Modern Banking – BankingForFuture?

PBA Transactions Banner

Titelbild/Bild: Banner für die Konferenz „Transactions 19“ – mehr Informationen gegen Ende des Beitrags (gesponserter Inhalt)

9. Oktober 2019, ergänzt (Tomorrow) 14.10.2019

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Dieser Beitrag ist zweigeteilt: Im ersten Teil werden Formate für Finanzdienstleistungen betrachtet, die sich an jüngere Menschen richten (können). Der zweite Teil bewirbt hoffentlich unverkennbar eine Veranstaltung, die „Transactions 19“. Wo ist der Zusammenhang? Der heißt Payment & Banking! Einerseits wurde die Auseinandersetzung mit dem Thema junge Kunden wesentlich durch Beiträge in dem Blog der Kollegen inspiriert. Andererseits organisiert das Team auch Fachveranstaltungen im Bereich Banken/Digitalisierung/Zahlungsdienste in sehr dialogfreundlichen Formaten. Die Transactions 19 am 19.11.2019 in Frankfurt wird mit 500 Teilnehmern aber auch die letzte von drei Veranstaltungen sein. Mehr dazu weiter unten.

Modern Banking lalala…

Bei „Modern Banking“ klingt etwas in Ihrem Kopf? „Du bist mein Herz und Seele“ bzw. „You’re my heart, you’re my soul“ aus dem gleichnamigen Hit des Duos D. Bohlen/T. Anders „Modern Talking“ von 1985? Ja, genau. Es ist eher eine „Ansprache“: Während Bankslogans in der Regel eher „egozentriert“ mit Selbstbezug formuliert wirken, wählen viele neue Anbieter eine direkte und emotionale Ansprache: „Die Bank, die Du lieben wirst“ (N26) oder auch „Eine revolutionäre mobile Bank, gebaut aus einem sauberen Schiefer, die sich deinen Wünschen und Bedürfnissen widmet. Erlebe, was bunq noch heute für dich tun kann.

Legt die Frage nahe: Womit können jüngere Menschen der heutigen Zeit, also die „Generation Z“ bzw. weiter gefasst „FridaysForFuture“ erfolgreich für Finanzdienstleistungen angesprochen werden?

Banking für die Generation FridaysForFuture (oder Z)

Kaum eigenständige Angebote für jüngere Menschen

Die Menschen in Deutschland kennen bei den großen Finanzgruppen Kinderprogramme wie Knax, Primax & Co. als Angebote vornehmlich für Kinder. Bei genauerer Betrachtung finden sich sogar vielfältige Formate für die Ansprache unterschiedlicher Altersgruppen junger Menschen. Allerdings: Es sind in aller Regel kleinteilige „Extras“, vielfach in Printform, selten aber wirklich auf eine Altersgruppe exklusiv zugeschnittene Dienstleistungsangebote. In mancher Form oft so „genial daneben“, dass sie nach kurzer Zeit wieder zurückgezogen werden.

Der Podcast bei „Payment & Banking“ thematisierte im September 2019 in einem Interview mit Altersgenossen „Bankgeschäft für Kinder und Jugendliche“. Im Begleittext heisst es dazu: „Gefühlt ist die Zielgruppe der 10 – 17 jährigen immer noch unterversorgt – die FinTechs „ignorieren“ sie – die „Incumbents“ behandeln sie wie gehabt – oder? Das sollte doch ganz anders sein, denn unsere Kids sind doch die Kunden von morgen. Hier ist auf jeden Fall viel mehr Weitblick und zukunftsgerichtete Denke und Prozesse auf kindgerechte Weise gewünscht.“ Payment & Banking Podcast #224: Kinder und Finanzen.

Kein Bewusstsein für Sparen?

Am 8.10.2019 erschien im Blog der Kollegen noch ein Artikel Christina Cassala: Sparen ist bei jungen Menschen ein großes Thema. Dieser Beitrag kontrastiert angenehm einen am gleichen Tag im Blog der Consorsbank erschienenen Artikel Fünf Dinge, die wir unseren Kindern über Geld beibringen solltenmit dem Intro: „Kleine und viele größere Kinder sowie einige Erwachsene neigen in finanziellen Dingen zu magischem Denken: Sie erfüllen sich dringende Konsumwünsche auf Pump und hoffen, dass von irgendwoher dann schon das Geld kommen wird, um den Kredit zurückzuführen.“

Dagegen stellt die comdirect bank AG aufgrund Ihrer Jugendstudie vom Januar 2019 fest: „Durchschnittlich 121 Euro haben junge Menschen nach eigenen Angaben monatlich zum Sparen zur Verfügung. Das entspricht in etwa einem Drittel ihrer verfügbaren Einnahmen, sei es durch Taschengeld, Nebenjob oder Festanstellung„. Bezugsgröße sind € 362, die laut einer Befragung von 1.600 Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren zur Verfügung stehen. (comdirect Pressemitteilung vom 25.6.2019).

Entsprechend die aus der comdirect Jugendstudie 2019 gezogenen Schlüsse bei Payment & Banking: „Doch weit weniger als vielleicht gedacht, verballert diese Altersgruppe nicht einfach sinnfrei ihre Ersparnisse, sondern versucht – wenn auch auf geringem Niveau – für schlechte Zeiten Geld zurücklegen. Was sie auch eint: 40 Prozent der Befragten geben der schulischen Finanzbildung die Note 5 oder 6.“

Finanzielle Bildung ist aus Sicht junger Menschen ein wichtiges Thema

Wie in der Studie der comdirect AG wird von jungen Menschen selbst ein Mangel an „Finanzbildung“ festgestellt bzw. beklagt. „Jeder zweite Deutsche gesteht, von Finanzen nichts zu verstehen. Damit liegt Deutschland bei einer europaweit durchgeführten, repräsentativen Studie von der ING-DiBa unter Konsumenten in zwölf europäischen Ländern auf dem vorletzten Platz. Vor allem jüngere Befragte zwischen 18 und 34 Jahren sehen sich hierzulande als finanzielle Analphabeten.“ stellte eine Studie von ING-Diba 2017 fest: ING-DiBa-Studie: Hälfte der Deutschen sind finanzielle Analphabeten – Deutschland im europäischen Vergleich nur Vorletzter.

2019-10-07 finanzbildung_1

Die in der Studie festgestellten Werte erschienen auch für jüngere Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren zutreffend, wobei sich das Bild im Vergleich zum Jahre 2013 etwas verbessert hatte:

2019-10-07 finanzbildung2_1

Quelle: ING-DiBa-Studie: Hälfte der Deutschen sind finanzielle Analphabeten – Deutschland im europäischen Vergleich nur Vorletzter

Und tatsächlich zeigt ein Blick in das benachbarte Ausland, dass Jugendliche (und ihr Taschengeld) von einigen neuen Anbietern im FinTech-Sektor als ein bisher nicht erschlossenes Potenzial angesehen werden. So auch der Hinweis im Text bei Payment & Banking: Mehrere hundert Euro Taschengeld und Geldgeschenke erhält jedes der über 7 Millionen Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren durchschnittlich. 

Ein Blick in die „Taschengeldtabelle“ als Richtschnur der Jugendämter zeigt, welche Beträge hier mindestens in Rede stehen Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Jahren etwa rund € 160 Mio. an Taschengeld monatlich zur Verfügung. Mit Geldgeschenken und Selbstverdientem wird also schon ein sehr ansehnlicher Betrag bewegt.

Junge Kunden gewinnen einfacher als halten?

Gemäß Schätzungen für den französischen Markt (Culturebanque) haben rund 58% der jungen Kunden ihr erstes Konto beim Finanzdienstleister des Vertrauens ihrer Eltern, allerdings wechseln auch rund 50% ihre Bankverbindung vor dem dreißigsten Lebensjahr.

Bekanntermaßen ist die junge Generation derzeit stark vom Streben nach Klimaschutz geprägt. Aber auch andere Nachhaltigkeitsziele werden gerne angenommen.

Vielleicht Grund genug, die „Generation FridaysForFuture“ nicht nur gesellschaftlich, sondern auch als Kunden der Finanzdienstleistungsbranche ernster zu nehmen…

„Junge Angebote“ mit viel Nachhaltigkeit

Neuere Dienstleistungsangeboten werden sehr häufig auf spezifische „jüngere“ Bedürfnisse wie Teilen, Sammeln, Sparen sowie die Vermittlung ausgerichtet und haben auch die Vermittlung von Finanzbildung zum Ziel. Und dabei findet sich erstaunlich oft auch ein unmittelbarer Bezug auf Nachhaltigkeit, z.T. weit über das aktuelle Thema Klima-/Umweltschutz hinaus:

Ein Beispel ist die Verbindung von Zahlungsdiensten und „guten Taten“. Z.B. beim us-amerikanischen Anbieter „Aspiration“, der den Kauf bei „Unternehmen mit einer sozialen Mission“ mit Rabatten begünstigt…

2019-09-18 Aspiration Card

… oder auch Tomorrow aus Deutschland, wo Interbankgebühren für den Schutz von südamerikanischen Regenwaldgebieten fließen und Überschussliquidität ausschließlich in nachhaltige(re) Anlagen investiert wird.

2018-11-28 Tomorrow11

Tomorrow (Dein Geld. Dein Impact.) hat zwar eine ansprechende PR-Strategie entwickelt, verzichtet aber weitgehend auf teure, mengenorientierte Marketingmaßnahmen oder sogar Werbeprämien. Statt derer werden zusätzliche Regenwaldgebiete geschützt und eventuell gibt es noch ein T-Shirt oder einen Sweater extra. Trotzdem wurden seit dem Start im November 2018 Stand 9.10.2019 mehr als 13.500 Kunden gewonnen, die rund € 11,7 Mio. an Sichteinlagen halten. Täglich kommen etwa weitere 100 Nutzer hinzu, wie tagesaktuell auf der App abgelesen werden kann. Wer es probieren möchte: Gerne mit dem Code i7Nhv27n.

Interessanterweise konnte sich Tomorrow in der Publikumsabstimmung zum „FinTech des Jahres“ bei „Payment & Banking“ bereits gegen deutlich kundenstärkere und länger Etablierte Nominierte durchsetzen (Bericht: Der Publikums-Preis ging in diesem Jahr an Tomorrow und wurde somit Liebling der Leser und das „FinTech der Herzen“.) Und beim „Bankengipfel“ erhielten die Gründer den Handelsblatt Diamond Star Award – Digital Banking. (Sehr interessant: Mitgründer Michael Schweikart im Podcast # 227 bei Payment & Banking).

Der ursprünglich niederländische Anbieter Bunq („Bank of the Free„) versucht sehr stark junge Menschen gezielt anzusprechen: Ansprache mit persönlichen Werten (Freiheit, Selbstbestimmung) jugendtypischen Funktionen, nachhaltiger Mittelanlage und auch eine ansprechend gestaltete Zahlungskarte:

2019-10-07 Bunq Travel Card

Quelle: Bunq

Allgemein fällt auf, dass die Kundenansprache bei Bunq sehr stark von Versprechen an die (Entscheidungs-)Freiheit der Kunden geprägt ist wie in der folgenden Teilüberschrift: „Du hast immer das Sagen, 100% der Zeit“ – seit 1.10.2019 ist bunq in 31 europäischen Ländern aktiv.

Im Ausland entstehen gerade eine Reihe von jugendspezifischen Angeboten, die nicht nur funktional, sondern auch emotional direkt auf jüngere Generationen zielen. Vielleicht ist auch dies ein starker Trend, den die deutsche Finanzbranche nach „SustainableFinance“ erst mit großer Verspätung erkennt?

Dies könnte bei einigen Teilen der Veranstaltung am 19.11.2019 durchaus thematisiert werden, wenn es gleich zu Beginn mit Prof. Dr. Gunter Dueck um das Thema „Digitalisierung, Industrie 4.0, Arbeit 4.0 und Auswirkungen auf die Bank & Payment-Branche“ geht:

Gesponserter Inhalt

Transactions 19

Am 19. November 2019 findet in Frankfurt die „Transactions 19“ statt. Nach der Payment Exchange im Januar und der Banking Exchange im September ist dies bereits die dritte Veranstaltung des Teams von „Payment & Banking„.  Im Gegensatz zu vielen anderen Branchenveranstaltungen verspricht die Transactions 19 einen fachlichen Dialog auf Augenhöhe.

Bemerkungswert der Vergleich der letzten Veranstaltung am 19./20.9.2019: Obwohl die Banking Exchange gegenüber dem „Handelsblatt Bankengipfel“ am 4./5.9.2019 mit 170 gegenüber 500 deutlich weniger Teilnehmer hatte, war die Aufmerksamkeit in den sozialen Medien weitaus größer wie die „Nachlese“ der Veranstalter feststellt: Banking Exchange 2019 – Sonne, Star Wars und Banking. Und: Im Gegensatz zum „Bankengipfel“ nicht die Spitzen“funktionäre“, die vom hellen Podium in den abgedunkelten Saal sprechen bzw. diskutieren, sondern ein substantieller Austausch auf Augenhöhe ist das Ziel.

Die Veranstalter haben ihren erneut hohen Anspruch an die Transactions 19 folgendermaßen formuliert:

„Am 19. November 2019 starten wir mit der Transactions 19 ein völlig neues Konferenzformat. Wir präsentieren nationale und internationale Größen der Payment & Banking-Branche, aber auch die Hidden Champions der Szene. Das neue Format findet im alten Stahlbau, einer der beeindruckendsten Locations in Offenbach / Frankfurt statt.

Auf der Transactions 19 werden für einen Tag die zukunftsweisenden Trends der Payment- und Banking Branche diskutiert aber auch Einblicke in die aktuellen Entwicklungen und Konzepte der Branche gegeben. Im Fokus stehen nicht nur die Menschen auf der Bühne, sondern vor allem auch den Gästen wird Raum gegeben um sich untereinander und mit Experten und Impulsgebern der Branche auszutauschen

Wir bieten Raum für über 500 Gäste aus der gesamten Branche, aber auch darüber hinaus. Die Transactions 19 ist das Event, welche alle miteinander verbindet, egal welcher Titel auf der Visitenkarte steht. Mehr noch: die Transactions 19 bietet nicht nur traditionellen Marktteilnehmern oder Start-ups neue Einblicke in technologische Trends oder die heißen Innovationsthemen der Branche, sondern adressiert auch ganz bewusst branchenfremde Teilnehmer, die sich zum ersten Mal mit der Payment & Banking-Branche beschäftigen.

Ein weiteres Highlight der Transactions 19 ist die Vergabe des Fintech des Jahres 2019Awards. Zum sechsten mal werden wir unseren beliebten Branchenpreis “Fintech des Jahres” vergeben. Beim “Fintech des Jahres” handelt es sich um den ersten deutsche FinTech Preis, welcher ausschließlich verliehen wird und nicht über Sponsoring oder Teilnahmegebühren gekauft werden kann. Seit dem Jahr 2014 wird der Award an die interessanten und relevanten deutschen FinTech /Start-Ups von einer unabhängigen Jury vergeben.

Elementarer Bestandteil der Transactions 19 wird wie bei allen unseren Events der Austausch sein. Gäste und Teilnehmern bekommen ausgiebig Gelegenheit zur Vernetzung, während sie gleichzeitig einige der interessantesten Speaker live erleben können.“

Sprecher bzw. Diskussionsteilnehmer sind u.a. Dr. Danyal Bayaz – Bündnis 90 / Die Grüne, Marco Börries – enfore, Christoph Bornschein, TLGG, Sascha Dewald – DKB, Prof. Dr. Gunter Dueck, Christian von Hammel Bonten – Paydirekt, Dr. Michael Luhnen – PayPal, Stephan Schubert – STS Ventures, Sibylle Strack- Kontist, Sascha Lobo.

TRX19 Das ausführliche Programm

Tickets für die Transactions 19 finden Sie auf Eventbrite (gesponserter Link).

 

In eigener Sache: comdirect finanzblog award 2019

Publikumsabstimmung bis zum 11.10.2019 möglich!

Neben 71 weiteren deutschsprachigen Blogs steht Investabel® auf der Liste zur Abstimmung des Publikums beim diesjährigen „comdirect finanzblog award“. Trotz der mittlerweile unübersehbaren Trends zu Nachhaltigkeit bzw. mehr Klimaschutz hat nur ein sehr kleiner Teil der Portale diese Themen aufgegriffen. Natürlich treten einige der genannten Blogs mit einer großen Fangemeinde (z.B. finanz-szene.de) und/oder viel Autorenpower (z.B. www.paymentandbanking.de), aber da zählt zunächst einmal der „olymische Gedanke“ und die Perspektive fruchtbarer Kontakte und Gespräche beim comdirect Finanzbarcamp 2019, in dessen Anschluss die Awards vergeben werden.

In jedem Falle bietet die Nominierungsliste einen interessanten Überblick der aktuellen deutschsprachigen Finanzbloggerszene. Zu der Übersicht der benannten Blogs und der Abstimmungsmöglichkeit bis zum 11.10.2019 um 22:00h geht es hier.

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunundsiebzig

 

2019-09-24 BaFin Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken Titel

Titelbild/Bild: Titel Konsultationsfassung „Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin

Inhalt:  Klimaschutzpaket – Annahme verweigert; BaFin Merkblatt Nachhaltigkeit;  EU Aktionsplan – Taxonomie verzögert + verwässert?; Die Rendite von Nachhaltigkeit Bloomberg Good Business; Reuse/repair/recycle – RETHINK; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, Fintech Week Hamburg, comdirect Finanzbarcamp mit finanzblog award, VÖB BarCamp; In eigener Sache: comdirect finanzblog award 2019; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

1. Oktober 2019

Dr. Ralf Breuer

Klimaschutzpaket – Annahme verweigert

Am 20.9.2019 veröffentlichte die Bundesregierung das sogenannte „Klimaschutzpaket“. Am gleichen Tag erschien die nachstehende Grafik im ARD Morgenmagazin nach der eine Mehrheit der Befragten dem Klimaschutz Vorrang vor Wirtschaftswachstum einräumen würde.

2019-09-20 ARD Deutschlandtrend Klimaschutz

Quelle: Twitter/Infratest dimap für ARD-Morgenmagazin 20.9.2019

Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen fanden überwiegend keine wohlwollende Aufnahme. Vielmehr wurden sie überwiegend als „zu gering/zu langsam“ kritisiert. In den sozialen Medien wurden die Kommentare vielfach mit dem Stichwort „NotMyKlimaPaket“ gekennzeichnet. Symptomatisch und sehr bezeichnend war die Aussage von Prof. Edenhofer, der die Bundesregierung im Vorfeld der Beschlüsse beriet:

„Es mag sein, dass sich die Politik in der Kunst des Möglichen geübt hat. Aber sie hat es nicht verstanden, das Notwendige möglich zu machen“, sagt Ottmar Edenhofer

Entsprechend häufig werden die Maßnahmen in der Bevölkerung als nicht weitreichend genug angesehen, wie die nachfolgende Umfrage wiedergibt:

2019-09-30

Quelle: https://www.zdf.de/politik/politbarometer

BaFin Merkblatt Nachhaltigkeit

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) leitete am 24.9. bis zum 3.11.19 24h Konsultationen zu ihrem Merkblatt „Nachhaltigkeitsrisiken“ ein. Es wird keine eigene Risikokategorie gebildet, sondern umfassend auf die Auswirkungen von Klimawandel und anderen Nachhaltigkeitsfaktoren (ESG) auf die bestehenden Risikoarten abgezielt.

Aufgrund der Anlage des Merkblattes erscheint eine grundlegende Überarbeitung im Anschluss an den Konsultationsprozess eher unwahrscheinlich. Die BaFin orientiert sich an grundlegenden Fakten, die wenig aufgeweicht oder angezweifelt werden können.

Das „Merkblatt“ mit seinen 33 Seiten kann kaum zusammengefasst, sondern eher zur Gesamtlektüre empfohlen werden.

Zentrale Aussagen:

„Die BaFin erachtet eine strategische Befassung mit Nachhaltigkeitsrisiken und eine entsprechende Umsetzung in den von ihr beaufsichtigten Unternehmen für erforderlich. Dabei ist die Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung für die Geschäfts- und Risikostrategie und deren Kommunikation und Umsetzung im Unternehmen sowie eine den Risiken angemessene Geschäftsorganisation mit Verantwortlichkeiten, Prozessen, Ressourcen und Funktionen herauszustellen.“

(S. 6)

„Die BaFin nimmt die aus dem Klimawandel resultierenden Risiken ernst, die daraus resultierenden Schäden könnten sich bei Fortschreibung der gegenwärtigen Entwicklung nach jüngeren Modellrechnungen auf weltweit bis zu US$ 550 Billionen summieren. Darum hält die BaFin insbesondere die von ihr beaufsichtigten Unternehmen dazu an, diese Risiken noch stärker in den Fokus zu nehmen. Nachhaltigkeit darf sich aber nicht in Klimafragen erschöpfen; auch andere ökologische und soziale Trends können gravierende Finanzrisiken für beaufsichtigte Unternehmen darstellen.“ (S. 9)

Vorbildfunktion der Geschäftsleitungen: „Die Geschäftsleitung sollte mit gutem Beispiel vorangehen und so möglichen Reputationsrisiken frühzeitig vorbeugen. Mögliche Leitfragen: Sind die vorhandenen Vergütungssysteme einem angemessenen Management der Nachhaltigkeitsrisiken zuträglich und stehen im Falle einer konkreten Nachhaltigkeitsstrategie mit dieser in Einklang? Wie kann der langfristige Erfolg des Unternehmens einschließlich der Akzeptanz bei Kunden und Mitarbeitern im Hinblick auf den gewissenhaften Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken und den etwaigen negativen Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit auf Nachhaltigkeitsfaktoren sichergestellt werden?“ (S. 18)

Das Merkblatt wiederholt damit die starken Aufforderungen des Direktoriums in den BaFin Perspektiven Ende April 2019 sowie bei der Tagung am 9.5.2019 in Berlin und formuliert Nachhaltigkeit als Richtschnur für die geschäftspolitische Ausrichtung des Finanzsektors.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Handhabung von Nachhaltigkeit(-sprozessen) in weiten Teilen der Finanzwirtschaft ist das Merkblatt eher als ein großes Pflichtenheft zur Überprüfung der eigenen Organisation und Prozesse zu verstehen. Hinzu kommt die deutliche Aufforderung, unternehmerisch auch geschäftspolitischen Chancen der Nachhaltigkeit zu prüfen.

Den Link zur Seite der BaFin und dem Original-Merkblatt finden Sie hier

Insbesondere Klimarisiken werden von den globalen Finanzaufsehern als starke Bedrohung der Finanzmarktstabilität angesehen. Neben der Deutschen Bundesbank werden auch die britische und die chinesische Zentralbank als starke Treiber weltweiter Initiativen angesehen (vgl. z.B. Jill Ward auf Bloomberg am 24.9.2019: Scared Central Banks Face Up to Threats From Climate Change).

EU Aktionsplan: Die „Taxonomie“ im Europäischen Rat

…verzögert!

Der EU Aktionsplan „Financing Sustainable Growth“ wurde im März 2018 mit einer geradezu atemberaubenden Geschwindigkeit vorangetrieben. Im Juni 2019 legte eine „Technische Expertengruppe“ (TEG) auf 414 Seiten einen Vorschlag für die Klassifizierung nachhaltiger Finanzinstrumente vor. Allerdings konzentrierte sich der Vorschlag (zunächst) ausschließlich auf ökologische Aspekte.

Nunmehr hat der „Europäische Rat“ als Gremium der Staats- und Regierungschefs eine Verschiebung der Anwendung der Taxonomie von Mitte 2020 auf Ende 2022 angeregt. Begründung hierfür ist die Notwendigkeit der Entwicklung von Methoden zur praktischen Messung bei den einzelnen Instrumenten.

Eine Verzögerung wird in Expertenkreisen sehr kontrovers diskutiert: Einerseits wird die Dringlichkeit der Bekämpfung des Klimawandels betont. Andererseits wird die Notwendigkeit einer technischen Umsetzung z.B. durch die Gewinnung und Aufbereitung von relevanten Daten als Motivation begrüßt.

…verwässert?

Die Ratsbeschlüsse legen nahe, das unter Umständen auch die nukleare und die fossile Energieerzeugung als grün(er) in die Taxonomie eingehen könnten. Beides hatten die Europäische Kommission und das Europäische Parlament kategorisch ausgeschlossen.

Originalquellen: Pressemitteilung Europäischer Rat 25.9.2019 (EN)

Die Rendite von Nachhaltigkeit

Einen sehr aufwühlenden Bericht legte die „Global Commission on Adaption“ https://gca.org/global-commission-on-adaptation/about-us vor, die am 18.10.2018 gebildet wurde. Dieses in Deutschland relativ wenig bekannte Gremium wird vom früheren UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sowie Bill Gates und der World Bank CEO Kristalina Georgieva geführt. In der am 13.9.2019 erschienen Studie ADAPT NOW: A GLOBAL CALL FOR LEADERSHIP ON CLIMATE RESILIENCE.

Eine Kernaussage der Studie besteht darin, dass sie Investitionen von USD 1,8 Bio. im Zeitraum 2020 bis 2030 in die Bereiche Frühwarnsysteme, klimaresistente Infrastruktur, Verbesserungen der Getreideproduktion, Schutz von Mangrovenwäldern und eine Stabilisierung von Wasserreserven empfiehlt. Für diese Investitionen wird wiederum mit USD 7,1 Bio. Nutzen eine beträchtliche Rendite prognostieziert. Zusätzlich wird davon ausgegangen, dass ohne Maßnahmen jährliche Belastungen im dreistelligen USD-Mrd. Bereich entstehen können.

UN Prinzipien für verantwortungsvolles Bankgeschäft

2019-09-23 Signatories Principles of Responsible Banking

Quelle: https://www.unepfi.org/banking/bankingprinciples/signatories/

Im Rahmen der UN-Vollversammlung am 22. und 23.9.2019 haben 130 Banken aus 49 Staaten die „Principles of Responsible Banking“ unterzeichnet. Die sechs Prinzipien bilden eine Art „Ehrenkodex“ für den Umgang mit Anteilseignern, Mitarbeitern und der Gesellschaft. Ein Beitritt ist nur mit Unterschrift des Vorstandssprechers/-vorsitzenden bzw. CEO möglich, der die Führung und damit das Gesamtunternehmen auf die Prinzipien verpflichtet. Einzelheiten (EN): UNEP Finance Initiative.

Unter den 130 Unterzeichnern sind allerdings nur drei der 10 größten Banken weltweit. Aus Deutschland haben sich Commerzbank und Deutsche Bank auf die Prinzipien verpflichtet, leider fehlen die beiden großen Finanzverbünde.

 

Reuse/repair/recycle – RETHINK!

Manchmal währt die Faszination nicht lange. Sicherlich eine nette Verwendung benutzter Nespresso-Kapseln, wenn aus ihnen ein Fahrradrahmen gebaut wird:

2019-09-30 Nespresso Velosophy

Quelle: https://velosophy.cc/product/recycle/

Immerhin verwandelt sich damit Müll zusammen mit weiteren in ein € 1.250 teures Fahrrad. Allerdings was mache ich, wenn ich keine Kapseln nutze und lieber meinen verpackungslosen Kaffeesatz zu Kompost oder anderen naturnahen Dingen sehe?

Dann käme vielleicht noch eine Kreditkarte aus nachwachsenden Rohstoffen in Frage? Oder vielleicht dann doch lieber aus Plastikabfällen aus dem Ozean- leider nur für die Karte und noch nicht auch für die Chips verwendet:

2019-09-30 Coral-Card_4-min

https://www.cpicardgroup.com/ocean-plastic/

Eine Alternative wäre eventuell auch eine virtuelle Karte auf dem Smartphone (a la AppleCard), wenn das Gerät „eh da“ ist – ginge dann ganz ohne physische Produktion und vor allem auch ohne „seltene Erden“ für den Chip…

Jedenfalls sind diese Zeilen mit dem Gedanken verbunden, vor den Bekannten Dreiklang von „reuse/repair/recyle“ noch ein „RETHINK“ zu setzen, ob sich Dinge nicht auch vollkommen „dematerialisieren“ lassen

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neue Termin: 13.12.2019 und 6.3.2020 jeweils 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Fintech Week, 4.-9.11.2019 in Hamburg

Das Besondere an der Fintech Week: Die Woche wird nicht von einem Veranstalter ausgerichtet, sondern von mehr als zwei Dutzend Veranstaltern, darunter Banken, Startups, Kanzleien und Beratungen, die alle ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Branche mitbringen und vermitteln. Über den Tellerrand schauen, ist quasi Teil der DNA. Programm

Die Woche schließt mit dem comdirect Finanzbarcamp. U.a. treffen sich hier viele sonst eher virtuell vernetzte Menschen im Umfeld von Geldanlage und Digitalisierung. Insbesondere ist auch ein großer Teil der deutschen Finanzblogs vertreten, an deren Kreis zum Ende der Veranstaltung der comdirect Finanzblogaward 2019 vergeben wird. Auch Investabel® steht hier neben 71 anderen deutschsprachigen Blogs zur (Publikums-)Wahl: 72 Deutschsprachige Finanzblogs nominiert.

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

comdirect finanzblog award 2019

Neben 71 weiteren deutschsprachigen Blogs steht Investabel® auf der Liste zur Abstimmung des Publikums beim diesjährigen „comdirect finanzblog award“. Trotz der mittlerweile unübersehbaren Trends zu Nachhaltigkeit bzw. mehr Klimaschutz hat nur ein sehr kleiner Teil der Portale diese Themen aufgegriffen. Natürlich treten einige der genannten Blogs mit einer großen Fangemeinde (z.B. finanz-szene.de) und/oder viel Autorenpower (z.B. www.paymentandbanking.de), aber da zählt zunächst einmal der „olymische Gedanke“ und die Perspektive fruchtbarer Kontakte und Gespräche beim comdirect Finanzbarcamp 2019, in dessen Anschluss die Awards vergeben werden.

In jedem Falle bietet die Nominierungsliste einen interessanten Überblick der aktuellen deutschsprachigen Finanzbloggerszene. Zu der Übersicht der benannten Blogs und der Abstimmungsmöglichkeit geht es hier.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Neunundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundsiebzig

2019-07-30 SDG Segel Malizia II

Titelbild/Bild: Malizia II via Twitter

Inhalt:  Vorneweg: Eine Seefahrt… EU-Aktionsplan – Zu eng, zu strikt? SNCF Reseau – für 100 Jahre „grün“ verschuldet; Neuer Standard für „grüne Pfandbriefe“; Business Roundtable: Unternehmensziel neu formuliert; Ein Vorschlag für die Berichterstattung zu den SDGs; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, Fintech Week Hamburg, comdirect Finanzbarcamp mit finanzblog award, VÖB BarCamp In eigener Sache: comdirect finanzblog award 2019; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

27. August 2019, ergänzt 2.9.2019 (Termine)

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg: Eine Seefahrt…

Wohl selten hat eine Reise für so viel Aufsehen gesorgt wie die von Greta Thunberg an Bord der „Malizia II“. Sie wird spätestens im Verlauf des 28.8. in New York City eintreffen und im Herzen von Manhattan unterhalb des „World Trade Center“ festmachen. Der mediale Aufmerksamkeitswert war extrem hoch und hatte zumindest den Effekt, dass sich noch einmal mehr Menschen mit dem Thema Klimawandel beschäftigt haben.

EU-Aktionsplan – Zu eng, zu strikt?

Im Blog wurden bereits einige Kritikpunkte am EU-Aktionsplan „Sustainable Finance“ formuliert. Besonders die enge ökologische Ausrichtung der sogenannten „Taxonomie“ als Versuch einer Klassifizierung nachhaltiger Finanzinstrumente irritiert (vgl. z.B. What goes wrong with #SustainableFinanceEU?). Natürlich sind Klimarisiken eine neues Fokusthema, auch für die Finanzaufsicht (Klimarisiken + Nachhaltigkeit – Neue Fokusthemen in der Finanzwirtschaft), aber eben nur ein Thema der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, an deren 17 Zielen/Problemfeldern sich Nachhaltigkeit m.E. ausrichten sollten.

Wie stringent die Vorschläge der EU-Expertengruppe gefasst sind, zeigt sich auch anhand einer Auswertung von MSCI, wonach nur 17% der im Barclays MSCI Green Bond Index enthaltenen Anleihen den vorgeschlagenen „EU Green Bond Standard“ erfüllen (Leider keine Originalquelle sonder via environmental-finance.com/HSBC Deutschland per Mail). Zwar ist der EU-Standard freiwillig, es stellt sich aber die Frage, ob eine derart starke Abweichung vom etablierten „Green Bond Standard“ wünschenswert ist. Für eine Gegenüberstellung vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundsiebzig.

SNCF Reseau – für 100 Jahre „grün“ verschuldet

SNCF Reseau (EN) ist die Infrastrukturgesellschaft der französischen Eisenbahn. Sie ist für die technische Infrastruktur, u.a. Schienennetz und Bahnhöfe verantwortlich. Insgesamt hat sie bereits € 5,4 Mrd. ihrer Schulden mit ökologischen Konzepten als „Green Bonds“ zertifizieren lassen. Allein im laufenden Jahr 2019 platzierte sie € 2,8 Mrd. in diesem Rahmen.

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Foto: SNCF Reseau/Cartes Postales France

Mit einer Privatplatzierung über € 100 Mio bei 1,425% p.a. erschloss die Gesellschaft nunmehr einen ungewohnten Laufzeitrahmen von 100 Jahren. Bisher lagen die Rekordwerte bei 60 Jahren für Verbindlichkeiten jeweils eines deutschen (EnBW) und portugiesischen (EdP) Energieunternehmens: SNCF Réseau launches world’s first 100-year green bond.

Neuer Standard für „grüne Pfandbriefe“

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) veröffentlichte am 21.8.2019 einen Mindeststandard für „grüne Hypothekenpfandbriefe“. Er soll „…dem Markt für Grüne Pfandbriefe weiteren Schub verleihen und eine sinnvolle Orientierungshilfe für aktive wie potenzielle Emittenten sowie interessierte Investoren bieten.“ Die beteiligten „Banken verpflichten sich zu hohem Maß an Transparenz und Nachweis über Beitrag zum Klimaschutz“.

Der Standard wird vor allem institutionellen Investoren den Übergang auf nachhaltige(re) Anlagestrategien erleichtern. Der Standard wurde mit dem europäischen Projekt der „Energy Efficient Mortgage Initiative“ des Europäischen Hypothekenverbandes/ECBC“ verknüpft, so dass keine Widersprüche auftreten sollten. Mehr Informationen und Download des Standards auf der Internetseite des vdp.

Business Roundtable: Unternehmensziel neu formuliert

Selten waren so viele Missverständnisse zu einem einseitigen (!) Papier zu lesen. 181 us-amerikanische Unternehmensvorstände haben den „Zweck eines Unternehmens“ neu gefasst: Statement on the Purpose of a Corporation. Faktisch hat die Erklärung den „Unternehmenszweck“ wieder von der kurzfristigen Aktionärssicht wieder auf die langfristige Sicht, d.h. die Sicherstellung der langfristigen Existenz erweitert. Keineswegs handelt es sich um eine Abkehr von Aktionärsinteressen, sondern deren Arrondierung um die umgebenden Interessen, der sogenannten „Stakeholder“ bei Kunden, Arbeitnehmern, Gemeinschaften und der Gesellschaft.

Kernaussage:

Generating long-term value for shareholders, who provide the capital that allows companies to invest, grow and innovate. We are committed to transparency and effective engagement with shareholders.“

Ein Vorschlag für die Berichterstattung zu den SDGs

Eine Gruppe von angelsächsischen Vereinigungen hat ein Diskussionspapier für eine Unternehmensberichterstattung über die SDGs, die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN vorgelegt. Das Diskussionspapier orientiert sich in einer wohltuenden Knappheit (26 Seiten) und Klarheit am Grundsatz der Wesentlichkeit für berichtenden Unternehmen. Und hier treffen die Autoren einen sehr wichtigen Punkt: Die Reflexion von Unternehmen ihrer eigenen aktuellen und zukünftigen Relevanz in ihrem jeweiligen Kontext. Wie schon an anderer Stelle formuliert: Die SDGs helfen gerade kleineren und regionalen Unternehmen auch die eigene Strategie zukunftsweisend weiter zu entwickeln. „Recommendations for SDG disclosures: A consultation paper
Have your say on SDG Disclosures, August 2019“: Download (EN).

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neue Termin: 13.12.2019 und 6.3.2020 jeweils 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Fintech Week, 4.-9.11.2019 in Hamburg

Das Besondere an der Fintech Week: Die Woche wird nicht von einem Veranstalter ausgerichtet, sondern von mehr als zwei Dutzend Veranstaltern, darunter Banken, Startups, Kanzleien und Beratungen, die alle ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Branche mitbringen und vermitteln. Über den Tellerrand schauen, ist quasi Teil der DNA. Programm

Die Woche schließt mit dem comdirect Finanzbarcamp. U.a. treffen sich hier viele sonst eher virtuell vernetzte Menschen im Umfeld von Geldanlage und Digitalisierung. Insbesondere ist auch ein großer Teil der deutschen Finanzblogs vertreten, an deren Kreis zum Ende der Veranstaltung der comdirect Finanzblogaward 2019 vergeben wird.

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

comdirect finanzblog award 2019

Neben 71 weiteren deutschsprachigen Blogs steht Investabel® auf der Liste zur Abstimmung des Publikums beim diesjährigen „comdirect finanzblog award“. Trotz der mittlerweile unübersehbaren Trends zu Nachhaltigkeit bzw. mehr Klimaschutz hat nur ein sehr kleiner Teil der Portale diese Themen aufgegriffen. Natürlich treten einige der genannten Blogs mit einer großen Fangemeinde (z.B. finanz-szene.de) und/oder viel Autorenpower (z.B. www.paymentandbanking.de), aber da zählt zunächst einmal der „olymische Gedanke“ und die Perspektive fruchtbarer Kontakte und Gespräche beim comdirect Finanzbarcamp 2019, in dessen Anschluss die Awards vergeben werden.

In jedem Falle bietet die Nominierungsliste einen interessanten Überblick der aktuellen deutschsprachigen Finanzbloggerszene. Zu der Übersicht der benannten Blogs und der Abstimmungsmöglichkeit geht es hier.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

2019-04-12_FFF BN1

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Achtundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundsiebzig

 

2019-08-13 Porsche

Titelbild/Bild: Porsche AG

Inhalt:  Vorneweg; #SustainableFinance in D wird realer – Porsche AG mit € 1 Mrd. „grünem Schuldschein“/DZ Bank mit neuem Antritt; Moody’s rüstet bei Klimarisiken auf; Sind FinTech Fabelwesen für Investoren ?; Alles, nur nicht Libra?; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, Fintech Week Hamburg, comdirect Finanzbarcamp mit finanzblog award, VÖB BarCamp In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

14. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Beschleunigte Rodung von Regenwäldern, Artensterben, Konflikte und und und … Was soll denn mehr „grün“ bei Porsche? – Ein Schritt vor und zwei zurück könnte der Befund lauten, der hier ganz bewusst offen und selbst überlassen bleibt. Deutlich stehen einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit Schritte in die wohl falsche Richtung gegenüber.

Vor diesem Hintergrund verstehen sich die nachfolgenden Zeilen als Informationen weitgehend ohne Bewertung. Sie sollen aber das eigene Urteil erleichtern, z.B. auch über die „Facebook-Währung“ Libra. Ausnahmen bilden die Nachrichten zu Moody’s, die erkennen lassen, dass Klimarisiken systemischen Charakter erreicht haben, und die Verbindung von FinTech zu Fabelwesen der Mythologie: Vielleicht haben nicht alle  erfolgreichen Finanzierungsrunden mit Bewertungen jenseits einer Milliarde Euro auch einen realistischen strategischen Anspruch.

#SustainableFinance in D wird realer

Porsche AG mit € 1 Mrd. „grünem Schuldschein“

Die Porsche AG hat einen Schuldschein mit Tranchen über fünf, sieben und zehn Jahren begeben. Das Volumen wurde aufgrund der starken Nachfrage um € 300 Mio. erhöht. Insgesamt hat das Unternehmen € 2,75 Mrd. als „grünes Projektportfolio“ (55 Prozent Kosten für energieeffiziente(re), ressourcenschonende(re) Produktionsanlagen, 45 Prozent Entwicklungskosten) identifiziert: Pressemitteilung Porsche AG 12.8.2019.

Die Platzierung des Schuldscheins erfolgte über ein Konsortium mit BayernLB, ING Groep und LBBW. Er wurde mit einer Expertise von ISS ESG versehen und als Climate Bond zertifiziert. Laut der von den Konsortialbanken gezeichneten Pressemitteilung vom 12.8.2019 waren an der Emission 100 in- und ausländische Investoren interessiert, so dass auch das erhöhte Volumen deutlich überzeichnet war.

DZ Bank mit neuem Antritt

Am 9.8.2019 kündigte die DZ Bank einen neuen Antritt bei nachhaltigen Finanzierungen an:

Neben einem deutschsprachigen Bulletin in un(?)regelmäßigen Abständen lud die Bank auch zu einer halbtägigen Konferenz am 28.8.2019 in Frankfurt ein. Programm und weitere Informationen auf der englischsprachigen Veranstaltungsseite der DZ Bank.

Moody’s rüstet bei Klimarisiken auf

Im April gab Moody’s den Erwerb einer Mehrheitsbeteilung am ESG-Spezialisten Eigis Vireo bekann (Moody’s Acquires Majority Stake in Vigeo Eiris, a Global Leader in ESG Assessments, 15.4.2019). Interessant ist, dass Eigis Vireo bei einer Umorientierung Richtung vorausschauender SDGs als Maßstab bereits relativ fortgeschritten ist.

Am 24.7.2019 gab Moody’s eine weitere Mehrheitsbeteiligung bekannt: Moody’s Acquires Majority Stake in Four Twenty Seven, Inc., a Leader in Climate Data and Risk Analysis. Das Unternehmen ist auf die Erhebung von klimabezogenen Daten und Risikoanalysen spezialisiert. Klimarisiken stehen nicht nur im Fokus der Finanzaufsichtsbehörden (Klimarisiken + Nachhaltigkeit – Neue Fokusthemen in der Finanzwirtschaft), sondern werden auch in der Branche mittlerweile als „systemisch“ und damit für die Stabilität des Finanzsystems eingestuft: ISS 1.8.2019: Building a Climate Change Voting Policy

Sind FinTech Fabelwesen für Investoren ?

…die einen Goldschatz am Ende des Regenbogens versprechen? Diese Frage legt jedenfalls der bekannte britische Autor, Berater und Redner Chris Skinner nahe: Are these FinTech Unicorns worth it? FinTech mit einer (aus Finanzierungsrunden abgeleiteten) Investorenbewertung jenseits von USD 1 Mrd. werden in der Branche als Einhörner (Unicorns) bezeichnet und haben damit schon einen Fabelcharakter. Der Artikel geht allerdings weiter und fragt, ob es sich nicht eher um „Leprechaune“, Kobolde aus der irischen Mythologie handeln könnte (Wikipedia Leprechaun). Diese Fabelwesen versprechen einen „Goldschatz am Ende des Regenbogens“ und damit in unerreichbarer Entfernung.

Die Überlegungen von Chris Skinner orientieren sich stark an der deutschen Unternehmen N26, das mit USD 3,5 Mrd. bewertet wird und bereits einige erfolgreiche Finanzierungsrunden abschließen konnte. Der Artikel bezieht sich auf ein Interview eines der Gründer mit der Financial Times. Danach sei „Gewinnerzielung“ gar kein Fokus, sondern „der Aufbau einer globalen Unternehmens“. Man wolle gar keine Profitabilität erreichen, habe aber hinreichend Investoren, die die Vision von N26 teilen.

Tatsächlich wächst N26 sehr stark (aktuell ca. 3,5 Mio. Kunden vs. 2 Mio. November 2018), allerdings ist das Unternehmen damit immer noch weit von seinem „Ziel“ von 100 Mio. Kunden weltweit“ entfernt. Zwar werden laufend neue Märkte erschlossen, die wie Brasilien zwar viel Potenzial, aber auch schon eine Reihe gut positionierter Wettbewerber aufweisen. Und zudem ist das aktuelle Leistungsangebot gar nicht für einen globalen Auftritt qualifiziert, wie in einem früheren Beitrag dargelegt: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundsechzig.

Alles, nur nicht Libra?

Haben Sie auch schon etliche Artikel zur sogenannten „Facebook-Währung“ Libra gelesen und dabei viel Analyse vermisst, dafür aber Ängste vor der „Datenkrake“ gefunden? So liest sich jeweils die Mehrheit der Beiträge. Und in der Mehrheit der Beiträge wird schlicht ignoriert, wo Libra ansetzt: 1. Menschen ohne Bankverbindung 2. Rund USD 530 Mrd., die z.B. lt. Weltbank 2018 zu üppigen Gebühren in Länder mit niedrigem bis mittleren Wohlstandsniveau transferiert werden. Die durchschnittlichen Provisionen lagen gemäß Weltbank bei 7%, in afrikanische Länder oft weit über 10%. Die Senkung der Transaktionskosten ist Teil der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, SDG 10.7. Kein Heiligenschein, aber auch Fakt

Ein Blick in die Konditionentabelle einer deutschen Bank, die den Geldtransfer Western Union als Dienstleister übertragen hat, ist da schon aufschlussreich: Postbank.

Einige wichtige, oft übersehene Fakten im Kurzformat:

  1. Libra ist keine Währung wie Bitcoin & Co, sondern eher ein Geldmarktfonds mit festgelegten internationalen Korbwährungen
  2. Libra basiert auch nicht auf einer Blockchain mit exzessivem Stromverbrauch durch Mining
  3. Primäres Ziel der beteiligten Zahlungsdienstleister ist die Erfassung neuer Zahlungsströme, z.B. von 1,7 Mrd. Menschen ohne Bankverbindung. Vodafone hat dies mit MPesa in Kenia sehr erfolgreich und margenstark getan. Finanzdienstleistungen tragen rund 30% zu den Erträgen des lokalen Anbieters Safaricom bei
  4. Die Margen bei internationalen Transfers sind exzessiv hoch und gehen primär zu Lasten ärmerer Menschen, z.B. bei Überträge zur Unterstützung von Familien in der Heimat
  5. Aufgrund der Konstruktion erscheint eine Regulierung angemessen und wahrscheinlich

Die Dokumente zu Libra wurden am 18.6.2019 veröffentlicht (Pressemitteilung DE), trotzdem haben gute, d.h. nüchterne und differenzierte Artikel selten geblieben. Genau drei sind in besonders guter Erinnerung:

Bankenverband, Siegfried Utzig 18.7.2019: Facebook – ein neuer Wettbewerber im Finanzmarkt?

Payment & Banking, Gastbeitrag Fabian Meyer 1.8.2019: Globale, digitale Währung – Utopie, Dystopie oder Liberation

DZ Bank Innovationsblog, Dirk Elsner 24.7.2019: Was will Libra werden?

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik, 28.8.2019

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Fintech Week, 4.-9.11.2019 in Hamburg

Das Besondere an der Fintech Week: Die Woche wird nicht von einem Veranstalter ausgerichtet, sondern von mehr als zwei Dutzend Veranstaltern, darunter Banken, Startups, Kanzleien und Beratungen, die alle ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Branche mitbringen und vermitteln. Über den Tellerrand schauen, ist quasi Teil der DNA. Programm

Die Woche schließt mit dem comdirect Finanzbarcamp. U.a. treffen sich hier viele sonst eher virtuell vernetzte Menschen im Umfeld von Geldanlage und Digitalisierung. Insbesondere ist auch ein großer Teil der deutschen Finanzblogs vertreten, an deren Kreis zum Ende der Veranstaltung der comdirect Finanzblogaward 2019 vergeben wird.

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

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In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Juli um einen weiteren Rang von 56 auf 55, eine stetige Entwicklung nach der großen Bewegung 72 auf 57 im Mai.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

 

 

 

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft – Überlebensstrategie 4.0

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Titelbild/Bild: Szene aus dem zweiminütigen Werbefilm von LuxembourgForFinance produziert von der niederländischen Agentur Mookx: Der erste Werbefilm SustainableFinance? – A first spot advertising for SustainableFinance?

Dieser Beitrag versteht sich als Neufassung eines früheren Beitrags vom Oktober 2017: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0. Einen Beitrag „3.0“ wird es nie geben. „4.0“ erfolgt schlicht aus der Anpassung der üblichen Zählung in der „Industrialisierung“ im Zuge der Digitalisierung.

Während sich an der Grundaussage wenig geändert hat, so ist die Zwangsläufigkeit von Nachhaltigkeit als geschäftspolitische Handlungsgrundlage offen erkennbar. Klimarisiken haben sich längst tief in die Wirtschaft hineingearbeitet, Klimawandel und Energiewende bestimmen das Bild, das durch die jugendlichen Proteste für den Klimaschutz noch deutlich schärfer geworden ist. Insofern eine Gelegenheit, die in den vergangenen zwei Jahren eingetretenen Entwicklungen einmal präziser zusammen zu fassen.

English abstract: This is in fact the third article on sustainability as a bedrock for financials to survive. While the first one (Nachhaltigkeit im Bankgeschäft als Überlebensstrategie) in July 2017 was driven by business logics and first evidence on EU commission’s action plan were shading through, the second one (Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0) in October 2017 was motivated by French field experience and the stronger tunes of regulators on climaterisks evolving. A third one never appeared. 4.0 is simply in line with industrial trends being named so.

Now after almost two years the world has turned. It turned into regulators pushing on climaterisk and youth plus older supporters loudly call for climateaction. Given this two articles last speak inspired to follow up: 1. Chris Skinner’s blogpost on banks needing purpose and 2. An interview with Daniel Klier, Global Head of Strategy and Responsability, HSBC published in a German magazine last week: Banks have to strive for relevance, i.e. having overlapping interests with their clients.

6. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Deutschland erscheint als eine andere Welt

Große Ziele, großer Beirat

Mit einer Pressemitteilung vom 26.2.2019 formulierte die Bundesregierung den Anspruch, „Deutschland zu einem führenden Sustainable Finance Standort zu machen. Dabei wurde die Bildung eines Beirats angekündigt „für den Dialog der Bundesregierung mit Finanzwirtschaft, Realwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft“. Dieser Beirat konstituierte sich mit einer ersten Sitzung am 9. Juni 2019 in Berlin.

Die Liste der 37 Mitglieder und 11 Beobachter erschließt die ganze Vielfalt der Interessensgruppen rund um das Thema. Kreditinstitute treffen u.a. auf notorische Bankenkritiker und Nicht-Regierungsorganisationen mit sehr unterschiedlich formulierten Ansprüchen an eine nachhaltige(re) Finanzwirtschaft.

Das am 6. Juni 2019 vereinbarte Arbeitsprogramm gliedert sich in vier Teilgruppen:

  • Sustainable Finance-Strategie und Kommunikation
  • Finanzmarktstabilität und Risikomanagement
  • Offenlegung und Transparenz
  • Endkunden (Retail und Institutionell)

Auf Basis dieser Struktur erarbeitet der Beirat für die Bundesregierung Ansätze einer Strategie. Die ersten Ergebnisse sollen auf dem dritten“Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ am 16. Oktober 2019 präsentiert werden. Bis dahin wurde allerdings in der Pressemitteilung zur ersten Sitzung nur eine weitere Sitzung am 4. September 2019 avisiert.

Aufgrund der bereits innerhalb des Finanzsektors sehr abweichenden Einschätzungen zum Aktionsplan der Europäischen Kommission (Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung) und der sehr heterogenen Zusammensetzung des Beirats darf den ersten Ergebnissen mit Spannung, aber vielleicht besser gedämpften Hoffnungen entgegen gesehen werden.

GSFC und H4SF

In Frankfurt wurde im April 2019 das „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ (gsfc-germany.com) für „Die Etablierung weitsichtigerer und wirkungsvollerer Finanzmarktstrukturen durch die Implementierung zukunftsfördernder Finanzierungsstrategien“ formiert. Der H4SF – Hub for Sustainable Finance Germany als Diskussions- und Vernetzungsplattform wurde immerhin schon seit 2017 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung und der Deutsche Börse AG initiiert.

In Deutschland wird Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft überwiegend noch als akutes Thema nur für institutionelle Investoren betrachtet. Privatanleger werden dagegen Spezialisten wie der GLS Bank und Triodos Bank Deutschland zugerechnet.

Kontrastprogramm im Ausland…

… z.B. Luxemburg

Nur 184 Kilometer Luftlinie trennen die Finanzplätze Frankfurt und Luxemburg. Trotzdem entsteht der Eindruck verschiedener Welten. Die Börse ist als LGX – Luxembourg Green Exchange in der Spitzenliga neben London positioniert. Nachhaltige Anlageformen werden jetzt in einem Werbefilm SustainableFinance auch bei privaten Investoren beworben.

2019-07-02 LGX

…z.B. USA

Goldman Sachs kündigte am 24.7.2019 die Bildung einer eigenen „Sustainable Finance Group“ an (Press release 24.7.2019). Ein Blick auf die Internetseiten der Bank zeigt, dass dies nicht die einzige Aktivität ist. Vielmehr engagiert sich die Bank u.a. finanziell bei der Finanzierung erneuerbarer Energien und Katastrophenanleihen GS Environmental Stewardship. Auch bei anderen US-Banken sind meist niedrige dreistellige Milliardenbeträge nachhaltigen Finanzierungszielen gewidmet.

…z.B. Spanien/Lateinamerika

Auch in Europa haben sich Großbanken stark für Nachhaltigkeit engagiert. Besonders beeindrucken erscheint dies bei der spanischen BBVA, die neben dem Klimaschutz auch andere Ziele verfolgt. Dies wird naturgemäß stark durch die Tätigkeit in Südamerika und den dort notwendigen Entwicklungen geprägt. „Pledge 2025“ ist eine umfänglich formulierte Ambition, die auch durch Veranstaltungen und (personell) gut ausgestattete Kanäle in sozialen Medien getragen wird.

2019-07-26 infographics-pledge-2025-bbva-2-1920x12047

Sehr informativ für nachhaltige Themen im Finanzsektor ist auch die Internetseite der Bank. Z.B. mit Artikeln von Antoni Ballabriga, Global Head of Responsible Business Debunking myths of sustainable finance.

…z.B. Frankreich

Fünf der sieben größten französischen Banken haben das Thema Nachhaltigkeit bereits im strategischen Fokus. Daran hat sich seit dem Beitrag Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0 nichts geändert.

Die größte Bankengruppe Crédit Agricole (52 Mio. Kunden/138.000 Mitarbeiter) bezeichnet sich selbst als „Bank für nachhaltige Entwicklung“. Da sollte ein Foto genügen:

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Foto: Ralf Breuer, aufgenommen September 2017 in F-34000 Nimes

Manche Kritiker neigen pauschal dazu, diese Aktivitäten als „grünes Mäntelchen“ und/oder nicht hinreichend konsequent einzuschätzen. Dies bleibt im freien Ermessen.

Banken brauchen für zukünftige Relevanz Sinn

Der bekannte britische Autor und Berater Chris Skinner hat einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht: Banks need a Purpose other than making Money Tenor: Um für die junge Generation Z relevant zu sein, müssen sich Banken nachhaltigen Zielen zuwenden. Bereits 55% der heute unter Fünfundzwanzigjährigen würden ihre finanziellen Entscheidungen daran ausrichten, ob sie damit positive Ziele unterstützen.

„I’ve been blogging about sustainable finance, sustainable abundance and the UN’s Sustainability Development Goals (SDGs) over the past week, specifically, and over the past twenty years, generally. I think this is now coming to a head.“

Chris Skinner ist vor allem im Bereich Digitalisierung bzw. FinTech bekannt. Er verbindet diese Themen allerdings immer wieder mit der Realität und hält deshalb den Bezug zu Nachhaltigkeit für zwingend.

Ganz in diesem Sinne argumentiert auch der bei HSBC global für Strategie und Nachhaltigkeit verantwortliche Daniel Klier in einem Interview mit der Wirtschaftswoche:

„Mit der Finanzierung einer nachhaltigen Wirtschaft können wir (Banken) wieder einen relevanten Beitrag leisten“

Für die praktische Umsetzung im Finanzsektor wäre ein Blick in die Nachhaltigkeitsstrategie der KfW hilfreich. Sie könnte fast als Vorlage für das von der BaFin für das Jahresende avisierte Merkblallt Nachhaltigkeit dienen:

Irgendwas mit digital ist noch kein Sinn

Der Journalist Heinz-Roger Dohms kommentierte ein neues (App-)Angebot am 6.8.2019 als „mal wieder irgendwas mit Multibanking“ finanz-szende.de 6/08/19. „Irgendwas mit digital“ wäre genauso zutreffend: Unter dem Anspruch „alltagsrelevante Mehrwerte für
Menschen und Wachstum für Marken“ findet sich da Altbekanntes aus der reinen Offline-Zeit im digitalen Gewand. Schnelligkeit, Bequemlichkeit und Sicherheit sind Komfortfaktoren und Grundvoraussetzungen, aber im Wettbewerb keine Werte an sich.

Chris Skinner adressiert in seinem Artikel vor allem die Generation junger Menschen bis 25. Die sind mit digitalen Medien aufgewachsen und betrachten die genannten Faktoren als selbstverständlich. Wenn diese nach seinen Erkenntnissen „Sinn und Zweck“ einfordern, dann ist das in Zeiten von „FridaysForFuture“ keine besonders fernliegende Erkenntnis. In den letzten acht Monaten haben die jugendlichen Proteste das Bewußtsein über diese Generation geschärft. Gebildet haben sich die spezifischen Ansprüche allerdings früher und teilweise unabhängig.

Der von Chris Skinner in der Argumentation verwendete Artikel stammt aus den Vereinigten Staaten und wurde bereits am 21. April 2019 publiziert: 10 Vital Strategies to Use When Marketing to Generation Z. Er stellt fest, dass die Generation mit einer Mehrheit von 55% umweltfreundliche und/oder sozial verantwortliche Marken bevorzugt. Fridays for Future gewann aber erst mit dem globalen Aktionstag am 15. März 2019 in den Vereinigten Staaten an Dynamik. Bis dahin war die Anzahl der Demonstrationen im Lande sehr überschaubar:

https://www.fridaysforfuture.org/events/list

Auf der Suche nach der Relevanz von morgen

Treffen die zitierten Thesen von Chris Skinner und Daniel Klier zu, dann ergibt sich „Relevanz“ eben nicht aus der bilateralen Beziehung Anbieter/Kunde, sondern anderen Faktoren. Skinner nimmt immer wieder ausdrücklich Bezug auf die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen (bzw. Problemfeldern), den SDGs. Hierdurch ergibt sich Relevanz aus der Gleichrichtung auf diese Ziele.

Eine Blaupause für eine solche Strategie bietet der im November 2018 gestartete Finanzdienstleister Tomorrow. Er verbindet das digital Selbstverständliche mit einem gemeinsamen Anspruch Nachhaltigkeit bzw. Klimaschutz. Als Ergebnis wurden knapp neun Monate nach dem Start mit sehr bescheidenen Marketingaufwendungen und ohne Werbeprämien etc. mehr als 9.000 nach Aussage der offenen „Community“ überwiegend zufriedene Kunden gewonnen, die sich auch in den sozialen Medien für das gleiche Thema engagieren.

 

 

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Eigentlich verwunderlich, wie einfach Relevanz hergestellt werden kann, nach der so viele Anbieter streben und sich dabei in Digitalisierung und Kundenerlebnissen „verlieren“. Dies dürfte wohl leicht da überdurchschnittliche Wachstum der Umwelt-, Kirchen- oder anders (rund 15) wertegeprägten Banken in Deutschland erklären, die zwischenzeitlich immerhin kumuliert die Bilanzsumme der größten Sparkasse übertreffen.

Irgendwie erinnert diese Konstellation an die Urzeiten des Bankgeschäfts als Kaufmann und (Privat-)Bankiers als eine ähnliche Sicht der Welt/Dinge gemeinsame Geschäfte erst möglich machte.

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundsiebzig

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Titelbild/Bild: Szene aus dem zweiminütigen Werbefilm von LuxembourgForFinance produziert von der niederländischen Agentur Mookx Der erste Werbefilm SustainableFinance? – A first spot advertising for SustainableFinance?

Inhalt:  Finanzplatz Luxemburg – eine andere Welt; Die tun was; #Sustainable Finance – Anhaltende Innovationswelle; Banken brauchen Sinn für zukünftige Relevanz; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar BarCamp In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

5. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Finanzplatz Luxemburg – eine andere Welt

Nur 184 Kilometer Luftlinie trennen die Finanzplätze Frankfurt und Luxemburg. Trotzdem entsteht der Eindruck verschiedener Welten. Der „Beirat Sustainable Finance“ erarbeitet für die Bundesregierung Ansätze einer Strategie. In Frankfurt wurde erst im April 2019 das „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ gsfc-germany.com/ für „Die Etablierung weitsichtigerer und wirkungsvollerer Finanzmarktstrukturen durch die Implementierung zukunftsfördernder Finanzierungsstrategien“ formiert. Der H4SF – Hub for Sustainable Finance Germany als Diskussions- und Vernetzungsplattform besteht immerhin schon seit 2017.

In Deutschland wird Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft vielfach noch als Thema nur für institutionelle Investoren betrachtet. Privatanleger werden dagegen Spezialisten wie der GLS Bank und Triodos Bank Deutschland zugerechnet.

Ein scharfes Kontrastprogramm bietet dagegen der Blick nach Luxemburg. Die Börse ist als LGX – Luxembourg Green Exchange in der Spitzenliga neben London positioniert. Nachhaltige Anlageformen werden jetzt in einem Werbefilm SustainableFinance auch bei privaten Investoren beworben.

2019-07-02 LGX

Die tun was…

Goldman Sachs kündigte am 24.7.2019 die Bildung einer eigenen „Sustainable Finance Group“ an (Press release 24.7.2019). Ein Blick auf die Internetseiten der Bank zeigt, dass dies nicht die einzige Aktivität ist. Vielmehr engagiert sich die Bank u.a. finanziell bei der Finanzierung erneuerbarer Energien und Katastrophenanleihen GS Environmental Stewardship. Auch bei anderen US-Banken sind meist niedrige dreistellige Milliardenbeträge nachhaltigen Finanzierungszielen gewidmet.

Auch in Europa haben sich Großbanken stark für Nachhaltigkeit engagiert. Besonders beeindrucken erscheint dies bei der spanischen BBVA, die neben dem Klimaschutz auch andere Ziele verfolgt. Dies wird naturgemäß stark durch die Tätigkeit in Südamerika und den dort notwendigen Entwicklungen geprägt. „Pledge 2025“ ist eine umfänglich formulierte Ambition, die auch durch Veranstaltungen und (personell) gut ausgestattete Kanäle in sozialen Medien getragen wird.

2019-07-26 infographics-pledge-2025-bbva-2-1920x12047

Sehr informativ für nachhaltige Themen im Finanzsektor ist auch die Internetseite der Bank. Z.B. mit Artikeln von Antoni Ballabriga, Global Head of Responsible Business Debunking myths of sustainable finance.

#Sustainable Finance – Anhaltende Innovationswelle

BBVA arrangierte Ende März 2019 in Großbritannien den wohl ersten revolvierenden Kredit mit nachhaltiger Zweckbindung BBVA leads its first sustainable revolving credit facility in the UK with SSE.

Eine neue Klasse von Klimaanleihen bilden sogenannte „Transition Bonds“, die die Finanzierung von Maßnahmen zur CO2-Reduktion bei fossilen Energieträgern fördern. Bloomberg: How ‘Transition Bonds’ Can Help Polluters Turn Green. Vertreter der reinen Lehre mögen dies ablehnen, Pragmatiker sehen dies eventuell als Schritt in die richtige Richtung und eine beschleunigte Mobilisierung privaten Kapitals zur Reduktion von CO2.

Mit einem „Rhino Impact Bond“ über USD 50 Mio. über fünf Jahre soll der Betrieb von Reservaten für schwarze Nashörner in Kenia und Südafrika mitfinanziert werden. Klingt fast wie „schöne neue Welt“ oder auch „Entdecke die Möglichkeiten“.

Banken brauchen Sinn für zukünftige Relevanz

Der bekannte britische Autor und Berater Chris Skinner hat einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht: Banks need a Purpose other than making Money Tenor: Um für die junge Generation Z relevant zu sein, müssen sich Banken nachhaltigen Zielen zuwenden. Bereits 55% der heute unter Fünfundzwanzigjährigen würden ihre finanziellen Entscheidungen daran ausrichten, ob sie damit positive Ziele unterstützen.

„I’ve been blogging about sustainable finance, sustainable abundance and the UN’s Sustainability Development Goals (SDGs) over the past week, specifically, and over the past twenty years, generally. I think this is now coming to a head.“

Chris Skinner ist vor allem im Bereich Digitalisierung bzw. FinTech bekannt. Er verbindet diese Themen allerdings immer wieder mit der Realität und hält deshalb den Bezug zu Nachhaltigkeit für zwingend.

Ganz in diesem Sinne argumentiert auch der bei HSBC global für Strategie und Nachhaltigkeit verantwortliche Daniel Klier in einem Interview mit der Wirtschaftswoche:

„Mit der Finanzierung einer nachhaltigen Wirtschaft können wir (Banken) wieder einen relevanten Beitrag leisten“

Für die praktische Umsetzung im Finanzsektor wäre ein Blick in die Nachhaltigkeitsstrategie der KfW hilfreich. Sie könnte fast als Vorlage für das von der BaFin für das Jahresende avisierte Merkblallt Nachhaltigkeit dienen:

Was in Deutschland vielfach als Mindermeinung oder Nischenthema aufgefasst wird, könnte durchaus der Schlüssel für die eigene Existenzsicherung in der Kreditwirtschaft sein, wie bereits einmal in einem Beitrag 2017 umrissen wurde: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik, 28.8.2019

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Juli um einen weiteren Rang von 56 auf 55, eine stetige Entwicklung nach der großen Bewegung 72 auf 57 im Mai.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

 

 

 

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundsiebzig bis Eins

 

 

 

Der erste Werbefilm SustainableFinance? – A first spot advertising for SustainableFinance?

 

2019-08-04 LuxForFinance1

Beitragsbild Sequenz aus dem Spot von „LuxembourgForFinance“ s.u.

2. August 2019, aktualisiert 4.8.2019

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Ambitionen sind da und an der Strategie wird gerade gearbeitet. Anders in unserem Nachbarland Luxemburg. Dort ist die „Luxembourg Green Exchange“ (LGX) schon eine Größe.

I wonder whether it is the first, but in any case a nice one. A 2min trailer advertises for SustainableFinance at the Luxembourg Green Exchange. And it approaches everybody, not only institutional investors. Realisation by the Dutch studio Mookx.

Mit der niederländischen Agentur  Mookx produzierte LuxembourgForFinance, die Agentur zur Entwicklung des Finanzplatzes Luxemburg einen Trickfilm zu Nachhaltigkeit und den Möglichkeiten von SustainableFinance.

2019-08-02 luxembourforfinance_durable_filmanimation_Mookx

Mit dem Spot wird das vergleichsweise reichhaltige Angebot an nachhaltigen Wertpapieren an der „Luxembourg Green Exchange“ beworben:

2019-07-02 LGX

Bild: https://www.bourse.lu/lgx-international-securities

Und hier geht es zum zweiminütigen Spot: LuxembourgForFinance

Klimarisiken + Nachhaltigkeit – Neue Fokusthemen in der Finanzwirtschaft

Jahresbericht

18. Juli 2019

Dr. Ralf Breuer

Im Juli 2017 zeichnete sich ab, was heute Fakt ist: Klimarisiken und Nachhaltigkeit sind zentrale Themen für die Finanzwirtschaft. Klimarisiken aus dem Klimawandel und den notwendigen Anpassungsmaßnahmen, z.B. der „Energiewende“ hin zu erneuerbaren Energien, haben sich bereits tief in die Anlage-, Kredit- und Sicherheitenbestände hineingearbeitet. Mit dem heißen Rekordsommer 2018 war die Wahrnehmung für den Klimawandel deutlich größer geworden. Die jugendlichen Demonstrationen haben zusätzlich die Aufmerksamkeit der Gesellschaft weiter verstärkt. Folgerichtig arbeiten die internationalen Finanzaufseher intensiv an diesen Themen. Die Finanzbranche ist also gut beraten, den Schwerpunktthemen einen weiteren Fokus hinzuzufügen.

EU-Aktionsplan SustainableFinance

Die EU-Kommission stellte im März 2018 ihren „Aktionsplan SustainableFinance“ (Commission action plan on financing sustainable growth). Auffallend gering war die Beteiligung von Politik und Interessensvertretern aus Deutschland, was zumindest teilweise durch die zeitgleiche, schleppende Regierungsbildung nach der Bundestagswahl 2017 erklärt werden kann.

Erste Eckpunkte des Aktionsplans waren allerdings bereits im Juli 2017 erkennbar und wurden in diesem Blog thematisiert: Nachhaltigkeit auf dem Weg in Rechnungslegung und Regulierung?. Die Arbeit der High-Level Expert Group on Sustainable Finance (HLEG) wurde seinerzeit in Deutschland kaum zur Kenntnis genommen. Medienberichte hierzu waren ebenso eine Rarität wie die Zahl der deutschen Teilnehmer bei der Präsentation des Zwischenberichts vor 500 (Brüssel) bzw. 150 (London) Interessenten.

Die EU-Kommission setzte den Schlussbericht der HLEG vom 31. Januar 2018 (EN) bereits am 8. März 2018 in einen Aktionsplan um. Auch bei der Vorstellung des Plans durch das Präsidium der EU-Kommission, dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und Michael Bloomberg war das politische Deutschland nicht anwesend: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiunddreissig. Auch die deutsche Finanzwirtschaft war nicht prominent vertreten. Die „offizielle“ Beteiligung beschränkte sich weitestgehend auf Michael Schmidt, damals Geschäftsführer bei Deka Investment und Mitglied der HLEG.

„Offiziell“ fand der Aktionsplan in Deutschland erst ab ca. Mai 2018 Aufmerksamkeit, nachdem bereits das europäische Parlament dem Plan zugestimmt hatte. Aus dieser Zeit datieren auch die ersten öffentlichen Reaktionen der deutschen Branchenverbände (vgl. Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung).

BaFin – Nachhaltigkeitsrisiken wesentlich

Ebenfalls im Mai 2018 widmete die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dem Thema die Titelgeschichte in ihrem monatlichen BaFinJournal Mai 2018. Dem Artikel auf S. 15 stellten die Autoren die Gründe voran, weshalb Nachhaltigkeitsrisiken und insbesondere direkte und indirekte Folgen des Klimawandels für die Finanzaufsicht wesentlich sind:

„Nachhaltigkeitsrisiken (…) stellen für die Finanzwirtschaft sowohl direkt als auch indirekt eine Herausforderung dar. Zum einen können sich Schäden durch extreme Umwelt- und Klimaveränderungen oder durch die Folgen gesellschaftlicher Entwicklungen direkt auf Finanzmarktakteure auswirken, beispielsweise auf Versicherer. Zum anderen können daraus aber auch indirekte Risiken entstehen: Entwicklungen wie eine Stigmatisierung etablierter Technologien, kurzfristig veränderte politisch-ökonomische Rahmenbedingungen und ethisch-soziale Umwälzungen können zu bedeutsamen Wertverlusten der Aktiva und damit zu sogenannten Stranded Assets führen.“

Bedeutsame Wertverluste bei Vermögensgegenständen sind in Deutschland bereits in vielen Bereichen eingetreten, weitere sind vorhersehbar oder wahrscheinlich:

  • Die Diskussion um Dieselfahrverbote hat zu einem Rückgang der Werte gebrauchter Dieselfahrzeuge geführt. Hiervon sind auch die Restwerte in Leasingverträgen und Sicherheiten betroffen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag bezifferte die Belastung der Wirtschaft im April 2018 bereits mit € 500 Mio., davon € 100 Mio. im Automobilhandel, in dem es bereits Insolvenzen gab.
  • Die Automobilindustrie wird stark strukturell von einem vermehrten Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge betroffen. Die Fraunhofer-Gesellschaft bezifferte den Arbeitsplatzabbau bei 25% Elektroanteil im Jahr 2030. Aufgrund der deutlich geringeren beweglichen Teile steht den erwarteten 25.000 neuen Arbeitsplätzen ein Abbau von 75.000 gegenüber. Hiervon sind vor allem kleinere Zulieferer mit kleinen Produktpaletten betroffen, die ihren Sitz häufig in strukturschwachen Regionen haben.
  • Neben den mittelbaren strukturellen Auswirkungen werden Regionen und Kommunen unmittelbar stark belastet, da in vielen Bereichen Anpassungen an wärmere Temperaturen und die Energiewende notwendig werden. Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Bundesstaates New York: Mit dem Beschluss einer CO2-Neutralität im Jahre 2050 werden massive Investitionen in Infrastruktur, insbesondere auch in New York City notwendig. Etwa 10 Mio. Fahrzeuge sind in der Region zugelassen.
  • Nach dem Gutachten des Sachverständigenrats zur CO2-Besteuerung tagte am 18.7.2019 das „Klimakabinett“. Es ist absehbar, dass die Umsetzung von Vorschlägen im September zu weiteren erheblichen Belastungen für Unternehmen und Privatpersonen führen kann, auch wenn der Vorschlag Kompensationen zum Ausgleich vorsieht und die Besteuerung tatsächlich haushaltsneutral durchgeführt werden sollte. Details zur Sitzung am Ende des Beitrags.

Deutsche Finanzunternehmen nahezu ausnahmslos im aufsichtlichen Sinne von Nachhaltigkeitsrisken betroffen bzw. ausgesetzt.

BaFin – Erfolgsfaktor Nachhaltigkeit

Mit einer Ausgabe ihrer BaFinPerspektiven Ausgabe 2 2019 haben die Finanzaufseher ihre Auffassung zu den Risiken und auch den Chancen für den Finanzsektor noch einmal deutlich artikuliert.

Jahresbericht

Die Inhalte decken sich mit dem Programm und den Inhalten einer Konferenz mit 350 Teilnehmern aus der deutschen Finanzwirtschaft am 9. Mai 2019 in Berlin. Allerdings haben die „Botschaften“ der Finanzaufseher weite Teile der Branche noch erreicht. Eigene Erfahrungen legen dies nahe.

Dabei äußerte sich das Direktorium der BaFin sehr pointiert und eindringlich, was auch in einer begleitenden Pressemitteilung vom 9.5.2019 zum Ausdruck gebracht wird:

‚„Wer langfristig im Finanzsektor erfolgreich sein will, wird am Thema Nachhaltigkeit nicht mehr vorbeikommen“, sagte BaFin-Präsident Felix Hufeld zum Auftakt der ersten Konferenz „Nachhaltige Finanzwirtschaft“, die am 9. Mai im Umweltforum Berlin stattfand.‘

„Ziel der Veranstaltung war es, das Bewusstsein des Finanzsektors für materielle Risiken, aber auch für Chancen zu schärfen, die klimatische, ökologische und soziale Veränderungen für einzelne Finanzmarktakteure und den Finanzmarkt als Ganzes mit sich bringen können. Die knapp 350 Teilnehmenden erhielten einen Überblick über aktuelle europäische Regulierungsvorhaben und die aufsichtlichen Ansätze der BaFin und hatten zudem Gelegenheit, sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Aufsicht auszutauschen.“

Die mit der Pressemitteilung veröffentlichten Redemanuskripte des Direktoriums der BaFin sind gespickt mit markigen Sätzen, die keine Zweifel an der Wesentlichkeit von Nachhaltigkeit für die Finanzaufsicht zulassen:

„Und nun lädt auch noch die deutsche Finanzaufsicht zu einer Konferenz über „Nachhaltige Finanzwirtschaft“ ein. Tun wir das, um im Trend zu liegen? Nein, wir tun es, weil es eine Notwendigkeit ist.“

Begrüßung durch Felix Hufeld, Präsident der BaFin, 9.5.2019

„„Banken, die das Thema #Nachhaltigkeit vernachlässigen, setzen sich nicht nur erhöhten Risiken auf der Aktivseite oder erhöhten operationellen Risiken aus. Sie werden langfristig auch keine Investoren mehr finden“, sagte Röseler“

„Banken sind von Klimarisiken in vielerlei Hinsicht betroffen. Die direkten Risiken, also zum Beispiel Schäden durch Stürme, Überflutungen oder die schleichende Verschlechterung von Produktions- und Arbeitsbedingungen, können Banken unmittelbar treffen. Zum Beispiel dann, wenn das eigene Rechenzentrum durch einen Wirbelsturm beschädigt wird oder Filialen unter Wasser stehen. Noch gravierender für den Bankensektor sind aber die indirekten Risiken. Mit solchen Risiken haben wir es etwa dann zu tun, wenn Gebäude oder Produktionsanlagen, die von einer Bank finanziert wurden, durch ein Unwetter ramponiert oder völlig zerstört werden. Unter solchen Vorfällen leidet nicht nur die Kapitaldienstfähigkeit von Kunden, sondern auch der Wert der Kreditsicherheiten.“

Nachhaltigkeit als aufsichtliche Anforderung – Statement des Exekutivdirektors Bankenaufsicht, Raimund Röseler, 9.5.2019

Die Anforderungen an den Inhalt und die Qualität der Kundenberatung in der Finanzwirtschaft hat die BaFin bereits heute hoch angesetzt, werden allerdings nur von einem kleinen Teil der Kreditwirtschaft erfüllt:

„Demgegenüber gilt kundenseitig schon heute, dass Unternehmen in der Anlageberatung die Kriterien berücksichtigen müssen, die der Kunde nennt. Legt er zum Beispiel Wert auf eine grüne Geldanlage, muss dieser Wunsch schon heute bei der Anlageempfehlung berücksichtigt werden. Für die Kunden ist Transparenz wichtig, damit sie vergleichen können. Sie müssen wirklich nachhaltige Anlagen von solchen unterscheiden können, die nur einen grünen Anstrich tragen.“

Nachhaltigkeit als aufsichtliche Anforderung – Statement der Vizepräsidentin und Exekutivdirektorin Wertpapieraufsicht/Asset Management, Elisabeth Roegele, 9.5.2019

Nachhaltigkeit als Chance

Die BaFin sieht sich wesentlich bei Nachhaltigkeitsrisiken in der Pflicht und präzisiert deren Ursachen. Bei den Chancen verweist das Journal an einigen Stellen auf die Agenda 2030 der Vereinten Nationen bzw. deren 17 nachhaltige Entwicklungsziele, kurz SDGs für Sustainable Development Goals.

 

Nachhaltigkeit beinhaltet deutlich mehr Lebensbereiche als Klima- und Umweltschutz, z.B. auch Bildung und (bezahlbares) Wohnen, die gleichermaßen eine hohe Priorität für die Menschen haben:

2018-10-14 Bayernwahl

Quelle: WDR/infratest dimap, Kommentar zur bayerischen Landtagswahl 2018

Klima = Risiko, Nachhaltigkeit = Chance

Diese Auffassung deckt sich mit den Aussagen einer Vielzahl globaler Marktführer (vgl. z.B. HSBC Sustainable Finance Briefings 2017. Als Rahmen für die Chancen dient dabei die „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen, den sogenannten „SDGs“ (Sustainable Development Goals). Sie können als die 17 wichtigsten Problemfelder der Menschheit aufgefasst werden. Schritte zu ihrer Förderung sind damit Beiträge zur Sicherung der menschlichen Existenzfähigkeit auf dem Planeten Erde.

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Gastautorin Silke Stremlau, Vorstandsmitglied Hannoversche Kassen, beschreibt auf S. 53 dieses Verständnis, das dem verbreiteten Konsensus der globalen Finanzbranche entspricht:

„Die SDGs können hier eine gute Leitplanke sein. Sie formulieren erstmals eine genaue Definition bzw. Wertvorstellungen, welche gesellschaftlichen Ziele durch nachhaltiges Investment erreicht werden sollten. Sie artikulieren somit die dringlichsten Herausforderungen unserer Zeit und beschreiben damit auch für Finanzinvestorinnen und Finanzinvestoren relevante und materiell bedeutende Themen. Sie werden dadurch zum entscheidenden Orientierungsmaßstab für die treuhänderische Verantwortung von institutionellen Investoren weltweit.“

Leider trifft ein steigendes Interesse an Nachhaltigkeit bei der Geldanlage noch auf eine nur geringe Befähigung in der deutschen Finanzwirtschaft. Dabei ist das Thema in nahezu „allen Winkeln“ der Gesellschaft im täglichen Leben anzutreffen, wie eine kleine zufällige Fotosammlung verdeutlicht: Alltagsfotos Nachhaltigkeit.

Zu einer geringen Transparenz und lückenhaftem Beraterwissen kommen Reputationsprobleme nachhaltiger Anlageangebote, wie die im BaFinJournal Juni 2019 wiedergegebene Umfrage bestätigt.

Wie sich die Ziele konkret für Anlage- bzw. Investitionsentscheidungen nutzen lassen, ist in diesem Blog auf der Seite SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld) an Beispielen dargestellt.

Nachhaltige Finanzwirtschaft – die nächsten Stufen

EU-Aktionsplan

Am 18. Juni 2019 veröffentlichte die EU-Kommission vier relevante Dokumente zu ihrem Aktionsplan und der weiteren Berücksichtigung von Nachhaltigkeit.

2019-06-18 Sustainable Finance EU TEG interim reports

Die sehr umfangreichen Berichte mit rund 560 Seiten richten sich ganz überwiegend an Finanzinstitute, die auf den Aktionsplan und insbesondere den Klimaschutz verpflichtet werden sollen. Die enge Ausrichtung an ökologischen Themen überrascht, da der Aktionsplan ursprünglich als offen für alle Aspekte der Nachhaltigkeit vorgestellt wurde. Leider zeichnete sich die enge Fokussierung auf Umwelt- und Klimathemen schon frühzeitig ab: What goes wrong with #SustainableFinanceEU?.

Eine echte Hilfestellung für private Anleger können die Vorschläge für Indices als nachhaltige Benchmarks bieten. Hier herrscht derzeit eine große und verwirrende Vielfalt, was Nachhaltigkeit bei Finanzanlagen beinhaltet. Der vorgeschlagene Standard für „Green Bonds“ ist grundsätzlich ebenfalls hilfreich, trifft allerdings aktuell auf ein nur sehr kleines Angebot für private Anleger.

Ganz anders als vielfach erwartet ist die „Taxonomie“ als Klassifizierungsansatz nachhaltiger Anlage- bzw. Finanzierungsformen angelegt: Sie ist keine geeignete Grundlage für die Erfüllung konkreter Beratungspflichten, wie sie in den entsprechenden Vertriebsdirektiven für Banken (MiFid) bzw. Versicherern (IDD) festgelegt werden sollen. Vielmehr kann die Taxonomie als ein Handbuch für die Eignung von Produktanbietern und deren Kooperationspartner angesehen werden.

Sustainable Finance in Deutschland

Mit einer Presseerklärung vom 26. Februar 2019 formulierte die deutsche Bundesregierung den Anspruch „Deutschland zu einem Sustainable Finance-Standort“ zu machen. Hierzu soll eine „Sustainable Finance-Strategie“ entwickelt werden. Der beabsichtigte „Aufbau eines Sustainable-Finance-Beirats“ mündete bisher in dessen Konstituierung am 6. Juni 2019. Für den dritten deutschen Sustainable Finance Gipfel am 16.10.2019 wurde bereits die Präsentation erster Eckpunkte avisiert.

Hierzu hat der Beirat sich in vier Arbeitsgruppen organisiert:

  • Sustainable Finance-Strategie und Kommunikation
  • Finanzmarktstabilität und Risikomanagement
  • Offenlegung und Transparenz
  • Endkunden (Retail und Institutionell)

Gerade in Bezug auf die Endkunden darf die Vorstellung erster Ansätze im Oktober mit Spannung erwartet werden, da der EU-Aktionsplan in diesem Bereich derzeit keine guten Richtwerte bietet.

Finanzsektor und Klimaschutz

Zwar blieb die Sitzung des sogenannten „Klimakabinett“ am 18.7.2019 ohne konkrete Ergebnisse, aber die werden weiterhin schon für September 2019 avisiert. Mittlerweile zeichnet sich in Deutschland ein politischer Konsensus für Maßnahmen wie einer CO2-Besteuerung ab. Auch konservative Politiker fordern substanzielle Maßnahmen in Form von hohen Investitionen:

Der Vorsitzende der CDU/CSU Ralph Brinkhaus äußerte in einem Zeitungsinterview gestern (General-Anzeiger Bonn, 19.7.2019) seine Vorstellungen von einem zusätzlichen „Zukunftshaushalt“ für den Klimaschutz:

Die Grünen sprechen von einem 100-Milliarden-Fonds, meinen Sie diese Größenordnung?

Brinkhaus: Das wird nicht reichen. Wir müssen richtig viel Geld in die Hand nehmen. Das ist eine Anstrengung, die mehrere Hundert Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren kosten wird. Sonst ist das nicht zu machen.

Die Bewältigung des Klimawandels, der EU-Aktionsplan und die für die Finanzaufsicht relevanten Klimarisiken machen den Klimaschutz zu einem zentralen Thema für die Finanzbranche. In einigen Nachbarländern ist das längst erkannt. Während große Teile der deutschen Finanzinstitute kaum bei Nachhaltigkeit engagiert scheint, hat beispielsweise die niederländische Branche als erster Sektor seine formelle Unterstützung für den nationalen Klimapakt, den Klimaatakkoord erklärt (vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundsiebzig).

Fazit

Es wird sehr deutlich, was das Direktorium der BaFin mit seinen Aussagen bewirken wollte. Die Zitate fassen in Mahnungen, was bereits der Blogbeitrag vom 5.10.2019 nahelegen wollte: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft.

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundsiebzig

 

2019-07-12 dpa Maisfeld

Titelbild/Bild: Maisfeld bei D-59379 Selm, Nordrhein-Westfalen. Quelle: dpa via Twitter 12.7.2019 12:07h

Inhalt: Grüner Finanzmarkt – Lagebericht D 2019; Nachhaltige U.S. Fonds mit Rekordzufluß; CO2-Besteuerung: Historische Chance; Vermögensverwalter machen Druck: Koalition für Klimafreundlichkeit – TPI: Investoren kritisieren Unternehmensberichte – Klimaatakkoord – Klimapakt in den Niederlanden; Nachhaltigkeit + Finanzmarkt: Neue U.S. Gesetze; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar BarCamp In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

16. Juli 2019

Dr. Ralf Breuer

Grüner Finanzmarkt – Lagebericht D 2019

Die Climate Bonds Initiative (CBI) veröffentlichte am 12.7.2019 ihren Lagebericht zum „Grünen deutschen Finanzmarkt“. Der Bericht ist in deutscher und englischer Sprache erschienen: Germany Green Finance Report: Top 5 Global Ranking, EUR6.6bn issued in 2018, Strong start in 2019.

Für 2019 deutet sich ein neues Rekordvolumen für Neuemissionen an: Dank einer großen Platzierung der KfW (€ 3 Mrd.) wurde im ersten Halbjahr mit lediglich fünf Anleihen € 4,4 Mrd. und damit zwei Drittel des Gesamtvolumens 2018 von € 6,6 Mrd. erreicht. Am 10.7.2019 kamen weitere € 500 Mio. der Berlin Hyp hinzu.

2019-07-11 CBI Green Bonds

Quelle: CBI – Climate Bonds Initiative

Damit dürfte nach dem Rückgang 2018 (€ 8,7 Mrd. auf € 6,6 Mrd.) das Volumen im Gesamtjahr wieder steigen. Für 2020 berichtet CBI von Plänen der Bundesrepublik Deutschland staatliche Green Bonds zu platzieren. Am Beispiel der Niederlande wurde kürzlich deutlich, dass eine große Investorennachfrage nach bonitätsstarken Anleihen dieser Art besteht (vgl. Nummer Zweiundsiebzig).

Nachhaltige U.S. Fonds mit Rekordzufluß

Morningstar (Sustainable Funds in the U.S. Saw Record Flows in the First Half (11.7.2019) berichtet von Rekordzuflüssen bei 271 „nachhaltigen“ Fonds und ETFs in den USA: Mit USD 8,9 Mrd. in den ersten sechs Monaten wurde der Rekordjahr von USD 5,5 Mrd. für das Gesamtjahr 2018 bereits überschritten. Bei 15 aktiven und passiven Fonds wurde die Marke von USD 100 Mio. überschritten. Allein iShares erhielt im zweiten Quartal 2019 mehr als USD 2 Mrd. neue Mittel zur Verwaltung.

2019-07-11 Morningstar SusFunds

Bei den Fonds handelt es sich überwiegend um „ESG-Fonds“, die Kriterien aus Ökologie, Sozialem und Unternehmensführung berücksichtigen. Damit wird eine eher weichere Auffassung von Nachhaltigkeit verfolgt.

CO2-Steuer: Historische Chance

Am 12.7.2019 übergaben die sog. „Wirtschaftsweisen“ (Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung) ihr Sondergutachten zu einer CO2-Besteuerung in Deutschland. Das Gutachten empfiehlt unter dem Titel „Aufbruch zu einer neuen Klimapolitik“ die zeitnahe Einführung einer Steuer auf CO2-Emissionen. Sie soll ausschließlich dem Klimaschutz und der Kompensation von Bürgern dienen und nicht zur Finanzierung anderer Quellen herangezogen werden.

„Die aktuelle Debatte bietet die
historische Chance, die kleinteilige, teure und ineffiziente deutsche Klimapolitik so umzustellen, dass die Bepreisung von CO2 im Zentrum steht“

sagte Christoph M. Schmidt, der Vorsitzende des Sachverständigenrates.

Vermögensverwalter machen Druck

Koalition für Klimafreundlichkeit

Blackrock, Goldman Sachs, BNP Paribas, HSBC, Natixis, Amundi, State Street und Northern Trust bilden mit sechs nationalen Fonds eine Koalition zur Erfassung von Klimarisiken in Vermögenswerten. Sie sagten dem französischen Staatspräsidenten Macron zu, mit ihren kumulierten USD 15 Bio. verwalteten Vermögen die Unternehmen zu einem klimafreunlicheren Verhalten bewegen zu wollen.

https://www.climatechangenews.com/2019/07/12/asset-managers-worth-15-trillion-make-climate-risk-promise-macron/

TPI: Investoren kritisieren Unternehmensberichte

Ähnliche Absichten haben auch die 45 globalen Investoren, die z.Zt. die Initative TPI – Transition Pathway Initiative tragen. Sie verwalten zusammen rund USD 14 Bio.

2019-07-12 TPI

In ihrem TPI – State of Transition Report 2019 zeigen sie auf, dass nur 30% der untersuchten Unternehmen 2030 im Sinne des Klimaschutzabkommens von Paris handeln werden. Die Studie umfasst 274 börsennotierte Unternehmen in 14 Sektoren, die zu den größten CO2-Emittenten gehören. Sie stehen für rund 41 % der Emissionen aller notierter Unternehmen weltweit. Die Studie untersucht 1. die Management-Qualtität im Übergang zu CO2-ärmeren Produktionsverfahren und 2. die Emissionsentwicklung in Hinblick auf das Klimaschutzabkommen von 2015.

Der Bericht stellt gravierende Rückstände sowohl bei den Strategien zur CO2-Reduzierung als auch im Abstand zu den internationalen Klimaschutzzielen 2030 zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2° fest. Die Kernaussage der Studie ist, dass die Unternehmen, die die Voraussetzungen bereits erfüllen, die Möglichkeiten bzw. Chancen aufzeigen:

“The 20 companies that are aligned with below 2°C, or that will be on the basis of the emissions reduction targets they have set, show what is possible” (S. 5)

Klimaatakkoord – Klimapakt in den Niederlanden

In den Niederlanden hat der Finanzsektor als erste Branche einen nationalen Klimapakt (Klimaatakkoord) unterzeichnet. 50 Banken, Versicherer, Vermögensverwalter und Pensionsfonds sagten am 10.7.2019 dem niederländischen Finanzminister ihre Unterstützung zu. Der Klimaatakkoord ist die niederländische Ableitung des Klimaschutzabkommens von Paris zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2°.

Die unterzeichnenden Unternehmen verpflichteten sich, ab 2020 über die Klimawirkungen ihrer Anlagen zu berichten und bis 2022 Aktionspläne zur Verminderung des CO2-Ausstoßes vorzulegen. Die meisten Publikationen hierzu sind in niederländischer Sprache. Englische Kommunikation gibt es z.B. von ING Group und Triodos Bank N.V.. Der Klimaatakkoord wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Finanzsektor ausgearbeitet und liegt erst seit Ende Juni 2019 vor (vgl. Pressemitteilung der Triodos Bank N.V. vom 27.6.2019. Die niederländische Nationalbank ist bei dem Thema Klimarisiken eine treibende Kraft unter den internationalen Finanzaufsehern. Sie führt auch die „Dutch Sustainable Finance Platform“ (vgl. Nummer Dreiundzwanzig

 

2019-07-10 Klimaatakkoord

Foto: Twitter

Nachhaltigkeit + Finanzmarkt: Neue U.S. Gesetze

Am 10.7.2019 fand vor dem „U.S. House Committee on Financial Services“, dem Kongressausschuss für Finanzdiensdienstleistungen, eine Anhörung zum Thema „Aufbau einer nachhaltigen Wettbewerbswirtschaft: Eine Prüfung von Vorschlägen zur Verbesserung der Berichterstattung über ökologische, soziale und Komponenten der Unternehmensführung“ (Building a Sustainable and Competitive Economy: An Examination of Proposals to Improve Environmental, Social and Governance Disclosures) statt.

Konkret geht es um ein ganzes Paket von Gesetzesvorhaben, die im Entwurf vorliegen und öffentlich sind:

  • ESG Disclosure Simplification – Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung
  • Shareholder Protection – Aktionärsschutz
  • Corporate Human Rights Risk Assessment – Menschenrechte in Unternehmen
  • Climate Risk Disclosure – Berichterstattung über Klimarisiken

Die Gesetzesentwürfe sind über die Seite des Ausschusses zugänglich: U.S. House Committee on Financial Sevices

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In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

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Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundsiebzig

 

2019-06-18 Sustainable Finance EU TEG interim reports

Titelbild/Bild: Titelblätter der drei von der „Technical Expert Group on Sustainable Finance“ veröffentlichten Diskussionspapiere. Quelle: @EU_Finance via Twitter

Inhalt: EU-Aktionsplan Nachhaltige Finanzwirtschaft: 1. Stimmungsbild in Deutschland – Blinde Flecken der Wahrnehmung 2. Benchmarks – Referenzindices 3. Taxonomie-Klassifizierung nachhaltiger Anlagen und Finanzierungen 4. EU Green Bond Standard; BaFinJournal Juni 2019 mit Nachhaltigkeit; Staat New York mit ambitioniertem Klimaschutzgesetz; Finanzverbünde nun doch mit ApplePay In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

2. Juli 2019

Dr. Ralf Breuer

EU-Aktionsplan Nachhaltige Finanzwirtschaft

Am 18.6.2019 veröffentlichte die EU-Kommission gleich vier bedeutende Dokumente zu ihrem Aktionsplan: Die Diskussionsgrundlagen der Experten der „EU Technical Expert Group on Sustainable Finance“ aus ihren Arbeitsgruppen zu Benchmarks, der Taxonomie und einem EU Green Bond Standard sowie eine (nicht-legislative) Direktive für die Berichterstattung über klimabezogene Risiken. Allein die drei Expertenberichte mit insgesamt 560 Seiten bilden schon ein „Pfund“. Zu den einzelnen Teilen unten.

Stimmungsbild in Deutschland: Blinde Flecken der Wahrnehmung

Interessant sind in diesem Zusammenhang Stimmungsbilder, die die Union Investment in ihrem Ergebnisbericht zur Nachhaltgkeitsstudie 2019 zusammengefasst hat. Zwar wird die Regulierung als entscheidender Impulsgeber für Nachhaltigkeit in der instititutionellen Mittelverwaltung angesehen. Allerdings ist der groß angelegte und seit mehr als einem Jahr diskutierte Aktionsplan der EU-Kommission nur einem Drittel der befragten Anleger bekannt.

Union Erwartungen

Quelle: Union Investment, Ergebnisbericht Nachhaltigkeitsstudie 2019, 25.6.2019, S. 10

Union Regulierung

Quelle: Union Investment, Ergebnisbericht Nachhaltigkeitsstudie 2019, 25.6.2019, S. 15

Entsprechend ist es auch wenig überraschend, dass wenige als die Hälfte der befragten Investoren einen gut oder sehr guten Kenntnisstand voraussetzen. Es ist dagegen eher davon auszugehen, dass die tatsächlichen Werte deutlich schlechter ausfallen würden, wenn dies an spezialisierten Beratern gemessen würde.

Union Kenntnisse

Quelle: Union Investment, Ergebnisbericht Nachhaltigkeitsstudie 2019, 25.6.2019, S. 14

2. Benchmarks – Referenzindices

Der Teilbericht geht auf die Konstruktion von Referenzindices für das Klimaabkommen von Paris, Energiewende und die Nachhaltigkeitsberichterstattung ein. Er will vor allem der aktuellen Willkür bei der Konstruktion von vorgeblich nachhaltigen Indices entgegenwirken.

Diese kann an Beispielen (bzw. den auf ihnen basierenden ETFs) leicht illustriert werden:

  1. Naturaktienindex“ (NAI Index) mit 30 Unternehmen: „Für den NAI werden Unternehmen ausgewählt, die global zur Entwicklung ökologisch und sozial nachhaltiger Wirtschaftsstile beitragen.“ – Unter den Unternehmen ist kein einziger Finanzwert.
  2. Der „Deka Oekom Nachhaltigkeit ETF“ mit ebenfalls 30 Unternehmen basiert auf dem Solactive Eurozone Sustainability Index. Was sich ebenfalls nachhaltig liest, enthält aber in diesem Fall 35% Finanzwerte – also ein ganz anderes Themenverständnis.

2019-07-02 Deka Oekom ETF

Solche für Anleger kaum nachvollziehbaren Unterschiede in den gleichermaßen unter Nachhaltigkeit vertriebenen Produkten will die Expertengruppe ausdrücklich entgegenwirken.

3. Taxonomie – Klassifizierung nachhaltiger Anlagen und Finanzierungen

Der sperrigste und mit 414 Seiten umfangreichste Teil der Berichte ist die sogenannte „Taxonomie“ zur Klassifizierung nachhaltiger Anlage- und Finanzierungsinstrumente. Erfreulicherweise haben die Experten neben einer kurzen Zusammenfassung auch eine Art Kurzbeschreibung/Gebrauchsanweisung im Umfang von 26 Seiten bereitgestellt.

2019-06-18 Guide Taxonomy

Quelle: EU-Kommission 18.6.2019

Der Leitfaden gibt einen raschen Überblick über die Inhalte und die Anwendungsbereiche dieser sogenannten „Taxonomie“.

2019-07-02 Taxonomie Inhalte

Aus dem Themenüberblick wird deutlich, dass sich die Experten ausschließlich auf den Umweltbereich bzw. den Klimaschutz konzentriert haben. Damit wird der Begriff Nachhaltigkeit allerdings eng, nach vielfacher Auffassung viel zu eng ausgelegt. Dies ist unverständlich, weil der Plan der EU-Kommission prinzipiell für alle nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) offen wirkte. Dies zeichnete ihn gegenüber anderen Initiativen wie beispielsweise der britischen „UK Green Finance“ gerade aus. Mehr dazu in einem früheren Diskussionsbeitrag (EN): What goes wrong with #SustainableFinanceEU?.

Interessanter Aspekt: Während die Taxonomie lediglich Sachversicherungen im Zusammenhang mit Klimafolgen als Teil der Nachhaltigkeit ansieht, ist die Initiative „InsuResilience“ mit Beteiligung der Versicherungsindustrie deutlich weiter und wohl auch sachlich angemessener angelegt. Sie erfasst u.a. auch risikorelevante Themen im Bereich der Risikopräventition. Hier fehlte offenbar eine adäquate Vernetzung zu den seit zwei Jahren laufenden Aktivitäten: InsuResilience Projektseite der GIZ.

4. EU Green Bond Standard

Die Experten haben einen eigenen europäischen Standard für sogenannte Green Bonds bzw. Klimaanleihen vorgelegt, die zur Finanzierung von CO2-Reduktionen dienen. Dabei wurden gegenüber bestehenden Standards und auch den Vorschlägen der vorausgegangenen Expertenkommission HLEG schärfere Standards vorgeschlagen.

2019-07-02 Green Bond

Quelle: EU-Kommission, Auszug aus dem Diskussionspapier vom 18.6.2019

So sehr klare und hohe Standards zu begrüßen sind, stellt sich auch für diesen Teil der Expertenarbeit die Frage, wieso es denn nur grün und nicht auch sozial oder nachhaltig sein durfte. Auch im Anleihebereich finden sich vielfältige Erscheinungsformen, auch andere nachhaltige Entwicklungsziele zu fördern.

2019-07-02 LGX

Quelle: LGX – Luxembourg Green Exchange

BaFinJournal Juni 2019 mit Nachhaltigkeit

Auf der Titelseite des aktuellen Monatsjournals stellt die BaFin die Frage „Wie sicher ist nachhaltig?“ Der Artikel basiert auf einer repräsentativen Onlineumfrage vom Dezember 2018, die die BaFin in Auftrag gegeben hatte. 60% der Befragten gaben an, den Begriff „nachhaltige Geldanlagen“ noch nie gehört zu haben.

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Quelle: www.bafin.de

Als Motive stehen Klima- und Umweltschutz stark im Vordergrund. Aber auch humanitäre Aspekte wie Menschenrechte und die Armuts- bzw. Hungerbekämpfung haben für die Konsumenten eine hohe Priorität.

BaFin Motive

BaFinJournal Juni 2019 S. 27

Die Umfrage erhob auch ein Stimmungsbild zu dem von den Befragten beigemessenen Risiko verschiedener Anlagevarianten. Auffällig ist dabei die vergleichsweise geringe Differenzierung zwischen den tatsächlich risikoreicheren Direktanlagen und „klassischen Anlagen“ wie Sparbüchern sowie Investmentfonds.

BaFin Risiko

BaFinJournal Juni 2019 S. 30

Dies dürfte u.a. den auch im Vertrieb der deutschen Finanzwirtschaft wenig entwickelten Kenntnisstand widerspiegeln. Immerhin hatten in der oben zitierten Umfrage der Union Investment 53% der Befragen einen schlechten oder sogar sehr schlechten Kenntnisstand angegeben. Da es sich überwiegend um Auskünfte aus dem (quasi-)institutionellen Bereich handeln dürfte, ergibt sich für das Privatkundengeschäft wohl ein noch deutlicheres Bild der weitverbreiteten Unkenntnis.

Staat New York mit ambitioniertem Klimaschutzgesetz

Am 19.6.2019 verabschiedete der Senat des Bundesstaats New York das wohl ambitionierteste Klimaschutzgesetz der Vereinigten Staaten: Climate Leadership and Community Protection Act (CCPA). Das Gesetz sieht für das Jahr 2050 eine CO2-Neutralität mit einer 85prozentigen Reduktion des Ausstosses von Treibhausgasen vor. Die Energieerzeugung soll bis 2030 zu 70% (aktuell: 23%) auf erneuerbaren Energien beruhen.

Manche Bundesstaaten haben bereits Ziele einer CO2-Reduktion von 80% beschlossen. Washington D.C. dagegen sogar eine CO2-freie Elektrizitätsversorgung bis 2045. Dabei soll ganz auf Kompensationen verzichtet werden, was bei „Neutralität“ bzw. den angegebenen Zielen ansonsten nicht zwangsläufig der Fall ist.

Der Plan beinhaltet u.a. Investitionen zugunsten einkommensschwächerer Gemeinschaften (communities). Bereits im April 2019 hatte die Stadt New York City ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz verabschiedet. dessen Einhaltung schätzungsweise USD 4 Mrd. für die energetische Sanierung von Gebäuden in der Stadt voraussetzt.

Sowohl im Staat als auch in der Stadt New York sind die Vorhaben äußerst ambitioniert und kostspielig, da neben dem energetischen Zustand der Gebäude auch rund 10 Mio. Fahrzeuge betroffen sein werden. Zudem sind im Gesetz weitere Maßnahmen zum Schutz vor den absehbaren Auswirkungen des Klimawandels vorgesehen. (Pressemitteilung des Senats Bundesstaat New York 19.6.2019 (EN).

Finanzverbünde nun doch mit ApplePay

Am 26.6.2019 kommunizierten die Finanzgruppen der Genossenschaftsbanken und der Sparkassen, dass sie zukünftig doch ApplePay unterstützen. Für 2019 ist dies zunächst für Kreditkarten von MasterCard und Visa geplant. Eine Einbindungsmöglichkeit der Girocard (frühere EC-Karte) wurde ohne konkreten Zeitrahmen avisiert.

Insbesondere die Sparkassen hatten ursprünglich großen Widerstand signalisiert und von Apple die Öffnung seiner Schnittstelle für Dritte verlangt. Von dieser Position ist die Finanzgruppe zwischenzeitlich abgerückt.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Juni um einen weiteren Rang von 57 auf 56, nach der großen Bewegung 72 auf 57 im Mai.

https://diefarbedesgeldes.de/nachhaltige100/.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Vierundsiebzig bis Eins

 

 

 

Alltagsfotos Nachhaltigkeit

Beitragsbild: Bücher zu Nachhaltigkeit in der Buchhandlung Kayser , Hauptstr. 28, 53359 Rheinbach (https://kayser.buchhandlung.de)

Die nachfolgende Sammlung resultierte aus dem Aufräumen der Dateien auf dem Smartphone. Es handelt sich um zufällige „Alltagsbegegnungen“ mit dem Thema. Überwiegend in chronologischer Reihenfolge.

Gerne kann die Sammlung auch um Ihre Schnappschüsse erweitert werden. Bitte senden Sie die Fotos dann mit Datum und der gewünschten Quellenangabe an info@investabel.com.

D-53359 Rheinbach, 16.5.2019

Buchhandlung Kayser, Hauptstr. 28, – Nachhaltigkeit auf den Tisch!

Alle Fotos von Ralf Breuer mit freundlichen Genehmigung der Buchhandlung Kayser https://kayser.buchhandlung.de/shop/

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Nachhaltigkeit auf dem Büchertisch im Umland von Bonn und Köln ! Ein logischer Schritt in Zeiten von „FridaysForFuture“ mit einem reichlichen Dutzend Unterstützer in der Leserschaft. Eltern (https://parentsforfuture.de/) Großeltern,

Wissenschaftlern (https://www.scientists4future.org/,

Unternehmern  (https://www.entrepreneurs4future.de/)

sowie vielen Berufsgruppen (u.a. zuletzt neu https://kitaforfuture.de/https://paedagogenforfuture.org/) und viele mehr!

Wer etwas genauer hinsieht wird feststellen, dass Nachhaltigkeit weitaus mehr beinhaltet als Klimaschutz! Nachhaltigkeit im Sinne der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (17Ziele, engl. SDGs von „Sustainable Development Goals“) ist ein ganzheitliches Therapiekonzept für die Fortexistenz der Menschheit auf dem Planeten Erde!

 

F-30000 Nimes, 3.5.2018

In Südfrankreich wird augenfällig, dass die Römer bereits sehr dauerhaft bauen konnten. Die zwischen 90 und 120 n. Chr. erbaute Arena ist auch nach 1898 Jahren noch ein Veranstaltungsort mit 24.000 Zuschauerplätzen.

Die verkarstete Landschaft im Mittelmeerraum macht aber auch augenfällig, dass Nachhaltigkeit nicht mit Dauerhaftigkeit verwechselt werden sollte! Dauerhaft konnten die Römer bereits, nachhaltig leider nicht.


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Einige Ecken weiter befindet sich eine Filiale der zweitgrößten französischen Bankengruppe, Crédit Agricole mit dem Slogan „Die Bank der nachhaltigen Entwicklung“.

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Fünf der sieben größten französischen Banken haben Nachhaltigkeit bereits stark im Fokus und sind teilweise sehr stark engagiert. So z.B. BNP Paribas „Die Bank für eine Welt im Wandel“.

50667 Köln, 4.4.2017

Mineralwasserflasche im Café. Hersteller www.57wasser.com

2017-04-04 57wasser

53123 Bonn-Duisdorf, 28.4.2017

Werbung am Verkaufsständer für Grußkarten der Verlagshaus Gutekunst aus 53115 Bonn.

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27.9.2018

Werbebroschüre Edeka

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Baumarkt, 31.3.2018

Verkaufsständer für Sämereien der Marke „Kiepenkerl“ der Firma Nebelung 48351 Everswinkel.

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Amtsblatt der Gemeinde 53347 Alfter

Wir in Alfter, 13. Jahrgang Nr. 6 17.3.2018, S. 2. Werbeanzeige der Firma Hautnah Wäsche und Bademode · Christiane Pohl e.K. aus 53332 Bornheim.

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Wir in Alfter, 13. Jahrgang Nr. 9 28.4.2018, S. 10/11. Werbeanzeige der Firma Engels Bedachungen GmbH aus 53332 Bornheim.

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Prospekt Netto Marken-Discount, 10.4.2018

2018-04-10 Prospekt Netto Marken-Discount

Plakat Norma Filiale 14.3.2019

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Titelbild BaFinJournal Mai 2018, 15.5.2018

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Edeka Getränkemarkt, 28.5.2018

Werbekampagne der Firma Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG aus 54567 Gerolstein.

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Edeka Wochenprospekt 17.7. – 22.7.2018

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Wochenprospekt Aldi Süd 17.7. – 22.7.2018

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Hamburg im Bus gesehen

 

Bildergebnis für Lidl nachhaltigkeit zum Tragen

Quelle: https://www.hamburger-tierschutzverein.de/images/images/0991_2018-Q3/IMG_0041.JPG

Apropos: Neuerdings verbietet ein Gesetz in Tschechien dem Einzelhandel, Lebensmittel zu vernichten. In Frankreich ist dies schon seit 2016 der Fall. Mehr:

Prospekt Möbel Kurth, Alfter, als Beilage zum General Anzeiger, Bonn, 10.5.2019

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Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundsechzig

Inhalt:  Vorneweg… Klimaschutz ist mehr Nachhaltigkeit…; …aber Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz: EU-Taxonomie von Finanzanlagen – nur öko?; GLS Crowd mit Finanzierung in Rekordzeit; SRI, ESG, SDG – Etwas Entwirrung; Apple Pay in Deutschland gestartet; Kommen und Gehen bei FinTech; Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Beitragsbild: https://d-pt.ppstatic.pl/kadry/k/r/1/66/7b/59a6ae4e19eef_o,size,969×565,q,71,h,109ff2.jpg

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

17. Dezember 2018, ergänzt 18.12.2018 (Plädoyers Klimaschutz; Artikel Dr. Ossig, Bankenverband; GLS Crowd; Konsolidierung bei FinTech)

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg…

Auf dem Beitragsbild heißt es Gefahr, Unfall – symbolisch für den Verlauf und das Ergebnis der Weltklimakonferenz COP24 in Katowice. Aber auch für den Vorschlag der von der EU-Kommission eingesetzten Expertengruppe für die Klassifizierung nachhaltiger Finanzpositionen. Mit der Konzentration auf den Umweltschutz ist die dringend notwendige „Taxonomie“ viel zu eng angelegt. Nach all den optimistisch stimmenden Entwicklungen für mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft zwei derbe Dämpfer Mitte Dezember 2018!

Klimaschutz ist mehr Nachhaltigkeit…

Zu guter letzt gab es noch eine gute Nachricht von der Weltklimakonferenz: Die Beteiligten konnten sich in einer Konferenzverlängerung noch auf gemeinsame Schlusserklärung einigen. Mehr Berichtenswertes gibt es hier nicht. Das ist in den Medien alles geschrieben. „Klimaschutz lauwarm“ titelt der Bonner General-Anzeiger am 14.12.2018 auf S. 3 – völlig zu Recht.

Nummer Einundsechzig enthielt einen kurzen Bericht über das großartige Plädoyer der fünfzehnjährigen Greta Thunberg auf der Weltklimakonferenz. Am 14.12.2018 folgten Schüler in mindestens 14 Städten ihrem Beispiel und traten in einen Schulstreik für den Klimaschutz: Spiegel Online 14.12.2018. Auch eine Reihe von globalen Großunternehmen forderten zu einem konsequenteren Handeln auf, so z.B. BT Group Plc., Ikea und Mars (EN): Bloomberg 13.12.2018: From Mars to Ikea, Concerns Emerge About Vague Climate Rules.

…aber Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz: EU-Taxonomie von Finanzanlagen – nur ökö?

Am 7.12.2018 legte die für die Umsetzung des EU-Aktionsplans (vgl, Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung) Expertengruppe (Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG)) nach fünfmonatiger Tätigkeit ein Konsultationspapier für die „Taxonomie“ von Finanzanlagen vor: Invitation for feedback and expert workshops on taxonomy. Das Ergebnis ist kurz formuliert: Sehr enttäuschend.

Das 108 Seiten starke Dokument zeugt zwar von Arbeit, allerdings nicht von einem zielführenden Ansatz. Der EU-Aktionsplan setzte zwar beim Klimaschutz an, erschien aber offen für andere nachhaltige Entwicklungsziele. Dies ist im Konsultationspapier allerdings nicht erkennbar. Klimarisiken waren und sind nur eines von 17 UN-Teilzielen und ein guter Ansatz für den Angang an die Finanzwirtschaft, da sie hiervon stark betroffen ist und die Bankaufsichtsbehörden ebenfalls von dieser Erkenntnis geleitet werden.

2018-12-13 Glorreiche17

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Die Arbeit der Expertengruppe hat sich dagegen ausschließlich mit Umweltfaktoren beschäftigt. Damit wird auch die resultierende Klassifizierung (Taxonomie) sehr eng gefasst und auf folgende Gebiete begrenzt:

  1. Milderung des Klimawandels
  2. Anpassung an den Klimawandel
  3. Wasser und Ozeane
  4. Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung, Recycling
  5. Umweltverschmutzung
  6. Gesunde Ökosysteme

Damit wird aber nur ein enger Ausschnitt der globalen Probleme erfasst. Bei einer Orientierung an den SDGs wäre dies nicht der Fall und bspw. auch die Bekämpfung von Hunger sowie die Migration miterfasst.

Der Angang der EU-Experten erscheint vor allem deshalb sehr verwunderlich, weil sich das Konsensusverständnis seit dem Sommer 2017 stark gewandelt hat. Es stehen weniger die rückwirkend erfassten Werte für Ökologie, Soziales und Unternehmensführung (ESG) im Vordergrund, sondern vorausschauend nachhaltige Entwicklungsziele, die SDGs. Dieser Wandel ist auch im Rating zu erkennen, worüber hier kürzlich berichtet wurde: Nummer Neunundfünfzig.

Sofern die Expertengruppe ihre Arbeit so fortsetzt, wie es es das Konsultationspapier erwarten lassen muss, erscheint das Ziel in Gefahr, ein transparentes und nachvollziehbares Klassifizierungssystem zu erhalten, dass am Ende auch von privaten Geldanlegern als Entscheidungshilfe genutzt werden kann. Damit wird in der Konsequenz auch die ganze Intention des EU-Aktionsplans gefährdet.

Eine ausführliche „Würdigung“ (EN): What goes wrong with #SustainableFinanceEU?

Diese Entwicklung ist umso verwunderlicher als auch Branchenvertreter die Berechtigung von Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft anerkennen. Sicherlich hat der Klimaschutz hier eine prominente Bedeutung wie der aktuelle Beitrag des Hauptgeschäftsführers und Vorstands des Bundesverband deutscher Banken in Der Bank Blog zeigt: Christian Ossig: Klimaschutz macht vor Banken nicht halt Schlussfolgerungen aus der 24. Weltklimakonferenz in Kattowitz, 17.12.2018. Längst herrscht aber in der Branche ein umfassendes, an den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) orientiertes Nachhaltigkeitsverständnis, was sich bereits konkret in der Tätigkeit der globalen Branchenführer niederschlägt: Nummer Fünfunddreissig vom 16.4.2018

GLS Crowd mit Finanzierung in Rekordzeit

Dass Klima- und Umweltschutz auch beliebte Anlagethemen sind, zeigt die von der GLS Crowd am 14.12.2018 platzierte Finanzierung von autarq, einem Hersteller von Solardachziegeln aus Brandenburg. In nur 4,5 Stunden wurden € 1,25 Mio. eines Nachrangdarlehens platziert (7,5%, 3,5 Jahre, endfällig) Laut Pressemitteilung autarq vom 17.12.2018 konnten bereits in den ersten 15 Minuten € 195.000 eingeworben werden.

Auch bei der vorausgegangenen Platzierung einer Finanzierung der akvola Technologies GmbH aus Berlin, einem Spezialisten für Wasseraufbereitung, dauerte es lediglich knapp fünf Stunden, um Investoren für € 750.000 (7%, 6 Jahre, Ratenzahlung ab dem dritten Jahr) zu gewinnen. Laut Pressemitteilung der GLS Bank vom 24.10.2018 waren bereits nach 1,5 Stunden € 500.000 erreicht.

Anmerkung aus der o.g. Pressemitteilung: „Die GLS Crowd ist eine von der GLS Crowdfunding GmbH betriebene, von der GLS Bank unabhängige Schwarmfinanzierungsplattform mit Sitz in Frankfurt am Main, die sich auf die Vermittlung von Finanzierungen für nachhaltige Unternehmen und Projekte spezialisiert hat. Die auf der Plattform angebotenen Finanzierungen werden ihr von der GLS Bank zur Vermittlung vorgeschlagen. Die GLS Crowd bietet Investor*innen die Möglichkeit, Beträge von 250 bis 10.000 Euro in nachhaltige Vorhaben zu investieren“

SRI, ESG, SDGs – Etwas Entwirrung

Anlageangebote mit einem weiten Spektrum von Nachhaltigkeit

Nachhaltige Anlageangebote haben ein weites Spektrum und z.T. erheblich abweichende Interpretationen von Nachhaltigkeit. Für interessierte Privatanleger ist diese Vielfalt ebenso verwirrend wie Finanzjournalisten, so dass deren Beiträge meist auch nicht besonders erhellend und damit hilfreich sind. Insofern bietet der im Portal justETF erschienene Beitrag eine Ausnahme: Dominique Riedel: Nachhaltige ETF-Portfolios zum Selberbauen, 9.12.2018. Der Beitrag stellt übersichtlich die Gemeinsamkeiten der häufigsten Abkürzungen SRI (=socially responsible investments/sozial verantwortliche Investments) und ESG (environment, social, governance/Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) zusammen. Seltener ist „SDGs“ für die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (sustainable development goals) der Vereinten Nationen. Hierzu mehr unten sowie hier im Blog auf SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

ETFs nach SRI- und ESG-Kriterien bieten zwar eher eine schwächere Ausprägung von Nachhaltigkeit, aber sie ermöglichen es bei geringen Kosten und hohem Grad an Streuung mit einem besseren Gewissen anzulegen. Hierbei sind die Ausführungen von Frau Riedel sehr hilfreich. In beiden Kategorien ist es bei einem stetig steigenden Angebot (vgl. u.a. Nummer Einundsechzig) global oder auch regional zu investieren. Dabei werden die Informationen von einem gesunden Grundgedanken geleitet:

„Jeder Mensch definiert nach den eigenen Erfahrungen und Einschätzungen, was für ihn „nachhaltig” oder „ethisch” bedeutet. Genau so ist es mit den unterschiedlichen Index-Regelwerken im Bereich des nachhaltigen Investierens, auf denen ETFs basieren.“

Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Index-Familien im Überblick

Merkmal MSCI SRI-Reihe MSCI ESG Screened-Reihe
Aufgenommene Unternehmen die nach ESG-Kriterien besten 25% jedes Sektors; bestimmte Sektoren werden ausgeschlossen (siehe unten) bestimmte Sektoren werden ausgeschlossen (siehe unten);
keine Berücksichtigung von ESG-Ratings
Gewichtung Marktkapitalisierung Marktkapitalisierung
Marktabdeckung eher gering durch Ausschluss von 75% der Unternehmen eher hoch, da nur bestimmte Sektoren ausgeschlossen werden (ohne Berücksichtigung des ESG-Ratings)
Tracking Error potenziell höher durch geringere Marktabdeckung potenziell geringer durch höhere Marktabdeckung
Kosten i. d. R. höher als Mutterindex wegen Research-Kosten für SRI-Rating sehr ähnlich zum Mutterindex wegen minimaler Research-Kosten für einfachen Filteransatz
Modifikationen MSCI SRI 5% Capped
MSCI Select ESG and Trend Leaders
bisher keine
ETF-Portfolios Nachhaltigkeit SRI Global BIP
Nachhaltigkeit SRI Regionen BIP
Nachhaltigkeit ESG Screened Global BIP
Nachhaltigkeit ESG Screened Regionen BIP
Quelle: iShares; Stand: 05.12.2018 via justETF

Neuer Fonds auf nachhaltige Fremdkapitalfinanzierungen

Produkte mit einer Orientierung an den SDGs bilden bisher die Ausnahme. Allerdings nimmt zumindest für institutionelle Anleger das Angebot weiter zu. Der NN (L) European Sustainable Infrastructure Debt Fonds, der am 15. November 2018 aufgelegt wurde, erweitert die nachhaltige Produktpalette von NN Investment Partners (NN IP) und erfüllt die steigende Nachfrage Institutioneller nach Investitionen in Sachwerte.

„Der neue Fonds zielt darauf ab, ein diversifiziertes Portfolio aus europäischen Infrastrukturfinanzierungen aufzubauen, die einem Investment-Grade-Rating entsprechen und aus fünf Sektoren bestehen. Dazu zählen soziale Infrastruktur, alternative Energie, nachhaltiger Transport und Wasser- und Abfallwirtschaft sowie digitale Infrastruktur. Die geringe Korrelation von Infrastrukturanlagen mit den Konjunkturzyklen ist besonders für langfristige Investoren reizvoll, die ihre Portfolios diversifizieren, ihre Verbindlichkeiten matchen und solide Erträge erzielen möchten. NN IP nutzt mit dem neuen Fonds seine langjährige Erfahrung am Infrastrukturmarkt und hat seine Strategie weiterentwickelt, um sich auf Infrastrukturanlagen zu konzentrieren, die eine messbare Wirkung, einen Impact auf Gesellschaft und Umwelt haben, ohne die finanziellen Erträge zu vernachlässigen. …  Der Fonds strebt eine jährliche Bruttorendite von 3-4% und eine Duration von 12-15 Jahren an.“ Quelle: NN investment partners (DE)

Apple Pay in Deutschland gestartet – Zahlung + Nachhaltigkeit?

2018-12-11 ApplePay

Beitragsbild/Bild: Apple Pay

Mit einer Verspätung von vier Jahren gegenüber europäischen Nachbarländern sind jetzt auch in Deutschland Zahlungen mit Apple Pay möglich. Google Pay war im Juni 2018 gestartet. Die Vorteile beschreibt der Anbieter folgendermaßen:

„Apple Pay funktioniert ganz einfach. Und vor allem ganz sicher. Denn mit Apple Pay wird deine Kartennummer nie auf deinem Gerät oder Apple Servern gespeichert. Und Apple Pay speichert auch keine Daten zu deiner Transaktion, die auf dich zurück­zuführen sind. So kannst du sicher in Geschäften, Apps und im Internet bezahlen. Ganz einfach.“

 Quelle: Apple Pay

Wie funktioniert Apple Pay?

Tatsächlich werden weniger missbrauchsgefährdete Daten mit dem Händler ausgetauscht, da die Zahlung nur über eine Gerätenummer in Verbindung mit einem einmaligen Transaktionscode ausgelöst. Das Smartphone wird mit Fingerabdruck oder Gesichtserkennung entsperrt. Insofern können weder bei der Transaktion noch aus dem Gerät sensible Daten ausgelesen werden. Bei einem Geräteverlust ist damit im Gegensatz zu einer physischen Karte ein Missbrauch ausgeschlossen.

Nicht verwendbar sind Girocards ohne Zugang zu Maestro (d.h. Mastercard). Auch ist der von vielen Banken angebotene Zahlungsdienst VPay (Visa) nicht unter den Anbietern. Die Nutzung solcher Karten ist über die Angebote der Genossenschaftsbanken (Digitale Karten in der VR-Banking-App) und Sparkassen (Mobiles Bezahlen) möglich. Allerdings wird hier für Beträge ab € 25 wiederum ein PIN benötigt.

Zum Start sind die Banken in der nachfolgenden Übersicht mit Apple Pay im Angebot. Weitere Banken haben den Zahlungsdienst für 2019 avisiert.

Apple hat die Liste mit den teilnehmenden Banken veröffentlicht.

Quelle: Apple Pay

Mobile Zahlungen können nachhaltiger sein

In Deutschland werden rund 57 Mio. Smartphones genutzt (Quelle: statista 11.12.2018), die technisch reichlich dimensioniert sind. Gleichzeitig tragen alle 130 Mio. Bank- und Kreditkarten leistungsfähige Chips sowie Magnetstreifen, die zu einem erheblichen Teil nur wenig genutzt werden. Insofern wäre es deshalb naheliegend, andere Lösungen zu wählen, die diesen Materialeinsatz verringern. Eine Variante wären optische Lösungen (QR-Codes, vgl. Weniger Karten in die Brieftasche hier im Blog) oder die von den mobilen Bezahlangeboten genutzte NFC-Funktion der Smartphones, die dann auf den Karten selbst entfallen könnte.

Eine besonders interessante Lösung hat deshalb die Deutsche Bank zum Marktstart in das Angebot genommen: Eine vollständig virtuelle Karte, die allein elektronisch ausgegeben wird. Entgegen den Informationen auf der Internetseite der Bank kursierten zunächst Informationen, wonach Kunden zur Bestellung der Karte eine Filiale besuchen müssten. Dies hätte dieses Angebot natürlich verwässert, ist aber nicht der Fall: „Mit einem Deutsche Bank Konto erhalten Sie zur weltweiten Nutzung von Apple Pay eine virtuelle Mastercard Debitkarte (Deutsche Bank Card Virtual) – dauerhaft ohne Jahresgebühr. Diese können Sie im Rahmen der Apple Pay Aktivierung in der Deutsche Bank Mobile App bestellen.“ Homepage Deutsche Bank – Jetzt: Deutsche Bank mit Apple Pay.

Quelle: Jochen Siegert via Twitter/Deutsche Bank

Viel Andrang zum Start

Jochen Siegert hat auf Payment & Banking am 12.12.2018 seine persönlichen Eindrücke von der Auftaktveranstaltung in der Allianz-Arena in München geschildert: Launchevent von Apple Pay in Deutschland. „Michael Koch, verantwortlich für Online- und Mobilebanking der Deutschen Bank, sprach bezüglich von der MasterCard Debit-Karte und Apple Pay als dem stärksten Produktlaunch der Deutschen Bank überhaupt. Wesentliche KPIs hätten die Erwartungen weit übertroffen. So konnte die Deutsche Bank gestern Vormittag hohe dreistellige Kartenanträge pro Minute verzeichnen und die Besuche der Deutschen Bank Homepage war sechsfach höher als sonst. Dieser Kundenansturm ist sehr beeindruckend. Ich denke das Institut wird so alleine über 50.000 neue Karten am gestrigen Tag abgesetzt bzw. aktiviert haben. Auch ein Comdirect Mitarbeiter schrieb bei Twitter von einem selbstgesetzten Tagesziel von 10.000 Registrierungen (leider Tweet nicht mehr auffindbar) und die im Vergleich eher kleine Hanseatic Bank berichtete auch von 1.200 Registrierungen in den ersten Stunden.“

Akzeptanz ca. 50%

Die Einsatzmöglichkeiten in Deutschland dürften grundsätzlich bei 50% liegen, also überall dort, wo NFC-fähige Terminals genutzt werden. Zusätzlich ist aber eine Vereinbarung mit Apple Pay Voraussetzung. Die folgende Übersicht stellt die beim Start vereinbarten Akzeptanzpartner:

 

Bildergebnis für apple pay akzeptanz

Quelle: Apple Pay

Weitere Partnerbanken für 2019 avisiert

Quelle: Apple Pay

Die Zahlungsdienste im Kurzvergleich

Besonders bei der Freigabe der Zahlungsdienste auf dem Smartphone unterscheiden sich die Angebote Bei Apple-Pay und Google-Pay genügt die Freigabe des Handys bei Touch-ID oder Face-ID, um eine Zahlung zu legitimieren. Für Kleinbeträge ist bei Apple-Pay nicht einmal der Bildschirm des iPhones zu entsperren. Der Vorteil der einfachen Bedienbarkeit mit einer einzigen Aktion ist beim Bezahlen mit den Apps von Sparkasse und VR-Banken jedoch dahin. Bei Beträgen über 25 Euro ist es erforderlich, die Karten-PIN am Smartphone einzugeben.

Während bei Apple und Google nur Debit- und Kreditkarten genutzt werden können, binden die Bankenangebote auch die Girocards ein. Unterschiedlich ist natürlich auch, wer welche Daten hat. Da sind sie allerdings auf jeden Fall, fragt sich immer noch wo. Und das ist eher Geschmacksache.

Kommen und Gehen bei FinTech

Apple Pay kommt, Glase® geht

Am 11.12.2018 hat Glase® (früher SEQR) vormittags die Einstellung seines Zahlungsdienstes für den Nachmittag angekündigt. Ähnlich wie Apple Pay basierte das Angebot auf einem kontaktlosen Bezahlvorgang per NFC-Technik. (heise online 11.12.2018 – Mobile Payment: Glase gibt auf. Mittlerweile sind Neugründungen bei Zahlungsdiensten in einer Minderheit. „Payment-Startups können trotz der breiten öffentlichen Diskussion zum Thema mit zwei Prozent nur einen verschwindend geringen Anteil des Venture-Capital-Investitionsvolumens seit 2017 für sich verbuchen“ heisst es in der aktuellen comdirect Fintech-Studie. Der Markteintritt von Apple dürfte eher einen Konsolidierungsprozess beschleunigen.

Kommen und Gehen bei der Onlinevermögensverwaltung

Nach Santander (Sina) stellt auch die Werthstein GmbH ihr zum Jahresbeginn gestartetes (vgl. Nummer Sechsundzwanzig vom 12.1.2018) Angebot wieder ein: Pressemitteilung vom 17.12.2018: Werthstein GmbH stellt Geschäft ein. Die Bewegung im Markt für „Robo-Advice“ hat Heinz-Roger Dohms heute in Finanz-Szene.de beschrieben: Exklusiv: Deposit Solutions paktiert mit Robo-Advisor Quirion.

Eine Konsolidierung in diesem Markt war seit einiger Zeit sehr vorhersehbar: Kleiner Gesamtmarkt (ca. € 2 Mrd.) mit sehr vielen Anbietern (>40) bei sehr niedrigen Markteintrittsbarrieren aufgrund überschaubarer Investitionsaufwendungen: Robo-Advice – Viel Bewegung im Markt vom 17.11.2017.

 

Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn

Einige Aktive haben sich für den 12.2.2019 um 19h zu einem Stammtisch Nachhaltigkeit verabredet. Thematisch ist alles rund um CSR, ESG, SDGs, SRI, SustainableFinance sowie Globales und Lokales offen. Ort wird noch bekannt gegeben und je nach Interesse ausgewählt.

Warum 12.2.2019? Dann findet in Berlin der nächste Stammtisch Sustainable Finance Berlin statt. Der Plan ist, an diesem Abend die Aktivitäten in Bundeshauptstadt und Bundesstadt kommunikativ zu verbinden.

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundsechzig bis Eins

 

 

 

What goes wrong with #SustainableFinanceEU?

2018-01-31 SusFin

Grafic: EU Commission

13. December 2018

Dr. Ralf Breuer

The year 2018 fueled a lot of optimism into my views on sustainability in the financial industry. Getting started with the EU Action Plan on financing sustainable growth (#SustainableFinanceEU) many factors brought sustainability into the industry’s mainstream. Facing tremendous tail risks from climate the global leaders strongly confirmed this view. The long and hot summer with it’s drought and wildfires strongly built up a broad awareness for the changing climate moving it up on the political agenda. However, since the end of last week the optimism has become muted. And is not because of the lacking progress at the COP24 in Katowice, it is first of all the consultation pack published by the technical expert group (TEG) working on the taxonomy of assets as outlined in the action plan.

Disputable points disputed

The action plan found criticism mainly in two points:

1. Green supporting factor not logical

The EU Commission proposed a green supporting factor, i.e. reduced capital burdens for environmentally friendly assets. This is understandable as it shares the French view and secured a strong support. This was confirmed by President Macron’s personal engagement. From the regulatory point of view, it is rather „brown“ resp. „fossile“ to burden as this imposed tremendous tail risks on the financial industry.

2. The sequence of distribution directives and taxonomy

The commission almost immediately intended to amend the distribution directives for banks (MiFIDII) and insurance companies (IDD) and work out a classification for sustainable assets afterwards. For good reasons some from the industries doubted this sequence and proposed a different order.

Ecology should only be the gateway, not all

The action plan seemed open to all (17) sustainable development goals. Climate risk was a sensible approach as a „hook“ as this secured the support of the supervisory bodies because they see that the financial industry faces tremendous tail risks currently not covered in regulation. In addition, risks from climate change and energy transition have already deeply eaten into portfolios and collatoral pools.

However, the United Nations for good reasons set out 17 sustainable development goals (the „SDGs“) going far beyond ecology. Since 2017 the consensus view on sustainability turned in this – forward looking – direction, away from – historical – ESG criteria. The sustainability ratings will follow this move rather sooner than later.

In sharp contrast to this, the TEG has narrowed it’s terms of reference on environmental factors:

In line with the Commission’s legislative proposals of May 2018, the European Commission has set up a Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG) to assist it in developing;
• an EU classification system – the so-called taxonomy – to determine whether an economic activity is environmentally sustainable;
• an EU Green Bond Standard;
• benchmarks for low-carbon investment strategies; and
• guidance to improve corporate disclosure of climate-related information.

Taxonomy subgroup – Progress report p. 6

Thus, the outlined result will be a narrow one as well:

An EU taxonomy would fill these gaps, as it would inter alia:
 create a uniform and harmonised classification system, which determines the activities that
can be regarded as environmentally sustainable for investment purposes across the EU;
 address and avoid further market fragmentation and barriers to cross-border capital flows as
currently some Member States apply different taxonomies;
 provide all market participants and consumers with a common understanding and a
common language of which economic activities can unambiguously be considered
environmentally sustainable/green;
 provide appropriate signals and more certainty to economic actors by creating a common
understanding and single system of classification while avoiding market fragmentation
 protect private investors by avoiding risks of green-washing (i.e. preventing that marketing is
used to promote the perception that an organization’s products, aims or policies are
environmentally-friendly when they are in fact not);
 provide the basis for further policy action in the area of sustainable finance, including
standards, labels, and any potential changes to prudential rules.

Taxonomy subgroup – Progress report p. 7

The approach to taxonomy would be strongly flawed

1. Why only one goal?

The narrow approach focussing on environmental sustainability will heavily flaw the action plan. While market consensus and reality turned to SDGs and thus looking forward, the consultation pack sticks to ESG, strongly stressing the E for ecology. This stands in a sharp contrast to the strong growth of not climate-related instruments, e.g. at the Luxembourg Exchange LGX, where the number of „social bonds“ is increasing“.

Sustainable Finance should not be „one trick pony“. Climate change is a severe problem of sustainability, but unfortunately by far not the only one. Why should a taxonomy therefore exclude other burning questions like education, hunger, housing, inclusion etc.?

2. Historical ESG can be misleading

It is not straightforward, but also no rocket science to show, that the common historical sustainability benchmarks such as carbon footprint and ESG-Scores can be misleading for investment decisions with impact intentions in the future. The consultation document seems to confirm this outdated view starting with the NACA classification highlighting sectoral emissions (see Taxonomy subgroup – Progress report p. 9f).

The alternative is straightforward

According to a paper of the German sustainability rating agency imug (Wirkungsorientierte Investments zur Erreichung der UN Sustainable Development Goals – Impact investments to achieve the UN Sustainable Development Goals) the industry is on the move away from particular and individual ESG approaches to the SDGs, thus defining „a new normal“.

In some cases this normal is already put into practice, e.g. at the Dutch pension fund PGGM and APG Asset Management. Very impressive is the system of the German development finance agency DEG (KfW Group) which benchmarks the whole portfolio in development finance: We measure development outcome. The group is using a IOOI model (Input, Output, Outcome, Impact) that is also advocated by rating agencies, e.g. vigeo eiris.

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundfünfzig

2018-10-16 Bierkruege

Beitragsbild/Bild: ©picture-alliance/dpa/S. Hoppe via Twitter

Inhalt: Nachhaltigkeit? – Nicht unser Bier?; Erkenntnis aus der Bayern-Wahl; Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein; Zauberwort Nachhaltigkeit: Berater in Bedrängnis; Kontrastprogramm im Ausland; Bank of England mit Konsultationen zu den finanziellen Risiken aus dem Klimawandel; Rahmenwerk für Finanzen und Naturkapital; Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt: „Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

17. Oktober 2018, ergänzt 18.10.2018 (Präsidententreffen Rechnungshöfe)

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeit? – Nicht unser Bier?

Die Deutsche Welle hat in ihrem englischsprachigen Kanal einen interessanten Artikel veröffentlicht: Wie beeinflusst der Klimawandel die Gerstenernte und welche Folgen kann das für den Bierkonsumenten haben: Climate change could cause ’severe‘ global beer shortage. Der Artikel greift auf ernst zu nehmende Quellen zurück: Vermehrte Dürren verringen die Erntemengen für Gerste, was wiederum erhöhte Bierpreise nach sich ziehen könnte. Der vergangene heiße und trockene Sommer gibt den Überlegungen eine nachvollziehbare Plausibilität. Insofern: Nachhaltigkeit ist unser aller Bier! Das sahen die Wähler in Bayern offenbar ähnlich…

Erkenntnis aus der Bayern-Wahl

Spätestens nach den Reaktionen auf die beabsichtigte Rodung im Hambacher Forst und dem aufrüttelnden Weltklimareport sollte es nicht überraschen, dass Nachhaltigkeit bei den Wählern eine hohe Priorität hat. Gleich mehrer Aspekte standen bei den bayerischen Wählern ganz oben auf der Themenliste. Weniger bei den Politikern, was erheblich zur Erklärung des Wahlausgangs beiträgt.

Quelle: Twitter/Jörg Schönenborn, WDR, Daten: infratest Dimap

Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein

Am 16. und 17.10.2018 erschienen in einigen Medien Artikel zur Konferenz der Präsidenten der deutschen Rechnungshöfe: „Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein“. Grundlage ist der Prüfbericht zur Gestaltung der Energiewende in Deutschland: 2018 Sonderbericht – Koordination und Steuerung zur Umsetzung der Energiewende durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die in diesem Zusammenhang gemachten Bemerkungen. U.a. kündigte BRH-Präsident Scheller die Prüfung der Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie an.

2018-10-17 Nachhaltigkeit GA S. 5

Quelle: General-Anzeiger Bonn, 17.10.2018, S.5

Der Artikel als pdf: 2018-10-17 Nachhaltigkeit GA S. 5

Zwischenzeitlich ist auch ein Nachbericht zur Konferenz der Präsidenten der Rechnungshöfen von Bund und Ländern sowie Österreich und der Schweiz erschienen: Präsidentenkonferenz in Bonn (16./17. Oktober 2018) – Nachhaltigkeit rückt in den Fokus der Rechnungshöfe. Das Ergebnis mündete in einer gemeinsamen Erklärung der Präsidenten von Bund und Ländern, die Bonner Erklärung zur Nachhaltigkeit.

Zauberwort Nachhaltigkeit: Bankberater in Bedrängnis

Wieso gibt es nicht mehr nachhaltige Angebote für Privatkunden? Vieles heißt schon nachhaltig – laut Scope aktuell 641 in Deutschland zugelassene Fonds. Allerdings wird der Nachhaltigkeitsbegriff sehr unterschiedlich und weit gefasst interpretiert. Insofern ist es wenig verwunderlich, wenn sowohl Berater als auch Kunden ihre Schwierigkeiten sehen, dass jeweils verpackte Nachhaltigkeitsverständnis nachzuvollziehen.

Susanne Bergius hat diesem Thema im Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments Nr. 10 vom 12.10.2018 unter dem Titel „Zauberwort bring Berater in Bedrängnis“ auf S. 10ff. einigen Raum gewidmet. Vor allem die von der EU-Kommission geplante Beratungspflicht belebt die Diskussion. Vor allem in den großen Finanzgruppen zeigt man sich – diplomatisch formuliert – abwartend in Hinblick auf die Neufassung der Regulierung. Apropos: Für Regulierer ist Nachhaltigkeit bereits „wesentlich“, d.h. Regulierungsgegenstand geworden.

Der Status quo einer niedrigen Marktdurchdringung wird mit den verschiedensten Argumenten begründet: Fehlende Finanzbildung der Kunden, mangelnd Schulung der Berater. Problem sind aber wohl eher die Produkte, hinter die sich die Berater nicht stellen können. Der FairWorldFonds stützt diese These, da er auch vielfach auf eigene Initiative von Kundenberatern im Genossenschaftsverbund angeboten wird. Auf diese Weise hat der Fonds mittlerweile ein Volumen von € 1 Mrd. erreicht.

Zu dieser Einschätzung passen auch die Ausführungen des Finanzberaters André Gauter im letzten Absatz auf S. 13 bei Susanne Bergius mit der Überschrift „Gesunden Menschenverstand wecken“. Er schätzt den Beratungsbedarf auf 10 bis 20 Minuten. Auf die sind Berater leicht vorzubereiten, auch ohne langwierige Lehrgänge. Aus der Erfahrung von Investabel® ist das Thema leicht anzubringen, wenn man sich die Mühe macht. Die Logik ist leicht erklärt.

Kontrastprogramm im Ausland

Paris 28./29.9.2018

Kurz der erfreulichen Beinahe-Verdopplung der Teilnehmerzahl bei Sustainable Finance Gipfel Deutschland (Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland) fand in Paris eine Veranstaltung in ganz anderer Dimension statt: changeNOW konnte mehr als 6.000 Teilnehmer begrüßen. Unter den Sprechern war auch der CEO der Bankengruppe BNP Paribas.

Madrid 16.10.2018

Für weite Teile der deutschen Kreditwirtschaft stellt sich offenbar immer noch die Frage, ob Privatkunden nachhaltige Anlagemöglichkeiten angeboten werden sollen. Auf der Jahrestagung der spanischen Spainsif wurde dagegen am 17.10. in Madrid diskutiert, wie die Barrieren für Privatanleger überwunden werden können.

Großbritannien 15.-19.10.2018

Die Regierung veranstaltet in dieser Woche die erste Green Great Britain Week (Homepage) mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, darunter auch: HSBC Financing the Low Carbon Economy am 17.10.2018.

Terminliste nachhaltige Geldanlagen für Deutschland

Der deutschsprachige Raum ist keineswegs ohne Termine. Erfreulich die große Anzahl von Veranstaltungen zu nachhaltigen Geldanlagen in der Terminübersicht FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen.

Aktuell findet in Hamburg die FINTECH Week statt. Zum Ende lädt comdirect zu einem Treffen von Finanzbloggern ein und ist Veranstalter des comdirect Finanzbarcamp mit Vergabe des finanzblog award. Investabel® wird teilnehmen und freut sich auf viele persönliche Kontakte.

Bank of England mit Konsultationen zu den finanziellen Risiken aus dem Klimawandel

Im Sinne einer vorsichtigen und vorsorglichen Finanzmarktregulierung wird die Bank of England finanzielle Risiken aus dem Klimawandel in der Regulierung verankern. Darüber hinaus verordnet sie eine Verantwortung auf Vorstandsebene. Am 15. Oktober 2018 hat sie die Konsultationen zu einem Entwurf für eine entsprechende aufsichtliche Anordung eingeleitet. Rückmeldungen der Finanzwirtschaft sind bis zum 15. Januar 2019 einzureichen.

Quelle: Twitter/Financial Times vom 15.10.2018

Quellen: Pressemitteilung (EN) vom 15.10.2018Consultation Paper 23/18

Rahmenwerk für Finanzen und Naturkapital

Die „Natural Capital Coalition (the Coalition)“, die „Natural Capital Finance Alliance (NCFA)“ und die niederländische „Vereinigung von Anlegern für nachhaltige Entwicklung (VBDO)“ haben ein Rahmenwerk erarbeitet und veröffentlicht: Connecting Finance and Natural Capital. Es soll Finanzinstitutionen unterstützen, die globalen Auswirkungen der Veränderungen der natürlichen Lebensräume auf ihre Portfolien zu ermessen.

Das Rahmenwerk soll ab November durch eine weltweite Hitzekarte (heat map) sowie eine Datenbank ergänzt werden, mit die Risiken nach Regionen und Branchen besser eingeschätzt werden können. Einen anschaulichen Bericht hierzu gibt es bei TriplePundit: Amy Brown, New Tool Aims to Unlock Natural Capital Integration for Financial Institutions, 15.10.2018.

Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt:

„Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt

Immer wieder neue Schlagwörter in sozialen Medien. Warum nicht einmal einige mit dem Doppelkreuz „#“ markierte Schlagworte zusammenstellen und erläutern? Hashtags bzw. eingedeutscht „Häschtäcks“ sollen grundsätzlich das thematische Auffinden von Botschaften in sozialen Netzwerken erleichtern. Manchmal haben sie aber auch nur einfach den Status eines Mottos oder eher gar keine Bedeutung.

Die Idee entstand zufällig durch eine Fernsehwerbung: Da warb eine Bank im deutschen Fernsehen mit #bankingforfood. Also mal bei Twitter geschaut und daraus wird vielleicht irgendwann mal so etwas wie eine „Häschtäck-o-nomie“ (in Anlehnung an die geplante „Taxonomie“ von Finanzinstrumenten in Hinblick auf Nachhaltigkeit) der europäischen Finanzwelt. Gerne werden weitere Anregungen aufgenommen (Bitte Mail an info@investabel.com).

#Nachhaltigkeit #Sustainability #Durabilité #Sostenibilidad

#nachhaltig #sustainable #durable #sostenible

#SustainableFinance #SustainableFinanceEU – Im März 2018 vorgestellter Aktionsplan der EU-Kommission auf Basis der @HLEG – High Level Expert Group

#h4SF – Hub for Sustainable Finance Germany (Deutsche Börse AG + Rat für Nachhaltige Entwicklung Deutschland), er organisierte am 25.9.2018 den zweiten Sustainable Finance Gipfel Deutschland

#SFGD17, #SFGD18 – Sustainable Finance Gipfel Deutschland, zuletzt 25.9.2018

#SDGs – Die 17 nachhaltigken Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Finance Goals, SDGs)

#ACT4SDGs #WeACT4SDGs (globale Kampagne für die SDGs am 25.9.2018)

#changenowsummit – Veranstaltung am 28.9.2018 mit 6.000 Teilnehmern in Paris und prominenter Beteiligung großer französischer Banken. Im Zuge der Veranstaltung wurde auch ein Schlagwort wiederbelebt:

#ActForImpact – Handeln für positive Nachhaltigkeitswirkungen (im Sinne der SDGs)

#bankingforfood – Initiative der niederländischen Rabobank. Einsatz des Bankgeschäftes um eine zuverlässige Versorgung der Weltbevölkerung sowie faire Bedingungen in den Erzeugerländern zu unterstützen. Mehr dazu auf der deutschen Seite von Rabodirect

#AllemGewachsen (Sparkassen, selten verwendet) – Wozu er wohl kreiert wurde…

#denngeldkannsovielmehr (Triodos Bank Deutschland) – Eher ein Motto…

#PositiverBeitrag #PositiveImpact (Deutsche Bank, aktuelle Kampagne) – Hat definitiv wenig bis nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Leicht zu verwechseln mit #ImpactInv oder #ImpInv für wirkungsorientierte Investments

#sharedichdrum (GLS Bank) – Auch kein schlechtes Motto…

 

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

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Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundfünfzig

2018-10-10 IPCC Report

Beitragsbild/Bild: Titelseite des Weltklimaberichts 2018 www.ipcc.ch

Inhalt: Klimaschutz auf allen Kanälen – Vorsicht bei der Geldanlage; FairWorldFonds mit € 1 Mrd.; GLS Bank mit dem B.A.U.M. Fair Future Fonds; InsuResilience – Risikoprävention auch im Vorfeld; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

10. Oktober 2018

Dr. Ralf Breuer

Klimaschutz auf allen Kanälen – Vorsicht bei der Geldanlage

Dieselfahrverbote, Sommerdürre, Hambacher Forst und nun noch der aufrüttelnde Weltklimabericht haben die Diskussionen um Klimaschutz, Klimawandel und Energiewende kräftig befeuert. Zudem wurden noch zwei Ökonomen mit dem Fokus Nachhaltigkeit mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet.

Interessant ist das öffentliche Meinungsbild, wonach beispielsweise die Erhaltung des  Hambacher Forstes nicht ein rein linkes/grünes Thema ist, sondern eine breite Zustimmung im Land Nordrhein-Westfalen hat:

In den sozialen Medien wird auch ein verstärktes Interesse in Geldanlagen mit dem Ziel Klimaschutz erkennbar. Leider ist der CO2-Fußabdruck aber nicht unbedingt eine gute Leitlinie für Anlagekonzepte. Ausführlich hierzu der immer noch aktuelle Beitrag: Klimaschutz ein guter Ansatz, aber…

 

FairWorldFonds mit € 1 Mrd. Volumen

Immer wieder werden fehlende Finanzbildung der Bevölkerung und mangelnde Beraterschulung als Gründe für den geringen Anteil nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland angeführt. Immerhin sind hierzulande gemäß www.fondscheck.de derzeit 641 als „nachhaltig“ etikettierte Fonds mit einem Volumen von € 158 Mrd. zum Vertrieb zugelassen. Allerdings ist das Verständnis von Nachhaltigkeit sehr breit gestreut. Das ist evtl. auch Teil der Erklärung für den Erfolg des von „Brot für die Welt“ mitgetragenen Mischfonds:

Der von der GLS Bank mitinitiierte FairWorldFonds hat die Marke von € 1 Mrd. Fondsvolumen überschritten. Er wurde am 18.5.2018 nach 11 Monaten wieder für neue Anleger geöffnet und hatte rund € 940 Mio. verwaltete Mittel. Mit Renditen um die 3% und dem entwicklungspolitischen Anspruch trifft er offenbar den Geschmack vieler Anleger, offenbar auch außerhalb der Umwelt- und Kirchenbanken.

GLS Bank mit dem B.A.U.M. Fair Future Fonds

Die GLS Bank hat einen neuen Aktienfonds initiiert, der weltweit in Aktien kleiner und mittelständischer Unternehmen investiert. Aus der Produktbeschreibung auf der Internetseite der GLS Bank: „Der B.A.U.M. Fair Future Fonds ist ein Aktienfonds, der vorwiegend in kleine und mittelständische Unternehmen investiert. Es werden gezielt Aktien von Unternehmen ausgewäht, die Ressourcen so sorgsam und schonend einsetzen, dass die Ökosysteme der Erde nicht geschädigt werden und ihre Regenerationsfähigkeit erhalten bleibt. Ein wichtiger Aspekt des Nachhaltigkeitsverständnisses des Fonds ist eine Gesellschaft der sozialen Verantwortung und des respektvollen Miteinanders.

Initiator des Fonds ist der Gründer des B.A.U.M. e.V. Prof. Dr. Maximilian Gege. Er entwickelte insbesondere die umfangreiche Bewertungsmatrix für die Titel. Sein Ansporn: Anlegern*innen die Chance zu geben, an einer nachhaltigen Stärkung des Mittelstandes zu partizipieren.“

Interessant ist auch die Titelauswahl durch einen 14köpfigen Nachhaltigkeitsbeirat mit Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker als prominentesten Vertreter. U.a. engagieren sich auch die frühere niedersächsische Umweltministerin Monika Griefahn sowie Dr. Bachmann und Prof. Bassen vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (Produktpräsentation der GLS Bank S. 13.

InsuResilience – Risikoprävention der Versicherer auch im Vorfeld

„Positionen“, das Magazin der Deutschen Versicherer www,gdv.de berichtet im aktuellen Heft über Präventionsmaßnahmen für Starkregen. Unter InsuResilience ist eine Initiative zusammengefasst, die die Prävention und Bewältigung von Klima- und Katastrophenrisiken verbessern soll. Sie wurde auf der Klimakonferenz 2017 formell gegründet. Einzelheiten (engl.): InsuResilience Global Partnership.

Diese Entwicklung wird begleitet durch eine neue Kategorie von Finanzinstrumenten, die nicht nur Katastrophenrisiken abdecken, sondern durch die Finanzierung von Präventionsmaßnahmen Risiken mindern: Resilience Bonds (engl.) Resilience Bonds

„Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt

Immer wieder neue Schlagwörter in sozialen Medien. Warum nicht einmal einige mit dem Doppelkreuz „#“ markierte Schlagworte zusammenstellen und erläutern? Hashtags bzw. eingedeutscht „Häschtäcks“ sollen grundsätzlich das thematische Auffinden von Botschaften in sozialen Netzwerken erleichtern. Manchmal haben sie aber auch nur einfach den Status eines Mottos oder eher gar keine Bedeutung.

Die Idee entstand zufällig durch eine Fernsehwerbung: Da warb eine Bank im deutschen Fernsehen mit #bankingforfood. Also mal bei Twitter geschaut und daraus wird vielleicht irgendwann mal so etwas wie eine „Häschtäck-o-nomie“ (in Anlehnung an die geplante „Taxonomie“ von Finanzinstrumenten in Hinblick auf Nachhaltigkeit) der europäischen Finanzwelt. Gerne werden weitere Anregungen aufgenommen (Bitte Mail an info@investabel.com).

#Nachhaltigkeit #Sustainability #Durabilité #Sostenibilidad

#nachhaltig #sustainable #durable #sostenible

#SustainableFinance #SustainableFinanceEU – Im März 2018 vorgestellter Aktionsplan der EU-Kommission auf Basis der @HLEG – High Level Expert Group

#h4SF – Hub for Sustainable Finance Germany (Deutsche Börse AG + Rat für Nachhaltige Entwicklung Deutschland), er organisierte am 25.9.2018 den zweiten Sustainable Finance Gipfel Deutschland

#SFGD17, #SFGD18 – Sustainable Finance Gipfel Deutschland, zuletzt 25.9.2018

#SDGs – Die 17 nachhaltigken Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Finance Goals, SDGs)

#ACT4SDGs #WeACT4SDGs (globale Kampagne für die SDGs am 25.9.2018)

#changenowsummit – Veranstaltung am 28.9.2018 mit 6.000 Teilnehmern in Paris und prominenter Beteiligung großer französischer Banken. Im Zuge der Veranstaltung wurde auch ein Schlagwort wiederbelebt:

#ActForImpact – Handeln für positive Nachhaltigkeitswirkungen (im Sinne der SDGs)

#bankingforfood – Initiative der niederländischen Rabobank. Einsatz des Bankgeschäftes um eine zuverlässige Versorgung der Weltbevölkerung sowie faire Bedingungen in den Erzeugerländern zu unterstützen. Mehr dazu auf der deutschen Seite von Rabodirect

#AllemGewachsen (Sparkassen, selten verwendet) – Wozu er wohl kreiert wurde…

#denngeldkannsovielmehr (Triodos Bank Deutschland) – Eher ein Motto…

#PositiverBeitrag #PositiveImpact (Deutsche Bank, aktuelle Kampagne) – Hat definitiv wenig bis nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Leicht zu verwechseln mit #ImpactInv oder #ImpInv für wirkungsorientierte Investments

#sharedichdrum (GLS Bank) – Auch kein schlechtes Motto…

 

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Einundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Einundfünfzig

 

2018-10-04 Infografik-Mobility-Startups_JPEG

Beitragsbild/Bild: Übersicht über Zahlungsdienste für  Mobilitätskonzepte. Quelle: Payment & Banking 4.10.2018

Inhalt: Neue Mobilitätskonzepte und Zahlungsdienste; Nachlese Sustainable Finance Gipfel Deutschland am 25.9.2018; DZ Bank begibt „Green Bond“ über € 250 Mio.; Vermögensverwaltung online: Später Start, frühes Ende; „Fonds professionell“ mit „grünen Neuheiten“; In eigener Sache: Investabel® wieder unter den #Nachhaltige100; CSR Blogparade Raum Köln/Bonn; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

4. Oktober 2018

Dr. Ralf Breuer

Neue Mobilitätskonzepte und Zahlungsdienste

Mit dem Beitrag Mobility Start ups – ein Überblick vom 4.10.2018 widmen sich Nicole Nitsche und Kilian Thalhammer im Blog von Payment & Banking den Zusammenhängen zwischen (neuen) Mobilitätskonzepten und (innovativen) Zahlungsdiensten.

Die Einleitung bringt es auf den Punkt: „Mobility steht für Mobilität und somit Beweglichkeit im sozialen Sinne. Staus und Ineffizienz führen in vielen europäischen Städten zu verschwendeter Zeit und damit verbundenen Kosten für Wirtschaft und Umwelt. Wer kennt es nicht, das ewig lange Warten im Stau? Werft doch mal einen Blick auf diese Startups, die wir in unser Infografik vorstellen. Alle von ihnen wurden in jüngerer Zeit gegründet und jeder von ihnen könnte in naher Zukunft erhebliche und positive Auswirkungen auf den öffentlichen Nah- und Güterverkehr haben.“

Auf wohltuende Art und Weise schildern die Autoren die Zusammenhänge und die bereits vollzogenen Entwicklungen. Schließlich sind Zahlungsdienste und innovative Dienstleistungen kein Selbstzweck, wie es leider vielfach den Anschein hat: Die FinTech-Welt ist (k)eine Scheibe!. Leider werden große Themen zu oft silomäßig gedacht und bearbeitet. Dabei gilt aber: Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen.

Nachlese Nachhaltigkeitsgipfel am 25.9.2018

Der Hub for Sustainable Finance lud am 25. September zum „Zweiten Sustainable Finance Gipfel Germany“ ein. Auf diesem Gipfeltreffen der aktiven Netzwerkakteure mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden wichtige Aspekte zur Stärkung nachhaltiger Finanzwirtschaft, aktuelle Entwicklungen und nötige Weichenstellungen für die kommenden Monate diskutiert.

Gegenüber dem ersten Gipfel 2017 war der Rahmen mit 280 gegenüber 150 Teilnehmern deutlich größer. Die Stimmung deutlich verändert, eher ungeduldig auf konkretere Schritte wartend. Die lange Zeit der Regierungsbildung und die medial dominierenden Querelen in der Koalitition haben wohl einiges verzögert. Informationen zum Gipfel: Zweiter Sustainable Finance Gipfel Deutschland.

Deutschland wartet im Basislager auf den Aufbruch!

Deutschland im internationalen Vergleich bestenfalls in einem Basislager (vgl. Gastbeitrag in Finanz-Szene.de 25.9.2018, aber das wird immer besser gerüstet, u.a. mit der nun erfolgten Gründung des „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ Das GSFC ist ein Zusammenschluss der Accelerating Sustainable Finance Initiative der Deutschen Börse und dem Green Finance Cluster Frankfurt des Hessischen Wirtschaftsministeriums. Weitere Informationen: https://gsfc-germany.com/.

Vor diesem Hintergrund sollte die Finanzwirtschaft dringend bei der Aktualisierung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen werden (vgl. Beitrag Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Kanzleramtsminister Helge Braun betonte folgerichtig, dass die Bundesregierung den EU-Aktionsplan unterstützt. Da das Bundeskanzleramt die Nachhaltigkeitstrategie als „Chefsache“ verantwortet, ist zu hoffen, das die Umsetzung des Plans im Sinne der Empfehlung des Deutschen Bundesrates zeitnah realisiert wird. Die Ausführungen von Levin Holle, Leiter der Finanzmarktabteilung im Bundesfinanzministerium, nähren diese Hoffnung.

 

Sofern die Bundesregierung bald die auf dem Gipfel avisierten Impulse geben sollte, sollten sich die Dinge auch in Deutschland erheblich beschleunigen lassen. Allerdings ist bedauerlich, dass die Veranstaltung nur sehr wenig Resonanz in den Medien fand. Offenbar waren den Berichterstattern Kanzleramtsminister Parlamentarischer Staatssekretär sowie hochrangige Beamte nicht hinreichend prominent.

DZ Bank begibt „Green Bond“ über € 250 Mio.

Die DZ Bank hat wie avisiert eine „grüne Anleihe“ mit einem Volumen von € 250 Mio. mit einer Laufzeit von fünf Jahren begeben. Der Festzins beträgt 0,5% p.a. Die Anleihe wird in Luxemburg notiert. Über die Luxembourg Green Exchange sind auch die relevanten Unterlagen und Handelsdaten zugänglich.

Es ist der erste „Green Bond“, den das genossenschaftliche Zentralinstitut auf den Weg bringt. Die Mittel der Investoren fließen ausschließlich in ein Projekt zum Klima- oder Umweltschutz, im Falle der DZ Bank in diverse Windparks auf dem deutschen Festland. Das Institut reicht bereits Kredite für nachhaltige Vorhaben aus und will nun ,,die Wertschöpfungskette auf der Passivseite der Bilanz abrunden‘‘ (Börsenzeitung vom 15.9.2018).

Gemäß der Pressemitteilung der Bank vom 26.9.2018 war die Anleihe im „Format Senior Preferred“  deutlich überzeichnet. Insbesondere bei genossenschaftlichen Banken und institutionellen Anlegern sei das Interesse an dem Green Bond groß gewesen. Die Ausgestaltung der Anleihe orientiert sich an den „Green Bond Principles“ der International Capital Markets Association (ICMA), einem anerkannten internationalen Standard für grüne Anleihen. Externer Gutachter war Standard & Poors.

Vermögensverwaltung online: Später Start, frühes Ende

Finanz-Szene.de berichtete am 4.10.2018, dass sich nach der Commerzbank und der Hamburger Sparkasse auch die deutsche Niederlassung von Santander wieder aus der Vermögensverwaltung online zurückzieht. Bereits in früheren Beiträgen wurde der Markt beleuchtet: 1. Die Angebote sind wenig innovativ, sondern zusätzliche Kanäle 2. Der deutsche Markt ist noch sehr klein, aber stark bevölkert. Insofern war eine zeitnahe Konsolidierung wahrscheinlich: Robo-Advice – Viel Bewegung im MarktRobo-Advice – Die Konsolidierung beginnt. Hier findet sich der Beitrag von Heinz-Roger Dohms vom 4.10.2018: Exklusiv: Immer mehr deutsche Banken begraben ihre Robo-Projekte.

„Fonds professionell“ mit „grünen Neuheiten“

Die aktuelle Ausgabe des Magazins für Anlageberater Fonds professionell 3/2018 widmet „grünen Neuheiten“ im Fondsbereich vier Seiten auf S. 166ff. etwas Raum. Dabei handelt es allerdings nahezu ausschliesslich um „ESG-Fonds“, die Nachhaltigkeitskriterien verstärkt berücksichtigen. Der Anteil dieser Fonds lag gemäß S. 168 bei 7,5% der aufgelegten Investmentvehikel. Immer hin waren 14 der 51 Fondsneuheiten im Zeitraum Mai bis August 2018 als „nachhaltig“ etikettiert.

In eigener Sache

Investabel® wieder unter den #Nachhaltige100

Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht #Nachhaltige100 der Triodos Bank auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. In der aktuellen Übersicht der Aktivitäten zu Nachhaltigkeit für September 2018 in den sozialen Medien wird der Blog nun wieder unter den ersten 100 auf Platz 97 geführt #Nachhaltige100.

CSR Blogparade Raum Köln/Bonn

2018-09-05 CSRBlogparade

Das CSR-Kompetenzzentrums Rheinland hat eine Blogparade zum Thema „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Bonn und der Region“ #CSR2018 gestartet. Ziel ist es, über aktuelle gesellschaftliche Verantwortung in der Region (Aachen, Bonn, Köln) mehr zu erfahren. Alle Infos zur Teilnahme und die teilnehmenden Beiträge an der Blogparade finden sich hier: http://csr-kompetenzzentrum.de/csr-blogparade/. Investabel® hat mit Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland einen Beitrag beigesteuert.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland

2018-09-25 SFGD Sketchnote

Beitragsbild/Bild: Sketchnote uim Sustainable Finance Gipfel am 25.9.2018, Quelle: Twitter/@sozialbank

Inhalt: Sustainable Finance Gipfel Deutschland am 25.9.2018 in Frankfurt/M.;  HSBC Deutschland mit neuem Informationsangebot; Nachhaltigkeit auch regional von großem Interesse; CSR Blogparade Raum Köln/Bonn; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

26. September 2018

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeitsgipfel am 25.9.2018 Frankfurt/M.

Der Hub for Sustainable Finance lud am 25. September zum „Zweiten Sustainable Finance Gipfel Germany“ ein. Auf diesem Gipfeltreffen der aktiven Netzwerkakteure mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden wichtige Aspekte zur Stärkung nachhaltiger Finanzwirtschaft, aktuelle Entwicklungen und nötige Weichenstellungen für die kommenden Monate diskutiert.

Gegenüber dem ersten Gipfel 2017 war der Rahmen mit 280 gegenüber 150 Teilnehmern deutlich größer. Die Stimmung deutlich verändert, eher ungeduldig auf konkretere Schritte wartend. Die lange Zeit der Regierungsbildung und die medial dominierenden Querelen in der Koalitition haben wohl einiges verzögert. Informationen zum Gipfel: Zweiter Sustainable Finance Gipfel Deutschland.

Deutschland wartet im Basislager auf den Aufbruch!

Deutschland im internationalen Vergleich bestenfalls in einem Basislager (vgl. Gastbeitrag in Finanz-Szene.de 25.9.2018, aber das wird immer besser gerüstet, u.a. mit der nun erfolgten Gründung des „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ Das GSFC ist ein Zusammenschluss der Accelerating Sustainable Finance Initiative der Deutschen Börse und dem Green Finance Cluster Frankfurt des Hessischen Wirtschaftsministeriums. Weitere Informationen: https://gsfc-germany.com/.

Im Vergleich zu vielen Nachbarländern hat Deutschland einen erheblichen Rückstand. Der gestrige Gipfel signalisierte allerdings die Ungeduld, mit der viele Teilnehmer auf einen konkreten „Aufbruch“, u.a. eine Umsetzung des Aktionsplans der EU-Kommission warten. Die gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Präsenz der Bundesministerien für Finanzen und Umwelt signalisieren verstärkte Aktivitäten. Dies war auch in den sozialen Medien der Fall. Klare Botschaft: Nachhaltigkeit muss Teil der Corporate Governance sein, nicht nur im Finanzsektor.

Klare Botschaften aus den Bundesministerien

Verschiedene Aussagen aus den Bundesministerien lassen hoffen, dass der anhaltende Stillstand um mehr Nachhaltigkeit in Deutschland einschließlich der Finanzwirtschaft beendet werden könnte. Hierzu geben einige klare Stellungnahmen Anlass:

Vor diesem Hintergrund sollte die Finanzwirtschaft dringend bei der Aktualisierung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen werden (vgl. Beitrag Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Kanzleramtsminister Helge Braun betonte folgerichtig, dass die Bundesregierung den EU-Aktionsplan unterstützt. Da das Bundeskanzleramt die Nachhaltigkeitstrategie als „Chefsache“ verantwortet, ist zu hoffen, das die Umsetzung des Plans im Sinne der Empfehlung des Deutschen Bundesrates zeitnah realisiert wird. Die Ausführungen von Levin Holle, Leiter der Finanzmarktabteilung im Bundesfinanzministerium, nähren diese Hoffnung.

Die SDGs als Leitfaden zu mehr Nachhaltigkeit

Ebenfalls am 25.9. jährte sich die Vereinbarung auf die 17 globalen nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) zum dritten Mal. Die UN hatte zu einem globalen Aktionstag WE #ACT4SDGsaufgerufen, zu dem der Gipfel einen Beitrag leistete.

Gespräche mit Praktikern aus der Kreditwirtschaft bestätigten, dass Nachhaltigkeit anhand der SDGs deutlich transparenter vermittelt werden kann. Zudem sind sie gegenüber den gebräuchlicheren Kriterien (ESG, SRI) vorwärts- und nicht rückwärts gerichtet.

2018-03-23 id-17ziele_projekte_bierdeckel_gross

Bild: Von Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign an der Rheinischen Fachhochschule Köln in Kooperation mit #17Ziele gestalteter Bierdeckel, von dem 85.000 Stück in Kölner Lokalen verteilt wurden

Roundtable Verbraucherinformation und -kommunikation

In dem gemeinsam mit dem Geschäftsführer des FNG-Siegel wurde deutlich, dass die privaten Anleger dringend belastbare Gütekriterien für nachhaltige Geldanlagen (Präsentation Anfangsmoderation Investabel). Da der Begriff Nachhaltigkeit sehr gedehnt verwendet wird, finden sich unter dem Etikett vielfältige Varianten. Die FNG-Nachhaltigkeitsprofile geben hierüber Aufschluss. Die von der EU-Kommission geplante Klassifizierung („Taxonomie“) wird für weitere Transparenz sorgen. Die Diskussionen deckten sich weitgehend mit dem Fazit, dass der Geschäftsführer der Deka-Investment zum Ende des Gipfels zog.

Fazit

Die Anforderungen an die Handelnden lassen sich kaum klarer zusammenfassen als dies Michael Schmidt, Geschäftsführer der Deka Investment getan hat:

Nachhaltigkeit als Produktangebot der Finanzwirtschaft setzt Transparenz und Konsistenz und damit Glaubwürdigkeit voraus. Und es gibt keine Gründe, nicht sofort für mehr Nachhaltigkeit zu handeln.

Sofern die Bundesregierung bald die auf dem Gipfel avisierten Impulse geben sollte, sollten sich die Dinge auch in Deutschland erheblich beschleunigen lassen. Allerdings ist bedauerlich, dass die Veranstaltung nur sehr wenig Resonanz in den Medien fand. Hier der Stand 26.9.2018 12:00h. Darunter allerdings auch der als Gastbeitrag erschienene Vorschauartikel bei Finanz-Szene.de (s.o.).

HSBC Deutschland: Informationsseite Nachhaltigkeit

Pünktlich zum Sustainable Finance Gipfel und dritten Jahrestag der globalen nachhaltigen Entwicklungsziele hat HSBC Deutschland eine Informationsseite zu nachhaltiger Finanzierung als „Advertorial“ bei der „Süddeutschen Zeitung“ platziert. Neben einem Glossar zum Thema Nachhaltigkeit bietet die Seite sehr informative Texte zu den Themen „Nachhaltige Finanzierung“, „Nachhaltige Investments“ und „Regulatorik“. Hier geht es zum sehr informativen „Advertorial“.

Nachhaltigkeit auch regional von großem Interesse

Unter dem Motto „Chancen Strategie Region“ lud das CSR-Kompetenzzentrum Rheinland am 13.9.2018 zur jährlichen CSR-Tagung in die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg nach Rheinbach in der Nähe von Bonn ein. Rund 120 Teilnehmer/-innen folgten der Podiumsdiskussion und nahmen an den vier angebotenen Workshops teil.

Einen Nachbericht finden Sie unter CSR bleibt wichtig für die Region – CSR-Tagung 2018

Während die Industrie- und Handelskammer Bonn auch nach Auslaufen der Projektmittel der Europäischen Union ihre CSR-Arbeit fortführt, zieht sich die Hochschule aus dem Kompetenzzentrum zurück. Sie verweist aber auf die Einrichtung des neuen Zentrums „Ethik und Verantwortung“.

CSR Blogparade Raum Köln/Bonn

2018-09-05 CSRBlogparade

Das CSR-Kompetenzzentrums Rheinland hat eine Blogparade zum Thema „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Bonn und der Region“ #CSR2018 gestartet. Ziel ist es, über aktuelle gesellschaftliche Verantwortung in der Region (Aachen, Bonn, Köln) mehr zu erfahren. Alle online-Beiträge in den nächsten vier Wochen zum Thema CSR dürfen teilnehmen – gern auch bereits vergangene Beiträge, die nun im Nachgang verlinkt werden. Alle Infos zur Teilnahme an der Blogparade erhalten Sie hier: http://csr-kompetenzzentrum.de/csr-blogparade/. Investabel® wird natürlich einen Beitrag beisteuern.

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfzig bis Eins

 

 

 

Wie die deutschen Banken den Megatrend „Green Finance“ verschlafen

Am 25.9.2018 erschien in Finanz-Szene.de ein Gastbeitrag anläßlich des am gleichen Tag stattfindenden „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“

Ralf Breuer: Wie die deutschen Banken den Megatrend „Green Finance“ verschlafen

Mehr zum Sustainable Finance Gipfel: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunundvierzig

Logo des H4SF – Hub for Sustainable Finance Germany (https://www.h4sf.de/), zu dem Investabel® aktiv beiträgt (H4SF – Beiträge)

Inhalt: Triodos Bank und Bettervest kooperieren; Tomorrow Bank im Beta-Test; Nachhaltigkeitsgipfel am 25.9.2018 in Frankfurt/M.;  Pimco erwartet starkes Wachstum von SDG-Bonds; HSBC: Nachhaltigkeit drängt in den Finanz-Mainstream; Pimco erwartet starkes Wachstum von SDG-Bonds; CSR Blogparade Raum Köln/Bonn; In eigener Sache: Bundesregierung veröffentlicht Beiträge zur Nachhaltigkeitsstrategie; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

18. September 2018

Dr. Ralf Breuer

Triodos Bank und Bettervest kooperieren

Die Triodos Bank und die Schwarmfinanzierungsplattform (Crowdfunding) Bettervest haben eine Kooperation angekündigt. Erneut wird ein Bankangebot durch ein soganntes FinTech ergänzt und auf nachhaltige Investments mit kleinen Einstiegsbeträgen erweitert. Gemäß gleichlautenden Pressemitteilungen vom 6.9.2019 hat die „Triodos Sustainable Finance Foundation“ auch Anteile an der auf Energieprojekte spezialisierten Crowdinvesting Plattform bettervest erworben.

Auch die GLS Bank kooperiert mit einem Anbieter, der GLS Crowd. Trotz des Namens und der ähnlichen Gestaltung des Internetauftritts ist die Bank weder Eigentümer noch Betreiber der Plattform. Sie berät lediglich bei der Auswahl der angebotenen Projekte. Im Gegensatz zu Bettervest haben die von der GLS Crowd angebotenen Projekte ein breiteres Spektrum von Nachhaltigkeitsaspekten, sind aber stärker auf Deutschland ausgerichtet.

Bettervest ist stärker auf den Energiesektor fokussiert und dabei stärker Richtung Entwicklungsländern ausgerichtet, z.B. mit Projekten zur netzfernen Erzeugung erneuerbarer Energien. Mehr zu der geplanten Zusammenarbeit findet sich auf der Seite Strategische Partnerschaft (gesponserter Link).

Tomorrow Bank im Beta-Test

Das Angebot der Tomorrow Bank aus Hamburg ist derzeit in der öffentlichen Testphase mit einer geschlossenen Nutzergruppe. Auf jeden Fall schon gelungen erscheint das (lindgrüne) Design von Grafiken und Texten, vielleicht mit Ausnahme des etwas hohen Anteils englischer Worte, für die es durchaus auch andere Möglichkeiten gäbe. Dennoch ist das optisch schon mal ein sehr gelungener Start:

Das wird auch durchgängig, z.B. in Stellenanzeigen gelebt:

2018-08-29 Tomorrow Stellenanzeige

Nachhaltigkeitsgipfel am 25.9.2018 Frankfurt/M.

Der Hub for Sustainable Finance lädt am 25. September zum „Zweiten Sustainable Finance Gipfel Germany“ ein. Auf diesem Gipfeltreffen der aktiven Netzwerkakteure mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden wichtige Aspekte zur Stärkung nachhaltiger Finanzwirtschaft, aktuelle Entwicklungen und nötige Weichenstellungen für die kommenden Monate diskutiert.

Einen Einblick in das „Ecosystem“ Sustainble Finance gibt eine vom VFU erstellte Übersicht:

2018-09-17 SusFin Ecosystem

Quelle: Twitter/VFU -Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e.V.

Gegenüber dem ersten Gipfel 2017 ist ein deutlich größerer Rahmen vorgesehen, so dass mindestens 100 weitere Teilnehmer zu erwarten sind. Informationen zum Gipfel: Zweiter Sustainable Finance Gipfel Deutschland.

Zwar befindet sich Deutschland im internationalen Vergleich bestenfalls im Basislager, aber das wird immer besser gerüstet, u.a. mit der nun erfolgten Gründung des „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ Das GSFC ist ein Zusammenschluss der Accelerating Sustainable Finance Initiative der Deutschen Börse und dem Green Finance Cluster Frankfurt des Hessischen Wirtschaftsministeriums. Die Zielsetzung des im April 2018 erfolgten Zusammenschlusses ist die Bündelung der Aktivitäten im Feld Sustainable Finance, um eine effizientere Nutzung der Finanzmarktexpertise im Bereich Nachhaltigkeit zu erreichen und vor allem die Formulierung und Umsetzung konkreter Handlungsansätze für die Zukunftsfähigkeit nationaler und internationaler Finanzmärkte. Weitere Informationen: https://gsfc-germany.com/.

Die Notwendigkeit einer intensiveren Arbeit auf dem Gebiet nachhaltiger Finanzinstrumente läßt sich anhand der dynamischen Markteintwicklung leicht nachvollziehen.

HSBC: Nachhaltigkeit drängt in den Finanz-Mainstream

Passend zur Aussage von HSBC Deutschland begrüßt die Eingangsseite der ING DiBa ihre Kunden mit Werbung für einen Ethikfonds. Auch die deutsche Internetseite für Firmenkunden ist stark von Nachhaltigkeit geprägt: ING Wholesale Banking – Lösungen für Großkunden.

Pimco erwartet starkes Wachstum von SDG-Bonds

CSR Blogparade Raum Köln/Bonn

2018-09-05 CSRBlogparade

Das CSR-Kompetenzzentrums Rheinland hat eine Blogparade zum Thema „Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Bonn und der Region“ #CSR2018 gestartet. Ziel ist es, über aktuelle gesellschaftliche Verantwortung in der Region (Aachen, Bonn, Köln) mehr zu erfahren. Alle online-Beiträge in den nächsten vier Wochen zum Thema CSR dürfen teilnehmen – gern auch bereits vergangene Beiträge, die nun im Nachgang verlinkt werden. Alle Infos zur Teilnahme an der Blogparade erhalten Sie hier: http://csr-kompetenzzentrum.de/csr-blogparade/. Investabel® wird natürlich einen Beitrag beisteuern.

In eigener Sache

Bundesregierung veröffentlicht Beiträge zur Nachhaltigkeitsstrategie

Die Bundesregierung (bzw. das Bundespresseamt) hat die bisher eingegangenen Beiträge zur Diskussion um die Aktualisierung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zugänglich gemacht. Die bisher eingegangenen Beiträge sind in zwei Dokumenten als „Zuschriften zum Dialog“ nach „Privatpersonen“ bzw. „Unternehmen und Institutionen“ zusammengefasst. Alle relevanten Dokumente finden Sie auf der Seite NACHHALTIGE ENTWICKLUNG – Wir aktualisieren die Strategie: Machen Sie mit!. Mein Beitrag ist im Dokument Zuschriften zum Dialog – Privatpersonen. Der Beitrag hier auf dieser Seite lautet: Beitrag Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Achtundvierzig bis Eins