr Menschen in den Markt für Finanzdienstleistungen, finanzielle Inklusion. (Die historisch bekanntermaßen die Gründung von Genossenschafts- und Postbanken sowie Sparkassen motivierte).

Untervorsorgung von Kundenbedürfnissen ist in den Teilen des Angebots zu beobachten, die aus Kostengründen nur für bestimmte, vermögendere Kundenkreise reserviert wurden, z.B. in der Vermögensverwaltung. Hierbei handelt es sich also vorrangig um die Beseitigung von Diskriminierung oder „Demokratisierung von bestehenden Leistungsangeboten“. Dies ist insbesondere bei internetbasierten Angeboten im Wertpapiergeschäft, z.B. in der Vermögensverwaltung durch einen Robo-Advisor der Fall (vgl. auch Robo-Advisor – (K)eine Innovation).

In Deutschland ist eine weitreichende Untervorsorgung von nachhaltigen und alternativen Geldanlagen durch weite Teile der Kreditwirtschaft zu beobachten. Dies belegt auch die jüngste Studie des Instituts für nachhaltige Kapitalanlagen: Während 40% der Privatanleger nachhaltige Geldanlagen wünschen, haben sie nur 4,8% auch realisiert. Dies ist einem Mangel an Produktangeboten und fehlender Beraterqualifikation geschuldet. Vor diesem Hintergrund erklärt sich zumindest teilweise die beachtliche Zahl von Angeboten zur Schwarmfinanzierung (Crowdfunding) im deutschsprachigen Raum: Das Informationsportal www.crowdfunding.de führt derzeit mehr als 100 Angebote für Deutschland, Österreich und die Schweiz auf seiner Liste.

Die Praxis ignoriert Zusammenhänge

Offenbar werden in der Praxis bestehende Zusammenhänge dadurch systematisch ignoriert, dass die bestehenden Herausforderungen des Umfelds nicht zusammenhängend, sondern isoliert bearbeitet werden. Anders sind Beiträge wie der von Eric Salzmann am 1. November 2017 mit dem Titel Digitaler Wandel in der Bank: Einfacher als gedacht nicht zu erklären. Vielmehr gilt, dass Digitalisierung, Regulierung und auch das Thema Nachhaltigkeit viele inhaltliche Verbindungen aufweisen und deshalb auch verbunden bearbeitet werden müssen. Mehr hierzu: Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen.

Angriff ist kein Selbstzweck

Die Entstehung von neuen Kundenangeboten und mögliche Angriffe auf bestehende Angebote ist kein Selbstzweck, sondern folgt altbekannten Regeln, Lücken im Marktangebot oder exzessive Margen. Ein erheblicher Anteil der FinTech ist eher als Serviceangebot und Ersatz technischer Infrastruktur zu verstehen.

Einen erfrischenden Blick bietet die Liste der 10 Preisträger des diesjährigen Preisträger für Innovationen im Privatkundengeschäft im efma-Accenture Banking Innovation award program: Bei neun der zehn prämierten Ideen ist ihr praktischer Wert aus der kurzen Beschreibung leicht nachvollziehbar. Gedanken zu Nr. 10 gerne auf Nachfrage hier: Kontakt/Contact.

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechzehn

Grafik: BNP Paribas Asia Pacific

Inhalt: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

27. Oktober 2017

Dr. Ralf Breuer

Sustainable Finance Gipfel 23.10.2017 Frankfurt/Main

Der „Hub for Sustainable Finance Germany (H4SF)“ lud für den 23.10.2017 zum „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ in Frankfurt ein. Die Veranstaltung mit einem dichten Programm war mit mehr als 150 Anwesenden und weiteren 80 Beobachtern in einem Livestream sehr gut besucht. Ein Videomitschnitt ist über den obigen Link verfügbar. – Die Veranstaltung ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer Nachhaltige(re)n Finanzwirtschaft in Deutschland. Nachfolgend einige (subjektive) Eindrücke von der Veranstaltung. Nähere Eindrücke im Beitrag Sustainable Finance Gipfel Deutschland.

Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz

Der erste Artikel in diesem Blog war dem Thema Geld anlegen und Gutes tun? – Leichter gesagt als getan gewidmet. Spiegel Online berichtet am 27.10.2017 über eine Studie des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag des Institut für nachhaltige Kapitalanlagen (NKI)Instituts für nachhaltige Kapitalanlagen (NKI): Deutsche wollen ihr Geld nachhaltig anlegen – tun es aber nicht: „Das Interesse von deutschen Anlegern an nachhaltigen Geldanlagen ist nicht gerade gering: Immerhin 40 Prozent aller Privatanleger in Deutschland finden nachhaltige Kapitalanlagen so attraktiv, dass sie ihr Geld dort investieren würden. … Doch für ein solches Investment haben sich bislang nur mickrige 4,8 Prozent der Privatanleger entschieden.“

Die Anleger bemängeln vor allem fehlende Transparenz (40%) und unklare Wirkungen für eine nachhaltigere Entwicklung (35%) sowie höhere Risiken (31%) und unzureichende Beratung durch die Hausbank (22%, Mehrfachnennungen möglich). Leider ist diese Einschätzung sehr gut nachvollziehbar und weist den Weg zu einem größeren Markterfolg nachhaltiger Geldanlagen. Den Bericht bei Spiegel Online finden Sie hier: Deutsche wollen ihr Geld nachhaltig anlegen – tun es aber nicht. Auch die zwölfseitige Studie des NKI ist online verfügbar: Nachhaltige Kapitalanlagen bei Privatanlegern.

Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen

Am 26.10.2017 fanden u.a. in Singapur und Dublin Veranstaltungen zu einer Nachhaltigeren Finanzwirtschaft statt. Das von der französischen Großbank BNP Paribas veranstaltete Sustainable Finance Forum fand bereits zum zweiten Mal und prominenter Besetzung statt.

In Dublin referierte Niall Bohan von der EU-Kommission zu den bisherigen Ergebnissen der von der Kommission mandatierten High-Level Expert Group on Sustainable Finance (HLEG). Der Abschlussbericht der HLEG wird zum Jahresende 2017 vorgelegt. Auf dessen Grundlage wird die EU-Kommission dem EU-Parlament zum Jahresbeginn 2018 Empfehlungen für eine nachhaltigere Gestaltung des europäischen Finanzmarktes unterbreiten.

Börse Johannesburg mit Green Bonds

Am 25.10.2017 eröffnete die Börse Johannesburg (Johannesburg Stock Exchange, JSE) das Segment für Green Bonds. An der Börse ist bereits eine Anleihe Kapstadt mit einem Volumen von rund € 165 Mio. notiert. JSE hat sich auf die international geltenden Standards verpflichtet. In der Presseerklärung beziffert sie das aktuelle Marktvolumen mit USD 895 Mrd.

GAFA+ Alipay(cab) in den USA

Zusammen mit dem Partner Verifone ermöglicht Alipay chinesischen Reisenden zukünftig die Nutzung mobiler Zahlungsdienste bei Taxifahrten in Las Vegas (2.100) und New York (14.000). Der chinesische Zahlungsverkehrsdienstleister folgt somit weiter den Zahlungsströmen der Nutzer im Ausland, u.a. in europäische Geschäfte mit Luxusgütern (vgl. Nummer Dreizehn).

Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren

Das it-finanzmagazin.de berichtet über die Zusammenarbeit des auch in Deutschland tätigen Zahlungsdienst Revolut mit dem Onlineversicherungsdienst simpleinsurance. Revolut-Kunden können zukünftig online (innerhalb von 30 Sekunden) eine von der Allianz gedeckte weitreichende Versicherung ihrer Smartphones abschliessen. Revolut ist vor allem auf Vielreisende fokussiert und bietet den günstigen Transfer zwischen z.Zt. 25 Währungen an. Einzelheiten zum Angebot für € 1,– pro Woche auf der deutschen Angebotsseite von Revolut.

Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Roboadvisor trifft finanzielle Bildung: Stash ist ein Anbieter von Bank- und Anlagedienstleistungen ab USD 5,00 auf der Basis von Smartphones. Der Anleger kann nicht nur, er soll thematisch nach seinen Vorlieben und Überzeugungen investieren. Hierfür stehen 30 ETF zur Verfügung, die unter flotten Bezeichnungen wie z.B. „The Activist – Green and Clean“ oder „The Techie – American Innovators“ nach drei Risikoneigungen (konservativ/modarat/agressiv) investiert. Hierfür steht mit Auto Stash ein Programm zur Verfügung. Damit ist Stash auch Roboadvisor.

Besonders herausgehoben werden edukative Elemente. Stash richtet sich ausdrücklich an Kunden mit wenig oder ohne Wertpapiererfahrung, denen vielfältige Informationsmöglichkeiten und Ratschläge geboten werden. Leider sind einige Dinge nicht ganz transparent, z.B. der Mix in den Risikoklassen. Insgesamt aber sehr flott gemacht und mit aufwändigen Informationen didaktisch aufgebaut. Sicherlich ein gutes Beispiel für „Kundenerlebnis“ in der jungen Zielgruppe.

Übersicht Blogbeiträge

Aktuelles – Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfzehn bis Eins

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Sustainable Finance Gipfel Deutschland

Der „Hub for Sustainable Finance Germany (H4SF)“ lud für den 23.10.2017 zum „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ in Frankfurt ein. Die Veranstaltung mit einem dichten Programm war mit mehr als 150 Anwesenden und weiteren 80 Beobachtern in einem Livestream sehr gut besucht. Ein Videomitschnitt ist über den obigen Link verfügbar. – Die Veranstaltung ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer Nachhaltige(re)n Finanzwirtschaft in Deutschland. Nachfolgend einige (subjektive) Eindrücke von der Veranstaltung. Weitere Eindrücke finden sich unter den nachstehenden Links sowie auf Twitter unter #SFGD bzw. #H4SF.

Beitragsbild: Rat für Nachhaltige Entwicklung

24. Oktober 2017, ergänzt 25. Oktober 2017

Dr. Ralf Breuer

Deutschland im Rückstand

Der „Hub for Sustainable Finance“ startet auf der Grundlage einer wenig positiven Diagnose: „Deutschland hinkt im europäischen Vergleich bei dem Thema “Sustainable Finance” hinterher – so die Diagnose. Ein “Hub for Sustainable Finance” könnte Bewegung in die Entwicklung bringen. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und die Deutsche Börse AG arbeiten seit Sommer 2017 gemeinsam daran, ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten im Finanzsektor zu koordinieren und weiter voranzutreiben.“ (www.nachhaltigkeitsrat.de).

Ein Blick in die Nachbarländer und einige andere europäische Länder bestätigt dies. Einige Informationen am Beispiel Frankreich im Beitrag Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zwölf.

Dichtes Programm

Der Sustainable Finance Gipfel Deutschland hatte eine sehr lange und dichte Agenda, die fast ohne Powerpointfolien in einen offenen Austausch der Anwesenden mündete. In insgesamt sieben Panels und drei Referaten wurden die verschiedenen Problemfelder für ein „Mehr“ an Nachhaltigkeit in der deutschen Finanzwirtschaft beleuchtet.

Die Veranstaltung basierte auf den Thesenpapier des Steuerungskreises: „Thesenpapier:

Die Thesen wurden vom Steuerungskreis des Hub for Sustainable Finance (H4SF) mit dem Ziel entwickelt, die wichtigsten Handlungsfelder zur Umsetzung eines nachhaltigen Finanzsystems zu definieren. Sie speisen sich aus der inhaltlichen Schnittmenge zwischen dem Interimsbericht der High Level Expert Group on Sustainable Finance der EU Kommission, der PRI Roadmap für Deutschland, dem Living Document Sustainable Finance des Rates für Nachhaltige Entwicklung, der Zielsetzung der Accelerating Sustainable Finance Initiative der Deutschen Börse und den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures des Finanzstabilitätsrates. Originalquellen unter folgendem Link

1. Der Politik kommt eine impulssetzende Rolle als Gestalterin zu, die sie bislang noch
nicht ausreichend wahrnimmt.

2. Der Staat muss seine Vorbild- und Lenkungsfunktion zur konkreten Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie voll wahrnehmen.

3. Nachhaltiges Finanzieren erfordert ein neues Verhältnis zwischen Staat und
Finanzwirtschaft, das gesellschaftlichen Zielen und allgemeiner Integrität dient. Dies
verlangt eine strategische Ausrichtung und Steuerung mit Indikatoren und Zielen.

4. Es bedarf derIdentifikation und Entwicklung geeigneterInstrumente, um die
Infrastrukturen der Zukunft zu finanzieren.

5. Das Wissen und die Kompetenzen um treuhänderische Pflichten und die spezifische
Verantwortung in der Finanzwirtschaftist weiterzuentwickeln.

6. Die Finanzwirtschaft in Deutschland sollte einen sichtbaren Beitrag leisten, um die
globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

7. Integriertes Nachhaltigkeitsmanagement sollte selbstverständlicher Bestandteil
unternehmerischen Verhaltens aller Marktakteure sein.

8. Eine gute Berichterstattung ist eine wichtige Grundlage zur Bewertung gesellschaftlicher Beiträge von Wirtschaft und Finanzindustrie. Qualität, Verfügbarkeit und Vergleichbarkeit der Daten sind deutlich auszubauen.

9. Nachhaltigkeitsaspekte müssen Eingang finden in die Risikokultur der Finanzwirtschaft.

10. Institutionelle Investoren sollten ihren Einfluss als Aktionäre aktiv und
verantwortungsvoll ausüben.

Diese Thesen wurden im Laufe des Tages im wesentlichen bestätigt und bilden die Leitlinien für die weitere Arbeit des H4SF.

Lieber unvollkommen anfangen, als perfekt zögern

Michael Schmidt, Geschäftsführer der Deka und einziges deutsches Mitglied der hochrangigen Expertengruppe der EU-Kommission (High-Level Expert Group on Sustainable Finance, HLEG), leitete das Programm mit einem Zitat von Thomas Alva Edison ein „Es ist besser, unvollkommen anzupacken, als perfekt zu zögern“.

2017-10-24 Apathy

In seinem Grußwort charekterisierte der hessische Staatsminister Tarek Al-Wazir eine nachhaltigere Finanzwirtschaft als „nachhaltig alternativlos“. Dr. Ludger Schuknecht vom Bundesministerium der Finanzen forderte die Finanzwirtschaft auf, in Sachen Nachhaltigkeit nicht nur „Maker und nicht nur Taker“ zu sein.

Der Vorsitzende der HLEG, Christian Thimann, Head of Regulation, Sustainability & Insurance Foresight AXA Group, stellte in seinem Impulsreferat die fünf Kernthemen des Zwischenberichts der HLEG vor, die auch die verschiedenen Akteure und die von Ihnen notwendigen Maßnahmen ansprechen. Dabei sind politische Instanzen ebenso gefordert wie die Akteure an den Finanzmärkten.

In seiner Keynote „Die Rolle von Notenbanken in einem nachhaltigen Finanzsystem“ referierte Vorstandsmitglied Prof. Dr. Joachim Wuermeling den Arbeitsstand bei der Deutschen Bundesbank. Nachhaltigkeit wirkt hier in die verschiedenen Aufgabengebiete Finanzmarkt- und Bankenaufsicht, Geldpolitik und die Fremdportfolioverwaltung hinein.

Prof. Wuermeling schloss seine Ausführungen mit einem klaren Appell: „Meine Damen und Herren, Vernetzung und Reden ist wichtig. Dafür sind wir hier. Das ist die wichtige Aufgabe des Hub for Sustainable Finance. Es ist aber genauso bedeutsam, dass wir morgen in unsere Institutionen und Unternehmen zurückgehen und den Worten Taten folgen lassen. Diese Konferenz kann ein Startpunkt sein. Denn Nachhaltigkeit entsteht nicht nur durch Diskussionen, sondern vor allem durch Handeln.“

Wahrnehmungs-/Bewusstseinschwäche(n) ?

Nur wenige deutsche Kreditinstitute außerhalb der ethisch oder ökologisch geprägten Gruppe stellen die geschäftspolitische Bedeutung von Nachhaltigkeit so stark heraus wie die Kreissparkasse Köln, die mit ihrem Vorstandsmitglied Dr. Klaus Tiedeken im Panel II vertreten war. Auch die Ausführungen von Dr. Henrik Pontzen, Trinkaus & Burkhardt AG, im Panel I ließen erkennen, dass Nachhaltigkeitskriterien als Leitlinien der Unternehmensführung anerkannt werden.

Nachhaltig orientierte Produktangebote sind in Deutschland noch ein Nischenmarkt. Michael Schmidt stellte in seinen abschließenden Bemerkungen vor diesem Hintergrund die Frage in den Raum, ob die deutsche Finanzwirtschaft in Bezug auf nachhaltige Produktangebote einer Wahrnehmungs- oder Bewußtseinsschwäche unterliegt. Da Nachhaltigkeit als geschäftspolitisches Thema im benachbarten Ausland bereits sehr prominent positioniert ist, spricht einiges für diese These.

Leider besteht der ungesunde Eindruck, dass nachhaltige oder ökologische Themen vor allem leicht zu erhöhten Risiken und/oder in die Schmuddelecken der Finanzwirtschaft führen könnten. Über entsprechend schlechte Erfahrungen berichtete auf dem Gipfel auch Prof. Bachmann vom Rat für Nachhaltige Entwicklung. Ein Bericht in ÖKO-Test 4/2017 (S. 128ff., Grüne Geldanlage – Wenig Licht, viel Schatten) stützt eine solche Beobachtung. Alternativ werden Anlagen beschrieben, die aufgrund ihrer mangelnden Transparenz eher zu verwirrenden Ergebnissen führen (ÖKO-Test 10/2017, S. 66ff., Nachhaltige Indizes und Indexfonds – (K)eine bessere Wahl. Die guten Anlagekonzepte bleiben dabei leider im Hintergrund.

Dass die Berücksichtigung von Werten keinesfalls die Rendite schädigen und das Risiko erhöhen muss, ist in Fachkreisen anerkannt. Große professionelle Investoren (wie z.B. Pimco) orientieren sich mittlerweile an den globalen nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) als Richtungswerte bei ihren Anlageentscheidungen.

Versuch einer kurzen Synopse

Das sehr dichte und ausführliche Programm beleuchtete viele Facetten des Themas. Nachstehend die Kernpunkte in einer stark verkürzten persönlichen Sicht:

  • Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden sollten die Finanzwirtschaft zu Nachhaltigkeit motivieren. Hierzu müssen auch Voraussetzungen derart geschaffen werden, dass das Rechnungswesen sich an einem längeren Zeithorizont ausrichtet und längerfristige, weniger liquide Finanzierungen als Beitrag zur Nachhaltigkeit nicht länger durch erhöhte Kapitalanforderungen sanktioniert werden.
  • Unter den genannten Voraussetzungen sollten die Akteure an den Finanzmärkten ihre Geschäftsmodelle längerfristig auslegen und damit zu einer nachhaltigen Stabilität der Finanzmärkte beitragen.
  • Nachhaltigkeit muss insgesamt stärker in den Fokus der Geschäftspolitik rücken. Bislang ist die Thematik eher „beauftragt“ und nur mit knappen Ressourcen ausgestattet. Ist entspricht den Herausforderungen, denen sich die Branche  gegenüber sieht. Vgl. Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen.
  • Eine gewisse Uneinigkeit besteht in den Kundenwünschen: Fehlt das Produktangebot oder ist die Nachfrage (noch) zu gering. Auch wenn die aktive Kundennachfrage relativ gering ist, so ist die passive Aufnahme sehr positiv. Leider fehlt es aber an Produkten und Beraterwissen. Der gesellschaftliche  Trend zu Nachhaltigkeit ist unbestritten. Eigentlich Grund genug, an passenden Angeboten zu arbeiten. Und es besteht eigentlich hinreichend Eigeninteresse: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0. Die wenigen Angebote in Deutschland sprechen insgesamt für eine Bewusstseinsschwäche in der Finanzwirtschaft.

Offen blieben die nächsten Schritte des H4SF. Konkreter kann es wahrscheinlich auch erst nach einer Regierungsbildung werden, wenn die deutsche Politik wieder handlungsfähig wird.

Links zum Sustainable Finance Gipfel am 23.10.2017 in Frankfurt/Main

Informationen und Agenda zum Sustainable Finance Gipfel Deutschland

Videomitschnitt (9 Stunden!)

Key Note von Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung

Keynote von Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Vorstandsmitglied Deutsche Bundesbank: „Die Rolle von Notenbanken in einem nachhaltigen Finanzsystem“

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzehn

Grafik: https://paymentandbanking.com/german-fintech-overview-unbundling-banks/

Inhalt: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

18. Oktober 2017

Dr. Ralf Breuer

Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech

Drei amerikanische Rechtswissenschaftler haben über das CFA Institute eine knappe, aber erschöpfende Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech mit Ausblicken für die weitere Entwicklung publiziert: FinTech and RegTech in a Nutshell, and the Future in a Sandbox. Die 20 Seiten können hilfreich sein, die aktuellen Entwicklungen einzuordnen.

Die aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland

http://www.paymentandbanking.com macht sich regelmäßig große Mühe mit der Aktualisierung der Übersichten über die deutsche FinTech-Landschaft. Das Beitragsbild hier noch einmal in voller Größe zur Übersichtlichkeit:

2017-10-12 German FinTech

Das Original findet sich auf https://paymentandbanking.com/german-fintech-overview-unbundling-banks/

Bei der Betrachtung der Übersicht fällt auf, dass das Feld Rating/Risk nur dünn besetzt ist. Überhaupt erscheinen Lösungen für Regulierung und Compliance in Deutschland weniger stark vertreten. Tatsächlich ergeben sich aus sogennanten RegTech-Lösungen aber interessante Perspektiven für den Umgang mit dem wandelnden Regulierungsrahmen. Dies haben auch die Aufsichtsbehörden erkannt und arbeiten ebenfalls an technologisch basierten Lösungen, den SupTech (Supervisory Technology). Mehr im am 13.10.2017 erschienenen Beitrag Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen.

Beim Betrachten der obigen Übersicht und der aktuellen Entwicklungen fällt noch auf: Banken können in ihren Funktionen modular gestaltet werden, nicht aber die Bewältigung der verbundenen realen Umfeldentwicklung. Tatsächlich ist dies aber in Realität der Fall, was der genannte Blogbeitrag thematisiert: Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit weisen viele wechselseitige Beziehungen auf. In der Praxis werden die Themenfelder jedoch in Silos, von oft sehr unterschiedlich orientierten Personen bearbeitet.

FinTech und GAFA – Situation erkannt?

Interessantes Kontrastprogramm: Dr. Holger Schmidt (https://netzoekonom.de/, Ko-Autor von Deutschland 4.0 – Wie die Digitale Transformation gelingt) stellt fest: Digitales Banking: Tech-Giganten sind die wahre Bedrohung (=GAFAs, s.u.). Das www.it-finanzmagazin.de berichtete dagegen über eine weitere Studie: Sparkassen und Genossenschaftsbanken nehmen Fintechs nicht als Bedrohung wahr. Demnach haben bei den regionalen Kreditinstituten Ertragssteigerungen, das Auffangen der aktuellen Niedrigzinsphase und die Bewältigung der regulatorischen Anforderungen höchste Priorität. Allerdings liegen Digitalisierung/Konkurrenz durch FinTech nicht abgeschlagen. Ähnliche Ergebnisse waren bereits in einer anderen Studie berichtet worden: Vgl. Nummer Zwölf.

Es stellt sich die Frage, ob die Antworten eher strategisch waren oder dem tatsächlichen Stimmungsbild entsprechen. Einige Fakten sprechen für mangelndes Problembewußtsein in der deutschen Kreditwirtschaft Weshalb bleiben die offensichtlichen Potentiale nachhaltiger Anlageprodukt ungenutzt ? Weshalb sind die großen Bankengruppen nicht für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft engagiert, obwohl dies ein probater Ansatz für die eigene Überlebensstrategie wäre? Mehr hierzu im Beitrag Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0. und unten zum „Sustainable Finance Gipfel“.

Auch die aktuelle Berichterstattung zu den Aktivitäten von Google & Co (sog. GAFA, vgl. Nummer Zehn) bilden hierzu einen interessanten Kontrast. Die Finanzierungstochter von Alibaba, Ant Financial wurde von einer Jury der Financial Times gerade als Innovativer und wirkungsvoller Kandidat für den „Future of FinTech Award 2017“ nominiert: „The judges: This is clearly one of the most innovative and impactful fintech companies of the moment, changing the landscape completely.“

Das von der Muttergesellschaft geplante Forschungsprogramm mit einem Volumen von USD 15 Mrd. (vgl. Nummer Vierzehn) könnte beitragen, diese Position noch weiter auszubauen. Der renommierte Bankenexperte Chris Skinner hat einen sehr lesenswerten Artikel über die Finanztochter Ant Financial publiziert, der auch eine gewisse Entwarnung beinhaltet: „In conclusion, Ant Financial’s aim is inclusion“. Die gesättigten westlichen Märkte sind eher Randgebiete. Wachstumsfeld sind vor allem un(ter)versorgte Segmente, z.B. in Schwellenländern.

Commerzbank-Analyse „What if the game changes?“

finanz-szene.de zitiert heute eine Studie von Commerzbank Research mit der Frage, was in der Bankenwelt passieren kann. Der Titel der Studie müsste allerdings richtig lauten: What as the game changes? Es ist unbestrittener Konsensus unter Bankexperten, dass sich die Bankenwelt in wesentlichen Zügen ändert. Nicht allein PSD2 motiviert zu offenen Architekturen und eine ganze Reihe von Banken hat sich auch in diese Richtung schon verändert.

Der britische Bankenexperte und Kolumnist Chris Skinner hat die Veränderungen im Beitrag Lego Bank is here, but it’s not built with Lego anschaulich beschrieben: Die alte Bankenwelt als „Spaghetti“ mit verwobenen, teilweise jahrzehntealten (EDV-)Systemen und Prozessen. Die Zukunft erinnert eher an „Lego“ mit der Bank als Plattform, an/auf die interne und externe Leistungen/Systeme aufgesetzt werden.

Viele Banken versuchen allerdings, den Status quo digital nur fortzuschreiben, was nicht möglich erscheint. Die grundlegenden Fehler in der Digitalisierung greifen die Artikel von Jochen Siegert und Miriam Wohlfahrt auf paymentandbanking.com auf.

Scheint tatsächlich noch nicht vollkommen verbreitet: „Many (banking) executives haven’t quite realized how crucial digital is to their institutions and talk about an evolution, when, in reality, what we are facing is a revolution,” warned Chris Skinner, one of fintech’s leading global experts…“ Quelle: The financial services of the future will be open source and real-time

Sustainable Finance Gipfel am 23.10.2017

Quelle für den nachstehenden, kursiv wiedergegebenen Text: Rat für Nachhaltige Entwicklung

Bei dem „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ in Frankfurt kommen Politikvertreter/-innen, Wirtschafts- und Finanzexpert/-innen, Investor/-innen und Wissenschaftler/-innen zusammen. Das Bundesfinanzministerium hat die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir kommt, um ein Grußwort zu halten. Ziel der Veranstaltung ist es, die wichtigsten Aspekte für eine Agenda nachhaltiger Finanzwirtschaft in Deutschland aufzustellen und die Politik darauf aufmerksam zu machen.

Aufgrund des großen Interesses ist die Veranstaltung bereits ausgebucht. Für alle Interessierten steht am 23.10. für die gesamte Dauer der Veranstaltung von 9 bis 18 Uhr ein Livestream auf www.h4sf.de zur Verfügung.

Auffällig ist die Besetzung der hochkarätigen Diskussionsrunden: Die deutsche Kreditwirtschaft ist wenig repräsentiert und eher mit der zweiten oder dritten Ebene. Allerdings fehlen auch diejenigen Banken völlig, die Nachhaltigkeit bzw. Ökologie als Erfolgsrezept erkannt und zum Handlungsprinzip gemacht haben. Neben GLS Bank, Triodos Bank & Co wären u.a. auch Kollegen französischer Großbanken interessant. Fünf der sieben größten Banken in Frankreich haben Nachhaltigkeit eng im geschäftspolitischen Fokus: Mehr in der Nummer Elf.

Emmanuel Macron zu Green Finance

Der französische Präsident hat sich in einem Artikel: Mobilising financing is key to tackling climate change klar für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft in Europa positioniert. Er stellt drei wesentliche Punkte heraus: 1. Berichterstattung 2. Entwicklung von Finanzinstrumenten 3. Verbindung privater und öffentlicher Interessen.

Macron äußert u.a. die Überzeugung, dass die von der EU-Kommission mandatierte hochrangige Expertengruppe HLEG auf europäischer Ebene einen „neuen Impetus“ vermittelt. U.a. wird die Umsetzung der Vorschläge der „TCFD“ (Task Force on climate related financial disclosures) zur Einführung nicht-finanzieller Komponenten wie Klimarisiken befürwortet.

Übersicht Blogbeiträge

Aktuelles – Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfzehn bis Eins

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierzehn

Grafik: GOV.UK: The Clean Growth Strategy, S. 14

Inhalt: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

 

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

16. Oktober 2017

Dr. Ralf Breuer

Britische Regierung: Strategie für sauberes Wachstum

Die britische Regierung veröffentlichte am 12.10.2017 ihr Strategiepapier für „Sauberes Wachstum“:  GOV.UK: The Clean Growth Strategy . Nachhaltige Finanzierungsformen werden auf S. 14 als erster Punkt der Vorschläge aufgeführt.

2017-10-12 UK Green Growth

Es soll eine Arbeitsgruppe zu „Green Finance“ eingerichtet werden. Großbritannien sieht sich mit dem Finanzplatz London in einer Führungsrolle. An der Börse sind gemäß S. 48 derzeit 50 Green Bonds mit einem Volumen von USD 14,8 Mrd. notiert. In Luxemburg sind es rund 120 Anleihen im Wert von USD 63 Mrd. (vgl. Nummer Neun). Interessant ist auch die prominente Nennung „grüner“ Immobilienfinanzierung.

Das Regierungspapier ist sicher eine weitere „Pflichtlektüre“ für den in Deutschland startenden „Hub for Sustainable Finance – H4SF (Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neun).

Green Bonds mit starkem Momentum

Aktuelle Marktberichte bestätigen das anhaltend starke Wachstum von Green Bonds. Bemerkenswert war vor allem die Emission der weltweit größten Bank, der chinesischen ICBI mit einem Volumen von USD 2,1 Mrd. Die Anleihe zur Finanzierung klimafreundlicher Infrastruktur wird an der Börse Luxemburg notiert.

Eine Zusammenstellung von Emissionen findet sich bei der Climate Bond Initiative. Während der Marktkonsensus bisher für 2017 von einem Wachstum der Emissionen um etwa 50% auf USD 120 Mrd. ausging, beschreibt eine aktuelle  Studie von Morgan Stanley den Markt als auf dem Weg zu einer weiteren Verdopplung des Emissionsvolumens.

Warburg Navigator live

Mit dem Warburg Navigator ist nun ein weiteres Onlineangebot in der Vermögensverwaltung gestartet. Trotz des noch geringen Marktvolumens ist die Zahl der Anbieter in Deutschland bereits beträchtlich und die großen Finanzgruppen stehen hier erst noch am Anfang. Mehr dazu in den Beiträgen Robo-Advisor – (K)eine Innovation und Robo-Advice – Die Konsolidierung beginnt.

Das Angebot richtet sich an Kunden ab € 20.000 und investiert breit in ETF und aktiv gemanagte Fonds. Auf den Blick ein optisch ansprechendes Angebot mit klaren Informationen zu den Inhalten. Transparenz ist bei Wettbewerbern nicht unbedingt der allererste Eindruck. Im Gegensatz zu einigen (wenigen) Wettbewerbern ist auch bei Warburg keine thematische Ausrichtung z.B. Richtung Nachhaltigkeit und Ökologie möglich. Allein das Weltbild des Anlageausschusses bestimmt die Positionierung.

Der Navigator will den Anspruch „echte Innovation“ gar nicht vertreten. Es handelt sich um ein hybrides System, in dem ein Anlageausschuss seine Erwartungen einbringt. in einem Beitrag auf plus.faz.net bestreitet der Digitalisierungsexperte der Bank ausdrücklich den Vergleich mit „Robo-Advice“. Er sieht das Angebot als führend in der Qualität und begründet damit die vergleichsweise hohe Inklusivprovision von 1,2 %.

Interessantes Detail am Rande: Die Realisierung der Plattform erfolgte durch Elinvar, einem Gemeinschaftsunternehmen von Talanx Asset Management und dem Seriengründer FinLeap.

Alibaba plant USD 15  Mrd. für Forschung

In der Nummer Dreizehn war eine Notiz über die globalen Aktivitäten von Alipay bzw. Ant Financial (Beschreibung in einem Artikel auf www.thebanker.com durch Chris Skinner). Auch diese Unternehmensbereiche werden von den am 11.10.2017 bekannt gegebenen Forschungsaktivitäten erfasst:  Die Muttergesellschaft, der chinesische Online(handels-)konzern Alibaba plant, in den kommenden drei Jahren USD 15 Mrd. für Forschung und Entwicklung zu investieren. Das Programm „Alibaba DAMO Academy“ (Academy for Discovery, Adventure, Momentum and Outlook). Das Programm startet mit einer Zusammenarbeit mit sieben Forschungseinrichtungen in China, Israel, Russland, Singapur und den USA und soll praktisch alle neueren technologischen Entwicklungen erfassen. Weitere Kooperationen sind geplant.

Handelsblatt Business Briefing Nachhaltigkeit

Sehr lesenswert ist wieder die aktuelle Ausgabe des Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments. Frau Bergius widmet sich eingehend den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der UN (sogenannte SDGs, Sustainable Development Goals) als Leitlinien für die Unternehmenspolitik. Tatsächlich wird langfristiger Erfolg mit einer Ausrichtung an den Zielen (einige genügen) deutlich wahrscheinlicher. Diese Empfehlung hatten auch schon einmal die Beiträge Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0 mit einem Zitat von Pimco und Erfolgsgrundlagen für FinTech aufgenommen.

Übersicht Blogbeiträge

Inhalte Nummer Dreizehn bis Eins

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen

English abstract: Digitization and regulation are top of the (problem) list of the German financial sector, sustainability and sustainable (green) finance are not. In Germany, sustainable finance is still in a niche stadium while filling the niche of the biggest bank’s ATMs in France. Disregarding the strong interdepencies between the three issues, work is organized in silos, mostly by completely differently minded (and educated) people hardly talking to each other. One may easily unbundle a bank, but not it’s problems. But this is what Ger,am banks actually do.

Digitalisierung und Regulierung sind anerkannte Großthemen der deutschen Kreditwirtschaft, Nachhaltigkeit nicht. Die Wechselwirkungen und geschäftspolitisch gleichrangige Bedeutung der drei Themen ist bisher nur in Teilen erkannt, so dass sich die jeweiligen Verantwortlichen in den Kreditinstituten nur selten wirklich begegnen. Tatsächlich sind die Themen sehr viel enger verwoben und müssten deshalb auch intern verbunden bearbeitet werden.

Foto: Ralf Breuer

12. Oktober 2017

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeit gegen alle Trends noch Nischenthema

Im deutschen Bankenmarkt erscheint Nachhaltigkeit als Nischenthema bei Banken wie Ethikbank, Evenord Bank, GLS Bank, Triodos Bank, den Kirchenbanken & Co.. In Frankreich füllt der Anspruch auf Nachhaltigkeit bereits die Nische an den Geldautomaten der größten Bank des Landes Crédit Agricole (s. Beitragsfoto). Fünf der sieben größten französischen Banken haben nachhaltige Entwicklung bereits eng im geschäftspolitischen Fokus und die Themenwoche (vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zwölf) war prall gefüllt mit hochkarätigen Veranstaltungen.

Auch in Spanien hat Nachhaltigkeit bereits einen hohen Grad an Aufmerksamkeit erreicht. Bei der Großbank BBVA bestehen zwei Twitterkanäle (@BBVABancaReponsa und @BBVAMomentum), die seit Jahren rege Informationen verbreiten und rund von 8.000 Nutzern verfolgt werden. Das hat manche größere deutsche Bank nicht einmal näherungsweise im „offiziellen“ Kanal. Am Rande: Dem Innovationskanal @BBVAOpenInnovation folgen mehr als 50.000 Nutzer, was bei mancher großer Bank nicht der Fall ist.

Klischee: Die Themenwelt der Banken ist streng geteilt

In der deutschen Kreditwirtschaft wird die reale Welt in unterschiedliche Verantwortungsbereiche mit verschiedenartigen Charakteren aufgeteilt: Die Digitalisierung machen Techniker/Nerds, die Regulierung Juristen/Bürokraten und die Nachhaltigkeit irgendwer – vielleicht ein Philosoph, zumeist eher eine Art „Gutmensch“. Nachhaltigkeit ist überwiegend in Stabs- oder Kommunikationsabteilungen „beauftragt“, nur selten wirklich „Chefsache“. Nur ausnahmsweise dürfte man die drei Bereiche auf Augenhöhe am gleichen Tisch sehen.

Nachhaltigkeit wird gerade Regulierungsthema

Bisher wurde Nachhaltigkeit eher in Hinblick auf die  ab 2017 geltenden (CSR-)Berichtspflicht für Banken ab 500 Mitarbeitern gesehen. In den letzten Wochen haben sich einige prominente Vertreter der Finanzmarktregulierung positioniert: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und die niederländische Zentralbank werden nachhaltige Aspekte in die Regulierung einbringen, z.B. Klimarisiken. Die EU hat hierzu eine Expertenkommission mandatiert, die zum Jahresende einen abschließenden Bericht vorlegt. – Quellen und einige Informationen in Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zwölf und einigen weiteren Beiträgen im Blog).

Regulierung ist bereits Digitalisierungsthema

Das sich die Regulierung mit der Digitalisierung, also den technikbasierten Dienstleistern FinTech beschäftigt wird allgemein wahrgenommen. Nicht aber, dass sich Dienstleister (RegTech) und Regulierer mit der der Digitalisierung von regulatorischen Prozessen (SupTech) beschäftigen.

Nur ein kleinerer Teil der Investitionen in FinTech ist auf neue Marktangebote für Endkunden gerichtet. Ein großer Teil aber auch auf regulatorische Prozesse und Compliance. In den Kategorien „InsurTech“ und „Investment“ ist ein erheblicher Anteil der Geschäftsmodelle auf Regulatorik und Compliance ausgerichtet.

Gemäß Fintech Global werden seit 2014 bei etwa 70 Transaktionen rund USD 600 Mio. in sog. RegTech investiert – jährlich und mit steigender Tendenz. Damit erreicht das Volumen in etwa die für Deutschland in der obigen Darstellung ermittelte Größenordnung für alle FinTech.

RegTech wirken dem entgegen, was die deutsche Kreditwirtschaft so massiv beklagt, nämlich dem stetigen Regulierungsdruck. Zusätzlich helfen die Anwendungen, Prozesse gleichzeitig zu beschleunigen und gegenüber (menschlichen) Risiken abzusichern. Dies haben auch die Regulierungsbehörden erkannt und befassen sich ihrerseits mit technischen Instrumenten für die Anwendung von Regulierung, sogenannten „SupTech“ (von supervisory technology). In Deutschland ist dieser Bereich vergleichsweise schwach vertreten, wie die nachfolgende Übersicht über die Standorte der von FinTech Global erfassten Unternehmungen deutlich macht.

Und nebenbei: Diese Entwicklung hilft auch, aufwendige manuelle Tätigkeiten bis hin zur Prüfung zur reduzieren und damit Freiraum für interessantere Aufgaben zu schaffen. Und RegTech/SupTech bieten die Chance, dass eine in Hinblick auf Nachhaltigkeit „andere“ Regulierung nicht automatisch zu einem „Mehr“ führen muss.

Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein Digitalisierungsthema

Die Mehrzahl der marktorientierten FinTech zielt auf (mehr oder weniger bewusst) un(ter)versorgte Kundengruppen. Selbst in ärmsten Schwellenländern werden elektronische Lösungen auf der Grundlage von Mobilfunknetzen eingeführt. FinTech sind kein Thema allein für das Silicon Valley. Allein für Nigeria wurden 56 neue Anbieter gezählt. Dabei beschränken sich die Entwicklungen nicht nur auf den Zahlungsverkehr, sondern zielen auch auf Versicherungs- und Handelslösungen. Einen aktuellen Überblick über 50 Fintech weltweit findet sich bei Financial IT.

Auch in der entwickelten Welt dominiert mehr eine „Demokratisierung“ von Finanzdienstleistungen als die wirkliche Innovation: So erschließen bspw. „Robo-Advisor“ schlicht Leistungen für neue Kundengruppen.

Fazit

Nachhaltigkeit ist ein geschäftspolitisches Großthema mit starken Trends in Gesellschaft, Politik und Regulierung. Die inhaltliche Verknüpfung mit den Themen Digitalisierung und Regulierung wird in Deutschland vielfach (noch) nicht ganz wahrgenommen. Das benachbarte europäische Ausland ist in dieser Hinsicht teilweise deutlich voraus. Änderungen sollen mit dem Hub for Sustainable Finance (H4SF) angestossen werden, dessen erste größere Veranstaltung am 23. Oktober 2017 in Frankfurt stattfindet.

Und zum guten Schluss: Ein exotisches Beispiel, wie ein Zahlungsdienst nicht nur reales Nutzerverhalten beeinflusst, sondern auch für Verbesserung einer Landschaft sorgt, finden Sie in Green Digital Finance.

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Aktuelles – Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Vierzehn bis Eins

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreizehn

Grafik: Tobias Baumgarten (aboutfintech.de)

Inhalt: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

11. Oktober 2017

Dr. Ralf Breuer

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

FNG: Neuer Leitfaden nachhaltige Geldanlagen

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) hat einen neuen Leitfaden für institutionelle Investoren publiziert: Nachhaltige Kapitalanlagen für institutionelle Investoren bietet einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten nachhaltiger Anlagen. Leider kann er aber im Bereich von Wertpapieren nur begrenzte Hilfestellung leisten, was überwiegend in der „Natur der Sache“ liegt. Leider bieten externe Nachhaltigkeitsratings auch nur Orientierung, aber noch keine abschließende Entscheidungshilfe. Mehr hierzu im nächsten Abschnitt und im Beitrag Mehr Transparenz bei Investmentfonds.

ÖKO-TEST mit nachhaltigen Indices und Indexfonds

Auch der kostenpflichtige Artikel Nachhaltige Indexfonds und Indices – (K)eine bessere Wahl im aktuellen Heft 10/2017 (S. 66-75) kommt nur mit Einschränkungen zu einem positiven Ergebnis. Liegt z.T. an den oben zitierten Gründen, in Teilen aber auch an den uneinheitlichen Maßstäben für „nachhaltig“, was auch bei den verschiedenen Ratingagenturen der Fall ist.

Irgendwie wundert sich der Kenntnisreichere etwas, was dieser Test dem Leser am Ende bringen soll:

  1. ÖKO-TEST rät nur zu ETF zu greifen, „…wenn die Auswahlkriterien des Index Ihren Vorstellungen entsprechen. Ansonsten sind erstklassige aktiv gemanagte ÖKO-Fonds im Zweifel die bessere Wahl“.
  2. In diesem Sinne bleibt auch für den Testsieger Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit offen, warum er eine gute Wahl sein könnte. Wäre doch mal interessant zu erfahren, dass es sich um 30 Werte aus dem EuroStoxx50 handelt, bei denen Finanzwerte einen Anteil von rund 35% haben. Wer z.B. wenig CO2 möchte, kann leider bei einer solchen Zusammensetzung landen. So dargestellt in dem Beitrag Investmentfonds der Zukunft – transparent und glaubwürdig!
  3. Auch nach Ausgabe von € 4,50 am Kiosk bleibt der auf S. 71 versprochene Zugriff auf die detaillierten Testergebnisse und die Liste der fragwürdigen Titel in den Fonds kostenpflichtig.

Damit bleibt eigentlich offen, was sich Leser von einem solchen Test erhoffen. Sie müßten sich schon intensiv mit den Indices bzw. dem Vorgehen der Ratingagenturen beschäftigen um der unter 1. zitierten Empfehlung zu folgen.

Apropos Ratingagenturen: Eher zum Schmunzeln (und deshalb ohne eigene Überschrift) ist der Fall der schweizer Einzelhandelsketten Migros und Coop, die sich gemäß einem Artikel bei Blick www.blick.ch auf der Basis der Bewertung von oekom research beide als „Nachhaltigste Detailhändler der Welt“ bezeichnen dürfen. Grund dafür ist die Vergabe der Ratings in verschiedenen Jahren. Eher eine Realschmonzette mit Peinlichkeitsfaktor. Deshalb nur als Randnotiz.

Alipay weltweit und in Europa

Auf der Übersicht über die sogenannten „GAFA“ (=Google/Apple/Facebook/Amazon & Co) im Titel (mit herzlichem Dank an Tobias Baumgarten, aboutfintech.de) könnte noch Alipay bzw. Ant Financial als Finanzdienstleister des chinesischen Onlinehändlers Alibaba ergänzt werden. In einem Artikel auf www.thebanker.com beschreibt der bekannte Bankenexperte Chris Skinner die Aktivitäten der Unternehmensgruppe im Bereich Finanzdienstleistungen.

Ein Artikel auf www.nationmultimedia.com vom 7.10.17 beschreibt die internationalen Aktivitäten der Gruppe mit weltweit rund 4.500 Vertragspartnern. Ziel ist insbesondere der Einzelhandel mit Luxusgütern, in denen chinesische Kunden ihre Zahlungen auf der Basis optischer (QR-)Codes über  ihre Smartphones durchführen können. Dieses Verfahren ist in Europa bisher weniger verbreitet. Allerdings gibt es bereits einen globalen Standard für die Nutzung von QR-Codes im Zahlungsverkehr.

 

Inhalte Nummer Eins bis Zwölf

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe