Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Einundsiebzig

2018-01-31 SusFin

Aktueller Nachtrag am 15.5.2019

Am 14.5.2019 sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem 10. Petersberger Klimadialog unter dem Titel „Das Versprechen von Paris einlösen“.

„Beim Klimaschutz ist es richtig, sich auf langfristige Wege zu machen“, sagte die Bundeskanzlerin auf dem Petersberger Klimadialog. „Die Frage heißt nicht, was kostet uns das, sondern wieviel mehr kostet das, wenn wir nichts tun.“

Die Kanzlerin sprach auch eine Klima-Initiative von neun EU-Ländern an, die zum Ziel hat, die Europäische Union bis 2050 klimaneutral zu machen. Wenn das Klimakabinett eine „vernünftige Antwort“ dafür finde, könne Deutschland sich der Initiative anschließen. „Ich würde mir wünschen, dass wir das können“, bekräftigte sie.

Quelle: Bundespresseamt 14. Mai 2019

Inhalt:

BaFin – Erfolgsfaktor Nachhaltigkeit; Green Bonds mit anhaltend gutem Momentum; Nachhaltigkeit als Anlagethema, gerne mit Wirkung!; Petition Klimaschutzgesetzgebung erreicht Quorum; Deutschland gegen Klimaambitionen der EU; Politiknotstand versus Klimanotstand?; Bosch setzt ein starkes Zeichen: Klimaneutral ab 2020; In eigener Sache: Angebote Seminare, Vorträge, Workshops; Mitunterzeichner …ForFuture; Mitgestalter FridaysForFuture Bonn; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

13. Mai 2019, ergänzt 14.5.2019 (Tweets S. Schulze, Vorwärtsverlag/A. Nahles), 15.5.2019 (Erklärung Bundeskanzlerin Angela Merkel zur CO2-Neutralität 2050)

Dr. Ralf Breuer

BaFin – Erfolgsfaktor Nachhaltigkeit

Die BaFin sieht Nachhaltigkeit als Grundlage für den langfristigen Erfolg von Unternehmen im Finanzsektor. Dies bringt sie deutlich in den einleitenden Sätzen ihrer Pressemitteilung vom 9.5.2019 zum Ausdruck:

‚„Wer langfristig im Finanzsektor erfolgreich sein will, wird am Thema Nachhaltigkeit nicht mehr vorbeikommen“, sagte BaFin-Präsident Felix Hufeld zum Auftakt der ersten Konferenz „Nachhaltige Finanzwirtschaft“, die am 9. Mai im Umweltforum Berlin stattfand.‘

Ziel der Veranstaltung war es, das Bewusstsein des Finanzsektors für materielle Risiken, aber auch für Chancen zu schärfen, die klimatische, ökologische und soziale Veränderungen für einzelne Finanzmarktakteure und den Finanzmarkt als Ganzes mit sich bringen können. Die knapp 350 Teilnehmenden erhielten einen Überblick über aktuelle europäische Regulierungsvorhaben und die aufsichtlichen Ansätze der BaFin und hatten zudem Gelegenheit, sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Aufsicht auszutauschen.“

Die noch am 9.5.2019 mit der Pressemitteilung veröffentlichten Redetexte der führenden BaFin-Vertreter sind gespickt mit einigen markigen Sätzen, die keine Zweifel an der Wesentlichkeit von Nachhaltigkeit für die Finanzwirtschaft lassen:

„Und nun lädt auch noch die deutsche Finanzaufsicht zu einer Konferenz über „Nachhaltige Finanzwirtschaft“ ein. Tun wir das, um im Trend zu liegen? Nein, wir tun es, weil es eine Notwendigkeit ist.“

Begrüßung durch Felix Hufeld, Präsident der BaFin, 9.5.2019

„„Banken, die das Thema #Nachhaltigkeit vernachlässigen, setzen sich nicht nur erhöhten Risiken auf der Aktivseite oder erhöhten operationellen Risiken aus. Sie werden langfristig auch keine Investoren mehr finden“, sagte Röseler“

Pressemitteilung BaFin 9.5.2019

„Banken sind von Klimarisiken in vielerlei Hinsicht betroffen. Die direkten Risiken, also zum Beispiel Schäden durch Stürme, Überflutungen oder die schleichende Verschlechterung von Produktions- und Arbeitsbedingungen, können Banken unmittelbar treffen. Zum Beispiel dann, wenn das eigene Rechenzentrum durch einen Wirbelsturm beschädigt wird oder Filialen unter Wasser stehen. Noch gravierender für den Bankensektor sind aber die indirekten Risiken. Mit solchen Risiken haben wir es etwa dann zu tun, wenn Gebäude oder Produktionsanlagen, die von einer Bank finanziert wurden, durch ein Unwetter ramponiert oder völlig zerstört werden. Unter solchen Vorfällen leidet nicht nur die Kapitaldienstfähigkeit von Kunden, sondern auch der Wert der Kreditsicherheiten.

Nachhaltigkeit als aufsichtliche Anforderung – Statement des Exekutivdirektors Bankenaufsicht, Raimund Röseler, 9.5.2019

Die Anforderungen an den Inhalt und die Qualität der Kundenberatung in der Finanzwirtschaft hat die BaFin bereits heute hoch angesetzt, werden allerdings nur von einem kleinen Teil der Kreditwirtschaft erfüllt:

„Demgegenüber gilt kundenseitig schon heute, dass Unternehmen in der Anlageberatung die Kriterien berücksichtigen müssen, die der Kunde nennt. Legt er zum Beispiel Wert auf eine grüne Geldanlage, muss dieser Wunsch schon heute bei der Anlageempfehlung berücksichtigt werden. Für die Kunden ist Transparenz wichtig, damit sie vergleichen können. Sie müssen wirklich nachhaltige Anlagen von solchen unterscheiden können, die nur einen grünen Anstrich tragen.“

Nachhaltigkeit als aufsichtliche Anforderung – Statement der Vizepräsidentin und Exekutivdirektorin Wertpapieraufsicht/Asset Management, Elisabeth Roegele, 9.5.2019

Der Satz von Frau Roegele ist ein starker Imperativ: Wer Nachhaltigkeit nicht kann, darf bei entsprechendem Kundenwunsch schlicht nicht beraten! Allerdings wird nur ein Teil der Finanzinstitute in Deutschland diesem Anspruch gerecht.

Nicht einmal in Großsparkassen wird die Kundenberatung den Anforderungen gerecht, wie ein aktuelles Beispiel im hiesigen Umfeld bestätigt: Die Eltern eines Kindes im Kindergartenalter ließen sich zu den Möglichkeiten einer fünfstelligen Zielsparsumme bei Eintritt der Volljährigkeit beraten.

  • Die Selbstauskunft der Eltern war sehr eindeutig risikoavers, kostenbewusst und nachhaltig.
  • Der Anlagevorschlag war dagegen in seinen Bestandteilen gesetzeswidrig, inhaltlich falsch, mit maximalem Aktienmarktrisiko und hohen Kosten in einem Dachfonds

Die im Hause vorgeblich hochgehaltenen nachhaltigen Fondsangebote wurden erst von den Eltern zur Sprache gebracht und fanden bei der beratenden Person großes Interesse.

Green Bonds mit anhaltend gutem Momentum

Nach Schätzungen der Ratingagentur Moody’s war das Emissionsvolumen von Green Bonds mit USD 47,2 Mrd. im ersten Quartal 2019 um 40% höher als im Vorjahreszeitraum. Der Anteil der privatwirtschaftlichen Emissionen lag mit USD 15,9 Mrd. von Industrie- und USD 8,1 Mrd. von Finanzunternehmen leicht über 50%. Auf dieser Basis sieht Moody’s die Erwartung von rund USD 200 Mrd. Neuemissionen im Gesamtjahr 2019 als bestätigt an.

Bemerkenswert war auch das Wachstum bei anderen Nachhaltigkeitsanleihen, u.a. mit sozialen und anderen Zwecken: Mit USD 13,4 Mrd. wurde in Q1 der Rekordwert von USD 10,2 Mrd. in Q3 2018 übertroffen.

Nachhaltigkeit als Anlagethema, gerne mit Wirkung!

Robeco SDG Credits

Nachhaltigkeit im Sinne der Anwendung ökologischer, sozialer und Kriterien der Unternehmensführung (ESG) ist weit verbreitet. Allerdings unterliegen diese immer stark subjektiven Einschätzungen. Gesucht und leichter einzuschätzen sind Investments mit Wirkung, sogenannte Impact Investments. Sie werden bevorzugt an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (#17Ziele, #SDGs) gemessen.

Robeco hat in einer neuen Studie die Möglichkeiten bei Unternehmenskrediten beleuchtet: An introductory Guide to SDG Credits, April 2019. „Robeco and RobecoSAM have developed a comprehensive proprietary SDG measurement framework with clear, objective and consistent guidelines for dealing with these challenges.

Tatsächlich zeichnen sich ab, dass die Einschätzung und das Rating von Nachhaltigkeit zukünftig stark an den SDGs ausgerichtet wird. Entsprechende Ratingsysteme sind z.B. auch in Deutschland bei der Deutschen Entwicklungsgesellschaft DEG (vgl. Nummer Neunundfünfzig) im Einsatz oder in der Entwicklung. Dies dürfte auch eine wesentliche Motivation des Kaufs eines Mehrheitsanteils an dem Nachhaltigkeitsspezialisten Vigeo Eiris durch den Ratinganbieter Moody’s sein: Press Release 04/15/2019: Moody’s Acquires Majority Stake in Vigeo Eiris, a Global Leader in ESG Assessments.

Blackstone – Plattform Impact Investments

Blackstone bietet mit „Strategic Partners“ Zugang zu sekundären Investments in Private Equity (Strategic Partners Fund Solutions). Hier wurde nun ein spezieller Bereich eingerichtet, der thematisch auf die Bereiche Gesundheit/Wohlbefinden, Finanzielle Inklusion, Nachhaltige Gemeinschaften und grüne Technologien fokussiert ist. Im Vordergrund stehen dabei positive Wirkungen von privaten Eigenkapitalinvestitionen in den genannten Bereichen. (Press Release May 6, 2019: Blackstone launches Impact Investing Platform.

Plastik(müll) als neues Investmentthema

Mit einer neuen Studie beleuchtet die US-Bank Morgan Stanley die Möglichkeiten von Investments in der Vermeidung und der Beseitigung von Plastikmüll. Plastic Waste – Adressing a Global Economic and Environmental Challenge Through the Power of Capital Markets, 04/16/2019. Die Studie stellt die Investitionsmöglichen durch die Beseitigung von Ineffizienzen bei der Produktkonstruktion, Sammlung und Wiederverarbeitung von Kunststoffabfällen dar.

Petition Klimaschutzgesetzgebung erreicht Quorum

Die Petition 92294 „Klimaschutz – Verabschiedung eines verbindlichen, sektorübergreifenden Klimaschutzgesetzes vom 17.03.2019“ erreichte zum Zeichnungsschluß am 6.5.2019 mit 62.336 Online-Mitzeichnern bereits das notwendige Quorum von 50.000. Weitere 2.967 kamen offline hinzu (Stand 15.5.2019 13:00h, epetitionen.bundestag.de). Nach Angaben von ParentsForFuture wäre die Petition unter den 10 erfolgreichsten überhaupt. Als Verhandlungstermin im Petitionsausschuß nennt ParentsForFuture den 23.9.2019 als wahrscheinlichen Termin.

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, innerhalb der nächsten sechs Monate ein verbindliches, sektorübergreifendes Klimaschutzgesetz zu verabschieden, das zum Ziel hat, die Netto-Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen schnell abzusenken und bis 2040 möglichst auf null zu reduzieren. Die Klimaziele müssen verbindlich, unaufschiebbarund überprüfbar sein. Das Klimaschutzgesetz muss so schnell wie möglich mit dem Ziel die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, in Kraft treten.  (Petition 92294)

Zum weiteren Verlauf

„Das zuständige Bundesministerium muss eine Stellungnahme zu unserem Anliegen verfassen, die dann im nächsten Schritt vom Ausschuss geprüft wird. Der Petitionsausschuss berät die Petition und verabschiedet eine Empfehlung, über die der Deutsche Bundestag dann beschließt. Ergibt die Beratung im Petitionsausschuss, dass die Petition insgesamt oder teilweise begründet ist (das hängt davon ab, wie die Abgeordneten im Ausschuss mehrheitlich dazu abstimmen), fasst der Deutsche Bundestag auf Empfehlung des Petitionsausschusses einen entsprechenden Beschluss, der der Bundesregierung übermittelt wird.“ https://parentsforfuture.de/petition/

Deutschland gegen Klimaambitionen der EU – und seit 14.5.2019 doch eher dafür…

…hierzu der Nachtrag ganz zu Beginn des Textes!

Der informelle EU-Gipfel am 9.5.2019 in Sibiu, Rümänien, hatte leider nicht das von der EU-Kommission gewünschte Ergebnis „On 9 May 2019, at a summit in Sibiu, Romania, national leaders are expected to mark the culmination of this process with a renewed commitment to an EU that delivers on the issues that really matter to people.“ EU Commission: Future of Europe.

Bereits Ende März hatte sich die Bundeskanzlerin namentlich der Bundesrepublik Deutschland gegen die Ambitionen der EU-Kommission einer CO2-Neutralität der Gemeinschaft ab 2050 gestellt. Dies hatten seinerzeit nur Polen, die Slowakei und Ungarn offen erklärt. Nunmehr kursierte ein von acht Staaten unterzeichnetes Papier, das die EU-Ambitionen ausdrücklich unterstützt Eight EU Countries Will Demand Decarbonization By 2050 At Sibiu Summit, Forbes 7.5.2019. Belgien, Dänemark,  Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Schweden und Spanien unterstützen das Ziel.

Die Haltung Deutschlands ist schon makaber und in einem klaren Widerspruch zu den plakatierten Bekenntnissen zu Europa und dem Klimaschutz im Vorfeld der Europawahl am 26. Mai.

2019-04-17 SPD Klimaschutz

Bild: Wahlplakat der SPD zur Europawahl am 26.5.2019 – Ein Plakat mit Symbolkraft für die Realität? – Wenig Bewegung, nur der weite Horizont. Passt leider zur aktuellen Politik (siehe unten).

 

Politiknotstand versus Klimanotstand?

Politiknotstand?

Mehr als 80% und mehr Parteianhänger in fünf von sechs Parteien im Deutschen Bundestag sehen Handlungsbedarf beim Klimaschutz mit einer hohen Priorität. Da passt die bremsende und spaltende Position der Bundesregierung überhaupt nicht ins Bild.

2019-05-02 Klimaschutz ARD DeutschlandTrend

Allerdings steht der Einigkeit über den Handlungsbedarf an sich eine sehr große Uneinigkeit über die Maßnahmen gegenüber. Dies spaltet auch die verschiedenen Ressorts in der Bundesregierung.

Immerhin werden die Positionen auch deutlich bestimmter, den Handlungsdruck anzuerkennen. Dies brachten am 13.5.2019 sowohl Umweltministerin Schulze bei dem internationalen Petersberger Dialog…

…als auch die Parteivorsitzende Nahles zum Ausdruck:

…Klimanotstand

Nach Großbritannien hat auch Irland den „Klimanotstand“ erklärt. In Deutschland erfolgte die bereits in den Städten Erlangen, Hamm und Konstanz. Mehrer Stadt- und Gemeinderäte werden hierüber demnächst beraten (z.B. 14.5. Köln) oder entsprechende Anträge erhalten (z.B. 28.5. Bonn).

Bosch setzt ein starkes Zeichen: Klimaneutral 2020

Am 9.5.2019 veröffentlichte die Robert Bosch GmbH unter „Denner’s View“ eine bemerkenswerte Stellungnahme des CEO Volkmar Denner “ Warum nicht jetzt, warum nicht wir? – Leitfragen zum Klimaschutz, die jedes einzelne Unternehmen beantworten muss.“ „Schon 2020 wird Bosch mit seinen 400 Standorten weltweit CO₂-neutral. Wir dürfen den Klimaschutz nicht nur ernst nehmen, wir müssen ernst machen.“.

Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien (Jahresverbrauch 2018: 7,8 Terrawattstunden = 7,8 Mrd. kWh) an den 400 weltweiten Standorten im Strombezug gesteigert und der verbleibende CO2-Ausstoß komplett kompensiert werden.

Bis 2030 plant Bosch die Qualität der Neutralstellung durch den Aufbau eigener Erzeugungskapazitäten für erneuerbare Energien weiter zu steigern und den Energieverbrauch um 1,7 tWh bzw. 21,8% zu senken.

In Zeiten von Klima- und Politiknotstand ein sehr bemerkenswertes Zeichen und eine anregende Lektüre über die Möglichkeiten des Klimaschutzes: Denner’s View: Warum nicht jetzt, warum nicht wir?

In eigener Sache

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das „FNG-Siegel“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden (s.u.).

Mitunterzeichner …ForFuture

Gerne bin ich den Aufrufen der „ScientistsForFuture“ www.scientists4future.org und „EntrepreneursForFuture“ www.entrepreneurs4future.de gefolgt und habe die jeweiligen Initiativen mitunterzeichnet.

Mitgestalter FridaysForFuture Bonn

In Bonn werden die Demonstrationen nicht wöchentlich, sondern im Regelfall monatlich organisiert. Für den 12. April 2019 hatten sich die Organisatoren ein etwas anderes Konzept ausgedacht: „Alternativer Unterricht“ wurde in zwei der drei Kundgebungsstunden als Workshops rund um den Bonner Münsterplatz angeboten.

Die Vorbereitung war auch für „Abgebrühte“ eine gewisse Herausforderung: Frei in einer Menschenmenge und auf einem öffentlichen Platz und jede(r) gesellt sich einfach dazu. Es waren diesmal am letzten Schultag vor Ostern bzw. dem Abitur „nur“ ca. 400 Teilnehmer(innen), es hat aber trotz frostigem Wetter viel Spaß gemacht. Hier ein Blick auf das „Klassenzimmer“:

Fotos: Ralf Breuer

Thema waren die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Sie beschreiben umfassend die Herausforderungen für eine nachhaltigere Welt. Da immer nur kleine Zeitfenster vorgesehen waren, wurden die Themen stark auf Ziel 13 Klimaschutz und Ziel 6 Wasser- und Sanitärversorgung eingegrenzt. Während die Teilnehmenden bekanntlich stark vom Klimaschutz motiviert sind, besteht für die weltweite Unterversorgung mit sauberem Wasser und sanitären Anlagen nur wenig Bewusstsein. Auch der im Vergleich zur Lebensnotwendigkeit (ca. 5 Liter) opulente Wasserverbrauch pro Kopf und Tag von 122 Litern war für Viele eine Überraschung.

Da sich das Konzept mit einer Doppelseite Informationen unter den schwierigen Bedingungen bewährt hat, wird es jetzt in der Zivilgesellschaft des Umkreises für jüngere und ältere Interessenten für ca. 1,5 Stunden angeboten. Je nach Alter können die Schwerpunktthemen mit spielerischen Elementen oder weiteren vertiefenden Gesprächen ergänzt werden. Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Einundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebzig: Klimaschutz

 

Bild/Beitragsbild: Medieninformation Munich Re vom 8.1.2019: Extreme Wirbelstürme, Waldbrände und Dürren verursachten 2018 hohe Schäden aus Naturkatastrophen

Inhalt:  Vorneweg: April, April vor dem 1. Mai; Europawahl: Nachhaltigkeit ist für alle Parteien ein zentrales Thema; …für weite Teile der Kreditwirtschaft immer noch nicht; Bundesregierung mit „Klimakabinett“; Canada mit CO2-Steuer; Schmerzhafte Folgen des Nicht-Handelns;  Petition 92294: Klimaschutz – Verabschiedung eines verbindlichen, sektorübergreifenden Klimaschutzgesetzes vom 17.03.2019; Tomorrow mit Publikumspreis bei Payment & Banking; In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote Seminare, Vorträge, Workshops; Mitunterzeichner …ForFuture; Mitgestalter FridaysForFuture Bonn; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

29. April 2019, ergänzt 30. April 2019 (Europawahl)

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg: April, April vor dem 1. Mai

Es wäre eine schöne Jubiläumsausgabe Nummer Siebzig geworden, aber es war halt der 1. April 2019: Greta Thunberg verkündet das Ende der Schulstreiks, weil alle (politischen) Entscheidungsträger zur Vernunft gekommen sind. Bundeskanzlerin Angela Merkel avisiert eine Kurswende mit wirksamen Maßnahmen für den Klimaschutz.

Während die Twitter-Botschaft von Greta Thunberg sofort als Aprilscherz gewertet wurde, kam die von dem deutschen Kanal der Nachrichtenagentur Reuters kreierte Meldung zum Kurswechsel der Bundesregierung ziemlich ernsthaft daher.:

Klimaschutz – Union stellt Weichen für „harte Entscheidungen“

Berlin (Reuters) – Wenn Kanzlerin Angela Merkel einen Wechsel in ihrer Politik vollzieht, kündigt sie das oft zunächst in Nebenbemerkungen an. de.reuters.com

Jedenfalls war das so nahe an den Hoffnungen Vieler, dass die taz sogar überlegte, die Druckerpressen zu stoppen.

Wie nah sich die Aprilmeldung vielleicht doch am Denken und zukünftigen Handeln der Bundeskanzlerin bewegen könnte, meldete dann am 2.4.2019 die Tagesschau auf www.tagesschau.de:

Wörtlicher Textauszug:

Klimaschutzgesetz noch in diesem Jahr geplant

Im Verkehrssektor sind die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen seit 1990 nicht gesunken. Sie sollen aber bis 2030 um 40 bis 42 Prozent gemindert werden. So steht es im Klimaschutzplan, zu dem Union und SPD sich im Koalitionsvertrag bekennen. Bis Ende dieses Jahres sind gesetzliche Vorgaben geplant.

Verkehrsminister Andreas Scheuer steht in der Kritik, zu wenig für den Klimaschutz zu tun. So hatte er etwa höheren Steuern fürs Autofahren ebenso eine Absage erteilt wie einem generellen Tempolimit auf Autobahnen.

„Das ist für uns gut“

Dass Schüler wöchentlich für den Klimaschutz demonstrieren, lobte die Kanzlerin in Berlin ausdrücklich. „Für mich als Politikerin ist diese Bewegung wichtig“, sagte sie. Es sei richtig, „dass ihr uns Dampf macht“. Denn es sei etwas in Gang gekommen, das zeige, dass sich die Menschen über die Zukunft sorgten.

Zwar könne man sicherlich nicht jeden Freitag auf Dauer zum schulfreien Tag erklären. „Aber dass dieses Signal gesetzt wird, ‚da gibt es Sorge‘ – das ist für uns gut.“

Voller Text der Meldung:  www.tagesschau.de

Europawahl 2019: Nachhaltigkeit ist für alle Parteien ein zentrales Thema

Vor der Europawahl 2019 am 26. Mai ist Nachhaltigkeit im Sinne der Agenda 2030 mit ihren 17 Oberzielen ein zentrales Thema für alle Parteien. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat dankenswerter Weise die einzelnen Positionen durch einen Katalog von fünf Fragen bei den einzelnen Parteien erhoben und am 30. April auf seiner Internetseite zugänglich gemacht: Europawahl 2019: Mehr Nachhaltigkeit in der EU? Keine Frage!

Der vom RNE getroffenene Befund ist eindeutig:

  1. Zentral sind für alle Parteien die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und ihre 17 Ziele. Damit wird klar: das Thema Nachhaltigkeit ist in der gesamten Parteienlandschaft angekommen und genießt fraktionsübergreifend einen hohen Stellenwert.
  2. Alle großen Parteien haben eine Haltung zum Thema Nachhaltigkeit und sehen das Thema längst nicht mehr als marginales Politikfeld an. Ganz im Gegenteil. Ein Bewusstsein für großen Handlungsbedarf ist parteiübergreifend vorhanden und deutet auf einen größeren Stellenwert des Themas in der neuen Legislaturperiode des Europaparlaments hin.

Seit Dezember 2018 mit 14 Demonstrationen und überwiegend jungen Teilnehmer begann, setzte sich auch während der Osterferien in vielen Bundesländern fort: Wieder demonstrierten rund 28.000 junge und ältere Menschen in mehr als 70 deutschen Städten und Gemeinden für einen wirksamen Klimaschutz zur Bekämpfung des Klimawandels. fridaysforfuture.de. Weltweit waren es erneut rund 500 Veranstaltungen in 72 Ländern.

Junge, bei FridaysForFuture aktive Menschen haben die Europawahl schon mehrfach zur Klimawahl ausgerufen.Immer mehr ältere Menschen haben sich als Eltern, Großeltern, Wissenschaftler, Unternehmer oder in Berufsgruppen mit den Forderungen solidarisch erklärt und verstärkt an den Demonstrationen teilgenommen. Es ist deshalb verwunderlich, dass der Großteil der Parteien das Thema Klimaschutz vor der Europawahl eher zögerlich adressiert. Immerhin waren bei der Bundestagswahl 2017 knapp 5% aller Wahlberechtigten Erstwähler und insgesamt etwa 20% jünger als 29 Jahre (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Bei der Europawahl 2019 und auch bei Bundestagswahl 2021 ist von vergleichbaren Wähleranteilen auszugehen, weshalb die Zurückhaltung der Parteien beim Thema Klimaschutz etwas verwundert, da sowohl CDU/CSU (19,9% vs. 26,8%) und SPD (18,4% vs. 20,5%) bei den 18 bis 24 jährigen Wählern Zweitstimmenanteile unter ihren Gesamtergebnissen erzielten (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Es war übrigens schon im Herbst 2018 bemerkenswert, wie zentral „nachhaltige“ Themen wie Bildung, Wohnen und Klimaschutz im Wählerinteresse standen, ohne das die Politik dies im Wahlkampf aufgegriffen hätte. Beispiel Wahl zum Landtag in Bayern:

2018-10-14 Bayernwahl

Quelle: infratest dimap per WDR

Vor der Europawahl lässt sich durch Mitunterzeichnung der Petition 92294 noch ein Zeichen für den Klimaschutzt setzen (s.u.).

…für weite Teile der Kreditwirtschaft immer noch nicht

Während Nachhaltigkeit für große Teile der Bevölkerung und auch für alle Parteien ein zentrales Thema ist, behandeln weite Teile der deutschen Kreditwirtschaft es immer noch als Randthema. Dies ist vor dem Hintergrund demoskopischer Fakten und den tiefen Spuren von Klimarisiken im Tagesgeschäft mehr als verwunderlich.

Eine Mutter berichtete kürzlich von den Anlagevorschlägen für ihre noch nicht schulpflichtige Tochter: Obwohl sie aktiv Nachhaltigkeit als Geldanlagethema ansprach, wurden ihr nicht einmal die einschlägigen Produkte des Hauses angeboten. In Verbindung mit dem vorgeschlagenen Versicherungsangebot wäre eine Bewertung mit „ungenügend“ schon ein Kompliment. Dabei können auch in Deutschland durchaus sinnvolle Anlagen vorgenommen werden: SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

Bundesregierung mit „Klimakabinett“

Die Bundesregierung gab am 20.3.2019 die Einrichtung eines „Klimakabinetts“ bekannt. Originaltext der Regierungspressekonferenz vom 20.3.2019: „Wie schon angekündigt, hat das Kabinett heute entschieden, einen Kabinettausschuss „Klimaschutz“ einzurichten. Der Ausschuss hat die Aufgabe, die rechtlich verbindliche Umsetzung des Klimaschutzplans sowie der für Deutschland verbindlichen Klimaschutzziele für das Jahr 2030 vorzubereiten. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass die Bundesregierung in diesem Jahr die gesetzlichen Regelungen dafür verabschieden will.

Dieser Kabinettausschuss wird alle mit dem Thema befassten Minister und Ministerinnen zusammenbringen. Vorsitzende ist die Bundeskanzlerin. Stellvertretender Vorsitzender ist der Bundesfinanzminister als Stellvertreter der Bundeskanzlerin. Die sogenannte Beauftragte Vorsitzende – so etwas gibt es in Kabinettausschüssen immer – ist die Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Weitere ständige Mitglieder sind der Bundesinnenminister, der Bundeswirtschaftsminister, die Bundeslandwirtschafts- ministerin, der Verkehrsminister, der Chef des Bundeskanzleramtes Helge Braun und der Chef des Bundespresseamtes, also ich. Andere Mitglieder der Bundesregierung können einbezogen werden, soweit sie in ihrer Zuständigkeit betroffen sind.“

Im Zuge dieser Schritte sind das Bundesumweltministerium und das Bundesverkehrsministerium nicht mehr für den Klimaschutz zuständig. Die Bundesumweltministerin wurde als „Beauftragte Vorsitzende“ des Klimakabinetts eingesetzt.

Die erste Sitzung des Kabinettsausschusses fand am 10.4.2019 statt. Ergebnis: Man trifft sich Ende Mai 2019 wieder mit ersten Ideen aus den beteiligten Ministerien…

Kanada mit CO2-Steuer

Kein Aprilscherz waren die Twitterbotschaften des kanadischen Ministerpräsidenten Trudeau. In Kanada trat am 1.4. das Gesetz einer CO2-Steuer in Kraft.

Neben der Besteuerung des CO2-Ausstoßes sind Zahlungen von Anreizen an Provinzen, Kommunen, Institutionen und Privathaushalte vorgesehen. Das System wurde nach Provinzen auch in Bezug auf die Wirksamkeit und die Höhe der Zahlungen differenziert.

Informationen auf der Internetseite der kanadischen Regierung: Carbon pollution pricing – what you need to know

Schmerzhafte Folgen des Nicht-Handelns

Einwände…

Einwände gegen den Klimaschutz werden immer wieder in Einbußen im Status Quo, Kosten, Arbeitsplatzverlusten und vor allem dem nicht zielführenden Verhalten Anderer, z.B. auch Nachbarländern gesucht und gefunden. Vieles davon hat eine gewisse Berechtigung, aber auch ohne konsequente Maßnahmen haben Veränderungen Konsequenzen.

Allein die „Energiewende“ mit einem höheren Anteil von E-Mobilität wird zu beträchtlichen Arbeitsplatzverschiebungen und -verlusten in der deutschen Automobilindustrie führen, die (Rest-)Werte von fossil angetriebenen Fahrzeugen sich bereits seit längerem durch Dieselfahrverbote und verschärfte Abgasbestimmungen unter Druck, fossile Energieträger und mit ihnen bzw. für sie betriebene Produktionsanlagen verlieren an Wert. All dies könnte noch weiter verstärkt werden. Aber die Folgen sind bereits jetzt da und haben sich bereits tief in die Bilanzen der deutschen Wirtschaft und auch der gesamten Kreditwirtschaft gearbeitet.

…gegen das Nicht-Handeln

Gegen ein Stillhalten gibt es allerdings zu viele erdrückende Symptome für die Auswirkungen des Klimawandels:

  • Der heiße europäische Sommer des Jahres 2018 ist mit seinen Dürren und Waldbränden noch nicht vergessen, im April 2019 wurde aber schon vor erhöhter Waldbrandgefahr und fehlenden Wasserreserven der Natur gewarnt.
  • Der Rückversicherer Munich Re berichtet von USD 160 Mrd. Schäden aus Naturkatastrophen im Jahr 2018

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Quelle: Medieninformation Munich Re: Extreme Wirbelstürme, Waldbrände und Dürren verursachten 2018 hohe Schäden aus Naturkatastrophen

  • Das im S&P 500 gelistete kalifornische Energieversorgungsunternehmen PG&E (Pacific Gas and Electric) meldete am 29.1.2019 ein Insolvenzverfahren zur Restrukturierung an (Chapter 11, News release: PG&E Files for Reorganization Under Chapter 11)
  • Bereits seit über einem Monat führt ungewöhnlich warmes Wetter zu Überschwemmungen im mittleren Westen der USA und damit erheblichen Beeinträchtigungen der Landwirtschaft. Eine schnelle Schneeschmelze in den Rocky Mountains haben vor allem die Oberläufe der Flußsysteme von Missouri und Mississippi erfaßt…

Map

Quelle: Bloomberg 23.4.2019

  • …Während europäische Medien überwiegend von den Beeinträchtigungen in der Landwirtschaft und bei den Transportwegen berichteten, haben die diese Überschwemmungen allerdings noch ganz andere Dimensionen: In den Überschwemmungsgebieten befindet sich rund 30% der us-amerikanischen Anlagen für Ethanol,  Ende März wurden auch mindestens acht Gebiete mit toxisch verseuchten Böden (u.a. Arsene, Benzole, Zyanide) überschwemmt. Diese Gebiete sind offiziell klassifiziert und als sogenannte „Superfund Sites“ für eine Bodensanierung ausgewiesen.

Map

Quelle: Bloomberg 26.3.2019

  • Da die betroffenen Flußsysteme in südöstlicher Richtung zum Atlantik verlaufen und sehr langsame Fließgeschwindigkeiten haben, werden die mit Sedimenten ausgeschwemmten Giftstoffe über eine sehr große Distanz verteilt.

Schon ein Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage gibt zu denken. Noch viel mehr die eindrücklichen Warnungen von berufener Seite:

Rede von Mike Carney, Governor Bank of England, am 21.3.19 in Brüssel: A New Horizon. U.a.:  „Sadly with climate, history repeats not as a farce but as tragedy and with growing frequency.“

Am 28.3.19 stellten die Vereinten Nationen den aktuellen Bericht der globalen metereologischen Organisation WMO (World Metereological Organization) vor: WMO Statement on the state of the global climate in 2018. Ein kleiner Auszug aus der Vorstellung zeigt die Brisanz:

The WMO Statement on the State of the Global Climate in 2018, its 25th anniversary edition, shows how the physical signs and socio-economic impacts of climate change are accelerating as record greenhouse gas concentrations drive global temperatures towards increasingly dangerous levels.

Quelle UN: WMO State of Climate report is “yet another strong wake-up call.”, 29.3.2019

ESPAS (European Strategy and Policy Analysis System) begleitet die Arbeit von EU-Parlament, der EU-Kommission, dem EU-Rat und anderen. Der ESPAS Report 2019: Global Trends to 2030, 5.4.2019 beschreibt für den Fall des Nicht-Handelns bei fortschreitendem Klimawandel die wahrscheinlichen, ausnahmslos sehr dramatischen Szenarien:

Record-breaking warm nights increase five-fold in Europe and costs multiply in several areas: healthcare costs increase as no provisions have been taken to mitigate the impact of heat on older adults; wildfires continue to spread; migration rates increase, and production is significantly reduced by droughts, floods and other extreme events. In addition, climate change pushes more than 100 million people into extreme poverty by 2030 – overturning the important progress made since the 1980s. A growing sense of impeding doom and panic undermines and divides societies, putting at risk our cooperative structures at all levels and stretching the EU’s political stability to breaking point.

Petition 92294: Klimaschutz – Verabschiedung eines verbindlichen, sektorübergreifenden Klimaschutzgesetzes vom 17.03.2019

Seit dem 8.4.2019 kann die o.g. Petition mitgezeichnet werden, die sich an den Petitionsausschuß des Deutschen Bundestags richtet:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, innerhalb der nächsten sechs Monate ein verbindliches, sektorübergreifendes Klimaschutzgesetz zu verabschieden, das zum Ziel hat, die Netto-Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen schnell abzusenken und bis 2040 möglichst auf null zu reduzieren. Die Klimaziele müssen verbindlich, unaufschiebbar und überprüfbar sein. Das Klimaschutzgesetz muss so schnell wie möglich mit dem Ziel die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, in Kraft treten.

Begründung (Auszug)

Fridays for Future – eine Bewegung hat auch Deutschland erfasst. Tausende Schüler*innen und nun auch Erwachsene gehen für echten, effektiven Klimaschutz auf die Straße. Am 12. März 2019 veröffentlichten auch über 23.000 anerkannte Wissenschaftler*innen als “Scientists4Future” eine Erklärung, die schnelle Taten einfordert und die Klimastreiks der Schüler*innen fundiert unterstützt…

Voller Text, aktueller Stand und Mitzeichnung: Petition 92294

Das Petitionsrecht ist in Artikel 17 Grundgesetz verankert. Die Einreichung Mitzeichnung von Petitionen ist nicht durch Alter, aktives oder passives Wahlrecht, Staatsangehörigkeit und Wohnsitz beschränkt.

Mindestquorum für die Aufnahme einer Petition durch den Petitionsausschuss sind 50.000 Zeichner. Aktueller Stand (29.4.2019 15:40h: 23.020), wovon 5.000 in den letzten 24 Stunden zeichneten. Die Zeichnungsfrist ist noch bis zum 6.5.2019 offen. (Anm.: Die 89913 für eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung von 130 km/h auf deutschen Autobahnen hatte 59.040 Mitzeichner).

Tomorrow mit Publikumspreis bei Payment & Banking

Mehrfach wurde hier über Tomorrow berichtet, das als neues FinTech-Unternehmen Nachhaltigkeit mit einem frischen Finanzdienstleistungskonzept „hip“ macht (siehe z.B. Nummer Neunundfünfzig. Die Nominierung zum „FinTech des Jahres 2018“ durch den renommierten Branchenblog und Veranstalter Payment & Banking konnte nach dem späten Start im Jahr am 16. November 2018 und der noch überschaubaren Zahl von Nutzern/Kunden (aktuell – 29.4.2019 16h: 4.083, Verdopplung seit 19. Februar, vgl. Nummer Sechsundsechzig).

Bei einem Jurypreis hätten sich vielleicht einige nicht gewundert. Das Konzept ist gut gemacht und funktioniert auch in eigenem Erleben reibungslos. Aber Publikumspreis? Da waren immerhin einige „Titanen“ mit großem Fanclub und üppigen Finanzierungsrunden am Start bzw. in der Auswahl! Also stand die persönliche Wette für den Gewinner bei „wenig(er) Nutzen, aber großer Fangemeinde.

Umso größer war dann die Überraschung, dass der weniger bekannte Neuling Tomorrow den Publikumspreis erhielt: FinTech des Jahres 2018 erhielt. Noch einmal ein „offizieller“ Glückwunsch nach Hamburg. Mit Eurer Karte brauche ich kein teures Blech (ähm Metall, Titan etc. als Karte). Es reicht, was drauf ist…

2018-11-28 Tomorrow11

In eigener Sache

#nachhaltige100

Auf der von der Triodos Bank Deutschland initiierten Liste der in sozialen Medien zum Thema Nachhaltigkeit aktiven Menschen rückte Investabel® wieder einen Platz auf den Rang 72 auf. Insgesamt war gegenüber dem Stand Anfang März 2019 nur sehr wenig Bewegung in den Platzierungen. Aktuelle Übersicht #nachhaltige100

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das „FNG-Siegel“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden (s.u.).

Mitunterzeichner …ForFuture

Gerne bin ich den Aufrufen der „ScientistsForFuture“ www.scientists4future.org und „EntrepreneursForFuture“ www.entrepreneurs4future.de gefolgt und habe die jeweiligen Initiativen mitunterzeichnet.

Mitgestalter FridaysForFuture Bonn

In Bonn werden die Demonstrationen nicht wöchentlich, sondern im Regelfall monatlich organisiert. Für den 12. April 2019 hatten sich die Organisatoren ein etwas anderes Konzept ausgedacht: „Alternativer Unterricht“ wurde in zwei der drei Kundgebungsstunden als Workshops rund um den Bonner Münsterplatz angeboten.

Die Vorbereitung war auch für „Abgebrühte“ eine gewisse Herausforderung: Frei in einer Menschenmenge und auf einem öffentlichen Platz und jede(r) gesellt sich einfach dazu. Es waren diesmal am letzten Schultag vor Ostern bzw. dem Abitur „nur“ ca. 400 Teilnehmer(innen), es hat aber trotz frostigem Wetter viel Spaß gemacht. Hier ein Blick auf das „Klassenzimmer“:

Fotos: Ralf Breuer

Thema waren die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Sie beschreiben umfassend die Herausforderungen für eine nachhaltigere Welt. Da immer nur kleine Zeitfenster vorgesehen waren, wurden die Themen stark auf Ziel 13 Klimaschutz und Ziel 6 Wasser- und Sanitärversorgung eingegrenzt. Während die Teilnehmenden bekanntlich stark vom Klimaschutz motiviert sind, besteht für die weltweite Unterversorgung mit sauberem Wasser und sanitären Anlagen nur wenig Bewusstsein. Auch der im Vergleich zur Lebensnotwendigkeit (ca. 5 Liter) opulente Wasserverbrauch pro Kopf und Tag von 122 Litern war für Viele eine Überraschung.

Da sich das Konzept mit einer Doppelseite Informationen unter den schwierigen Bedingungen bewährt hat, wird es jetzt in der Zivilgesellschaft des Umkreises für jüngere und ältere Interessenten für ca. 1,5 Stunden angeboten. Je nach Alter können die Schwerpunktthemen mit spielerischen Elementen oder weiteren vertiefenden Gesprächen ergänzt werden. Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Neunundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunundsechzig

 

2019-03-14 Klimawandel S4F

Inhalt: Noch mehr Klimaschutz…; Bundesregierung mit Klimakabinett, Aktion Mobilität; Nachhaltige Anlagen und Kredite immer verbreiteter; Was hat Apple Pay mit Nachhaltigkeit zu tun?; In eigener Sache:  Angebote Seminare, Vorträge, Workshops; Mitunterzeichner …ForFuture; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

26. März 2019,

Dr. Ralf Breuer

Noch mehr Klimaschutz…

Nach dem vorläufigen Höhepunkt der weltweiten Demonstrationen für eine konsequente Bekämpfung des Klimawandels erklären sich in Deutschland immer mehr Berufsgruppen solidarisch. Neben mehr als 23.000 deutschsprachigen Wissenschaftlern haben zwischenzeitlich auch Landwirte, Unternehmer, Autoren, Lehrer sowie Mitarbeiter in Gesundheitsberufen Initiativen begonnen.

Auch Politiker sprechen sich parteiübergreifend für bessere Maßnahmen der deutschen Regierung aus. – Ein sehr aktiver Akteur der „PoliticiansForFuture“ ist der Bürgermeister von Eltville, Patrick Kunkel (CDU). Am vergangenen Wochenende rief auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz seine Parteikollegen auf, die nicht mehr nur noch jugendlichen Proteste für den Klimaschutz und gegen die geplante Urheberrechtsreform (§13) endlich ernst zu nehmen. Anderfalls verlöre die Partei eine ganze Generation.

Diese Entwicklungen sind nicht auf Deutschland beschränkt. So rief auch die (grüne) britische Parlamentsabgeordnete Caroline Lucas parteiübergreifend zur Ausrufung des Klimanotstands auf.

Bundesregierung mit „Klimakabinett“, Aktion Mobilität

Die Bundesregierung gab am 20.3.2019 die Einrichtung eines „Klimakabinetts“ bekannt. Originaltext der Regierungspressekonferenz vom 20.3.2019„Wie schon angekündigt, hat das Kabinett heute entschieden, einen Kabinettausschuss „Klimaschutz“ einzurichten. Der Ausschuss hat die Aufgabe, die rechtlich verbindliche Umsetzung des Klimaschutzplans sowie der für Deutschland verbindlichen Klimaschutzziele für das Jahr 2030 vorzubereiten. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass die Bundesregierung in diesem Jahr die gesetzlichen Regelungen dafür verabschieden will.

Dieser Kabinettausschuss wird alle mit dem Thema befassten Minister und Ministerinnen zusammenbringen. Vorsitzende ist die Bundeskanzlerin. Stellvertretender Vorsitzender ist der Bundesfinanzminister als Stellvertreter der Bundeskanzlerin. Die sogenannte Beauftragte Vorsitzende – so etwas gibt es in Kabinettausschüssen immer – ist die Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Weitere ständige Mitglieder sind der Bundesinnenminister, der Bundeswirtschaftsminister, die Bundeslandwirtschafts- ministerin, der Verkehrsminister, der Chef des Bundeskanzleramtes Helge Braun und der Chef des Bundespresseamtes, also ich. Andere Mitglieder der Bundesregierung können einbezogen werden, soweit sie in ihrer Zuständigkeit betroffen sind.“

Zusätzlich hat die Bundesregierung eine „Konzertierte Aktion Mobilität“ begonnen, in die Industrie und insbesondere die Automobilindustrie einbezogen wird. (Pressekonferenz nach dem Münchner Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft 15.3.2019).

Im Zuge dieser Schritte sind das Bundesumweltministerium und das Bundesverkehrsministerium nicht mehr für den Klimaschutz zuständig. Die Bundesumweltministerin wurde als „Beauftragte Vorsitzende“ des Klimakabinetts eingesetzt.

Nachhaltige Anlagen und Kredite immer verbreiteter

Am 1.4.2019 wird die „Global Sustainable Investment Alliance“ ihren Jahresbericht zum Jahr 2018 veröffentlichen. Der Bericht liefert erfahrungsgemäß interessante Einblicke in die aktuellen Entwicklungen. Er dürfte den starken Trend zur vermehrten Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Vermögensverwaltung bestätigen.

Auch im internationalen Firmenkreditgeschäft mit Großunternehmen werden verstärkt Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. Mittlerweile wurden durch mehrere Organisationen freiwillige Leitlinien für Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug formuliert (Loan Market Association (LMA), London, Loan Syndicated and Trading Association (LSTA), New York, Asia Pacific Loan Market Association (APLMA).

Als erste Notenbank hat die niederländische Zentralbank DNB die UN Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren „UN PRI“ unterzeichnet. Sie wird die Kriterien zukünftig bei der Auswahl von Asset Managern und anderen Kontrahenten anwenden. Die DNB erhofft sich, hierdurch weitere Finanzinstitutionen zur Anwendung der UN PRI motivieren zu können (Pressemitteilung vom 20.3.2019).

Was hat Apple Pay mit Nachhaltigkeit zu tun?

Mehr als viele annehmen und mehr als das Unternehmen selbst zur Einführung einer neuen digitalen Kreditkarte in den USA berichtet. Bzw.: Das Thema Nachhaltigkeit kommt in der Ankündigung der Apple Card gar nicht vor.

1. Die Apple Card in den USA

Apple begibt zukünftig in Kooperation mit Goldman Sachs eine Mastercard vollständig digital. Ein derartiges Verfahren hatte die Deutsche Bank bereits bei der Einführung von Apple Pay in Deutschland lanciert (Nummer Zweiundsechzig). Mit „Einfachheit, Transparenz und Datenschutz“ soll den Nutzern ein „gesünderes finanzielles Leben“ ermöglicht werden (Pressemitteilung vom 25.3.2019).

Die virtuelle Apple Card soll gebührenfrei sein und wird mit umfangreichen Bonusprogrammen verbunden. Eine Besonderheit ist die tägliche Gutschrift von Boni. Üblicherweise erfolgt die Gutschrift bei Bonusprogrammen auf monatlicher Basis. Insgesamt ist das Konzept an die marktüblichen Angebote in den USA angeglichen und bietet offenbar keine spezifischen Vorteile (Bloomberg 25.3.2019).

Anders als in Deutschland haben die Kunden der Apple Card die Möglichkeit, zusätzlich eine physische Karte zu beantragen, die auch dort eingesetzt werden kann, wo Apple Pay nicht akzeptiert wird. Diese Karte soll in einer edlen „Titan“-Version ausgegeben werden. Ob für diese Karte eine Gebühr erhoben wird, ist anhand der Pressemitteilung unklar. Die Markteinführung wurde für den „Sommer 2019“ avisiert. Die Karte wird nur den Namen von Karteninhaber/in tragen und keine weiteren sichtbaren Informationen.

iPhone showing Apple Card and stats.

Foto: Apple Inc.

Bei k(l)einer Gebührenbelastung für die Titankarten wäre dies vor allem ein Angriff auf kleinere Dienstleister wie Curve, N26 und Revolut, die mit hochpreisigen Metallkarten im Markt sind (vgl. Preisübersicht N26, Revolut, Tomorrow Stand 16.1.2019) und einen Start in den USA planen.

2. Was macht die Apple Card nachhaltig(er)?

In Deutschland werden rund 57 Mio. Smartphones genutzt (Quelle: statista 11.12.2018), die technisch reichlich dimensioniert sind. Gleichzeitig tragen alle 130 Mio. Bank- und Kreditkarten leistungsfähige Chips sowie Magnetstreifen, die zu einem erheblichen Teil nur wenig genutzt werden. Insofern wäre es deshalb naheliegend, andere Lösungen zu wählen, die diesen Materialeinsatz verringern. Eine Variante wären optische Lösungen (QR-Codes, vgl. Weniger Karten in die Brieftasche hier im Blog) oder die von den mobilen Bezahlangeboten genutzte NFC-Funktion der Smartphones, die dann auf den Karten selbst entfallen könnte.

In eigener Sache

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das „FNG-Siegel“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem läßt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Mitunterzeichner …ForFuture

Gerne bin ich den Aufrufen der „ScientistsForFuture“ www.scientists4future.org und „EntrepreneursForFuture“ www.entrepreneurs4future.de gefolgt und habe die jeweiligen Initiativen mitunterzeichnet.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Achtundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundundsechzig

 

2019-03-13 Betreutes Schwänzen

Beitragsbild/Bild: Cartoon Rabe via @ErnstvAll auf Twitter

Inhalt: Vorneweg: Nachhaltigkeit, Jugendproteste und Banken?; Nicht nur für Freitage – #FridaysForFuture; Auch in Deutschland wachsen Banken mit Werten; Tomorrow für alle und sofort; Weltbank mit neuer SDG-Anleihe; SustainableFinance – Anspruch ja, Handeln nein? In eigener Sache:  Angebote Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

18. März 2019,

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg: Nachhaltigkeit, Jugendproteste und Banken?

Wieso so viel nachstehend über die jugendlichen Proteste an den #FridaysForFuture? Selbst wenn sich diese Welle abschwächt, ist der Klimawandel noch tiefer im Bewußtsein der Gesellschaft und Kunden angekommen. Eine Gruppe von 15 Banken hat in Deutschland mit einem inhaltlich abweichenden, aber jeweils starken Wertefokus über die vergangenen zehn Jahre eine bemerkenswerte Größe erreicht (s.u.).

Die australische Onlinebank UBank (500.000 Kunden) hat kürzlich sogar Einlagenkonten von der Climate Bonds Initiative (CBI) zertifizieren lassen. Üblicherweise zertifiziert die CBI internationale Klimaanleihen (Climate Bonds, Green Bonds). Ziel der UBank: Die Attraktivität für junge Kunden (Millenials) steigern.

Die zertifizierten Einlagen werden zweckgebunden in Projekten für erneuerbare Energie, CO2-armen Transport sowie energetisches Bauen verwendet. (Presseerklärung EN: Media release, 13 March 2019: Green Term Deposits: add some colour to your savings – Grüne Termineinlagen: bringen Sie etwas Farbe in Ihre Ersparnisse).

Nicht nur für Freitage – #FridaysForFuture…

Freitag, 15.3.2019 und schlechtes Wetter in Deutschland. Aber 300.000 junge und ältere Menschen mit der Forderung nach einem wirksamen Klimaschutz auf den Straßen. Insgesamt waren 199 Demonstrationen angekündigt, weltweit 2.052 in 123 Ländern (Quelle: www.fridaysforfuture.org). Tolle Bilder engagierter, um die Zukunft besorgter Menschen aus der ganzen Welt. Eine eindrucksvolle Zusammenstellung erstellte die New York Times.

Viel gescholten wurde in den letzten Tagen der Partei- und Fraktionsvorsitzende der FDP, Christian Lindner für seine Aussage gegenüber der BILD Zeitung.

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Quelle: BILD Zeitung

Delikaterweise sah er das selbst im Alter von 17 Jahren ganz anders.

„Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere handelt“

So formulierte er es am Schluß eines Videos, dass ihn als Schüler zeigt, der bereits mit einem Freund und Mitschüler als Unternehmensberater tätig ist.

…nicht nur Jungendliche

2019-03-15 Grandpa for Future

Quelle: @parents4future via Twitter

Zwischenzeitlich haben sich in Deutschland viele Regionalgruppen und über 100 Ortsgruppen engagierter Eltern informell als Parents For Future gebildet. Sie sind als Teilnehmer und Ordner bei den jugendlichen Protesten engagiert.

2019-03-15 Family for Future

Quelle: Benedikt Kirpes via Twitter

Und auch die Wissenschaft!

2019-03-15 SCI4Future 23000

Quelle: www.scientistsforfuture.de

Mehr als 23.000 aktive und ehemalige Forscher im deutschsprachigen Raum unterzeichneten den Aufruf von namhaften Wissenschaftlern zur Unterstützung der Demonstrierenden für einen konsequenten Klimaschutz. Auf 40 Demonstrationen trugen Forscher diesen Appell vor.

Beeindruckend und erschütternd zugleich war die initiale Pressekonferenz am 12.3.2019 in Berlin, bei der vier renommierte Wissenschaftler die Forderungen der „ScientistsForFuture“ vortrugen. Und neben den Wissenschaftlern waren mit Luisa Neubauer und Jakob Blasel auch auch zwei aktive junge Aktivisten auf dem Podium.

Der hörens- und lesenswerte Appell als Video und Stellungnahme sind auf der Internetseite der Wissenschaftler verlinkt: https://www.scientists4future.org/presse/

Mit 16 für den Friedensnobelpreis nominiert!?

Drei norwegische Abgeordnete haben die beispielgebende Greta Thunberg, die die Schulstreiks allein in Stockholm begann, am 14.3.2019 für den Friedensnobelpreis nominiert. In jedem Falle ein weiteres starkes Zeichen an die jugendlichen Demonstranten.

Und dann?

Sicherlich wird die Protestwelle irgendwann an Kraft verlieren. Aber es ist interessant zu lesen, welche Ergebnisse Massenproteste in den letzten 50 Jahren hatten. Die britische Seite für Wissenschaftsjournalismus The Conversation hat dies in einem Artikel sehr nüchtern und anschaulich zusammengefasst (EN): School climate strikes: what next for the latest generation of activists?

Immerhin gab es am 18.3.2019 um 16:10h große Worte von Bundesumweltministerien Svenja Schulze zu den Absichten der Bundesregierung:

Auch in Deutschland wachsen Banken mit Werten

Nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen des Bundesverbands Deutscher Volk- und Raiffeisenbanken (BVR 12.3.2019) haben die Banken mit einem starken (kirchlichen, nachhaltigen oder ökologischen) Wertefokus in Deutschland 2018 eine summierte Bilanzsumme von rund € 65 Mrd. (BVR, Unternehmensangaben, eigene Berechnungen)erreicht und übertreffen damit deutlich die größte deutsche Sparkasse in Hamburg (Bilanzsumme H1 2018: € 44 Mrd.) deutlich.

In der genossenschaftlichen Finanzgruppe 7 dieser Banken zu den 25 größten Instituten. Bemerkenswert ist das Wachstumstempo dieser Bankengruppe: Bei der Bilanzsumme und den Einlagen wuchs sieh im Durchschnitt der letzten 10 Jahre um 0,5 Prozentpunkte stärker als die gesamte genossenschaftliche Finanzgruppe, bei den Kundenforderungen sogar um zwei Prozentpunkte (BVR, Unternehmensangaben, eigene Berechnungen). Rekordhalter ist die GLS Bank, deren Bilanzsumme sich in der Bilanzsumme seit 2008 nahezu versechsfachte, was in allen drei Positionen einem jährlichen Wachstum von annähern 18% über diesen Zeitraum entsprach.

Tomorrow für alle und sofort

Seit dem Start am 16. November 2018 konnte Tomorrow 2.925 Nutzer begrüßen (Stand: 18.3.2019 10:30h, Tomorrow App). Seit dem 11.3.2019 können Interessanten sofort Kunden werden. Bis dahin war dies nur über einen Platz auf der Warteliste und einen persönlichen Einladungscode möglich. Tomorrow wollte hierdurch einen reibungslosen Start sicherstellen. Dies scheint insgesamt gelungen wie ein Blick in die (offene) „Tomorrow Communitiy“ auf Facebook zeigt: Tomorrow Community – Öffentliche Gruppe

 

2018-11-21 Tomorrow4

Tomorrow finanziert aus Interbankgebühren Baumpflanzungsprogramme. Eine Idee, die gut angenommen wird. So z.B. auch in China: Green Digital Finance.

Weltbank mit neuer SDG-Anleihe

Das Nachhaltigkeit weit über ökologische Bemühungen hinaus reicht, wird anhand einer von der Weltbank am Weltfrauentag (8.3.) platzierten neuen Anleihe deutlich. Eine fünfjährige Anleihe über 500 Mrd. indonesische Rupien (IDR, USD 35 Mio.) dient der Bekämpfung von Hunger und Armut sowie der Gleichstellung von Frauen in ländlichen Regionen. Damit werden gleich drei der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) gleichzeitig adressiert.

Sustainable Finance – Anspruch ja, Handeln nein?

Eigentlich hebt man sich für den Schluss etwas Gutes auf. Hier allerdings die weniger schöne, eher betrübliche Nachricht: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundsechzig: Ein Jahr EU-Aktionsplan berichtete von dem Anspruch „Bundesregierung will Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort machen“ (sic). Allerdings: Die nächste hochrangige Konferenz zu diesem Thema am 21.3.2019 in Brüssel findet erneut ohne nennenswertes Engagement Deutschlands statt. Jedenfalls steht das Programm hierzu in einem eklatanten Widerspruch: High-Level Conference on Sustainable Finance: A global approach to sustainable finance.

Schon im vergangenen Jahr war das Fehlen prominenter deutscher Vertreter auffällig: Der Finanzminister Olaf Scholz war avisiert, aber nicht anwesend. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel war auf dem Weg nach Brüssel. Srecher waren u.a. Michael Bloomberg, Jean-Claude Juncker und Emmanuel Macron. (Bericht am 25.5.2018: Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung).

In eigener Sache

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das „FNG-Siegel“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem läßt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

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