Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sieben

20. September 2017

Inhalt: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit im Finanzsektor hinweisen.

Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt

Die ING-DiBa startete zum 15.9.2017 eine Zusammenarbeit mit dem größten deutschen Onlineanbieter Scalable Capital (Blogartikel: Robo-Advice – Die Konsolidierung beginnt). Zuvor hatten schon die Hamburger Sparkasse (HASP) eine Zusammenarbeit mit Investify und Volkswagen Financial Services eine Kooperation mit Whitebox angekündigt. (Wirtschaftswoche: Boomende Fintechs verbrüdern sich mit Banken)

Der deutsche Markt ist noch sehr klein und stark fragmentiert. Die großen Finanzgruppen sind noch gar nicht richtig am Start. Mit € 100 Mio. Zuflüssen in den ersten beiden Monaten nach dem Start machte „cominvest“ der comdirect deutlich, welche Mittel bei den prominenteren Branchenteilnehmern bewegt werden könnten.

ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot

Ohne größere Medienarbeit hat ING-DiBa zwei nachhaltige Produkte prominent in ihrem Internetangebot platziert. In einem begleitenden Artikel im Internetangebot der Bank wird das Kundeninteresse wie auch in anderen Quellen auf etwa 75% geschätzt (Nachhaltige Geldanlage – Investieren ohne Reue). Die Bank hatte bisher schon unter der Suche „Aktien Ökologie/Nachhaltigkeit“ 117 Fonds und ETFs im Angebot. Dieses aber nicht so stark herausgestellt.

Damit bietet ein großer Anbieter mit mehr als 8 Mio. Kunden nachhaltige Produkte prominent platziert in der Breite an. Aufgrund des Kundenfokus und dem mit rund 15% beachtlichen Wachstum im Wertpapier- und Fondsgeschäft 2016 könnte sich ein beachtenswerter Anteil bei den Neuanlagen ergeben. Mehr: ING-DiBa bietet verantwortungsbewusste Investments für alle.

Mikrokredit in Westeuropa?

Mikrokredite waren in den letzten Jahrzehnten ein beliebtes und in Teilen auch sehr erfolgreiches Instrument in der Entwicklungszusammenarbeit. Aber auch in Europa können sie sinnvoll eingesetzt werden wie das Beispiel von Microlux zeigt. Hier ein Auszug aus dem sehr lesenswerten Artikel bei der Europäischen Investitionsbank:

Der heißeste Tipp in Luxemburgs Gastronomieszene ist derzeit das Syriously, ein orientalisches Restaurant, das der syrische Flüchtling Mahmoud Al Fayyad in diesem Mai eröffnete. Nachdem er ein Jahr lang in einer Apotheke gearbeitet hatte, hörte er von dem einheimischen Mikrokreditunternehmen microlux. „Ich habe schon immer leidenschaftlich gern gekocht“, sagte er sich. „Warum soll ich es nicht einfach versuchen? Schließlich schlägt das Kochen eine Brücke zwischen den Kulturen.“

Im Syriously werden alle Gerichte von syrischen Flüchtlingsfrauen zubereitet. Das Restaurant bringt hundert Gäste in einem Gebäude unter, das Mahmoud für einen symbolischen Euro vom Eigentümer übernahm, den er über das luxemburgische Rote Kreuz kennenlernte. Abends ist das Restaurant für seine zwei Durchgänge oft ausgebucht. Auf der Speisekarte stehen traditionelle Gerichte aus Aleppo: Bulgur, Kibbeh, Hummus, Tabbouleh, Fatousch, Labaneh, Shawarma, Mujaddara, Shanklish, Pastırma, Sucuk und Baklava – alles zu sehr günstigen Preisen…

Vollständiger Text: Mikrokredite für einen syrischen Flüchtling und einen Tangolehrer

Blockchains können auch Nachteile haben

In ihrem aktuellen Monatsbericht September 2017 erörtert die Deutsche Bundesbank den Einsatz der „Blockchain“ im Finanzsektor, insbesondere im Zahlungsverkehr und Wertpapiergeschäft.

In vielen Bereichen der Wirtschaft und auch der öffentlichen Verwaltung wird über den Einsatz von Systemen auf der Basis der Blockchain-Technologie diskutiert. Die beiden folgenden Grafiken erschienen fast zeitgleich auf Twitter. Zumindest sind mögliche Nachteile zu bedenken/abzuwägen. Sehr nüchtern und sachlich bei Gartner:

2017-09-18 Blockchain SWOT

Etwas weniger trocken, aber dafür pointierter bei Finance Practique:

2017-09-18 Blockchain Myth and reality.jpg

In eigener Sache…

Investabel ist und bleibt natürlich kostenlos. Wenn Sie trotzdem etwas tun möchten, Stimmen für den Publikumspreis beim FinanzblogAward 2017 der comdirect werden natürlich gerne genommen. Zur Abstimmung geht es hier!

 

Inhalte Nummer Eins bis Fünf

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

 

 

ING-DiBa brings Responsibility to German Mass Retail Banking

German: ING-DiBa bietet verantwortungsbewusste Investments für alle

In comparison to the neighboring countries responsible investments in Germany have been substantially lagging. For the last ten years they have been reserved to institutional investors, higher net worth individuals and some successfull niche players with strong ethical and/or ecological focus. German highstreet banks hardly took any notice of the strong momentum and the success on the back of it. Now and without big noice ING-DiBa, the German arm of ING Group launched an offer for it’s more than €8m private clients. The bank ranks third in terms of  individual banks‘ client base and currently bank administrates some €150bn assets in deposits and securities. It thus provides a broad base for how to see how the market in Germany might develop and possibly catch up.

September 16th, 2017, updated September 18th, 2017

Dr. Ralf Breuer

In it’s self-directed online investment service DiBa offers two products prominently placed and with a accompanying article on sustainabilily or better responsibility as an investment topic: An equity fund from Nordea investing in climate solutions and  a BlackRock ETF on European ESG quality. Some 20% to 30% would be a natural share with regard to demographic criteria in DiBa’s client focus. Interesting to see how this is going to work out. As the bank faced strong momentum in it’s security business growing at some 15% in 2016 net new money could fuel the recently opened SRI line.

To be precise: The bank has been offering some 117 funds and ETFs labelled as ecological or sustainable beforehand. But this applies to almost all competitors as well. But these offers are mainly „amongst others“ or „if you want so“ and apart from niche players not really put in the limelight.

The bank administrated some €30.8bn in securities with €10.4bn in funds by the end of 2016. Gross inflows into funds were some €1.4bn in the course of the year thus providing critical mass for responsible investments to gain share, esp. because the bank is strongly positioned in the client group with the presumably highest affinity.

In the German banking market ING-DiBa is some sort of „odd number“: In a overall dull market said to be under fierce competition (by bankers) since 2008 it grew on average by 9% p.a. doubling market share to some 4%. Different to the sector average it also steadily  reports outstanding figures on profitability and efficiency. This is based on a business model absolutely focussed on products and services where the bank can deliver price and qualitity leadership completely refraining from products where this is not the case.

ING-DiBa bietet verantwortungsbewusste Investments für alle

English note: ING-DiBa brings Responsibility to German Mass Retail Banking

Nahezu jede Statistik belegt das starke Momentum nachhaltiger Anlagen, selten wird aber der Anstieg bei den nicht-institutionellen Anlegern so deutlich wie in der vorstehenden Grafik. Rund 75% der Privatanleger sind an Nachhaltigkeit als Anlagethema interessiert und der Rest hat zumindest nichts dagegen, aber warum sehen die Anleger in Deutschland nur begrenzte Angebote? Eine Frage von Henne und Ei? Das wird sich jetzt zeigen, nachdem ING-DiBa neuerdings verantwortungsbewusste Geldanlagen prominent platziert, aber ohne großen Werbeaufwand in sein Onlineangebot aufgenommen hat.

Bitte beachten Sie, dass die nachstehenden Informationen keinerlei Empfehlungen für bestimmte Anbieter oder Produkte darstellen, sondern lediglich die aktuelle Marktlage beschreiben!

16. September 2017, aktualisiert/ergänzt 18. September 2017

Dr. Ralf Breuer

Deutscher Markt im Auslandsvergleich unterentwickelt

Verantwortungsbewusste (oder auch ethisch-nachhaltige) Geldanlagen wurden bisher überwiegend nur institutionellen und auch vermögenderen Privatanleger angeboten, kaum aber flächendeckend. Die aktuelle Marktlage beschreibt das folgende Zitat aus der Mail einer Kollegin:

„…vor einigen Wochen rief mich eine Bekannte meiner Eltern an, die völlig unverhofft … eine Million Euro geerbt hat. Die wollte sie nachhaltig anlegen. Ihr Sparkassenberater machte angesichts dieses Wunsches kein Angebot und ließ sie ziehen“.

Eigentlich hätten eine Million Euro als Eintrittsgeld zum Private Banking oder zu einem Individualkundenbetreuer reichen sollen, praktisch blieb der ja hinreichend kaufkräftig vorgetragene Kundenwunsch unerfüllt.

ING-Diba eröffnet den Massenmarkt

Ohne großen Presserummel hat ING-DiBa für sein „Direktdepot“ (als Selbstbedienung) ein Angebot für nachhaltige Geldanlagen für die deutschen Privatkunden in der Breite – das sogenannte Mengengeschäft – prominent platziert. Nachhaltigkeit gab bisher „auch“ schon mit „Aktien Ökologie/Nachhaltigkeit“ als Suchmöglichkeit mit insgesamt 117 sehr unterschiedlichen Fonds und ETFs als Ergebnis.

Herausgehoben im aktuellen Angebot werden ein Nordea Aktienfonds auf Klimalösungen sowie ein Indexfonds (ETF) von BlackRock, der sich an Nachhaltigkeitsbewertungen im Sinne von Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG – Environmental/Social/Governance) orientiert. Es wird interessant sein, wie diese Angebote angenommen werden. 20 bis 30% Anteil gegenüber vergleichbaren Investments wären keine Überraschung. Dies entspräche etwa dem demographischen Anteil der Kernzielgruppe nach Bildung und Einkommen. Mit Wachstumsraten von rund 15% im Wertpapier- (€ 31 Mrd.) und Fondsgeschäft (€ 10 Mrd.) im Jahr 2016 besteht hierfür eine gute Grundlage.

Bei den ausgewählten Produkten wird leider auch das Dilemma für die Einschätzung von Produkten deutlich, auf das hier bereits mehrfach hingewiesen wurde: Mehr Transparenz bei Investmentfonds und Investmentfonds der Zukunft – transparent und glaubwürdig!. Der Nordea Aktienfonds klingt evtl. „grüner“, enthält aber Unternehmen wie Linde und Air Liquide. Sowohl beim Klimaabdruck als auch der qualitativen Einschätzung der (Ist-)Nachhaltigkeit weist er beim Informationsdienst yourSRI.com eine deutlich weniger vorteilhafte Einschätzung auf als der iShare von Blackrock.

Nachhaltigkeit ein bisher vernachlässigtes Thema

Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass „Nachhaltigkeit“ als Kriterium der Geldanlage bei privaten Kunden zwar nicht stark aktiv nachgefragt, aber sehr positiv passiv aufgenommen wird. Damit bieten nachhaltige Angebote sehr gute geschäftspolitische Perspektiven, die aber in der Breite der deutschen Kreditwirtschaft bisher nur sehr verhalten genutzt werden. Dies ist ziemlich unverständlich, bieten doch entsprechende Produkte mit einem „guten Gefühl“ ganz nebenbei die Emotionalisierung, nach der bei Gestaltung von Vertriebskanälen so intensiv gesucht wird. Und es gibt durchaus einige z.T. sehr erfolgreiche Beispiele für Nachhaltigkeit als Anlagethema:

Beispiel 1: Das Wachstum der Öko- und Kirchenbanken

Während der deutsche Bankenmarkt seit 2008 weitgehend stagnierte (Bilanzsumme aller Kreditinstitute gemäß Deutsche Bundesbank), wuchsen die ökologisch, ethisch oder kirchlich orientierten Banken mit einer Jahresrate von mehr als 4% (Quelle: Deutsche Bundesbank, Unternehmensberichte, Eigene Berechnungen). Die GLS Bank als einer der grünsten und prominentesten Vertreter dieser Gruppe konnte ihre Bilanzsumme mit jährlichen Zuwachsraten von rund 20% p.a. bei Forderungen und Einlagen in dieser Zeit mehr als vervierfachen. Mit einer kumulierten Bilanzsumme von gut € 50 Mrd. übertreffen die in der Gruppe erfassten 13 Banken die Größenordnung der größten deutschen Sparkasse, der Hamburger Sparkasse Haspa, um etwa ein Viertel und erreichen das kumulierte Volumen der zweit- und drittgrößten deutschen Sparkassen in Köln.

Eine Übersicht über die jeweils aktuellen Marktangebote in Deutschland veröffentlicht regelmäßig die Verbraucherzentrale Bremen.

Beispiel 2: Der FairWorldFonds

Zum 1.6.2017 wurde der FairWorldFonds (WKN: A0YCZ3 / ISIN: LU0458538880, http://www.fairworldfonds.de/) mit einem Volumen von € 940 Mio. für neue Anleger geschlossen (sogenanntes „soft closing“). Dieser 2010 aufgelegte von GLS Bank und KD Bank initiierte Mischfonds wird von der Union Investment und damit dem zentralen Dienstleister der Genossenschaftsbanken verwaltet. Allerdings wurde der von nur selektiv von einzelnen Mitgliedern der genossenschaftlichen Finanzgruppe vertrieben und nicht in der Gruppe insgesamt bzw. von der Union Investment beworben. Zum Stand 30.6.2017 überstieg sein Volumen das kumulierte Volumen aller „offiziell“ in der Breite vertriebenen Nachhaltigkeitsprodukte bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Grund hierfür dürften vor allem das wohlbedachte Konzept mit entwicklungspolitischem Anspruch und die Namensgebung durch Brot für die Welt gewesen sein.

Beispiel 3: Steigende Zahl nachhaltiger Fonds und ETFs

Im Beitrag „Investmentfonds der Zukunft – transparent und glaubwürdig“ vom 6. Juli 2017 wurde hier der aktuelle Markt für Investmentfonds bereits einmal beleuchtet. Eine kostengünstige Alternative sind ETFs (Exchange Traded Funds), von denen etwa 20 als nachhaltig etikettierte in Deutschland gehandelt werden. „Etikettiert“ heisst, dass sie „verantwortungsbewussten“ (ESG-)Kriterien bei der Auswahl der abgebildeten zugrundeliegenden Wertpapieren folgen. Es läßt sich zwar in Regionen und auch unterschiedliche Unternehmensgrößen investieren, jedoch keine Themen wie erneuerbare Energien oder Wasser etc..

Der Anbieter BlackRock verzeichnete für die angebotenen „nachhaltigen“ iShares seit 2012 eine Verdreifachung des Volumens auf knapp USD 3 Mrd. zum Jahresende 2016. Dies entspricht jährlichen Zuwächsen von durchschnittlich 37%.

Quelle: Blackrock, https://assets.blackrock.com/uk-retail-assets/cache-1492015324000/images/media-bin/web/ishares/emea/insights-and-guides/etf-desk-reference/chart-sustainability-2.png)

Beispiel 4: Online-Vermögensverwalter (RoboAdvisor)

EXtra-Magazin hat das aktuelle Marktvolumen für Online-Vermögensverwalter Deutschland auf rund € 1 Mrd. geschätzt, wobei Scalable Capital mit rund € 200 Mio als größter Anbieter und der zu den Top-5 gezählte Anbieter Quirion zum Jahresende 2016 lediglich gut € 50 Mio. verwaltete.

Online-Vermögensverwalter „demokratisieren“ Bankangebote, die bisher nur Kunden mit größeren Vermögen zugänglich waren (z.B. Private Banking, Individualkundengeschäft). So ist es zutreffend im Selbstverständnis von Whitebox formuliert.

Unter den Online-Vermögensverwaltern konkurrieren unterschiedliche Spielarten, je nach Lizensierung und Konzept. Nachhaltige Anlagekonzepte sind unter diesen Angeboten selten.

Investify bietet verschiedene thematische Schwerpunkte im Anlagekonzept, u.a. auch Nachhaltigkeit als Ergänzung der Basisanlage. Hierfür wird ein Investmentfonds angeboten, während die Basisanlage über ETF ohne Nachhaltigkeitsanspruch realisiert wird.

Der US-Markt für Onlineanbieter ist mit etwa USD 300 Mrd. deutlich größer und auch strukturell anders. Betterment verwaltet rund USD 9 Mrd. Hier können breite Marktsegmente wie der US-Aktienmarkt wahlweise mit nachhaltig orientierten ETFs investiert werden. Der auch in den USA operierende kanadische Anbieter Wealthsimple (AuM CAN-$ >1 Mrd.) hat sogar ein komplett an sozial verantwortlichen Kriterien ausgerichtetes Angebot mit ETFs, ebenso Wealthfront mit USD 5 Mrd. in den USA.

Ein komplett „grünes“ Onlineangebot findet sich in Deutschland bisher nur bei Visualvest, einer Tochtergesellschaft der Union Investment. Im Gegensatz zu den anderen genannten Anbietern arbeitet Visualvest nicht mit einer Lizenz als Vermögensverwalter, sondern als Finanzvermittler. Im Angebot ist ein „grünes“ Musterportfolio auf der Basis konventioneller, aber nachhaltig orientierter bzw. thematisch begrenzter Investmentfonds anbietet. Allerdings hat der Anspruch hier seinen Preis, da die jährlichen Belastungen um rund 1% über den weitgehend mit ETF dargestellten Alternativen liegen. Visualvest ist auch sogenannter „Whitelabel“ Anbieter für die gesamte genossenschaftliche Bankengruppe.

Fazit

Nachhaltige Geldanlagen hatten in Deutschland bisher eher einen Exotenstatus und es bestand der Eindruck, dass der Wunsch nach ihnen schnell in die Schmuddelecke der Finanzanlage mit intransparenten Angeboten und erhöhten Risiken führen konnte. Das muss nicht der Fall sein. Es geht auch langweilige, solide und risikoärmer wie die aufgeführten Beispiele zeigen sollten. Mit ING-DiBa wurde erstmals ein Angebot für private Kunden lanciert. Es wird interessant, wie sich der Absatz bei aktuell wenig Werbung, aber prominentem Platz auf der Internetseite der Bank entwickeln wird.

In eigener Sache…

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Robo-Advice – Die Konsolidierung beginnt

Englisch abstract:

Robo-Advice seems to become adult rather sooner than later. In the U.S., no. 3 Betterment further broadens it’s offers with portfolios designed by Goldman Sachs and BlackRock, in Germany, the third biggest bank in terms of clients (8m, €150m AuA), ING-Diba teams up the European market leader Scalable Capital. Thus, ING-Diba is in a strong position gaining another substantial market share. Others seem to be looking for possible partnership going into the utmost likely market consolidation the tiny, but already crowded German market. (For more refer to: Robo-Advise in Germany)

Es ist naheliegend, von einer baldigen Konsolidierung im Markt für computergestützte Anlageberatung (Robo-Advice) auszugehen: Viele Anbieter, kleine Volumina und viele große Finanzdienstleister noch nicht richtig am Start. Nur kurz nach dem ersten Blogbeitrag Robo-Advisor – (K)eine Innovation erfolgen die ersten Schritte: In den USA vetreibt Betterment zukünftig Produkte von Blackrock und Goldman Sachs. In Europa wurde heute die Zusammenarbeit von ING Group und Scalable Capital bekannt gegeben. Um andere Anbieter gibt es Gerüchte…

14. September 2017

Dr. Ralf Breuer

Robo-Advice wird erwachsen

Es ist eine einfache Rechnung: Viele Anbieter, kleine Volumina und die grossen Finanzgruppen nur ausnahmsweise schon im Markt. Da ist Konsolidierung eine logische Folge.

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Stand: Juli 2017

Betterment ist nach Vanguard und Schwab der drittgrößte US-Anbieter für computerunterstützte Anlageberatung. Das Angebot wurde zuletzt in Richtung hybrid, d.h. mit Beraterzugang und nachhaltigen Elementen weiterentwickelt. Zukünftig werden zukünftig Portfoliovarianten von Goldman Sachs (Smart-Beta mit höherem Risiko) und BlackRock (einkommensorientiertes ETF-Portfolio) angeboten (Quelle: Betterment joins forces with Goldman Sachs and BlackRock).

BI Business Intelligence schätzt den Robo-Markt auf USD 1 Bio. in 2020 und USD 4,6 Bio. in 2022.

ING-Diba und Scalable Capital kooperieren in Deutschland

ING Groep und ING-Diba gabe heute in Presseerklärung die Zusammenarbeit mit dem größten europäischen Anbieter für Robo-Advice Scaleable Capital im deutschen Markt bekannt. Die ING-DiBa erweitert in Deutschland ihr Angebot im Privatkundengeschäft um die Online-Vermögensverwaltung von Scalable Capital. Dafür geht die nach Kundenzahl drittgrößte deutsche Bank eine Partnerschaft mit dem führenden Online-Vermögensverwalter in Deutschland ein. Das Angebot steht allen ING-DiBa-Kunden ab dem 15. September 2017 zur Verfügung.

ING-DiBa stellt den rund 8 Mio. Kunden mit € 150 Mrd. administrierten Anlagen (Einlagen und Wertpapiere) über Scalable Capital ein reines Onlineangebot bereit. Mindestanlagebetrag ist € 10.000, die Kosten schätzt die Bank auf 0,75% des im Jahresdurchschnitt verwalteten Vermögens zzgl. durchschnittlich 0,25% für die investierten ETF. Der Zeitaufwand für die Kunden soll für den Abschluss bei etwa 15 Minuten liegen.

ING-DiBa mit kraftvollem Antritt

Die Bank hat sich mit der heute bekannt gegebenen Kooperation in eine gute Position für Marktanteile im Markt für computergestützte Anlageberatung gebracht. Sie greift auf einen „reiferen“ Partner zurück und hat eine ohnehin onlineaffine Klientel. Am Beispiel comdirect wurde mit der Einführung von cominvest deutlich. Innerhalb von nur zwei Monaten wurden € 100 Mio. angelegt.

Auch Nachhaltigkeit prominent im Programm

ING-DiBa hat mittlerweile auch ethisch-nachhaltige Anlagen prominent im Programm. Über das Direktdepot kann in Fonds und ETF sowie ökologische Anlagen investiert werden: ING-DiBa Nachhaltigkeit.

Und sonst?

Bei den anderen Bankengruppen wird VisualVest gerade als „MeinInvest“ (in abgespeckter Form) bei den ersten Genossenschaftsbanken ausgerollt. In der Finanzgruppe der Sparkassen befindet sich bevestor eher noch in der Marktvorbereitung.

Insgesamt ist der deutsche Markt sehr zersplittert wie im Beitrag Robo-Advisor – (K)eine Innovation aufgezeigt. Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass viele weitere Meldungen über mögliche Partnerschaften wie die über Quirin Privat Bank und Outbank gestern/heute folgen werden: Exklusiv: Quirion/Quirin Privatbank und Outbank sprechen über möglichen Zusammenschluss. Zu der Geschäftsentwicklung von Quirion finden Sie etwas in Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Drei.

Zum Schluss noch in eigener Sache…

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Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechs

14. September 2017

Inhalt: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die für sich (noch) nicht mit einem Beitrag im Blog aufgegriffen wurden, aber auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit im Finanzsektor hinweisen.

Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?

Zugegeben: Das Beitragsbild stammt aus einer Nische. Nämlich aus der, in dem ein Geldautomat der französischen Großbank Crédit Agricole montiert ist. In Deutschland erscheint das eher als Nischenthema. Obwohl: Die 13 ethisch/ökologisch/kirchlich orientierten Banken sind zusammen etwa so groß wie die größte deutsche Sparkasse in Hamburg oder die beiden zweit- und drittgrößten in Köln zusammen (Quelle: Deutsche Bundesbank, Unternehmensangaben, DSGV, BVR, Eigene Berechnungen). – Also schon eine große Nische von mehr als € 50 Mrd. und mit imponierenden Wachstumsraten.

RegTech – Technik macht Regulierung sicherer…

Alle haben offenbar Angst oder zumindest Respekt vor Digitalisierung und technikbasierten neuen Angeboten, sog. FinTech. Technikbasierte Systeme für Regulierung und Compliance – kurz: RegTech – versprechen dagegen den Abbau von Stumpfsinn und (menschlichen) Risiken bei Banken. Vor allem in Deutschland beklagt die Kreditwirtschaft auf nahezu allen Kanälen und bei jeder Gelegenheit ein Zuviel an Regulierung. Dabei scheint dies eines der wenigen Themen, bei denen schneller als gedacht Abhilfe geschaffen werden könnte. Erstaunlicherweise ist dieses Thema aber gerade in Deutschland eher dünn besetzt wie die folgende Übersicht zeigt:

2017-09-13 RegTech EUR.jpg

Quelle: LTP Let´s Talk Payments

In anderen Ländern hat man offenbar die (technischen) Möglichkeiten schon stärker erkannt. So auch in den USA:

2017-09-13 RegTech US

Quelle: LTP Let´s Talk Payments

…aber auch die Regulierer sollten aufrüsten

Zumeist wird darauf hingewiesen, dass RegTech nicht nur für die Banken Erleichterungen und Risikominderung bringen kann, die stumpfsinnige Arbeiten und (menschliche) Risiken reduziert. Wichtig ist aber auch, dass sich Regulierer auch mit der Nutzung von RegTech und nicht nur der Regulierung von FinTech beschäftigen, um ihrerseits Prozesse zu vereinfachen und abzusichern. In den meisten Analysen zur „Digitalisierung“ fehlt dieser Aspekt. Mehr dazu bei Nidhi Prabhu: RegTech – the Missing Piece in an As-Yet Emerging Area. Dafür spricht auch, die von Thomson Reuters erhobene, deutlich gestiegene Regulierungsaktivität in der folgenden Übersicht.

2017-09-14 Regulatory Publications

Gesellschaftliche Langfristkosten stark gestiegen

Bei allem Fortschritt, aber dort, wo es die Gesellschaft am meisten drückt steigen die Kosten am stärksten. Bildung, Kinderbetreuung, Gesundheit, Nahrung, Wohnen. Alles was „nachhaltig“ zu Verbesserungen beiträgt zeigt eine rasante Preisentwicklung:

2017-09-08 WEF Inflation

In eigener Sache…

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Inhalte Nummer Eins bis Fünf

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünf

12. September 2017, aktualisiert 13. September 2017

Inhalt: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; in eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die für sich (noch) nicht mit einem Beitrag im Blog aufgegriffen wurden, aber auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit im Finanzsektor hinweisen.

 

Bundestagswahl 2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft nicht im Fokus der großen Parteien

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) hat die Parteien vor der Bundestagswahl 2017 nach ihren Positionen zur nachhaltigen Finanzwirtschaft befragt. Die FNG-Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2017 zeigen dabei ein trauriges Bild. Deutschland präsidiert zwar die Nachhaltigkeit, in den Parteiprogrammen findet sich von mehr Nachhaltigkeit in der Kreditwirtschaft wenig.

Das Südwind Institut kommt im Parteiencheck leider auch zu keinem optimistischerem Ergebnis:

  • CDU/CSU schätzen die von ihnen unterstützten Gesetze für weitestgehend ausreichend ein. Den Hauptreformbedarf sehen sie in einer erhöhten Proportionalität der Regulierung und fordern daher Ausnahmen für kleine Banken („Small Banking Box“).
  • Die SPD scheint grundsätzlich mit den mitgetragenen Reformen zufrieden. Sie will allerdings den gefährlichen Hochfrequenzhandel eindämmen und wirbt offensiv für eine Finanztransaktionssteuer.
  • Die Linke spricht sich für eine radikale Veränderung der Finanzmarktarchitektur aus, zum Beispiel für eine Vergesellschaftung der privaten Banken, mit starker Betonung der Rolle von Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Zusätzlich strebt die Partei die Einführung eines „Finanz-TÜV“ an, d.h. es werden nur Finanzprodukte zugelassen, die nachweislich keine negativen Auswirkungen auf Gesellschaft oder Verbraucherrechte haben.
  • Bündnis 90/Die Grünen fordern deutlich einfachere, aber härtere Regeln für die Finanzindustrie, damit große Banken weniger Schlupflöcher nutzen können und kleine Banken mit den bürokratischen Anforderungen zurechtkommen. Ein Beispiel ist eine deutlich höhere Eigenkapitalquote, die nicht durch interne Risikomodelle kleingerechnet werden kann, sowie die Offenlegung von Klimarisiken.
  • Die FDP setzt tendenziell eher auf die disziplinierende Kraft des Marktes und will daher Aktionäre und Gläubiger konsequenter in die Haftung nehmen, wenn Banken in Schieflage geraten.
  • Die AfD äußert sich systemkritisch, bleibt aber in ihrer Analyse sehr pauschal und bietet kaum Lösungsvorschläge.

Trauriges Zitat bei der FDP: „Der Finanzsektor stellt über diverse Finanzprodukte Kapital für nachhaltige Projekte und Sektoren, die zur Nachhaltigkeit der Wirtschaft als solche beitragen, zur Verfügung. Das Angebot an Finanzprodukten ist bereits sehr vielfältig und schließt heute zahlreiche Produkte ein, die auch  ökologische und soziale Ziele in ihre Geschäftsmodelle integrieren. Letztlich entscheiden jedoch Millionen von Kleinanlegern und großen Investoren mit ihrem Nachfrageverhalten darüber, welche dieser Produkte sich in einem fairen Wettbewerb durchsetzen.“ Würden die Anleger sicher gerne machen, wenn es die Produkte in der Breite gäbe. – Erinnert an Henne und Ei…

Passend dazu das Handelsblatt Dossier Nachhaltigkeit vom selben Tag:

Handelsblatt: Politik-Ignoranz kontern…

…fordert Susanne Bergius in ihrem Editorial zum Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments vom 8. September 2017 und trifft damit fast gleichzeitig die gleiche Kerbe wie das FNG. Frau Bergius stellt fest: „Als einzige Partei formulieren die Grünen konkrete Ansätze für eine Wende an den Finanzmärkten, damit diese ‚der Gesellschaft und der Realwirtschaft dienen‘.“

Im Artikel „Auf den Zahn gefühlt“ geht Frau Bergius weiter auch mit den Investmentfonds kritisch ins Gericht – völlig zu Recht!

Die Situation ist wirklich „Henne und Ei“. Laut sparkasse.de würden 70% der Kunden gerne bei der Geldanlage etwas Gutes tun. Wie aber, wenn nicht mal 7% der Kundenberater vernünftige Möglichkeiten anbieten zu können? Das war schon Thema des ersten hier erschienen Blogs Geld anlegen und Gutes tun? – Leichter gesagt als getan. Leider bleiben die kritischen Stimmen bei der deutschen Kreditwirtschaft noch ohne Resonanz, aber das Thema ist in Arbeit Nachhaltige Finanzwirtschaft in Deutschland – einige Beobachtungen und Gedanken und in Europa ist die Entwicklung schon unübersehbar: Nachhaltigkeit auf dem Weg in Rechnungslegung und Regulierung? Scheint gar nicht mehr so weit bis Deutschland…

Nachhaltige Entwicklungsziele vor der Wahl

In Bezug auf alle 17 nachhaltigen Entwicklungsziele stellt das Netzwerk Weitblick BTW17-Spezial: Wie halten es die Parteien mit den SDGsfest: „Trotzdem werden Nachhaltigkeit und die SDGs im Wahlkampf bislang allenfalls am Rande thematisiert.“

Bank für Sozialwirtschaft mit neuem Aktienfonds

Die Bank für Sozialwirtschaft legt einen neuen Fonds auf: BFS Nachhaltigkeitsfonds Aktien I an. Schön, dass die Bank weiter „nachhaltig“ auflegt. Leider läßt die Beschreibung des Fonds nicht nur Gutes erwarten: „Aus den 600 größten europäischen Aktien werden 50 nachhaltige Unternehmen aus der Eurozone mittels eines strikten Selektionsprozesses ausgewählt. Aus diesem Anlageuniversum der 50 werthaltigsten Unternehmen werden nun die 30 Aktien ausgewählt, die unseren Anlegern eine hohe Dividendenerwartung bieten können.“ – Könnte viele Finanzwerte bedeuten und nicht unbedingt Fortschritt. Ähnliche Produkte gibt es leider schon…

Die genaue Fondszusammensetzung wird erst mit dem Verkaufsstart am 2.10.2017 bekannt. Laut BFS ist die Anzahl der Titel pro Branche auf fünf begrenzt. Dies lässt aber immer noch viel Raum für das befürchtete starke Gewicht auf Finanzwerte, da Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungen als separate Branchen gelten können und zudem noch Immobilienaktiengesellschaften in Betracht kommen.

 

In eigener Sache…

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Inhalte Nummer Eins bis Vier

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vier

7. September 2017

Inhalt: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Green Bonds

Zurich Insurance Group gab am 30.8.2017 bekannt, dass sie aktuell USD 2 Mrd. Green Bonds hält. Es wurde in insgesamt 120 Anleihen von 75 Emittenten investiert. Sieben verschiedene Währungen sind im Portfolio.

2017-08-31 Zurich 2bn green bonds

BB Fund – Based Blockchain Fund

Der BB Fund zielt auf Investments in Kryptowährungen bzw. virtuellen Emissionen im Rahmen von ICOs und ITOs (Initial Coin/Token Offerings). Der geschlossene Fonds selbst wird via „Token“, also elektronisch platziert.

2017-08-28 BBFund

Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen

Bild: Nachhaltige Infrastruktur für unser Brasilien – Das Land könnte der nächste große Emittent von Green Bonds werden. Damit dürfte „ClimateBonds“ recht behalten: „Brazil has a huge investment opportunity. And is ready to join China and India on the international stage“.

Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschliessen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Neuer Hub for Sustainable Finance bündelt gemeinsame Aktivitäten / „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ am 23. Oktober in Frankfurt

Die gemeinsamen Aktivitäten der Deutschen Börse und des Rates für Nachhaltige Entwicklung werden in einem Steuerungskreis für einen so genannten Hub for Sustainable Finance (H4SF, www.h4sf.de) koordiniert und weiterentwickelt. Mitglieder dieses Gremiums sind zunächst Prof. Dr. Alexander Bassen, Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung, Kristina Jeromin, Head of Group Sustainability bei der Deutschen Börse, Michael Schmidt, Mitglied der Geschäftsführung der Deka Investment und Mitglied der High-Level Expert Group on Sustainable Finance der EU-Kommission, Dustin Neuneyer, Head of Continental Europe von PRI Principles for Responsible Investment sowie das hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung. Die Aktivitäten des Hub for Sustainable Finance werden vom Dialog mit der Wirtschaft und mit zivilgesellschaftlichen Akteuren geprägt sein.

Vollständiger Text: Presseerklärung.

 

Inhalte Nummer Eins bis Drei

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

 

 

Mehr Transparenz bei Investmentfonds

Foto: yourSRI.com

English version will follow. Abstract: yourSRI.com brings transparency to climate footprint and ESG-quality currently covering some 80% of the European funds market. However, criteria look backward, while sustainability investors aim at impact going forward. Thus the selection still requires additional research on impacts going forward.

Mit yourSRI.com wirbt ein weiteres Portal mit mehr Transparenz bei Investmentfonds für jedermann. Grundsätzlich eine gute Sache, aber leider noch nicht alles, was zur Fondsauswahl notwendig ist.

Transparenz und Glaubwürdigkeit für Fondskonzepte

Mit yourSRI.com bietet nach Climetrics ein weiterer Dienst Einblick in den Klima-Fußabdruck und die Nachhaltigkeit von Investmentfonds. Nachhaltigkeit umschreibt dabei die externe Bewertung der Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, kurz ESG für Environmental/Social/Governance.

Dies ist grundsätzlich zu begrüßen, löst aber nur einen Teil der Probleme bei der Auswahl nachhaltiger Anlageprodukte (vgl. auch hier im Blog Investmentfonds der Zukunft – transparent und glaubwürdig!). Und leider: Ein Vergleich des Klima-Fußabdrucks von ethischen Aktien-Investmentfonds durch die Verbraucherzentrale Bremen hat schon 2014 gezeigt, dass diese Befürchtungen nur allzu berechtigt sind.  Bei vergleichbarem „Anspruch“ in den Namen der Fonds waren erhebliche Unterschiede im Klima-Fußabdruck festzustellen: Namen ähnlich, CO2 unterschiedlich.

Weder CO2 noch ESG-Bewertungen können abschließend zwischen nachhaltig und nicht nachhaltig unterscheiden. Sie können lediglich helfen, den Unterschied zu sehen.

CO2 klingt logisch, kann aber irreführen

Der Vergleich der Verbraucherzentrale lief darauf hinaus, dass Nachhaltigkeit und Klima-Fußabdruck zwei ganz unterschiedliche Kriterien sind. Auch der Vergleich von Fonds innerhalb einer vermeintlichen „Güteklasse“ (=externe Bewertung, z.B. Climetrics) kann auf sehr unterschiedlichen Ausprägungen und Kombinationen von CO2 bzw. ESG Kriterien beruhen, wie im Blogbeitrag Investmentfonds der Zukunft – transparent und glaubwürdig! anhand einiger Beispiele gezeigt.

Eine zu starke Orientierung CO2 kann sogar völlig von Nachhaltigkeit wegführen wie der Deka Oekom ETF zeigt: Er beinhaltet 30 Werte aus dem EuroStoxx50 und hat etwa 35% in Finanzwerten investiert. Also mehr eine Wette auf den Euro sowie den Banken- und Finanzsektor in Westeuropa als das, was unter dem Etikett „Nachhaltigkeit“ gesucht wird.

Manch anderer Nachhaltigkeitsfonds oder -index hat z.B. kaum Finanzwerte und dann vor allem Rückversicherungsunternehmen die über ihr Geschäft ganz natürlich längerfristig und an einer nachhaltigeren Entwicklung der Welt interessiert sind.

Warum reicht Transparenz nicht?

Ganz einfach: Alle Kriterien sind rückblickend, nicht vorausschauend. Dabei geht es aber gerade, wenn Nachhaltigkeit als Anlagethema gesucht wird. Interessanter als die Bewertung der einzelnen Fonds ist der Vergleich ähnlicher Fonds und vor allem auch die Entwicklung der Bewertungskriterien über die Zeit.

Insofern gilt für die neuen Portale das Gleiche, was auch für die sehr heterogenen externen Umwelt-/ESG-Ratings gilt. Sie haben für sich keinen Stellenwert und beruhen auf derart unterschiedlichen Ansätzen, dass sie für ein Unternehmen sogar zu völlig gegenläufigen Ergebnissen kommen können. Es zählt nur die Veränderung/Entwicklung über die Zeit. Aber die ist auch dann Vergangenheit, deren Verlauf Hoffnung auf die Zukunft gibt.

Wonach denn Suchen?

Nach vorne gerichtet können Kriterien, wie sie von yourSRI.com veröffentlicht werden, etwas irreführend sein. Dies zeigt das Beispiel der beiden Nachhaltigkeitsfonds der Triodos Bank Deutschland im Beitrag Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft heisst (Aus-)Wirkungsbewußtsein:

Name CO2e / Mio. € ESG Wert ESG Rating
Triodos Sustainable Equity Fund R Cap 34,9 6,5 A
Triodos Sustainable Pioneer Fund R Cap 141,9 5,9 A

Quelle: yourSRI.com Stand: 23.8.2017

Bei dem ersten Fonds handelt es sich um einen Aktienfonds mit „klassischen“ europäischen Unternehmen. „Der Fonds investiert ausschließlich in Aktien , die von börsennotierten, finanzstarken Unternehmen emittiert werden, die eine überlegene soziale und ökologische Performance erzielen.

(https://www.triodos.de/de/privatkunden/investments/investmentfonds/sustainable-equity-fund1/ueber-diesen-fonds/)

Der „Sustainable Pioneer Fund“ investiert dagegen weltweit in kleinere Technologieführer mit geschäftlichen Fokus auf einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit in der Zukunft. Also in „…globale Aktien, die von börsennotierten Unternehmen ausgegeben werden, die in folgenden Bereichen als Pioniere gelten: Klimaschutz (nachhaltige Energie), Gesunde Menschen (Medizintechnologie), Sauberer Planet (Umwelttechnologie und Wasser), Corporate Social Responsibility (CSR)“.

Insofern bleibt die Erkenntnis, sich über die verschiedenen Fondskonzepte zu informieren. So herrscht bei Aktienfonds eine Vielfalt mit Ethikfonds, ethisch-ökologischen Fonds, Öko-Pioneerfonds, Öko-Effizienzfonds, Umweltfonds und sogar CO2-Fonds. Was dahinter steckt oder auch nur stecken kann, wird hier bald zusammengefasst.

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Drei

29. August 2017

Inhalt: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Versicherer investiert 25% der Prämien in Nachhaltigkeit

Die australische QBE Insurance Group investiert 25% der Nettoprämien aus KfZ- und Gebäudeversicherungen in Australien in Nachhaltigkeitsprojekte. Voraussetzung ist eine Policy im Programm „Premiums4Good„, dass in den Bereichen Kraftfahrzeug sowie private und gewerbliche Wohnimmobilien einschließlich Hausrat ohne Mehrkosten abgeschlossen werden kann.

Die Gruppe investiert 25% der laufenden Prämieneinnahmen in Australien (Gesamtvolumen 2016 inkl. Neuseeland USD 3,4 Mrd. – zum Vergleich: Sachversicherungen der Allianz im deutschsprachigen Raum: € 10 Mrd.). Investiert wird mit dem Ziel positiver sozialer oder umweltbezogener Nutzen, z.B. Social Bonds, Green Bonds, soziale Infrastruktur.

Ein Firmenvertreter in einem Interview: “It was not a case of, can we afford to do this? It was: can we afford not to do it, because this is exactly where business as a whole is going and we want to be a part of it,” says QBE’s Grant Clemence. – Grant Clemence ist Direktor der Retailsparte in Großbritannien.

Quirin Privat Bank/Quirion

Am 25. August 2017 berichtete die Honorarberatungsbank Quirin Privat Bank über das erste Halbjahr 2017. Die 2006 gestartete Bank verwaltet mittlerweile rund € 3,1 Mrd. für 10.000 Kunden. Sie hat 200 Mitarbeiter an 14 Standorten in Deutschland.

In der Vermögensverwaltung liegen mehr als € 2 Mrd. Qurin verfolgt ein originelles Konzept mit den Komponenten „Markt“ (Gesamtanteil über alle Vermögen 30% als Basisanlage) „Wissen“ (30% als thematische Komponenten) und „Meinung“ (7,5% persönliche Einschätzungen/Präferenzen).

Im Onlineangebot (Quirion) werden aktuell 1.500 Kunden mit insgesamt € 75 Mio. betreut. Die Bank erwartet bis zum Jahresende einen Anstieg auf mehr als € 100 Mio., was einen Anstieg von rund € 40 Mio. für das Gesamtjahr beinhaltet. Leider wurde das Onlineangebot nicht wie die klassische Vermögensverwaltung gestaltet, die im Baustein „Wissen“ u.a. die Möglichkeit von Anlagen in Mikrokredite und versicherungsbezogenen Instrumenten wie Katastrophenbonds (CatBonds) bietet.

RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Die Stellungnahmen der deutschen Kreditwirtschaft sind geprägt von Mahnungen zum Thema Regulierung. Erstens „nicht noch mehr“, zweitens „bitte größengerecht“, schließlich macht das sogar die US-Regulierung so. Daneben steht regelmäßig „Digitalisierung“ und natürlich Kostensenkung. Dass aber alle drei Themen eng zusammenhängen, ist offenbar noch nicht wirklich erkannt. Dies erklärt auch die vergleichsweise geringe Zahl von technologiebasierten Dienstleistern für Regulierung, kurz „RegTech“ in Deutschland. Let’s Talk Payments hat die Landschaft in Europa einmal sehr übersichtlich zusammengestellt:

2017-08-29 RegTech Landschaft

In dem Artikel RegTech Companies in Europe Driving Down Compliance Costs to Enable Innovation von Dhruv Khurkjekar wird deutlich, dass Regulierung tatsächlich ein Thema ist, bei dem sich Ängste und Aufwendung dank der technologischen Entwicklung eher ab- als aufbauen lassen. Und ganz nebenbei werden Stumpfsinn und (menschliche) Risiken in der Tagesarbeit in den Bereichen Regulierung, Compliance usw. reduziert.

Inhalte Nummer Eins und Zwei

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen; Inhalte Nummer Eins

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zwei

25. August 2017

Inhalt:

Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen; Inhalte Nummer Eins

 

Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum

Für das erste Halbjahr berichtete die deutsche Niederlassung der Triodos Bank wieder deutliches Wachstum bei Kunden (+17%), Krediten (+16%) und Einlagen (21%) gegenüber dem Jahresende 2016. Auch bei den vermittelten Triodos Fonds wurde ein Anstieg um 29% auf € 16 Mio. in den ersten sechs Monaten berichtet.

Die Muttergesellschaft Triodos Bank N.V. berichtete ein Wachstum der Bilanzsumme von 5% auf nunmehr rund € 9,5 Mrd. Die Gruppe betreut rund € 14 Mrd., davon € 3,3 Mrd. in Investmentfonds. Die deutsche Niederlassung dürfte zu Halbjahr eine Bilanzsumme von € 350 Mio. erreicht haben. Für den 31.12.2016 wurden € 308,2 Mio. ausgewiesen.

 

Rekordquartal für Grüne Anleihen (Green Bonds)

Mit nahezu USD 30 Mrd. wurde im zweiten Quartal 2017 ein Rekordvolumen für Green Bonds erreicht. Das Gesamtvolumen stieg in den ersten sechs Monaten 2017 um 17,5% auf USD 55,8 Mrd. Für das Gesamtjahr liegen die Markterwartungen bei USD 130 Mrd. gegenüber USD 81 Mrd. im Vorjahr.

Größte Emittenten im Markt waren Frankreich (USD 7,6 Mrd.), die Europäische Investitionsbank (USD 2,8 Mrd.) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (USD 2,5 Mrd.). Quelle: Green bonds mid-year summary 2017.

2017-08-22 Green Bonds H1 2017

 

Resilience Bonds – schon mal gehört?

Katastzophenbonds sind vergleichsweise bekannt. Gegen eine überdurchschnittliche Verzinsung beteiligen sie Finanzmarktakteure an Großrisiken (z.B. Stürme, Über-flutungen) der Rückversicherungsbranche.

„Resilience Bonds“ weniger. Dabei handelt es sich um die Finanzierung von Projekten zur Katastrophenvorsorge, z.B. Erbeben- und Überschwemmungsschutz. In den USA mit den großen Sturm- und Überschwemmungsrisiken wird dieses Instrument zunehmend mehr genutzt wie ein Beitrag bei Bloomberg feststellt.

Nachhaltigkeitskriterien für US-Aktionäre immer wichtiger, Bezug zur Vergütung gefordert

Nach einer Auswertung von Semler Brossy hat die Zahl der Aktionärsvorschläge mit Nachhaltigkeitsbezug im Jahr 2017 deutlich zugenommen und bereits zur Jahresmitte die Gesamtzahl 2016 überschritten. Dabei wurde im Durchschnitt eine Zustimmung von 29% erreicht. Dabei wird u.a. auch ein direkter Bezug von Managerbezügen und Nachhaltigkeitskriterien gefordert: It’s Time to Tie Executive Compensation to Sustainability.

Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Das World Economic Forum hat einen umfassenden Bericht zur zukünftigen Entwicklung bei Finanzdienstleistungen veröffentlicht. Er deckt die gesamte Thematik im Banken- und Versicherungssektor ab. Insgesamt 150 Experten haben seit 2015 an dem Bericht mitgearbeitet. Insofern handelt es fast schon um eine Art „Kompendium“Beyond Fintech: A Pragmatic Assessment Of Disruptive Potential In Financial Services.

2017-08-22 Tech Disruption

Rückblick auf die Nummer Eins

Nummer Eins mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

Sustainability in Finance means Responsibility and Awareness for Impact

German use „sustainable“ instead of „responsible“ for a wide range  of investments thus causing some irritation. Another puzzling issue is the choice of equity funds. More transparency on (backlooking) ESG ratings and climate footprints may provide some guidance, but do not provide a clear filter for investments looking forward. Some examples that suggest some sort of standardization.

Dr. Ralf Breuer

2017-08-24 impact-investment

Sustainable starts with responsible…

Being aware of negative impact is where responsibility begins. Thus, contrarian exclusions became more and mor mainstream. In the meantime, quality of ESG is recognized by a majority, but impact grows strongest. No wonder to see very good momentum in instruments linked to „climate“ and „green“. And more creative ideas like resilience bonds make it to the market.

…to philantrophy

With interest rates close to zero donation becomes a serious options. Thus, deposits were created where the tiny interest is directly paid to a social initiative and investors deduct the amount from their tax bill.

Hard to select Equity Funds

Funds targeting low CO2 or climate appear to be an attractive option. However, investors might end up with a product where the constituents are 35% financials (example on request).

Recently, yourSRI.com went live and provides transparency on climate footprints and ESG ratings. Here an example for two funds offered by Triodos Bank in Germany.

Name CO2e / Mio. € ESG Score ESG Rating
Triodos Sustainable Equity Fund R Cap 34.9 6.5 A
Triodos Sustainable Pioneer Fund R Cap 141.9 5.9 A

Source: yourSRI.com Search for Triodos on Aug. 23rd, 2017

The first fund is a fund on „traditionel“ companies with outstanding ESG scores.

(https://www.triodos.de/de/privatkunden/investments/investmentfonds/sustainable-equity-fund1/ueber-diesen-fonds/)

„Sustainable Pioneer Fund“ invests globally into „leadership“ in future-oriented technology, mainly small and mid-cap.

 

Interesting to see the scores, but what makes the difference? In fact it is the different time horizon. While footprint and scores track the past to present, „pioneers“ track the future – as sustainability does. Thus, only way out is some sort of standardization as strongly suggested by HLEG, the High Level Expert Group mandated by the EU commission. For details see the Interim Report. Green Bonds and Climate Bonds already passed that road for a good stretch, other instruments should follow.

 

Robo-Advise in Germany

August 17th, 2017, updated Aug. 25th

Frankly, robo-advice is not a „true innovation“ as some tend to put it. Is is a new channel for services that had been reserved to higher net worth individuals given scarce and expensive advisory ressources. Thus, it as another example of „democratization“ reducing or even removing barriers to entry on either side. Easier access for a broader range of clients and a broader range of providers requiring less limited capacities. On the back of this we should rather think of Volkswagen’s Beetle bringing cars to the mass market. True „beetlization“ might therefore be a good fit and holds well when digging into the different offers. With some € 1bn assets under administration the German market still appears in it’s childhood, but already crowded by numerous offers even before the bigger banking groups seriously started market penetration. Thus, there might come much consolidation alongside substantial growth.

Dr. Ralf Breuer

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Source: http://www.techfuence.eu

In to the chart further offers were lauched: cominvest (comdirect, May 2017) and Baloise MONVISO (Basler Financial Services GmbH, platform/portfolio management: Deutsche Asset Management, June 2017). A few cooperative banks rolled out „MeinInvest“, a modied version a „VisualVest“.

Different approaches in the market

TECHFLUENCE recently listed 31 market offers and additional stealth mode. Thus, we have had eight market entries ytd, Assets und administration are estimated at some € 850m, a tiny share of the German financial market. As only few providers publish there figures and as the offers are somewhere inbetween providing tips and regulated asset management „assets und administration (AuA)“ appears more appropriate then „assets under management (AuM)“.

2017-08-16 roboadvisor-aum-table-techfluence-v3_orig

On Aug. 25th Quirinbank reported for its robo Quirion a figure of € 75m as of June 30th, an increase of € 22m ytd. The bank expects to pass € 100m by the end of 2017.

Only few providers have already passed € 100m AuA. In particular the big players among German financial services groups are still in a very early stage. Bevestor from the savings banks just started July 2017 and wants to gain momentum in Q1 2018. MeinInvest from the cooperative banks was just rolled out in a few banks. Commerzbank´s online arm Comdirect rolled out „cominvest“ in May and acquired € 100m in just two months, for the time being Deutsche Bank only acts as a white label provider. Just to compare: In the U.S. Betterment recently passed the USD 10bn AuM.

2017-07-22 betterment aum

www.statista.com recently estimated the market in U.S. at USD 500bn for 2017 and expects a growth to USD 2,2trn until 2020. Again rather AuA than AuM as this figure includes a wide range of automated and hybrid offers.

Much diversity in the market

„Robo Advice“ is rather a genus than a species as the offer range from unregulated tipping to asset mangement licensed by the German banking supervisory authorities.

A lack of transparency on the provider’s causes potential risks for investors as unregulated offers might suggest features that only regulated asset managers could provide such as hedging strategies. Unlicensed provides can only inform clients, not trade on their behalf. This might lead to some annoyances, in particular when markets become tougher. A good insight (in German) is provided here: Robo Advisor – Test und Vergleich 2017.

Looking into a set providers reveals a widespread weakness. Expectations and market projections are not an issue. Instead of projections, only a historical performance is provided. But nobody should expect to see the last 15 years being repeated with stock markets more than doubling and bonds at historically low interest rates. Thus, time horizon is very relevant to achievable yields and should not be set aside. In addition, approaches to risk management are ranging very widely.

Investment approaches not that creative

Surprisingly, only few providers offer thematic investment. Opposite: The broader offer „MeinInvest“ recently launche by the cooperative banks comes along without the „green“ investments offered under the „VisualVest“label. Currently only investify highlights thematic investment. This is even more surprising that the German market is underdeveloped with regard to responsible investments for the retail market. And it would be quite simple to get started by using sustainable ETFs as Betterment in the U.S. recently introduced.

A lot of Consolidation to be expected

As the bigger retail groups are in an early stage and the total market is below € 1bn AuA a lot of consolidation will come alongside market growth. In addition, compared to a total of 71 providers in Europe Germany is already a crowded market with numerous small players. And the there are some flawed offers, which may hardly survive, esp. when the big players become serious. Cominvest just provided an example how the market entry of a better known bank might work out.

Robo Advice has low barriers to entry as the technical base costs some € 100k to € 200k with regulatory expenses on top as a B2B provider put it (In German: Oliver Leipold: Massive Konsolidierung im gesamten Markt für Anlageberatung, in: DAS INVESTMENT, 8.8.2017). Thus, not difficult to guess that the picture of the German Robo Advise market very soon might be a completely different one.

Digital Green Finance

August 10th, 2017

Comes along like a fantasy: 200m inscriptions within six months penetrating a customer base of 450m in China alone. Impressive, instructive, entertaining and sustainably impacting at the same time. Calling for all options state-of-art IT offers for a FinTech today.

Dr. Ralf Breuer

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The Green Digital Finance Alliance

The Green Digital Finance Alliance (GDFA) was founded in January 2017 in Davos, Switzerland. Founding Partners were UN Environment and Ant Financial, founded by Alipay, the payment service of China’s giant online trader Alibaba. In the meantime UNEP FI (Financial initiative of UN Environment), Worldbank’s IFCM-Kopa Solar from Kenia joined.

GDFA complements Green Invest, initiated 2013 by G20 as a platform for dialogue (2017 presidented by Germany). Core and currenly only project is Ant Forest.

Ant Forest – Mass Mobilization for Climate Action

Ant Financial has 450m users and processes some 200m transactions per day, thus in the global league of payment service providers. It’s Indian arm Paytm accounts for another 200m users. „Ant Forest“ started with some 2m inscriptions in August 2016 passing  200m active accounts in January 2017.

Registered used get an additional CO2-account for CO2 relevant daily (payment) activities, e.g. using public transport or walking instead of taking a car. Estimates for carbon savings were developed with the carbon exchange (China Beijing Environment Exchange, CBEEX). Symbol for credit gained in terms of carbon missions saved is a virtual tree.

When the virtual tree becomes adult Ant Forest is providing carbon offset rewards through a physical tree planting programme in Inner Mongolia in order to stop desertification. Until January 2017 already 1m trees had been planted.

Quick success, no lasting impact ?

In harsh contrast to other rapidly spreading trends s.a. Tamagotchis, Skoubidou, Pokemon Go) can Ant Forest leave a positive impact even if interest declines or diminishes as a trees remain hopefully in place. Unfortunately no further information on the development in 2017 has been disclosed yet.

With 200m in January 2017 inscriptions Ant Forest already penetrated 40% of Ant Financial user base equalling some 20% of China´s adult population. As 60% of the inscribers are 28 years or younger there is some likelihood that the campaign might sustain. As younger people seem to be more open for impact towards environment and poverty Ant Forest responds to a strong global demographic trend.

The full Box of Tools for a FinTech used

Ant Forest exploits the full range of today´s state-of-the-art in information technology social media and gamefication included. And it responds to a strong trend in financial behaviour just stated in a new study from study from Morgan Stanley.

Lessons learned

Of course, Asian financial markets run at a different steam as societies do. Nevertheless, Ant Forest provides a good example of a FinTech exploiting a full-fledge arsenal of modern IT and trying aim at superior goals for a sustainable development going forward. Not the worst approach how to check for success.

Let´s get rid of all the Cards in our Wallets

August 8th, 2017

For me it started at the end of June when  Triodos´German arm rolled out a credit card based on the biodegradable plastic PLA (based on corn starch). So I wrote a short note at the end of July. After I learned that this way we end up with chips and magnet stripes without plastics I became keen on learning more about payments and it’s future. And indeed, we might well end up with lot less plastics as well as no waste on chips and magnet stripes.

Dr. Ralf Breuer

The physical dimenson of cards

Triodos‘ advertised with some 130m bank and credit cards circulating in Germany covering a stretch of 11,000km (6,835 miles) from the North Cape to Capetown. Visa alone has more than 3bn cards in issue, 690m new ones in BY2016. Setting aside the share of virtual cards all cards circulation would cover about 5 squaremiles. All that at a growth rate close to 30% p.a. – Fortunately not to be extrapolated given the strong growth and increasing penetration in developing and emerging countries.

Growth is in QR land

Since the mid of July 2017 a global standard for using QR in payments was established. QR is the major technology in China and much more adequate for developing and emerging countries as it requires far less infrastructure. Thus logical to see Visa rolling out QR-based mVisa into 10 countries of the developing/emerging world (India, Kenya, Rwanda, Egypt, Ghana, Indonesia, Kazakhstan, Nigeria, Pakistan and Vietnam). Logical for Visa to list virtual cards and cheaper/faster POS as major means for expansion on it’s investor day 2017.

Are we stuck with plastic cards?

Appears that the mature markets are experiencing some sort of frogleaping as the developing world is building on far newer technology. But as we would still like to welcome Chinese purchasing power we have to adopt at least at the most relevant point-of-sale. As solutions like mVisa can be based on smartphones and tablets this appears far easier at the second glance. Thus clear no?

Legacy infrastructure can slow, not block

To a certain extent we might be stuck with our existing infrastructure, but technology increases pace with other parts of the world frogleaping. Pressure to catch up might strongly increase.

In the meantime we might chase different ideas such as reducing the number of cards in our wallets. There already had been some hardware solutions brought to the market trying to bring several cards on a single tool, without visable success. This may be different with the latest one: Curve claims to save cards by integrating all Mastercards in one card. Thus, it may be convenient for those holding several Mastercards. This not solves the underlying problem, but it points into the right direction.

If we could switch to electronic/virtual issuance only adding the cards to one tool we would already end up with far fewer physical cards without being obliged to immediately dispose all our cardreaders, ATMs etc.

Anyway, reducing the number of cards implies stopping over, not arriving. With the strong growth ahead cutting back all kind of cards and esp. those bearing chips and magnet stripes would imply a substantial contribution to the world’s sustainable development goals (SDGs) as well. #Fintech are usually not seen in that context.

See You at to the Bitcoin ATM …?

Dr. Ralf Breuer

August 3rd, 2017

…and pay in for my investment token. Indeed, it’s not April 1st. It’s reality with a lot of money on the table and much potential for the financial secter. The question for sustainability is obsolete some 10 years after the first bitcoins with some USD 38bn alone, but more interesting is the underlying blockchain that allows for substantial changes in the industry.

Bitcoins in the real World

It is real, the global bitcoin dispenser network with some 1,400 machines. Basically to pay in only, or upgraded dispensing as well. These are for example produced by Lamassu produces in Portugal. In Japan Bitcoins since 1/4/2017 are cash-equivalent, in Austrian Post started sale as of 10/7/2017. WireX has built infunctionalities for bitcoins. More to mention…

And far beyond another Mean of Payment

Investment token are a new invention. According to cnbc.com Initial Coin Offerings (ICOs) have already raised more than $ 1bn ytd. John Mack, former CEO of Morgan Stanley is said to prepare an offering of some $ 950m. (https://cointelegraph.com/news/former-morgan-stanley-ceo-eyes-cryptocurrency-investment-vehicle).

coinmarketcap.com lists more than 1,000 coins, eight surpassing $  1bn, Bitcoin and Etherium included. Total marketcap about $ 87bn.

Investments in digital assets only is another move. Alex Tapscott, co-author of „The Blockchain Revolution“ recently raised $ 20m for the NextBlock Global funds. Blackmoon Financial Group offers via Blackmoon Crypto offers verified asset manager the service to create and manage tokenized funds in a legally compliant manner. Thus we already arrived far beyond „another“ currency substituting cash and fiat money.

The use of Blockchains for Financials

The outstanding feature of data generated by a blockchain is the fact that it cannot be falsified. It could be stolen, but from today’s point of view it nobody can manipulate a file. This provides huge opportunities to shorten, accelerate and secure processes. In fact, the range of options for banks what is possible is not essentially widened beyond Bitcoin & Co., but the options how to do things essentially changes as peer-to-peer transactions can be easily secured, data does no need additional testification and so on. In insurance it appears slightly different, but basically changes will primarily affect „how“ are organized.

Finally an application, that might help us in coming closer to the sustainable development goals (SDGs): Monetha based on Ethereum could strongly support Worldbank’s Financial Inclusion Global Initiative.

 

Card bio, everything fine? – unfortunately not…

Dr. Ralf Breuer

July 31st, 2017, updated August 7th

At the end of June Triodos´German arm rolled out a credit card based on the biodegradable plastic PLA which is based on corn starch. Some 130m bank and credit cards issued in Germany alone would cover a stretch of 11,000 km from the North Cape to Capetown. Thus, at the first glance an impressive idea and contribution to sustainability. At the second glance a great call for action!

Chip and/or magnet stripe remain

What migth appear as a solution hints at a bigger problem with the cards we all own as they almost all carry chips and/or magnetstripes. Thinking about it abolishing chips and magnet stripes would be an ultimate solution to save precious ressources. Thus substituting our card arsenals by something less sophisticated would save us a lot in terms of ressources and might considerably shrink our personal climate footprints.

Huge footprint

Visa alone has more than 3bn cards in circulation, 690m newly issued in one year. Thus we should see every reason to switch to a different technology. Some attempts were already to the market trying to integrated different card services into one mean, basically taking cards held out of the wallet. But cards still exist. Better to look at it from the other angle: If we can avoid carrying the card, we can avoid the card and save all the ressources. Today´s technology would allow to do so via electronically issued virtual cards and QR Codes read from a smartphone. Simple to think and already feasible. But we feel stuck?

Legacy infrastucture

Legacy lets us stuck in an unfavorable situation. In China, QR code is popular and has become dominant in the digital payment sector. It is the preferred method of both merchants and consumers, online and offline. QR payments usually require smartphones, but the code could be carried on a less solid card as well. Without extra chip or magnet stripe. EMVCo recently facilitated a global standards for the use of QR codes in payments.

Energy consumption puts cybercurrencies in a new perspective

Cash has a relatively largeh climate footprint: Banknotes are based on cotton (waste) or plastics. Material and notes have to be transported, handled and disposed. But the blockchain technology comes at a high price as well. It consumes a lot of electricity as the algorithm is running permanently with paralell processes. Does not really the escape and environmentally doubtful.

Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft heisst (Aus-)Wirkungsbewußtsein

English version – Abstract: German uses „sustainable“ instead of „responsible“ for a wide ranging of investments thus causing some irritation. Puzzling as well is the choice of equity funds. Backlooking ESG ratings and climate footprints may provide some guidance, but do not provide a clear guideline for investments looking forward.

Nachhaltige Investments haben eine große Bandbreite: Sie beginnt mit dem Ausschluß bestimmter Investitions- und Finanzierungzwecke bis hin zur unmittelbaren Erzielung von positiven Wirkungen. Insofern ist die Begriffsbildung im Deutschen etwas unklar und Investoren können sehr abweichende Einschätzungen haben, ob ein Angebot tatsächlich aus individueller Sicht die Bezeichung „nachhaltig“ wirklich verdient. Besonders problematisch ist die Orientierung bei Aktienfonds. Hierzu einige Beispiele, die ein gewisses Maß an Standardisierung nahelegen.

Dr. Ralf Breuer

2017-08-23 Einordnung-des-Begriffs-Wirkungsorientiertes-Investieren_20160108

Nachhaltig fängt bei verantwortlich an…

Als „nachhaltig“ oder „ethisch-nachhaltig“ wird eine große Bandbreite von Anlagealternativen bezeichnet. Sie beginnt mit dem Ausschluss bestimmter Investitions- oder Finanzierungszwecke. Die Ausgrenzung von Emittenten mit Produktion von Personenlandminen und/oder Streumunition erfolgt fast schon durchgängig. Insofern kann „nachhaltig“ nur relativ schwache Kriterien wiedergeben. Einen guten Überblick über die verschiedenen Varianten „nachhaltiger“ Geldanlagen bietet der Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2017 vom Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG).

Das Wort „nachhaltig“ sollte treffender als „verantwortungsbewusst“ interpretiert werden. Mit „responsible“ haben die anglo- und frankophonen Sprachgebiete damit eine wesentlich bessere Wahl getroffen. Der Begriff „ethisch“ deutet an: Außer den klassischen Kriterien Rendite und Risiko gehen aus Werte bzw. Werturteile in die Anlageentscheidung ein. Insofern: Besser Werte haben als nicht und vielleicht  lieber Schlimmeres verhindern. Aber damit ist noch nicht unbedingt schon Gutes getan.

…und hört beim Spenden auf

Hat Spenden noch etwas mit „Geldanlage“ zu tun? Im Prinzip ja. Und auch gibt es Bezüge zur Anlage, wenn beispielsweise gemeinnützige Träger wiederum für mehr Verantwortungsbewusstsein bei Krediten und Einlagen beitragen. Oder sogar einen Markt erst öffnen. Hierfür gibt es (auf Anfrage gerne) Beispiele.

Aber wie geht „wirkungsorientiert“?

„Nachhaltigkeit“ ist vor allem ein Prozess in die richtige Richtung, nicht mehr zu verbrauchen als da ist und nachwächst. Leider konnten die Römer sehr dauerhaft bauen, haben aber mit dem Holzverbrauch die Landschaft im Mittelmeerraum auch dauerhaft geschädigt.

Bei „wirkungsorientiert“ muss zusätzlich unterschieden werden zwischen der Verhaltensförderung in eine bestimmte Richtung (z.B. geringerer Ressourcenverbrauch, weniger Armut etc.) und unmittelbarer Wirkung, z.B. Ersatz von Technologien. Hierdurch wird die Orientierung etwas leichter. Eine gute Formulierung findet dabei die Triodos Bank in ihrem Selbstverständnis: „Wir vergeben ausschließlich Kredite an nachhaltige Unternehmungen, die aktiv einen Mehrwert für Mensch, Umwelt oder Kultur schaffen. So finanzieren wir seit 1980 gezielt Schulen, Pflegeheime, ökologische Landwirtschaft, Erneuerbare Energien und viele andere sinnvolle Projekte.“

Aktienfonds mit großen Orientierungsproblemen

Die größten Orientierungsprobleme bestehen im Fondsmarkt bei der Auswahl von Aktienfonds. Das Etikett „nachhaltig“ sagt hier praktisch nichts über die Produktinhalte und es kann leider auch zu Enttäuschungen führen, wenn falsche Rückschlüsse gezogen werden. So heisst „nachhaltig“ nicht automatisch auch „umweltfreundlich“ wie die Verbraucherzentrale Bremen bereits 2014 mit dem Klima-Fußabdruck von Investmentfonds  festgestellt hat. Vielmehr können rein konventionell zusammengestellte Fonds u. U. sogar bessere Klimawerte aufweisen als solche mit „Nachhaltigkeit“ im Etikett.

Auch Nachhaltigkeitsratings bieten leider keine sichere Orientierung, auch nicht in Kombination mit CO2-Werten wie hier an anderer Stelle gezeigt: Investmentfonds der Zukunft – transparent und glaubwürdig! Der Grund hierfür liegt vor allem in der zugrundeliegenden Rückschau. Sowohl CO2-Verbrauch als auch Ratings beziehen sich eben nicht auf die Zukunft. Aber da wird ja ein „Mehr“ an Nachhaltigkeit angestrebt.

Die Krux mit dem CO2

CO2-Fonds (Steyler Ethik Bank) oder Klimafonds (GLS Bank) mag auf den ersten Blick ein guter und attraktiver Ansatz sein, ist aber auf den zweiten Blick ein sehr schwieriges Thema. Es kommt immer noch auf die genaue Umsetzung an.

So kann eine Ausrichtung von Investmententscheidungen am historischen CO2-Aufkommen ebenso in die Irre führen wie die Ökoratings, wenn das hierauf aufbauende Produkt einer großen Anbieters (auf Anfrage gerne) im Ergebnis aus 30 Werten aus dem EuroStoxx50 mit 35% Bank- und Versicherungswerten besteht. Das gibt auf Dauer auch kein gutes Gefühl. Nachstehend einige weitere Beispiele aus dem o.g. Blogbeitrag mit Fonds, bei denen ein gutes kombiniertes Rating zu einer erstaunlichen Bandbreite von CO2-Werten führt.

Deutsche Aktien

Fondsname (ISIN)

Rating Umwelt, Soziales, Unternehmens-führung

Klimaintensität Investment

CO2 t/€ Mio.

Klimaintensität Produktion

CO2 t/Umsatz € Mio.

db x-trackers DAX UCITS ETF (DR)
(LU0274211480)

AA

475,2

391,5

Deutsche Invest I German Equities LC
(LU0740822621)

AA

143,0

144,2

DWS Deutschland LC
(DE0008490962)

A

118,5

139,3

UniDeutschland
(DE0009750117)

n.a.

n.a.

n.a.

UniFonds
(DE0008491002)

A

332,6

282,5

Quelle: https://climetrics-rating.org bzw. https://yoursri.com/funds/

Die Angaben für den UniDeutschland waren zum Zeitpunkt der Abfrage nicht verfügbar. Stand 11.7.2017 13:34h

Noch ein weiteres Beispiel auf der Basis des kürzlich live gegangenen Informationsportals yourSRI.Com. Triodos Bank bietet zwei nachhaltige Fonds mit unterschiedlichen Anlagekonzepten an.

Name CO2e / Mio. € ESG Wert ESG Rating
Triodos Sustainable Equity Fund R Cap 34,9 6,5 A
Triodos Sustainable Pioneer Fund R Cap 141,9 5,9 A

Quelle: yourSRI.com Stand: 23.8.2017

Bei dem ersten Fonds handelt es sich um einen Aktienfonds mit „klassischen“ europäischen Unternehmen. „Der Fonds investiert ausschließlich in Aktien , die von börsennotierten, finanzstarken Unternehmen emittiert werden, die eine überlegene soziale und ökologische Performance erzielen.

(https://www.triodos.de/de/privatkunden/investments/investmentfonds/sustainable-equity-fund1/ueber-diesen-fonds/)

Der „Sustainable Pioneer Fund“ investiert dagegen weltweit in kleinere Technologieführer mit geschäftlichen Fokus auf einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit in der Zukunft. Also in „…globale Aktien, die von börsennotierten Unternehmen ausgegeben werden, die in folgenden Bereichen als Pioniere gelten: Klimaschutz (nachhaltige Energie), Gesunde Menschen (Medizintechnologie), Sauberer Planet (Umwelttechnologie und Wasser), Corporate Social Responsibility (CSR)“.

https://www.triodos.de/de/privatkunden/investments/investmentfonds/sustainable-pioneer-fund1/ueber-diesen-fonds/

Dem Anleger stellt sich damit die Frage, ob lieber in aktuell gute Einschätzungen oder lieber in zukünftige Verbesserungen investiert werden soll. Die Werte in der Tabelle sind hierbei bestenfalls hilfreich, aber nicht allein zielführend.

Standardisierung als Ausweg?

„Nachhaltig“ ist ähnlich vielfältig wie „bio“. Insofern bleibt die Erkenntnis der hochrangigen EU-Expertenkommission: Mehr Nachhaltigkeit in der europäischen Finanzwirtschaft erfordert Standards (Zu den Empfehlungen: Nachhaltigkeit auf dem Weg in Rechnungslegung und Regulierung?). Bei „Green Bonds“ „Climate Bonds“ sind die schon gesetzt und teilweise regionalen Erfordernissen angepasst. Da sagt das Etikett viel über den Inhalt, bei Aktienfonds leider nicht.

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Eins

„Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ ist als Titel sicher sperriger als „grüne Finanzen“, „Green Finance News“ oder was auch immer, trifft es aber besser: Nachrichten über mehr Nachhaltigkeit im Finanzsystem, bei Geldanlagen etc. Die Beiträge werden in loser Folge relevante Nachrichten zusammenfassen, die für sich (noch) nicht mit einem Beitrag im Blog aufgegriffen wurden, aber auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit im Finanzsektor hinweisen.

GLS Bank Klimafonds

Die GLS Bank hat am 15.8.2017 einen neuen Publikumsfonds aufgelegt, den GLS Klimafonds. Dieser Mischfonds ersetzt im Geschäft mit neuen Kunden den FairWorldFonds, der zum 1.6.2017 mit einem Volumen von € 940 Mio. für neue Anleger geschlossen wurde (Soft Closing). Der Klimafonds verbindet die sozial-ökologischen Ansprüche der Bank mit dem Fokus Klima(schutz). Er soll im angestrebten Verhältnis von 70% Anleihen und 30% Aktien investieren in „Unternehmen mit authentischer Klimastrategie, hoher Klimagastransparenz, sinnvollen Produkten und Lösungen oder umfangreichen Einsparzielen, Staaten mit authentischer Klimastrategie, ausgewählte Green Bonds“. Eine Präsentation zum Fonds findet sich hier: www.gls-fonds.de.

Neue Transparenz bei Investmentfonds

Mit yourSRI wird eine neue Transparenz für Investmentfonds geschaffen. Das Portal listet für die erfassten Fonds Werte für CO2 und ESG-Kriterien, Einschätzungen zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung (Environmental Social Governance). Ein ähnliches Angebot wurde im Juli von Climetrics lanciert. Einzelheiten im Beitrag Investmentfonds der Zukunft – transparent und glaubwürdig!

Erste grüne Anleihe nach islamischem Kodex

Mit dem „Green SRI Sukuk Tadau“ über 250 Mio. Ringgit (rund € 50 Mio.) wurde in Malysia die erste Anleihe (Sukuk) nach islamischem Kodex aufgelegt. Tadau ist ein Anbieter von erneuerbaren Energien. Die Emission wurde von CICERO (Center for International Climate Research, Oslo) zertifiziert. Die Grundlagen für „grüne“ Sukuk (Wikipedia) wurden in Zusammenarbeit mit der Weltbank erarbeitet (Quelle: New StraightsTimes).

Finanz-Szene.de mit Nachrichten aus der deutschen Banken- und FinTech-Branche

Nicht ausdrücklich „grün“, aber hoffentlich nachhaltig mit interessanten Meldungen: Mitte August startete mit Finanz-Szene.de. Dienstags bis Freitags werden die wichtigsten Meldungen zusammengestellt. Der Nachrichtendienst erfasst die wesentlichen Tageszeitungen, Magazine, News-Sites und Blogs – darunter das Handelsblatt, die Börsenzeitung, die FT, manager-magazin.de, capital.de, reuters.com, bloomberg.com, die FAZ, die SZ, gruenderszene.de, finextra.com, das IT-Finanzmagazin und Paymentandbanking.

Guessing on the success of FinTechs

Dr. Ralf Breuer

July 23th, 2017

Last updated: August 1st, 2017

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Source: CBInsights

Mapping the evolving FinTech industry rather reminds me of old-style pattern bows in the fashion magazines of my mother. They hardly provide a clear picture or map for navigation. Looking into various businesses did not necessarily reveal innovation, even at numerous glances. I found a lot of old wine in new bottles asking myself for driving this and justifying the impressive efforts and financial investments. However, reading Chrsis Skinner’s blogs on “The Finanser” is inspiring anyway. Two recent ones took me to a new and fresh perspective on the world of FinTech. To my own surprise a more historical one.

Dr. Ralf Breuer

July 23th, 2017

Last updated: August 1st, 2017

 

The legacy of early automation

As a banking analyst presenting research on German banks I was saying that German banks‘ IT reminded me of museums showcasing automation over the past 4 to 5 decades. This heritage seemed to be one major fact explaining the unfavourable cost/income rate of German banks. As Chris puts it: Banks “…want to get to the nirvana of new technologies, but are stuck in a spaghetti of old systems” (https://thefinanser.com/2017/07/fintech-start-ups-think-can-beat-banks.html/). They are hardly trying to transform into clearer structures (i.e. some sort of noodle casserole or lasagne at least). For example: Deutsche Bank started not before 2015 to consequently renew it’s IT for retail banking. Thus, is FinTech the way out of legacy? To a certain extent yes, but not a sufficient condition for the evolving FinTechs despite all incubators, cooperations and investments by the different banking groups.

Key to my refreshed view was Chris Skinner’s argument, “that “…the most successful FinTech firms are not replacing banks, but serving markets that were under-served” https://thefinanser.com/2017/07/fintech-start-ups-think-can-beat-banks.html/. Or put it rather un(der)served. Full stop, that’s it!

Un(der)served does not necessarily mean „lacking“ or „scarce“. Services can be neglected, overprized or inconvenient. This seems to apply to foreign payments and currency, where German banks refrained and left the field to fokussed specialists earning decent margins. And this is the starting point for some bigger scaled start-ups such as 1bank4all and Revolut in Switzerland. Or ProCredit Bank that was in Germanyvlicensed 2011 offering cheap payments to Southeastern Europe.

German banking groups evolved from unserved needs

German retail banking has not experienced so much consolidation from a perspective abroad. Most took place intra-group (cooperatives, savings banks), the rise of ING Diba and a number of Landesbanks to vanish. Only few prominent mergers such as Commerzbank and Dresdner and few market entries such as Santander.

What are the most common roots of today´s players? Indeed, the majority of the prominent market players today were founded to cover unserved needs! Cooperatives, savings banks, Postbank and even Diba were set up in order to serve customers not covered by the banks. – N.B.: Commerzbank and Deutsche Bank were founded to cover needs that were unservable by the private bankers when industrialization took up momentum and bigger tickets became necessary. – Thus, an important lesson from history provides the essential approach for innovating today´s markets!?

The global perspective on the financial sector(s)

Now the second inspiration drawn from Chris Skinner’s blog suggesting to see the global financial sector is a three-steam world: “For me however, it illustrated a different conundrum. Whilst the United States and Europe are wrestling with legacy systems, I see China, India and other growth economies leap-frogging their counterparts thanks, in part, to implementing systems after Mark Zuckerberg was born.” (https://thefinanser.com/2017/07/three-stream-financial-world-one-watch.html/) And indeed: In researching European banks we found out that cost/income was systematically lower when automation took off later! (Alternatively, but only in some rare cases when IT was restructured more rigorously).

The third category/velocity mentioned in the blog brings it to the very point: “Meanwhile, a third trend is occurring, which is the rise of mobile payment and wallet innovations in the developing and emerging economies.”

To divide the banking world into Western legacy, Asian growth and Southern development helps me through the FinTech world finding out what may be an innovation or not, erasing the unnecessary from my pattern bow hopefully providing me a useful map for orientation! Adoption rates pretty much support this approach:

 

Lesson learned

I acknowledge, a lot of money was made from inventions on things nobody really needed, but these things were usually short-dated. Just think of Pokemon Go and other things. This does hardly apply to financial services. I will look out for offers that at least democratize product offerings that have been reserved from the targeted clients. As a rule of thumb to guess on potential success of upcoming FinTech this seems to match with all steams. On the back of this I reviewed my files and indeed, I found some really innovative ones and worthwhile for closer look, in all three spheres of the financial world, under all three steams.

2017-08-04 Skinner EY-768x655

Still doubting?

Some days after the first publication an alternative assessment came up: You may well forget about all history and „state-of-the-art“. Just check out whether an idea might positively impact sustainability. Any proposal matching with at least one of the sustainable development goals should have a fair chance to succeed. Or as Gary Fegan was putting it in a tweet (@Fegan): „Solve a real world problem by delivering a service that isn’t available and covering it end-2-end“.

Robo-Advisor – (K)eine Innovation

 

2017-08-22 roboadvisors-europe

English version

Über die Frage, ob Online-Angebote für die Geldanlage (neudeutsch Robo-Advisor) (k)eine Innovation sind, lässt sich streiten. Vor allem stellen sie für Kunden und Banken einen neuen Zugangsweg zu Dienstleistungen dar, die für diesen Zweck nicht eigens erfunden wurden. Vor allem beseitigen sie auf beiden Seiten Barrieren und „demokratisieren“ Dienstleistungsangebote, die bisher nur mit einer begrenzten Beraterzahl und vorwiegend vermögenderen und institutionellen Kunden zur Verfügung standen. Ein Blick in die einzelnen Angebote zeigt allerdings, dass die Leistungen gegenüber einer Beratung von vermögenden Privatkunden „abgespeckt“ sind und noch viel Raum für Weiterentwicklung lassen.

Dr. Ralf Breuer

18. August 2017, aktualisiert 25. August 2017

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Quelle: http://www.techfuence.eu

Nicht aufgeführt sind neuere Angebote von cominvest (comdirect, Mai 2017) und Baloise MONVISO (Anbieter: Basler Financial Services GmbH, Plattform/Portfoliomanagement: Deutsche Asset Management, Juni 2017). Bei einzelnen Genossenschaftsbanken wurde zwischenzeitlich „MeinInvest“ ausgerollt, eine modifizierte Version von „VisualVest“.

Onlineverwaltung mit verschiedenen Ansätzen

Der Informationsdienst TECHFLUENCE listete per 31. Juli 2017 eine Gesamtzahl von 31 Onlineangeboten und sechs weiteren in der Erprobung (Stealth-Modus). Damit wäre die Zahl der Anbieter im Jahresverlauf um acht gestiegen. Die betreuten Vermögen schätzt der Informationsdienst auf rund € 850 Mio. Nur wenige Anbieter veröffentlichen aktuell Zahlen und veröffentlichte Zahlen sind vielfach unscharf, weil sie nicht nach einzelnen Vertragsarten differenzieren, da häufig maschinelle und hybride Dienstleistungen mit Beraterzugang angeboten werden.

2017-08-16 roboadvisor-aum-table-techfluence-v3_orig

Quirin Privat Bank AG berichtete am 25.8.2017 für Quirion ein Volumen von € 75 Mio. zur Jahresmitte, ein (Brutto-)Zufluß von € 22 Mio. seit Jahresbeginn. Die Bank erwartet ein Erreichen der € 100 Mio. zum Ende des Jahres.

Bisher wurde nur bei wenigen Anbietern ein Volumen von € 100 Mio. überschritten. Insbesondere die größeren Finanzgruppen sind eher noch in den Anfängen. Der Anbieter der Sparkassen-Finanzgruppe (Bevestor) startete erst im Juli 2017, das Onlineangebot der Genossenschaftsbanken (MeinInvest) wurde gerade bei ersten Ortsbanken ausgerollt. Zum Vergleich: Der größte unabhängige US-Verwalter Betterment hat nach beeindruckendem Wachstum in den vergangenen Jahren die Marke von USD 10 Mrd. überschritten.

2017-07-22 betterment aum

www.statista.com schätzt das Marktvolumen in den USA für 2017 auf USD 500 Mrd. und erwartet einen Anstieg auf USD 2,2 Bio. bis zum Jahr 2020. Allerdings sind hier sehr unterschiedliche Dienstleistungsangebote erfasst, häufig als „hybride“ Dienste mit der Möglichkeit Berater zu konsultieren.

Große „Artenvielfalt“

Eigentlich passt kein Sammelbegriff, „Robo-Advise“ ist eher ein Gattungsname. Die Angebote können grundsätzlich Fondsvermittler ohne Regulierung, Finanzanlagen-vermittler nach § 34f oder lizensierte Vermögensverwalter gemäß § 32 Kreditwesen-gesetz sein. Dies wird nicht in allen Fällen sofort transparent.

Fehlende Transparenz ist insbesondere bei den Finanzanlagenvermittlern problematisch: Die Vorschläge signalisieren bestimmte Portfoliostrategien, beispielsweise mit Wertsicherung, haben aber keine Grundlage, diese auch eigenständig auszuführen. Sie haften auch nicht für mögliche Fehler, da die Vorschläge lediglich „Anregungen“ darstellen. Hier wäre ein größeres Maß an Transparenz wünschenswert und auch angebracht, insbesondere wenn die Märkte einmal holpriger werden sollten und Enttäuschungen vorprogrammiert erscheinen. Ein guter Überblick findet sich hier: Robo Advisor – Test und Vergleich 2017.

Große Unterschiede in Stichproben

Problematisch und wenig thematisiert werden die Erwartungen, die in die Anlageentscheidung eingehen. Ausgehend von dem aktuell sehr niedrigen Zinsniveau wäre also bei einer längeren Anlagedauer eine höhere Renditeerwartung angemessen. Gleichzeitig sind Aktienmärkte zyklisch und die Entwicklung kann nicht einfach über die gesamte Anlagedauer in eine Richtung fortgeschrieben werden. Leider ist dies nicht immer sauber umgesetzt:  Egal wie lang oder kurz der Anlagehorizont gesetzt wird, bei gegebener Risikoneigung wird immer die gleiche Renditeerwartung unterstellt. Nur die Streubreite wird größer. Sofern es sich hierbei um die rückgerechnete Wertentwicklung handelt, ist dies insofern problematisch, da bei einem Zeitraum von beispielsweise 15 Jahren die Rechnung auf einem sehr niedrigen Aktienkursniveau basiert.

Auch in Bezug auf die Risikosteuerung finden sich sehr große Unterschiede bis zu dem Problem der Umsetzung im Falle der Finanzanlagenvermittler.

Inhaltlich selten Kreativität

Etwas überraschend ist die Tatsache, dass nur wenige Anbieter auch thematische Investments anbieten. Im Gegenteil: Das für die Genossenschaftsbanken ausgerollte „MeinInvest“ wird ohne die grünen Anlagevarianten von „VisualVest“ angeboten. Nur investify stellt eine themenorientierte Geldanlage stark in den Vordergrund.

Es läge eigentlich auf der Hand, die bestehende Angebotslücke bei verantwortungsbewußten Geldanlagen mit Onlineangeboten zu schließen. Bei den US-Anbietern ist bereits ein Trend in diese Richtung zu beobachten. So hat Betterment bereits in der Basisanlage auf einen nachhaltigen ETF umgestellt. Diese Möglichkeit bestünde leicht auch für deutsche Anbieter.

2017-08-22 roboadvisors-europe

Quelle: http://www.techfuence.eu

Marktkonsolidierung zu erwarten

Die Argumente für eine Konsolidierung ergeben sich vor allem aus den überwiegend bescheidenen Volumina von zumeist unter € 100 Mio. dem späten Start der großen Banken und Finanzgruppen sowie in Deutschland schon erreichten hohen Zahl von Anbietern von 31 gegenüber etwa 73 in Europa. So konnte das Angebot der comdirect – cominvest – nach dem Start im Mai 2017 bereits im Juni ein Anlagevolumen von mehr als € 100 Mio. vermelden. Dies bei einem Marktwachstum von € 20 bis 30 Mio. (Quelle: EXtra-Magazin). Allerdings wird in den berichteten Zahlen nicht zwischen rein automatisierten und hybriden sowie beratenden und vermögensverwaltenden Dienstleistungen unterschieden, sondern lediglich das Volumen für die Marke „cominvest“ genannt.

Die Eintrittsbarrieren für neue Anbieter sind nicht besonders hoch, da die technischen Grundlagen für ein Onlineangebote mit relativ geringen Investitionen in der Größenordnung von € 100.000 bis € 200.000 verbunden sind (vgl. Oliver Leipold: Massive Konsolidierung im gesamten Markt für Anlageberatung, in: DAS INVESTMENT, 8.8.2017). Hinzu kommen dann noch die regulatorisch bedingten Aufwendungen. Insofern ist davon auszugehen, dass sich der Markt in den kommenden Jahren weiter stark verändern wird.

 

 

 

Green Digital Finance

English version

Englischer Titel für einen deutschen Beitrag? Ausnahmsweise einmal. Liest sich vielleicht wie eine Thekenspinnerei oder Fiktion, ist aber eine Realität mit mehr als 200 Mio. Nutzern innerhalb von sechs Monaten. Auf den ersten Blick eher für junge Asiaten als reifere Europäer, aber trotzdem einen näheren Blick wert: Das Projekt „Ant Forest“ – Atemberaubendes Wachstum, riesige Dimension, lehrreiche Ideen und Kreativität bei der Verbindung der digitalen Möglichkeiten mit den Bedürfnissen der realen Welt.

Dr. Ralf Breuer

Die Green Digital Finance Alliance

Die Green Digital Finance Alliance (GDFA) wurde im Januar 2017 in Davos gegründet. Gründungspartner waren UN Environment und Ant Financial, eine Gründung von Alipay, dem Zahlungsdienst des chinesischen Internethändlers Alibaba. Mittlerweile sind auch UNEP FI (Finanzinitiative des UN Umweltprogramms), die Entwicklungsbank der Weltbank IFC, und die kenianische M-Kopa Solar Partner der Allianz.

Die GDFA ist ein Komplement zu Green Invest, einer 2013 von den G20 initiierten Dialogplattform, die 2017 unter deutscher Präsidentschaft steht. Kern und derzeitig einziges Projekt mit Außenwirkung ist das Projekt Ant Forest.

Ant Forest – Massenmobilisierung für den Klimaschutz

Ant Financial ist mit 450 Mio. Nutzern und annähernd 200 Mio. Transaktionen pro Tag einer der weltweit größten Zahlungsdienste. Mit Paytm in Indien bedient die Plattform weitere 200 Mio. Nutzer. Das Projekt „Ant Forest“ startete im August 2016 mit 2 Mio. Abonnenten und konnte bereits im Januar 2017 mehr als 200 Mio. aktive Nutzer verzeichnen.

Für die bei Ant Forest registrierten Nutzer wird ein zusätzliches CO2-Konto eingerichtet, auf das die täglichen (Bezahlungs-)Aktivitäten in Hinblick auf ersparte CO“-Emissionen gebucht werden, z.B. bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder Fußwege statt Autofahrten. Die (Schätz-)Werte für die ersparten CO2-Emissionen wurden in Zusammenarbeit mit der CO2-Börse in Peking (China Beijing Environment Exchange, CBEEX) entwickelt. Symbol für den Kontostand bzw. die persönlich ersparten CO2-Emissionen ist ein virtueller Baum, der mit steigendem Guthaben wächst.

Sobald der virtuelle Baum „ausgewachsen“ ist, pflanzt Ant Forest hierfür einen physischen Saxaul-Baum in einer von der Verwüstung (Desertifikation) bedrohten Region in der inneren Mongolei. Bis Januar 2017 waren bereits mehr als 1 Mio. Bäume gepflanzt.

Schnelle Erfolge, kurze Wirkung ?

Im Gegensatz zu anderen rasant verbreiteten Dingen (z.B. Tamagotchis, Skoubidou, Pokemon Go) könnte Ant Forest auch bei erlahmendem Interesse eine positive Wirkung in Form der gepflanzten Bäume hinterlassen. Leider liegen dem Autor bisher keine Informationen zur weiteren Entwicklung in 2017 vor.

Mit 200 Mio. Abonnenten konnte Ant Financial bis Januar 2017 bereits 40% der Nutzerbasis erschließen. Dies entspricht etwa 20% der Erwachsenen in China. 60% der Teilnehmer sind unter 28 Jahren alt, lediglich 2% über 50. Da „Millenials“ und jüngere Menschen tendenziell aufgeschlossener gegenüber Umweltaktivitäten und gleichzeitig sozialen Medien sind, besteht eine gewisse Erfolgswahrscheinlichkeit.

Alle Register eines FinTech gezogen

Ant Forest ist jedem Fall ein gutes Anschauungsbeispiel für ein erfolgreiches FinTech in Asien: Es werden alle Möglichkeiten der heutigen Informationstechnologie genutzt, einschließlich sozialer Medien und „Spielifizierung“ (Gamefication) genutzt. Und es wird der Zahn der Zeit getroffen, positive (Umwelt-)Wirkungen im doppelten Sinne zu erzielen. Über das eigene Verhalten und die gepflanzten Bäume.

Vor allem jüngere Kundenschichten erwarten dies zunehmend von ihren Finanzdienstleistern wie eine Studie von Morgan Stanley feststellt. Besonderes Augenmerk liegt hier auf Klimaschutz und Armutsbekämpfung. Die Studie zeigt auch, dass die Investoren Wirkung gestalten möchten. Nur „nachhaltiger“ im Sinne verbesserter Unternehmensführung ist ein richtiger Schritt, aber nicht das Ziel.

Fazit

Finanzdienstleistungen mit zusätzlichen Mehrwerten zu verbinden, ist weder neu noch abwegig. Die Verbindung zu nachhaltigen Entwicklungszielen wird auch seit geraumer Zeit gesucht. Ant Forest bietet eine gute Anschauung, wie ein FinTech das praktisch leisten kann. – Natürlich, wenn es zur Kunden- bzw. Zielgruppe passt. Da tickt die Welt in Asien sicherlich etwas anders, aber auch in verschiedenen Generationen.

Nachhaltigkeit ist ein schwer zu fassendes Thema. Sie ist ein Prozess, hat viele Dimensionen und bezieht sich auf eine fernere Zukunft. Aber manchmal gelingt es, auch scheinbar flüchtige Dinge mit Nachhaltigkeit auszustatten. Ein sehr anschauliches Beispiel war die Eintrittskarte zur Ausstellung „LebensForm Tupperware – Die Kultivierung des Gebrauchs“ in der Zeche Zollverein in Essen Essen im Jahr 1997. Die Eintrittskarte war ein Dosendeckel, die Dose gab es am Ausgang. Kein Souvenir mit Nutzen für die Sekunden am Eintritt, sondern praktischer Begleiter für einige Zeit.