Mein Tipp zum Börsenstart – mit diesen Punkten gelingt der Start auf dem Parkett

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Beitragsbild/Bild: Sequenz aus einem zweiminüten Werbefilm für nachhaltige Geldanlagen von  LuxembourgForFinance (EN).

Dr. Ralf Breuer

2. September 2019

Uff, „off-topic“ für Investabel® war der erste Gedanke. Nachhaltigkeit, Digitalisierung/FinTech und Finanzmarktregulierung sind die eigentlichen Kernthemen im Blog. Und dann ruft comdirect dieses Thema für die Blogparade „finanzblog award 2019“ auf. Beim zweiten Gedanken passte aber alles viel besser. Deshalb hier einige Tipps für einen Start in die eigene Anlage…

Start wohin?

Die Eingangsfrage ist immer erst das Anlageziel. Wozu will ich auf das Börsenparkett? Schneller Reichtum ist nicht in Sicht. Also geht es zuallererst einmal um den Zeithorizont, die Art der Anlage (einmal/Sparplan) und natürlich auch um Risiken sowie die Dinge im Leben, die alle so passieren könnten. Mit anderen Worten: Wie lange kann und will ich anlegen, wie viel (Buch-)Verlust ist erträglich, wie liquide muss es sein? – Und da sehen die Voraussetzungen mit 25 Jahren nun einmal ganz grundsätzlich anders aus als mit 45 oder sogar 60, wenn der Ruhestand in Sicht kommt.

Sehen wir dies mal als grundsätzlich geklärt an. Dauer, Liquidität und Risiko bestimmen damit irgendwo das Machbare. Der Grundsatz lässt sich leider nicht aushebeln.

Start womit?

Für jeden Start unabhängig vom Ziel bestimmte Grundvoraussetzungen notwendig. Da ist die Anlage an der Börse durchaus mit einem Urlaub zu vergleichen:

  1. Budget an Zeit für Anlage und Entscheidungsfindung
  2. Mittel zur Umsetzung für die Anlage und als Reise-/Risikobudget
  3. Ein Ziel – einen bestimmten Betrag, einen Zeitpunkt oder ein Ereignis

Eine solche Struktur steht grundsätzlich hinter allen Angeboten für eine Vermögensverwaltung, gleichgültig ob manuell oder automatisiert, offline oder online. Die Unterschiede der verschiedenen Angebote liegen in Details: Besteht eine Rückkopplung mit Beratern (hybride Angebote, z.B. bei cominvest)? Hat der Kunde Einflussmöglichkeiten auf die Art der Anlage, z.B. thematisch? Finden Risikoanpassungen statt und wenn ja wie oft? Ist das Anlagekonzept eher aktiv mit Fonds und Einzelanlagen oder passiv mittels ETFs etc.? Vor dem Start an der Börse kann es hilfreich sein, zunächst einmal verschiedene Angebote zu studieren und sich so über mögliche Varianten der eigenen Anlagestrategie zu informieren.

Etwas ungewöhnlich ist das Konzept der Quirin Privatbank AG bei ihrem Angebot offline: Sie unterscheidet im Anlageprozess zwischen den Komponenten Markt, Meinung und Wissen. Die Vermögensanlage wird zu 70%, 10% bzw. 20% über die drei Komponenten gestreut. Natürlich sind die Faktoren nicht unabhängig und beeinflussen sich auch gegenseitig.

Die „gedankliche“ Trennung ist aber ein guter Weg für eine strukturierte Vorgehensweise, die die verschiedenen Aspekte bei der Anlage ausgewogener erscheinen lässt. Die Brochüre zum Konzept beschreibt drei wichtige Punkte, die oft nachlässig behandelt werden. Natürlich wird zunächst die „Erkenntnis“ vorangestellt, dass maximale Rendite bei minimalem Risiko unerreichbar ist.

Klarheit, Struktur und Transparenz

Märkte sind komplex, eine Durchsicht von Empfehlungen verwirrend und in vielen Fällen auch undurchsichtig. Das findet sich erfahrungsgemäß vielfach im Depot von Anlegern wieder. Wechselweise wird angelegt oder spekuliert, mal vorgesorgt oder mal auf einen schnellen Gewinn aus der Kurserholung gehofft. Egal, ob die Spekulation dann aufgegangen ist oder nicht – die Reste bleiben nur zu oft im Depot.

Insofern lautet Tipp Nummer 1: Einen passenden Ansatz wählen und konsequent durchhalten, so lange nicht grundsätzlich neue Erkenntnisse eintreten.

Wo sind Renditen systematisch, wo Zufall?

Das Risiko an den Finanzmärkten wird oft vereinfacht als „auf und ab“ ohne Frage nach den Gründen begriffen. Gründe gibt es aber nahezu immer. Fragt sich nur, ob man sie kommen sieht. Seit der Finanzkrise 2008 sind immer mehr unerwartete Ereignisse eingetreten, die die Märkte überraschend negativ beeinflusst haben, so dass einige mutmaßen, „Alle Schwäne sind schwarz“.

Manche absehbare Entwicklungen werden am Markt allerdings zunächst einmal nicht berücksichtigt bzw. „eingepreist“: Spätestens seit 1992 war der Klimawandel absehbar, spielte aber in realen wirtschaftlichen Entscheidungen keine wesentliche Rolle. Heute sind Klimarisiken akut und auch im Fokus von Finanzaufsehern und Kapitalmärkten Die Folgen aus dem Klimawandel und der Energiewende sind heute teilweise absehbar, nicht aber die mittelbaren Folgen, z.B. aus der nachfolgenden Landschaftsveränderung, Migration und möglichen gewaltsamen Konflikten.

2019-06-25 heisse Tage

Die Finanzaufseher haben dies weltweit längst erkannt und drängen immer mehr auf die Berücksichtigung von Klimarisiken – im engeren und auch im weiteren Sinne. Insofern hat sich die Welt schon deutlich verändert: Klimarisiken + Nachhaltigkeit – Neue Fokusthemen in der Finanzwirtschaft.

Für die Wirtschaft und die Kapitalmärkte sind bereits heute weitgehende wirtschaftliche Folgen spürbar: Fossile Ressourcen und ihre Verwendung entwerten Bergbauanlagen und Kraftwerke, die Diskussion von Dieselfahrverboten führt zu geringeren Fahrzeugwerten, Insolvenzen im Automobilhandel und Beeinträchtigung von Handwerkern u.a.m. Und schließlich stehen ganze Industriezweige vor einem strukturellen Umbruch, wie die Automobilindustrie durch erhöhte Anteile nicht-fossiler Treibstoffe.

Vor diesem Hintergrund sind Aspekte von Nachhaltigkeit bei Anlageentscheidungen keine Werturteile, sondern wirtschaftliche Logik

Tipp Nr. 2: Die Realität im Auge behalten.

Welche Risiken sind lohnenswert, welche nicht?

Nun wird nicht alles und jedes, was in das Bild einer Energiewende passen könnte, automatisch zum (Börsen-)Erfolg. So ist die Diskussion über zukünftige Mobilitätskonzepte in vollem Gange, u.a. die Frage nach dem überlegenen Antriebskonzept (z.B. elektrisch oder Brennstoffzelle) eher offen.

Allerdings gibt es auch moderate Wege, in die zukünftigen Entwicklungen zu investieren, z.B. über nachhaltige Anleihen. Sie werden für Projekte zur CO2-Einsparung (Green Bonds), maritime Maßnahmen oder soziale Vorhaben immer mehr Schuldtitel zweckgebunden begeben. Während dieses Segment in Deutschland erst am Anfang der Entwicklung steht, werden in London und Luxemburg bereits respektable Volumina notiert.

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Quelle: Luxembourg Green Exchange

Dieser Markt wird vor allem von institutionellen Investoren dominiert, aber es werden zunehmend auch Fonds für Privatanleger zugelassen, die diese Anleihen in Misch- oder reinen Anleihefonds enthalten. Insofern verschieben sich die Grenzen der Investierbarkeit laufend.

Klimawandel, Energiewende, Nachhaltigkeit

Die globalen Marktführer der Vermögensverwaltung argumentieren derzeit sehr einheitlich: Klimarisiken werden betont, Chancen einer nachhaltigeren Entwicklung gesucht. Dabei orientieren sich die Anleger an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der vereinten Nationen, den SDGs (Sustainable Development Goals). Sie sind gewissermaßen eine Zusammenfassung der Probleme der Menschheit auf dem Planeten Erde. Sie können zwar nicht in der formulierten Absolutheit (kein…) erreicht werden, markieren allerdings die Richtung einer nachhaltigeren Entwicklung.

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Wie wenig abstrakt diese Ziele sind belegt eine Grafik aus der Berichterstattung zur Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober 2018. Den Wählern war nicht der Dauerzwist zweier prominenter Politiker, sondern eben eine nachhaltigere Entwicklung wichtig. Bildung, Wohnen und Klimaschutz hatten die höchsten Prioritäten. Insofern passt die Sicht der globalen Finanzinvestoren auch zu den Interessen der Menschen.

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Quelle: infratest dimap/www.wdr.de, Berichterstattung Landtagswahl Bayern 14.10.2018

Große globale Finanzunternehmen werden häufig in Medien zitiert und lassen die Trends an den Finanzmärkten leichter erkennen. So haben immer mehr Vermögensverwalter Nachhaltigkeitskriterien in ihre Anlagepolitik übernommen und Ressourcen verstärkt.

Die tatsächliche Bedeutung für das reale Investitionsverhalten ist in vielen Fällen sogar relativ transparent: Große Versicherungskonzerne legen regelmäßig ihre Anlagebestände in der Berichterstattung offen. Hier lässt sich oft gut erkennen, ob ein vermeintliches Trendthema tatsächlich auch investiert wird. Vorsicht ist allerdings bei den Tochterunternehmen für Wagniskapital (Venture Capital) angezeigt, da diese auch mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit  von Misserfolgen investieren dürfen, um parallel große Chancen nutzen zu können.

Damit unmittelbar zu Tipp Nr. 3: Trends erkennen und nachprüfen.

Wenig Nachhaltigkeit „aus dem Regal“

Trotz des offensichtlichen Trends haben bisher nur wenige Anbieter von strukturierten Vermögensverwaltungen nachhaltige Varianten in ihren Angeboten. Unter den Onlineangeboten (RoboAdvisor) lohnt vor allem ein Blick bei folgenden Anbietern:

  • investify: Themeninvestments wie „Alternde Bevölkerung“, „Ethisches Investieren“, „Nachwachsende Renditen“, „Zukunftsenergie“, „Wasser“ etc. (ETFs)
  • VisualVest (=Onlineangebot der Union Investment): GreenFolios (Investmentfonds)
  • Vividam (ausgewählte Investmentfonds)

Weitere Anbieter finden sich in dem Beitrag Robo-ESG: Verantwortungsvolle Online-Investments im Vergleich von Prof. Dr. Dirk Söhnholz. Prof. Söhnholz ist mit seinem Blog Regelbasiert – optimierungsfreie Geldanlage ebenfalls unter den 72 Nominierten für den comdirect FinanzblogAward 2019 und hat für die Blogparade am 1.9.2019 einen informativen Beitrag erstellt: Börseneinsteigertipp: Auch Anfänger können nachhaltig anlegen.

Einen Überblick über Anlagevarianten in Fonds bzw. ETFs geben die Portale vor allem der größeren Onlinebroker. Allerdings kann dies auch verwirrend sein: So hat Wertpapiersuche bei comdirect 241 Treffer mit 201 ETFs und Fonds (Stand 2.9.2019, 10h). Dahinter verbirgt sich wiederum auch eine Vielfalt von Auffassungen darüber, was eine nachhaltige Geldanlage ausmachen kann/sollte. Insofern ist es hilfreich, sich im Vorfeld eine eigene Auffassung über Nachhaltigkeit zu bilden. Vielleicht kann hierbei auch der folgende Blogbeitrag helfen: SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

Fazit

Wahrscheinlich und hoffentlich liest sich in diesem Beitrag zu Börseneinstieg einiges anders. Leider sicherlich nicht ganz leicht. Vor nur etwa drei Jahren war Geldanlage und Nachhaltigkeit noch so etwas wie „Perlentauchen“: Eine Nische mit wenigen Spielern, aber einer klaren Logik, allerdings eher noch verborgen. So passten eigentlich die realen Entwicklungen und die demografischen Trends sehr gut. Dann kam der heiße Sommer 2018 und das Bewusstsein für den Klimawandel. Nicht zuletzt mit den „FridaysForFuture“ wurden nachhaltige Themen tief in die Gesellschaft und die Familien hineingetragen. Die Politik steht insbesondere beim Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen unter Handlungsdruck und wird sich bald bewegen müssen.

2019-03-13 Betreutes Schwänzen

#FinanzForFuture ist deshalb vielleicht eine gute Maxime für die eigene, zukunftsgerichtete Geldanlage. Finanzmärkte sind nicht einfach rot oder schwarz und wenn es schlecht läuft die Null, sondern ein – manchmal allerdings  -verzerrtes/verzögertes Bild der Realität.

Bei Gefallen gerne auch eine Publikumstimme zum comdirect FinanzblogAward

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundfünfzig

2018-11-14 Green Bonds 500

Beitragsbild/Bild: Environmental Finance

Inhalt:  Herbst 2018: Der Finanzmarkt wird bunter; Es grünt weiter an den Anleihemärkten; Deutsche Börse mit neuem Segment; BlackRock bietet Green Bonds für alle; Brown to Green Report: Viel Lärm, wenig Taten; Neue Angebote für nachhaltige Finanzdienstleistungen – Tomorrow + Vividam; Sparkassen: Suche nach der Relevanz von morgen; Treffen #Nachhaltige100; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

21. November 2018

Dr. Ralf Breuer

Herbst 2018: Der Finanzmarkt wird bunter

Die Deutsche Börse AG eröffnet ein Segment für „grüne Anleihen“, die DZ Bank platziert „blaue Schuldscheine“, Tomorrow bietet nachhaltige Girokonten, Vividam nachhaltige Geldanlagen: Der deutsche Finanzmarkt hat in kurzer Zeit weiter an Farbe gewonnen. Einige aktuelle Inspiration für Sparkassen, die sich aktuell auf dem FI-Forum, der Hausmesse der Finanz Informatik (FI) in Frankfurt, auf die Suche nach der Relevanz von morgen begeben haben. Und vielleicht findet sich ein Schlüssel: „Regionalität nutzen, um gesellschaftlichen Nutzen vor Ort zu stiften“ findet sich auf Twitter (s.u.) könnte passen.

Es grünt weiter an den Anleihemärkten

In den elf Jahren seit seiner Existenz hat das Volumen der begebenen „grünen Anleihen“ (Green Bonds) kürzlich die Schwelle von USD 500 Mrd. überschritten. Davon entfielen USD 162 Mrd. auf das Jahr 2017 sowie USD 132,7 Mrd. auf das laufende Jahr bis November. Einige Beobachter gehen davon aus, das bereits jetzt das Volumen des Vorjahres erreicht wurde. Die Erwartungen für das gesamte Jahr 2018 stehen bei USD 210 Mrd. (vgl. Climate Bonds Initiative).

Immer mehr Emittenten und Varianten

Neben der Commerzbank und der KfW Gruppe (Nummer Fünfundfünfzig: Weltspartag) sind weitere Finanzinstitute zuletzt aktiv geworden: ING Grouß begab insgesamt € 2,6 Mrd. und nach dem Debut der DZ Bank (€ 250 Mio., Nummer Einundfünfzig) wurde für den Jahresbeginn 2019 eine Emission der Tochter DZ Hyp avisiert (DZ Hyp primed to start green bond project after post-merger debut). DZ Hyp ist einer der größten Emittenten für „gedeckte Anleihen“ (covered bonds), zu denen Hypothekenpfandbriefe zählen. Während die meisten Green Bonds unbesicherte Unternehmensanleihen mit einer zweckgebundenen Mittelverwendung sind, steigt der Anteil der Anleihen, deren Rückzahlung und Verzinsung unmittelbar mit den finanzierten Projekten gedeckt wird. Der insgesamt steigende Anteil liegt gemäß Moody’s aktuell bei etwa 17%.

Green Bonds nur eine Erscheinungsform

Anleihen mit nachhaltigen Finanzierungszwecken orientieren sich vermehrt auch an anderen nachhaltigen Entwicklungszielen als dem Klima- und Umweltschutz, z.B. dem Schutz der Ozeane oder sozialen Zwecken. So gat due DZ Bank kürzlich eine Privatplazierung im Genossenschaftssektor arrangiert, die ausschliesslich Projekten in den Bereichen Wasser und Maritimes dient.

Deutsche Börse mit neuem Segment Green Bonds

Am 12.11.2018 gab die Deutsche Börse AG die Eröffnung ihres neuen Marktsegments bekannt Pressemitteilung 12.11.2018: „Die Deutsche Börse hat ein neues Segment für Green Bonds an der Frankfurter Börse eingeführt. Darin sind zum Start 150 Anleihen enthalten, die den Green Bond Principles der International Capital Markets Association entsprechen. …

… Die Green Bond Principles der International Capital Markets Association berücksichtigen unter anderem die Verwendung des Emissionserlöses, den Prozess der Projektauswahl, das Management und das fortlaufende Reporting.

Das Green Bond-Segment ist Teil eines großen Ganzen. Die Deutsche Börse setzt sich bereits seit Längerem für nachhaltige Finanzierung ein. Neben einem Produktportfolio von rund 100 Nachhaltigkeitsindizes hat die Deutsche Börse in diesem Jahr gemeinsam mit dem Hessischen Wirtschaftsministerium das Green and Sustainable Finance Cluster Germany initiiert. Die Initiative verfolgt das Ziel, die Expertise rund um das Thema nachhaltige Finanzwirtschaft effizient zu nutzen und konkrete Handlungsansätze für die Zukunftsfähigkeit von Finanzmarktstrukturen umzusetzen – national wie international.“

Die Deutsche Börse folgt damit den Nachbarbörsen in London und Luxemburg, die bereits 2015 bzw. 2016 entsprechende Segmente eröffneten.

BlackRock bietet Green Bonds für alle

Die Möglichkeiten einer privaten Geldanlage in Green Bonds waren bisher für private Anleger auf einige wenige  Investmentfonds beschränkt. BlackRock hat nun diesen Markt zunächst in den USA mit einem ETF (Exchange-trade fund) geöffnet, dem iShares Global Green Bond ETF, mit dem auch private Anleger mit kleinen Beträgen und geringen Kosten in den global stark wachsenden Markt investieren können (weitere Informationen (EN)). Es ist zu erwarten, dass sich die starke Zunahme nachhaltiger Anlagevarianten bei diesem (vgl. Nummer Vierundfünfzig) und weiteren Anbietern rasch fortsetzt.

Brown to Green Report: Viel Lärm, wenig Taten

Der kürzlich erschienene „Brown to Green Report“ des New Climate Institute stellt den Industriestaaten der G20 ein schlechtes Zeugnis für den Klimaschutz aus. Danach müssten die Staaten in der Summe ihre CO2-Emissionen bis 2030 halbieren, im den Temperaturanstieg auf 1,5% zu begrenzen. Derzeit sei von einem Anstieg um 3,2% auszugehen. Lediglich Indien habe derzeit die Nähe einer Zielerreichung umsetzen können. Einzelheiten: Informationsseite Brown to Green Report 2018 (EN).

Neue Angebote für nachhaltige Finanzdienstleistungen

Tomorrow

Wie avisiert startete am 16.11.2018 das Angebot der Tomorrow Bank aus Hamburg (vgl. S. Nummer Sechsundfünfzig und Nummer Siebenundfünfzig). Auf die immer wieder gestellte Frage, wie die Mittelverwendung und damit die Aktivseite nachhaltig gestaltet werden sollte, gab Tomorrow jetzt eine vorläufige erste Antwort per Mail in ihrem Newsletter vom 16.11.:

€ 50.000 sollen in die Finanzierung von Mikrokrediten investiert werden: „Zum Start investieren wir in einen Mikrofinanzfonds, der mehrere Dutzend Institute weltweit finanziert. Der Fokus liegt auf Süd- und Mittelamerika, Asien und Osteuropa. Im Schnitt betragen die Mikrokredite rund 1.300€ und werden zum großen Teil an Frauen ausgehändigt. Häufig bieten die Institute den Kreditnehmer*Innen auch Weiterbildung an, z.B. Kurse in Buchhaltung, um das Mikrounternehmen erfolgreicher leiten zu können. Während solche Angebote den Kunden neue Perspektiven eröffnen, senken sie für die Mikrofinanzinstitution das Kreditausfallrisiko.“

Nähere Informationen zu dem gekauften KCD Mikrofinanzfonds III finden sich hier.

Vividam – nachhaltige Vermögensverwaltung

Nach ebenfalls längerer Anlaufphase startet mit Vividam ein hybrides Online -Anlageangebot. Die Anlagestrategien sollen mit aktiv gemanagten Fonds umgesetzt werden, die sich an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen orientieren. Derzeit stehen drei Strategien mit 30, 50 und 70% Aktienquote zur Wahl. Aufbauend auf einer Einmalanlage von € 3.500 können auch Sparpläne ab € 75 monatlich abgeschlossen werden. Einzelheiten und das Angebot: www.vividam.de/

Sparkassen: Suche nach der Relevanz von morgen

Auf dem FI-Forum, der Hausmesse der Finanz Informatik (FI) in Frankfurt, begeben sich die Sparkassen vom 20. bis 22.11.2018 auf die Suche nach der Relevanz von morgen. Zwar mögen die Versionen 2.0 und 3.0 unklar bleiben, aber 1.0 lautete klar die Versorgung un(ter)versorgter Bedürfnisse der Bevölkerung (vor allem in Städten).

Bild: @aboutfintech via Twitter

Besonders relevant erscheint folgende Feststellung:

Auf der Grundlage der eigenen Spendenvergabe (mit der Gießkanne) wird zwar Gemeinnützigkeit immer wieder betont, aber nicht wirklich im Sinne der obigen Aussage gelebt. Dabei ist genau das die Lösung für die Suche nach der eigenen Relevanz: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0. Wie groß die Potenziale in Einzelfällen sein könnten, lässt sich aus der letzten Übersicht des Fair Finance Guide ableiten, auch wenn dessen Perspektive eher nach innen gerichtet ist:

2018-10-30 FairFinanceGuide

Quelle: Bankencheck 3.0 – Fair Finance Guide

Treffen #nachhaltige100

Die Triodos Bank Deutschland hatte am 17.11.2018 zum Treffen der #nachhaltige100 eingeladen: Menschen, die in sozialen Netzwerken zum Thema Nachhaltigkeit aktiv sind. Die Bank aktualisiert monatlich in ihrem Blog eine Liste mit den Aktivitäten: #nachhaltige100. Investabel® wird derzeit auf Rang 91 geführt.

Der Heldenmarkt, eine Messe für nachhaltigen Konsum, bildete in Berlin den Rahmen. Mit bettervest, Facing Finance e.V., GLS Bank, Oikocredit, Triodos Bank Deutschland, Umweltbank waren einige nachhaltige Finanzangebote bzw. Beobachter vertreten. Es war interessant, sich mit den Ausstellern und vielen der in den Medien aktiven Menschen einmal persönlich kennen zu lernen und sich auszutauschen.

Dabei gab es auch ein Plakat zu sehen, dass die Vielfalt der nachhaltigen Angebote für private Menschen eindrucksvoll zusammenstellt:

Quelle/Bezug: https://www.hilfswerft.de/poster/

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

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