Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundsechzig

 

2019-01-30 DWS

Beitragsbild/Bild: DWS Deutschland via Twitter

Inhalt:  Vorneweg: Nachhaltig ist einfach(er), wenn man den richtigen Ansatz hat…;  Schweigen in Davos, Lärm auf den Straßen; DWS: Nachhaltigkeit ist Mega-Thema;  Neues Thesenpapier der EU-Kommission; Digitalisierung und das Erbe der Vergangenheit; Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn; In eigener Sache: #nachhaltige100; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

4. Februar 2019,

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg:

Nachhaltig ist einfach(er), wenn man den richtigen Ansatz hat…

Die Marketingmenschen bei der Sparkassen Finanzgruppe mögen bitte das Plagiat auf die Werbetexte verzeihen!

Sie empfinden den Begriff „Nachhaltigkeit“ (bzw. „nachhaltig“) als unscharf, gedehnt und geradezu missbraucht? Dazu gibt es fast jeden erdenklichen Ansatz. Und trotzdem verbreitet sich Nachhaltigkeit als Leitlinie in vielen Bereichen unserer Gesellschaft mit einer selten dagewesenen Rasanz.

Nachhaltige Geldanlagen bleiben im Trend. Die DWS (s.u.) und die Union Investment (vgl. Nummer Dreiundsechzig) haben kürzlich angekündigt, das Thema weiter in die Breite zu tragen.

Aufgrund des Facettenreichtums von nachhaltig(er) schrecken viele vor einer Auseinandersetzung mit nachhaltiger Finanzierung bzw. Geldanlage zurück. Und einige (Seminar-)Anbieter erwecken den Eindruck, dass für das Verständnis von nachhaltigen Anlageformen ein umfangreiches Fachwissen mit Ablage eines Diploms o.ä. erforderlich ist.

Innerhalb kürzester Zeit können aber die individuellen Grundlagen für einen sachgerechten Zugang zu Nachhaltigkeitsthemen entwickelt werden. Als Lehrmaterial genügt dabei ein Bierdeckel (bzw. Bierfilz) wie er von Studierenden der Fachhochschule Köln konzipiert wurde:

2018-03-23 id-17ziele_projekte_bierdeckel_gross

Der Bierdeckel thematisiert die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, #SDGs, #17Ziele), die auch die Leitlinien für die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Europäischen Union bilden (2019-02-04 factsheets_sustainable_europe_012019_v3). Es genügt evtl. schon ein kurzer Vortrag oder ein Webinar bzw. Workshop… Bei Interesse finden Sie hier Kontakt.

Schweigen in Davos, Lärm auf den Straßen

Im Nachgang zum Weltwirtschaftsforum in Davos kursierte ein Tweet des ZDF-Korrespondenten in Brüssel, Stefan Leifert:

Im Gegensatz dazu wird es Freitags bei #FridaysForFuture auf den Straßen immer lauter, wenn Schüler in zuletzt 30 deutschen Städten für den Klimaschutz demonstrieren und damit die obige Frage lautstark heute schon beantworten. Gegen die schwedische Initiatorin der Schulstreiks, Greta Thunberg, wurde zwar ein Hetzkampagne in den sozialen Medien veranstaltet, in der Sache ist das Anliegen der Proteste aber nicht von der Hand zu weisen. Und besteht Erziehung nicht in der Hauptsache darin, die Zukunft vor die Gegenwart zu setzen, zunächst zu Lernen anstatt zu Spielen?

DWS: Nachhaltig ist Mega-Thema

Der Leiter des Privatkundenvertriebs in Deutschland und Österreich erwartet eine nachhaltige Ausrichtung des gesamten Angebots der Fondsgesellschaft DWS. Dabei sind sicherlich unterschiedliche Facetten gemeint, u.a. thematische Fonds sowie solche mit mit sogenannten „ESG-Kriterien“ für Verantwortungsbewusstsein.

Immerhin waren drei der sieben neuen Produkte der Gesellschaft im vierten Quartal 2018 auf nachhaltige Themen gerichtet, darunter auch ein Anleihefonds auf „grüne Anleihen“ (Green Bonds).

Der Zusammenhang zwischen der zukünftigen Ausrichtung und der Geschäftsentwicklung ist zwar nicht verbürgt, aber naheliegend: Für 2018 wurden Nettoabflüsse von € 22,3 Mrd. verzeichnet, davon € 9,5 Mrd. bei Privatkunden. Das gesamte verwaltete Vermögen betrug zum Jahresende € 662 Mrd., davon € 291 Mrd. im Privatkundengeschäft.

Neues Thesenpapier der EU-Kommission

Die EU-Kommission hat ein umfangreiches Thesenpapier für die Nachhaltigkeitsstrategie der Europäischen Union vorgelegt (Zusammenfassung: 2019-02-04 factsheets_sustainable_europe_012019_v3). Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft hat dabei eine entscheidende Bedeutung für die Erreichung der Klimaziele und der nachhaltigen Entwicklungsziele in der Gemeinschaft. Die EU strebt an, eine Vorreiterrolle bei nachhaltiger Entwicklung weiter auszubauen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen erscheint es folgerichtig, dass sich der Arbeitskreis Sustainable Finance des Verbands öffentlicher Banken (VÖB) am 29.1.2019 intensiv mit der Materie beschäftigte. Nach Auskunft eines Mitglieds teilt der Kreis die Auffassung, dass sich Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft nicht auf den Klimaschutz beschränken darf. Vielmehr sollten alle nachhaltigen Entwicklungsziele berücksichtigt werden (vgl. (EN) What goes wrong with #SustainableFinanceEU?).

Allerdings hinkt Deutschland im Vergleich zum benachbarten Ausland immer noch deutlich hinterher. Während ein Vertreter der französischen Postbank feststellt, dass sich alle Welt mit Nachhaltigkeit im Finanzsektor beschäftige, ist im deutschen Finanzsektor noch keine wirklich breite Entwicklung zu beobachten.

Auf der Suche nach der Relevanz von Morgen

Bedeutungsschwere, völlig zutreffende Worte sprach der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EnBW auf einer Konferenz des Handelsblatts:

„Im Ergebnis bin ich überzeugt, dass die Kombination von traditionell technischer Kompetenz mit der neu erlernten Veränderungsfähigkeit und einem Schuss Sinnstiftung zu einer neuen, von Anfang an mitgestaltende Rolle von Energieunternehmen führen kann. Und zwar bei Themen, bei denen man die Öffentlichkeit auf besondere Weise überzeugen und mitnehmen muss. Damit man uns ernsthaft als Impulsgeber an den Tisch ruft, wenn Zukunftsthemen für unser Land diskutiert werden, müssen wir aber auch glaubhaft für Zukunft und Modernität stehen.“

Durch einen Austausch des Wortes „Energie“ gegen „Finanz“ wären diese Aussagen auch leicht für die Finanzwirtschaft zu unterschreiben.

Digitalisierung und das Erbe der Vergangenheit

Bankexperten sprechen immer wieder von einem „technischen Erbe“ (engl. legacy), in dem die Branche verstrickt ist. Damit ist vor allem die vorhandene technische Infrastruktur einschließlich der z.T. über Jahrzehnte entstandenen Computerprogramme gemeint. So sind in Teilen der Welt bereits nur kartenlose, auf optische Verfahren über Smartphones gestützte Zahlungsdienste gebräuchlich. Und die Automaten sind teilweise ganz anders konzipiert, wie die nachstehende auf Twitter verbreitete Karikatur zur Situation im öffentlichen Personennahverkehr darstellt:

Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn

Einige Aktive haben sich für den 12.2.2019 um 19h zu einem Stammtisch Nachhaltigkeit verabredet. Thematisch ist alles rund um CSR, ESG, SDGs, SRI, SustainableFinance sowie Globales und Lokales offen.

Interessenten treffen sich um 19h im Tuscolo Münsterblick, Gerhard-von-Are-Str. 8, 53111 Bonn, 1. OG, und damit in unmittelbarer Nähe von Bus- und Hauptbahnhof in der Innenstadt.. Eine kurze Mail wäre bei Interesse für die Organisation hilfreich: Kontakt

Warum 12.2.2019? Dann findet in Berlin der nächste Stammtisch Sustainable Finance Berlin statt. Der Plan ist, an diesem Abend die Aktivitäten in Bundeshauptstadt und Bundesstadt kommunikativ zu verbinden.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die Liste der nachhaltige100 der Triodos Bank Deutschland führt die in sozialen Medien zu nachhaltigen Themen aktivsten Menschen im deutschprachigen Raum. Investabel® ist gegenüber dem Vormonat Dezember 2018 stabil auf Rang 72 platziert. Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. Im September 2018 wurde der Blog wieder unter den ersten 100 (auf Platz 97), im Oktober auf 91 sowie im November auf 84 platziert.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundsechzig

2019-01-23 wef ubs sdgs

Beitragsbild/Bild: UBS via Twitter

Inhalt:  Vorneweg; Weltwirtschaftsforum: Globale Risiken Klimawandel; Die Wirtschaft mahnt die Politik: 1. Forum nachhaltige Finanzierung europäischer Großunternehmen 2. Bloomberg: Neue Klimafinanzierungsinitiative 3. UBS legt zum #WEF19 ein Papier für nachhaltige Investments vor; Deutsche Banken bei nachhaltigen Anleihen hinten; N26 – Gehen, wenn es am schönsten ist?; Payxit bei paydirekt; Veranstaltungen: BaFin treibt Nachhaltigkeit im Finanzsektor; Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn; In eigener Sache: #nachhaltige100; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

23. Januar 2019,

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg:

Derzeit findet das Weltwirtschaftsforum in Davos viel Aufmerksamkeit. Bemerkenswert, dass neben einem erneuten Auftritt der fünfzehnjährigen schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg (Schulstreiks, #FridaysForFuture) auch konstruktive und mahnenden Beiträge aus der Wirtschaft vorgelegt werden, so z.B. auch von der Bank UBS aus der Schweiz. Das Titelbild fasst die Schlussfolgerungen einprägsam zusammen. Für die Umsetzung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (17Ziele, SDGs) bedarf es Bewußtsein, Vereinfachung und Beiträge (aller). Hieran wird vielfach gearbeitet, auf Bierdeckeln, Lehrmaterialien, Spielen, Veranstaltungen etc. Einige Dinge sind im Blog als eher zufälliges Sammelergebnis auf der Seite SDG Materialien/Produkte/Informationen zusammengestellt. Und auch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung leistet einen Beitrag mit der nachfolgenden Grafik:

2018-12-13 Glorreiche17

Mit den 17Zielen wird Nachhaltigkeit nachvollziehbar und hilft, den gedehnten, vielfach missbrauchten Begriff zu präzisieren. Nachhaltigkeit in diesem Sinne ist weitaus mehr als Klimaschutz und Ökologie, sondern die Überlebensformel für die Menschheit auf diesem Planeten.

Weltwirtschaftsforum: Globale Risiken Klimawandel

Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos (22.-25.1.2019 WEF – Annual Meeting 2019) erschien der „Globale Risikobericht 2019“ in seiner vierzehnten Auflage. Die wahrscheinlichsten Risiken werden dabei durch den Klimawandel bestimmt:

  1. Extreme Wetterereignisse (Vorjahr: 1)
  2. Versagen der Bekämpfung des Klimawandels und der Anpassung an ihn (5)
  3. Naturkatastrophen (2)
  4. Datenbetrug und -diebstahl (4)
  5. Cyberattacken (3)

Zusätzlich zu der Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeiten nennt der Bericht auch Risiken in der Reihenfolge der mutmaßlichen Schäden:

  1. Massenvernichtungswaffen (Vorjahr: 1)
  2. Versagen der Bekämpfung des Klimawandels und der Anpassung an ihn (4)
  3. Extreme Wetterereignisse (2)
  4. Wasserkrisen (5)
  5. Naturkatastrophen (3)

In der Risikobewertung hat sich die Einschätzung damit weiter in Richtung langfristigerer Risiken aus dem Klimawandel und weg von kriminellen Handlungen wie Cyberattacken verschoben. Damit setzt sich ein Trend der letzten zehn Jahre fort. Im Jahre 2009 waren die Einschätzungen nämlich noch weitgehend von wirtschaftlichen Ereignissen geprägt:

Nach Wahrscheinlichkeit:

  1.  Finanzmarktkrisen (1)
  2. Verlangsamung des Wachstums in China unter 6% (2)
  3. Chronische Krankheiten (3)
  4. Staatliche Haushaltskrisen (-)
  5. Globale Führungsdefizite (4)

Auch die Einschätzung möglicher Schäden für das Jahr 2009 war weitgehend stabil und überwiegend von wirtschaftlichen Risiken bestimmt:

  1. Finanzmarktkrisen (1)
  2. Rückzug der Industriestaaten aus der Globalisierung (2)
  3. Öl- und Gaspreisanstiege (3)
  4. Chronische Krankheiten (4)
  5. Staatliche Haushaltskrisen (5)

Quelle: WEF Global Risk Report 2019 Abbildungsteil S. 8

Die Botschaft des Berichts ist bereits im ersten Absatz der Zusammenfassung klar formuliert: Die Welt schlafwandelt in die Krise, wachsende Nationalinteressen schwächen die kollektiven Bemühungen um globale Risiken, die bei weitem nicht nur im Klimawandel bestehen:

„Is the world sleepwalking into a crisis? Global risks are intensifying but the collective will to tackle them appears to be lacking. … The energy now expended on consolidating or recovering national control risks weakening collective responses to emerging global challenges. We are drifting deeper into global problems from which we will struggle to extricate ourselves.“ WEF Global Risk Report 2019 S. 6

Wie schon auf dem Weltklimagipfel in Katowice wird auch beim #WEF19 in Davos die Stimme der fünfzehnjährigen Schwedin Greta Thunberg gehört werden. Über den offiziellen Twitterkanal des Forums wurde bereits ein Video mit ihren Botschaften für den Klimaschutz verbreitet:

Die Wirtschaft mahnt die Politik

Bereits der erste Tag des WEF-Jahrestreffens war geprägt von Mahnungen, gravierende globale ökologische und soziale Probleme zu bekämpfen. Immer mehr auf Dauer angelegte Initiativen aus der Wirtschaft gehen in diese Richtung. Zwei aktuelle Beispiele:

1. Forum nachhaltige Finanzierung europäischer Großunternehmen

Am 15.1.2019 gaben 16 europäische Unternehmen und Emittenten von „Greenbonds“ die Gründung eines Forums für nachhaltige Finanzierung (Corporate Forum on Sustainable Finance) bekannt. Leider sind auch hier keine deutschen Unternehmen vertreten: EDF, EDP, ENEL, ENGIE, Ferrovie Dello Stato Italiane, Iberrdrola Icade, Ørsted, RATP, SNCF Réseau, Société du Grand Paris, SSE, Tennet, Terna, Tideway, Vasakronan. Das Ziel der Initiative lautet, sich mit dem Geschäfte an die Spitze zu einer CO2-ärmeren Entwicklung zu machen (Pressemitteilung Iberdrola 15.1.2019).

2. Bloomberg: Neue Klimafinanzierungsinitiative

UN-Sondergesandter Michael Bloomberg hat eine neue Klimafinanzierungsinitiative berufen: Die „Climate Finance Leadership Initiative“ (CFLI). Die Liste der Gründungsmitglieder liest sich wie ein Who-is-who der Finanzindustrie: AXA CEO Thomas Buberl, HSBC CEO John Flint, Government Pension Investment Fund (Japan) Executive Managing Director and CIO Hiro Mizuno, Goldman Sachs CEO David Solomon, Enel CEO Francesco Starace, und Macquarie CEO Shemara Wikramanayake. Die Initiative soll helfen, Finanzströme in Richtungen zur Bekämpfung des Klimawandels zu leiten. Bloomberg Announces Founding Members of New Climate Finance Leadership Initiative, 17.1.2019

Auch hier: Die Wirtschaftsvertreter engagieren sich exakt für das, was deutsche Lobbyisten am Aktionsplan der EU-Kommission kritisieren, langfristig agierende Unternehmen aber befürworten: Finanzen müssen sich an Nachhaltigkeit orientieren.

3. UBS legt zum #WEF19 ein Papier für nachhaltige Investments vor

Deutsche Banken bei nachhaltigen Anleihen hinten

Das Journal „Environmental Finance“ hat am 15.1.2019 Ranglisten (league tables) und Prognosen der aktivsten Bankadressen bei nachhaltigen Anleihen veröffentlicht: Top lead managers of 2018 predict buoyant green, social and sustainability bond market. Danach könnte der Markt für „grüne“ „soziale“ und andere nachhaltige Anleihen 2019 Wachstumsraten von rund 30% gegenüber 2019 aufweisen. Aufgrund der immer stärkeren Zweckorientierung bei der Finanzierung ist diese Annahme nicht unplausibel.

Im Gegensatz zu dem hohen Anteil an den europäischen Emission ist der deutsche Bankenanteil am Markt eher bescheiden. Lediglich die DZ Bank und die Landesbank Baden-Württemberg treten auf Ranglistenplätzen in Erscheinung. Dominiert wird der Markt dagegen von britischen, französischen und us-amerikanischen Instituten.

Der Beitrag enthält sowohl eine kombinierte Aufstellung für alle nachhaltigen Anleihezwecke wie auch separate Ranglisten für Greenbonds, Social Bonds und andere Nachhaltigkeitszwecke: Top lead managers of 2018 predict buoyant green, social and sustainability bond market.

 

N26 – Gehen, wenn es am schönsten ist?

In der Nummer Dreiundsechzig war ein Bericht über die jüngste Finanzierungsrunde von N26 enthalten, bei der eine sehr „sportliche“ Bewertung von € 2,3 Mrd. erreicht wurde. Finanz-Szene.de berichtet am 22.1.2019 über den geplanten Weggang des derzeitigen Chefs für Finanzen und Risiko, Matthias Oetken. Er will sich laut Informationen von Finanz-Szene.de neuen beruflichen Herausforderungen stellen.

Finanz-Szene.de berichtet über ein interessantes Detail der Finanzierungsrunde: Sie wurde nicht für die N26 Bank GmbH, sondern die Muttergesellschaft N26 GmbH durchgeführt. Dort werden die Finanzen vom Mitbegründer Maximilian Tayenthal als CFO die Finanzen. Da der Autor sowohl mit dem Mitbegründer Valentin Stalf als auch Herrn Oetken gesprochen gehen wir von belastbaren Informationen aus.

Dies vorausgesetzt hat es N26 mit seiner Pressemitteilung vom 10.1.2019 zur Finanzierungsrunde nicht besonders genau genommen: „Mobile Bank N26 schließt Series D-Finanzierung ab“ heisst es im Titel der Mitteilung und in den weiteren Kernpunkten „Die Mobile Bank ist nun mit 2,7 Milliarden Dollar bewertet“.

Und im ersten Absatz: „Die Mobile Bank N26 gibt bekannt, dass sie 300 Millionen Dollar in ihrer Series D-Finanzierungsrunde unter der Führung der in New York ansässigen Risikokapitalgesellschaft Insight Venture Partners eingesammelt hat. Damit steigt die Bewertung von N26 auf 2,7 Milliarden Dollar. An der Runde beteiligt sich auch GIC, ein Investmentfonds des Staates Singapur.“

Auf Basis der aktuell 2,3 Mio. scheint in der Bewertung – welcher Gesellschaft auch immer – die vollmundige Ambition von N26 in der Pressemitteilung bereits voll eingepreist: „N26 nutzt das Investment für die globale Expansion, beginnend mit der Einführung ihrer App in den USA im ersten Halbjahr 2019. In den kommenden Jahren will das Unternehmen weltweit über 100 Millionen Kunden erreichen.“

Afrika, Asien und Lateinamerika scheiden für diese Ambitionen bei einem unveränderten Geschäftsmodell allerdings weitgehend aus. Sie bieten nicht nur keinen Raum für hochgepreiste, edle Metallkarten, sondern entwickeln sich in weiten Teilen völlig kartenlos. Hierauf wurde bereits in Nummer Dreiundsechzig eingegangen.

Der 2018 in mehreren Sprachen in den Magazinen von N26 veröffentlichte Artikel zum kenianischen Zahlungsdienst M-Pesa mag gerne als Indiz gelten, dass sich auch bei N26 schon jemand mit den Entwicklungen in Afrika auseinandergesetzt haben könnte (Victor Vonwiller: M-PESA: Wie Kenia den mobilen Zahlungsverkehr revolutionierte, 18.4.). Aber M-Pesa verfolgt nun mal ein ganz anderes Geschäftsmodell als derzeit (!) N26. Und der Autor Victor Vonwiller ist laut seiner Internetseite https://victorvonwiller.com/ wohl eher freiberuflich als „Digital Marketer. Web Enthusiast. Judoka.“ tätig.

Payxit bei paydirekt

Am 15.1.2019 berichtete Heinz-Roger Dohms zunächst exklusiv über die Kündigung des Anteils der 12 Poolbanken am Zahlungsdienst paydirekt: Hypo-Vereinsbank, ING Diba und Santander ziehen sich zurück. War’s das mit Paydirekt?. Insgesamt 12 private Banken halten aktuell 11,1% der Anteile neben den Sparkassen und der genossenschaftlichen Finanzgruppe (je 33,3%) sowie Deutsche Bank und Commerzbank (je 11,1%). Von den 12 kündigenden Banken boten allerdings bisher nur sechs den Zahlungsdienst auch an.

Joachim Jürschick hat in einem Beitrag vom 22.1.2019 die Hintergründe: Paydirekt, der Ausstieg der Poolbanken und viele hintergründige Signale.

Veranstaltungen

BaFin treibt Nachhaltigkeit im Finanzsektor

Schon seit einiger Zeit sind die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die Deutsche Bundesbank zu den Protagonisten von Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft zu zählen. Einer der Hauptgründe ist in der Erkenntnis zu sehen, dass Klimarisiken insbesondere aus dem Klimawandel und der Energiewende längst wesentliche Risiken für die Finanzinstitute geworden sind.

Bereits im Mai 2018 hatte die BaFin Nachhaltige Finanzwirtschaft als Titelthema in ihrem monatlichen Journal (vgl. Nummer Neununddreissig). Hier das Titelblatt:

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Die BaFin veranstaltet am 9. Mai 2019 im Umweltforum Berlin eine Konferenz zur „Nachhaltigen Finanzwirtschaft“. Hier der Einladungstext im Wortlaut:

„Klimatische, ökologische oder soziale Veränderungen können materielle Risiken sowohl für einzelne Finanzmarktakteure als auch für den Finanzmarkt als Ganzes mit sich bringen. Mit der ganztägigen Veranstaltung möchte die BaFin das Bewusstsein des Finanzsektors für diese Risiken, aber auch für die damit verbundenen Chancen schärfen. Die Teilnehmenden erhalten zudem einen Überblick über aktuelle europäische Regulierungsvorhaben und die aufsichtlichen Ansätze der BaFin und können sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Aufsicht austauschen.

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung wird die Diskussionsrunde unter anderem mit dem BaFin-Präsidenten Felix Hufeld sein. Außerdem werden BaFin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele sowie die Exekutivdirektoren für die Bankenaufsicht und die Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht, Raimund Röseler und Dr. Frank Grund, das Thema Nachhaltigkeit aus der Perspektive ihrer Geschäftsbereiche erläutern und mit den Teilnehmenden diskutieren. Zu den weiteren Rednerinnen und Rednern und Diskussionsteilnehmenden zählen Prof. Dr. Harald Lesch von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Dr. Levin Holle, Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium, Dr. Christian Thimann, CEO (Chief Executive Officer) der Athora Deutschland Gruppe und Vorsitzender der EU High Level Expert Group on Sustainable Finance sowie Silke Stremlau aus dem Vorstand der Hannoverschen Kassen.“

Weitere Information zur Veranstaltung Nachhaltige Finanzwirtschaft 9.5.2019 9:00h – 16:45h.

Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn

Einige Aktive haben sich für den 12.2.2019 um 19h zu einem Stammtisch Nachhaltigkeit verabredet. Thematisch ist alles rund um CSR, ESG, SDGs, SRI, SustainableFinance sowie Globales und Lokales offen. Ort wird noch bekannt gegeben und je nach Interesse ausgewählt.

Warum 12.2.2019? Dann findet in Berlin der nächste Stammtisch Sustainable Finance Berlin statt. Der Plan ist, an diesem Abend die Aktivitäten in Bundeshauptstadt und Bundesstadt kommunikativ zu verbinden.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die Liste der nachhaltige100 der Triodos Bank Deutschland führt die in sozialen Medien zu nachhaltigen Themen aktivsten Menschen im deutschprachigen Raum. Investabel® ist gegenüber dem Vormonat November 2018 von 84 auf 72 aufgestiegen. Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. Im September 2018 wurde der Blog wieder unter den ersten 100 (auf Platz 97) und im Oktober auf 91 platziert.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Vierundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundsechzig

2018-11-21 tomorrow4

Beitragsbild: www.tomorrow.one

Inhalt:  Nachhaltige Geldanlagen im Trend; Nachhaltigkeit als Leitprinzip; Henkel AG: Großkredit mit Nachhaltigkeitskriterien; N26 € 2,3 Mrd. wert?; Apple Pay ein Monat nach dem Start; Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn; In eigener Sache: #nachhaltige100; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

16. Januar 2019,

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltige Geldanlagen im Trend

Zu Jahresbeginn 2019 erschien bereits eine Vielzahl von Artikeln zum Thema nachhaltige Geldanlagen in unterschiedlichen Ausprägungen. Nach Erhebungen des Sustainable Business Institut (SBI) waren zum Ende des dritten Quartals 2018 in Deutschland, Österreich und der Schweiz 509 nachhaltige Publikumsfonds mit einem Gesamtvermögen von € 126 Mrd. zum Vertrieb zugelassen, Zum Jahresende 2017 waren es 482 Fonds mit etwa € 106 Mrd. Immer mehr Vermögensverwalter stellen auf nachhaltige Ansätze im Sinne von ESG-Kriterien um (Quelle: www.wallstreet-online.de 7.1.2019).

Gemäß dem „Deka-Anlegermonitor“ sind vor allem jüngere Menschen (Millenials) sehr offen für nachhaltige Geldanlagen. Beim Deka-Anlegermonitor handelt es sich um eine Online-Befragung, die dreimal jährlich von YouGov im Auftrag der DekaBank durchgeführt wird, um mehr über das Anlegerverhalten zu erfahren.

In dem Artikel auf at.e-fundresearch.com vom 21,12,18 heisst es weiter: „Dazu passt, dass der Online Buzz für dieses Thema einen enormen Anstieg verzeichnet. Die User nutzten den Begriff „Nachhaltiges Investment“ in verschiedenen Digitalkanälen wie Facebook, Twitter, Blogs und Co. von Januar bis August 2017 8.639 mal. Im selben Zeitraum 2018 waren es schon 23.656 mal – ein Anstieg von 174 Prozent.

Die Union Investment folgt dem Trend mit einem neuen Anlageangebot für Privatanleger: Multi-Asset-Lösung PrivatFonds: Nachhaltig.

Beschreibung laut Pressemitteilung vom 2.1.2019„Die Besonderheit des Fonds liegt darin, dass der Nachhaltigkeitsansatz von Union Investment erstmalig in einer Multi-Asset-Lösung zum Einsatz kommt. Das heißt, der nachhaltige Investmentprozess wird über die verschiedenen Anlageklassen und Anlageinstrumente angewandt. Zunächst werden Unternehmen, Staaten, Fonds, Derivate und ETFs einer umfassenden Nachhaltigkeitsanalyse und -bewertung unterzogen. Dabei werden auch Ausschlussregeln berücksichtigt. Das Fondsmanagement ermittelt für die einzelnen Anlageinstrumente jeweils das Nachhaltigkeitsrating (ESG-Score). Dieses Rating basiert auf unabhängigen Daten von auf Nachhaltigkeit spezialisierten Ratingagenturen und gibt Auskunft darüber, wie nachhaltig beispielsweise ein Unternehmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung agiert. Auch das Geschäftsmodell wird dabei mit einbezogen.“

Es handelt sich damit zwar „nur“ um einen ESG-Ansatz, aber nachhaltige Geldanlagen werden weiter in die Breite getragen. Davon war in den Primärbanken der Genossenschaftsgruppe bisher allerdings nur wenig zu vermerken. Leider wurde der Mindesanlagebetrag mit € 10.000 relativ hoch angesetzt. Allerdings können darüber hinaus bereits € 25 monatlich angespart werden und ein Ausgabeaufschlag wird derzeit nicht erhoben. Mehr in der Produktbrochüre.

Nachhaltigkeit als Leitprinzip

Auch wenn davon praktisch kaum etwas zu verspüren ist, stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fest: „Nachhaltigkeit ist das Leitprinzip der Politik der Bundesregierung. Es soll wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, ökologische Verantwortung und soziale Gerechtigkeit so miteinander verschränken, dass die Realisierung des Einen nur unter Berücksichtigung der jeweils beiden anderen erfolgt“ (Quelle: www.bmwi.de).

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat in einem Positionspapier gefordert, Nachhaltigkeit auch als Rahmen für die Digitalisierung zu nutzen: nachhaltig_UND_digital – Nachhaltige Entwicklung als Rahmen des digitalen Wandels, 19.12.2018. Bereits in einer Vielzahl von Beiträgen wurde hier im Blog auf die Nützlichkeit der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) als Leitlinien für die Digitalisierung verwiesen. Was nicht zu einer nachhaltigeren Entwicklung beiträgt, kann analog bleiben bzw. ist eher überflüssig!

Henkel AG: Großkredit mit Nachhaltigkeitskriterien

Als vermutlich erstes deutsches Großunternehmen hat die Henkel AG einen Kredit über € 1,5 Mrd. erhalten, dessen Kreditkonditionen sich an der Entwicklung von Indikatoren für die Nachhaltigkeit des Unternehmens orientieren. Die Fortschritte bei den ESG-Kriterien werden durch neutrale externe Anbieter festgestellt: Sustainalytics, EcoVadis und ISS-oekom. HSBC fungierte bei diesem Kredit als einer der Konsortialführer (Quelle: HSBC Deutschland).

Gemäß Bloomberg wurden 2018 Kredite dieser Art mit einem Gesamtvolumen von zusammen USD 36,4 Mrd. vereinbart. Das gesamte Volumen von Schuldinstrumenten mit Nachhaltigkeitscharakter wird auf USD 247 Mrd. geschätzt, darunter USD 182 Mrd. Greenbonds.

N26 € 2,3 Mrd. wert?

Gemäß Pressemitteilung vom 10.1.2018 erhielt N26 eine weitere Finanzierung von USD 300 Mio. und wird damit nach eigenen Angaben mit USD 2,7 Mrd. (€ 2,3 Mrd.) bewertet. Damit würde N26 laut Finanz-Szene.de in der Bewertung noch vor der Aareal (€ 1,65 Mrd.) als dritthöchst bewertete börsennotierter Bank liegen.

N26 hat seine Kundenzahl in den letzten 12 Monaten auf 2,3 Mio. verdreifacht und strebt eine weitere Expansion an, zunächst in den USA. „In den kommenden Jahren will das Unternehmen weltweit über 100 Millionen Kunden erreichen.“ – Sportliche Ambitionen, die eventuell in die Nähe der genannten Bewertung führen könnten?

Bewertung und Kundenzahl von N26 wird regelmäßig mit dem britischen Wettbewerber Revolut. Nicht zuletzt auch wegen persönlicher Animositäten der Geschäftsführungen. Am 7.1.2019 erschien ein Vergleich der Zahlen für die Downloads der Apps beider Anbieter auf www.gruenderszene.de, wonach N26 zum Wettbewerber aufgeschlossen hätte.

Kaum Vergleiche finden sich dagegen zu den Produktangeboten. Beide Anbieter haben kostenlose Girokonten mit Direct Debit Karten von Mastercard und auch Visa (Revolut) im Angebot. Die Karten bieten jeweils anbieterbezogen vor allem Vorteile im Auslandseinsatz sowie Versicherungspakete. Und bei beiden Anbietern sind „kultige“ Karten aus Metall in Premiumpaketen zu sehr anspruchsvollen Preisen verfügbar: Bei N26 zu monatlich € 16,99 und Revolut € 13,99 p.m.

Quelle: N26

Bildergebnis für revolut metal visa

Quelle: Revolut

Die kostenpflichtigen Angebote von N26 und Revolut sind vor allem für Vielreisende und Auslandseinsatz außerhalb der Eurozone erwägenswert. Die Monatsgebühren für die Metallkarten erinnert allerdings eher an Dinge wie Pokemon, Scoubidoo, Tamagotchi etc., die ebenso schnell in Mode kamen wie sie wieder verschwanden…

Allerdings: Ansprechend gestaltete Karten (aus Kunststoff) gibt es auch von anderen Anbietern mit deutlich geringeren Gebühren und weniger Restriktionen z.B. beim Automateneinsatz, in einigen Fällen weitgehend kostenlos. Interessant ist u.a. das Angebot von Curve, bei dem sich verschiedene Karten auf ein und derselben Karte nutzen lassen.

Curve blue card

 

 

 

 

Quelle: www.curve.app

Und auch beim Auslandseinsatz und der „Kultigkeit“ gibt es weitere und günstige Alternativen, z.B. bei Tomorrow mit einer im Einsatz „von Itzeho bis Idaho“ Preisliste Tomorrow Stand 10.1.2019 gebührenfreien (Debit-) Mastercard sowie drei kostenlosen Abhebungen pro Monat (danach € 2, bei N26 und Revolut ebenfalls Beschränkungen).

2018-11-21 Tomorrow4

Quelle: www.tomorrow.one

Eine Übersicht über die Leistungsangebote der genannten Anbieter findet sich Stand 16.1.2018 ohne Gewähr hier: Preisübersicht N26, Revolut Tomorrow.

 

Apple Pay ein Monat nach dem Start

Jochen Siegert hat am 15.1.2019 im Blog von Payment & Banking die ersten Eindrücke zu den Entwicklungen einen Monat nach dem Start von Apple Pay in Deutschland zusammengefasst (vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundsechzig). Es wurde lebhafte Registrierungen, insbesondere auch für die neue virtuelle Kreditkarte der Deutschen Bank registriert. Die Zahl der Karten ist bei der Bank um rund 7% gestiegen, was etwa 90.000 neuen Kunden entsprechen könnte.

comdirect berichtet von nahezu 100.000 Registrierungen für Apple Pay und einer deutlich intensiveren Nutzung bzw. höheren Umsätzen von monatlich € 225 gegenüber bisher € 96 bei herkömmlichen Karten.

Jochen Siegert vergleicht diese Entwicklung mit den Aktivierungen bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die nach sechs Monaten bei rund 270.000 Registrierungen lagen. Zur vollständigen Analyse mit Ausblicken von Jochen Siegert geht es hier: Der „Ba-bing-Moment“ durch Apple Pay in deutschen Banken & Sparkassen.

Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn

Einige Aktive haben sich für den 12.2.2019 um 19h zu einem Stammtisch Nachhaltigkeit verabredet. Thematisch ist alles rund um CSR, ESG, SDGs, SRI, SustainableFinance sowie Globales und Lokales offen. Ort wird noch bekannt gegeben und je nach Interesse ausgewählt.

Warum 12.2.2019? Dann findet in Berlin der nächste Stammtisch Sustainable Finance Berlin statt. Der Plan ist, an diesem Abend die Aktivitäten in Bundeshauptstadt und Bundesstadt kommunikativ zu verbinden.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die Liste der nachhaltige100 der Triodos Bank Deutschland führt die in sozialen Medien zu nachhaltigen Themen aktivsten Menschen im deutschprachigen Raum. Investabel® ist gegenüber dem Vormonat November 2018 von 84 auf 72 aufgestiegen. Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. Im September 2018 wurde der Blog wieder unter den ersten 100 (auf Platz 97) und im Oktober auf 91 platziert.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Dreiundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundsechzig

Inhalt:  Vorneweg… Klimaschutz ist mehr Nachhaltigkeit…; …aber Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz: EU-Taxonomie von Finanzanlagen – nur öko?; GLS Crowd mit Finanzierung in Rekordzeit; SRI, ESG, SDG – Etwas Entwirrung; Apple Pay in Deutschland gestartet; Kommen und Gehen bei FinTech; Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Beitragsbild: https://d-pt.ppstatic.pl/kadry/k/r/1/66/7b/59a6ae4e19eef_o,size,969×565,q,71,h,109ff2.jpg

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

17. Dezember 2018, ergänzt 18.12.2018 (Plädoyers Klimaschutz; Artikel Dr. Ossig, Bankenverband; GLS Crowd; Konsolidierung bei FinTech)

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg…

Auf dem Beitragsbild heißt es Gefahr, Unfall – symbolisch für den Verlauf und das Ergebnis der Weltklimakonferenz COP24 in Katowice. Aber auch für den Vorschlag der von der EU-Kommission eingesetzten Expertengruppe für die Klassifizierung nachhaltiger Finanzpositionen. Mit der Konzentration auf den Umweltschutz ist die dringend notwendige „Taxonomie“ viel zu eng angelegt. Nach all den optimistisch stimmenden Entwicklungen für mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft zwei derbe Dämpfer Mitte Dezember 2018!

Klimaschutz ist mehr Nachhaltigkeit…

Zu guter letzt gab es noch eine gute Nachricht von der Weltklimakonferenz: Die Beteiligten konnten sich in einer Konferenzverlängerung noch auf gemeinsame Schlusserklärung einigen. Mehr Berichtenswertes gibt es hier nicht. Das ist in den Medien alles geschrieben. „Klimaschutz lauwarm“ titelt der Bonner General-Anzeiger am 14.12.2018 auf S. 3 – völlig zu Recht.

Nummer Einundsechzig enthielt einen kurzen Bericht über das großartige Plädoyer der fünfzehnjährigen Greta Thunberg auf der Weltklimakonferenz. Am 14.12.2018 folgten Schüler in mindestens 14 Städten ihrem Beispiel und traten in einen Schulstreik für den Klimaschutz: Spiegel Online 14.12.2018. Auch eine Reihe von globalen Großunternehmen forderten zu einem konsequenteren Handeln auf, so z.B. BT Group Plc., Ikea und Mars (EN): Bloomberg 13.12.2018: From Mars to Ikea, Concerns Emerge About Vague Climate Rules.

…aber Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz: EU-Taxonomie von Finanzanlagen – nur ökö?

Am 7.12.2018 legte die für die Umsetzung des EU-Aktionsplans (vgl, Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung) Expertengruppe (Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG)) nach fünfmonatiger Tätigkeit ein Konsultationspapier für die „Taxonomie“ von Finanzanlagen vor: Invitation for feedback and expert workshops on taxonomy. Das Ergebnis ist kurz formuliert: Sehr enttäuschend.

Das 108 Seiten starke Dokument zeugt zwar von Arbeit, allerdings nicht von einem zielführenden Ansatz. Der EU-Aktionsplan setzte zwar beim Klimaschutz an, erschien aber offen für andere nachhaltige Entwicklungsziele. Dies ist im Konsultationspapier allerdings nicht erkennbar. Klimarisiken waren und sind nur eines von 17 UN-Teilzielen und ein guter Ansatz für den Angang an die Finanzwirtschaft, da sie hiervon stark betroffen ist und die Bankaufsichtsbehörden ebenfalls von dieser Erkenntnis geleitet werden.

2018-12-13 Glorreiche17

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Die Arbeit der Expertengruppe hat sich dagegen ausschließlich mit Umweltfaktoren beschäftigt. Damit wird auch die resultierende Klassifizierung (Taxonomie) sehr eng gefasst und auf folgende Gebiete begrenzt:

  1. Milderung des Klimawandels
  2. Anpassung an den Klimawandel
  3. Wasser und Ozeane
  4. Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung, Recycling
  5. Umweltverschmutzung
  6. Gesunde Ökosysteme

Damit wird aber nur ein enger Ausschnitt der globalen Probleme erfasst. Bei einer Orientierung an den SDGs wäre dies nicht der Fall und bspw. auch die Bekämpfung von Hunger sowie die Migration miterfasst.

Der Angang der EU-Experten erscheint vor allem deshalb sehr verwunderlich, weil sich das Konsensusverständnis seit dem Sommer 2017 stark gewandelt hat. Es stehen weniger die rückwirkend erfassten Werte für Ökologie, Soziales und Unternehmensführung (ESG) im Vordergrund, sondern vorausschauend nachhaltige Entwicklungsziele, die SDGs. Dieser Wandel ist auch im Rating zu erkennen, worüber hier kürzlich berichtet wurde: Nummer Neunundfünfzig.

Sofern die Expertengruppe ihre Arbeit so fortsetzt, wie es es das Konsultationspapier erwarten lassen muss, erscheint das Ziel in Gefahr, ein transparentes und nachvollziehbares Klassifizierungssystem zu erhalten, dass am Ende auch von privaten Geldanlegern als Entscheidungshilfe genutzt werden kann. Damit wird in der Konsequenz auch die ganze Intention des EU-Aktionsplans gefährdet.

Eine ausführliche „Würdigung“ (EN): What goes wrong with #SustainableFinanceEU?

Diese Entwicklung ist umso verwunderlicher als auch Branchenvertreter die Berechtigung von Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft anerkennen. Sicherlich hat der Klimaschutz hier eine prominente Bedeutung wie der aktuelle Beitrag des Hauptgeschäftsführers und Vorstands des Bundesverband deutscher Banken in Der Bank Blog zeigt: Christian Ossig: Klimaschutz macht vor Banken nicht halt Schlussfolgerungen aus der 24. Weltklimakonferenz in Kattowitz, 17.12.2018. Längst herrscht aber in der Branche ein umfassendes, an den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) orientiertes Nachhaltigkeitsverständnis, was sich bereits konkret in der Tätigkeit der globalen Branchenführer niederschlägt: Nummer Fünfunddreissig vom 16.4.2018

GLS Crowd mit Finanzierung in Rekordzeit

Dass Klima- und Umweltschutz auch beliebte Anlagethemen sind, zeigt die von der GLS Crowd am 14.12.2018 platzierte Finanzierung von autarq, einem Hersteller von Solardachziegeln aus Brandenburg. In nur 4,5 Stunden wurden € 1,25 Mio. eines Nachrangdarlehens platziert (7,5%, 3,5 Jahre, endfällig) Laut Pressemitteilung autarq vom 17.12.2018 konnten bereits in den ersten 15 Minuten € 195.000 eingeworben werden.

Auch bei der vorausgegangenen Platzierung einer Finanzierung der akvola Technologies GmbH aus Berlin, einem Spezialisten für Wasseraufbereitung, dauerte es lediglich knapp fünf Stunden, um Investoren für € 750.000 (7%, 6 Jahre, Ratenzahlung ab dem dritten Jahr) zu gewinnen. Laut Pressemitteilung der GLS Bank vom 24.10.2018 waren bereits nach 1,5 Stunden € 500.000 erreicht.

Anmerkung aus der o.g. Pressemitteilung: „Die GLS Crowd ist eine von der GLS Crowdfunding GmbH betriebene, von der GLS Bank unabhängige Schwarmfinanzierungsplattform mit Sitz in Frankfurt am Main, die sich auf die Vermittlung von Finanzierungen für nachhaltige Unternehmen und Projekte spezialisiert hat. Die auf der Plattform angebotenen Finanzierungen werden ihr von der GLS Bank zur Vermittlung vorgeschlagen. Die GLS Crowd bietet Investor*innen die Möglichkeit, Beträge von 250 bis 10.000 Euro in nachhaltige Vorhaben zu investieren“

SRI, ESG, SDGs – Etwas Entwirrung

Anlageangebote mit einem weiten Spektrum von Nachhaltigkeit

Nachhaltige Anlageangebote haben ein weites Spektrum und z.T. erheblich abweichende Interpretationen von Nachhaltigkeit. Für interessierte Privatanleger ist diese Vielfalt ebenso verwirrend wie Finanzjournalisten, so dass deren Beiträge meist auch nicht besonders erhellend und damit hilfreich sind. Insofern bietet der im Portal justETF erschienene Beitrag eine Ausnahme: Dominique Riedel: Nachhaltige ETF-Portfolios zum Selberbauen, 9.12.2018. Der Beitrag stellt übersichtlich die Gemeinsamkeiten der häufigsten Abkürzungen SRI (=socially responsible investments/sozial verantwortliche Investments) und ESG (environment, social, governance/Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) zusammen. Seltener ist „SDGs“ für die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (sustainable development goals) der Vereinten Nationen. Hierzu mehr unten sowie hier im Blog auf SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

ETFs nach SRI- und ESG-Kriterien bieten zwar eher eine schwächere Ausprägung von Nachhaltigkeit, aber sie ermöglichen es bei geringen Kosten und hohem Grad an Streuung mit einem besseren Gewissen anzulegen. Hierbei sind die Ausführungen von Frau Riedel sehr hilfreich. In beiden Kategorien ist es bei einem stetig steigenden Angebot (vgl. u.a. Nummer Einundsechzig) global oder auch regional zu investieren. Dabei werden die Informationen von einem gesunden Grundgedanken geleitet:

„Jeder Mensch definiert nach den eigenen Erfahrungen und Einschätzungen, was für ihn „nachhaltig” oder „ethisch” bedeutet. Genau so ist es mit den unterschiedlichen Index-Regelwerken im Bereich des nachhaltigen Investierens, auf denen ETFs basieren.“

Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Index-Familien im Überblick

Merkmal MSCI SRI-Reihe MSCI ESG Screened-Reihe
Aufgenommene Unternehmen die nach ESG-Kriterien besten 25% jedes Sektors; bestimmte Sektoren werden ausgeschlossen (siehe unten) bestimmte Sektoren werden ausgeschlossen (siehe unten);
keine Berücksichtigung von ESG-Ratings
Gewichtung Marktkapitalisierung Marktkapitalisierung
Marktabdeckung eher gering durch Ausschluss von 75% der Unternehmen eher hoch, da nur bestimmte Sektoren ausgeschlossen werden (ohne Berücksichtigung des ESG-Ratings)
Tracking Error potenziell höher durch geringere Marktabdeckung potenziell geringer durch höhere Marktabdeckung
Kosten i. d. R. höher als Mutterindex wegen Research-Kosten für SRI-Rating sehr ähnlich zum Mutterindex wegen minimaler Research-Kosten für einfachen Filteransatz
Modifikationen MSCI SRI 5% Capped
MSCI Select ESG and Trend Leaders
bisher keine
ETF-Portfolios Nachhaltigkeit SRI Global BIP
Nachhaltigkeit SRI Regionen BIP
Nachhaltigkeit ESG Screened Global BIP
Nachhaltigkeit ESG Screened Regionen BIP
Quelle: iShares; Stand: 05.12.2018 via justETF

Neuer Fonds auf nachhaltige Fremdkapitalfinanzierungen

Produkte mit einer Orientierung an den SDGs bilden bisher die Ausnahme. Allerdings nimmt zumindest für institutionelle Anleger das Angebot weiter zu. Der NN (L) European Sustainable Infrastructure Debt Fonds, der am 15. November 2018 aufgelegt wurde, erweitert die nachhaltige Produktpalette von NN Investment Partners (NN IP) und erfüllt die steigende Nachfrage Institutioneller nach Investitionen in Sachwerte.

„Der neue Fonds zielt darauf ab, ein diversifiziertes Portfolio aus europäischen Infrastrukturfinanzierungen aufzubauen, die einem Investment-Grade-Rating entsprechen und aus fünf Sektoren bestehen. Dazu zählen soziale Infrastruktur, alternative Energie, nachhaltiger Transport und Wasser- und Abfallwirtschaft sowie digitale Infrastruktur. Die geringe Korrelation von Infrastrukturanlagen mit den Konjunkturzyklen ist besonders für langfristige Investoren reizvoll, die ihre Portfolios diversifizieren, ihre Verbindlichkeiten matchen und solide Erträge erzielen möchten. NN IP nutzt mit dem neuen Fonds seine langjährige Erfahrung am Infrastrukturmarkt und hat seine Strategie weiterentwickelt, um sich auf Infrastrukturanlagen zu konzentrieren, die eine messbare Wirkung, einen Impact auf Gesellschaft und Umwelt haben, ohne die finanziellen Erträge zu vernachlässigen. …  Der Fonds strebt eine jährliche Bruttorendite von 3-4% und eine Duration von 12-15 Jahren an.“ Quelle: NN investment partners (DE)

Apple Pay in Deutschland gestartet – Zahlung + Nachhaltigkeit?

2018-12-11 ApplePay

Beitragsbild/Bild: Apple Pay

Mit einer Verspätung von vier Jahren gegenüber europäischen Nachbarländern sind jetzt auch in Deutschland Zahlungen mit Apple Pay möglich. Google Pay war im Juni 2018 gestartet. Die Vorteile beschreibt der Anbieter folgendermaßen:

„Apple Pay funktioniert ganz einfach. Und vor allem ganz sicher. Denn mit Apple Pay wird deine Kartennummer nie auf deinem Gerät oder Apple Servern gespeichert. Und Apple Pay speichert auch keine Daten zu deiner Transaktion, die auf dich zurück­zuführen sind. So kannst du sicher in Geschäften, Apps und im Internet bezahlen. Ganz einfach.“

 Quelle: Apple Pay

Wie funktioniert Apple Pay?

Tatsächlich werden weniger missbrauchsgefährdete Daten mit dem Händler ausgetauscht, da die Zahlung nur über eine Gerätenummer in Verbindung mit einem einmaligen Transaktionscode ausgelöst. Das Smartphone wird mit Fingerabdruck oder Gesichtserkennung entsperrt. Insofern können weder bei der Transaktion noch aus dem Gerät sensible Daten ausgelesen werden. Bei einem Geräteverlust ist damit im Gegensatz zu einer physischen Karte ein Missbrauch ausgeschlossen.

Nicht verwendbar sind Girocards ohne Zugang zu Maestro (d.h. Mastercard). Auch ist der von vielen Banken angebotene Zahlungsdienst VPay (Visa) nicht unter den Anbietern. Die Nutzung solcher Karten ist über die Angebote der Genossenschaftsbanken (Digitale Karten in der VR-Banking-App) und Sparkassen (Mobiles Bezahlen) möglich. Allerdings wird hier für Beträge ab € 25 wiederum ein PIN benötigt.

Zum Start sind die Banken in der nachfolgenden Übersicht mit Apple Pay im Angebot. Weitere Banken haben den Zahlungsdienst für 2019 avisiert.

Apple hat die Liste mit den teilnehmenden Banken veröffentlicht.

Quelle: Apple Pay

Mobile Zahlungen können nachhaltiger sein

In Deutschland werden rund 57 Mio. Smartphones genutzt (Quelle: statista 11.12.2018), die technisch reichlich dimensioniert sind. Gleichzeitig tragen alle 130 Mio. Bank- und Kreditkarten leistungsfähige Chips und Magnetkarten, die zu einem erheblichen Teil nur wenig genutzt werden. Insofern wäre es deshalb naheliegend andere Lösungen zu wählen, die diesen Materialeinsatz verringern. Eine Variante wären optische Lösungen (QR-Codes, vgl. Weniger Karten in die Brieftasche hier im Blog) oder die von den mobilen Bezahlangeboten genutzte NFC-Funktion der Smartphones, die dann auf den Karten selbst entfallen könnte.

Eine besonders interessante Lösung hat deshalb die Deutsche Bank zum Marktstart in das Angebot genommen: Eine vollständig virtuelle Karte, die allein elektronisch ausgegeben wird. Entgegen den Informationen auf der Internetseite der Bank kursierten zunächst Informationen, wonach Kunden zur Bestellung der Karte eine Filiale besuchen müssten. Dies hätte dieses Angebot natürlich verwässert, ist aber nicht der Fall: „Mit einem Deutsche Bank Konto erhalten Sie zur weltweiten Nutzung von Apple Pay eine virtuelle Mastercard Debitkarte (Deutsche Bank Card Virtual) – dauerhaft ohne Jahresgebühr. Diese können Sie im Rahmen der Apple Pay Aktivierung in der Deutsche Bank Mobile App bestellen.“ Homepage Deutsche Bank – Jetzt: Deutsche Bank mit Apple Pay.

Quelle: Jochen Siegert via Twitter/Deutsche Bank

Viel Andrang zum Start

Jochen Siegert hat auf Payment & Banking am 12.12.2018 seine persönlichen Eindrücke von der Auftaktveranstaltung in der Allianz-Arena in München geschildert: Launchevent von Apple Pay in Deutschland. „Michael Koch, verantwortlich für Online- und Mobilebanking der Deutschen Bank, sprach bezüglich von der MasterCard Debit-Karte und Apple Pay als dem stärksten Produktlaunch der Deutschen Bank überhaupt. Wesentliche KPIs hätten die Erwartungen weit übertroffen. So konnte die Deutsche Bank gestern Vormittag hohe dreistellige Kartenanträge pro Minute verzeichnen und die Besuche der Deutschen Bank Homepage war sechsfach höher als sonst. Dieser Kundenansturm ist sehr beeindruckend. Ich denke das Institut wird so alleine über 50.000 neue Karten am gestrigen Tag abgesetzt bzw. aktiviert haben. Auch ein Comdirect Mitarbeiter schrieb bei Twitter von einem selbstgesetzten Tagesziel von 10.000 Registrierungen (leider Tweet nicht mehr auffindbar) und die im Vergleich eher kleine Hanseatic Bank berichtete auch von 1.200 Registrierungen in den ersten Stunden.“

Akzeptanz ca. 50%

Die Einsatzmöglichkeiten in Deutschland dürften grundsätzlich bei 50% liegen, also überall dort, wo NFC-fähige Terminals genutzt werden. Zusätzlich ist aber eine Vereinbarung mit Apple Pay Voraussetzung. Die folgende Übersicht stellt die beim Start vereinbarten Akzeptanzpartner:

 

Bildergebnis für apple pay akzeptanz

Quelle: Apple Pay

Weitere Partnerbanken für 2019 avisiert

Quelle: Apple Pay

Die Zahlungsdienste im Kurzvergleich

Besonders bei der Freigabe der Zahlungsdienste auf dem Smartphone unterscheiden sich die Angebote Bei Apple-Pay und Google-Pay genügt die Freigabe des Handys bei Touch-ID oder Face-ID, um eine Zahlung zu legitimieren. Für Kleinbeträge ist bei Apple-Pay nicht einmal der Bildschirm des iPhones zu entsperren. Der Vorteil der einfachen Bedienbarkeit mit einer einzigen Aktion ist beim Bezahlen mit den Apps von Sparkasse und VR-Banken jedoch dahin. Bei Beträgen über 25 Euro ist es erforderlich, die Karten-PIN am Smartphone einzugeben.

Während bei Apple und Google nur Debit- und Kreditkarten genutzt werden können, binden die Bankenangebote auch die Girocards ein. Unterschiedlich ist natürlich auch, wer welche Daten hat. Da sind sie allerdings auf jeden Fall, fragt sich immer noch wo. Und das ist eher Geschmacksache.

Kommen und Gehen bei FinTech

Apple Pay kommt, Glase® geht

Am 11.12.2018 hat Glase® (früher SEQR) vormittags die Einstellung seines Zahlungsdienstes für den Nachmittag angekündigt. Ähnlich wie Apple Pay basierte das Angebot auf einem kontaktlosen Bezahlvorgang per NFC-Technik. (heise online 11.12.2018 – Mobile Payment: Glase gibt auf. Mittlerweile sind Neugründungen bei Zahlungsdiensten in einer Minderheit. „Payment-Startups können trotz der breiten öffentlichen Diskussion zum Thema mit zwei Prozent nur einen verschwindend geringen Anteil des Venture-Capital-Investitionsvolumens seit 2017 für sich verbuchen“ heisst es in der aktuellen comdirect Fintech-Studie. Der Markteintritt von Apple dürfte eher einen Konsolidierungsprozess beschleunigen.

Kommen und Gehen bei der Onlinevermögensverwaltung

Nach Santander (Sina) stellt auch die Werthstein GmbH ihr zum Jahresbeginn gestartetes (vgl. Nummer Sechsundzwanzig vom 12.1.2018) Angebot wieder ein: Pressemitteilung vom 17.12.2018: Werthstein GmbH stellt Geschäft ein. Die Bewegung im Markt für „Robo-Advice“ hat Heinz-Roger Dohms heute in Finanz-Szene.de beschrieben: Exklusiv: Deposit Solutions paktiert mit Robo-Advisor Quirion.

Eine Konsolidierung in diesem Markt war seit einiger Zeit sehr vorhersehbar: Kleiner Gesamtmarkt (ca. € 2 Mrd.) mit sehr vielen Anbietern (>40) bei sehr niedrigen Markteintrittsbarrieren aufgrund überschaubarer Investitionsaufwendungen: Robo-Advice – Viel Bewegung im Markt vom 17.11.2017.

 

Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn

Einige Aktive haben sich für den 12.2.2019 um 19h zu einem Stammtisch Nachhaltigkeit verabredet. Thematisch ist alles rund um CSR, ESG, SDGs, SRI, SustainableFinance sowie Globales und Lokales offen. Ort wird noch bekannt gegeben und je nach Interesse ausgewählt.

Warum 12.2.2019? Dann findet in Berlin der nächste Stammtisch Sustainable Finance Berlin statt. Der Plan ist, an diesem Abend die Aktivitäten in Bundeshauptstadt und Bundesstadt kommunikativ zu verbinden.

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundsechzig bis Eins

 

 

 

What goes wrong with #SustainableFinanceEU?

2018-01-31 SusFin

Grafic: EU Commission

13. December 2018

Dr. Ralf Breuer

The year 2018 fueled a lot of optimism into my views on sustainability in the financial industry. Getting started with the EU Action Plan on financing sustainable growth (#SustainableFinanceEU) many factors brought sustainability into the industry’s mainstream. Facing tremendous tail risks from climate the global leaders strongly confirmed this view. The long and hot summer with it’s drought and wildfires strongly built up a broad awareness for the changing climate moving it up on the political agenda. However, since the end of last week the optimism has become muted. And is not because of the lacking progress at the COP24 in Katowice, it is first of all the consultation pack published by the technical expert group (TEG) working on the taxonomy of assets as outlined in the action plan.

Disputable points disputed

The action plan found criticism mainly in two points:

1. Green supporting factor not logical

The EU Commission proposed a green supporting factor, i.e. reduced capital burdens for environmentally friendly assets. This is understandable as it shares the French view and secured a strong support. This was confirmed by President Macron’s personal engagement. From the regulatory point of view, it is rather „brown“ resp. „fossile“ to burden as this imposed tremendous tail risks on the financial industry.

2. The sequence of distribution directives and taxonomy

The commission almost immediately intended to amend the distribution directives for banks (MiFIDII) and insurance companies (IDD) and work out a classification for sustainable assets afterwards. For good reasons some from the industries doubted this sequence and proposed a different order.

Ecology should only be the gateway, not all

The action plan seemed open to all (17) sustainable development goals. Climate risk was a sensible approach as a „hook“ as this secured the support of the supervisory bodies because they see that the financial industry faces tremendous tail risks currently not covered in regulation. In addition, risks from climate change and energy transition have already deeply eaten into portfolios and collatoral pools.

However, the United Nations for good reasons set out 17 sustainable development goals (the „SDGs“) going far beyond ecology. Since 2017 the consensus view on sustainability turned in this – forward looking – direction, away from – historical – ESG criteria. The sustainability ratings will follow this move rather sooner than later.

In sharp contrast to this, the TEG has narrowed it’s terms of reference on environmental factors:

In line with the Commission’s legislative proposals of May 2018, the European Commission has set up a Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG) to assist it in developing;
• an EU classification system – the so-called taxonomy – to determine whether an economic activity is environmentally sustainable;
• an EU Green Bond Standard;
• benchmarks for low-carbon investment strategies; and
• guidance to improve corporate disclosure of climate-related information.

Taxonomy subgroup – Progress report p. 6

Thus, the outlined result will be a narrow one as well:

An EU taxonomy would fill these gaps, as it would inter alia:
 create a uniform and harmonised classification system, which determines the activities that
can be regarded as environmentally sustainable for investment purposes across the EU;
 address and avoid further market fragmentation and barriers to cross-border capital flows as
currently some Member States apply different taxonomies;
 provide all market participants and consumers with a common understanding and a
common language of which economic activities can unambiguously be considered
environmentally sustainable/green;
 provide appropriate signals and more certainty to economic actors by creating a common
understanding and single system of classification while avoiding market fragmentation
 protect private investors by avoiding risks of green-washing (i.e. preventing that marketing is
used to promote the perception that an organization’s products, aims or policies are
environmentally-friendly when they are in fact not);
 provide the basis for further policy action in the area of sustainable finance, including
standards, labels, and any potential changes to prudential rules.

Taxonomy subgroup – Progress report p. 7

The approach to taxonomy would be strongly flawed

1. Why only one goal?

The narrow approach focussing on environmental sustainability will heavily flaw the action plan. While market consensus and reality turned to SDGs and thus looking forward, the consultation pack sticks to ESG, strongly stressing the E for ecology. This stands in a sharp contrast to the strong growth of not climate-related instruments, e.g. at the Luxembourg Exchange LGX, where the number of „social bonds“ is increasing“.

Sustainable Finance should not be „one trick pony“. Climate change is a severe problem of sustainability, but unfortunately by far not the only one. Why should a taxonomy therefore exclude other burning questions like education, hunger, housing, inclusion etc.?

2. Historical ESG can be misleading

It is not straightforward, but also no rocket science to show, that the common historical sustainability benchmarks such as carbon footprint and ESG-Scores can be misleading for investment decisions with impact intentions in the future. The consultation document seems to confirm this outdated view starting with the NACA classification highlighting sectoral emissions (see Taxonomy subgroup – Progress report p. 9f).

The alternative is straightforward

According to a paper of the German sustainability rating agency imug (Wirkungsorientierte Investments zur Erreichung der UN Sustainable Development Goals – Impact investments to achieve the UN Sustainable Development Goals) the industry is on the move away from particular and individual ESG approaches to the SDGs, thus defining „a new normal“.

In some cases this normal is already put into practice, e.g. at the Dutch pension fund PGGM and APG Asset Management. Very impressive is the system of the German development finance agency DEG (KfW Group) which benchmarks the whole portfolio in development finance: We measure development outcome. The group is using a IOOI model (Input, Output, Outcome, Impact) that is also advocated by rating agencies, e.g. vigeo eiris.

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Einundsechzig

Inhalt:  Globale Investoren fordern dringend Klimaschutz; Deutschland bei Nachhaltigkeit: Heiter bis wolkig; Zweite Woche 24. Weltklimagipfel in Katowice; Finanzthema Klimaschutz und Klimarisiken; Nachhaltigkeit als Maßstab bei der Kreditvergabe; Nachhaltige Finanzwoche in New York; Weltbankgruppe: USD 200 Mrd. für Klimaschutz; Weltweit 140 neue Nachhaltigkeitsfonds…; …starkes Wachstum bei ESG-Aktien-Indexfonds in Europa; Verbraucherzentrale prüfte Nachhaltigkeitskriterien; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

10. Dezember 2018

Dr. Ralf Breuer

Globale Investoren fordern dringend Klimaschutz

454 globale Investoren haben eine dringende Aufforderung an die Politik unterzeichnet, die Ziele des Klimaschutzabkommens zu erreichen. Eine weitere Erderwärmung jenseits der 1,5 Grad würde zu „substanziellen negativen wirtschaftlichen Auswirkungen führen. Dies sei aufgrund der derzeit vorhandenen nationalen Beiträgen zu befürchten, da auf dem derzeitigen Niveau der Anstrengungen die Ziele deutlich verfehlt würden.

„This ambition gap is of great concern to investors and needs to be addressed, with urgency. It is vital for our long-term planning and asset allocation decisions that governments work closely with investors to incorporate Paris-aligned climate scenarios into their policy frameworks and energy transition pathways.“

Die Investoren betonen auch, dass die bei der Umsetzung der Klimaziele führenden Länder und Unternehmen wirtschaftlich erheblich profitieren werden und folglich auch attraktive Anlagemöglichkeiten für Investoren darstellen:

„The countries and companies that lead in implementing the Paris Agreement and enacting strong climate and low carbon energy policies will see significant economic benefits and attract increased investment that will create jobs in industries of the future.“

Quelle: 2018 Global Investor Statement to Governments on Climate Change

Mit Allianz Global Investors, Allianz SE, DWS und Union Investment haben auch einige prominente deutsche Investoren die Erklärung unterzeichnet. Auffallend ist aber vor allem das Fehlen der Deka Investment als Dienstleister der größten Finanzgruppe, der Sparkassen.

Nachhaltigkeit in Deutschland: Heiter bis wolkig

Das Statistische Bundesamt hat den aktuellen Indikatorenbericht zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht. Diagnose: „Heiter bis wolkig„.

Bereits zum siebten Mal hat das Statistische Bundesamt den Indikatorenbericht erstellt. Er folgt im Aufbau den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) und bewertet die jeweiligen Indikatoren mit Wettersymbolen, woraus eben die im Tweet zitierte Einschätzung „heiter bis wolkig“ entstammt. Der Bericht ist eine interessante Lektüre und erlaubt einen tiefen Einblick in den Zustand dieses Landes und seiner Gesellschaft: Destatis Nachhaltigkeite Entwicklung in Deutschland – Indikatorenbericht 2018.

Zweite Woche 24. Weltklimagipfel in Katowice

Der 24. Weltklimagipfel „COP24“ in Katowice geht in die zweite Woche. Das Programm und die Randveranstaltungen füllen viele Internetseiten. Hier die offizielle Seite der Vereinten Nationen, United Nations Climate Change. Das Beitragsbild bzw. die nachfolgende Grafik wollen einen Überblick über die Veranstaltung vermitteln.

cop-grafikthumb

Beitragsbild/Grafik: www.klimafakten.de

Ein Video aus Katowice mit der fünfzehnjährigen schwedischen Schülerin Greta Thunberg und ihrem Appell für den Klimaschutz fand in sozialen Medien tausendfache Aufmerksamkeit. Sie trat in einen Schulstreik und protestierte auf der Straße, um Politiker auf die Notwendigkeit von Maßnahmen aufmerksam zum machen. Weitere Menschen gesellten sich zu ihrem Protest. Mittlerweile fand ihre Aktion in vielen Ländern Nachahmung.

In ihrem Interview beklagt sie die verbreitete Unkenntnis über den Klimawandel bei Journalisten, Politikern und der breiten Öffentlichkeit. Sie regt die stärkere Einbeziehung jüngerer Menschen an. – Sehr hörenswert: „Something big has to happen“!

Insbesondere bei Politikern sieht sie nicht nur Defizite beim Wissen, sondern auch bei der Motivation: Ihr Job sei nicht die Rettung der Welt, sondern der Wahlsieg.

Finanzthema Klimaschutz und Klimarisiken

Anläßlich des Weltklimagipfels haben sich fünf Banken zusammengeschlossen, um ihre Kreditportfolien mit den Klimazielen des Klimaabkommens von Paris in Einklang zu bringen. BBVA, BNP Paribas, ING Groep, Société Générale und Standard Chartered wollen gemeinsam Methoden entwickeln, die Vereinbarkeit ihrer Kreditportfolien mit dem Klimaabkkommen von Paris zu messen und entsprechend zu steuern.

Auch für die Zentralbanken und Bankaufsichtsbehörden sind Klimarisiken – insbesondere der Klimawandel und die Energiewende – ein wichtiges Thema. Im Oktover 2018 haben insgesamt 18 Zentralbanken gemeinsam erklärt, dass sie diese als Teil ihres Mandats sehen. Besonders weit fortgeschritten sind die Überlegungen in Großbritannien und den Niederlanden, u.a. weil beide Länder von einem weiteren Anstieg des Meeresspiegels unmittelbar stark betroffen werden.

In der Financial Times wurde dem Thema am 4.12.2018 erneut ein ausführlicher, sehr lesenswerter Artikel gewidmet. Es geht nicht mehr um die Frage, ob Klimarisiken relevant sind, sondern wie sie praktisch in die Finanzmarktregulierung eingehen sollen.

Strittig bleibt allein die Frage, ob „grüne“ Investitionen kapitalseitig begünstigt werden sollen, wie es die EU-Komission bei der Vorstellung ihres Aktionsplans im März 2018 gefordert hat (Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung). Hierfür gibt es unmittelbar keine logische Begründung, da es sich um „klassische“ Investitionen handelt, während Klimarisiken Langfristcharakter haben, was in der aktuellen Systematik der Rechnungslegung und Unternehmensberichterstattung nur unzureichend abgebildet wird.

Nachhaltigkeit als Maßstab bei der Kreditvergabe

Die norwegischen Bank DNB setzt bei der Vergabe von Krediten nachhaltige Maßstäbe an. Unternehmen, die nicht nachhaltig sind und umweltbelastende Produkte herstellen, haben es schwerer, Geld von der Bank zu bekommen.

Bei der Einschätzung des Risikos neuer Kunden sind Umwelt- und Klimabewertungen ein Faktor. „Unternehmen, die in ihrer Geschäftsstrategie keine Nachhaltigkeit haben, werden auf lange Sicht nicht lebensfähig sein“, sagte eine DNB-Sprecherin. So sei einem Hersteller von Einmalplastik kürzlich ein Kredit verweigert worden. Auch immer weniger Unternehmen in der Fossilbranche würden Finanzierungshilfe bekommen. (dpa/Handelsblatt 7.12.2018

Nachhaltige Finanzwoche in New York

Zeitgleich zum Start des Klimagipfels in Polen fand in New York eine Nachhaltige Finanzwoche (Sustainable Finance Week, Programm) mir verschiedenen großen Einzelveranstaltungen statt. Der Dienstleister Bloomberg hat aus diesem Anlass sein Informationsangebot erweitert und betreibt nun ein auf Nachhaltigkeit bzw. Verantwortungsbewusstsein ausgerichtetes Informationsangebot, den Bloomberg Good Business Hub. Bloomberg bietet hier kostenfrei auch den Bezug von wöchentlichen aktuellen Informationen per E-Mail an, den englischen Good Business Newsletter.

Weltbankgruppe: USD 200 Mrd. für den Klimaschutz

Die Weltbankgruppe hat für die nächsten fünf Jahre ein Finanzierungsprogramm von USD 200 Mrd. für den Klimaschutz initiiert (Pressemitteilung 3.12.2018 (EN)). USD 100 Mrd. will die Gruppe dabei unmittelbar selbst bereitstellen. Neben Maßnahmen zur CO2-Reduktion sollen auch präventive Schritte zur Vorbereitung auf den Klimawandel finanziert werden. Bereits 2018 wird die Gruppe USD 20,5 Mrd. bereitstellen. Der Betrag war eigentlich erst in 2020 geplant.

Weltweit 140 neue Nachhaltigkeitsfonds…

Bloomberg berichtet, dass 2018 weltweit 140 neue Fonds mit Nachhaltigkeitskriterien neu aufgelegt wurden. Dabei handelt es sich im wesentlichen um „verantwortungsbewußte Produkte“, die an SRI- bzw. ESG-Kriterien ausgerichtet sind. In der nachfolgenden Grafik wird zusammengestellt, wie sich die zehn größten Fonds im Vergleich zum breiten Aktienindex S&P 500 entwickelt haben. Für die Vereinigten Staaten schätzt Bloomberg den Marktanteil dieser Produkte auf über 25%, was in etwa einem Wert von USD 12 Bio. entspricht.

Quelle mit ausführlichen Informationen und einer Übersichtstabelle: Bloomberg 30.11.2018

…starkes Wachstum bei ESG-Aktien-Indexfonds in Europa

Der Fondsdienstleister Morningstar meldet am 7.12.2018: „Nachhaltiges Investieren wird immer mehr zum Mainstream in Europa“ (Valerio Baselli: ESG-Aktien-Indexfonds 2018 stark gesucht, 7.12.2018). Ende September gab es laut Artikel 199 nachhaltig investierende Indexfonds, darunter 55 ETFs. Seit Jahresbeginn ist das Volumen der Fonds bei Zuflüssen von € 8,65 Mrd. von € 84,2 Mrd. auf € 97,6 Mrd. gestiegen. Die Fonds sind mehrheitlich (182) Aktienprodukte, während Rentenprodukte (16) und Mischfonds (1) nur einen kleinen Anteil haben.

Wachstum des in ESG-Indexfonds verwalteten Vermögens

Auch bei den 18 neuen Produkten im Laufe des Jahres 2018 dominierten mit 17 die Aktienfonds. 10 dieser Produkte sind ETFs.

Verbraucherzentrale prüfte Nachhaltigkeitskriterien

Die Verbraucherzentale Bremen hat bei 14 Banken in Deutschland die Nachhaltigkeitskriterien unter die Lupe genommen und in einer Übersicht aufbereitet. Sie alle haben für ihre Eigenanlagen und die Kreditvergabe ethische-ökologische Kriterien, darunter acht Kreditinstitute mit kirchlichen Wurzeln. Die  Verbraucherzentrale untersuchte erneut die Auswahl dieser Kriterien.

Das Ergebnis in Kürze:

  • Nachholbedarf beim Klimaschutz: Nur sieben von 14 Banken schließen Investitionen in fossile Energieträger konsequent aus
  • Für zwei Banken ist die Atomindustrie kein Ausschlusskriterium
  • Fünf Banken wenden alle untersuchten Ausschlusskriterien an

Die Übersicht macht für Verbraucher auf einen Blick deutlich, welche Banken die für sie wichtigen ethisch-ökologischen Kriterien erfüllen. Daneben bietet die Verbraucherzentrale Bremen mit Marktchecks zu den Konditionen von Girokonten und Sparanlagen bei diesen Banken weitere Orientierungshilfen.

Zur Übersicht: Anlagekriterien_bei Banken_Nachhaltigskeitsstandards

©Verbraucherzentrale Bremen e.V.

Die Verbraucherzentrale hat auf ihrer Internetseite auch Informationen über nachhaltige Geldanlagen für Privatanleger zusammengestellt. Links finden sich auf der Seite SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Einundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechzig

Inhalt:  24. Weltklimagipfel: „Nur eine Existenzfrage“; Frankreich: Drei Tage Klimafinanzierung; Prinzipien für verantwortungsvolles Bankgeschäft; Ohne Nachhaltigkeit ist es Selbstmord; FNG-Siegel mit starkem Wachstum; Irgendwas Digitales ist noch keine Digitalisierung Apropos: Digitaler Kanal und Kommunikation; In eigener Sache: #nachhaltige100: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

3. Dezember 2018, ergänzt 4.12.2018 (Pressemitteilung Climate Action Network Europe, Zitat Richard David Precht, Bericht Finanz-Szene.de)

Dr. Ralf Breuer

24. Weltklimagipfel: „Nur eine Existenzfrage“

Heute beginnt in Katowice, Polen, der 24. Weltklimagipfel „COP24“. Das Programm und die Randveranstaltungen füllen viele Internetseiten. Hier die offizielle Seite der Vereinten Nationen, United Nations Climate Change. Das Beitragsbild bzw. die nachfolgende Grafik wollen einen Überblick über die Veranstaltung vermitteln.

cop-grafikthumb

Beitragsbild/Grafik: www.klimafakten.de

Der deutsche Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat gleich zur Eröffnung des deutschen Pavillons deutlich gemacht, um was es bei der Bekämpfung des Klimawandels geht: Dem Überleben der Menschheit.

Ein Jahr nach COP23 in Bonn wurden bei der Bekämpfung des Klimawandels kaum Fortschritte erzielt. Allerdings haben der heiße Sommer und auch die Berichterstattung um den Hambacher Forst das Bewusstsein in der breiten Bevölkerung deutlich verändert. Die Landtagswahlen in Bayern und Hessen haben noch einmal deutlich gezeigt, dass das Wählerinteresse an Nachhaltigkeit deutlich ausgeprägter ist als dies im Wahlkampf von den großen Parteien zum Ausdruck gebracht worden ist.

Dies wurde besonders in der Berichterstattung zur Wahl in Bayern deutlich, zu der die Nummer Dreiundfünfzig folgende Übersicht enthielt:

Quelle: Twitter/Jörg Schönenborn, WDR, Daten: infratest Dimap

Während die Politik nachhaltige personelle Querelen bot, war das Interesse an nachhaltigen Themen wir Bildung, Wohnen und Klimaschutz deutlich stärker ausgeprägt als an der Asyl- und Flüchtlingspolitik. Dies war ebenfalls in Schweden der Fall, das bekanntlich von der Sommerhitze und großen Waldbränden besonders betroffen war (vgl. Nummer Sechsundvierzig).

Gleich zu Beginn des Gipfels am 3.12. sorgten einige Länder für positive Schlagzeilen und setzen Ausrufungszeichen: Der niederländische Ministerpräsident kündigte für sein Land ein ambitionierteres Klimaziel mit 55% CO2-Reduktion per 2030 an. Finnland, Luxemburg, Österreich und Spanien betonten die Notwendigkeit größerer Anstrengungen in ihren Ländern und der gesamten EU, sie erneuerten ihre Unterstützung einer CO2-Neutralität per 2050. (Pressemitteilung Climate Action Network Europe vom 3.12.2018

 

Frankreich: Drei Tage Klimafinanzierung

Vom 26. bis 28. November fand in Paris „der“ Climate Finance Day (#CFD2018) statt. Trotz der Ausdehnung der Veranstaltung von einem auf drei Tage wurde der Name beibehalten. Die Anzahl der Teilnehmer stieg gegenüber dem Vorjahr um 50% auf 1.500. Insgesamt sprachen 100 Personen, darunter auch die Spitzen der großen französischen Finanzakteure. Der französische Staatspräsident und der Minister für Wirtschaft und Finanzen hatten die Schirmherrschaft übernommen. Zum Ende der Veranstaltung wieder holte der Minister praktisch die Aussagen des Präsidenten der EU-Kommission am 28.3.2018 in Brüssel: All finance has to be sustainable!. Nummer Zweiunddreissig bzw. Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung.

In den sozialen Medien wurde das Motto der Veranstaltung als Schlagwort benutzt: #GetUpScaleUp. Die Veranstaltung war geradezu gespickt mit Bekenntnissen zu Nachhaltigkeit und nachhaltiger Finanzwirtschaft. Mehr Informationen über die Seite https://financefortomorrow.com/.

Prinzipien für verantwortungsvolles Bankgeschäft

Gleich zu Beginn der Veranstaltung lancierten 28 Banken unter dem Dach der UNEP Finance Initiative einen Entwurf für die „Principles of Responsible Banking“, die bis zum 29.5.2018 offen für Konsultationen sind. Während sich große Finanzgruppen aus Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Spanien engagiert haben, sucht man deutsche Unterzeichner vergeblich. Allerdings sind Consorsbank, ING Deutschland und Triodos Bank Deutschland über ihre Muttergesellschaften einbezogen. Weitere Informationen und weiterführende Links (EN): hier.

Quelle: http://www.unepfi.org/banking/bankingprinciples/

Vom Grundsatz geht es vor allem um eine Harmonisierung der Geschäftspolitik mit den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, den SDGs und die externe Transparenz. Und in diesem Fall sind Träger der Initiative nicht die Banken, die sich schon für ein wertegetriebenes Bankgeschäft engagiert haben, sondern eben auch globale Geschäftsbanken.

Ohne Nachhaltigkeit ist es Selbstmord

Starke Worte wählte Adrie Heinsbroek, Principal Responsible Investment bei NN Investment Partners, der Vermögensverwaltungsgesellschaft der niederländischen NN Group:

Kaum noch etwas hinzuzufügen, vielleicht noch die positive Formulierung: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0.

 

FNG-Siegel mit starkem Wachstum

Die Anzahl der Fonds, die sich 2018 um das FNG-Siegel beworben haben, lag mit 66 um 40% über dem Vorjahreswert. 65 Fonds wurden ausgezeichnet, davon 25 mit drei und 28 mit zwei Sternen, 11 Fonds erhielten nur einen Stern, ein Fonds keinen, aber das Siegel. Gegenüber der Gesamtzahl von Fonds mit „nachhaltig“ im Etikett bleibt die Anzahl der Bewerbungen allerdings klein: Je nach Datenquelle werden 643 (Scope) bzw. 450 (SBI) genannt.

2018-11-29 FNG

Foto: Gesellschaft für Qualitätssicherung Nachhaltiger Geldanlagen mbH

Auffällig bleibt, dass unter den Fonds die Produktangebote für private Kunden der größten deutschen Fondsgesellschaften völlig fehlen: Deka Investment und DWS Deutschland haben sich gar nicht beworben, Union Investment nur mit Fonds für institutionelle Kunden: FNG-Siegel 2018Präsentation Vergabefeier 29.11.2018

Irgendwas Digitales ist noch keine Digitalisierung

In der Nummer Nummer Neunundfünfzig war ein Teil dem Thema Digitalisierung gewidmet, die kein Selbstzweck ist, sondern sich auch über die SDGs definieren lässt. Einen Tag später erschien ein Beitrag des bekannten britischen Autors, Beraters und Redners Chris Skinner, der diesen Aspekt noch einmal betont:

Er stellt sehr pointiert fest, dass die Banken zwar alle etwas Digitales machen, das Ziel einer digitalen Transformation aber weit verfehlen:

But it is the case that when I take the pulse of the majority of banks doing digital, they are doing stuff that is digitally-related but it is often missing the mark. They are doing apps and redeveloping services, but they’re not really committed to transformation or to really reinvent the bank for the 21st century to compete with Amazon and Alibaba.

Chris Skinner; Are you really ‚Doing digital‘??

Auch der Autor und Philosoph sieht Digitalisierung zu allererst als Mittel zum (nachhaltigen) Zweck:

Apropos: Digitaler Kanal und Kommunikation

Passend zu den Aussagen oben sind auch die Eindrücke über viele „Auftritte“ in sozialen Medien. Viele Betreiber von Kanälen bei Facebook, Twitter etc. verstehen ihre Konten als weiteren Kanal von Einwegbotschaften. Auf Fragen, Kommentare etc. wird kaum oder gar nicht reagiert. Das ist aber für Menschen, die dort unterwegs sind ein klares Signal zum Abschalten.

Die wenigen erfolgreichen und interessanten Auftritte in sozialen Medien zeichnen sich durch ein inhaltliches Konzept und ganz besonders auch durch „Zulesen“ aus, was allerdings eine qualifizierte und vor allem auch ressourcenfordernde Betreuung voraus setzt. Beides ist in Finanzwirtschaft und auch in der Politik eher die Ausnahme.

Dabei lassen sich die guten Kanäle leicht anhand von „gefällt mir“, Abonnenten oder Followern erkennen. Wer das einmal selbst versucht hat, ist erschrocken wie unbeliebt manche Betreiber sind. Die Gründe hierfür sind praktisch immer in Konzeptionslosigkeit und eine wenig qualifizierte bzw. intensive Betreuung zu erkennen.

Ein Beispiel für ein erfolgreicheres Konzept bieten „AINO“ bzw. „Heute in Hamburg“, eine App für „Events, Locations & Wissenswertes in Hamburg“. Betreiber ist eine Tochtergesellschaft der Hamburger Sparkasse Haspa, die Haspa Next GmbH.

Damit soll bei einer jungen lokalen Zielgruppe das erreicht werden, was als „Relevanz“ von morgen gesucht wird (Nummer Achtundfünfzig). Und zwar gerade nicht als schriller Werbe- und Verkündigungskanal, sondern Informations- und Kommunikationsangebot. Damit wird die Zahl der interessierten Nutzer und „gefällt mir“ bei den meisten bundesweiten Finanzdienstleistern deutlich übertroffen.

Finanz-Szene.de: Stefan Effenberg zur Volksbank

Der Bericht von Heinz-Roger Dohms in dem auflagenstarken Branchendienst Finanz-Szene.de vom 4.12.2018 fand für nationales Medieninteresse: Exklusiv: Stefan Effenberg startet zweite Karriere – und wird Banker. Die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden will damit ihre Fussball-Expertise weiter verstärken. In einem Land voller Fussballexperten völlig naheliegend, die Kenntnisse der 229-X Mitarbeiter/-innen für Geschäfte im internationalen Fussball zu nutzen. Hierüber war am 21.11.2018 ebenfalls in Finanz-Szene.de schon berichtet worden: Exklusiv: Das endcoole Kreditbuch einer kleinen thüringischen Volksbank, u.a. mit Atletico Madrid und dem 1. FC Köln als Kunden.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die Liste der nachhaltige100 der Triodos Bank Deutschland führt die in sozialen Medien zu nachhaltigen Themen aktivsten Menschen im deutschprachigen Raum. Investabel® gegenüber dem Vormonat Oktober 2018 von Rang 91 auf 84 geklettert.  Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. Im September 2018 wurde der Blog wieder unter den ersten 100 (auf Platz 97) und im Oktober auf 91 platziert.

Die Akteure der Übersicht waren zu einem Treffen auf dem Heldenmarkt am 17.11.2018 in Berlin eingeladen. Spannend, einmal viele der anderen Blogger persönlich kennen zu lernen!

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunundfünfzig

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Inhalt:  Vorneweg: Und wie sie sich bewegt!; SDGs – Schluss mit der Verwirrung bei Nachhaltigkeit!?; DNS-Aktualisierung: Nachhaltige Finanzwirtschaft drin; Tomorrow macht Nachhaltigkeit bei Finanzen „hip“; SDGs und der Sinn der Digitalisierung; Digitalisierung: Hoher Nutzen in Entwicklungsländern; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

26. November 2018

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg: Und wie sie sich bewegt!

Der Otto-Katalog macht Schluss und die Nachhaltigere Finanzwirtschaft legt ihre neunundfünfzigste Ausgabe vor. Und die fünfunddreissigste im Jahr 2018 wird wohl kaum schon die letzte sein. Nachhaltigkeit in und außerhalb der Finanzwirtschaft hat im laufenden Jahr deutlich an Dynamik, Momentum, Wucht oder wie auch immer gewonnen. Die nachfolgenden Informationen sind dafür ein guter Beleg. So füllt sich die nächste Ausgabe nach der Veröffentlichung einer Ausgabe mit 1.000+ Worten jeweils fast von selbst wieder.

Und dabei kann noch lange nicht alles aufgenommen und kolportiert werden, was es vielleicht gäbe. Manches ist interessant, aber doch nicht interessant genug. Z.B. auch der aktuelle Gang zum Zeitschriftenkiosk:

Capital Magazin vom 22.11.2018 mit dem Titel „Grüne Renditen – Nachhaltige Geldanlage ist das neue Trendthema. Man kann sogar gut damit verdienen – wenn man es richtig macht

FinanzTest vom 13.11.2018: „Nach­haltige Geld­anlagen: Bequem ökologisch und ethisch anlegen“ (Link)

Im aktuellen Heft der Öko-Test vom 22.11.2018 gibt es „Nachhaltige Fischzucht“ und „Frohe Nachhaltigkeit – Viele gute Tipps zum Fest„, leider hat die Redaktion es aber versäumt, Nachhaltigkeit auch bei der „Übersicht Geldanlage für Kinder – Für den guten Start ins Leben„. Eigentlich fatal angesichts der Langfristrisiken, insbesondere aus Klimawandel und Energiewende. Da wurde leider nur auf vergünstigte kurzfristige Zinsangebote, nicht aber auf längerfristige Geldanlagen geschaut, die diesen Namen wirklich verdient hätten.

Nachhaltigkeit quillt derzeit nur so aus den Werbeständern, Wochenprospekten des Lebensmitteleinzelhandels (siehe Alltagsfotos Nachhaltigkeit), vielen auflagenstarken Zeitschriften (s.o.), weniger bekannten Onlineportalen (z. B. enorm-magazin.deutopia.de und sogar der Radiowerbung für Mineralwasser quillt (aktuell: Ensinger SPORT Nachhaltig und modern). Und trotzdem passieren die wirklich wichtigen Dinge eher am Rande und schaffen es auch nur ausnahmsweise (z.B. Tomorrow, s.u.) in die Massenmedien.

Ja, ausnahmsweise einmal eine Art Superlativ: Die nachfolgenden Meldungen sind wirklich wichtige Signale. „Breaking News“ für die „Denglish“-Liebhaber!

Denn:

1. Die verwirrende Vielfalt der z.T. widersprüchlichen externen Nachhaltigkeitsratings könnte ein baldiges Ende haben

2. Die Bundesregierung nimmt Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft endlich ernst

3. Nachhaltigkeit wird nicht nur „Mainstream“, sondern aktuell sogar zu einem hippen Bankangebot

4. Digitalisierung ist als Beitrag zu Nachhaltigkeit leichter zu verstehen, ohne einen sichtbaren Beitrag kann auch alles analog bleiben. Das erschließt sich allerdings in Afrika unmittelbarer als hier. Allerdings: Auf der Konferenz Bits & Bäume wurden am 17. und 18. November 2018 in Berlin den 1.700 (!) Besucher/-innen die vielfältigen Beziehungen zwischen den bedauerlicherweise sehr oft von einander isolierten Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit aufgezeigt: Programm Bits & Bäume.

SDGs – Schluss mit der Verwirrung bei Nachhaltigkeit!?

Nach der Vorstellung des neuen Ratingsystems „DERa“ der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG) drängte sich die Frage auf, wann solche an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) die herkömmlichen Nachhaltigkeitsratings verdrängen werden und damit – endlich – eine einheitliche Transparenz herstellen. DERa durchleuchtet das Finanzierungsportfolio der DEG komplett auf der Basis der 17Ziele und nutzt ein sogenanntes „IOOI-Modell“. Bei diesem Modell werden auf Basis der eingesetzten Mittel (‚Input‘) die konkreten Maßnahmen und Angebote (‚Output‘) erhoben und in der der Stufe ‚Outcome‘ das Ergebnis erhoben. Dies ist konkret die  Veränderung bei der Zielgruppe des Investments.‚Impact‘ als letzte Stufe wird nach dieser Methode erreicht, wenn gesellschaftliche Veränderungen eintreten. (vgl. Nummer Vierundfünfzig bzw. die dort enthaltenen Links zu den Originalquellen).

Die Frage, wann ein IOOI-Modell wie DERa die herkömmlichen Nachhaltigkeitsratings in ihrer verwirrenden Vielfältigkeit ablösen werde, wurde vom Podium mit einem augenzwinkenden Lächeln und Schulterzucken beantwortet. Die Antwort gab es nun knapp einen Monat später: Sehr bald!

„Die SDGs sind dabei eine große Chance, Klarheit und Transparenz für Emittenten, Investoren und Intermediäre zu schaffen. Gleichzeitig sei davor gewarnt, die SDGs allzu leicht als Marketing-Tool verwässern zu lassen. Nur ehrgeizige Ansätze, die eine angemessene Menge an SDG-Zielen ambitioniert adressieren, haben eine Chance, einen wirklichen Mehrwert zu bieten. Die Zeiten dafür sind dringlicher denn je.“

Heisst es im Fazit auf S. 16 eines Papiers der Ratingagentur imug: imug_Impuls_2018 -Wirkungsorientierte Investments zur Erreichung der UN Sustainable Development Goals. S. 8 beschreibt abstrakt exakt jenen Modellansatz, die die DEG bei DERa bereits praktisch für sich umgesetzt hat. imug selbst ist bereits mit seinem „imug Impact 360° Standard“ aktiv, der eine nützliche Entscheidungshilfe für Investoren darstellt und teilweise bereits im institutionellen Bereich genutzt wird (vgl. 16).

Insgesamt ist das Papier von imug sehr informativ in seiner kritischen Abwägung der SDGs als Orientierungsrahmen für Nachhaltigkeit und Investitionsentscheidungen. Der Tenor des Papiers wird aber sehr klar: SRI und ESG mit einer darauf aufbauenden Ratingvielfalt war gestern, die Zukunft wird von den SDGs geprägt – siehe obiges Zitat aus dem Fazit!

DNS-Aktualisierung: Nachhaltige Finanzwirtschaft drin

Im Juni 2018 rief die Bundesregierung zu Konsultation zur anstehenden Aktualisierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) auf. Zum damaligen Zeitpunkt hatte Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft sowie der darauf gerichtete Aktionsplan der EU-Kommission keine sichtbare Bedeutung. Dies stand auch bei dem in diesem Blog veröffentlichten Beitrag Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie im Hintergrund wie auch schon bei dem mitunterzeichneten Offener Brief zum Thema Sustainable Finance an Brüssel und Berlin.

Erfreulicherweise finden sich in der nunmehr dem Deutschen Bundestag von der Bundesregierung vorgelegten Unterrichtung klare Bekenntnisse zum Aktionsplan der EU-Kommission und der Absicht der Regierung, eine Umsetzung voran zu treiben, z.B. auf den Seiten 15 und 28 (Textrahmen): Deutscher Bundestag, Drucksache 19/5700 vom 8.11.2018: Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – Aktualisierung 2018

Tomorrow macht Nachhaltigkeit bei Finanzen „hip“

Die Ausgaben Nummer Siebenundfünfzig und Nummer Achtundfünfzig enthielten bereits Berichte über den offiziellen Start der Tomorrow Bank aus Hamburg am 16.11.2018 und tatsächlich haben die Gründer bisher schon vieles richtig gemacht, z.B. die in der Branche als gelungen angesehene Kampagne und auch den Angang in sozialen Medien.

Quelle: Tomorrow via Facebook

Noch immer ist nicht ganz klar, wie die nachhaltigen Versprechen eingelöst werden sollen, aber immer wieder tauchen neue, ansprechende Bausteine auf. So z.B. der Wirkungsmonitor (Impact Board) in der App:

Quelle: Tomorrow via Tobias Baumgarten @aboutfintech auf Twitter

SDGs und der Sinn der Digitalisierung

Am 14.11.2018 traf sich die Bundesregierung zur Digitalklausur. Am 15./16.11.2018 entwickelte sich dann auf Twitter eine Diskussion, die einiges an Tragweite auf die Sicht der Dinge hat. Ausgelöst haben Sie eine Mitarbeiterin beim Rat für Nachhaltige Entwicklung und die Bundesumweltministerin Svenja Schulze:

Am darauf folgenden Wochenende fand in Berlin die Konferenz „Bits und Bäume“ mit 1.700 Teilnehmenden statt. Die SDGs helfen nicht nur bei der Nachhaltigkeit, sondern auch der Sinnsuche in der Digitalisierung (vgl. auch hier im Blog Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen). Das zweitägige Programm bot vielfältige Einblicke in die zahlreichen Verbindungen zwischen den beiden, oft scheinbar isoliert bearbeiteten Themengebieten: Programm Bits & Bäume 17./18.11.2018.

Wie sich Nachhaltigkeit und Konsum in der analogen Welt besser in Einklang bringen lässt zeigte der zeitgleich ebenfalls in Berlin stattfindende Heldenmarkt mit 200 Ausstellern. In diesem Rahmen organisierte die Triodos Bank Deutschland ein Treffen der #nachhaltige100, Menschen, die in sozialen Medien zum Thema Nachhaltigkeit aktiv sind – vgl. Nummer Achtundfünfzig.

Digitalisierung: Hoher Nutzen in Entwicklungsländern

Wie wichtig die Zusammenhänge zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind, zeigt sich immer wieder, z.B. in Afrika, aktuell in einem von der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG)  in Äthiopien finanzierten Projekt:

Noch immer haben etwa 2 Mrd. Menschen keinen Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen. Und unter diesem Mangel leiden sie nicht nur z.B. in Hinblick auf Lästigkeiten, sondern u.a. auch finanziell, indem sie gezwungen sind teure Dienstleister für den Zahlungsverkehr in Anspruch zu nehmen – internationale Zahlungen bei Western Union & Co können durchaus 20% Provision verursachen! Die in der Gründung befindliche Bank 1bank4all will genau hier und bei den täglich von Nord nach Süd transferierten € 2 Mrd. (!!!) ansonsten und günstige Leistungen anbieten. Andere Anbieter tun dies ebenfalls schon in einer von den Banken aus dem eigenen Kostenblick heraus geöffneten sehr margenstarken Nische!

Diese besteht auch noch mehr als 10 Jahre nach dem Start von M-Pesa in Kenia, einem von der kenianischen Mobilfunkfirma Safaricom in Kooperation mit dem Kommunikationsunternehmen Vodafone entwickelten System. Es wurde Anfang 2007 in Kenia eingeführt und  ermöglicht die Abwicklung von grundlegenden Funktionen des Geldtransfers und des bargeldlosen Zahlungsverkehrs über Mobiltelefone. Zuletzt kam das Unternehmen allerdings aufgrund hoher Ausfälle der mittlerweile ebenfalls eingeführten kleinen und kleinsten Konsumentenkredite in Verruf (vgl. Digitale Mikrokredite sorgen für steigendes Ausfallrisiko, Die Vorbänker 23.11.2018).

Finextra berichtete nun von einer neuen Dimension des mobilen Zahlungsverkehrs auf dem afrikanischen Kontinent: Zwei der größten Mobilfunkanbieter (MTN und Orange) haben sich zu dem Projekt „Mowali“ zusammengeschlossen, um netz- und grenzübergreifende Zahlungen in 22 von 46 Märkten der Sub-Sahara zu ermöglichen. Damit sollen über 100 Mio. mobile Zahlungsverkehrskonten in Echtzeit und zu niedrigen Gebühren verbunden werden.

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Achtundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundfünfzig

2018-11-14 Green Bonds 500

Beitragsbild/Bild: Environmental Finance

Inhalt:  Herbst 2018: Der Finanzmarkt wird bunter; Es grünt weiter an den Anleihemärkten; Deutsche Börse mit neuem Segment; BlackRock bietet Green Bonds für alle; Brown to Green Report: Viel Lärm, wenig Taten; Neue Angebote für nachhaltige Finanzdienstleistungen – Tomorrow + Vividam; Sparkassen: Suche nach der Relevanz von morgen; Treffen #Nachhaltige100; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

21. November 2018

Dr. Ralf Breuer

Herbst 2018: Der Finanzmarkt wird bunter

Die Deutsche Börse AG eröffnet ein Segment für „grüne Anleihen“, die DZ Bank platziert „blaue Schuldscheine“, Tomorrow bietet nachhaltige Girokonten, Vividam nachhaltige Geldanlagen: Der deutsche Finanzmarkt hat in kurzer Zeit weiter an Farbe gewonnen. Einige aktuelle Inspiration für Sparkassen, die sich aktuell auf dem FI-Forum, der Hausmesse der Finanz Informatik (FI) in Frankfurt, auf die Suche nach der Relevanz von morgen begeben haben. Und vielleicht findet sich ein Schlüssel: „Regionalität nutzen, um gesellschaftlichen Nutzen vor Ort zu stiften“ findet sich auf Twitter (s.u.) könnte passen.

Es grünt weiter an den Anleihemärkten

In den elf Jahren seit seiner Existenz hat das Volumen der begebenen „grünen Anleihen“ (Green Bonds) kürzlich die Schwelle von USD 500 Mrd. überschritten. Davon entfielen USD 162 Mrd. auf das Jahr 2017 sowie USD 132,7 Mrd. auf das laufende Jahr bis November. Einige Beobachter gehen davon aus, das bereits jetzt das Volumen des Vorjahres erreicht wurde. Die Erwartungen für das gesamte Jahr 2018 stehen bei USD 210 Mrd. (vgl. Climate Bonds Initiative).

Immer mehr Emittenten und Varianten

Neben der Commerzbank und der KfW Gruppe (Nummer Fünfundfünfzig: Weltspartag) sind weitere Finanzinstitute zuletzt aktiv geworden: ING Grouß begab insgesamt € 2,6 Mrd. und nach dem Debut der DZ Bank (€ 250 Mio., Nummer Einundfünfzig) wurde für den Jahresbeginn 2019 eine Emission der Tochter DZ Hyp avisiert (DZ Hyp primed to start green bond project after post-merger debut). DZ Hyp ist einer der größten Emittenten für „gedeckte Anleihen“ (covered bonds), zu denen Hypothekenpfandbriefe zählen. Während die meisten Green Bonds unbesicherte Unternehmensanleihen mit einer zweckgebundenen Mittelverwendung sind, steigt der Anteil der Anleihen, deren Rückzahlung und Verzinsung unmittelbar mit den finanzierten Projekten gedeckt wird. Der insgesamt steigende Anteil liegt gemäß Moody’s aktuell bei etwa 17%.

Green Bonds nur eine Erscheinungsform

Anleihen mit nachhaltigen Finanzierungszwecken orientieren sich vermehrt auch an anderen nachhaltigen Entwicklungszielen als dem Klima- und Umweltschutz, z.B. dem Schutz der Ozeane oder sozialen Zwecken. So gat due DZ Bank kürzlich eine Privatplazierung im Genossenschaftssektor arrangiert, die ausschliesslich Projekten in den Bereichen Wasser und Maritimes dient.

Deutsche Börse mit neuem Segment Green Bonds

Am 12.11.2018 gab die Deutsche Börse AG die Eröffnung ihres neuen Marktsegments bekannt Pressemitteilung 12.11.2018: „Die Deutsche Börse hat ein neues Segment für Green Bonds an der Frankfurter Börse eingeführt. Darin sind zum Start 150 Anleihen enthalten, die den Green Bond Principles der International Capital Markets Association entsprechen. …

… Die Green Bond Principles der International Capital Markets Association berücksichtigen unter anderem die Verwendung des Emissionserlöses, den Prozess der Projektauswahl, das Management und das fortlaufende Reporting.

Das Green Bond-Segment ist Teil eines großen Ganzen. Die Deutsche Börse setzt sich bereits seit Längerem für nachhaltige Finanzierung ein. Neben einem Produktportfolio von rund 100 Nachhaltigkeitsindizes hat die Deutsche Börse in diesem Jahr gemeinsam mit dem Hessischen Wirtschaftsministerium das Green and Sustainable Finance Cluster Germany initiiert. Die Initiative verfolgt das Ziel, die Expertise rund um das Thema nachhaltige Finanzwirtschaft effizient zu nutzen und konkrete Handlungsansätze für die Zukunftsfähigkeit von Finanzmarktstrukturen umzusetzen – national wie international.“

Die Deutsche Börse folgt damit den Nachbarbörsen in London und Luxemburg, die bereits 2015 bzw. 2016 entsprechende Segmente eröffneten.

BlackRock bietet Green Bonds für alle

Die Möglichkeiten einer privaten Geldanlage in Green Bonds waren bisher für private Anleger auf einige wenige  Investmentfonds beschränkt. BlackRock hat nun diesen Markt zunächst in den USA mit einem ETF (Exchange-trade fund) geöffnet, dem iShares Global Green Bond ETF, mit dem auch private Anleger mit kleinen Beträgen und geringen Kosten in den global stark wachsenden Markt investieren können (weitere Informationen (EN)). Es ist zu erwarten, dass sich die starke Zunahme nachhaltiger Anlagevarianten bei diesem (vgl. Nummer Vierundfünfzig) und weiteren Anbietern rasch fortsetzt.

Brown to Green Report: Viel Lärm, wenig Taten

Der kürzlich erschienene „Brown to Green Report“ des New Climate Institute stellt den Industriestaaten der G20 ein schlechtes Zeugnis für den Klimaschutz aus. Danach müssten die Staaten in der Summe ihre CO2-Emissionen bis 2030 halbieren, im den Temperaturanstieg auf 1,5% zu begrenzen. Derzeit sei von einem Anstieg um 3,2% auszugehen. Lediglich Indien habe derzeit die Nähe einer Zielerreichung umsetzen können. Einzelheiten: Informationsseite Brown to Green Report 2018 (EN).

Neue Angebote für nachhaltige Finanzdienstleistungen

Tomorrow

Wie avisiert startete am 16.11.2018 das Angebot der Tomorrow Bank aus Hamburg (vgl. S. Nummer Sechsundfünfzig und Nummer Siebenundfünfzig). Auf die immer wieder gestellte Frage, wie die Mittelverwendung und damit die Aktivseite nachhaltig gestaltet werden sollte, gab Tomorrow jetzt eine vorläufige erste Antwort per Mail in ihrem Newsletter vom 16.11.:

€ 50.000 sollen in die Finanzierung von Mikrokrediten investiert werden: „Zum Start investieren wir in einen Mikrofinanzfonds, der mehrere Dutzend Institute weltweit finanziert. Der Fokus liegt auf Süd- und Mittelamerika, Asien und Osteuropa. Im Schnitt betragen die Mikrokredite rund 1.300€ und werden zum großen Teil an Frauen ausgehändigt. Häufig bieten die Institute den Kreditnehmer*Innen auch Weiterbildung an, z.B. Kurse in Buchhaltung, um das Mikrounternehmen erfolgreicher leiten zu können. Während solche Angebote den Kunden neue Perspektiven eröffnen, senken sie für die Mikrofinanzinstitution das Kreditausfallrisiko.“

Nähere Informationen zu dem gekauften KCD Mikrofinanzfonds III finden sich hier.

Vividam – nachhaltige Vermögensverwaltung

Nach ebenfalls längerer Anlaufphase startet mit Vividam ein hybrides Online -Anlageangebot. Die Anlagestrategien sollen mit aktiv gemanagten Fonds umgesetzt werden, die sich an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen orientieren. Derzeit stehen drei Strategien mit 30, 50 und 70% Aktienquote zur Wahl. Aufbauend auf einer Einmalanlage von € 3.500 können auch Sparpläne ab € 75 monatlich abgeschlossen werden. Einzelheiten und das Angebot: www.vividam.de/

Sparkassen: Suche nach der Relevanz von morgen

Auf dem FI-Forum, der Hausmesse der Finanz Informatik (FI) in Frankfurt, begeben sich die Sparkassen vom 20. bis 22.11.2018 auf die Suche nach der Relevanz von morgen. Zwar mögen die Versionen 2.0 und 3.0 unklar bleiben, aber 1.0 lautete klar die Versorgung un(ter)versorgter Bedürfnisse der Bevölkerung (vor allem in Städten).

Bild: @aboutfintech via Twitter

Besonders relevant erscheint folgende Feststellung:

Auf der Grundlage der eigenen Spendenvergabe (mit der Gießkanne) wird zwar Gemeinnützigkeit immer wieder betont, aber nicht wirklich im Sinne der obigen Aussage gelebt. Dabei ist genau das die Lösung für die Suche nach der eigenen Relevanz: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0. Wie groß die Potenziale in Einzelfällen sein könnten, lässt sich aus der letzten Übersicht des Fair Finance Guide ableiten, auch wenn dessen Perspektive eher nach innen gerichtet ist:

2018-10-30 FairFinanceGuide

Quelle: Bankencheck 3.0 – Fair Finance Guide

Treffen #nachhaltige100

Die Triodos Bank Deutschland hatte am 17.11.2018 zum Treffen der #nachhaltige100 eingeladen: Menschen, die in sozialen Netzwerken zum Thema Nachhaltigkeit aktiv sind. Die Bank aktualisiert monatlich in ihrem Blog eine Liste mit den Aktivitäten: #nachhaltige100. Investabel® wird derzeit auf Rang 91 geführt.

Der Heldenmarkt, eine Messe für nachhaltigen Konsum, bildete in Berlin den Rahmen. Mit bettervest, Facing Finance e.V., GLS Bank, Oikocredit, Triodos Bank Deutschland, Umweltbank waren einige nachhaltige Finanzangebote bzw. Beobachter vertreten. Es war interessant, sich mit den Ausstellern und vielen der in den Medien aktiven Menschen einmal persönlich kennen zu lernen und sich auszutauschen.

Dabei gab es auch ein Plakat zu sehen, dass die Vielfalt der nachhaltigen Angebote für private Menschen eindrucksvoll zusammenstellt:

Quelle/Bezug: https://www.hilfswerft.de/poster/

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundfünfzig

2018-11-08 GABV

Beitragsbild/Bild: Global Alliance for Banking on Values

Inhalt: Bundesregierung + Nachhaltigkeit: Prominente Schelte; Nachhaltige Finanzen im Parlamentarischen Beirat; …und bei der Deutschen Bundesbank; Tu Gutes und rede darüber!; Dematerialisierung – Nachhaltigkeit und Digitalisierung; Nachhaltigkeit und kognitive Dissonanz; Handelsblatt: Neue Fonds mit Nachhaltigkeit; CSR Kooperationsveranstaltung am 15.11.2018 in Bonn; 16.11.2018: The first Day of Tomorrow!; 17.11.2018: Treffen #nachhaltige100 auf dem Heldenmarkt;  20.11.2018: Globe EU High-Level Conference Brüssel; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

12. November 2018

Dr. Ralf Breuer

Bundesregierung + Nachhaltigkeit: Prominente Schelte

In einem Interview für das Hamburger Abendblatt am 6.11.2018 äußerte sich der frühere Regierende Bürgermeister der Hansestadt Ole von Beust zur Positionierung der großen Parteien unter der Überschrift „Der CDU scheint Nackensteak wichtiger als Nachhaltigkeit“: „Programmatisch versteht die SPD Sozialpolitik immer noch als Alimentierung statt Vorbeugung. Und der CDU scheint das Schweinenackensteak, der Verbrennungsmotor und Arbeit bis zum Umfallen wichtiger zu sein als Nachhaltigkeit und Work-Life-Balance.“ Text: Hamburger Abendblatt 6.11.2018.

Nachhaltige Finanzen im Parlamentarischen Beirat

Über den Fragenkomplex der „Nachhaltigen Finanzen“ und die Pläne der EU-Kommission für eine Nachhaltigkeits-Taxonomie hat der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung unter Leitung von Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU) am Mittwoch, 7. November 2018, mit drei Experten in einem öffentlichen Fachgespräch diskutiert.

Die Experten waren:

Kristina Jeromin, Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeit bei der Deutschen Börse AG: „Das ist kein Nischenthema, sondern sollte uns als Wirtschaftsstandort permanent ganz zentral interessieren. Das derzeitige Finanzsystem sei den heutigen Herausforderungen nicht mehr gewachsen. Es sei nicht in der Lage, mit dem Klimawandel, den demografischen Veränderungen und den internationalen Migrationsbewegungen derart umzugehen, dass es die Realwirtschaft nach wie vor zur Wertschöpfung befähigt.“

Dr. Bert Flossbach, Vermögensverwaltung Flossbach von Storch: Begrüßenswert, so Flossbach, sei die Betonung der Längerfristigkeit im Aktionsplan der EU-Kommission. Der größte Feind der Nachhaltigkeit sei schließlich kurzfristiges Denken, sagte der Vermögensverwalter. Ein Beispiel dafür sei die Finanzkrise gewesen, als die kurzfristig ausgerichtete Gewinnmaximierung der Banken zu einem Kahlschlag geführt habe.“

Dr. Andreas K. Gruber, Deutsche Kreditbank (DKB): Finanzmarktakteure müssten zudem Nachhaltigkeit als Kernthema begreifen, „nicht nur als grüne Visitenkarte“. Neben der Digitalisierung müsse Nachhaltigkeit das zweite Mega-Thema für Kreditinstitute sein, die damit nicht nur wachsen könnten, „sondern im gleichen Atemzug für eine nachhaltigere Welt sorgen“

…und bei der Deutschen Bundesbank

Einige Auszüge aus dem Bericht über eine Veranstaltung in ihrem Berliner Sitz Green Finance: NGFS/CEP-Konferenz bei der Bundesbank 09.11.2018, den die Deutsche Bundesbank auf ihrer Internetseite veröffentlichtet:

Welche Rolle spielen Zentralbanken bei der Bekämpfung des Klimawandels? Diese Frage diskutierten über 100 Teilnehmer bei einer zweitägigen wissenschaftlichen Konferenz in Berlin. Das Central Banks and Supervisors Network for Greening the Financial System (NGFS) und der Council on Economic Policies (CEP) haben hierzu zu einer Konferenz über den Einfluss von Klimarisiken auf Finanzmärkte, Finanzstabilität und Geldpolitik in den Räumlichkeiten der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Berlin eingeladen.

Für Bundesbankvorstand Sabine Mauderer ist gesamtgesellschaftlich die Förderung eines grünen Finanzsystems längst keine Frage des Ob mehr, sondern eine Frage des Wie, angesichts der beispiellosen Herausforderungen des Klimawandels.

Benoît Cœuré, Direktoriumsmitglied der EZB und zuständig für Marktoperationen, befasste sich in seinem Vortrag ausführlich mit dem Einfluss des Klimawandels auf die Geldpolitik. Nach seiner Ansicht kann der Klimawandel das richtige Erkennen von Schocks für den mittelfristigen Inflationsausblick weiter erschweren und die Gefahr extremer Ereignisse erhöhen.

Der Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling bezeichnete grüne Investments als aufsteigenden Stern am Finanzhimmel.

Mit dieser Konferenz haben das NGFS und das CEP den akademischen Austausch mit Expertinnen und Experten außerhalb des Zentralbanksektors weiter gefördert. Die zahlreichen Ideen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen in den Fortschrittsbericht des NGFS einfließen, dessen Veröffentlichung für April 2019 geplant ist.

Tu Gutes und rede darüber!

So hat es jedenfalls der Allianz-Konzern im Rahmen seiner Berichterstattung über das dritte Quartal 2018 getan. Zwar nicht in der Analystenkonferenz, aber immerhin mit der nachfolgenden Grafik:

2018-11-09 Allianz Q3 Nachhaltigkeit

Quelle: www.allianz.com

Dematerialisierung – Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Es gibt viele Berührungspunkte zwischen den Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung (vgl. Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen). Finanzielle Inklusion, Finanzbildung, Bildung, administrative Anwendung u.v.a.m. ist nicht mehr an physische Infrastruktur gebunden. Dies zeigt sich bei vielen Entwicklungen in Entwicklungs- und Schwellenländern, ganz besonders in Afrika. Die Abschaffung physische Güter, die „Dematerialisierung“ durch Digitalisierung ist dagegen ein relativ neuer, wenig gebrauchter Begriff, obwohl das papierlose/-arme Büro durchaus geläufig ist. Der Begriff klingt vielleicht etwas wie der Beamer von Scotty im Raumschiff Enterprise, hat aber einen sehr konkreten Hintergrund.

Zunächst einmal stellt sich immer die Frage, was eine echte Innovation ausmacht. Darüber streiten sich bekanntlich viele Geister. Wer nur an schnellere Pferde gedacht hätte, wäre nie bei Autos, Flugzeugen, Eisenbahnen etc. gelandet (Chris Skinner). Insofern beinhalten Innovationen die Aufhebung und/oder deutliche Verschiebung von (physischen) Grenzen. Über das Meer kamen irgendwie immer wieder irgendwelche Menschen, aber nicht so sicher wie heute.

Ein Beitrag (FinTech – Neue Medien, alte Regeln) hat die Erfolgskriterien neuer Angebote beleuchtet: Es geht um die Lösung bzw. Beseitigung von bestehenden Problemen, nicht um solche, die wir ohne die neuen Lösungen gar nicht gehabt hätten. Und Kopien an sich sind per se nicht innovativ. Heinz-Roger Dohms hat am 6.11.2018 in Finanz-Szene.de einmal die „Digitalfabrik“ der Deutschen Bank näher beleuchtet. Da ist nichts dabei, was es nicht schon gäbe: Der große Check – wie digital ist die Deutsche Bank wirklich?. Die Idee, kostenlos Kundenkarten auf dem Smartphone zu verwalten, ist bereits mehrfach realisiert. Wieso muss sich hier die Bank noch „nützlich“ machen wollen?

Mit der virtuellen Verwaltung von Kundenkarten ist aber auch die Schleife zur „Dematerialisierung“ gezogen: Wieso überhaupt physische Kundenkarten, wenn es auch komplett ohne geht? Spart Material, Energie, Transport und Platz in der Brieftasche. Die Drogeriekette Rossmann und Edeka haben genau das bereits mit ihren Apps realisiert. Keine physischen Karten und Coupons, sondern direkte Verrechnung an der Kasse.

Und die chinesischen Zahlungsgewohnheiten haben sich bis zu den Bauernmärkten von physischen Kreditkarten gelöst. Gezahlt wird über QR-Code, für den es einen globalen Standard gibt. Der Code zum Einlesen der Empfängerdaten für die Zahlung hängt dann evtl. am Hals des Esels vor dem Karren: No cash, no cards: paying by phone rules in China’s cultural revolution. Diese Version wird als „Active Payment“ bezeichnet, bei der Zahlungspflichtige die Empfängerdaten einliest. Eine zweite Version ist „Passive Payment“ bei der der Zahlungsempfänger einen einmaligen Code vom Smartphone des Zahlungspflichtigen ausliest. Für Kunden von AliPay funktioniert das mittlerweile auch in europäischen Luxusgeschäften, WMF-Stores, Flughäfen und in New Yorker Taxis. Der Vorteil dieser Verfahren ist die Unabhängig von stationärer Infrastruktur und Stromversorgung. Im Prinzip funktionieren alle Geräte mit einer Kamera als Terminals. Mehr zu Zahlungen mit QR-Codes in einem anschaulichen Artikel vom 23.8.2018 bei Payment & Banking: Kilian Thalhammer/Maik Klotz: QR-Code – vom Saulus zum Paulus.

Bei 130 Mio. Bank- und Kreditkarten in Deutschland, die längs aneinander die Strecke von 11.000 km – Nordkap bis Kapstadt – ergeben, eine durchaus bedenkenswerte Alternative, vor allem in Hinblick auf die Chips mit wertvollen Rohstoffen, die wir kaum genutzt und oft ein erklecklicher Anzahl durch die Gegend tragen. Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe für das Material der Karten ist nur eine zweitbeste Alternative: Karte bio, alles gut? – Leider nicht….

Nachhaltigkeit und kognitive Dissonanz

Sport treiben, gesünder Essen, umweltfreundlich Leben: Anspruch und Wirklichkeit klaffen in unserem Verhalten oft auseinander. (Nicht-)Handeln wider besseres Wissen wird als „kognitive Dissonanz“ bezeichnet. Ein Beitrag von GEO stellte fest: Nachhaltiges Leben ist ein Tummelplatz der kognitiven Dissonanzen (Peter Carstens, Warum wir uns so leicht selbst betrügen, 10.1.2018).

In der deutschen Finanzwirtschaft scheinen in Bezug auf Nachhaltigkeit die kognitiven Dissonanzen aktuell besonders stark ausgeprägt zu sein:

1. Nachhaltigkeit in der Kreditwirtschaft ist in Deutschland nach wie vor ein Rand- bzw. Nischenthema, was nach vielen Expertenurteilen (s.o.) unangemessen ist. In vielen Nachbarländern nicht! Aktuell hierzu zwei Beiträge in „Die Farbe des Geldes“, dem Blog der Triodos Bank Deutschland: Michael Rebmann: Die deutsche Finanzbranche schläft einen tiefen Schlaf, 6.11.2018Ralf Breuer: Deutsche Banken hinken bei Nachhaltigkeit hinterher, 25.10.18.

2. Auch den Bereichen, in denen die geschäftspolitische Bedeutung von Nachhaltigkeit erkannt wurde, wird nicht konsequent danach gehandelt. Ein leider sehr anschauliches Beispiel ist die Union Investment als zentraler Fondsdienstleister der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Das Thema wurde in verschiedener Form relativ prominent dargestellt, u.a. in der Rede des Vorstandsvorsitzenden bei der Jahrespressekonferenz (Rede von Hans Joachim Reinke am 22.2.2018, S. 19f.). Am 6.6.2018 lud die Union Investment bereits zu ihrer siebten Nachhaltigkeitskonferenz ein. Tenor: Union Investment bleibt beim Thema Nachhaltigkeit auch zukünftig in einer Vorreiterrolle.

Am 7.11.2018 publizierte das Unternehmen eine Studie, die großes Interesse der deutschen Sparer an diesem Thema feststellt. Allerdings zeigt die Präsentation zur Jahrespressekonferenz 2018, das nur € 2,8 Mrd. der € 136 Mrd. Anlagen privater Kunden nachhaltig investiert sind (Präsentation S. 6), was im Umkehrschluss viel Absatzpotenzial signalisiert.

Der FairWorldFonds wurde von GLS Bank und KD Bank initiiert, wird den Genossenschaftsbanken nach Nachfrage vertrieben. Er wird auf der Informationsseite unter „Bankenindividuelle Fonds“ geführt, bei denen die Union Investment sich als Dienstleister, nicht als Produkteigner sieht. Dies ist auch bei fünf weiteren Fonds „KCD Union Nachhaltig …“ der Fall, die für eine Gruppe kirchlicher Banken aufgelegt wurden und nur über diese erworben werden können.

Die drei „offiziellen“ Nachhaltigkeitsprodukte der Gesellschaft ein Anlagevolumen von zusammen etwa € 750 Mio. (Stand: Oktober 2018) aufweisen, hat der FairWorldFonds die Marke von € 1 Mrd. trotz der schmaleren Vertriebsbasis und einer elfmonatigen Schließung für neue Anleger knapp überschritten. Die fünf Fonds aus der „KCD-Union Nachhaltig“-Serie haben aktuell (8.11.2018) ein kumuliertes Volumen von etwa € 450 Mio. – Ein Hinweis auf kognitive Dissonanz?

If you wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make that change

(Michael Jackson, Refrain zu „Main in the Mirror“, 1988)

Handelsblatt: Neue Fonds mit Nachhaltigkeit

Auch im November 2018 hat Susanne Bergius wieder eine pralle, sehr lesenswerte Ausgabe produziert: Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments. S. 7ff. beschreiben die aktuelle Entwicklung im Fondsgeschäft. Tenor: Immer mehr Wirkungsorientierung. Auf S. 10 eine interessante, wahrscheinlich aber nicht vollständige Liste neuer bzw. umgestellter Fonds und ETFs.

Mehr Informationen, mehr Veranstaltungen…

Zur Illustrierung neben den oben beschriebenen Veranstaltungen bzw. Ereignissen ein kleiner Auszug aus den Terminen in den kommenden acht Tagen:

CSR Kooperationsveranstaltung am 15.11.2018 in Bonn

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg und das CSR Kompetenzzentrum Rheinland organisieren eine Veranstaltung zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften: „Wir haben den Dreh raus! Fachkräfte gewinnen und binden mit Lebensfinanzplanung“. Niemand würde protestieren, „nachhaltig solide Finanzen“ als Ziel einer solchen Finanzplanung zu nennen. In der Moderation soll aber ganz deutlich werden, das wir und mit dem Begriff Nachhaltigkeit schwer tun: Dauerhaft ist nicht auch nachhaltig!

Die zweistündige Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Anmeldung über IHK Bonn/Rhein-Sieg

16.11.2018: The first Day of Tomorrow!

(Wiederholung aus Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundfünfzig)

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Beitragsbild: Tomorrow GmbH Hamburg

Ausnahmsweise mal Englisch hier: Am 16.11.2018 beendet das Projekt Tomorrow seine Beta-Testphase und will mit nachhaltigen Finanzdienstleistungsangeboten an den Markt gehen.

Hier die Ideen zum Start im Originaltext:

DEIN GELD, DEIN IMPACT. UNSER NACHHALTIGKEITS-VERSPRECHEN.
1. Sparen mit Sinn – die besten & sinnvollsten Geldanlagen rund um Zukunftsbranchen wie regenerative Energien, Elektromobilität und Bio-Landwirtschaft.

2. Die Impact Card – eine Kreditkarte, die Bäume pflanzt. Mit jeder Zahlung finanzieren wir unseren „Wald von morgen“. Die Erträge fließen in soziale & ökologische Projektarbeit.

3. Nachhaltige Verwahrung der Einlagen – bei uns fließt kein Cent in Rüstung, Kohlekraft, Gentechnik oder andere Industrien von gestern. Versprochen.

4. Starthilfe für die Firmen von morgen – auf unserer Crowdinvestment-Plattform findet man öko-soziale Projekte und kann direkt investieren.

Zum Beginn der öffentlichen Beta-Testphase im September 2018 wurde bereits kurz in der Nummer Neunundvierzig berichtet: „Das Angebot der Tomorrow Bank aus Hamburg ist derzeit in der öffentlichen Testphase mit einer geschlossenen Nutzergruppe. Auf jeden Fall schon gelungen erscheint das (lindgrüne) Design von Grafiken und Texten, vielleicht mit Ausnahme des etwas hohen Anteils englischer Worte, für die es durchaus auch andere Möglichkeiten gäbe. Dennoch ist das optisch schon mal ein sehr gelungener Start“. Daran hat sich wenig geändert.

Tomorrow berichtet von einer Warteliste mit 3.952 Interessenten. Investabel® ist natürlich neugierig, wann die Warteliste abgearbeitet sein wird und wie viele Kunden aus ihr gewonnen werden können. D’Englisch heisst das dann, wie viele „Onboardings“…

Tomorrow war ursprünglich einmal unter dem Namen „Goodfolio“ an den Start gegangen: Nummer Zwanzig.

Es ist derzeit offen, wie Tomorrow seine Versprechen in Bezug auf die zukünftige Mittelverwendung (Aktivseite) sowie nachhaltige Geldanlageangebote darstellen wird. Auch ein Blick in den öffentlich zugänglichen“Maschinenraum“ des Projekts mit den aktuellen und geplanten Aufgaben bietet da wenig Aufschluss. Die geplanten Fondsangebote werden nur vage hinsichtlich ihrer Eigenschaften beschrieben: Nachhaltige Geldanlage/Fonds. Die interne Mittelverwendung bleibt aktuell ebenfalls offen. Lediglich der Kooperationspartner für das Girokonto wurde bisher bekannt gegeben: Tomorrow nutzt die Systeme und auch die Banklizenz der solarisBank. Pressemitteilung vom 12.4.2018.

Es bleibt deshalb abzuwarten, wie die Angebote tatsächlich ausgestaltet werden. Die unter Fachkollegen sehr ansprechend aufgenommene Kampagne setzt jedenfalls auch hier hohe Ansprüche. Für die Umsetzung: Viel Erfolg!

17.11.2018: Treffen #nachhaltige100 auf dem Heldenmarkt

Die Triodos Bank Deutschland hat die auf ihrer Liste  geführten Menschen hinter Kanälen zum Thema Nachhaltigkeit in sozialen Netzwerken zu einem Treffen auf dem Heldenmarkt in Berlin am 17.11.2018 eingeladen: Um 13 Uhr geht es los. Meet&Greet im exklusiven Raum. Dafür erhälst du an der Kasse ein Bändchen. Danach auf der großen Bühne u.a. mit Milena. Die aktuelle Liste: Die Nachhaltigen Einhundert – mit @Investabel aktuell auf Platz 91.

20.11.2018: Globe EU High-Level Conference Brüssel

Im Europäischen Parlament findet am 20.11.2018 eine hochrangig besetzte Konferenz statt: GLOBE EU High-Level Conference – Missing Links in the Evolution of Sustainable Finance (European Parliament, November 20th, 09:00 – 15:00). Wenig überraschend ist das Programm ohne erkennbares deutsches Engagement. Programm 20.11.2018

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltige Crowdfundings

2018-08-14 Solartainer

Beitragsbild/Foto: Solartainer® von Africa Green Tec

Dr. Ralf Breuer

6. November 2018

Am 6.9.2018 kündigten die Triodos Bank Deutschland und bettervest eine Kooperation an* Zusätzlich hat sich die von einer hundertprozentigen Tochter der niederländischen Muttergesellschaft Triodos N.V. verwaltete „Triodos Sustainable Finance Foundation“ mit einem nicht genannten Anteil an bettervest beteiligt. Nach GLS Bank und GLS Crowd ist dies die zweite engere Kooperation einer auf Nachhaltigkeit fokussierten Bank mit einem FinTech für Schwarmfinanzierung (Crowdfunding). Aus diesem Anlass will der Beitrag beide Kooperationen etwas beleuchten.

Nachhaltigkeit ist geschäftspolitische Logik

Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft ist kein Aktionismus, sondern knallharte geschäftliche Logik. Entsprechend hat sich auch die The Investment Leadership Group (ILG), ein Netzwerk von Spitzenvertretern der globalen Investmentbranche positioniert, dessen Mitgliederliste sich wie ein „Who-is-who“ der Finanzbranche liest: Vertreter der ILG sagten der EU-Kommission ausdrücklich ihre Unterstützung für den Plan zu: Top investment executives commit to Sustainable Finance Action Plan in High-Level Meeting with European Commission. Die Gruppe selbst erarbeitet einen methodischen Rahmen für eine Ausrichtung ihrer Tätigkeit an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs).

Vor allem die deutlich verlängerte Perspektive hin zum längerfristigen (finanziellen) Erfolg kommt der Investmentbranche insbesondere im Pensionsgeschäft sehr entgegen. Viele Auswirkungen von Klimawandel und Energiewende gehen derzeit nicht in die finanzielle Berichterstattung ein. Die herrschende Logik der globalen Finanzinvestoren ist, dass die SDGs die Chancen definieren, während das Klima die Risiken treibt.

Deutschland international im Rückstand

Deutschland hat bei Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft gegenüber den meisten Nachbarländern einen bedeutenden Rückstand. Manche Kommentare stellen z.B. gegenüber Frankreich einen Rückstand von fünf Jahren fest. Und tatsächlich haben dort schon fünf der sieben größten Bankengruppen Nachhaltigkeit im strategischen Fokus. Die größte Bankengruppe Crédit Agricole bezeichnet sich selbst als Bank für nachhaltige Entwicklung – in der Nische des Geldautomaten.

2018-05-03 CA Nimes

Foto: Ralf Breuer, Crédit Agricole du Languedoc, 1 Rue des Halles, F-30000 Nimes

Frankreich ist nur eines von vielen Beispielen. Auch bei der größten europäischen Bank HSBC ist Nachhaltigkeit Chefsache – im weltweiten Konzern und bei der deutschen Tochtergesellschaft. Sie hat eine Informationsseite zu nachhaltiger Finanzierung als „Advertorial“ bei der „Süddeutschen Zeitung“ gestaltet. Neben einem Glossar zum Thema Nachhaltigkeit bietet die Seite sehr informative Texte zu den Themen „Nachhaltige Finanzierung“, „Nachhaltige Investments“ und „Regulatorik“. Hier geht es zum sehr informativen „Advertorial“ bei der Süddeutschen Zeitung.

Nachhaltige Anlageprodukte demokratisieren die Lösung unseres gemeinsamen Problems

Alle Menschen teilen das Schicksal dieses Planeten und haben damit ein gemeinsames Problem. Klimawandel ist eine Folge unzureichender Nachhaltigkeit. Mit dem Klimagipfel 2015 wurden die Ambitionen in ein umfassendes Zielsystem gefasst: Die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs). Diese Ziele sind wiederum in 164 Teilziele, u.a. für das Jahr 2030 heruntergebrochen. Mit den SDGs hat Nachhaltigkeit einen Orientierungsrahmen bekommen, da sie im Gegensatz zu den bis dato geläufigen Ansätzen (SRI, ESG etc.) vorwärtsgerichtet sind. Mit ihnen findet sich Orientierung in Richtung auf ein „Mehr“ an Nachhaltigkeit. Der Konsensus in der Finanzbranche entwickelt sich immer stärker in diese Richtung und damit endet auch die herrschende Verwirrung über das, was nachhaltig(er) ist. Interview mit Roman Limacher, Geschäftsführer,Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG, Zürich: UN-SDGs als neuer Trigger für Nachhaltige Geldanlagen.

Studierende der Fachhochschule Köln haben einen Bierdeckel gestaltet, mit dem diese Zielwelt in kompakter Form sichtbar gemacht wird.

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Mit den 17 Zielen wird deutlich, welche Probleme auf diesem Planeten zu lösen sind. Diese Lösungen erfordern Kapital, das nicht allein aus öffentlichen Quellen kommen kann. Zahlen von Roland Berger im Greentech-Atlas 4.0 2018 stellen allein für Umwelttechnologien einen enormen Finanzierungsbedarf fest: Das weltweite Marktvolumen der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz wird sich von mehr als 3.200 Milliarden Euro im Jahr 2016 bis 2025 voraussichtlich auf über 5.900 Milliarden Euro erhöhen.

Mit dem Angebot nachhaltiger Anlagemöglichkeiten für private Anleger werden folglich die finanziellen Lösungsmöglichkeiten unserer kollektiven Probleme vergrößert. Bei institutionellen Anlegern ist dies schon deutlich verbreiteter und deckt sich mit der von ihnen verfolgten oben beschriebenen Logik. Zielrichtung sind dabei die SDGs, von denen beispielsweise mit Energie- und Wasserprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern gleich mehrere adressiert werden können, neben Klimaschutz (Ziel Nr. 13) durch bezahlbare und saubere Energie (7) , Armut (1), Bildung (4) und Infrastruktur. Ein Beispiel ist die dezentrale und nicht netzgebundene erneuerbare Energieerzeugung, die gleichzeitig Mobilfunk speist, wodurch bessere Möglichkeiten der Einkommenserzielung und Bildung geschaffen werden.

Eine beachtliche Zahl von Crowdfundings

Die Zahl von Plattformen für Schwarmfinanzierungen (Crowdfundings) im deutschsprachigen Raum beträgt laut www.crowdfunding.de bei beachtlichen 148 (Stand: 6.11.20189 ! Ein erster Überblick ist eher verwirrend, auch Spendenplattformen als Crowdfundings aufgelistet. Allerdings können hier die Grenzen bereits fließend sein, z.B. bei der Finanzierung von Projekten in den Bereichen Kultur und Sport.Und auch bei den  reinen Finanzierungsplattformen ist der erste Eindruck schon verwirrend genug. Die Informationsmöglichkeiten sind zwar vielfältig, aber gerade der erste Eindruck gestaltet sich aufwändig.

Unter den neun bei www.crowdfunding.de genannten Plattformen für die Finanzierung von Energieprojekten sind auch die beiden Anbieter genannt, die nun fest mit einer Bank kooperieren.

Crowdfundings verringern Marktbarrieren

Grundsätzlich können Crowdfundings eine weitere Beitragsmöglichkeit zur Finanzierung von mehr Nachhaltigkeit sein. Anlegern können sich bereits mit kleineren Beträgen (bettervest ab € 50) Finanzierungsbeteiligungen ermöglichen. Damit öffnen sie einen Markt für Finanzanlagen z.B. in Energieprojekte, wofür traditionell deutlich höhere Einstiegsbeträge jenseits der € 5.000 notwendig waren. Dies führte bei den Anlegern zu hohen Risikokonzentrationen und entsprechenden Verlusten im Problemfall. Aus diesem Grunde hat der Gesetzgeber auch den maximalen Zeichnungsbetrag auf € 10.000 begrenzt.

Die Crowdfundings sind grundsätzlich nicht weniger risikoreich als herkömmliche Direktbeteiligungen. Dies signalisieren schon die „sportlichen“ Zinsangebote, die oft in der Bandbreite von 4,5% bis 10% liegen. Zudem erhält der Anbieter noch eine Provision von regelmäßig rund 10% (vgl. bettervest: Fragen von Investoren). Sie lassen sich aber in aller Ruhe online abschließen und die Anlage kann bei vergleichbaren Beträgen über verschiedene Anbieter, Projekte, Risikoprofile, Laufzeiten, Regionen etc. gestreut werden. Dies wird nach Beobachtungen des Autors auch genutzt. Hierauf weisen insbesondere die relativ niedrigen durchschnittlichen Zeichnungsbeträge je Zeichner hin.

Anleger sind aber immer gut beraten, kritisch zu hinterfragen. Dies ist bei den meisten Anbietern bereits online gut möglich und wird durch die gesetzlich vorgeschriebenen Dokumenten sowie die jeweiligen Informationsangebote unterstützt. Und auch bei den Finanzierungszielen sind Fragen legitim: Z.B. dann, wenn lediglich das Projektrisiko übertragen wird. Dies ist bei einigen Immobilienprojekten für soziale Einrichtungen der Fall, bei denen nur die relativ risikoreiche Zeit bis zur vereinbarten Übergabe an einen Träger finanziert wird, also nur die Erstellung, nicht der Betrieb.

bettervest

Die Idee zu bettervest entstand bereits 2012. Schwerpunkt sind kleinere Projekte im Bereich erneuerbare Energieerzeugung, Energieeffizienz und Wasserversorgung vorrangig in Entwicklungs- und Schwellenländern ausgerichtet und bisher nicht mit anderen Engagements einer Bank verbunden.

Bisher wurden 76 Projekte im Gesamtvolumen von € 10,8 Mio. platziert. Während in der Anfangszeit auch Projekte unter € 10.000 vermittelt wurden, liegen die meisten Projekte derzeit im Bereich von rund € 100.000 bis € 200.000. Die hohen Anlegerrenditen von häufig 7% und mehr signalisieren ein substanzielles Risiko, dass über die relativ hohe Anzahl von Projekten und den niedrigen Mindestbetrag von € 50 gemildert werden kann. Erfreulich ist das hohe Maß an Transparenz, mit der Projektstatistik und der detaillierten Projektübersicht. Hier werden auch die bisher ausgefallenen sechs Projekte aufgeführt – alle aus dem Bereich Energieerzeugung bzw. -effizienz und ausnahmslos in Deutschland.

GLS Crowd

Im Februar 2017 startete die GLS Crowd, die zwar den Namen und den Markenauftritt der GLS Bank nutzt, aber nicht mit ihr durch eine Kapitalbeteiligung verbunden ist. Vielmehr kooperiert die Bank mit der CrowdDeskGmbH als Plattformbetreiber und schlägt ihr Projekte zur Vermittlung vor. Die bisher platzierten 11 Projekte mit einem Finanzierungsbetrag von € 5,25 Mio. hatten ein Volumen von durchschnittlich € 475.000 und deckten ein weites Spektrum von Nachhaltigkeitsprojekten von Energieerzeugung über Energieeffizienz bis hin zur Betriebsmittelfinanzierung im Handel ab, konzentrierten sich bisher allerdings auf Deutschland. Die platzieren Nachrangdarlehen sind überwiegend komplementär zu einem eigenen Kreditengagement der Bank. Zeichnungen über die Plattform sind mit Beträgen von € 250 bis € 10.000 möglich. Für Anlagewünsche ab € 20.000 bietet die GLS Crowd zusätzlich eine Möglichkeit der Direktbeteiligung.

Nachhaltigkeit ist Trend

Auch wenn die deutsche Kreditwirtschaft einen anderen Eindruck vermittelt, Nachhaltigkeit ist ein gesellschaftliches Thema mit immensem Momentum. Andere Branchen haben dies längst klar erkannt und ihr Handeln einschließlich der Marktkommunikation hierauf ausgerichtet, so z.B. im Einzelhandel (vgl. z.B. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundfünfzig: Weltspartag). Es ist beachtlich, wie oft sich der Begriff bereits in den Werbeprospekten und im stationären Handel findet: Alltagsfotos Nachhaltigkeit

Die Pressemitteilung vom 6.9.2018* bringt es auf den Punkt: „Genauso wie “Bio-Produkte” in den letzten Jahren massentauglich geworden sind, gilt es jetzt nachhaltige Geldanlagen in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.“ Crowdfunding mit niedrigen Mindesbeträgen ist ein zusätzliches Mittel hierzu.

*Hinweis: Im Text finden sich Links mit dem Zusatz „*“. Es handelt sich hierbei um Hyperlinks, die mit Hinweisen auf ihre Herkunft in den Beiträgen gekennzeichnet sind und zu einer erfolgsabhängigen Vergütung im Falle eines hierauf zurückgehenden Vertragsabschlusses zwischen dem Nutzer und den jeweiligen Anbietern führen können. Die Nutzung der Links ist kostenfrei.

„Gesponsert“ bedeutet ausdrücklich nicht, dass eine Vergütung für die Setzung und Nutzung der Links selbst und damit bezahlte Werbung erfolgt. Vielmehr bleiben Verwendung, Häufigkeit und Platzierung der Links im völlig freien Ermessen des Autors.

Vereinbarungen über gesponserte Links hat  der Autor derzeit mit folgenden Anbietern  von Geldanlagen in Nachhaltigkeitsprojekte: bettervest (gesponserter Link) und ecoligo investments (gesponserter Link) (Crowdfunding Energie- und Wasserprojekte), ForestFinance (gesponserter Link, Direktinvestments Wald und Kakaoanbau), SDG Investments® (gesponserter Link, Vermittlungsplattform für institutionelle Investoren, unverbindliche Registrierung ggf. bitte mit dem Hinweis auf Investabel®) 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundfünfzig

Beitragsbild: Tomorrow GmbH Hamburg

Inhalt: 16.11.2018: The first Day of Tomorrow!; Apropos: Geld ausgeben und Gutes tun; Anleihemarkt: Nach Grün folgt Blau!; Satire auf den Punkt – Die Krux mit der Nachhaltigkeit; pax-investify® mit ethischem Onlineangebot…; …und auch Zeedin (Hauck & Aufhäuser);  HSBC Deutschland: Informationsseite Nachhaltigkeit; In eigener Sache: #Nachhaltige100 – Nun Nummer 91; CSR Kooperationsveranstaltung am 15.11.2018 in Bonn; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

5. November 2018

Dr. Ralf Breuer

16.11.2018: The first Day of Tomorrow!

2018-11-03 tomorrow-bank-coming-soon-banner

Beitragsbild: Tomorrow GmbH Hamburg

Ausnahmsweise mal Englisch hier: Am 16.11.2018 beendet das Projekt Tomorrow seine Beta-Testphase und will mit nachhaltigen Finanzdienstleistungsangeboten an den Markt gehen.

Hier die Ideen zum Start im Originaltext:

DEIN GELD, DEIN IMPACT. UNSER NACHHALTIGKEITS-VERSPRECHEN.
1. Sparen mit Sinn – die besten & sinnvollsten Geldanlagen rund um Zukunftsbranchen wie regenerative Energien, Elektromobilität und Bio-Landwirtschaft.

2. Die Impact Card – eine Kreditkarte, die Bäume pflanzt. Mit jeder Zahlung finanzieren wir unseren „Wald von morgen“. Die Erträge fließen in soziale & ökologische Projektarbeit.

3. Nachhaltige Verwahrung der Einlagen – bei uns fließt kein Cent in Rüstung, Kohlekraft, Gentechnik oder andere Industrien von gestern. Versprochen.

4. Starthilfe für die Firmen von morgen – auf unserer Crowdinvestment-Plattform findet man öko-soziale Projekte und kann direkt investieren.

Zum Beginn der öffentlichen Beta-Testphase im September 2018 wurde bereits kurz in der Nummer Neunundvierzig berichtet: „Das Angebot der Tomorrow Bank aus Hamburg ist derzeit in der öffentlichen Testphase mit einer geschlossenen Nutzergruppe. Auf jeden Fall schon gelungen erscheint das (lindgrüne) Design von Grafiken und Texten, vielleicht mit Ausnahme des etwas hohen Anteils englischer Worte, für die es durchaus auch andere Möglichkeiten gäbe. Dennoch ist das optisch schon mal ein sehr gelungener Start“. Daran hat sich wenig geändert.

Tomorrow berichtet von einer Warteliste mit 3.952 Interessenten. Investabel® ist natürlich neugierig, wann die Warteliste abgearbeitet sein wird und wie viele Kunden aus ihr gewonnen werden können. D’Englisch heisst das dann, wie viele „Onboardings“…

Tomorrow war ursprünglich einmal unter dem Namen „Goodfolio“ an den Start gegangen: Nummer Zwanzig.

Es ist derzeit offen, wie Tomorrow seine Versprechen in Bezug auf die zukünftige Mittelverwendung (Aktivseite) sowie nachhaltige Geldanlageangebote darstellen wird. Auch ein Blick in den öffentlich zugänglichen“Maschinenraum“ des Projekts mit den aktuellen und geplanten Aufgaben bietet da wenig Aufschluss. Die geplanten Fondsangebote werden nur vage hinsichtlich ihrer Eigenschaften beschrieben: Nachhaltige Geldanlage/Fonds. Die interne Mittelverwendung bleibt aktuell ebenfalls offen. Lediglich der Kooperationspartner für das Girokonto wurde bisher bekannt gegeben: Tomorrow nutzt die Systeme und auch die Banklizenz der solarisBank. Pressemitteilung vom 12.4.2018.

Es bleibt deshalb abzuwarten, wie die Angebote tatsächlich ausgestaltet werden. Die unter Fachkollegen sehr ansprechend aufgenommene Kampagne setzt jedenfalls auch hier hohe Ansprüche. Für die Umsetzung: Viel Erfolg!

Apropos: Geld ausgeben und Gutes tun

Interessanterweise bieten weder „die Google“ noch Wikipedia deutsche Übersetzungen für den englischen Begriff Charity (gift) Card (Wikipedia engl.). Beste spontane Variante wäre wohl Wohltätigkeitskarte, was sich zwar etwas „verstaubt“ liest. Den Älteren sind auch noch die Wohlfahrtsmarken (Wikipedia dt.) bekannt, die eben auch die Ausgaben für Porto mit wohltätigen Zwecken verbanden: Gutes tun!

Im Beitrag Green Digital Finance wurde ein beeindruckendes Beispiel beschrieben: Die Green Digital Finance Alliance (GDFA) wurde im Januar 2017 in Davos gegründet. Gründungspartner waren UN Environment und Ant Financial, eine Gründung von Alipay, dem Zahlungsdienst des chinesischen Internethändlers Alibaba. Mittlerweile sind auch UNEP FI (Finanzinitiative des UN Umweltprogramms), die Entwicklungsbank der Weltbank IFC, und die kenianische M-Kopa Solar Partner der Allianz.

Die GDFA ist ein Komplement zu Green Invest, einer 2013 von den G20 initiierten Dialogplattform, die 2017 unter deutscher Präsidentschaft steht. Kern und derzeitig einziges Projekt mit Außenwirkung ist das Projekt Ant Forest. Ant Financial ist mit 450 Mio. Nutzern und annähernd 200 Mio. Transaktionen pro Tag einer der weltweit größten Zahlungsdienste. Mit Paytm in Indien bedient die Plattform weitere 200 Mio. Nutzer. Das Projekt „Ant Forest“ startete im August 2016 mit 2 Mio. Abonnenten und konnte bereits im Januar 2017 mehr als 200 Mio. aktive Nutzer verzeichnen. Mehr dazu in einem älteren Blogartikel hier: Green Digital Finance

Eines der etabliertesten Systeme in Deutschland ist Grünkauf mit seinem Partnernetzwerk. Über die GrüncardPlus MasterCard werden Kartenzahlungen mit Bonuspunkten verbunden.

Wertewandel ist ein von ehemaligen Studenten der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft gegründetes Bonusprogramm für nachhaltiges Einkaufsverhalten. Die gesammelten Bonuspunkte können für nachhaltige Produkte und Einkaufsgutscheine der Partnerunternehmen eingelöst oder für gute Zwecke gespendet werden.

Eine ähnliche Zielrichtung hat GreenMania, das sich noch in der Marktvorbereitung befindet. GreenMania ist die App für „Spaß am guten Leben“: Sie will den positiven Beitrag ihrer Mitglieder zu Gesellschaft und Umwelt mit einem einfachen Punktesystem messen, die als „Goodies“ auf einem persönlichen Konto gutschrieben werden. Über die Partner soll „durch exklusive Rabatte auf faire Produkte“ belohnt werden. Der Anspruch: „Und wir leisten einen Beitrag zur besseren und einfacheren Orientierung beim ethisch vertretbaren Konsum.“

Bei der Karma Card handelt es sich um eine Prepaid Maestro® Karte, die von der Organisation für nachhaltigen Konsum (OfnK) konzipiert wird. Sie soll es ermöglichen, einen bestimmten Umsatzanteil an die jeweilige Organisation gespendet wird. – Die Ofnk erreicht mit ihren Projekten bei der UBS Future of Finance Challenge 2017 unter den zehn Regionalfinalisten am 30.11.2017 den dritten Rang.

Und auch Internetsuche mit positiven Wirkungen…

Mit gexsi startet in Deutschland eine weitere Suchmaschine, die aus den Werbeeinnahmen Projekte mit nachhaltigen Wirkungen im Sinnen der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (#17Ziele/#SDGs) fördern will. Ein ähnliches Versprechen gibt Ecosia mit der Weitergabe von 80% des Einnahmenüberschusses aus Werbung an Aufforstungsprojekte. Wer so transparent ist, darf auch kritisch hinterfragt werden: WAS STECKT DAHINTER? EIN GENAUERER BLICK AUF ECOSIA.

Anleihemarkt: Nach Grün folgt Blau!

Neben dem Klimaschutz (Ziel 13) ist auch das Leben unter Wasser (Ziel 14) unter den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs, Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen. Die EU-Kommission hat einen Rahmen für die Finanzierung von Projekten zum Meeresschutz vorgestellt: Sustainable Blue Economy Finance Principles. Diese Prinzipien wurden von der EU-Kommission 2017 in Zusammenarbeit mit WWF, the Prince of Wales’s International Sustainability Unit und der European Investment Bank (EIB) entwickelt. (vgl. Nummer Einunddreissig).

Der Rahmen der EU-Kommission ist auch die Grundlage für einen globalen Standard: Global Framework for Sustainable Ocean Finance . Er wurde am 29.10.2018 auf Bali lanciert.

Zeitgleich platzierten die Seychellen mit Hilfe der Weltbank die erste „blaue“ Staatsanleihe über USD 15 Mio. bei drei institutionellen Investoren. Mit der Anleihe sollen die Ausweitung von Schutzzonen, nachhaltige Fischereiprojekte und die Entwicklung der Meereswirtschaft finanziert werden. Die Weltbankgruppe garantiert die Anleihe mit USD 5 Mio., zusätzlich wird begleitend ein Kredit über USD 5 Mio. bereit gestellt, der die Zinszahlungen sicherstellen soll (Pressemitteilung de(engl.)

Satire auf den Punkt – Die Krux mit der Nachhaltigkeit

Satire voll auf den wunden Punkt der aktuellen Produktlandschaft für nachhaltige Geldanlagen, insbesondere im Fondsbereich bietet Jan Böhmermann in seinem „Spar Wars – Angriff der Fondskrieger im NEO Magazin Royale.

Es wird gegen Ende der dreizehn Minuten die bittere Realität der aktuellen Ansätze mit Ausschlüssen, Best-in-Class etc. brilliant und in der Sache völlig richtig persifliert. Ein Denkanstoß: 1. Ausschluss aller militärisch verwendeter Produkte hieße auch Teile wie Reifen etc. 2. Ausschluss aller militärischer Nutzungen beinhaltete auch die Dinge des täglichen Lebens in Armeen wie Kleidung, Lebensmittel und Medikamente…

pax-investify® mit ethischem Onlineangebot…

Die Pax-Bank e.G. in Köln hat mit dem deutsch-luxemburgischen FinTech investify einen Kooperationsvertrag für eine ethische Vermögensverwaltung als Onlineangebot geschlossen. Aus Sicht der Bank ermöglicht die Kooperation „…unsere Marke mit einer hauseigenen Allokation über den Vermögensverwalter investify umzusetzen. Zusammen mit den Lösungen der genossenschaftlichen Union Investment gelingt es uns damit, unseren Kunden bereits ab einem Anlagevolumen in Höhe von 500 Euro eine aktive digitale Vermögensverwaltung zur Verfügung zu stellen“, sagt Dr. Klaus Schraudner, Vorstandsvorsitzender der Pax-Bank.“ (Pressemitteilung vom 25.9.2018). Der Start ist noch im vierten Quartal 2018 geplant.

Mit pax-investify nimmt die Anzahl der Onlineangebote mit Nachhaltigkeitsanspruch weiter zu. Neben investify Ethisches InvestierenLIQUID Global ImpactVisualVest GreenFolio und Werthstein nachhaltige Komponenten in der Vermögensverwaltung online. N.B.: Leider wurde die ethisch-nachhaltige Komponente von VisualVest nicht auch in die der genossenschaftlichen Finanzgruppe angebotenen Version MeinInvest integriert.

…und auch Zeedin (Hauck & Aufhäuser)

Bei Zeedin sind Anlagen ab 50.000 Euro mit ETFs und Fonds in eine fondsgebundene Vermögensverwaltung möglich. Ab 150.000 Euro wird eine digitale Einzeltitel-Vermögensverwaltung angeboten.. Ab 300.000 Euro lässt sich die Vermögensverwaltung mit Einzeltiteln (Aktien oder Anleihen) auch auf eine ethisch-nachhaltige Basis stellen. Weshalb hier eine höhere Mindestsumme gilt, bleibt unklar: Zeedin.

Interessant in diesem Zusammenhang auch das Interview mit Roman Limacher, Geschäftsführer in der Schweiz vom 2.11.2018: UN-SDGs als neuer Trigger für Nachhaltige Geldanlagen. Die Ausführungen bestätigen den Paradigmenwechsel bei Nachhaltigkeit: Weg von rückblickenden ESG-Kriterien, hin zu den vorausschauenden nachhaltigen 17 Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, den SDGs (Sustainable Development Goals).

Hier noch einmal der Hinweis auf ein Informationsangebot aus der Nummer Fünfzig vom 26.9.2018:

HSBC Deutschland: Informationsseite Nachhaltigkeit

Pünktlich zum Sustainable Finance Gipfel und dritten Jahrestag der globalen nachhaltigen Entwicklungsziele am 25.9.2018 hat HSBC Deutschland eine Informationsseite zu nachhaltiger Finanzierung als „Advertorial“ bei der „Süddeutschen Zeitung“ platziert. Neben einem Glossar zum Thema Nachhaltigkeit bietet die Seite sehr informative Texte zu den Themen „Nachhaltige Finanzierung“, „Nachhaltige Investments“ und „Regulatorik“. Hier geht es zum sehr informativen „Advertorial“.

In eigener Sache

#Nachhaltige100 – Nun Nummer 91

In der Übersicht der nachhaltige100 der Triodos Bank Deutschland ist Investabel® gegenüber dem Vormonat September 2018 von Rang 97 auf 91 geklettert. Die meisten Bewegungen langen dagegen im Bereich von ein bis zwei Rängen, zudem wurden keine Änderungen vorgenommen. Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht #nachhaltige100 der Triodos Bank auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. In der Übersicht für September 2018 in den sozialen Medien wurde der Blog nun wieder unter den ersten 100 auf Platz 97 platziert.

Die Akteure der Übersicht sind zu einem Treffen auf dem Heldenmarkt am 17.11.2018 in Berlin eingeladen. Spannend, einmal viele der anderen Blogger persönlich kennen zu lernen!

CSR Kooperationsveranstaltung am 15.11.2018 in Bonn

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg und das CSR Kompetenzzentrum Rheinland organisieren eine Veranstaltung zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften: „Wir haben den Dreh raus! Fachkräfte gewinnen und binden mit Lebensfinanzplanung“. Niemand würde protestieren, „nachhaltig solide Finanzen“ als Ziel einer solchen Finanzplanung zu nennen. In der Moderation soll aber ganz deutlich werden, das wir und mit dem Begriff Nachhaltigkeit schwer tun: Dauerhaft ist nicht auch nachhaltig!

Die zweistündige Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Anmeldung über IHK Bonn/Rhein-Sieg

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundfünfzig: Weltspartag

 

Beitragsbild: Payment & Banking, Stand Oktober 2018

Inhalt: Nachlese Hessenwahl + Merkel; Weltspartag und Nachhaltigkeit?; Weltspartag – Warum das Sparschwein eine arme Sau ist;  Commerzbank und KfW mit neuen Green Bonds; Deutsche FinTech – Für den Überblick?; Edeka, Rewe, Aldi und der Bio-Daumen: Was hinter der Nachhaltigkeits-Offensive der Lebensmittelhändler wirklich steckt; Der Zukunftsfonds; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

30. Oktober 2018

Dr. Ralf Breuer

Nachlese Hessenwahl + Merkel

Nur einen Tag nach der (Protest-)Wahl zum hessischen Landtag mit ihrem schwierigen Ergebnis hat die Personalie Angela Merkel sie auch schon in den Hintergrund gedrängt. Dieser „Abgang auf Raten“ hat absehbar einen hohen Preis, da erneut Personalia die dringenden Lösungen von Sachfragen zurückstehen lassen. Wie schon in den letzten 13 Monaten seit der letzten Bundestagswahl am 24. September 2017.

Gerade beim Thema Nachhaltigkeit sind die Rückstände international beträchtlich und bedenklich. Dies haben viele Akteure im Land erkannt. Nach dem heißen, dürren Sommer ist Klimaschutz ein prominentes Thema wie viele Stimmen in der jüngeren Vergangenheit unterstrichen haben: Nummer Dreiundfünfzig Nummer Vierundfünfzig.

Weltspartag und Nachhaltigkeit?

Tatsächlich ist die Ursprungsidee eine nachhaltige: Finanzielle Bildung und Stabilisierung der finanziellen Situation unterer Einkommensschichten: „Die Initiative zum Weltspartag wollte nicht einfach nur das Sparen fördern. Vielmehr stand bereits zu Beginn der pädagogische Aspekt im Vordergrund. Vor dem Hintergrund der Finanzerziehung wollte man nicht nur die unteren Einkommensschichten erreichen, das Sparen sollte als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden.“ Quelle:Weltspartag – Wikipedia.

Tatsächlich liegen die Wurzeln der heutigen Kreditwirtschaft mehrheitlich in der Versorgung un(ter)-versorgter Bevölkerungsschichten. Hieran erinnert der nachstehende Beitrag eindringlich.

Weltspartag – Warum das Sparschwein eine arme Sau ist

In der „politischen Wochenvorschau“ der Süddeutschen Zeitung am 28.10.2018 hat der Kolumnist Heribert Prantl einen sehr lesenswerten Beitrag unter diesem Titel  zum „Weltspartag“ am 30.10.2018 veröffentlicht.

2018-10-29 Weltspartag

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Besonders eindringlich der Abschnitt:

Wofür Sparkassen da sind

Sparkassen sind Provinz, sie sind die Universalbanken der Provinz in kommunaler Trägerschaft – und kraft Gesetz dem Gemeinwohl und dem Gemeinnützigkeitsprinzip besonders verpflichtet. Wenn sie zusperren, ist das ein Symbol für provinzielle Depression.

Eigentlich ist Provinz ein gutes Wort: Provinz ist da, wo die Menschen sich kennen. Provinz ist da, wo die Machtverhältnisse überschaubar sind. Wenn Sparkassen wirklich gut sind, dann sorgen sie dafür, dass die Provinz Zukunft hat – dann fördern sie Projekte, Unternehmungen und Unternehmen, die neue Landlust wecken. Es geht um Regionalentwicklung. Das ist nichts Abstraktes, sondern sehr konkret. Es geht dabei nicht um die Beschilderung von Wanderwegen oder darum, dass die Marktplätze in den Kleinstädten alle zehn Jahre andersrum gepflastert werden. Es geht vor allem darum, wie man junge Menschen in der Provinz zum Bleiben oder, noch besser, zur Rückkehr bewegt.

Herr Prantl beschreibt hier eindringlich und pointiert die Ratio hinter den Überlegungen in einem früheren Blogbeitrag: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0.

In der Realität ergibt sich leider ein ganz anderes Bild, wie die aktuelle Übersicht des FairFinanceGuide Deutschland über die Nachhaltigkeitsrichtlinien deutscher Kreditinstitute:

2018-10-30 FairFinanceGuide

Quelle: FairFinanceGuide Deutschland

Commerzbank und KfW mit neuen Green Bonds

Commerzbank (€ 500 Mio., 1,25% fest, 5 Jahre) und KfW (€ 1 Mrd., 0,5% fest, 8 Jahre) haben neue Green Bonds begeben. Aber auch hier gilt der Grundsatz, das das Gleiche noch lange nicht das Selbe sein muß!

Green Bonds können unterschiedliche Arten von Anleihen sein. Sie sind zweckgebunden, worüber ein Nachweis zu führen ist. Sie sind aber nicht auch gleichzeitig automatisch auch Verbriefungen der zugeordneten Verwendungen, wie dies beispielsweise bei Pfandbriefen der Fall ist. Beide Anleihen wurden im Rahmen der jeweiligen Daueremissionsprogramme begeben und damit sind sie „ganz normale“ Unternehmensanleihen. Das Risiko hängt nur am Emittenten und nicht an den finanzierten Projekten. Trotzdem ist die Mittelverwendung aus Sicht des jeweiligen Anlegers interessant.

Die Commerzbank verwendet die Mittel zur Refinanzierung bestehender Energieprojekte. Aus einem Bestand von € 626 Mio. in Frage kommender Engagements wurden € 503 Mio. zur Unterlegung der Anleihe ausgewählt. Solartechnologie hat einen Anteil von 47 %, landgestützte Windtechnologie (onshore) 29%, seegestützte Windkraft (offshore) 25%. Dabei sind 46% der Finanzierungen in Deutschland, 13% im Euroraum, 36% in den USA und 4% in Chile. Bei 13% des Volumens sind die Vorhaben noch in der Projektphase. Mit Ausnahme der durchschnittlichen Engagementgröße (sogenannte ‚Granularität‘ der Portfolios) und Verzinsung sind die wesentlichen Elemente in einer (englischen) Präsentation dargestellt: Commerzbank – Inaugural Green Bond European Roadshow – October 2018.

Die KfW dagegen nutzt die Mittel für ihr Programm Erneuerbare Energien – Standard (EN). Hier werden bevorzugt kleinere Vorhaben bis maximal € 50 Mio. aus den Bereichen Energieerzeugung (Solar, Biomasse, Wind, Wasser, Geothermie), Energietransport und -speicherung mit Laufzeiten von bis 20 Jahren finanziert. Zielgruppe sind Privatpersonen, Privatunternehmen, Selbständige, Landwirte und kommunale Unternehmen.

Deutsche FinTech – Für den Überblick?

Das Team von Payment & Banking hat per 2.10.2018 die Übersicht zu den deutschen FinTech aktualisiert. Die stark „besiedelte“ Grafik zeigt, wie schwer es ist, sich einen Überblick zu verschaffen. So finden sich beispielsweise in der Rubrik „Sparen“ auch die Online-Vermögensverwalter, Robo-Advisors. Auffällig ist das Fehlen einer Kategorie, die zukünftig eine große Bedeutung haben wird: Anbieter von automatisierten Regulierungs- und Compliance-Prozessen, sogenannte „RegTech“ (regulatory technology) bzw. in der von Aufsichtsbehörden vorgearbeiteten „SupTech“ (supervisory technology). Solche Anwendungen sind in einigen der aufgeführten FinTech allerdings enthalten und ausbaufähig, z.B. unter „Rating“.

2018-10-02 German FinTech

Grafik: Payment & Banking, Stand Oktober 2018

Edeka, Rewe, Aldi und der Bio-Daumen: Was hinter der Nachhaltigkeits-Offensive der Lebensmittelhändler wirklich steckt

2018-10-29 Edeka Rettich

Bildquelle: https://edeka-zielke.de/2018/01/17/thema-nachhaltigkeit/

Und hier noch ein weiterer Beitrag als Lesetip: Im Alltag fällt auf, dass das Thema Nachhaltigkeit als Thema im Lebensmitteleinzelhandel stark vertreten ist. So auch unter den auf dieser Internetseite gesammelten Alltagsfotos Nachhaltigkeit. Linda Gondorf hat auf www.absatzwirtschaft.de diese Aktivitäten einmal kritisch unter dem Gesichtspunkt hinterfragt, ob es sich um reine Marketingmaßnahmen oder tatsächliche Bemühungen handelt.

Tenor: Marketing ja, aber mit großer Tragweite für die Tätigkeit und in Richtung von mehr Nachhaltigkeit, z.B. Aktuell reduzieren die großen Marken massiv ihre Plastikverpackungen. So wird Lidl in seinen rund 3.200 Filialen bis Ende 2019 Plastikartikel wie Trinkhalme, Einwegbecher und -gläser, Teller, Besteck und Wattestäbchen mit Plastikschaft komplett entfernen. Aldi testet, ob noch mehr Obst- und Gemüsesorten offen angeboten werden könnten. Ab dem zweiten Quartal dieses Jahres will der Discounter außerdem bei Bio-Tomaten Graspapier- und Zuckerrohrschalen als Verpackungsalternativen testen. Auch Edeka betonte auf dpa-Anfrage, die Reduzierung von Verpackungen sei ein Schwerpunktthema bei den Nachhaltigkeitsbemühungen des Unternehmens.

Hier lesen Sie den ganzen Beitrag: Linda Gondorf: Edeka, Rewe, Aldi und der Bio-Daumen: Was hinter der Nachhaltigkeits-Offensive der Lebensmittelhändler wirklich steckt.

Der Zukunftsfonds

Ohne die ganzseitige Anzeige in einer Deutschen Sonntagszeitung wäre er wohl in Vergessenheit geraten: Der Zukunftsfonds unter der Ägide von Kai Dieckmann (Ex-Bild) und Leonard Fischer (Ex-Dresdner). Wer sich (ohne Anmeldung) informieren möchte erlebt eine saftige Enttäuschung: Von einer Erläuterung der Strategie („einfach clever sparen“) oder der „journalistischen Begleitung“ keine Spur und es finden sich auch keine Links auf die (vorgeschriebenen) Dokumente. Diese sind aber für die Einschätzung des eigenen Interesses unabdingbar.

Die Informationen finden sich dann auf der Seite der Universal Investment. Allerdings tragen die Informationen hier eher zur Verwunderung bei: Nach einem Start mit € 11 Mio. eines großen Investors beträgt das Volumen aktuell (25.10.2018) € 15,2 Mio. und ist damit der vollmundig avisierten Zielmarke von € 20 Mrd. nicht deutlich näher gekommen. Von den vorhandenen Mitteln sind lediglich 28,2% überhaupt investiert. Da der Fonds zum 1.11.2018 aufgelegt wurde, wird bei Universal Investment auch keine Wertentwicklung ausgewiesen. Diese liegt wohl trotz des geringen Investitionsgrads im Fond aktuell bei rund -2,5% seit Auflage. Insofern kann man sich die weitere Informationssuche wohl erst einmal „einfach clever sparen“.

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Vierundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundfünfzig

2018-10-20 Finanzbarcamp A-D

Beitragsbild/Bild: Themenvielfalt auf dem Raumplan A-D beim comdirect Finanzbarcamp am 20.10.2018 in Hamburg, Quelle: Twitter

Inhalt: BlackRock zu Nachhaltigkeit in Anlageprodukten: Wenn nicht jetzt, wann dann?; Nachhaltigkeit gehört ins Grundgesetz; Prof. Bachmann, RNE: Perspektiven für Nachhaltigkeit; Schulkinowochen #17Ziele; Bloß Werbung oder?; Nachtrag Bayernwahl; Veranstaltungsrückblicke: Bankennetzwerk am 24.10.2018 in Köln; comdirect Finanzbarcamp mit Finanzblog Award; Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt: „Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt; In eigener Sache: Gastbeitrag im Blog der Triodos Bank Deutschland; Neues Angebot – Finanzinstitute in sozialen Medien; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

26. Oktober 2018

Dr. Ralf Breuer

BlackRock zu Nachhaltigkeit bei Anlageprodukten: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Der Vermögensverwalter und ETF-Anbieter BlackRock legt eine neue Serie von Exchange-traded-funds (ETF) auf die sich an ökologischen, sozialen und Kriterien der Unternehmensführung aus richten (ESG – Ecological, Social, Governance). In der „iShares Sustainable Core Range“ wird eine Palette von sieben „ESG ETF“ angeboten, die Aktien sowie Staats- und Unternehmensanleihen einschließt. Einzelheiten finden sich auf der Internetseite von iShares.

Zum 30.9.2018 verwaltete BlackRock USD 6,44 Bio., davon USD 1,8 Bio. in mehr als 800 ETFs.

BlackRock erwartet für Produkte mit Fokus „ESG ETF“ massive Zuwächse in den kommenden zehn Jahren: Von aktuell USD 25 Mrd. auf USD 400 Mrd. in 2028, was einer Steigerung des Anteils von 3 auf 21% und einer jährlichen Wachstumsrate des Volumens von durchschnittlich 32% entsprechen würde. Auf der Grundlage dieser Erwartung heißt es in der  Pressemitteilung vom 23.10.2018: „For many the question now about sustainable ETFs is ‘why not.’“ Damit ist nicht das deutsche – eher schulterzuckende-  „Warum nicht“ gemeint. In Anlehnung an das Lied zur Handball-WM 2007 heißt das vielmehr: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Nachhaltigkeit gehört in das Grundgesetz

Nachhaltigkeit ist im Grundgesetz nicht wirklich verankert. Allein der 1994 (natürliche Lebensgrundlagen) eingefügte, 2002 (Tiere) modifizierte Artikel 20a verpflichtet die Verfassungsorgane in Hinblick auf zukünftige Generationen: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“ Quelle: www.bundestag.de

Aus der Situation der Verfassungsväter von 1948 verständlich, dass vor allem die Lösung (und Vermeidung) von Fehlern der Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland beschäftigten, weniger eine ferne Zukunft. Heute gilt es dagegen die drängenden Probleme der Zukunft anzugehen. Vor diesem Hintergrund ist die Forderung des ehemaligen Präsidenten ds Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, mehr als plausibel, Nachhaltigkeit im Grundgesetz zu verankern.

Prof. Bachmann, RNE: Perspektiven für Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär der Geschäftsstelle des Rat für Nachhaltige Entwicklung, hat in einem Beitrag zu „Der Bank Blog“ die Perspektiven für ein nachhaltiges Finanzsystem in Deutschland aufgezeichnet. Zu Recht wirft er der Bundesregierung mangelnde Aktivitäten vor und fordert mit der gleichen Berechtigung die Verbindung wichtiger Themen mit gleicher Priorität: „Digitaler und effizienter zu werden, ist kein Selbstzweck. Die Ordnung der Wirtschaft muss an Werte und Sinn des Wirtschaftens rückgebunden werden, mit anderen Worten an den Megatrend Nachhaltigkeit.“ Wann wird ein nachhaltiges Finanzsystem Realität in Deutschland? Perspektiven für eine Nachhaltigkeitsstrategie für Banken von Prof. Dr. Günther Bachmann.

Schulkinowochen #17Ziele

Die nachhaltigen Entwicklungsziele sind in Deutschland noch nicht hinreichend bekannt. Vision Kino und Engagement Global haben deshalb die Aktion „Schulkinowochen #17Ziele“ gestartet.

Einzelheiten zu der Gemeinschaftsaktion von Vision Kino und Engagement Global, die aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert wird, finden sich hier. Pädagogisches Begleitmaterial wird ebenfalls zur Verfügung gestellt.

Bloß Werbung oder?

Stolz berichtet der Twitterkanal der Sparkassen Finanzgruppe von ihren Aktivitäten in der Wissenschaftsförderung.

Wirklich nachhaltige Produktangebote sind im Angebot der Finanzgruppe allerdings rar. Und die Verbraucherzentrale in Bremen zeichnet noch ein etwas anderes Bild als Kontrast zu dem obigen Tweet: Sparkassen investieren in Kohle und Rüstung.

Nachtrag zur Bayernwahl

Nummer Dreiundfünfzig kolportierte ein Stimmungsbild der Wähler in Bayern aus der Wahlberichterstattung der ARD: Bildung, bezahlbares Wohnen sowie Umwelt/Klima an der Spitze des Wählerinteresses. So berichtet es auch die HypoVereinsbank UniCredit Deutschlandauf Twitter bzw. im Münchner Merkur für ihre Privatkunden – zwar in etwas anderer Ordnung bzw. Formulierung, aber stimmig dazu.

Veranstaltungsrückblicke

comdirect Finanzbarcamp und Finanzblog Award

2018-10-20 Finanzbarcamp E-G

Bild: Raumplan E-G beim comdirect Finanzbarcamp am 20.10.2018 in Hamburg, Quelle: Twitter

Am 20.10.2018 fand in Hamburg das vierte comdirect Finanzbarcamp statt. In insgesamt 22 Runden tauschten sich die Teilnehmer über vielfältige Finanzthemen aus. Gemeinsam mit Phillip Assenmacher führte ich 14 Besucher durch das Thema Nachhaltigkeit bei der Geldanlage. Bereits bei der Vorstellungsrunde wurde deutlich, daß die vielfältige Interpretation des Begriffs in der aktuellen Produktlandschaft verunsichert und auf mögliche Anlageentscheidungen eher abschreckend wirkt.

Erneut zeigte sich, wie wenig bekannt die Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) ist. Interessiert nahmen die Teilnehmer die mitgebrachten kölschen Bierdeckel zum Thema in die Hand und anschließend mit nach Hause.

2018-03-23 id-17ziele_projekte_bierdeckel_gross

Bild: Von Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign an der Rheinischen Fachhochschule Köln in Kooperation mit #17Ziele gestalteter Bierdeckel, von dem 85.000 Stück in Kölner Lokalen verteilt wurden

Bankennetzwerk am 24.10.2018 in Köln

Das Bankennetzwerk unter dem Dach der Academy of Finance Bonn hatte zu einer interessanten Veranstaltung in den Räumlichkeiten der DEG in Köln – die freundlicherweise als Gastgeber fungierte – eingeladen: 41 Teilnehmer wurden von insgesamt acht Referenten durch verschiedene Aspekte von Sustainable Finance – Nachhaltigkeit in der Finanzwelt geführt.

Schon der Auftaktvortrag von Julian Frede, DEG, wäre die Fahrt wert gewesen: Das Thema „Impact Messung in Zeiten der Sustainable Development Goals“ entpuppte sich als die Präsentation eines umfassenden Ratingansatzes für die Finanzierung von Entwicklungsprojekten einschließlich der hieraus resultierenden Portfolien nach sachlichen und/oder regionalen Kriterien. Wer sich je mit Nachhaltigkeitsratings beschäftigt hat, kennt die Problematik, der die DEG mit ihrem Ansatz begegnet ist. Eine Darstellung des Ansatzes findet sich hier: DEG: Wir messen Wirksamkeit.

Jan Köpper von der GLS Bank führte anschließend durch den Ansatz der Bank, Wirkungstransparenz und Nachhaltigkeit bei der Bank zu erheben. Auch sie orientiert sich bereits an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, den sogenannten „SDGs“ (Sustainable Development Goals). Diese spielen auch zunehmend im Anlagemanagement eine Rolle. Anton Bonnländer von der Bank für Sozialwirtschaft stellte die aktuelle Praxis im Hause einschließlich der verfügbaren Produktpalette vor.

Die Veranstaltung wurde dankenswerterweise von der much-net AG aus Bonn unterstützt. Zur Abrundung der Vorträge stellte der Gründer und Aufsichtsratsvorsitzende gemeinsam mit einem Berater ein umfangreiches Softwarepaket für die Integration von ESG-Ansätzen in das Portfoliomanagement vor. Und natürlich hatte bei einer Veranstaltung des Bankennetzwerk auch der Austausch zwischen Teilnehmern und Referenten einen hohen Stellenwert!

Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt:

„Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt

Immer wieder neue Schlagwörter in sozialen Medien. Warum nicht einmal einige mit dem Doppelkreuz „#“ markierte Schlagworte zusammenstellen und erläutern? Hashtags bzw. eingedeutscht „Häschtäcks“ sollen grundsätzlich das thematische Auffinden von Botschaften in sozialen Netzwerken erleichtern. Manchmal haben sie aber auch nur einfach den Status eines Mottos oder eher gar keine Bedeutung.

Die Idee entstand zufällig durch eine Fernsehwerbung: Da warb eine Bank im deutschen Fernsehen mit #bankingforfood. Also mal bei Twitter geschaut und daraus wird vielleicht irgendwann mal so etwas wie eine „Häschtäck-o-nomie“ (in Anlehnung an die geplante „Taxonomie“ von Finanzinstrumenten in Hinblick auf Nachhaltigkeit) der europäischen Finanzwelt. Gerne werden weitere Anregungen aufgenommen (Bitte Mail an info@investabel.com).

#Nachhaltigkeit #Sustainability #Durabilité #Sostenibilidad

#nachhaltig #sustainable #durable #sostenible

#SustainableFinance #SustainableFinanceEU – Im März 2018 vorgestellter Aktionsplan der EU-Kommission auf Basis der @HLEG – High Level Expert Group

#h4SF – Hub for Sustainable Finance Germany (Deutsche Börse AG + Rat für Nachhaltige Entwicklung Deutschland), er organisierte am 25.9.2018 den zweiten Sustainable Finance Gipfel Deutschland

#SFGD17, #SFGD18 – Sustainable Finance Gipfel Deutschland, zuletzt 25.9.2018

#SDGs – Die 17 nachhaltigken Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Finance Goals, SDGs)

#ACT4SDGs #WeACT4SDGs (globale Kampagne für die SDGs am 25.9.2018)

#changenowsummit – Veranstaltung am 28.9.2018 mit 6.000 Teilnehmern in Paris und prominenter Beteiligung großer französischer Banken. Im Zuge der Veranstaltung wurde auch ein Schlagwort wiederbelebt:

#ActForImpact – Handeln für positive Nachhaltigkeitswirkungen (im Sinne der SDGs)

#bankingforfood – Initiative der niederländischen Rabobank. Einsatz des Bankgeschäftes um eine zuverlässige Versorgung der Weltbevölkerung sowie faire Bedingungen in den Erzeugerländern zu unterstützen. Mehr dazu auf der deutschen Seite von Rabodirect

#AllemGewachsen (Sparkassen, selten verwendet) – Wozu er wohl kreiert wurde…

#denngeldkannsovielmehr (Triodos Bank Deutschland) – Eher ein Motto…

#PositiverBeitrag #PositiveImpact (Deutsche Bank, aktuelle Kampagne) – Hat definitiv wenig bis nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Leicht zu verwechseln mit #ImpactInv oder #ImpInv für wirkungsorientierte Investments

#sharedichdrum (GLS Bank) – Auch kein schlechtes Motto…

In eigener Sache

Gastbeitrag im Blog der Triodos Bank Deutschland

Am 25.10. erschien im Blog der Triodos Bank Deutschland ein Gastbeitrag: Deutsche Banken hinken beim Thema Nachhaltigkeit hinterher. Die Einleitung der Redaktion ordnet den Beitrag ein: Nachhaltigkeitsbanken wie die Triodos Bank, deren DNA nachhaltiges Banking ist, haben in Deutschland einen Marktanteil, der einstellig ist und eher als „homöopathisch“ beschrieben werden kann. Zwar wachsen die nachhaltigen Banken in einem stagnierenden Gesamtmarkt überdurchschnittlich stark – doch um einen wirklich nachhaltigen Wandel des Finanzsystems zu bewirken, müssen sich die Großen, muss sich der Mainstream bewegen. Der Finanzexperte und Finanzblogger Dr. Ralf Breuer, der den Blog Investabel betreibt, blickt im Gastbeitrag auf eben diesen Mainstream und ordnet ein, was sich dort mit Blick auf die Nachhaltigkeit tut.

Den ganzen Beitrag lesen Sie im Blog Die Farbe des Geldes

Neues Angebot: Finanzinstitute in sozialen Medien

Seit neun Jahren bei Twitter, 500.000 private Girokonten, 5.400 Follower und nur 2 (!) „gefällt mir“? Genau das zeigt eine Auswertung vom Auftritt von Finanzinstituten in sozialen Medien. Viele Kreditinstitute betreiben ihren Auftritt in sozialen Medien eher „kostengünstig“ und nach näherer Anschauung kontraproduktiv. So haben 12 von 19 der ausgewerteten Kanäle von Banken, die alle seit mindestens sechs Jahren aktiv sind, deutlich weniger „gefällt mir“ als der @Investabel bei Twitter. Den gibt es allerdings erst seit Mai 2017. Da bei wäre bei vielen Betreibern Abschalten die bessere Lösung. Falls Sie in sozialen Medien oder bei Nachhaltigkeit lieber an- als abschalten möchten: Angebote.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Dreiundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundfünfzig

2018-10-16 Bierkruege

Beitragsbild/Bild: ©picture-alliance/dpa/S. Hoppe via Twitter

Inhalt: Nachhaltigkeit? – Nicht unser Bier?; Erkenntnis aus der Bayern-Wahl; Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein; Zauberwort Nachhaltigkeit: Berater in Bedrängnis; Kontrastprogramm im Ausland; Bank of England mit Konsultationen zu den finanziellen Risiken aus dem Klimawandel; Rahmenwerk für Finanzen und Naturkapital; Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt: „Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

17. Oktober 2018, ergänzt 18.10.2018 (Präsidententreffen Rechnungshöfe)

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeit? – Nicht unser Bier?

Die Deutsche Welle hat in ihrem englischsprachigen Kanal einen interessanten Artikel veröffentlicht: Wie beeinflusst der Klimawandel die Gerstenernte und welche Folgen kann das für den Bierkonsumenten haben: Climate change could cause ’severe‘ global beer shortage. Der Artikel greift auf ernst zu nehmende Quellen zurück: Vermehrte Dürren verringen die Erntemengen für Gerste, was wiederum erhöhte Bierpreise nach sich ziehen könnte. Der vergangene heiße und trockene Sommer gibt den Überlegungen eine nachvollziehbare Plausibilität. Insofern: Nachhaltigkeit ist unser aller Bier! Das sahen die Wähler in Bayern offenbar ähnlich…

Erkenntnis aus der Bayern-Wahl

Spätestens nach den Reaktionen auf die beabsichtigte Rodung im Hambacher Forst und dem aufrüttelnden Weltklimareport sollte es nicht überraschen, dass Nachhaltigkeit bei den Wählern eine hohe Priorität hat. Gleich mehrer Aspekte standen bei den bayerischen Wählern ganz oben auf der Themenliste. Weniger bei den Politikern, was erheblich zur Erklärung des Wahlausgangs beiträgt.

Quelle: Twitter/Jörg Schönenborn, WDR, Daten: infratest Dimap

Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein

Am 16. und 17.10.2018 erschienen in einigen Medien Artikel zur Konferenz der Präsidenten der deutschen Rechnungshöfe: „Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein“. Grundlage ist der Prüfbericht zur Gestaltung der Energiewende in Deutschland: 2018 Sonderbericht – Koordination und Steuerung zur Umsetzung der Energiewende durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die in diesem Zusammenhang gemachten Bemerkungen. U.a. kündigte BRH-Präsident Scheller die Prüfung der Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie an.

2018-10-17 Nachhaltigkeit GA S. 5

Quelle: General-Anzeiger Bonn, 17.10.2018, S.5

Der Artikel als pdf: 2018-10-17 Nachhaltigkeit GA S. 5

Zwischenzeitlich ist auch ein Nachbericht zur Konferenz der Präsidenten der Rechnungshöfen von Bund und Ländern sowie Österreich und der Schweiz erschienen: Präsidentenkonferenz in Bonn (16./17. Oktober 2018) – Nachhaltigkeit rückt in den Fokus der Rechnungshöfe. Das Ergebnis mündete in einer gemeinsamen Erklärung der Präsidenten von Bund und Ländern, die Bonner Erklärung zur Nachhaltigkeit.

Zauberwort Nachhaltigkeit: Bankberater in Bedrängnis

Wieso gibt es nicht mehr nachhaltige Angebote für Privatkunden? Vieles heißt schon nachhaltig – laut Scope aktuell 641 in Deutschland zugelassene Fonds. Allerdings wird der Nachhaltigkeitsbegriff sehr unterschiedlich und weit gefasst interpretiert. Insofern ist es wenig verwunderlich, wenn sowohl Berater als auch Kunden ihre Schwierigkeiten sehen, dass jeweils verpackte Nachhaltigkeitsverständnis nachzuvollziehen.

Susanne Bergius hat diesem Thema im Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments Nr. 10 vom 12.10.2018 unter dem Titel „Zauberwort bring Berater in Bedrängnis“ auf S. 10ff. einigen Raum gewidmet. Vor allem die von der EU-Kommission geplante Beratungspflicht belebt die Diskussion. Vor allem in den großen Finanzgruppen zeigt man sich – diplomatisch formuliert – abwartend in Hinblick auf die Neufassung der Regulierung. Apropos: Für Regulierer ist Nachhaltigkeit bereits „wesentlich“, d.h. Regulierungsgegenstand geworden.

Der Status quo einer niedrigen Marktdurchdringung wird mit den verschiedensten Argumenten begründet: Fehlende Finanzbildung der Kunden, mangelnd Schulung der Berater. Problem sind aber wohl eher die Produkte, hinter die sich die Berater nicht stellen können. Der FairWorldFonds stützt diese These, da er auch vielfach auf eigene Initiative von Kundenberatern im Genossenschaftsverbund angeboten wird. Auf diese Weise hat der Fonds mittlerweile ein Volumen von € 1 Mrd. erreicht.

Zu dieser Einschätzung passen auch die Ausführungen des Finanzberaters André Gauter im letzten Absatz auf S. 13 bei Susanne Bergius mit der Überschrift „Gesunden Menschenverstand wecken“. Er schätzt den Beratungsbedarf auf 10 bis 20 Minuten. Auf die sind Berater leicht vorzubereiten, auch ohne langwierige Lehrgänge. Aus der Erfahrung von Investabel® ist das Thema leicht anzubringen, wenn man sich die Mühe macht. Die Logik ist leicht erklärt.

Kontrastprogramm im Ausland

Paris 28./29.9.2018

Kurz der erfreulichen Beinahe-Verdopplung der Teilnehmerzahl bei Sustainable Finance Gipfel Deutschland (Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland) fand in Paris eine Veranstaltung in ganz anderer Dimension statt: changeNOW konnte mehr als 6.000 Teilnehmer begrüßen. Unter den Sprechern war auch der CEO der Bankengruppe BNP Paribas.

Madrid 16.10.2018

Für weite Teile der deutschen Kreditwirtschaft stellt sich offenbar immer noch die Frage, ob Privatkunden nachhaltige Anlagemöglichkeiten angeboten werden sollen. Auf der Jahrestagung der spanischen Spainsif wurde dagegen am 17.10. in Madrid diskutiert, wie die Barrieren für Privatanleger überwunden werden können.

Großbritannien 15.-19.10.2018

Die Regierung veranstaltet in dieser Woche die erste Green Great Britain Week (Homepage) mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, darunter auch: HSBC Financing the Low Carbon Economy am 17.10.2018.

Terminliste nachhaltige Geldanlagen für Deutschland

Der deutschsprachige Raum ist keineswegs ohne Termine. Erfreulich die große Anzahl von Veranstaltungen zu nachhaltigen Geldanlagen in der Terminübersicht FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen.

Aktuell findet in Hamburg die FINTECH Week statt. Zum Ende lädt comdirect zu einem Treffen von Finanzbloggern ein und ist Veranstalter des comdirect Finanzbarcamp mit Vergabe des finanzblog award. Investabel® wird teilnehmen und freut sich auf viele persönliche Kontakte.

Bank of England mit Konsultationen zu den finanziellen Risiken aus dem Klimawandel

Im Sinne einer vorsichtigen und vorsorglichen Finanzmarktregulierung wird die Bank of England finanzielle Risiken aus dem Klimawandel in der Regulierung verankern. Darüber hinaus verordnet sie eine Verantwortung auf Vorstandsebene. Am 15. Oktober 2018 hat sie die Konsultationen zu einem Entwurf für eine entsprechende aufsichtliche Anordung eingeleitet. Rückmeldungen der Finanzwirtschaft sind bis zum 15. Januar 2019 einzureichen.

Quelle: Twitter/Financial Times vom 15.10.2018

Quellen: Pressemitteilung (EN) vom 15.10.2018Consultation Paper 23/18

Rahmenwerk für Finanzen und Naturkapital

Die „Natural Capital Coalition (the Coalition)“, die „Natural Capital Finance Alliance (NCFA)“ und die niederländische „Vereinigung von Anlegern für nachhaltige Entwicklung (VBDO)“ haben ein Rahmenwerk erarbeitet und veröffentlicht: Connecting Finance and Natural Capital. Es soll Finanzinstitutionen unterstützen, die globalen Auswirkungen der Veränderungen der natürlichen Lebensräume auf ihre Portfolien zu ermessen.

Das Rahmenwerk soll ab November durch eine weltweite Hitzekarte (heat map) sowie eine Datenbank ergänzt werden, mit die Risiken nach Regionen und Branchen besser eingeschätzt werden können. Einen anschaulichen Bericht hierzu gibt es bei TriplePundit: Amy Brown, New Tool Aims to Unlock Natural Capital Integration for Financial Institutions, 15.10.2018.

Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt:

„Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt

Immer wieder neue Schlagwörter in sozialen Medien. Warum nicht einmal einige mit dem Doppelkreuz „#“ markierte Schlagworte zusammenstellen und erläutern? Hashtags bzw. eingedeutscht „Häschtäcks“ sollen grundsätzlich das thematische Auffinden von Botschaften in sozialen Netzwerken erleichtern. Manchmal haben sie aber auch nur einfach den Status eines Mottos oder eher gar keine Bedeutung.

Die Idee entstand zufällig durch eine Fernsehwerbung: Da warb eine Bank im deutschen Fernsehen mit #bankingforfood. Also mal bei Twitter geschaut und daraus wird vielleicht irgendwann mal so etwas wie eine „Häschtäck-o-nomie“ (in Anlehnung an die geplante „Taxonomie“ von Finanzinstrumenten in Hinblick auf Nachhaltigkeit) der europäischen Finanzwelt. Gerne werden weitere Anregungen aufgenommen (Bitte Mail an info@investabel.com).

#Nachhaltigkeit #Sustainability #Durabilité #Sostenibilidad

#nachhaltig #sustainable #durable #sostenible

#SustainableFinance #SustainableFinanceEU – Im März 2018 vorgestellter Aktionsplan der EU-Kommission auf Basis der @HLEG – High Level Expert Group

#h4SF – Hub for Sustainable Finance Germany (Deutsche Börse AG + Rat für Nachhaltige Entwicklung Deutschland), er organisierte am 25.9.2018 den zweiten Sustainable Finance Gipfel Deutschland

#SFGD17, #SFGD18 – Sustainable Finance Gipfel Deutschland, zuletzt 25.9.2018

#SDGs – Die 17 nachhaltigken Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Finance Goals, SDGs)

#ACT4SDGs #WeACT4SDGs (globale Kampagne für die SDGs am 25.9.2018)

#changenowsummit – Veranstaltung am 28.9.2018 mit 6.000 Teilnehmern in Paris und prominenter Beteiligung großer französischer Banken. Im Zuge der Veranstaltung wurde auch ein Schlagwort wiederbelebt:

#ActForImpact – Handeln für positive Nachhaltigkeitswirkungen (im Sinne der SDGs)

#bankingforfood – Initiative der niederländischen Rabobank. Einsatz des Bankgeschäftes um eine zuverlässige Versorgung der Weltbevölkerung sowie faire Bedingungen in den Erzeugerländern zu unterstützen. Mehr dazu auf der deutschen Seite von Rabodirect

#AllemGewachsen (Sparkassen, selten verwendet) – Wozu er wohl kreiert wurde…

#denngeldkannsovielmehr (Triodos Bank Deutschland) – Eher ein Motto…

#PositiverBeitrag #PositiveImpact (Deutsche Bank, aktuelle Kampagne) – Hat definitiv wenig bis nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Leicht zu verwechseln mit #ImpactInv oder #ImpInv für wirkungsorientierte Investments

#sharedichdrum (GLS Bank) – Auch kein schlechtes Motto…

 

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundfünfzig

2018-10-10 IPCC Report

Beitragsbild/Bild: Titelseite des Weltklimaberichts 2018 www.ipcc.ch

Inhalt: Klimaschutz auf allen Kanälen – Vorsicht bei der Geldanlage; FairWorldFonds mit € 1 Mrd.; GLS Bank mit dem B.A.U.M. Fair Future Fonds; InsuResilience – Risikoprävention auch im Vorfeld; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

10. Oktober 2018

Dr. Ralf Breuer

Klimaschutz auf allen Kanälen – Vorsicht bei der Geldanlage

Dieselfahrverbote, Sommerdürre, Hambacher Forst und nun noch der aufrüttelnde Weltklimabericht haben die Diskussionen um Klimaschutz, Klimawandel und Energiewende kräftig befeuert. Zudem wurden noch zwei Ökonomen mit dem Fokus Nachhaltigkeit mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet.

Interessant ist das öffentliche Meinungsbild, wonach beispielsweise die Erhaltung des  Hambacher Forstes nicht ein rein linkes/grünes Thema ist, sondern eine breite Zustimmung im Land Nordrhein-Westfalen hat:

In den sozialen Medien wird auch ein verstärktes Interesse in Geldanlagen mit dem Ziel Klimaschutz erkennbar. Leider ist der CO2-Fußabdruck aber nicht unbedingt eine gute Leitlinie für Anlagekonzepte. Ausführlich hierzu der immer noch aktuelle Beitrag: Klimaschutz ein guter Ansatz, aber…

 

FairWorldFonds mit € 1 Mrd. Volumen

Immer wieder werden fehlende Finanzbildung der Bevölkerung und mangelnde Beraterschulung als Gründe für den geringen Anteil nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland angeführt. Immerhin sind hierzulande gemäß www.fondscheck.de derzeit 641 als „nachhaltig“ etikettierte Fonds mit einem Volumen von € 158 Mrd. zum Vertrieb zugelassen. Allerdings ist das Verständnis von Nachhaltigkeit sehr breit gestreut. Das ist evtl. auch Teil der Erklärung für den Erfolg des von „Brot für die Welt“ mitgetragenen Mischfonds:

Der von der GLS Bank mitinitiierte FairWorldFonds hat die Marke von € 1 Mrd. Fondsvolumen überschritten. Er wurde am 18.5.2018 nach 11 Monaten wieder für neue Anleger geöffnet und hatte rund € 940 Mio. verwaltete Mittel. Mit Renditen um die 3% und dem entwicklungspolitischen Anspruch trifft er offenbar den Geschmack vieler Anleger, offenbar auch außerhalb der Umwelt- und Kirchenbanken.

GLS Bank mit dem B.A.U.M. Fair Future Fonds

Die GLS Bank hat einen neuen Aktienfonds initiiert, der weltweit in Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen investiert. Aus der Produktbeschreibung auf der Internetseite der GLS Bank: „Der B.A.U.M. Fair Future Fonds ist ein Aktienfonds, der vorwiegend in kleine und mittelständische Unternehmen investiert. Es werden gezielt Aktien von Unternehmen ausgewäht, die Ressourcen so sorgsam und schonend einsetzen, dass die Ökosysteme der Erde nicht geschädigt werden und ihre Regenerationsfähigkeit erhalten bleibt. Ein wichtiger Aspekt des Nachhaltigkeitsverständnisses des Fonds ist eine Gesellschaft der sozialen Verantwortung und des respektvollen Miteinanders.

Initiator des Fonds ist der Gründer des B.A.U.M. e.V. Prof. Dr. Maximilian Gege. Er entwickelte insbesondere die umfangreiche Bewertungsmatrix für die Titel. Sein Ansporn: Anlegern*innen die Chance zu geben, an einer nachhaltigen Stärkung des Mittelstandes zu partizipieren.“

Interessant ist auch die Titelauswahl durch einen 14köpfigen Nachhaltigkeitsbeirat mit Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker als prominentesten Vertreter. U.a. engagieren sich auch die frühere niedersächsische Umweltministerin Monika Griefahn sowie Dr. Bachmann und Prof. Bassen vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (Produktpräsentation der GLS Bank S. 13.

InsuResilience – Risikoprävention der Versicherer auch im Vorfeld

„Positionen“, das Magazin der Deutschen Versicherer www,gdv.de berichtet im aktuellen Heft über Präventionsmaßnahmen für Starkregen. Unter InsuResilience ist eine Initiative zusammengefasst, die die Prävention und Bewältigung von Klima- und Katastrophenrisiken verbessern soll. Sie wurde auf der Klimakonferenz 2017 formell gegründet. Einzelheiten (engl.): InsuResilience Global Partnership.

Diese Entwicklung wird begleitet durch eine neue Kategorie von Finanzinstrumenten, die nicht nur Katastrophenrisiken abdecken, sondern durch die Finanzierung von Präventionsmaßnahmen Risiken mindern: Resilience Bonds (engl.) Resilience Bonds

„Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt

Immer wieder neue Schlagwörter in sozialen Medien. Warum nicht einmal einige mit dem Doppelkreuz „#“ markierte Schlagworte zusammenstellen und erläutern? Hashtags bzw. eingedeutscht „Häschtäcks“ sollen grundsätzlich das thematische Auffinden von Botschaften in sozialen Netzwerken erleichtern. Manchmal haben sie aber auch nur einfach den Status eines Mottos oder eher gar keine Bedeutung.

Die Idee entstand zufällig durch eine Fernsehwerbung: Da warb eine Bank im deutschen Fernsehen mit #bankingforfood. Also mal bei Twitter geschaut und daraus wird vielleicht irgendwann mal so etwas wie eine „Häschtäck-o-nomie“ (in Anlehnung an die geplante „Taxonomie“ von Finanzinstrumenten in Hinblick auf Nachhaltigkeit) der europäischen Finanzwelt. Gerne werden weitere Anregungen aufgenommen (Bitte Mail an info@investabel.com).

#Nachhaltigkeit #Sustainability #Durabilité #Sostenibilidad

#nachhaltig #sustainable #durable #sostenible

#SustainableFinance #SustainableFinanceEU – Im März 2018 vorgestellter Aktionsplan der EU-Kommission auf Basis der @HLEG – High Level Expert Group

#h4SF – Hub for Sustainable Finance Germany (Deutsche Börse AG + Rat für Nachhaltige Entwicklung Deutschland), er organisierte am 25.9.2018 den zweiten Sustainable Finance Gipfel Deutschland

#SFGD17, #SFGD18 – Sustainable Finance Gipfel Deutschland, zuletzt 25.9.2018

#SDGs – Die 17 nachhaltigken Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Finance Goals, SDGs)

#ACT4SDGs #WeACT4SDGs (globale Kampagne für die SDGs am 25.9.2018)

#changenowsummit – Veranstaltung am 28.9.2018 mit 6.000 Teilnehmern in Paris und prominenter Beteiligung großer französischer Banken. Im Zuge der Veranstaltung wurde auch ein Schlagwort wiederbelebt:

#ActForImpact – Handeln für positive Nachhaltigkeitswirkungen (im Sinne der SDGs)

#bankingforfood – Initiative der niederländischen Rabobank. Einsatz des Bankgeschäftes um eine zuverlässige Versorgung der Weltbevölkerung sowie faire Bedingungen in den Erzeugerländern zu unterstützen. Mehr dazu auf der deutschen Seite von Rabodirect

#AllemGewachsen (Sparkassen, selten verwendet) – Wozu er wohl kreiert wurde…

#denngeldkannsovielmehr (Triodos Bank Deutschland) – Eher ein Motto…

#PositiverBeitrag #PositiveImpact (Deutsche Bank, aktuelle Kampagne) – Hat definitiv wenig bis nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Leicht zu verwechseln mit #ImpactInv oder #ImpInv für wirkungsorientierte Investments

#sharedichdrum (GLS Bank) – Auch kein schlechtes Motto…

 

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Einundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Einundfünfzig

 

2018-10-04 Infografik-Mobility-Startups_JPEG

Beitragsbild/Bild: Übersicht über Zahlungsdienste für  Mobilitätskonzepte. Quelle: Payment & Banking 4.10.2018

Inhalt: Neue Mobilitätskonzepte und Zahlungsdienste; Nachlese Sustainable Finance Gipfel Deutschland am 25.9.2018; DZ Bank begibt „Green Bond“ über € 250 Mio.; Vermögensverwaltung online: Später Start, frühes Ende; „Fonds professionell“ mit „grünen Neuheiten“; In eigener Sache: Investabel® wieder unter den #Nachhaltige100; CSR Blogparade Raum Köln/Bonn; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

4. Oktober 2018

Dr. Ralf Breuer

Neue Mobilitätskonzepte und Zahlungsdienste

Mit dem Beitrag Mobility Start ups – ein Überblick vom 4.10.2018 widmen sich Nicole Nitsche und Kilian Thalhammer im Blog von Payment & Banking den Zusammenhängen zwischen (neuen) Mobilitätskonzepten und (innovativen) Zahlungsdiensten.

Die Einleitung bringt es auf den Punkt: „Mobility steht für Mobilität und somit Beweglichkeit im sozialen Sinne. Staus und Ineffizienz führen in vielen europäischen Städten zu verschwendeter Zeit und damit verbundenen Kosten für Wirtschaft und Umwelt. Wer kennt es nicht, das ewig lange Warten im Stau? Werft doch mal einen Blick auf diese Startups, die wir in unser Infografik vorstellen. Alle von ihnen wurden in jüngerer Zeit gegründet und jeder von ihnen könnte in naher Zukunft erhebliche und positive Auswirkungen auf den öffentlichen Nah- und Güterverkehr haben.“

Auf wohltuende Art und Weise schildern die Autoren die Zusammenhänge und die bereits vollzogenen Entwicklungen. Schließlich sind Zahlungsdienste und innovative Dienstleistungen kein Selbstzweck, wie es leider vielfach den Anschein hat: Die FinTech-Welt ist (k)eine Scheibe!. Leider werden große Themen zu oft silomäßig gedacht und bearbeitet. Dabei gilt aber: Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen.

Nachlese Nachhaltigkeitsgipfel am 25.9.2018

Der Hub for Sustainable Finance lud am 25. September zum „Zweiten Sustainable Finance Gipfel Germany“ ein. Auf diesem Gipfeltreffen der aktiven Netzwerkakteure mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden wichtige Aspekte zur Stärkung nachhaltiger Finanzwirtschaft, aktuelle Entwicklungen und nötige Weichenstellungen für die kommenden Monate diskutiert.

Gegenüber dem ersten Gipfel 2017 war der Rahmen mit 280 gegenüber 150 Teilnehmern deutlich größer. Die Stimmung deutlich verändert, eher ungeduldig auf konkretere Schritte wartend. Die lange Zeit der Regierungsbildung und die medial dominierenden Querelen in der Koalitition haben wohl einiges verzögert. Informationen zum Gipfel: Zweiter Sustainable Finance Gipfel Deutschland.

Deutschland wartet im Basislager auf den Aufbruch!

Deutschland im internationalen Vergleich bestenfalls in einem Basislager (vgl. Gastbeitrag in Finanz-Szene.de 25.9.2018, aber das wird immer besser gerüstet, u.a. mit der nun erfolgten Gründung des „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ Das GSFC ist ein Zusammenschluss der Accelerating Sustainable Finance Initiative der Deutschen Börse und dem Green Finance Cluster Frankfurt des Hessischen Wirtschaftsministeriums. Weitere Informationen: https://gsfc-germany.com/.

Vor diesem Hintergrund sollte die Finanzwirtschaft dringend bei der Aktualisierung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen werden (vgl. Beitrag Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Kanzleramtsminister Helge Braun betonte folgerichtig, dass die Bundesregierung den EU-Aktionsplan unterstützt. Da das Bundeskanzleramt die Nachhaltigkeitstrategie als „Chefsache“ verantwortet, ist zu hoffen, das die Umsetzung des Plans im Sinne der Empfehlung des Deutschen Bundesrates zeitnah realisiert wird. Die Ausführungen von Levin Holle, Leiter der Finanzmarktabteilung im Bundesfinanzministerium, nähren diese Hoffnung.

 

Sofern die Bundesregierung bald die auf dem Gipfel avisierten Impulse geben sollte, sollten sich die Dinge auch in Deutschland erheblich beschleunigen lassen. Allerdings ist bedauerlich, dass die Veranstaltung nur sehr wenig Resonanz in den Medien fand. Offenbar waren den Berichterstattern Kanzleramtsminister Parlamentarischer Staatssekretär sowie hochrangige Beamte nicht hinreichend prominent.

DZ Bank begibt „Green Bond“ über € 250 Mio.

Die DZ Bank hat wie avisiert eine „grüne Anleihe“ mit einem Volumen von € 250 Mio. mit einer Laufzeit von fünf Jahren begeben. Der Festzins beträgt 0,5% p.a. Die Anleihe wird in Luxemburg notiert. Über die Luxembourg Green Exchange sind auch die relevanten Unterlagen und Handelsdaten zugänglich.

Es ist der erste „Green Bond“, den das genossenschaftliche Zentralinstitut auf den Weg bringt. Die Mittel der Investoren fließen ausschließlich in ein Projekt zum Klima- oder Umweltschutz, im Falle der DZ Bank in diverse Windparks auf dem deutschen Festland. Das Institut reicht bereits Kredite für nachhaltige Vorhaben aus und will nun ,,die Wertschöpfungskette auf der Passivseite der Bilanz abrunden‘‘ (Börsenzeitung vom 15.9.2018).

Gemäß der Pressemitteilung der Bank vom 26.9.2018 war die Anleihe im „Format Senior Preferred“  deutlich überzeichnet. Insbesondere bei genossenschaftlichen Banken und institutionellen Anlegern sei das Interesse an dem Green Bond groß gewesen. Die Ausgestaltung der Anleihe orientiert sich an den „Green Bond Principles“ der International Capital Markets Association (ICMA), einem anerkannten internationalen Standard für grüne Anleihen. Externer Gutachter war Standard & Poors.

Vermögensverwaltung online: Später Start, frühes Ende

Finanz-Szene.de berichtete am 4.10.2018, dass sich nach der Commerzbank und der Hamburger Sparkasse auch die deutsche Niederlassung von Santander wieder aus der Vermögensverwaltung online zurückzieht. Bereits in früheren Beiträgen wurde der Markt beleuchtet: 1. Die Angebote sind wenig innovativ, sondern zusätzliche Kanäle 2. Der deutsche Markt ist noch sehr klein, aber stark bevölkert. Insofern war eine zeitnahe Konsolidierung wahrscheinlich: Robo-Advice – Viel Bewegung im MarktRobo-Advice – Die Konsolidierung beginnt. Hier findet sich der Beitrag von Heinz-Roger Dohms vom 4.10.2018: Exklusiv: Immer mehr deutsche Banken begraben ihre Robo-Projekte.

„Fonds professionell“ mit „grünen Neuheiten“

Die aktuelle Ausgabe des Magazins für Anlageberater Fonds professionell 3/2018 widmet „grünen Neuheiten“ im Fondsbereich vier Seiten auf S. 166ff. etwas Raum. Dabei handelt es allerdings nahezu ausschliesslich um „ESG-Fonds“, die Nachhaltigkeitskriterien verstärkt berücksichtigen. Der Anteil dieser Fonds lag gemäß S. 168 bei 7,5% der aufgelegten Investmentvehikel. Immer hin waren 14 der 51 Fondsneuheiten im Zeitraum Mai bis August 2018 als „nachhaltig“ etikettiert.

In eigener Sache

Investabel® wieder unter den #Nachhaltige100

Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht #Nachhaltige100 der Triodos Bank auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. In der aktuellen Übersicht der Aktivitäten zu Nachhaltigkeit für September 2018 in den sozialen Medien wird der Blog nun wieder unter den ersten 100 auf Platz 97 geführt #Nachhaltige100.

CSR Blogparade Raum Köln/Bonn

2018-09-05 CSRBlogparade

Das CSR-Kompetenzzentrums Rheinland hat eine Blogparade zum Thema „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Bonn und der Region“ #CSR2018 gestartet. Ziel ist es, über aktuelle gesellschaftliche Verantwortung in der Region (Aachen, Bonn, Köln) mehr zu erfahren. Alle Infos zur Teilnahme und die teilnehmenden Beiträge an der Blogparade finden sich hier: http://csr-kompetenzzentrum.de/csr-blogparade/. Investabel® hat mit Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland einen Beitrag beigesteuert.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland

2018-09-25 SFGD Sketchnote

Beitragsbild/Bild: Sketchnote uim Sustainable Finance Gipfel am 25.9.2018, Quelle: Twitter/@sozialbank

Inhalt: Sustainable Finance Gipfel Deutschland am 25.9.2018 in Frankfurt/M.;  HSBC Deutschland mit neuem Informationsangebot; Nachhaltigkeit auch regional von großem Interesse; CSR Blogparade Raum Köln/Bonn; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

26. September 2018

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeitsgipfel am 25.9.2018 Frankfurt/M.

Der Hub for Sustainable Finance lud am 25. September zum „Zweiten Sustainable Finance Gipfel Germany“ ein. Auf diesem Gipfeltreffen der aktiven Netzwerkakteure mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden wichtige Aspekte zur Stärkung nachhaltiger Finanzwirtschaft, aktuelle Entwicklungen und nötige Weichenstellungen für die kommenden Monate diskutiert.

Gegenüber dem ersten Gipfel 2017 war der Rahmen mit 280 gegenüber 150 Teilnehmern deutlich größer. Die Stimmung deutlich verändert, eher ungeduldig auf konkretere Schritte wartend. Die lange Zeit der Regierungsbildung und die medial dominierenden Querelen in der Koalitition haben wohl einiges verzögert. Informationen zum Gipfel: Zweiter Sustainable Finance Gipfel Deutschland.

Deutschland wartet im Basislager auf den Aufbruch!

Deutschland im internationalen Vergleich bestenfalls in einem Basislager (vgl. Gastbeitrag in Finanz-Szene.de 25.9.2018, aber das wird immer besser gerüstet, u.a. mit der nun erfolgten Gründung des „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ Das GSFC ist ein Zusammenschluss der Accelerating Sustainable Finance Initiative der Deutschen Börse und dem Green Finance Cluster Frankfurt des Hessischen Wirtschaftsministeriums. Weitere Informationen: https://gsfc-germany.com/.

Im Vergleich zu vielen Nachbarländern hat Deutschland einen erheblichen Rückstand. Der gestrige Gipfel signalisierte allerdings die Ungeduld, mit der viele Teilnehmer auf einen konkreten „Aufbruch“, u.a. eine Umsetzung des Aktionsplans der EU-Kommission warten. Die gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Präsenz der Bundesministerien für Finanzen und Umwelt signalisieren verstärkte Aktivitäten. Dies war auch in den sozialen Medien der Fall. Klare Botschaft: Nachhaltigkeit muss Teil der Corporate Governance sein, nicht nur im Finanzsektor.

Klare Botschaften aus den Bundesministerien

Verschiedene Aussagen aus den Bundesministerien lassen hoffen, dass der anhaltende Stillstand um mehr Nachhaltigkeit in Deutschland einschließlich der Finanzwirtschaft beendet werden könnte. Hierzu geben einige klare Stellungnahmen Anlass:

Vor diesem Hintergrund sollte die Finanzwirtschaft dringend bei der Aktualisierung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen werden (vgl. Beitrag Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Kanzleramtsminister Helge Braun betonte folgerichtig, dass die Bundesregierung den EU-Aktionsplan unterstützt. Da das Bundeskanzleramt die Nachhaltigkeitstrategie als „Chefsache“ verantwortet, ist zu hoffen, das die Umsetzung des Plans im Sinne der Empfehlung des Deutschen Bundesrates zeitnah realisiert wird. Die Ausführungen von Levin Holle, Leiter der Finanzmarktabteilung im Bundesfinanzministerium, nähren diese Hoffnung.

Die SDGs als Leitfaden zu mehr Nachhaltigkeit

Ebenfalls am 25.9. jährte sich die Vereinbarung auf die 17 globalen nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) zum dritten Mal. Die UN hatte zu einem globalen Aktionstag WE #ACT4SDGsaufgerufen, zu dem der Gipfel einen Beitrag leistete.

Gespräche mit Praktikern aus der Kreditwirtschaft bestätigten, dass Nachhaltigkeit anhand der SDGs deutlich transparenter vermittelt werden kann. Zudem sind sie gegenüber den gebräuchlicheren Kriterien (ESG, SRI) vorwärts- und nicht rückwärts gerichtet.

2018-03-23 id-17ziele_projekte_bierdeckel_gross

Bild: Von Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign an der Rheinischen Fachhochschule Köln in Kooperation mit #17Ziele gestalteter Bierdeckel, von dem 85.000 Stück in Kölner Lokalen verteilt wurden

Roundtable Verbraucherinformation und -kommunikation

In dem gemeinsam mit dem Geschäftsführer des FNG-Siegel wurde deutlich, dass die privaten Anleger dringend belastbare Gütekriterien für nachhaltige Geldanlagen (Präsentation Anfangsmoderation Investabel). Da der Begriff Nachhaltigkeit sehr gedehnt verwendet wird, finden sich unter dem Etikett vielfältige Varianten. Die FNG-Nachhaltigkeitsprofile geben hierüber Aufschluss. Die von der EU-Kommission geplante Klassifizierung („Taxonomie“) wird für weitere Transparenz sorgen. Die Diskussionen deckten sich weitgehend mit dem Fazit, dass der Geschäftsführer der Deka-Investment zum Ende des Gipfels zog.

Fazit

Die Anforderungen an die Handelnden lassen sich kaum klarer zusammenfassen als dies Michael Schmidt, Geschäftsführer der Deka Investment getan hat:

Nachhaltigkeit als Produktangebot der Finanzwirtschaft setzt Transparenz und Konsistenz und damit Glaubwürdigkeit voraus. Und es gibt keine Gründe, nicht sofort für mehr Nachhaltigkeit zu handeln.

Sofern die Bundesregierung bald die auf dem Gipfel avisierten Impulse geben sollte, sollten sich die Dinge auch in Deutschland erheblich beschleunigen lassen. Allerdings ist bedauerlich, dass die Veranstaltung nur sehr wenig Resonanz in den Medien fand. Hier der Stand 26.9.2018 12:00h. Darunter allerdings auch der als Gastbeitrag erschienene Vorschauartikel bei Finanz-Szene.de (s.o.).

HSBC Deutschland: Informationsseite Nachhaltigkeit

Pünktlich zum Sustainable Finance Gipfel und dritten Jahrestag der globalen nachhaltigen Entwicklungsziele hat HSBC Deutschland eine Informationsseite zu nachhaltiger Finanzierung als „Advertorial“ bei der „Süddeutschen Zeitung“ platziert. Neben einem Glossar zum Thema Nachhaltigkeit bietet die Seite sehr informative Texte zu den Themen „Nachhaltige Finanzierung“, „Nachhaltige Investments“ und „Regulatorik“. Hier geht es zum sehr informativen „Advertorial“.

Nachhaltigkeit auch regional von großem Interesse

Unter dem Motto „Chancen Strategie Region“ lud das CSR-Kompetenzzentrum Rheinland am 13.9.2018 zur jährlichen CSR-Tagung in die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg nach Rheinbach in der Nähe von Bonn ein. Rund 120 Teilnehmer/-innen folgten der Podiumsdiskussion und nahmen an den vier angebotenen Workshops teil.

Einen Nachbericht finden Sie unter CSR bleibt wichtig für die Region – CSR-Tagung 2018

Während die Industrie- und Handelskammer Bonn auch nach Auslaufen der Projektmittel der Europäischen Union ihre CSR-Arbeit fortführt, zieht sich die Hochschule aus dem Kompetenzzentrum zurück. Sie verweist aber auf die Einrichtung des neuen Zentrums „Ethik und Verantwortung“.

CSR Blogparade Raum Köln/Bonn

2018-09-05 CSRBlogparade

Das CSR-Kompetenzzentrums Rheinland hat eine Blogparade zum Thema „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Bonn und der Region“ #CSR2018 gestartet. Ziel ist es, über aktuelle gesellschaftliche Verantwortung in der Region (Aachen, Bonn, Köln) mehr zu erfahren. Alle online-Beiträge in den nächsten vier Wochen zum Thema CSR dürfen teilnehmen – gern auch bereits vergangene Beiträge, die nun im Nachgang verlinkt werden. Alle Infos zur Teilnahme an der Blogparade erhalten Sie hier: http://csr-kompetenzzentrum.de/csr-blogparade/. Investabel® wird natürlich einen Beitrag beisteuern.

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfzig bis Eins

 

 

 

Wie die deutschen Banken den Megatrend „Green Finance“ verschlafen

Am 25.9.2018 erschien in Finanz-Szene.de ein Gastbeitrag anläßlich des am gleichen Tag stattfindenden „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“

Ralf Breuer: Wie die deutschen Banken den Megatrend „Green Finance“ verschlafen

Mehr zum Sustainable Finance Gipfel: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland