Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Einundachtzig

 

2019-11-19 Bornscheidt

Titelbild/Bild: Folie aus dem Vortrag von Christoph Bornschein (TLGG) bei der „Transactions19“ am 19.11.2019 in Offenbach

Inhalt:  Dissens bei Klimarisiken?!; Selbst ist die Finanzwirtschaft; Klimastrategie Europäische Investitionsbank (EIB); Easyjet kompensiert die Treibhausgase; Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft wächst stark; Nachlese Transactions19; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, VÖB BarCamp; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

27. November 2019

Dr. Ralf Breuer

Dissens bei Klimarisiken?!

In den letzten Tagen offenbarten sich grundsätzliche Unterschiede in der Einschätzung der Relevanz von Klimarisiken in der Finanzwirtschaft. Diese bestehen offenbar innerhalb der Branche zwischen Kreditinstituten und Versicherungsunternehmen sowie auch zwischen den Finanzaufsichtsbehörden und der deutschen Kreditwirtschaft andererseits.

Symptomatisch erscheinen folgende Ausführungen auf S. 215 im am 26.11.2019 vorgestellten Monitoringbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel:

„Versicherungsunternehmen beschäftigen sich daher schon seit längerem intensiv mit den möglichen Folgen des Klimawandels und entwickeln Strategien, um in Zukunft auch mit größeren und häufigeren Schadensereignissen umgehen zu können.

Demgegenüber schätzen die Kreditinstitute die physischen Risiken des Klimawandels
zumindest für die nahe Zukunft als beherrschbar ein. Negative Auswirkungen auf die
Bonität und Liquidität sowie die Sicherheit von Schuldnerinnen und Schuldnern oder die
Möglichkeit eines Wertverlusts von Vermögensanlagen werden bislang weniger als Risiko
gesehen als bei Versicherungen. Dies gilt insbesondere für die regionalen Kreditinstitute,
die nahezu ausschließlich innerhalb Deutschlands aktiv sind und einen großen Teil des
inländischen Kreditgeschäfts abwickeln. Für die Kreditinstitute stehen vielmehr Regulationsrisiken, die aus sich verschärfenden Klimaschutz-Auflagen für ihre Kunden entstehen, oder Reputationsrisiken, die mit Investitionen in klimaschädliche Projekte einhergehen können, im Vordergrund.“

Wenn mit „Regulationsrisiken“ z.B. Dieselfahrverbote gemeint sein sollten, was sind dann betrieblichen operativen und Investitionsrisiken von Handwerksbetrieben anderes als klassische Kreditrisiken? Sind sinkende Restwerte für Gebrauchtfahrzeuge kein Problem bei Kreditsicherheiten und Leasingverträgen? Sind strukturelle Veränderungen in der  Automobilindustrie mit Stellenstreichungen und veränderten Produktionsstrukturen etwa irrelevant? Das sehen die (internationalen) Bankaufsichtsbehörden grundlegend anders! (vgl. z.B. Klimarisiken + Nachhaltigkeit – Neue Fokusthemen in der Finanzwirtschaft)

SustainableFinance vs. „Germanische Dörfer“?

Am 22. November veröffentlichte die gemeinsame Interessenvertretung der kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände eine „Stellungnahme zum Thema „Sustainable Finance“ anlässlich der öffentlichen Sitzung des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages am 25. November 2019. Sie wiederholt die bereits am 16.10.2019  (SustainableFinance) und 2.11.2019 (Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken der BaFin) vertretenen Positionen und offenbart deutlich die oben genannten Widersprüche:

  • Mangelnde Berücksichtigung bilanzieller Finanzierungsinstrument
  • Fehlende Rahmenbedingungen unter Einbeziehung der Realwirtschaft
  • Mangelnde Zeit für die Umsetzung
  • Kritik der BaFin wegen eines möglichen Vorpreschens vor den europäischen Regulierungsbehörden

Die starke Ausrichtung des EU-Aktionsplans an Instrumenten des Finanzmarkts ist auch der ignorante Haltung vieler Finanzgruppen im Vorfeld geschuldet: So war z.B. unter den 500 Teilnehmern bei der Präsentation der Zwischenergebnisse der EU-Expertengruppe 2017 in Brüssel die deutsche Kreditwirtschaft nur sehr spärlich vertreten.

Aufgrund des Zinsumfelds haben in den vergangenen Jahren mehr Genossenschaftsbanken und Sparkassen ihre nachhaltigen Einlagenangebote eingestellt als fortgeführt. Obwohl geeignete Fonds und/oder strukturierte Produkte eine willkommene Entlastung bei niedrigen Zinsen sein könnten, wurden keine innovativen Lösungen entwickelt.

Die Ausformulierung des Aktionsplans und seine Präsentation u.a. durch den Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, den französischen Staatspräsidenten Emanuel Macron und Michael Bloomberg fiel in die Zeit der Regierungsbildung, so dass sich Deutschland auch politisch nicht beteiligte.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat mit ihrem „Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken“ offenbar empfindliche Nerven in der Branche getroffen. Da sich aber direkte und indirekte Klimarisiken nach dem Erkenntnisstand der internationalen Bankaufsichtsbehörden und Notenbanken bereits tief in die Wirtschaft hineingearbeitet haben, sind die Aufseher in der Pflicht, was sogar in der jüngsten Stellungnahme der DK ausdrücklich bestätigt wird: “ Deshalb ist es verständlich, dass sich die Aufsicht aktuell mit den Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken, sozialen Risiken sowie Risiken aus der Unternehmensführung auf die Finanzwirtschaft befasst.“Stellungnahme vom 22.11.2019 S. 3.

Die BaFin handelt bei Nachhaltigkeitsrisiken ganz bewußt

Nach eigenen Aussagen hat die BaFin ganz bewusst ein Merkblatt statt einer formellen Regulierungsvorschrift gewählt. Und eine Aussage des Bundesbankpräsidenten vom 29.10. unterstreicht die hohe Dringlichkeit des Blicks auf Nachhaltigkeitsrisiken, da sich gemäß einer Umfrage der Bundesbank zwei Drittel (!!!) der kleinen und mittleren Banken bisher noch gar nicht mit Klimarisiken beschäftigt hätten.

Selbst ist die Finanzwirtschaft

Die britische „Investment Association“ (IA) hat am 18.11.2019 ein neues Rahmenwerk für nachhaltige Anlageformen veröffentlicht: IA RESPONSIBLE INVESTMENT FRAMEWORK FINAL REPORT. Die Gruppe steht für ein verwaltetes Vermögen von USD 9,9 Bio. Die IA spricht sich ausdrücklich für eine Vielfalt nachhaltiger Anlageformen aus, will aber mit ihrem Rahmenwerk die dringend benötigte Transparenz für die Anleger herstellen. Der Ansatz ähnelt stark dem des „Forums für nachhaltige Geldanlagen“ (https://www.forum-ng.org/de/), ist aber eher etwas formeller und differenzierter.

Ähnlich sind die jüngsten Ansätze des Vermögensverwalters BlackRock zu werten. Er hat innerhalb der Kategorie von „Green Bonds“ eine Skala von Grüntönen („Shades of Green“) definiert: Von Dunkel- über Mittel- und Leicht- reicht sie bis zu einem sehr leichten Grün Environmental Finance (registrierungs-/kostenpflichtig). Ein ähnliches System hatte bereits 2015 Cicero, Oslo, für alle Finanzierungsformen vorgestellt:

Quelle: https://www.cicero.oslo.no/en/posts/single/cicero-shades-of-green 2015

Wirklich neu am Vorschlag von BlackRock ist 1. Die Differenzierung innerhalb von (CBI-) zertifizierten Green Bonds mit 2. dem Bezug auf das Klimaabkommen von Paris bzw. die für den Klimaschutz notwendige De-Karbonisierung. Und damit gilt:

Der (CO2-)Pfad ist das Ziel

CO2 steht hier vulgo für Treibhausgase, die als CO2-Äquivalente gemessen werden. Bei BlackRock gelten lediglich solche Anleihen als „dunkelgrün“, die der Welt auf den wissenschaftlich notwendigen CO2-Pfad mit einer Neutralität ab dem Jahr 2050 führen. als „mittelgrün“ gelten dagegen solche Bonds, die zwar zu einer Reduzierung der Emissionen beitragen, aber noch nicht auf einen Pfad unterhalb von 2° Erderwärmung führen.

Die Pfadorientierung zeichnet sich neben der Agenda 2030 mit ihren 17 Problemfeldern (SDGs) als neuer Konsensus für die Bestimmung ökologischer Nachhaltigkeit ab. Auch die von der der technischen Expertengruppe der EU vorgeschlagenen Benchmarks für alle Anlageklassen mit Ausnahme einiger Derivate orientieren sich an vergleichbaren Kategorien bzw. am Klimaschutzabkommen von Paris: „Paris-aligned“ entspricht „dunkelgrün“, „climate-transition“ mittelgrün (mit Erwärmungspfaden von 1,5° bwz. 2°).

Die EU-Experten haben zusätzlich eine Benchmark für die Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsindikatoren vorgeschlagen. Diese ist aber als „Mindeststandard ESG“ formuliert. Die vorgeschlagenen Kriterien sind eine Mischung aus qualitativen und quantitativen Kriterien sowie aggregierten und Rohdaten.

Eigene Untersuchungen und die nachstehende Grafik von BlackRock legen zudem nahe, dass die klassischen „ESG-Daten“ bzw. -Scores nur sehr schwach mit den Klimapfaden korreliert sind. Je enger das Marktsegment ist, desto geringer erscheint der Zusammenhang:

2019-11-26 BlackRock1

Bei kleinen U.S.-Unternehmen ergibt sich sogar eine negative Korrelation. Dies kann u.a. darauf beruhen, dass in diesem Segment auch viele umwelttechnische Pioniere tätig sind, die selbst für ihre Produktion zunächst eine hohe CO2-Intensität aufweisen (müssen).

Einige Unternehmen haben in ihren Entscheidung bereits auf  gewandelten Blick auf Unternehmen bzw. ihre Finanzierungsinstrument ohne ausdrücklichen Bezug auf die erwähnte Systematik oder gar so etwas wie einer offiziellen „Taxonomie“ vorweggenommen. Nachstehend einige Beispiele:

Klimastrategie Europäische Investitionsbank (EIB)

Die Europäische Investitionsbank EIB gab am 14.11.2019 ihre neue Finanzierungsstrategie für den Klimaschutz mit den folgenden Eckpunkten bekannt:

  • Keine neuen Finanzierungen für Projekte mit fossilen Energieträgern nach 2021
  • Finanzierungen sollen künftig Innovationen für saubere Energie, Energieeffizienz und erneuerbare Energien vorantreiben
  • EIB-Gruppe will bis 2030 Investitionen von 1 Billion Euro in Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit mobilisieren
  • Alle Finanzierungsaktivitäten der EIB-Gruppe werden bis 2020 auf die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens ausgerichtet

Die Bank stellt am Schluss ihrer Pressemitteilung fest: „Zwei Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Madrid senden wir ein wichtiges Signal an die Welt: Die Europäische Union und ihre Bank – die EIB – werden in beispiellosem Umfang Geld für Klimaschutzprojekte in der ganzen Welt mobilisieren. Außerdem setzen wir alles daran, dass ab Ende 2020 alle unsere Finanzierungen mit den Zielen und Grundsätzen des Pariser Abkommens in Einklang stehen. Wie in Paris vereinbart, muss jede Finanzierung, die noch nicht grün ist, grün werden.“

Lanxess will Treibhausgase bis 2030 halbieren, bis 2040 neutralisieren

Der Kölner Spezialchemie-Konzern LANXESS kommunizierte am 13.11.2019 ein ambitioniertes Programm zur Reduktion von Treibhausgasen: Bis zum Jahr 2030 soll der Ausstoß von Treibhausgasen von derzeit 3,2 Mio. Tonnen CO2e halbiert, bis 2040 sogar komplett neutralisiert werden. Ein erster großer Schritt wird durch die Zersetzung von Lachgasen erreicht, die gegenüber CO2 eine weitaus höheres Äquivalent als Treibhausgas haben (Pressemitteilung vom 13.11.2019).

Bereits im Mai 2019 hatte Bosch für das Jahr 2020 eine (kompensierte) Klimaneutralität und weitere qualitativen Verbesserungen bis 2030 avisiert (vgl. Nummer Einundsiebzig).

easyJet kompensiert die Treibhausgase

Am 19.11.2019 kündigte die britische Fluggesellschaft easyJet an, zukünftig sämtliche Treibhausgasemissionen zu kompensieren und weiterhin an einer Reduzierung des Ausstosses zu arbeiten (Pressemitteilung 19.11.2019). Die Kompensation soll über u.a. über direkte und indirekte Waldschutzprogramme erfolgen. Hierzu zählt z.B. auch die Sicherstellung von sauberem Trinkwasser in Uganda.

Nach eigenen Angaben konnte der Ausstoß pro Passagierkilometer seit dem Jahr 2000 um rund 1/3 gesenkt werden. Auch für das laufende Geschäftsjahr 2019 wurde eine Senkung des Ausstoßes pro Passagierkilometer berichtet.

Nachhaltigkeit in der Finanzierung wächst stark

Der Markt für Green Bonds hat mit Neuemissionen von bisher USD 223 Mrd. die Erwartungen von USD 250 Mrd. für das Gesamtjahr 2019 bereits nahezu erreicht. (vgl. https://www.climatebonds.net/).

Ein sehr dynamisches Wachstum ist für den Gesamtmarkt festzustellen. Besonders dynamisch entwickeln sich bei denen die Verzinsung an Fortschritte bei vereinbarten Nachhaltigkeitskriterien gebunden sind (gelb, Sustainability-linked loans). Das Volumen dieser Kredite hat sich im laufenden Jahr bereits einen Zuwachs von mehr als 200% auf über USD 120 Mrd. zu verzeichnen. Gemäß Bloomberg wurde im laufenden Jahr die Marke von USD 1 Bio. für nachhaltige Refinanzierungsformen überschritten:

Zuletzt wurde in den Medien einen an  Nachhaltigkeitskriterien gebundenen Kredit von € 50 Mrd. für den Modekonzern Prada prominent berichtet. Als Kriterien sind hier mit dem Kreditgeber (Crédit Agricole) u.a. LEED Gold-/Platin-Standards für Geschäfte, Ausbildungs- und Arbeitsstunden sowie die Verwendung bestimmter recycelter Materialien vereinbart worden.

Nachlese Transactions 19

Mit der Transactions 19 wagten sich die Veranstalter von Payment & Banking an ein neues, deutlich größeres Veranstaltungsformat. Und es ist tatsächlich gelungen, auch mit knapp 500 Teilnehmenden noch den Austausch „auf Augenhöhe“ zu erhalten – Kompliment!

Ein weiteres Kompliment für das Veranstaltungsprogramm: Die „Flughöhe“ lag abwechselnd in den Tiefen des Alltags und weit über dem Tellerrand von „Brot und Butter“. Vor allem die Ausführungen von Gunther Dueck, Tijen Onaran, Christoph Bornschein und Sascha Lobo boten in dieser zeitlichen Reihenfolge viele provokante Ansätze die Dinge auch einmal aus ganz anderer Perspektive zu betrachten. Gerade dies würde Vielen in der deutschen Finanzwirtschaft einmal gut tun, um nicht in irgendeiner nicht zu fernen Zukunft die eigene „Irrelevanz“ feststellen zu müssen.

Tatsächlich fanden sich auch unerwartet viele Anknüpfungspunkte an das Kernthema in diesem Blog. So auf einer Folie von Christoph Bornschein mit den Symbolen für die 17 Problemfelder der Agenda 2030 (siehe Titelfoto):

2019-11-19 Bornscheidt

Und schliesslich auch zum Ende der Veranstaltung bei der Ehrung der „FinTech des Jahres 2019“. Nachhaltigkeit ist das Kernthema von Tomorrow mit dem Publikumspreis für den „Newcomer des Jahres“.

2019-11-19 TRX19 Tomorrow

Foto: Ralf Breuer

Zum Nachlesen gibt es einen Veranstaltungsrückblick bei Payment & Banking sowie einen während der Veranstaltung entstandenen Liveblog Transactions 19. Wahrscheinlich werden wohl noch Podcast-Formate folgen.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neue Termin: 13.12.2019 und 6.3.2020 jeweils 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

In eigener Sache

Neues Format: Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Einundachtzig bis Eins

 

 

 

Modern Banking – BankingForFuture?

PBA Transactions Banner

Titelbild/Bild: Banner für die Konferenz „Transactions 19“ – mehr Informationen gegen Ende des Beitrags (gesponserter Inhalt)

9. Oktober 2019, ergänzt (Tomorrow) 14.10.2019

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Dieser Beitrag ist zweigeteilt: Im ersten Teil werden Formate für Finanzdienstleistungen betrachtet, die sich an jüngere Menschen richten (können). Der zweite Teil bewirbt hoffentlich unverkennbar eine Veranstaltung, die „Transactions 19“. Wo ist der Zusammenhang? Der heißt Payment & Banking! Einerseits wurde die Auseinandersetzung mit dem Thema junge Kunden wesentlich durch Beiträge in dem Blog der Kollegen inspiriert. Andererseits organisiert das Team auch Fachveranstaltungen im Bereich Banken/Digitalisierung/Zahlungsdienste in sehr dialogfreundlichen Formaten. Die Transactions 19 am 19.11.2019 in Frankfurt wird mit 500 Teilnehmern aber auch die letzte von drei Veranstaltungen sein. Mehr dazu weiter unten.

Modern Banking lalala…

Bei „Modern Banking“ klingt etwas in Ihrem Kopf? „Du bist mein Herz und Seele“ bzw. „You’re my heart, you’re my soul“ aus dem gleichnamigen Hit des Duos D. Bohlen/T. Anders „Modern Talking“ von 1985? Ja, genau. Es ist eher eine „Ansprache“: Während Bankslogans in der Regel eher „egozentriert“ mit Selbstbezug formuliert wirken, wählen viele neue Anbieter eine direkte und emotionale Ansprache: „Die Bank, die Du lieben wirst“ (N26) oder auch „Eine revolutionäre mobile Bank, gebaut aus einem sauberen Schiefer, die sich deinen Wünschen und Bedürfnissen widmet. Erlebe, was bunq noch heute für dich tun kann.

Legt die Frage nahe: Womit können jüngere Menschen der heutigen Zeit, also die „Generation Z“ bzw. weiter gefasst „FridaysForFuture“ erfolgreich für Finanzdienstleistungen angesprochen werden?

Banking für die Generation FridaysForFuture (oder Z)

Kaum eigenständige Angebote für jüngere Menschen

Die Menschen in Deutschland kennen bei den großen Finanzgruppen Kinderprogramme wie Knax, Primax & Co. als Angebote vornehmlich für Kinder. Bei genauerer Betrachtung finden sich sogar vielfältige Formate für die Ansprache unterschiedlicher Altersgruppen junger Menschen. Allerdings: Es sind in aller Regel kleinteilige „Extras“, vielfach in Printform, selten aber wirklich auf eine Altersgruppe exklusiv zugeschnittene Dienstleistungsangebote. In mancher Form oft so „genial daneben“, dass sie nach kurzer Zeit wieder zurückgezogen werden.

Der Podcast bei „Payment & Banking“ thematisierte im September 2019 in einem Interview mit Altersgenossen „Bankgeschäft für Kinder und Jugendliche“. Im Begleittext heisst es dazu: „Gefühlt ist die Zielgruppe der 10 – 17 jährigen immer noch unterversorgt – die FinTechs „ignorieren“ sie – die „Incumbents“ behandeln sie wie gehabt – oder? Das sollte doch ganz anders sein, denn unsere Kids sind doch die Kunden von morgen. Hier ist auf jeden Fall viel mehr Weitblick und zukunftsgerichtete Denke und Prozesse auf kindgerechte Weise gewünscht.“ Payment & Banking Podcast #224: Kinder und Finanzen.

Kein Bewusstsein für Sparen?

Am 8.10.2019 erschien im Blog der Kollegen noch ein Artikel Christina Cassala: Sparen ist bei jungen Menschen ein großes Thema. Dieser Beitrag kontrastiert angenehm einen am gleichen Tag im Blog der Consorsbank erschienenen Artikel Fünf Dinge, die wir unseren Kindern über Geld beibringen sollten mit dem Intro: „Kleine und viele größere Kinder sowie einige Erwachsene neigen in finanziellen Dingen zu magischem Denken: Sie erfüllen sich dringende Konsumwünsche auf Pump und hoffen, dass von irgendwoher dann schon das Geld kommen wird, um den Kredit zurückzuführen.“

Dagegen stellt die comdirect bank AG aufgrund Ihrer Jugendstudie vom Januar 2019 fest: „Durchschnittlich 121 Euro haben junge Menschen nach eigenen Angaben monatlich zum Sparen zur Verfügung. Das entspricht in etwa einem Drittel ihrer verfügbaren Einnahmen, sei es durch Taschengeld, Nebenjob oder Festanstellung„. Bezugsgröße sind € 362, die laut einer Befragung von 1.600 Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren zur Verfügung stehen. (comdirect Pressemitteilung vom 25.6.2019).

Entsprechend die aus der comdirect Jugendstudie 2019 gezogenen Schlüsse bei Payment & Banking: „Doch weit weniger als vielleicht gedacht, verballert diese Altersgruppe nicht einfach sinnfrei ihre Ersparnisse, sondern versucht – wenn auch auf geringem Niveau – für schlechte Zeiten Geld zurücklegen. Was sie auch eint: 40 Prozent der Befragten geben der schulischen Finanzbildung die Note 5 oder 6.“

Finanzielle Bildung ist aus Sicht junger Menschen ein wichtiges Thema

Wie in der Studie der comdirect AG wird von jungen Menschen selbst ein Mangel an „Finanzbildung“ festgestellt bzw. beklagt. „Jeder zweite Deutsche gesteht, von Finanzen nichts zu verstehen. Damit liegt Deutschland bei einer europaweit durchgeführten, repräsentativen Studie von der ING-DiBa unter Konsumenten in zwölf europäischen Ländern auf dem vorletzten Platz. Vor allem jüngere Befragte zwischen 18 und 34 Jahren sehen sich hierzulande als finanzielle Analphabeten.“ stellte eine Studie von ING-Diba 2017 fest: ING-DiBa-Studie: Hälfte der Deutschen sind finanzielle Analphabeten – Deutschland im europäischen Vergleich nur Vorletzter.

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Die in der Studie festgestellten Werte erschienen auch für jüngere Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren zutreffend, wobei sich das Bild im Vergleich zum Jahre 2013 etwas verbessert hatte:

2019-10-07 finanzbildung2_1

Quelle: ING-DiBa-Studie: Hälfte der Deutschen sind finanzielle Analphabeten – Deutschland im europäischen Vergleich nur Vorletzter

Und tatsächlich zeigt ein Blick in das benachbarte Ausland, dass Jugendliche (und ihr Taschengeld) von einigen neuen Anbietern im FinTech-Sektor als ein bisher nicht erschlossenes Potenzial angesehen werden. So auch der Hinweis im Text bei Payment & Banking: Mehrere hundert Euro Taschengeld und Geldgeschenke erhält jedes der über 7 Millionen Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren durchschnittlich. 

Ein Blick in die „Taschengeldtabelle“ als Richtschnur der Jugendämter zeigt, welche Beträge hier mindestens in Rede stehen Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Jahren etwa rund € 160 Mio. an Taschengeld monatlich zur Verfügung. Mit Geldgeschenken und Selbstverdientem wird also schon ein sehr ansehnlicher Betrag bewegt.

Junge Kunden gewinnen einfacher als halten?

Gemäß Schätzungen für den französischen Markt (Culturebanque) haben rund 58% der jungen Kunden ihr erstes Konto beim Finanzdienstleister des Vertrauens ihrer Eltern, allerdings wechseln auch rund 50% ihre Bankverbindung vor dem dreißigsten Lebensjahr.

Bekanntermaßen ist die junge Generation derzeit stark vom Streben nach Klimaschutz geprägt. Aber auch andere Nachhaltigkeitsziele werden gerne angenommen.

Vielleicht Grund genug, die „Generation FridaysForFuture“ nicht nur gesellschaftlich, sondern auch als Kunden der Finanzdienstleistungsbranche ernster zu nehmen…

„Junge Angebote“ mit viel Nachhaltigkeit

Neuere Dienstleistungsangeboten werden sehr häufig auf spezifische „jüngere“ Bedürfnisse wie Teilen, Sammeln, Sparen sowie die Vermittlung ausgerichtet und haben auch die Vermittlung von Finanzbildung zum Ziel. Und dabei findet sich erstaunlich oft auch ein unmittelbarer Bezug auf Nachhaltigkeit, z.T. weit über das aktuelle Thema Klima-/Umweltschutz hinaus:

Ein Beispel ist die Verbindung von Zahlungsdiensten und „guten Taten“. Z.B. beim us-amerikanischen Anbieter „Aspiration“, der den Kauf bei „Unternehmen mit einer sozialen Mission“ mit Rabatten begünstigt…

2019-09-18 Aspiration Card

… oder auch Tomorrow aus Deutschland, wo Interbankgebühren für den Schutz von südamerikanischen Regenwaldgebieten fließen und Überschussliquidität ausschließlich in nachhaltige(re) Anlagen investiert wird.

2018-11-28 Tomorrow11

Tomorrow (Dein Geld. Dein Impact.) hat zwar eine ansprechende PR-Strategie entwickelt, verzichtet aber weitgehend auf teure, mengenorientierte Marketingmaßnahmen oder sogar Werbeprämien. Statt derer werden zusätzliche Regenwaldgebiete geschützt und eventuell gibt es noch ein T-Shirt oder einen Sweater extra. Trotzdem wurden seit dem Start im November 2018 Stand 9.10.2019 mehr als 13.500 Kunden gewonnen, die rund € 11,7 Mio. an Sichteinlagen halten. Täglich kommen etwa weitere 100 Nutzer hinzu, wie tagesaktuell auf der App abgelesen werden kann. Wer es probieren möchte: Gerne mit dem Code i7Nhv27n.

Interessanterweise konnte sich Tomorrow in der Publikumsabstimmung zum „FinTech des Jahres“ bei „Payment & Banking“ bereits gegen deutlich kundenstärkere und länger Etablierte Nominierte durchsetzen (Bericht: Der Publikums-Preis ging in diesem Jahr an Tomorrow und wurde somit Liebling der Leser und das „FinTech der Herzen“.) Und beim „Bankengipfel“ erhielten die Gründer den Handelsblatt Diamond Star Award – Digital Banking. (Sehr interessant: Mitgründer Michael Schweikart im Podcast # 227 bei Payment & Banking).

Der ursprünglich niederländische Anbieter Bunq („Bank of the Free„) versucht sehr stark junge Menschen gezielt anzusprechen: Ansprache mit persönlichen Werten (Freiheit, Selbstbestimmung) jugendtypischen Funktionen, nachhaltiger Mittelanlage und auch eine ansprechend gestaltete Zahlungskarte:

2019-10-07 Bunq Travel Card

Quelle: Bunq

Allgemein fällt auf, dass die Kundenansprache bei Bunq sehr stark von Versprechen an die (Entscheidungs-)Freiheit der Kunden geprägt ist wie in der folgenden Teilüberschrift: „Du hast immer das Sagen, 100% der Zeit“ – seit 1.10.2019 ist bunq in 31 europäischen Ländern aktiv.

Im Ausland entstehen gerade eine Reihe von jugendspezifischen Angeboten, die nicht nur funktional, sondern auch emotional direkt auf jüngere Generationen zielen. Vielleicht ist auch dies ein starker Trend, den die deutsche Finanzbranche nach „SustainableFinance“ erst mit großer Verspätung erkennt?

Dies könnte bei einigen Teilen der Veranstaltung am 19.11.2019 durchaus thematisiert werden, wenn es gleich zu Beginn mit Prof. Dr. Gunter Dueck um das Thema „Digitalisierung, Industrie 4.0, Arbeit 4.0 und Auswirkungen auf die Bank & Payment-Branche“ geht:

Gesponserter Inhalt

Transactions 19

Am 19. November 2019 findet in Frankfurt die „Transactions 19“ statt. Nach der Payment Exchange im Januar und der Banking Exchange im September ist dies bereits die dritte Veranstaltung des Teams von „Payment & Banking„.  Im Gegensatz zu vielen anderen Branchenveranstaltungen verspricht die Transactions 19 einen fachlichen Dialog auf Augenhöhe.

Bemerkungswert der Vergleich der letzten Veranstaltung am 19./20.9.2019: Obwohl die Banking Exchange gegenüber dem „Handelsblatt Bankengipfel“ am 4./5.9.2019 mit 170 gegenüber 500 deutlich weniger Teilnehmer hatte, war die Aufmerksamkeit in den sozialen Medien weitaus größer wie die „Nachlese“ der Veranstalter feststellt: Banking Exchange 2019 – Sonne, Star Wars und Banking. Und: Im Gegensatz zum „Bankengipfel“ nicht die Spitzen“funktionäre“, die vom hellen Podium in den abgedunkelten Saal sprechen bzw. diskutieren, sondern ein substantieller Austausch auf Augenhöhe ist das Ziel.

Die Veranstalter haben ihren erneut hohen Anspruch an die Transactions 19 folgendermaßen formuliert:

„Am 19. November 2019 starten wir mit der Transactions 19 ein völlig neues Konferenzformat. Wir präsentieren nationale und internationale Größen der Payment & Banking-Branche, aber auch die Hidden Champions der Szene. Das neue Format findet im alten Stahlbau, einer der beeindruckendsten Locations in Offenbach / Frankfurt statt.

Auf der Transactions 19 werden für einen Tag die zukunftsweisenden Trends der Payment- und Banking Branche diskutiert aber auch Einblicke in die aktuellen Entwicklungen und Konzepte der Branche gegeben. Im Fokus stehen nicht nur die Menschen auf der Bühne, sondern vor allem auch den Gästen wird Raum gegeben um sich untereinander und mit Experten und Impulsgebern der Branche auszutauschen

Wir bieten Raum für über 500 Gäste aus der gesamten Branche, aber auch darüber hinaus. Die Transactions 19 ist das Event, welche alle miteinander verbindet, egal welcher Titel auf der Visitenkarte steht. Mehr noch: die Transactions 19 bietet nicht nur traditionellen Marktteilnehmern oder Start-ups neue Einblicke in technologische Trends oder die heißen Innovationsthemen der Branche, sondern adressiert auch ganz bewusst branchenfremde Teilnehmer, die sich zum ersten Mal mit der Payment & Banking-Branche beschäftigen.

Ein weiteres Highlight der Transactions 19 ist die Vergabe des Fintech des Jahres 2019Awards. Zum sechsten mal werden wir unseren beliebten Branchenpreis “Fintech des Jahres” vergeben. Beim “Fintech des Jahres” handelt es sich um den ersten deutsche FinTech Preis, welcher ausschließlich verliehen wird und nicht über Sponsoring oder Teilnahmegebühren gekauft werden kann. Seit dem Jahr 2014 wird der Award an die interessanten und relevanten deutschen FinTech /Start-Ups von einer unabhängigen Jury vergeben.

Elementarer Bestandteil der Transactions 19 wird wie bei allen unseren Events der Austausch sein. Gäste und Teilnehmern bekommen ausgiebig Gelegenheit zur Vernetzung, während sie gleichzeitig einige der interessantesten Speaker live erleben können.“

Sprecher bzw. Diskussionsteilnehmer sind u.a. Dr. Danyal Bayaz – Bündnis 90 / Die Grüne, Marco Börries – enfore, Christoph Bornschein, TLGG, Sascha Dewald – DKB, Prof. Dr. Gunter Dueck, Christian von Hammel Bonten – Paydirekt, Dr. Michael Luhnen – PayPal, Stephan Schubert – STS Ventures, Sibylle Strack- Kontist, Sascha Lobo.

TRX19 Das ausführliche Programm

Tickets für die Transactions 19 finden Sie auf Eventbrite (gesponserter Link).

 

In eigener Sache: comdirect finanzblog award 2019

Publikumsabstimmung bis zum 11.10.2019 möglich!

Neben 71 weiteren deutschsprachigen Blogs steht Investabel® auf der Liste zur Abstimmung des Publikums beim diesjährigen „comdirect finanzblog award“. Trotz der mittlerweile unübersehbaren Trends zu Nachhaltigkeit bzw. mehr Klimaschutz hat nur ein sehr kleiner Teil der Portale diese Themen aufgegriffen. Natürlich treten einige der genannten Blogs mit einer großen Fangemeinde (z.B. finanz-szene.de) und/oder viel Autorenpower (z.B. www.paymentandbanking.de), aber da zählt zunächst einmal der „olymische Gedanke“ und die Perspektive fruchtbarer Kontakte und Gespräche beim comdirect Finanzbarcamp 2019, in dessen Anschluss die Awards vergeben werden.

In jedem Falle bietet die Nominierungsliste einen interessanten Überblick der aktuellen deutschsprachigen Finanzbloggerszene. Zu der Übersicht der benannten Blogs und der Abstimmungsmöglichkeit bis zum 11.10.2019 um 22:00h geht es hier.

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundsiebzig

 

2019-08-13 Porsche

Titelbild/Bild: Porsche AG

Inhalt:  Vorneweg; #SustainableFinance in D wird realer – Porsche AG mit € 1 Mrd. „grünem Schuldschein“/DZ Bank mit neuem Antritt; Moody’s rüstet bei Klimarisiken auf; Sind FinTech Fabelwesen für Investoren ?; Alles, nur nicht Libra?; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, Fintech Week Hamburg, comdirect Finanzbarcamp mit finanzblog award, VÖB BarCamp In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

14. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Beschleunigte Rodung von Regenwäldern, Artensterben, Konflikte und und und … Was soll denn mehr „grün“ bei Porsche? – Ein Schritt vor und zwei zurück könnte der Befund lauten, der hier ganz bewusst offen und selbst überlassen bleibt. Deutlich stehen einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit Schritte in die wohl falsche Richtung gegenüber.

Vor diesem Hintergrund verstehen sich die nachfolgenden Zeilen als Informationen weitgehend ohne Bewertung. Sie sollen aber das eigene Urteil erleichtern, z.B. auch über die „Facebook-Währung“ Libra. Ausnahmen bilden die Nachrichten zu Moody’s, die erkennen lassen, dass Klimarisiken systemischen Charakter erreicht haben, und die Verbindung von FinTech zu Fabelwesen der Mythologie: Vielleicht haben nicht alle  erfolgreichen Finanzierungsrunden mit Bewertungen jenseits einer Milliarde Euro auch einen realistischen strategischen Anspruch.

#SustainableFinance in D wird realer

Porsche AG mit € 1 Mrd. „grünem Schuldschein“

Die Porsche AG hat einen Schuldschein mit Tranchen über fünf, sieben und zehn Jahren begeben. Das Volumen wurde aufgrund der starken Nachfrage um € 300 Mio. erhöht. Insgesamt hat das Unternehmen € 2,75 Mrd. als „grünes Projektportfolio“ (55 Prozent Kosten für energieeffiziente(re), ressourcenschonende(re) Produktionsanlagen, 45 Prozent Entwicklungskosten) identifiziert: Pressemitteilung Porsche AG 12.8.2019.

Die Platzierung des Schuldscheins erfolgte über ein Konsortium mit BayernLB, ING Groep und LBBW. Er wurde mit einer Expertise von ISS ESG versehen und als Climate Bond zertifiziert. Laut der von den Konsortialbanken gezeichneten Pressemitteilung vom 12.8.2019 waren an der Emission 100 in- und ausländische Investoren interessiert, so dass auch das erhöhte Volumen deutlich überzeichnet war.

DZ Bank mit neuem Antritt

Am 9.8.2019 kündigte die DZ Bank einen neuen Antritt bei nachhaltigen Finanzierungen an:

Neben einem deutschsprachigen Bulletin in un(?)regelmäßigen Abständen lud die Bank auch zu einer halbtägigen Konferenz am 28.8.2019 in Frankfurt ein. Programm und weitere Informationen auf der englischsprachigen Veranstaltungsseite der DZ Bank.

Moody’s rüstet bei Klimarisiken auf

Im April gab Moody’s den Erwerb einer Mehrheitsbeteilung am ESG-Spezialisten Eigis Vireo bekann (Moody’s Acquires Majority Stake in Vigeo Eiris, a Global Leader in ESG Assessments, 15.4.2019). Interessant ist, dass Eigis Vireo bei einer Umorientierung Richtung vorausschauender SDGs als Maßstab bereits relativ fortgeschritten ist.

Am 24.7.2019 gab Moody’s eine weitere Mehrheitsbeteiligung bekannt: Moody’s Acquires Majority Stake in Four Twenty Seven, Inc., a Leader in Climate Data and Risk Analysis. Das Unternehmen ist auf die Erhebung von klimabezogenen Daten und Risikoanalysen spezialisiert. Klimarisiken stehen nicht nur im Fokus der Finanzaufsichtsbehörden (Klimarisiken + Nachhaltigkeit – Neue Fokusthemen in der Finanzwirtschaft), sondern werden auch in der Branche mittlerweile als „systemisch“ und damit für die Stabilität des Finanzsystems eingestuft: ISS 1.8.2019: Building a Climate Change Voting Policy

Sind FinTech Fabelwesen für Investoren ?

…die einen Goldschatz am Ende des Regenbogens versprechen? Diese Frage legt jedenfalls der bekannte britische Autor, Berater und Redner Chris Skinner nahe: Are these FinTech Unicorns worth it? FinTech mit einer (aus Finanzierungsrunden abgeleiteten) Investorenbewertung jenseits von USD 1 Mrd. werden in der Branche als Einhörner (Unicorns) bezeichnet und haben damit schon einen Fabelcharakter. Der Artikel geht allerdings weiter und fragt, ob es sich nicht eher um „Leprechaune“, Kobolde aus der irischen Mythologie handeln könnte (Wikipedia Leprechaun). Diese Fabelwesen versprechen einen „Goldschatz am Ende des Regenbogens“ und damit in unerreichbarer Entfernung.

Die Überlegungen von Chris Skinner orientieren sich stark an der deutschen Unternehmen N26, das mit USD 3,5 Mrd. bewertet wird und bereits einige erfolgreiche Finanzierungsrunden abschließen konnte. Der Artikel bezieht sich auf ein Interview eines der Gründer mit der Financial Times. Danach sei „Gewinnerzielung“ gar kein Fokus, sondern „der Aufbau einer globalen Unternehmens“. Man wolle gar keine Profitabilität erreichen, habe aber hinreichend Investoren, die die Vision von N26 teilen.

Tatsächlich wächst N26 sehr stark (aktuell ca. 3,5 Mio. Kunden vs. 2 Mio. November 2018), allerdings ist das Unternehmen damit immer noch weit von seinem „Ziel“ von 100 Mio. Kunden weltweit“ entfernt. Zwar werden laufend neue Märkte erschlossen, die wie Brasilien zwar viel Potenzial, aber auch schon eine Reihe gut positionierter Wettbewerber aufweisen. Und zudem ist das aktuelle Leistungsangebot gar nicht für einen globalen Auftritt qualifiziert, wie in einem früheren Beitrag dargelegt: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundsechzig.

Alles, nur nicht Libra?

Haben Sie auch schon etliche Artikel zur sogenannten „Facebook-Währung“ Libra gelesen und dabei viel Analyse vermisst, dafür aber Ängste vor der „Datenkrake“ gefunden? So liest sich jeweils die Mehrheit der Beiträge. Und in der Mehrheit der Beiträge wird schlicht ignoriert, wo Libra ansetzt: 1. Menschen ohne Bankverbindung 2. Rund USD 530 Mrd., die z.B. lt. Weltbank 2018 zu üppigen Gebühren in Länder mit niedrigem bis mittleren Wohlstandsniveau transferiert werden. Die durchschnittlichen Provisionen lagen gemäß Weltbank bei 7%, in afrikanische Länder oft weit über 10%. Die Senkung der Transaktionskosten ist Teil der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, SDG 10.7. Kein Heiligenschein, aber auch Fakt

Ein Blick in die Konditionentabelle einer deutschen Bank, die den Geldtransfer Western Union als Dienstleister übertragen hat, ist da schon aufschlussreich: Postbank.

Einige wichtige, oft übersehene Fakten im Kurzformat:

  1. Libra ist keine Währung wie Bitcoin & Co, sondern eher ein Geldmarktfonds mit festgelegten internationalen Korbwährungen
  2. Libra basiert auch nicht auf einer Blockchain mit exzessivem Stromverbrauch durch Mining
  3. Primäres Ziel der beteiligten Zahlungsdienstleister ist die Erfassung neuer Zahlungsströme, z.B. von 1,7 Mrd. Menschen ohne Bankverbindung. Vodafone hat dies mit MPesa in Kenia sehr erfolgreich und margenstark getan. Finanzdienstleistungen tragen rund 30% zu den Erträgen des lokalen Anbieters Safaricom bei
  4. Die Margen bei internationalen Transfers sind exzessiv hoch und gehen primär zu Lasten ärmerer Menschen, z.B. bei Überträge zur Unterstützung von Familien in der Heimat
  5. Aufgrund der Konstruktion erscheint eine Regulierung angemessen und wahrscheinlich

Die Dokumente zu Libra wurden am 18.6.2019 veröffentlicht (Pressemitteilung DE), trotzdem haben gute, d.h. nüchterne und differenzierte Artikel selten geblieben. Genau drei sind in besonders guter Erinnerung:

Bankenverband, Siegfried Utzig 18.7.2019: Facebook – ein neuer Wettbewerber im Finanzmarkt?

Payment & Banking, Gastbeitrag Fabian Meyer 1.8.2019: Globale, digitale Währung – Utopie, Dystopie oder Liberation

DZ Bank Innovationsblog, Dirk Elsner 24.7.2019: Was will Libra werden?

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik, 28.8.2019

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Fintech Week, 4.-9.11.2019 in Hamburg

Das Besondere an der Fintech Week: Die Woche wird nicht von einem Veranstalter ausgerichtet, sondern von mehr als zwei Dutzend Veranstaltern, darunter Banken, Startups, Kanzleien und Beratungen, die alle ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Branche mitbringen und vermitteln. Über den Tellerrand schauen, ist quasi Teil der DNA. Programm

Die Woche schließt mit dem comdirect Finanzbarcamp. U.a. treffen sich hier viele sonst eher virtuell vernetzte Menschen im Umfeld von Geldanlage und Digitalisierung. Insbesondere ist auch ein großer Teil der deutschen Finanzblogs vertreten, an deren Kreis zum Ende der Veranstaltung der comdirect Finanzblogaward 2019 vergeben wird.

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Juli um einen weiteren Rang von 56 auf 55, eine stetige Entwicklung nach der großen Bewegung 72 auf 57 im Mai.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

 

 

 

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebzig: Klimaschutz

 

Bild/Beitragsbild: Medieninformation Munich Re vom 8.1.2019: Extreme Wirbelstürme, Waldbrände und Dürren verursachten 2018 hohe Schäden aus Naturkatastrophen

Inhalt:  Vorneweg: April, April vor dem 1. Mai; Europawahl: Nachhaltigkeit ist für alle Parteien ein zentrales Thema; …für weite Teile der Kreditwirtschaft immer noch nicht; Bundesregierung mit „Klimakabinett“; Canada mit CO2-Steuer; Schmerzhafte Folgen des Nicht-Handelns;  Petition 92294: Klimaschutz – Verabschiedung eines verbindlichen, sektorübergreifenden Klimaschutzgesetzes vom 17.03.2019; Tomorrow mit Publikumspreis bei Payment & Banking; In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote Seminare, Vorträge, Workshops; Mitunterzeichner …ForFuture; Mitgestalter FridaysForFuture Bonn; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

29. April 2019, ergänzt 30. April 2019 (Europawahl)

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg: April, April vor dem 1. Mai

Es wäre eine schöne Jubiläumsausgabe Nummer Siebzig geworden, aber es war halt der 1. April 2019: Greta Thunberg verkündet das Ende der Schulstreiks, weil alle (politischen) Entscheidungsträger zur Vernunft gekommen sind. Bundeskanzlerin Angela Merkel avisiert eine Kurswende mit wirksamen Maßnahmen für den Klimaschutz.

Während die Twitter-Botschaft von Greta Thunberg sofort als Aprilscherz gewertet wurde, kam die von dem deutschen Kanal der Nachrichtenagentur Reuters kreierte Meldung zum Kurswechsel der Bundesregierung ziemlich ernsthaft daher.:

Klimaschutz – Union stellt Weichen für „harte Entscheidungen“

Berlin (Reuters) – Wenn Kanzlerin Angela Merkel einen Wechsel in ihrer Politik vollzieht, kündigt sie das oft zunächst in Nebenbemerkungen an. de.reuters.com

Jedenfalls war das so nahe an den Hoffnungen Vieler, dass die taz sogar überlegte, die Druckerpressen zu stoppen.

Wie nah sich die Aprilmeldung vielleicht doch am Denken und zukünftigen Handeln der Bundeskanzlerin bewegen könnte, meldete dann am 2.4.2019 die Tagesschau auf www.tagesschau.de:

Wörtlicher Textauszug:

Klimaschutzgesetz noch in diesem Jahr geplant

Im Verkehrssektor sind die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen seit 1990 nicht gesunken. Sie sollen aber bis 2030 um 40 bis 42 Prozent gemindert werden. So steht es im Klimaschutzplan, zu dem Union und SPD sich im Koalitionsvertrag bekennen. Bis Ende dieses Jahres sind gesetzliche Vorgaben geplant.

Verkehrsminister Andreas Scheuer steht in der Kritik, zu wenig für den Klimaschutz zu tun. So hatte er etwa höheren Steuern fürs Autofahren ebenso eine Absage erteilt wie einem generellen Tempolimit auf Autobahnen.

„Das ist für uns gut“

Dass Schüler wöchentlich für den Klimaschutz demonstrieren, lobte die Kanzlerin in Berlin ausdrücklich. „Für mich als Politikerin ist diese Bewegung wichtig“, sagte sie. Es sei richtig, „dass ihr uns Dampf macht“. Denn es sei etwas in Gang gekommen, das zeige, dass sich die Menschen über die Zukunft sorgten.

Zwar könne man sicherlich nicht jeden Freitag auf Dauer zum schulfreien Tag erklären. „Aber dass dieses Signal gesetzt wird, ‚da gibt es Sorge‘ – das ist für uns gut.“

Voller Text der Meldung:  www.tagesschau.de

Europawahl 2019: Nachhaltigkeit ist für alle Parteien ein zentrales Thema

Vor der Europawahl 2019 am 26. Mai ist Nachhaltigkeit im Sinne der Agenda 2030 mit ihren 17 Oberzielen ein zentrales Thema für alle Parteien. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat dankenswerter Weise die einzelnen Positionen durch einen Katalog von fünf Fragen bei den einzelnen Parteien erhoben und am 30. April auf seiner Internetseite zugänglich gemacht: Europawahl 2019: Mehr Nachhaltigkeit in der EU? Keine Frage!

Der vom RNE getroffenene Befund ist eindeutig:

  1. Zentral sind für alle Parteien die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und ihre 17 Ziele. Damit wird klar: das Thema Nachhaltigkeit ist in der gesamten Parteienlandschaft angekommen und genießt fraktionsübergreifend einen hohen Stellenwert.
  2. Alle großen Parteien haben eine Haltung zum Thema Nachhaltigkeit und sehen das Thema längst nicht mehr als marginales Politikfeld an. Ganz im Gegenteil. Ein Bewusstsein für großen Handlungsbedarf ist parteiübergreifend vorhanden und deutet auf einen größeren Stellenwert des Themas in der neuen Legislaturperiode des Europaparlaments hin.

Seit Dezember 2018 mit 14 Demonstrationen und überwiegend jungen Teilnehmer begann, setzte sich auch während der Osterferien in vielen Bundesländern fort: Wieder demonstrierten rund 28.000 junge und ältere Menschen in mehr als 70 deutschen Städten und Gemeinden für einen wirksamen Klimaschutz zur Bekämpfung des Klimawandels. fridaysforfuture.de. Weltweit waren es erneut rund 500 Veranstaltungen in 72 Ländern.

Junge, bei FridaysForFuture aktive Menschen haben die Europawahl schon mehrfach zur Klimawahl ausgerufen.Immer mehr ältere Menschen haben sich als Eltern, Großeltern, Wissenschaftler, Unternehmer oder in Berufsgruppen mit den Forderungen solidarisch erklärt und verstärkt an den Demonstrationen teilgenommen. Es ist deshalb verwunderlich, dass der Großteil der Parteien das Thema Klimaschutz vor der Europawahl eher zögerlich adressiert. Immerhin waren bei der Bundestagswahl 2017 knapp 5% aller Wahlberechtigten Erstwähler und insgesamt etwa 20% jünger als 29 Jahre (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Bei der Europawahl 2019 und auch bei Bundestagswahl 2021 ist von vergleichbaren Wähleranteilen auszugehen, weshalb die Zurückhaltung der Parteien beim Thema Klimaschutz etwas verwundert, da sowohl CDU/CSU (19,9% vs. 26,8%) und SPD (18,4% vs. 20,5%) bei den 18 bis 24 jährigen Wählern Zweitstimmenanteile unter ihren Gesamtergebnissen erzielten (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Es war übrigens schon im Herbst 2018 bemerkenswert, wie zentral „nachhaltige“ Themen wie Bildung, Wohnen und Klimaschutz im Wählerinteresse standen, ohne das die Politik dies im Wahlkampf aufgegriffen hätte. Beispiel Wahl zum Landtag in Bayern:

2018-10-14 Bayernwahl

Quelle: infratest dimap per WDR

Vor der Europawahl lässt sich durch Mitunterzeichnung der Petition 92294 noch ein Zeichen für den Klimaschutzt setzen (s.u.).

…für weite Teile der Kreditwirtschaft immer noch nicht

Während Nachhaltigkeit für große Teile der Bevölkerung und auch für alle Parteien ein zentrales Thema ist, behandeln weite Teile der deutschen Kreditwirtschaft es immer noch als Randthema. Dies ist vor dem Hintergrund demoskopischer Fakten und den tiefen Spuren von Klimarisiken im Tagesgeschäft mehr als verwunderlich.

Eine Mutter berichtete kürzlich von den Anlagevorschlägen für ihre noch nicht schulpflichtige Tochter: Obwohl sie aktiv Nachhaltigkeit als Geldanlagethema ansprach, wurden ihr nicht einmal die einschlägigen Produkte des Hauses angeboten. In Verbindung mit dem vorgeschlagenen Versicherungsangebot wäre eine Bewertung mit „ungenügend“ schon ein Kompliment. Dabei können auch in Deutschland durchaus sinnvolle Anlagen vorgenommen werden: SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

Bundesregierung mit „Klimakabinett“

Die Bundesregierung gab am 20.3.2019 die Einrichtung eines „Klimakabinetts“ bekannt. Originaltext der Regierungspressekonferenz vom 20.3.2019: „Wie schon angekündigt, hat das Kabinett heute entschieden, einen Kabinettausschuss „Klimaschutz“ einzurichten. Der Ausschuss hat die Aufgabe, die rechtlich verbindliche Umsetzung des Klimaschutzplans sowie der für Deutschland verbindlichen Klimaschutzziele für das Jahr 2030 vorzubereiten. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass die Bundesregierung in diesem Jahr die gesetzlichen Regelungen dafür verabschieden will.

Dieser Kabinettausschuss wird alle mit dem Thema befassten Minister und Ministerinnen zusammenbringen. Vorsitzende ist die Bundeskanzlerin. Stellvertretender Vorsitzender ist der Bundesfinanzminister als Stellvertreter der Bundeskanzlerin. Die sogenannte Beauftragte Vorsitzende – so etwas gibt es in Kabinettausschüssen immer – ist die Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Weitere ständige Mitglieder sind der Bundesinnenminister, der Bundeswirtschaftsminister, die Bundeslandwirtschafts- ministerin, der Verkehrsminister, der Chef des Bundeskanzleramtes Helge Braun und der Chef des Bundespresseamtes, also ich. Andere Mitglieder der Bundesregierung können einbezogen werden, soweit sie in ihrer Zuständigkeit betroffen sind.“

Im Zuge dieser Schritte sind das Bundesumweltministerium und das Bundesverkehrsministerium nicht mehr für den Klimaschutz zuständig. Die Bundesumweltministerin wurde als „Beauftragte Vorsitzende“ des Klimakabinetts eingesetzt.

Die erste Sitzung des Kabinettsausschusses fand am 10.4.2019 statt. Ergebnis: Man trifft sich Ende Mai 2019 wieder mit ersten Ideen aus den beteiligten Ministerien…

Kanada mit CO2-Steuer

Kein Aprilscherz waren die Twitterbotschaften des kanadischen Ministerpräsidenten Trudeau. In Kanada trat am 1.4. das Gesetz einer CO2-Steuer in Kraft.

Neben der Besteuerung des CO2-Ausstoßes sind Zahlungen von Anreizen an Provinzen, Kommunen, Institutionen und Privathaushalte vorgesehen. Das System wurde nach Provinzen auch in Bezug auf die Wirksamkeit und die Höhe der Zahlungen differenziert.

Informationen auf der Internetseite der kanadischen Regierung: Carbon pollution pricing – what you need to know

Schmerzhafte Folgen des Nicht-Handelns

Einwände…

Einwände gegen den Klimaschutz werden immer wieder in Einbußen im Status Quo, Kosten, Arbeitsplatzverlusten und vor allem dem nicht zielführenden Verhalten Anderer, z.B. auch Nachbarländern gesucht und gefunden. Vieles davon hat eine gewisse Berechtigung, aber auch ohne konsequente Maßnahmen haben Veränderungen Konsequenzen.

Allein die „Energiewende“ mit einem höheren Anteil von E-Mobilität wird zu beträchtlichen Arbeitsplatzverschiebungen und -verlusten in der deutschen Automobilindustrie führen, die (Rest-)Werte von fossil angetriebenen Fahrzeugen sich bereits seit längerem durch Dieselfahrverbote und verschärfte Abgasbestimmungen unter Druck, fossile Energieträger und mit ihnen bzw. für sie betriebene Produktionsanlagen verlieren an Wert. All dies könnte noch weiter verstärkt werden. Aber die Folgen sind bereits jetzt da und haben sich bereits tief in die Bilanzen der deutschen Wirtschaft und auch der gesamten Kreditwirtschaft gearbeitet.

…gegen das Nicht-Handeln

Gegen ein Stillhalten gibt es allerdings zu viele erdrückende Symptome für die Auswirkungen des Klimawandels:

  • Der heiße europäische Sommer des Jahres 2018 ist mit seinen Dürren und Waldbränden noch nicht vergessen, im April 2019 wurde aber schon vor erhöhter Waldbrandgefahr und fehlenden Wasserreserven der Natur gewarnt.
  • Der Rückversicherer Munich Re berichtet von USD 160 Mrd. Schäden aus Naturkatastrophen im Jahr 2018

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Quelle: Medieninformation Munich Re: Extreme Wirbelstürme, Waldbrände und Dürren verursachten 2018 hohe Schäden aus Naturkatastrophen

  • Das im S&P 500 gelistete kalifornische Energieversorgungsunternehmen PG&E (Pacific Gas and Electric) meldete am 29.1.2019 ein Insolvenzverfahren zur Restrukturierung an (Chapter 11, News release: PG&E Files for Reorganization Under Chapter 11)
  • Bereits seit über einem Monat führt ungewöhnlich warmes Wetter zu Überschwemmungen im mittleren Westen der USA und damit erheblichen Beeinträchtigungen der Landwirtschaft. Eine schnelle Schneeschmelze in den Rocky Mountains haben vor allem die Oberläufe der Flußsysteme von Missouri und Mississippi erfaßt…

Map

Quelle: Bloomberg 23.4.2019

  • …Während europäische Medien überwiegend von den Beeinträchtigungen in der Landwirtschaft und bei den Transportwegen berichteten, haben die diese Überschwemmungen allerdings noch ganz andere Dimensionen: In den Überschwemmungsgebieten befindet sich rund 30% der us-amerikanischen Anlagen für Ethanol,  Ende März wurden auch mindestens acht Gebiete mit toxisch verseuchten Böden (u.a. Arsene, Benzole, Zyanide) überschwemmt. Diese Gebiete sind offiziell klassifiziert und als sogenannte „Superfund Sites“ für eine Bodensanierung ausgewiesen.

Map

Quelle: Bloomberg 26.3.2019

  • Da die betroffenen Flußsysteme in südöstlicher Richtung zum Atlantik verlaufen und sehr langsame Fließgeschwindigkeiten haben, werden die mit Sedimenten ausgeschwemmten Giftstoffe über eine sehr große Distanz verteilt.

Schon ein Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage gibt zu denken. Noch viel mehr die eindrücklichen Warnungen von berufener Seite:

Rede von Mike Carney, Governor Bank of England, am 21.3.19 in Brüssel: A New Horizon. U.a.:  „Sadly with climate, history repeats not as a farce but as tragedy and with growing frequency.“

Am 28.3.19 stellten die Vereinten Nationen den aktuellen Bericht der globalen metereologischen Organisation WMO (World Metereological Organization) vor: WMO Statement on the state of the global climate in 2018. Ein kleiner Auszug aus der Vorstellung zeigt die Brisanz:

The WMO Statement on the State of the Global Climate in 2018, its 25th anniversary edition, shows how the physical signs and socio-economic impacts of climate change are accelerating as record greenhouse gas concentrations drive global temperatures towards increasingly dangerous levels.

Quelle UN: WMO State of Climate report is “yet another strong wake-up call.”, 29.3.2019

ESPAS (European Strategy and Policy Analysis System) begleitet die Arbeit von EU-Parlament, der EU-Kommission, dem EU-Rat und anderen. Der ESPAS Report 2019: Global Trends to 2030, 5.4.2019 beschreibt für den Fall des Nicht-Handelns bei fortschreitendem Klimawandel die wahrscheinlichen, ausnahmslos sehr dramatischen Szenarien:

Record-breaking warm nights increase five-fold in Europe and costs multiply in several areas: healthcare costs increase as no provisions have been taken to mitigate the impact of heat on older adults; wildfires continue to spread; migration rates increase, and production is significantly reduced by droughts, floods and other extreme events. In addition, climate change pushes more than 100 million people into extreme poverty by 2030 – overturning the important progress made since the 1980s. A growing sense of impeding doom and panic undermines and divides societies, putting at risk our cooperative structures at all levels and stretching the EU’s political stability to breaking point.

Petition 92294: Klimaschutz – Verabschiedung eines verbindlichen, sektorübergreifenden Klimaschutzgesetzes vom 17.03.2019

Seit dem 8.4.2019 kann die o.g. Petition mitgezeichnet werden, die sich an den Petitionsausschuß des Deutschen Bundestags richtet:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, innerhalb der nächsten sechs Monate ein verbindliches, sektorübergreifendes Klimaschutzgesetz zu verabschieden, das zum Ziel hat, die Netto-Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen schnell abzusenken und bis 2040 möglichst auf null zu reduzieren. Die Klimaziele müssen verbindlich, unaufschiebbar und überprüfbar sein. Das Klimaschutzgesetz muss so schnell wie möglich mit dem Ziel die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, in Kraft treten.

Begründung (Auszug)

Fridays for Future – eine Bewegung hat auch Deutschland erfasst. Tausende Schüler*innen und nun auch Erwachsene gehen für echten, effektiven Klimaschutz auf die Straße. Am 12. März 2019 veröffentlichten auch über 23.000 anerkannte Wissenschaftler*innen als “Scientists4Future” eine Erklärung, die schnelle Taten einfordert und die Klimastreiks der Schüler*innen fundiert unterstützt…

Voller Text, aktueller Stand und Mitzeichnung: Petition 92294

Das Petitionsrecht ist in Artikel 17 Grundgesetz verankert. Die Einreichung Mitzeichnung von Petitionen ist nicht durch Alter, aktives oder passives Wahlrecht, Staatsangehörigkeit und Wohnsitz beschränkt.

Mindestquorum für die Aufnahme einer Petition durch den Petitionsausschuss sind 50.000 Zeichner. Aktueller Stand (29.4.2019 15:40h: 23.020), wovon 5.000 in den letzten 24 Stunden zeichneten. Die Zeichnungsfrist ist noch bis zum 6.5.2019 offen. (Anm.: Die 89913 für eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung von 130 km/h auf deutschen Autobahnen hatte 59.040 Mitzeichner).

Tomorrow mit Publikumspreis bei Payment & Banking

Mehrfach wurde hier über Tomorrow berichtet, das als neues FinTech-Unternehmen Nachhaltigkeit mit einem frischen Finanzdienstleistungskonzept „hip“ macht (siehe z.B. Nummer Neunundfünfzig. Die Nominierung zum „FinTech des Jahres 2018“ durch den renommierten Branchenblog und Veranstalter Payment & Banking konnte nach dem späten Start im Jahr am 16. November 2018 und der noch überschaubaren Zahl von Nutzern/Kunden (aktuell – 29.4.2019 16h: 4.083, Verdopplung seit 19. Februar, vgl. Nummer Sechsundsechzig).

Bei einem Jurypreis hätten sich vielleicht einige nicht gewundert. Das Konzept ist gut gemacht und funktioniert auch in eigenem Erleben reibungslos. Aber Publikumspreis? Da waren immerhin einige „Titanen“ mit großem Fanclub und üppigen Finanzierungsrunden am Start bzw. in der Auswahl! Also stand die persönliche Wette für den Gewinner bei „wenig(er) Nutzen, aber großer Fangemeinde.

Umso größer war dann die Überraschung, dass der weniger bekannte Neuling Tomorrow den Publikumspreis erhielt: FinTech des Jahres 2018 erhielt. Noch einmal ein „offizieller“ Glückwunsch nach Hamburg. Mit Eurer Karte brauche ich kein teures Blech (ähm Metall, Titan etc. als Karte). Es reicht, was drauf ist…

2018-11-28 Tomorrow11

In eigener Sache

#nachhaltige100

Auf der von der Triodos Bank Deutschland initiierten Liste der in sozialen Medien zum Thema Nachhaltigkeit aktiven Menschen rückte Investabel® wieder einen Platz auf den Rang 72 auf. Insgesamt war gegenüber dem Stand Anfang März 2019 nur sehr wenig Bewegung in den Platzierungen. Aktuelle Übersicht #nachhaltige100

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das „FNG-Siegel“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden (s.u.).

Mitunterzeichner …ForFuture

Gerne bin ich den Aufrufen der „ScientistsForFuture“ www.scientists4future.org und „EntrepreneursForFuture“ www.entrepreneurs4future.de gefolgt und habe die jeweiligen Initiativen mitunterzeichnet.

Mitgestalter FridaysForFuture Bonn

In Bonn werden die Demonstrationen nicht wöchentlich, sondern im Regelfall monatlich organisiert. Für den 12. April 2019 hatten sich die Organisatoren ein etwas anderes Konzept ausgedacht: „Alternativer Unterricht“ wurde in zwei der drei Kundgebungsstunden als Workshops rund um den Bonner Münsterplatz angeboten.

Die Vorbereitung war auch für „Abgebrühte“ eine gewisse Herausforderung: Frei in einer Menschenmenge und auf einem öffentlichen Platz und jede(r) gesellt sich einfach dazu. Es waren diesmal am letzten Schultag vor Ostern bzw. dem Abitur „nur“ ca. 400 Teilnehmer(innen), es hat aber trotz frostigem Wetter viel Spaß gemacht. Hier ein Blick auf das „Klassenzimmer“:

Fotos: Ralf Breuer

Thema waren die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Sie beschreiben umfassend die Herausforderungen für eine nachhaltigere Welt. Da immer nur kleine Zeitfenster vorgesehen waren, wurden die Themen stark auf Ziel 13 Klimaschutz und Ziel 6 Wasser- und Sanitärversorgung eingegrenzt. Während die Teilnehmenden bekanntlich stark vom Klimaschutz motiviert sind, besteht für die weltweite Unterversorgung mit sauberem Wasser und sanitären Anlagen nur wenig Bewusstsein. Auch der im Vergleich zur Lebensnotwendigkeit (ca. 5 Liter) opulente Wasserverbrauch pro Kopf und Tag von 122 Litern war für Viele eine Überraschung.

Da sich das Konzept mit einer Doppelseite Informationen unter den schwierigen Bedingungen bewährt hat, wird es jetzt in der Zivilgesellschaft des Umkreises für jüngere und ältere Interessenten für ca. 1,5 Stunden angeboten. Je nach Alter können die Schwerpunktthemen mit spielerischen Elementen oder weiteren vertiefenden Gesprächen ergänzt werden. Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Neunundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundsechzig

2018-11-21 tomorrow4

Beitragsbild: www.tomorrow.one

Inhalt:  Nachhaltige Geldanlagen im Trend; Nachhaltigkeit als Leitprinzip; Henkel AG: Großkredit mit Nachhaltigkeitskriterien; N26 € 2,3 Mrd. wert?; Apple Pay ein Monat nach dem Start; Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn; In eigener Sache: #nachhaltige100; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

16. Januar 2019,

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltige Geldanlagen im Trend

Zu Jahresbeginn 2019 erschien bereits eine Vielzahl von Artikeln zum Thema nachhaltige Geldanlagen in unterschiedlichen Ausprägungen. Nach Erhebungen des Sustainable Business Institut (SBI) waren zum Ende des dritten Quartals 2018 in Deutschland, Österreich und der Schweiz 509 nachhaltige Publikumsfonds mit einem Gesamtvermögen von € 126 Mrd. zum Vertrieb zugelassen, Zum Jahresende 2017 waren es 482 Fonds mit etwa € 106 Mrd. Immer mehr Vermögensverwalter stellen auf nachhaltige Ansätze im Sinne von ESG-Kriterien um (Quelle: www.wallstreet-online.de 7.1.2019).

Gemäß dem „Deka-Anlegermonitor“ sind vor allem jüngere Menschen (Millenials) sehr offen für nachhaltige Geldanlagen. Beim Deka-Anlegermonitor handelt es sich um eine Online-Befragung, die dreimal jährlich von YouGov im Auftrag der DekaBank durchgeführt wird, um mehr über das Anlegerverhalten zu erfahren.

In dem Artikel auf at.e-fundresearch.com vom 21,12,18 heisst es weiter: „Dazu passt, dass der Online Buzz für dieses Thema einen enormen Anstieg verzeichnet. Die User nutzten den Begriff „Nachhaltiges Investment“ in verschiedenen Digitalkanälen wie Facebook, Twitter, Blogs und Co. von Januar bis August 2017 8.639 mal. Im selben Zeitraum 2018 waren es schon 23.656 mal – ein Anstieg von 174 Prozent.

Die Union Investment folgt dem Trend mit einem neuen Anlageangebot für Privatanleger: Multi-Asset-Lösung PrivatFonds: Nachhaltig.

Beschreibung laut Pressemitteilung vom 2.1.2019„Die Besonderheit des Fonds liegt darin, dass der Nachhaltigkeitsansatz von Union Investment erstmalig in einer Multi-Asset-Lösung zum Einsatz kommt. Das heißt, der nachhaltige Investmentprozess wird über die verschiedenen Anlageklassen und Anlageinstrumente angewandt. Zunächst werden Unternehmen, Staaten, Fonds, Derivate und ETFs einer umfassenden Nachhaltigkeitsanalyse und -bewertung unterzogen. Dabei werden auch Ausschlussregeln berücksichtigt. Das Fondsmanagement ermittelt für die einzelnen Anlageinstrumente jeweils das Nachhaltigkeitsrating (ESG-Score). Dieses Rating basiert auf unabhängigen Daten von auf Nachhaltigkeit spezialisierten Ratingagenturen und gibt Auskunft darüber, wie nachhaltig beispielsweise ein Unternehmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung agiert. Auch das Geschäftsmodell wird dabei mit einbezogen.“

Es handelt sich damit zwar „nur“ um einen ESG-Ansatz, aber nachhaltige Geldanlagen werden weiter in die Breite getragen. Davon war in den Primärbanken der Genossenschaftsgruppe bisher allerdings nur wenig zu vermerken. Leider wurde der Mindesanlagebetrag mit € 10.000 relativ hoch angesetzt. Allerdings können darüber hinaus bereits € 25 monatlich angespart werden und ein Ausgabeaufschlag wird derzeit nicht erhoben. Mehr in der Produktbrochüre.

Nachhaltigkeit als Leitprinzip

Auch wenn davon praktisch kaum etwas zu verspüren ist, stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fest: „Nachhaltigkeit ist das Leitprinzip der Politik der Bundesregierung. Es soll wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, ökologische Verantwortung und soziale Gerechtigkeit so miteinander verschränken, dass die Realisierung des Einen nur unter Berücksichtigung der jeweils beiden anderen erfolgt“ (Quelle: www.bmwi.de).

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat in einem Positionspapier gefordert, Nachhaltigkeit auch als Rahmen für die Digitalisierung zu nutzen: nachhaltig_UND_digital – Nachhaltige Entwicklung als Rahmen des digitalen Wandels, 19.12.2018. Bereits in einer Vielzahl von Beiträgen wurde hier im Blog auf die Nützlichkeit der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) als Leitlinien für die Digitalisierung verwiesen. Was nicht zu einer nachhaltigeren Entwicklung beiträgt, kann analog bleiben bzw. ist eher überflüssig!

Henkel AG: Großkredit mit Nachhaltigkeitskriterien

Als vermutlich erstes deutsches Großunternehmen hat die Henkel AG einen Kredit über € 1,5 Mrd. erhalten, dessen Kreditkonditionen sich an der Entwicklung von Indikatoren für die Nachhaltigkeit des Unternehmens orientieren. Die Fortschritte bei den ESG-Kriterien werden durch neutrale externe Anbieter festgestellt: Sustainalytics, EcoVadis und ISS-oekom. HSBC fungierte bei diesem Kredit als einer der Konsortialführer (Quelle: HSBC Deutschland).

Gemäß Bloomberg wurden 2018 Kredite dieser Art mit einem Gesamtvolumen von zusammen USD 36,4 Mrd. vereinbart. Das gesamte Volumen von Schuldinstrumenten mit Nachhaltigkeitscharakter wird auf USD 247 Mrd. geschätzt, darunter USD 182 Mrd. Greenbonds.

N26 € 2,3 Mrd. wert?

Gemäß Pressemitteilung vom 10.1.2018 erhielt N26 eine weitere Finanzierung von USD 300 Mio. und wird damit nach eigenen Angaben mit USD 2,7 Mrd. (€ 2,3 Mrd.) bewertet. Damit würde N26 laut Finanz-Szene.de in der Bewertung noch vor der Aareal (€ 1,65 Mrd.) als dritthöchst bewertete börsennotierter Bank liegen.

N26 hat seine Kundenzahl in den letzten 12 Monaten auf 2,3 Mio. verdreifacht und strebt eine weitere Expansion an, zunächst in den USA. „In den kommenden Jahren will das Unternehmen weltweit über 100 Millionen Kunden erreichen.“ – Sportliche Ambitionen, die eventuell in die Nähe der genannten Bewertung führen könnten?

Bewertung und Kundenzahl von N26 wird regelmäßig mit dem britischen Wettbewerber Revolut. Nicht zuletzt auch wegen persönlicher Animositäten der Geschäftsführungen. Am 7.1.2019 erschien ein Vergleich der Zahlen für die Downloads der Apps beider Anbieter auf www.gruenderszene.de, wonach N26 zum Wettbewerber aufgeschlossen hätte.

Kaum Vergleiche finden sich dagegen zu den Produktangeboten. Beide Anbieter haben kostenlose Girokonten mit Direct Debit Karten von Mastercard und auch Visa (Revolut) im Angebot. Die Karten bieten jeweils anbieterbezogen vor allem Vorteile im Auslandseinsatz sowie Versicherungspakete. Und bei beiden Anbietern sind „kultige“ Karten aus Metall in Premiumpaketen zu sehr anspruchsvollen Preisen verfügbar: Bei N26 zu monatlich € 16,99 und Revolut € 13,99 p.m.

Quelle: N26

Bildergebnis für revolut metal visa

Quelle: Revolut

Die kostenpflichtigen Angebote von N26 und Revolut sind vor allem für Vielreisende und Auslandseinsatz außerhalb der Eurozone erwägenswert. Die Monatsgebühren für die Metallkarten erinnert allerdings eher an Dinge wie Pokemon, Scoubidoo, Tamagotchi etc., die ebenso schnell in Mode kamen wie sie wieder verschwanden…

Allerdings: Ansprechend gestaltete Karten (aus Kunststoff) gibt es auch von anderen Anbietern mit deutlich geringeren Gebühren und weniger Restriktionen z.B. beim Automateneinsatz, in einigen Fällen weitgehend kostenlos. Interessant ist u.a. das Angebot von Curve, bei dem sich verschiedene Karten auf ein und derselben Karte nutzen lassen.

Curve blue card

 

 

 

 

Quelle: www.curve.app

Und auch beim Auslandseinsatz und der „Kultigkeit“ gibt es weitere und günstige Alternativen, z.B. bei Tomorrow mit einer im Einsatz „von Itzeho bis Idaho“ Preisliste Tomorrow Stand 10.1.2019 gebührenfreien (Debit-) Mastercard sowie drei kostenlosen Abhebungen pro Monat (danach € 2, bei N26 und Revolut ebenfalls Beschränkungen).

2018-11-21 Tomorrow4

Quelle: www.tomorrow.one

Eine Übersicht über die Leistungsangebote der genannten Anbieter findet sich Stand 16.1.2018 ohne Gewähr hier: Preisübersicht N26, Revolut Tomorrow.

 

Apple Pay ein Monat nach dem Start

Jochen Siegert hat am 15.1.2019 im Blog von Payment & Banking die ersten Eindrücke zu den Entwicklungen einen Monat nach dem Start von Apple Pay in Deutschland zusammengefasst (vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundsechzig). Es wurde lebhafte Registrierungen, insbesondere auch für die neue virtuelle Kreditkarte der Deutschen Bank registriert. Die Zahl der Karten ist bei der Bank um rund 7% gestiegen, was etwa 90.000 neuen Kunden entsprechen könnte.

comdirect berichtet von nahezu 100.000 Registrierungen für Apple Pay und einer deutlich intensiveren Nutzung bzw. höheren Umsätzen von monatlich € 225 gegenüber bisher € 96 bei herkömmlichen Karten.

Jochen Siegert vergleicht diese Entwicklung mit den Aktivierungen bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die nach sechs Monaten bei rund 270.000 Registrierungen lagen. Zur vollständigen Analyse mit Ausblicken von Jochen Siegert geht es hier: Der „Ba-bing-Moment“ durch Apple Pay in deutschen Banken & Sparkassen.

Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn

Einige Aktive haben sich für den 12.2.2019 um 19h zu einem Stammtisch Nachhaltigkeit verabredet. Thematisch ist alles rund um CSR, ESG, SDGs, SRI, SustainableFinance sowie Globales und Lokales offen. Ort wird noch bekannt gegeben und je nach Interesse ausgewählt.

Warum 12.2.2019? Dann findet in Berlin der nächste Stammtisch Sustainable Finance Berlin statt. Der Plan ist, an diesem Abend die Aktivitäten in Bundeshauptstadt und Bundesstadt kommunikativ zu verbinden.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die Liste der nachhaltige100 der Triodos Bank Deutschland führt die in sozialen Medien zu nachhaltigen Themen aktivsten Menschen im deutschprachigen Raum. Investabel® ist gegenüber dem Vormonat November 2018 von 84 auf 72 aufgestiegen. Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. Im September 2018 wurde der Blog wieder unter den ersten 100 (auf Platz 97) und im Oktober auf 91 platziert.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

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Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Dreiundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundsechzig

Inhalt:  Vorneweg… Klimaschutz ist mehr Nachhaltigkeit…; …aber Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz: EU-Taxonomie von Finanzanlagen – nur öko?; GLS Crowd mit Finanzierung in Rekordzeit; SRI, ESG, SDG – Etwas Entwirrung; Apple Pay in Deutschland gestartet; Kommen und Gehen bei FinTech; Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Beitragsbild: https://d-pt.ppstatic.pl/kadry/k/r/1/66/7b/59a6ae4e19eef_o,size,969×565,q,71,h,109ff2.jpg

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

17. Dezember 2018, ergänzt 18.12.2018 (Plädoyers Klimaschutz; Artikel Dr. Ossig, Bankenverband; GLS Crowd; Konsolidierung bei FinTech)

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg…

Auf dem Beitragsbild heißt es Gefahr, Unfall – symbolisch für den Verlauf und das Ergebnis der Weltklimakonferenz COP24 in Katowice. Aber auch für den Vorschlag der von der EU-Kommission eingesetzten Expertengruppe für die Klassifizierung nachhaltiger Finanzpositionen. Mit der Konzentration auf den Umweltschutz ist die dringend notwendige „Taxonomie“ viel zu eng angelegt. Nach all den optimistisch stimmenden Entwicklungen für mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft zwei derbe Dämpfer Mitte Dezember 2018!

Klimaschutz ist mehr Nachhaltigkeit…

Zu guter letzt gab es noch eine gute Nachricht von der Weltklimakonferenz: Die Beteiligten konnten sich in einer Konferenzverlängerung noch auf gemeinsame Schlusserklärung einigen. Mehr Berichtenswertes gibt es hier nicht. Das ist in den Medien alles geschrieben. „Klimaschutz lauwarm“ titelt der Bonner General-Anzeiger am 14.12.2018 auf S. 3 – völlig zu Recht.

Nummer Einundsechzig enthielt einen kurzen Bericht über das großartige Plädoyer der fünfzehnjährigen Greta Thunberg auf der Weltklimakonferenz. Am 14.12.2018 folgten Schüler in mindestens 14 Städten ihrem Beispiel und traten in einen Schulstreik für den Klimaschutz: Spiegel Online 14.12.2018. Auch eine Reihe von globalen Großunternehmen forderten zu einem konsequenteren Handeln auf, so z.B. BT Group Plc., Ikea und Mars (EN): Bloomberg 13.12.2018: From Mars to Ikea, Concerns Emerge About Vague Climate Rules.

…aber Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz: EU-Taxonomie von Finanzanlagen – nur ökö?

Am 7.12.2018 legte die für die Umsetzung des EU-Aktionsplans (vgl, Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung) Expertengruppe (Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG)) nach fünfmonatiger Tätigkeit ein Konsultationspapier für die „Taxonomie“ von Finanzanlagen vor: Invitation for feedback and expert workshops on taxonomy. Das Ergebnis ist kurz formuliert: Sehr enttäuschend.

Das 108 Seiten starke Dokument zeugt zwar von Arbeit, allerdings nicht von einem zielführenden Ansatz. Der EU-Aktionsplan setzte zwar beim Klimaschutz an, erschien aber offen für andere nachhaltige Entwicklungsziele. Dies ist im Konsultationspapier allerdings nicht erkennbar. Klimarisiken waren und sind nur eines von 17 UN-Teilzielen und ein guter Ansatz für den Angang an die Finanzwirtschaft, da sie hiervon stark betroffen ist und die Bankaufsichtsbehörden ebenfalls von dieser Erkenntnis geleitet werden.

2018-12-13 Glorreiche17

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Die Arbeit der Expertengruppe hat sich dagegen ausschließlich mit Umweltfaktoren beschäftigt. Damit wird auch die resultierende Klassifizierung (Taxonomie) sehr eng gefasst und auf folgende Gebiete begrenzt:

  1. Milderung des Klimawandels
  2. Anpassung an den Klimawandel
  3. Wasser und Ozeane
  4. Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung, Recycling
  5. Umweltverschmutzung
  6. Gesunde Ökosysteme

Damit wird aber nur ein enger Ausschnitt der globalen Probleme erfasst. Bei einer Orientierung an den SDGs wäre dies nicht der Fall und bspw. auch die Bekämpfung von Hunger sowie die Migration miterfasst.

Der Angang der EU-Experten erscheint vor allem deshalb sehr verwunderlich, weil sich das Konsensusverständnis seit dem Sommer 2017 stark gewandelt hat. Es stehen weniger die rückwirkend erfassten Werte für Ökologie, Soziales und Unternehmensführung (ESG) im Vordergrund, sondern vorausschauend nachhaltige Entwicklungsziele, die SDGs. Dieser Wandel ist auch im Rating zu erkennen, worüber hier kürzlich berichtet wurde: Nummer Neunundfünfzig.

Sofern die Expertengruppe ihre Arbeit so fortsetzt, wie es es das Konsultationspapier erwarten lassen muss, erscheint das Ziel in Gefahr, ein transparentes und nachvollziehbares Klassifizierungssystem zu erhalten, dass am Ende auch von privaten Geldanlegern als Entscheidungshilfe genutzt werden kann. Damit wird in der Konsequenz auch die ganze Intention des EU-Aktionsplans gefährdet.

Eine ausführliche „Würdigung“ (EN): What goes wrong with #SustainableFinanceEU?

Diese Entwicklung ist umso verwunderlicher als auch Branchenvertreter die Berechtigung von Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft anerkennen. Sicherlich hat der Klimaschutz hier eine prominente Bedeutung wie der aktuelle Beitrag des Hauptgeschäftsführers und Vorstands des Bundesverband deutscher Banken in Der Bank Blog zeigt: Christian Ossig: Klimaschutz macht vor Banken nicht halt Schlussfolgerungen aus der 24. Weltklimakonferenz in Kattowitz, 17.12.2018. Längst herrscht aber in der Branche ein umfassendes, an den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) orientiertes Nachhaltigkeitsverständnis, was sich bereits konkret in der Tätigkeit der globalen Branchenführer niederschlägt: Nummer Fünfunddreissig vom 16.4.2018

GLS Crowd mit Finanzierung in Rekordzeit

Dass Klima- und Umweltschutz auch beliebte Anlagethemen sind, zeigt die von der GLS Crowd am 14.12.2018 platzierte Finanzierung von autarq, einem Hersteller von Solardachziegeln aus Brandenburg. In nur 4,5 Stunden wurden € 1,25 Mio. eines Nachrangdarlehens platziert (7,5%, 3,5 Jahre, endfällig) Laut Pressemitteilung autarq vom 17.12.2018 konnten bereits in den ersten 15 Minuten € 195.000 eingeworben werden.

Auch bei der vorausgegangenen Platzierung einer Finanzierung der akvola Technologies GmbH aus Berlin, einem Spezialisten für Wasseraufbereitung, dauerte es lediglich knapp fünf Stunden, um Investoren für € 750.000 (7%, 6 Jahre, Ratenzahlung ab dem dritten Jahr) zu gewinnen. Laut Pressemitteilung der GLS Bank vom 24.10.2018 waren bereits nach 1,5 Stunden € 500.000 erreicht.

Anmerkung aus der o.g. Pressemitteilung: „Die GLS Crowd ist eine von der GLS Crowdfunding GmbH betriebene, von der GLS Bank unabhängige Schwarmfinanzierungsplattform mit Sitz in Frankfurt am Main, die sich auf die Vermittlung von Finanzierungen für nachhaltige Unternehmen und Projekte spezialisiert hat. Die auf der Plattform angebotenen Finanzierungen werden ihr von der GLS Bank zur Vermittlung vorgeschlagen. Die GLS Crowd bietet Investor*innen die Möglichkeit, Beträge von 250 bis 10.000 Euro in nachhaltige Vorhaben zu investieren“

SRI, ESG, SDGs – Etwas Entwirrung

Anlageangebote mit einem weiten Spektrum von Nachhaltigkeit

Nachhaltige Anlageangebote haben ein weites Spektrum und z.T. erheblich abweichende Interpretationen von Nachhaltigkeit. Für interessierte Privatanleger ist diese Vielfalt ebenso verwirrend wie Finanzjournalisten, so dass deren Beiträge meist auch nicht besonders erhellend und damit hilfreich sind. Insofern bietet der im Portal justETF erschienene Beitrag eine Ausnahme: Dominique Riedel: Nachhaltige ETF-Portfolios zum Selberbauen, 9.12.2018. Der Beitrag stellt übersichtlich die Gemeinsamkeiten der häufigsten Abkürzungen SRI (=socially responsible investments/sozial verantwortliche Investments) und ESG (environment, social, governance/Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) zusammen. Seltener ist „SDGs“ für die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (sustainable development goals) der Vereinten Nationen. Hierzu mehr unten sowie hier im Blog auf SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

ETFs nach SRI- und ESG-Kriterien bieten zwar eher eine schwächere Ausprägung von Nachhaltigkeit, aber sie ermöglichen es bei geringen Kosten und hohem Grad an Streuung mit einem besseren Gewissen anzulegen. Hierbei sind die Ausführungen von Frau Riedel sehr hilfreich. In beiden Kategorien ist es bei einem stetig steigenden Angebot (vgl. u.a. Nummer Einundsechzig) global oder auch regional zu investieren. Dabei werden die Informationen von einem gesunden Grundgedanken geleitet:

„Jeder Mensch definiert nach den eigenen Erfahrungen und Einschätzungen, was für ihn „nachhaltig” oder „ethisch” bedeutet. Genau so ist es mit den unterschiedlichen Index-Regelwerken im Bereich des nachhaltigen Investierens, auf denen ETFs basieren.“

Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Index-Familien im Überblick

Merkmal MSCI SRI-Reihe MSCI ESG Screened-Reihe
Aufgenommene Unternehmen die nach ESG-Kriterien besten 25% jedes Sektors; bestimmte Sektoren werden ausgeschlossen (siehe unten) bestimmte Sektoren werden ausgeschlossen (siehe unten);
keine Berücksichtigung von ESG-Ratings
Gewichtung Marktkapitalisierung Marktkapitalisierung
Marktabdeckung eher gering durch Ausschluss von 75% der Unternehmen eher hoch, da nur bestimmte Sektoren ausgeschlossen werden (ohne Berücksichtigung des ESG-Ratings)
Tracking Error potenziell höher durch geringere Marktabdeckung potenziell geringer durch höhere Marktabdeckung
Kosten i. d. R. höher als Mutterindex wegen Research-Kosten für SRI-Rating sehr ähnlich zum Mutterindex wegen minimaler Research-Kosten für einfachen Filteransatz
Modifikationen MSCI SRI 5% Capped
MSCI Select ESG and Trend Leaders
bisher keine
ETF-Portfolios Nachhaltigkeit SRI Global BIP
Nachhaltigkeit SRI Regionen BIP
Nachhaltigkeit ESG Screened Global BIP
Nachhaltigkeit ESG Screened Regionen BIP
Quelle: iShares; Stand: 05.12.2018 via justETF

Neuer Fonds auf nachhaltige Fremdkapitalfinanzierungen

Produkte mit einer Orientierung an den SDGs bilden bisher die Ausnahme. Allerdings nimmt zumindest für institutionelle Anleger das Angebot weiter zu. Der NN (L) European Sustainable Infrastructure Debt Fonds, der am 15. November 2018 aufgelegt wurde, erweitert die nachhaltige Produktpalette von NN Investment Partners (NN IP) und erfüllt die steigende Nachfrage Institutioneller nach Investitionen in Sachwerte.

„Der neue Fonds zielt darauf ab, ein diversifiziertes Portfolio aus europäischen Infrastrukturfinanzierungen aufzubauen, die einem Investment-Grade-Rating entsprechen und aus fünf Sektoren bestehen. Dazu zählen soziale Infrastruktur, alternative Energie, nachhaltiger Transport und Wasser- und Abfallwirtschaft sowie digitale Infrastruktur. Die geringe Korrelation von Infrastrukturanlagen mit den Konjunkturzyklen ist besonders für langfristige Investoren reizvoll, die ihre Portfolios diversifizieren, ihre Verbindlichkeiten matchen und solide Erträge erzielen möchten. NN IP nutzt mit dem neuen Fonds seine langjährige Erfahrung am Infrastrukturmarkt und hat seine Strategie weiterentwickelt, um sich auf Infrastrukturanlagen zu konzentrieren, die eine messbare Wirkung, einen Impact auf Gesellschaft und Umwelt haben, ohne die finanziellen Erträge zu vernachlässigen. …  Der Fonds strebt eine jährliche Bruttorendite von 3-4% und eine Duration von 12-15 Jahren an.“ Quelle: NN investment partners (DE)

Apple Pay in Deutschland gestartet – Zahlung + Nachhaltigkeit?

2018-12-11 ApplePay

Beitragsbild/Bild: Apple Pay

Mit einer Verspätung von vier Jahren gegenüber europäischen Nachbarländern sind jetzt auch in Deutschland Zahlungen mit Apple Pay möglich. Google Pay war im Juni 2018 gestartet. Die Vorteile beschreibt der Anbieter folgendermaßen:

„Apple Pay funktioniert ganz einfach. Und vor allem ganz sicher. Denn mit Apple Pay wird deine Kartennummer nie auf deinem Gerät oder Apple Servern gespeichert. Und Apple Pay speichert auch keine Daten zu deiner Transaktion, die auf dich zurück­zuführen sind. So kannst du sicher in Geschäften, Apps und im Internet bezahlen. Ganz einfach.“

 Quelle: Apple Pay

Wie funktioniert Apple Pay?

Tatsächlich werden weniger missbrauchsgefährdete Daten mit dem Händler ausgetauscht, da die Zahlung nur über eine Gerätenummer in Verbindung mit einem einmaligen Transaktionscode ausgelöst. Das Smartphone wird mit Fingerabdruck oder Gesichtserkennung entsperrt. Insofern können weder bei der Transaktion noch aus dem Gerät sensible Daten ausgelesen werden. Bei einem Geräteverlust ist damit im Gegensatz zu einer physischen Karte ein Missbrauch ausgeschlossen.

Nicht verwendbar sind Girocards ohne Zugang zu Maestro (d.h. Mastercard). Auch ist der von vielen Banken angebotene Zahlungsdienst VPay (Visa) nicht unter den Anbietern. Die Nutzung solcher Karten ist über die Angebote der Genossenschaftsbanken (Digitale Karten in der VR-Banking-App) und Sparkassen (Mobiles Bezahlen) möglich. Allerdings wird hier für Beträge ab € 25 wiederum ein PIN benötigt.

Zum Start sind die Banken in der nachfolgenden Übersicht mit Apple Pay im Angebot. Weitere Banken haben den Zahlungsdienst für 2019 avisiert.

Apple hat die Liste mit den teilnehmenden Banken veröffentlicht.

Quelle: Apple Pay

Mobile Zahlungen können nachhaltiger sein

In Deutschland werden rund 57 Mio. Smartphones genutzt (Quelle: statista 11.12.2018), die technisch reichlich dimensioniert sind. Gleichzeitig tragen alle 130 Mio. Bank- und Kreditkarten leistungsfähige Chips sowie Magnetstreifen, die zu einem erheblichen Teil nur wenig genutzt werden. Insofern wäre es deshalb naheliegend, andere Lösungen zu wählen, die diesen Materialeinsatz verringern. Eine Variante wären optische Lösungen (QR-Codes, vgl. Weniger Karten in die Brieftasche hier im Blog) oder die von den mobilen Bezahlangeboten genutzte NFC-Funktion der Smartphones, die dann auf den Karten selbst entfallen könnte.

Eine besonders interessante Lösung hat deshalb die Deutsche Bank zum Marktstart in das Angebot genommen: Eine vollständig virtuelle Karte, die allein elektronisch ausgegeben wird. Entgegen den Informationen auf der Internetseite der Bank kursierten zunächst Informationen, wonach Kunden zur Bestellung der Karte eine Filiale besuchen müssten. Dies hätte dieses Angebot natürlich verwässert, ist aber nicht der Fall: „Mit einem Deutsche Bank Konto erhalten Sie zur weltweiten Nutzung von Apple Pay eine virtuelle Mastercard Debitkarte (Deutsche Bank Card Virtual) – dauerhaft ohne Jahresgebühr. Diese können Sie im Rahmen der Apple Pay Aktivierung in der Deutsche Bank Mobile App bestellen.“ Homepage Deutsche Bank – Jetzt: Deutsche Bank mit Apple Pay.

Quelle: Jochen Siegert via Twitter/Deutsche Bank

Viel Andrang zum Start

Jochen Siegert hat auf Payment & Banking am 12.12.2018 seine persönlichen Eindrücke von der Auftaktveranstaltung in der Allianz-Arena in München geschildert: Launchevent von Apple Pay in Deutschland. „Michael Koch, verantwortlich für Online- und Mobilebanking der Deutschen Bank, sprach bezüglich von der MasterCard Debit-Karte und Apple Pay als dem stärksten Produktlaunch der Deutschen Bank überhaupt. Wesentliche KPIs hätten die Erwartungen weit übertroffen. So konnte die Deutsche Bank gestern Vormittag hohe dreistellige Kartenanträge pro Minute verzeichnen und die Besuche der Deutschen Bank Homepage war sechsfach höher als sonst. Dieser Kundenansturm ist sehr beeindruckend. Ich denke das Institut wird so alleine über 50.000 neue Karten am gestrigen Tag abgesetzt bzw. aktiviert haben. Auch ein Comdirect Mitarbeiter schrieb bei Twitter von einem selbstgesetzten Tagesziel von 10.000 Registrierungen (leider Tweet nicht mehr auffindbar) und die im Vergleich eher kleine Hanseatic Bank berichtete auch von 1.200 Registrierungen in den ersten Stunden.“

Akzeptanz ca. 50%

Die Einsatzmöglichkeiten in Deutschland dürften grundsätzlich bei 50% liegen, also überall dort, wo NFC-fähige Terminals genutzt werden. Zusätzlich ist aber eine Vereinbarung mit Apple Pay Voraussetzung. Die folgende Übersicht stellt die beim Start vereinbarten Akzeptanzpartner:

 

Bildergebnis für apple pay akzeptanz

Quelle: Apple Pay

Weitere Partnerbanken für 2019 avisiert

Quelle: Apple Pay

Die Zahlungsdienste im Kurzvergleich

Besonders bei der Freigabe der Zahlungsdienste auf dem Smartphone unterscheiden sich die Angebote Bei Apple-Pay und Google-Pay genügt die Freigabe des Handys bei Touch-ID oder Face-ID, um eine Zahlung zu legitimieren. Für Kleinbeträge ist bei Apple-Pay nicht einmal der Bildschirm des iPhones zu entsperren. Der Vorteil der einfachen Bedienbarkeit mit einer einzigen Aktion ist beim Bezahlen mit den Apps von Sparkasse und VR-Banken jedoch dahin. Bei Beträgen über 25 Euro ist es erforderlich, die Karten-PIN am Smartphone einzugeben.

Während bei Apple und Google nur Debit- und Kreditkarten genutzt werden können, binden die Bankenangebote auch die Girocards ein. Unterschiedlich ist natürlich auch, wer welche Daten hat. Da sind sie allerdings auf jeden Fall, fragt sich immer noch wo. Und das ist eher Geschmacksache.

Kommen und Gehen bei FinTech

Apple Pay kommt, Glase® geht

Am 11.12.2018 hat Glase® (früher SEQR) vormittags die Einstellung seines Zahlungsdienstes für den Nachmittag angekündigt. Ähnlich wie Apple Pay basierte das Angebot auf einem kontaktlosen Bezahlvorgang per NFC-Technik. (heise online 11.12.2018 – Mobile Payment: Glase gibt auf. Mittlerweile sind Neugründungen bei Zahlungsdiensten in einer Minderheit. „Payment-Startups können trotz der breiten öffentlichen Diskussion zum Thema mit zwei Prozent nur einen verschwindend geringen Anteil des Venture-Capital-Investitionsvolumens seit 2017 für sich verbuchen“ heisst es in der aktuellen comdirect Fintech-Studie. Der Markteintritt von Apple dürfte eher einen Konsolidierungsprozess beschleunigen.

Kommen und Gehen bei der Onlinevermögensverwaltung

Nach Santander (Sina) stellt auch die Werthstein GmbH ihr zum Jahresbeginn gestartetes (vgl. Nummer Sechsundzwanzig vom 12.1.2018) Angebot wieder ein: Pressemitteilung vom 17.12.2018: Werthstein GmbH stellt Geschäft ein. Die Bewegung im Markt für „Robo-Advice“ hat Heinz-Roger Dohms heute in Finanz-Szene.de beschrieben: Exklusiv: Deposit Solutions paktiert mit Robo-Advisor Quirion.

Eine Konsolidierung in diesem Markt war seit einiger Zeit sehr vorhersehbar: Kleiner Gesamtmarkt (ca. € 2 Mrd.) mit sehr vielen Anbietern (>40) bei sehr niedrigen Markteintrittsbarrieren aufgrund überschaubarer Investitionsaufwendungen: Robo-Advice – Viel Bewegung im Markt vom 17.11.2017.

 

Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn

Einige Aktive haben sich für den 12.2.2019 um 19h zu einem Stammtisch Nachhaltigkeit verabredet. Thematisch ist alles rund um CSR, ESG, SDGs, SRI, SustainableFinance sowie Globales und Lokales offen. Ort wird noch bekannt gegeben und je nach Interesse ausgewählt.

Warum 12.2.2019? Dann findet in Berlin der nächste Stammtisch Sustainable Finance Berlin statt. Der Plan ist, an diesem Abend die Aktivitäten in Bundeshauptstadt und Bundesstadt kommunikativ zu verbinden.

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundsechzig bis Eins