Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunzig

Titelbild: Triodos Bank N.V. Deutschland GmbH

Inhalt: Vorneweg; 16 deutsche Banken verpflichten sich dem Klimaschutz; Leitfaden Nachhaltigkeitsrisiken Österreich; Triodos Bank mit „klimaneutralen“ Depots; Solactive right 2 degree-aligned Europe Index; Solactive VE imug Developed Markets ESG Quality Index; Seminar/Veranstaltungstermine: VÖB Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

7. Juli 2020

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Ausgabe Nummer Neunzig nach drei Jahren. Die Themen werden nicht weniger, sondern wuchtiger. Dies gilt weniger für die beschriebene Selbstverpflichtung von einer Reihe Banken für den Klimaschutz. Sie ist zunächst einmal die Absicht „sich auf den Weg zu machen“, wie Georg Schürmann, der Geschäftsleiter der Triodos Bank Deutschland, bei der Vorstellung der Selbstverpflichtung sagte.

„Wuchtig“ ist vor allem das Vorgehen der Notenbanken und Finanzaufseher in Bezug auf Nachhaltigkeits- und insbesondere Klimarisiken. So im neuen Leitfaden der Finanzaufsicht FMA in Österreich. Anders als die BaFin in ihrem Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken lässt die FMA keinen Spielraum für die Finanzwirtschaft: Nachhaltigkeit und ihre Risiken gehören in die gesamte Organisation. Von Vorstand und Aufsichtsrat bis zu den einzelnen MitarbeiterInnen.

Leider werden die mit Nachhaltigkeit etikettierten Produkte nicht besser oder klarer, sondern nur noch vielfältiger und weniger transparent. Dies wird nachstehend bei zwei neuen Indexprodukten deutlich. Damit steigen auch gleichermaßen die Anforderungen an die Produktanalyse bzw. die Befähigung der Mitarbeiter…

16 deutsche Banken verpflichten sich dem Klimaschutz

Am 30.6. und damit zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 verpflichteten sich 16 deutsche Banken, ihre Kredit- und Anlagestrategien ab dem Jahr 2023 am Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 auszurichten.

2020-06-30 Erstunterzeichner

Quelle: Triodos Bank Deutschland

Bei der Pressekonferenz am 30.6. wurde das Interesse weiterer Banken in der Größenordnung von rund einem Dutzend Institute indiziert. Bei der Liste der Erstunterzeichner fällt auf, dass neben den Umwelt- und Kirchenbanken vor allem die in- und ausländischen Großbanken vertreten sind. Genossenschaftsbanken und Sparkassen betonen immer wieder ihre „Gemeinwohlorientierung als Teil der DNA“, sind aber unter den 16 Banken lediglich mit der LBBW vertreten, die bei der Pressekonferenz u.a. auch auf ihren öffentlichen Auftrag verwies.

Dabei sollten vor allem die öffentlich-rechtlichen, kommunal bzw. kleinräumiger tätigen Häuser ein starkes Eigeninteresse verfolgen:

„Die öffentliche Hand übernimmt im Finanzsystem aus einer grundlegenden Rolle
heraus bestimmte Funktionen, vor allem auch in der Fläche. Deshalb sollte sich der gemeinwohlorientierte Sparkassensektor vorbildlich auf die Nachhaltigkeits- und Klimaziele ausrichten.“  Zwischenbericht Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung, 5.3.2020, S. 44 f.

Die Selbstverpflichtung ist bis zum Jahresende 2022 auf die Entwicklung von Methoden und Steuerungsmechanismen gerichtet. Ein Auszug aus dem Wortlaut:

Konkret bedeutet dies, dass jeder Unterzeichner bis Ende 2022 gegenseitig akzeptierte Methoden zur Messung der Klimaauswirkungen seiner Kredit- und Investmentportfolien entwickelt und einführt und diese dann im Einklang mit den nationalen und internationalen Klimazielen steuert. Die Vereinbarung gilt nur für solche Investmentportfolios, die nicht Gegenstand des Fonds- oder Mandatsgeschäfts sind. Das Fonds- und Mandatsgeschäft wird schrittweise ohne feste zeitliche Vorgaben berücksichtigt.

Die Unterzeichner wollen sich gegenseitig dabei unterstützen die notwendigen Emissionsdaten zu erheben und Methoden zur Messung sowie Ansätzen zur Steuerung des Bankgeschäfts im Einklang mit den Zielen zu entwickeln. Um der gemeinsamen Verantwortung und der jedes einzelnen Akteurs gerecht zu werden, verpflichtet sich jeder Unterzeichner jährlich (z.B. im Rahmen seiner bestehenden Berichtsformate) über den individuellen Fortschritt bezüglich der Implementierung zu berichten.“

Die vollständige Klima-Selbstverpflichtung, erläuternde Dokumente und aktuelle Informationen finden sich auf der Internetseite der Initiative: https://www.klima-selbstverpflichtung-finanzsektor.de/

 

Leitfaden Nachhaltigkeitsrisiken Österreich

Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) hat am 2.7.2020 (FMA Pressemitteilung) einen alle Teilsektoren übergreifenden Leitfaden zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken veröffentlicht. Der Themenbogen reicht hier von Klimawandel über Korruption bis hin zu Kinderarbeit. Diese Risiken können – nicht nur im Fall von Klimarisiken – die Entwicklung einzelner Vermögenswerte oder Finanzmarktteilnehmer insgesamt negativ beeinflussen. Der FMA-Leitfaden will den beaufsichtigten Unternehmen als Hilfestellung bei der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit dienen.

FMA bastelt an Nachhaltigkeitsleitfaden - Wiener Zeitung Online

Bild: wienerzeitung.at

Im Vergleich zum Merkblatt der BaFin vom 20.12.2020 ist der Leitfaden deutlich detaillierter und konkreter. Dies betrifft sowohl die positive Sicht auf Nachhaltigkeit als auch praktische Beispiele für direkte und indirekte Auswirkungen auf Finanzinstitute. Außerdem stellt der Leitfaden sehr konkrete Anforderungen an organisatorische Anpassung z.B. im Sinne von Durcharbeiten des Portfolios, Aufbau und Schulung personneller Kapazitäten und Verankerung von Nachhaltigkeit(srisiken) in der Unternehmensverfassung.

Triodos Bank mit „klimaneutralen Depots“

Die Triodos Bank Deutschland gehört zu den Initiatoren und 16 Erstunterzeichnern der oben beschriebenen Selbstverpflichtung für den Klimaschutz. Zur Jahresmitte hat sie ein kostenfreies „klimaneutrales Depot“ lanciert, dass auch ab € 25 monatlich mit einem Sparplan gefüllt werden kann https://www.triodos.de/investieren. Zur Auswahl stehen Fonds der Vermögensverwaltung der Triodos Gruppe (Triodos Asset Management) sowie Fremdprodukte weiterer deutscher Anbieter.

Bild

Bild: www.triodos.de

Die Anlage soll den Ausstoß von Treibhausgasen vermeiden, reduzieren helfen und/oder bei Bedarf kompensieren. Letzteres erfolgt in Zusammenarbeit mit der Climate Neutral Group, etwa durch ökologische Landwirtschaft, gezielte Bepflanzungen oder technische Innovationen.

Für viele Menschen mag dieser Ansatz von vornherein plausibel erschienen, was allerdings nicht zwingend der Fall ist. „Vermeiden“ von Emissionen führt ggf. zu (Aktien-)Investments in ohnehin emissionsarme Unternehmen, die aber wenig zur Reduktion des Ausstoßes leisten können. Zukünftige Beiträge zur Verringerung oder Vernichtung von CO2 können oft nur unter Ausstoß von Treibhausgasen erfolgen, z.B. durch die Herstellung technischer Neuerungen. Die Ambivalenz wird bereits zweier Aktienfonds aus dem Hause Triodos deutlich, bei denen der auf technische Neuerungen ausgerichtete „Pioneer Impact Fund“ durchaus schlechtere Nachhaltigkeitswerte aufweisen kann.

Treibhausgase bzw. vulgo CO2-Werte sind eine oberflächlich sehr plausible, allerdings bei näherer Betrachtung sehr kritische Grundlage für die Konzeption von Finanzanlagen. Dies wurde hier bereits einmal in einem Beitrag thematisiert: Klimaschutz ein guter Ansatz, aber….

Beiträge von Unternehmen zur Vermeidung zukünftiger Emissionen oder gar die Vernichtung von CO2 z.B. durch technische Neuerungen nicht in den Emissionsbilanzen erfasst. Erst nach dem Abkommen von Kyoto begannen Diskussionen, ob die Berichterstattung nicht um eine vierte Kategorie, den sogenannten „Scope 4“ ergänzt werden sollte.

In der von Triodos geplanten Kombination von Vermeidung, Reduktion und Kompensation könnte eine klimaorientierte durchaus sinnvoll gestaltet werden. Dies wird letztlich von der Ausführung abhängen. Letztlich gibt es leider viele zunächst plausibel erscheinende Ansätze, die bei näherer Betrachtung durchaus weniger plausibel erscheinen:

 

Solactive right 2 degree-aligned Europe Index

Der Indexdienstleister Solactive hat einen Aktienindex lanciert, der die europäischen Unternehmen abbilden soll, deren Tätigkeit in Einklang mit dem Klimaschutzabkommen von Paris sein soll. Er basiert auf dem „XDC-Modell“ des Frankfurter Anbieters right. based on science. Mit dem Modell werden aus den 600 Unternehmen im Solactive Europe 600 diejenigen Unternehmen, die nach der Modellrechnung kompatibel zum Klimaschutzabkommen von Paris mit einer Erderwärmung von weniger als 2° wirtschaften sollen: Solactive right. 2 degree-aligned Europe Index.

Das Modell basiert auf modellhaften Hochrechnungen (z.Zt. Daten des Jahres 2018) und berücksichtigt damit keine strukturellen bzw. technologischen Veränderungen im Ausstoß von Treibhausgasen. Zudem werden nicht alle Emissionen vollständig berücksichtigt, was zu einer Verzerrung der Ergebnisse führen kann.

Das Modell hat aus den 600 Unternehmen aktuell 259 Unternehmen herausgefiltert, für die das der Fall sein soll. Dabei werden die Basiswerte für die Unternehmen (Baseline XDC) mit jeweils sektorspezifischen Werten verglichen, die von der Energieintensität des jeweiligen Sektors bestimmt werden (Target XDC) (siehe Indexbeschreibung 2.2.: Index Guideline Solactive right. 2 degree-aligned Europe Index).

Leider findet sich auf der Internetseite von Solactive zwar die Liste der enthaltenen Unternehmen (Index composition), aber keine weiteren Informationen zu den Indexgewichten oder gar den zugrunde liegenden Auswahlkriterien (bzw. unternehmens- und sektorspezifischen XDC-Werten).

Ein Vergleich mit veröffentlichten Werten auf der Basis 2017 zeigt zudem, dass die Indexzugehörigkeit stark durch das jeweilige Basisjahr beeinflusst sein kann. Bei mehr als einem Dutzend der in der „WhatIf“-Studie (right-basedonscience.de, registrierungspflichtig) erwähnten Unternehmen hat sich das Verhältnis zwischen unternehmens- und sektorspezifischen XDC-Werten offenbar mit dem Übergang auf 2018 umgekehrt.

Das Factsheet (Stand 30. Juni 2020) zeigt allerdings, dass sich rund 25% des Indices auf nur 10 Unternehmen konzentrierten, von denen 5 im Bereich von Konsumgütern tätig sind. Mit Iberdrola und Enel sind sogar zwei Energiekonzerne vertreten.

Nur die Indexzugehörigkeit wird von Klimadaten bestimmt, nicht aber die Gewichtung im Index. Sie richtet sich wie üblich nach der Marktkapitalisierung in Streubesitz. Insofern stellt sich die Frage, was ein Käufer mit dem Index bzw. einem darauf aufbauenden Produkt verbinden kann. Bestenfalls eine vage Vorauswahl von Unternehmen, deren Klimastrategie eine bessere sein könnte…

2020-06-30 Solactive right Top Holdings

Quelle: Factsheet (Stand 30. Juni 2020)

Als „Europa-Index“ ist das Aktienuniversum nicht auf die Eurozone konzentriert. Vielmehr enthält der Index eine ganze Reihe von europäischen Ländern und Währungen:

Quelle: Factsheet (Stand 30. Juni 2020)

Besonders der hohe Anteil Großbritanniens dürfte für viele Investoren aus dem Euroraum problematisch sein.

Nur wenige Tage nach dem vermeintlich klimaorientierten Index legte Solactive in Zusammenarbeit mit imug bzw. Vigeo Eiris ein weiteres Produkt mit Nachhaltigkeitsorientierung auf:

Solactive VE imug Developed Markets ESG Quality Index

Das Anlageuniversum des Indices ist global mit derzeit 1.569 Unternehmen (Stand 6.7.2020, aktuelle Indexzusammensetzung: https://www.solactive.com/indices/?index=DE000SLA41D2). Aus dem Basisindex „Solactive GBS Developed Markets Large & Midcap USD“ wurden 781 Unternehmen herausgefiltert (Stand 6.7.2020, aktuelle Indexzusammensetzung: https://www.solactive.com/indices/?index=DE000SL0A8U4). Auf der Grundlage des ESG-Daten-Anbieter Vigeo Eiris (VE) wurden diejenigen Unternehmen ausgewählt, die die Kriterien des Siegels des „Forum für Nachhaltige Geldanlagen erfüllen. Wortlaut der Solactive Pressemitteilung vom 2.7.2020:

„Bei dem Index handelt es sich um eine regelbasierte, standardisierte ESG-Lösung, die sich am FNG-Siegel des „Forum für Nachhaltige Geldanlagen“, dem Sustainable Investment Forum (SIF) für Deutschland, Österreich und die Schweiz, orientiert.“

„Der Solactive VE imug Developed Markets ESG Quality Index basiert auf dem Solactive GBS Developed Markets Large & Mid Cap USD Index und zielt darauf ab, die Mindeststandards des FNG-Siegels zu erfüllen. Im Rahmen dieser Anforderungen sind Investitionen in Kernkraft, Kohlebergbau, erhebliche Kohleverstromung, Fracking, Ölsande, Waffen und Rüstungsgüter nicht zugelassen. Gleichzeitig führt imug ein normbasiertes Screening im Hinblick auf den UN Global Compact durch. Zusätzlich vollzieht imug eine umfassende ESG-Bewertung und schließt Unternehmen mit einem Ergebnis von weniger als 30 von 100 Punkten aus“

Der Index bietet damit eine Basis und verbindet vielfach genutzte Ausschlußkriterien mit einem Mindeststandard in der ESG-Bewertung. Da er auf historischen Daten eines anerkannten Anbieters basiert, stellen sich die Interpretationsfragen weitaus weniger als bei dem oben beschriebenen Produkt.

Indexdokumente: https://www.solactive.com/indices/?index=DE000SL0A8U4

Im Ergebnis bilden 10 globale Unternehmen mit rund 14% (Stand: 3.7.2020) den Anlageschwerpunkt:

2020-07-03 Solactive imug top holdings

Factsheet Stand 3.7.2020

Geografisch und unter Währungsaspekten liegt der Schwerpunkt in den Vereinigten Staaten:

2020-07-03 Solactive imug geographical

Factsheet Stand 3.7.2020

Für eine global ausgerichtete Aktienanlage bietet der Index eine qualitative Vorauswahl unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. Diese Vorauswahl will die Europäische Union durch Mindestanforderungen für Finanzprodukte allerdings ohnehin sicherstellen.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet seit März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und die Zusatztermine am 17. und 18.3.2020  sowie der Starttermin am 23.6. waren bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy am 28.7. und 29.9.2020 den Start weiterer Lehrgänge an. Der erste Lehrgangstag wird als Live-Webinar statt im Workshopformat duchgeführt. Eine voll digitale Variante ohne physische Teilnahme ist in Vorbereitung.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im Newsletter der Steyler Ethik Bank im Februar 2020: Nachhaltige Prozesse anstoßen.

In eigener Sache

Alle Angebote natürlich auch gerne im digitalen Rahmen als Webinar oder Videokonferenz!

Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

„In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Neunundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunundachtzig

 

Titelbild: Network for Greening the Financial Sector (NGFS)

Inhalt: Klimarisiken im Fokus der Notenbanken; ESRB – Ansatzpunkte zur Quantifizierung Klimarisiken; Auf dem Weg zu klimaneutralen Treibstoffen?;  Auch Biodiversität ist ein finanzielles Risiko; Hohe Ansprüche an nicht-finanzielle Informationen; Nachhaltige Geldanlagen erneut stark gewachsen; Neue Visakarte aus recycelten Kunststoffen; Samsung Pay Card; Nachhaltigkeitsquatsch; Seminar/Veranstaltungstermine: VÖB Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

25. Juni 2020

Dr. Ralf Breuer

Klimarisiken im Fokus der Notenbanken

Im NGFS – Network for Greening the Financial Sector kooperieren 66 Notenbanken und Finanzaufsichtsbehörden, u.a. auch die BaFin und die Deutsche Bundesbank. Das Netzwerk befasst sich intensiv mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Finanzmarktstabilität. Am 24.6.2020 wurden zwei weitere Arbeitspapiere veröffentlicht, die  die unmittelbaren und mittelbaren Folgen auf die Geldpolitik beleuchten, bzw. Vorschläge für Szenarioanalysen auf nationaler Ebene unterbreiten.

Klimarisiken und Geldpolitik

Das NGFS geht davon aus, dass der Klimawandel bzw. der Übergang in eine emissionsärmere Wirtschaft sich auf die meisten Stellgrößen in der Geldpolitik auswirken wird. Dies kann auf sehr viele Faktoren in den monetären Prozessen beeinflussen:

2020-06-24 NGFS Monetary Policy

Szenarien für die Klimarisikoanalyse

Das Ausmaß der Einflüsse wird stark von den eintretenden Szenarien abhängen, die durch Zeitpunkt und Umfang von Maßnahmen zum Klimaschutz sowie die technische Verfügbarkeit von Mitteln zur Reduzierung von Treibhausgasen bestimmt sind. Das NGFS hat deshalb drei Basisszenarien mit insgesamt fünf Varianten erarbeitet, die von den Aufsichtsbehörden für Stresstests angewendet werden können. Hierbei variieren die nicht von den Zentralbanken kontrollierten Faktoren „Politik“ und „Technologie“.

Die Szenarien orientieren sich an Erwärmungsszenarien und unterstellen abweichende Maßnahmenpakete für den Klimaschutz zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Je nach Zeithorizont und Betrachtungsebene müssen weiterhin der Detailgrad (Granularität) und die untersuchten Indikatoren variiert werden.

Neben den Ergebnissen der NGFS-Arbeitsgruppen werden auch einige bereits auf nationaler Ebene in einigen Ländern entwickelten Stresstests in Hinblick auf den Klimawandel dargestellt: The macroconomic and financial stability impacts of climate change, 24.6.2020Climate change and monetary policy: initial takeaways, 24.6.2020

ESRB – Ansatzpunkte zur Quantifizierung Klimarisiken

Aufbauend auf die Arbeit des NGFS hat das „European Systemic Risk Board (ESRB)“ eine Studie zu den möglichen quantitativen Ausmaßen von physischen Klimarisiken und die Folgen für die Bruttoinlandsprodukte vorgelegt. Das Papier macht sehr anschaulich, wo sich welche Auswirkungen bereits beobachten und in ihren finanziellen Dimensionen zumindest indikativ bestimmen lassen: Positively green: Measuring climate change risks to financial stability

Auf dem Weg zu klimaneutralen Treibstoffen?

Die Vereinigung der europäischen Raffineriebranche FuelsEurope hat eine Ambition veröffentlicht, nach der bis 2050 alle flüssigen Treibstoffe CO2-neutral sein könnten. Das notwendige Investitionsvolumen wird auf € 400 bis 650 Mio. geschätzt. Der Plan zielt dabei auf einen Mix aus verschiedenen Energiequellen wie Pflanzen, Elektrizität, Wiederverarbeitung und verbesserten Verfahren.

Das Papier, mit dem die Ambitionen publiziert wurden, enthält eine Reihe konkreter Beispiele, wie bereits an emissionsärmeren Treibstofflösungen gearbeitet wird. So haben kooperieren in Dänemark Orsted, der Flughafen Kopenhagen, die Fluglinie SAS und die Reederei Maersk in einem Projekt, dessen Produktion ab 2023 mit einer ersten Phase bis zum vollen Betrieb 2030 anlaufen soll: Clean Fuels for All, 15.6.2020.

FuelsEurope stellt auch eine interessante Änderung der Besteuerung zur Diskussion: Statt der Treibstoffmenge solle besser der Gehalt der enthaltenen Menge an Treibhausgasen besteuert werden. Liest sich für den Laien zunächst einmal sehr plausibel!?

Auch Biodiversität ist ein finanzielles Risiko

Die niederländische Zentralbank De Nederlandsche Bank (DNB) hat am 18.6.2020 eine Studie zu den finanziellen Auswirkungen von Verlusten an Biodiversität vorgelegt: Indebted to Nature. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 36% von € 1,4 Bio. finanzielle Vermögenspositionen des niederländischen Finanzsektors und damit ein Betrag von € 510 Mrd. durch Verluste an Biodiversität betroffen sein kann. Etwa € 28 Mrd. sind von der natürlichen Befruchtung von Pflanzen abhängig (N.B.: In manchen Regionen muss in der Landwirtschaft bereits ersatzweise künstlich befruchtet werden).

Hohe Ansprüche an nicht-finanzielle Informationen

Im Rahmen der Konsultationen für die Überarbeitung der EU Direktive zur nicht finanziellen Berichterstattung (Non-financial Reporting Directive, NFDR) haben die europäischen Finanzaufsichtsbehörden in einem gemeinsamen Schreiben Stellung genommen. Sie gehen davon aus, dass die aktuelle Direktive den deutlich gestiegenen Ansprüchen nicht mehr genügt. Bei einer Neufassung müssten verpflichtend Standards eingeführt werden, die „relevante, zuverlässige und vergleichte Informationen“ in der Berichterstattung sicherstellen: Gemeinsames Schreiben von EBA, EIOPA und ESMA vom 11.6.2020 (EN).

Nachhaltige Geldanlagen erneut stark gewachsen

Am 8.6.2020 veröffentlichte das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) seinen Marktbericht 2020. Insgesamt waren zum Jahresende 2019 269,3 Milliarden Euro in Anlageprodukte investiert, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien explizit in den Anlagebedingungen festschreiben. Das sind rund 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Berücksichtigt man außerdem die Kapitalanlagen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich per Ende 2019 eine Gesamtsumme von rund 1,64 Billionen Euro für die verantwortlichen Investments in Deutschland.

2020-06-08 FNG

Die Privatanleger in Deutschland haben ihre Investments in Nachhaltige Geldanlagen in 2019 von 9,4 Milliarden Euro auf 18,3 Milliarden Euro gesteigert und tragen so wesentlich zum Gesamtwachstum Nachhaltiger Geldanlagen bei.

Neue Visakarte aus Kunststoffrecycling

Visa präsentierte die „Visa EarthwiseTM High-content Card“ die vom Hersteller CPI zu  98% mit Kunststoff aus Abfallrecycling hergestellt wird. Sie stellt damit einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft dar. Allerdings werden durch den Chip und Magnetstreifen immer noch wertvolle Rohstoffe benötigt. Dies ist bei den kartenlosen Zahlungsverfahren in Afrika und Asien durch Nutzung eines QR-Kode nicht der Fall.

2020-06-19 Visa_Upcycled_Karte

 

Alternative Materialien zu Rohölprodukten wurden bereits von anderen Herstellern eingeführt. So besteht die Kreditkarte der Triodos Bank aus Bioplastik, vornehmlich Mais. Dies reduziert nach Aussage der Bank den CO2-Ausstoß bei der Herstellung um 80%, allerdings steht die Herstellung des Materials in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.

 

2020-06-19 Triodos Karte

Bei elektronischen Zahlungsverfahren wie ApplePay kann auf eine Karte ganz verzichtet werden, wie dies in Deutschland auch von der Deutschen Bank bei der Markteinführung angeboten wurde. Eine neue Variante wird derzeit in Großbritannien entwickelt, bei der ein elektronisches Zahlungsverfahren auf eine bestehende flexible Kartenlösung aufbaut:

Samsung Pay Card

Am 24.6.2020 gaben Samsung UK und Curve die Kooperation zur Entwicklung der Samsung Pay Card in Zusammenarbeit mit Mastercard bekannt. Es soll sich um eine „digital first“ Lösung handeln. Damit ist wohl eine vorrangige digitale Begebung von Karten ohne physische Erstellung gemeint. Curve bietet dazu eine gute Grundlage, da in der Anwendung alle Kreditkarten hinterlegt werden können, um sie mit einer einzigen (Curve-)Karte zu nutzen.

Nachhaltigkeitsquatsch

Leider führen starke Trends wie Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft und insbesondere bei der Geldanlage auch zu weniger erfreulichen Entwicklungen. Dies ist m.E. bei der von der ESG Plus aus Österreich angeboten Plattform CLEANVEST. Einige Suchen mit verschiedenen (nicht registrierungspflichtigen) Einzelkriterien führten zu ziemlich befremdlichen Top-Empfehlungen.

Ein kurzer Test sagt mehr als hundert weitere Worte: CLEANVEST Suche

Seminar-/Veranstaltungstermine

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet seit März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und die Zusatztermine am 17. und 18.3.2020  sowie der Startternub an 23.6. waren bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy am 28.7. und 29.9.2020 Termine für den Start weiterer Lehrgänge an. Der erste Lehrgangstag wird als Live-Webinar statt im Workshopformat duchgeführt. Eine voll digitale Variante ohne physische Teilnahme ist in Vorbereitung.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im Newsletter der Steyler Ethik Bank im Februar 2020: Nachhaltige Prozesse anstoßen.

In eigener Sache

Alle Angebote natürlich auch gerne im digitalen Rahmen als Webinar oder Videokonferenz!

Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

„In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Achtundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundachtzig

2020-05-12 Jahresbericht 2019

Titelbild/Bild: BaFin

Inhalt: BaFin – Jahrespressekonferenz; Deutsche Bank mit Ambitionen; Nachhaltigkeit im Marktabschwung; Die Klimastrategien der Ölkonzerne; Die Finanzwirtschaft in sozialen Medien; Revolut Junior – ein weiteres neues Jugendprodukt; Buchbesprechung Maja Göpel;  Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Kurzwebinar „Sustainable Finance im Überblick“; VÖB Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

18. Mai 2020 (ergänzt 20.5.2020 – Klimastrategien Ölkonzerne)

Dr. Ralf Breuer

BaFin – Jahrespressekonferenz

Am 12.5.2020 fand die Jahrespressekonferenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht statt. In der Rede fasste der Präsident der BaFin folgenden Befund: Die Krise verschärft die Probleme, die die Banken vorher schon hatten. Wenn sie vorbei ist, müssen sich die Institute umso dringender mit ihren Geschäftsmodellen beschäftigen. (Statement von Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt, für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bei der Jahrespressekonferenz 2020 der BaFin am 12. Mai 2020). Dazu gehört naturgemäß auch eine nachhaltigere Finanzwirtschaft.

Das Thema Nachhaltigkeit wurde im Zuge der Pressekonferenz nicht thematisiert, stark dagegen im gleichzeitig erschienenen Jahresbericht. Darin erteilt die BaFin Überlegungen für Kapitalerleichterung für nachhaltige Produkte (green support factor) eine klare Absage. Und es wird die Auffassung der BaFin noch einmal ausformuliert: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) begreift sie vor allem als Unternehmensrisiken. Für Nachhaltigkeit bei Produkten wird dagegen auf die Taxonomie der EU verwiesen (S. 33/34, BaFin Jahresbericht 2019)

Deutsche Bank mit Ambitionen

Im Vorfeld der (virtuellen) Hauptversammlung veröffentlichte die Deutsche Bank am 12.5.2020 u.a. das Redemanuskript des Vorstandsvorsitzenden Redemanuskript des Vorstandsvorsitzenden und eine ergänzenden Medieninformation: Die Deutsche Bank setzt sich ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele.

In der HV-Rede für den 20.5. ist das Thema Nachhaltigkeit prominent kurz vor dem Ende platziert.

„Damit kommen wir zum vierten Trend, der unsere Branche mehr und mehr bestimmt.
Im Moment mag die Pandemie das Thema Nachhaltigkeit überlagern – doch es wird
mit Macht zurückkommen. Die Sorge um den Klimawandel und das Bewusstsein, dass
wir entschieden und schnell handeln müssen, wird nicht kleiner, sondern größer
werden. Und damit die Forderung der Politiker und Regulatoren, dass wir Banken
entsprechend handeln.“

Die „ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele“ der Bank lauten im Originaltext der oben verlinkten Medieninformation:

  • Mindestens 200 Milliarden Euro an nachhaltigen Finanzierungen
    und Anlagen bis 2025
  • Voraussetzungen für erste eigene grüne Anleihe geschaffen
  • Stromverbrauch der Bank bis 2025 komplett aus erneuerbaren
    Energien

Das Ziel von € 200 Mrd. schließt ausdrücklich nicht ein Volumen von € 70 Mrd. ein, das aktuell von der Vermögensverwaltungsgesellschaft DWS als „ESG-Vermögen“ verwaltet. wird. Mit diesem Hinweis wird allerdings deutlich, das das Ziel einer sehr weite bzw. weiche Auffassung von Nachhaltigkeit folgt, bei der entsprechende Kriterien berücksichtigt, nicht aber auch durchgehend Wirkung verfolgt wird.

Bemerkenswert, das die Bank zwar die Bedeutung von Nachhaltigkeit für die Produktgestaltung erkannt hat, jedoch keinen einzigen Fonds der DWS zur Prüfung des FNG-Siegels für nachhaltige Geldanlagen gestellt hat. Damit befindet sie sich allerdings in Gesellschaft, da weder Deka Investments noch Union Investment Fonds für private Kunden für die Siegelprüfung beworben wurden. Bei letzterer waren nur sechs institutionelle Fonds unter den 104 Fonds mit dem FNG-Siegel 2020. Die „Uniinstitutional Fonds“ wurden zu 2/3 den drei möglichen Sternen ausgezeichnet: FNG Siegel 2020.

Allerdings stellt sich Frage, ob die Bank tatsächlich ihre Bemühungen um nachhaltige private Geldanlagen tatsächlich verstärken muss. Die nachstehend berichteten Marktentwicklungen, insbesondere bei „grünen Anleihen“ und Krediten mit Nachhaltigkeitsbezug lassen die Ambitionen der Bank in einem deutlich bescheidener erscheinen: Mit den in den der Medieninformation genannten € 3,5 Mrd. aus 22 Transaktionen aus grünen Anleihen, Sozialanleihen, Nachhaltigkeitsanleihen und an Nachhaltigkeitskriterien gebundenen Bonds seit Jahresbeginn notiert die Bank auf Platz 10 der internationalen Rangliste (Dealogics) – und dieser Markt hatte trotz Pandemie im ersten Quartal 2020 noch ein Volumen von USD 60 Mrd. Unter Hinzurechnung des Kreditmarktes im gleichen Zeitraums lag das Marktvolumen bei immerhin knapp USD 100 Mrd. in den ersten drei Monaten des Jahres (s.u.).

Selbst ohne drastisch erhöhte Wachstumserwartungen erscheinen deshalb € 200 Mrd. eher als Realisierung des Marktanteils im internationalen Anleihe- und Kreditgeschäft leicht erreichbar – auch ohne eine Produktoffensive bei privaten Kunden. Dort dürfte es sich eher um moderate Anpassungen handeln wie die Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien an  sich und die Umfirmierung von Produkten in diesem Sinne. Beispiele sind die Veränderungen bei Produkten wie ETFs, z.B. Xtrackers.

Und dennoch ist spannend, inwieweit die Erkenntnis des Vorstandsvorsitzenden im Redetext für die Hauptversammlung am 20.5.20 Leitlinie für das Handeln wird: Das Thema Nachhaltigkeit ist ein Megatrend, der durch Corona nicht nur nicht aufgehalten, sondern sogar noch beschleunigt wird“ (Manuskript S. 11).

Nachhaltigkeit im Marktabschwung

Börsenkurse und Fonds

Bereits die vorausgegangene Ausgabe enthielt einen Bericht über die Marktentwicklung von Finanzmärkten mit nachhaltigen Eigenschaften im weiteren Sinne. Z.B. HSBC, Morningstar, MSCI, Scope und Robeco haben zwischenzeitlich ebenfalls Analysen veröffentlicht, die „nachhaltigen“ Produkten geringere Kursverluste in den fallenden Märkten von Q1 bzw. Januar bis April bescheinigen.

Während bei überwiegend im Trend positiver Marktentwicklung keine negativen Auswirkungen von Nachhaltigkeit auf die Wertentwicklung festgestellt wurden, lautet der Befund für das negative Marktumfeld 2020 eindeutig „Verlustminderung“.

Laut der von „Scope“ am 5.5.2020 veröffentlichten Analyse haben sich (irgendwie) nachhaltig orientierte Aktienfonds besser als konventionell verwaltete Fonds entwickelt:

2020-05-05 Scope Fonds nachhaltig vs konventionell

Die Analyse von Scope lässt schließen, dass sich aktiv verwaltete Fonds im ersten Quartal 2020 spürbar besser (bzw. weniger schlecht) entwickelt haben als passive (ETFs).

2020-05-05 Scope Q1 aktiv vs passiv

Das weniger stimmige Bild für nordamerikanische Aktienfonds dürfte sich im zweiten Quartal 2020 auflösen, da die Pandemie erst Mitte März einsetzte.

Green Bonds

Eindeutig negativ wirkten sich die Märkte und die Pandemie auf die Begebung neuer „grüner Anleihen“ (Green Bonds) aus. Wegen einer im ersten Quartal deutlich unter den Erwartungen liegenden Emissionstätigkeit senkte Moody’s  die Prognose 2020 für das Neugeschäft von USD 400 Mrd. auf USD 325 Mrd. und damit auf den Wert des Vorjahres (USD 323 Mrd.). Im ersten Quartal 2020 wurden lediglich USD 59,9 Mrd. neue Anleihen mit Nachhaltigkeitsbezug begeben. Dieser Wert lag 14% unter dem Vorjahreszeitraum. Die Ratinggesellschaft führt dies auch auf die durch die Pandemie erhöhten Risikoprämien zurück.

Es scheint berechtigt, auch für das laufende zweite Quartal von Zurückhaltung auszugehen, da sich die Krise im April und in einigen Regionen auch danach noch weiter verschärfte. Allerdings erscheint die Bildung von Erwartungen unter den aktuellen Umfeldbedingungen schwierig. Die nachstehend beschriebene Entwicklung für Kredite lässt allerdings erwarten, dass Emissionsabsichten eher verschoben oder aber in den Kreditmarkt verlagert werden könnten.

Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug

Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug (Sustainability-linked loans) mit  $9.8 Mrd. Neugeschaft auch im April. Das Kreditgeschäft lag damit deutlich über dem Vorjahr. Die „Global Loan Market Associatio“ legte in der vergangenen Woche ein neues Rahmenwerk für diese Kredite vor: New guidelines.

 

Die Klimastrategien der Ölkonzerne

Nach Repsol, BP und Shell legte nunmehr auch Total eine Klimastrategie zur Reduzierung von Treibhausgasen vor. Und alle Strategien interpretieren das Thema unterschiedlich.

Die Abweichungen mögen auf den ersten Blick nicht groß und eher technisch erscheinen, wirken sich jedoch auf das Ergebnis aus „Net-Zero“ ist leider kein eindeutiges Resultat, weil u.a. die Kategorisierungen und Meßansätze abweichen.

Total legte am 5.5.20 folgenden Plan vor:

Weltweite Neutralität bei Scope 1 (eigen Emissionen) und 2 (Emissionen aus bezogener Energie) bis zum Jahr 2050

Europaweite Neutralität bei der Verwendung der Produkte (Scope 3) 2050, dies entspricht etwa 60% des globalen Wertes

Reduzierung der Emissionsintensität aller verbleibenden Produkte (CO2/Energiewert) um 60% bis 2050 mit Zwischenzielen von 15% (2030) und 35% (2040)

Alle vier Strategien sind für Scope 1 und 2 identisch, allerdings entsprechen diese nur etwa 10% der Emissionen. Der Schwerpunkt liegt – wie bei den meisten Unternehmen, aber eher mit Anteilen von 75% – bei den verursachten Emissionen in Scope 3, also der Verwendung der Produkte, auf die nur mittelbar Einfluss besteht.

BP: Reduzierung Scope 3 für selbst gefördertes Öl und Gas auf Null und Halbierung der Emissionsintensität der verbleibenden Produkte bis 2050

Repsol: Reduzierung Scope 3 für selbst gefördertes Öl und Gas auf Null bis 2050, keine Aussage zu den verbleibenden Produkten

Shell: Reduzierung der Emissionsintensität der verbleibenden Produkte um 65% bis 2050, Verkauf von Öl und Gas ausschließlich an Kunden mit einem Plan für Emissionsfreiheit oder Kompensation der Emissionen

Damit ist „net-zero“ keineswegs Emissionsfreiheit. Aktuell fehlen hierfür Standard. Die „Science Based Targets Initiative (SBTi), ein Zusammenschluß internationaler Umweltorganisationen, plant allerdings im Oktober Standards für glaubwürdige Klimastrategien mit Emissionsfreiheit (net-zero plans) vorzulegen. An diesen werden sich dann wahrscheinlich internationale Investoren orientierten und könnten auf eine Verstärkung der Bemühungen in der Realwirtschaft drängen.

Ergänzung 20.5.2020:

Die (heterogenen) Ankündigungen der europäischen Öl- und Gaskonzerne blieben nicht ohne Kritik: Die Investorengruppe Transition Pathway Initiative , mit rund USD 19 Bio. verwalteten Mitteln hält die Strategien im Sinne des Klimaschutzabkommens von Paris nicht für hinreichend, da die resultierenden Anpassungspfade immer noch deutlich über einem Erwärmungsziel von 2° liegen würden:

2020-05-20 TPI Grafik CO2 Strategien

Quelle: Transisition Pathway Initiative 12.5.2020

Die Bank Sarasin und Partner unterstützt die Initiativen von Royal Dutch Shell und Total, die bei einem entsprechenden Beschluß in die Unternehmenssatzungen eingehen würden. Ohne konkrete Umsetzung, z.B. durch eine veränderte Kapitalallokation, blieben sie aber „leere Versprechen“ (EN): Sarasin & Partners – Statement of support for Paris-alignment Shareholder Resolutions at Shell and Total SA.

N.B.: Nach der Hauptversammlung am 7.5.2020 hat auch die britische Barclays Bank das Klimaschutzabkommen in seiner Satzung als Handlungsgrundlage verankert: Barclays AGM Statements 7.5.2020.

Revolut Junior – ein weiteres neues Jugendprodukt

Nach gefühlten 50 Jahren mit Knax, Sumsi & Co. in nahezu unveränderten Formaten erscheint die Vernachlässigung junger (Nachwuchs-) Kunden zu einem Ende zu kommen. Nach dem niederländischen FinTech Peaks (vgl. Nummer Siebenundachtzig) startete nun der britische Anbieter Revolut sein Angebot Revolut Junior.

Kunden der Produkte Premium (€ 7,99 p.m.) und Metal (€ 13,99 p.m.) können nun ohne Mehrkosten 2 bzw. 5 Unterkonten für ihre Kinder zwischen 7 und 17 Jahren einrichten. In der Außendarstellung bleiben die Eltern rechtlich voll verantwortlich, auch werden die Karten (Mastercard Direct Debit) nicht auf den Namen der „Junioren“ ausgestellt. Über die Unterkonten sind allein Kartenzahlungen und Geldabhebungen in begrenzter Anzahl und keine Überweisungen möglich. Die Eltern als Kontoinhaber können Betragsgrenzen unterhalb der von Revolut vorgesehenen Höchstgrenzen per App steuern.

Ebenso wie die Revolut Konten selbst werden die Junior-Unterkonten strikt auf Guthabenbasis geführt. Negative Salden können allein durch fällige Gebühren für Revolut entstehen. Die Eltern können ebenso wie die Junioren alle Transaktionen einsehen.

Für die Zukunft sind weitere Funktionen geplant, die laut Revolut einen Beitrag zur „Finanzbildung“ oder Besser „Umgang mit Geld“ beitragen sollen. Inhaltliche Mehrwerte im Sinne von über die Verfolgung der getätigten Transaktionen hinausgehenden Informationen werden nicht avisiert. Im Originaltext heißt es über zukünftige Ausbaustufen: „Unterstützung für wiederkehrende Zuwendungen, Verdienstaufgaben, Sparen für Ziele und mehr.“ Insbesondere das (Ziel-)Sparen wäre eine wichtige Basisfunktion.

Französische Angebot enthalten meistens auch die Funktionen „Teilen“ (von gemeinsamen Ausgaben) und „Sammeln“ (für gemeinsame Geschenke) mit Freunden.

Die Finanzwirtschaft in sozialen Medien

Die Kollegen von Payment & Banking haben dem Auftritt der deutschen Banken in sozialen Medien einen der wenigen raren Artikel gewidmet: Bjoern Schneider: Die Banken und das Social Web, 12.5.2020. „Kundennähe, Markenaufmerksamkeit und ein Dialog mit der Zielgruppe lassen sich für Unternehmen über die sozialen Medien oft sehr schnell und mit wenig Aufwand erreichen“ lautet das Credo im Eingangssatz und weist zutreffend auf die besonderen Herausforderungen für Finanzdienstleister hin. Allerdingshätte dem Artikel ein etwas tieferer Blick in die Realität der aktuellen Auftritte deutscher Finanzdienstleister sehr gut getan.

Das in der im Artikel dargestellte Bild oben spiegelt tatsächlich zutreffend einen Teil der Realität bei Facebook und Twitter wider: Die beiden Top-Kanäle gehören tatsächlich zu den besseren, auf die deutlich mehr Mühe bzw. Arbeitszeit verwendet wurde als  dies bei nachfolgenden Plätzen der Fall war. ING pflegt die Inhalte ganz gut und konzentriert sich weitgehend auf volkswirtschaftliche Analysen und größere Finanzthemen ohne mit Werbebotschaften zu langweilen. Bei comdirect handelt(e) es sich sogar um einen Kanal mit Antwortwahrscheinlichkeit, was bei kaum einem anderen „Auftritt“ der Finanzbranche der Fall ist. Allerdings wird der Auftritt seit Bekanntwerden der Integration in die Commerzbank deutlich weniger gepflegt.

Der Autor hat seiner Feststellung am Schluss auf jeden Fall Recht: „Mittel- und langfristig im Vorteil sind all jene Institute, die sich einem permanenten Dialog öffnen, ohne dabei das eigene geschäftliche Interesse komplett zu verleugnen oder kleinlaut auszublenden.“ Die Frage stellt sich aber, ob dies in der Branche überhaupt angenommen wird. Antwort in Ausnahmefällen ja.

Die Realität

ING belegt bei den aufgeführten Namen den ersten Rang mit Berechtigung in Hinblick darauf, dass die Bank die sozialen Medien nicht wie viele Wettbewerber als günstigen Werbekanal misversteht. Aber: Mit 9 Mio. Kunden, 10.000 Followern und 94.000 Menschen bei Facebook, denen es mal gefallen hat, also 0,1 bzw. 1% etwa. Reichweite sieht wohl anders aus. Trotz der „digitalen Marktführerschaft“.

Anders sieht dies insbesondere bei den ‚Umweltbanken‘ GLS Bank und Triodos Deutschland aus: Beide Banken führen ihre Kanäle sehr eng und betreiben auch einen hohen redaktionellen Aufwand für die Bereitstellung von Inhalten. Im Ergebnis: GLS Bank hat bei 242.000 Kunden 18.500 Follower bei Twitter und 32.000 Likes bei Facebook. Triodos erreicht bei 27.000 privaten Kunden Werte von 3.100 bzw. 12.400 (Stand Mai 2020).

Die meisten Kanäle sind leiden unter mangelnder Betreung und sind dabei ideen- sowie konzeptionslos. Manches lokale Institut macht dagegen eine sehr gute, thematisch fokussierte Arbeit. Mit mehr ‚Freunden‘ und ‚Verfolgern als große, bundesweite Bankenwurden regelrechte Ecosysteme geschaffen.

Vergleicht man zusätzlich stichprobenweise einmal Mitarbeiterzahlen mit Followern und Freunden, hat bei vielen Banken schon die Mehrzahl der eigenen Mitarbeiter kein Interesse und damit auch keinerlei Bindung zu ihrem Arbeitgeber in sozialen Medien.

Buchbesprechung

Maja Göpel: „Unsere Welt neu denken“

Im „Literaturkurier“ der Buchhandlung Kayser in Rheinbach und Wesseling besprach ich kurz das Buch von Maja Göpel. Bermerkenswert, wie unpolitisch in der Sache und unprofessoral in der Sprache die Autorin wichtige ökonomische und gesellschaftspolitische Fragen erörtert und damit einen etwas anderen Blick auf Nachhaltigkeit vermittelt. Vor allem das „warum“ steht im Mittelpunkt. Und da entfallen viele Diskussionen, die immer wieder um die Fragen nach „wie“ aufkommen.

Eine ausführlichere Würdigung des Buches ist im Kundenmagazin der Triodos Bank Deutschland. Die Veröffentlichung erfolgte im Onlinemagazin „Die Farbe des Geldes“, das auch die Liste der deutschsprachigen sozialen Medien zu Nachhaltigkeit nachhaltige100 führt: Ein Appell an das gesunde „Bauchgefühl“.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Kurzwebinar: Sustainable Finance im Überblick (kostenfrei), 25.5.2020, 13-14h

Begleitend zum unten beschriebenen Zertifikatslehrgang der Academy of Finance der VöB-Service GmbH „Sustainable Finance“ ist keineswegs eine politische Antwort auf ökologische Strömungen oder gar FridaysForFuture, sondern grundlegende geschäftspolitische Logik in Zeiten von Klimawandel und massiven strukturellen Veränderungen. Im Webinar wird ein Überblick vermittelt, was Nachhaltigkeit und insbesondere auch nachhaltige(re) Finanzinstrumente beinhalten. Der Denkrahmen der BaFin und der internationalen Finanzinvestoren ist klar vorgezeichnet: Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Problemfeldern und das Klimaschutzabkommen von Paris 2015 sind auch die Grundlagen für die deutschen Nachhaltigkeitsstrategien und den Aktionsplan „Sustainable Finance“ der Europäischen Kommission.

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet seit März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und die Zusatztermine am 17. und 18.3.2020  waren bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy am 23.6. und 28.7.2020 Termine für den Start weiterer Lehrgänge an. Der erste Lehrgangstag wird als Live-Webinar statt im Workshopformat duchgeführt. Der Start am 23.6. ist bereits definitiv bestätigt. Eine voll digitale Variante ohne physische Teilnahme ist in Vorbereitung.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im Newsletter der Steyler Ethik Bank im Februar 2020: Nachhaltige Prozesse anstoßen.

In eigener Sache

Alle Angebote natürlich auch gerne im digitalen Rahmen als Webinar oder Videokonferenz!

Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

„In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundachtzig

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Titelbild/Bild: Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Inhalt: Trotz Pandemie: Der Klimaschutz ist nicht vergessen; Nachhaltigkeitsratings: Weitere Konsolidierung; Nachhaltigkeit stabilisiert Börsenkurse; Peaks – ein jugendliches FinTech mit Geburtsfehler; Buchbesprechung Maja Göpel: „Unsere Welt neu denken“  Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Kurzwebinar „Sustainable Finance im Überblick“; VÖB Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

5. Mai 2020 (aktualisiert 15.5.20: Buchbesprechung Langversion)

Dr. Ralf Breuer

Trotz Pandemie: Der Klimaschutz ist nicht vergessen

Prominente Fürsprache

Seit Beginn der Pandemie wurde in sozialen Medien immer wieder die Frage gestellt, ob die Bekämpfung ihrer Folgen die Bemühungen um Nachhaltigkeit im allgemeinen und insbesondere den Klimaschutz eher behindert oder befördert. In der letzten Zeit kristalliert sich eher letzteres heraus. Sogar aus weniger „einschlägigen“ Quellen wie dem Bundesfinanzminister Olaf Scholz wird gemahnt, der Bekämpfung des Klimawandels keine geringere Priorität beizumessen.

Auch die Chefin des internationalen Währungsfonds sprach sich für „grüne“ fiskalische Maßnahmen nach der Pandemie aus, um die Zukunft widerstandsfähiger zu gestalten.

Am 27.4.2020 haben 68 namhafte deutsche Unternehmen an die Bundesregierung appelliert, ihre Bemühungen um den Klimaschutz nicht zu vermindern.

Und auch von Seiten der Landwirtschaft gab es eine Mahnung.

„Grüner Wiederaufbau“ – wie?

Neben dem „Green Deal“ der Europäischen Union (vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundachtzig und Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Zum (un-)guten Schluss mit weiterführenden Links) ist vor allem ein Blick auf die deutschen Emissionsquellen von Treibhausgasen bzw. die jeweiligen Einsparziele informativ:

UBA 2019_thg-gesamt

Gemäß Umweltbundesamt liegen die Einsparungsziele für die stark vom Privatsektor beeinflussten Bereiche „Verkehr“ und „Gebäude“ absolut in etwa auf dem Wert der Energiewirtschaft. Eine Senkung des Ausstoßes über Gebäude kann nur mit massiven Investitionen in die Energieeffizienz erreicht werden. Hierzu gehört auch die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude, die bisher im Bundeshaushalt nicht vorgesehen war (vgl. z.B. welt.de vom 21.3.2019). Stattdessen fielen aber Strafzahlungen an die EU in dreistelliger Millionenhöhe an, da Deutschland die vereinbarten Klimaziele verfehlte.

In Deutschland liegt der Anteil der Gebäude am Gesamtausstoß aktuell zwar lediglich bei 15%, was aber dem hohen Industrieanteil geschuldet ist. In manchen Nachbarländern mit geringerer Industrieansiedlung, beispielsweise in der Schweiz beträgt der Gebäudeanteil dagegen um die 24%. Zudem haben energetische Sanierungen einen Doppeleffekt, da sie neben dem Ausstoß auch den Ressourcenverbrauch senken können. Indirekt können z.B. durch einen höheren Anteil von Holzbau auch Emissionen in anderen Bereichen wie der Zementindustrie vermindert werden.

Insgesamt gilt wohl die vom Deutschen Nachhaltigkeitskodex im Beitragsbild formulierte Analyse: Viele Maßnahmen, aber wenig Strategie.

Ein Beispiel für die Verbindung staatlicher Hilfen mit nachhaltigen Zielen ist aktuell die Bereitstellung von staatlichen Mitteln in Frankreich für die Fluggesellschaft Air France KLM: Neben einer Garantie von bis zu 90% für einen syndizierten Bankenkredit in Höhe von € 4 Mrd. erhält das Unternehmen ein nachrangiges Darlehen des französischen Staats als Anteilseigner.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire machte einige begleitende Vereinbarung über Maßnahmen zum Klimaschutz öffentlich: Reduzierung der Emissionen bei Inlandsflügen um 50% bis zum Jahr 2024, Flottenmodernisierung, Anteil erneuerbarer Treibstoffe von 2% bis 2025. Gemäß Medienberichten plant Frankreich, keine Inlandsflüge dann anzubieten, wenn die Verbindungen im Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn unter 2,5 Stunden liegen.

Nachhaltigkeitsratings: Weitere Konsolidierung

Morningstar gab am 21.4.2020 bekannt, dass der Anteil an dem globalen Anbieter von Nachhaltigkeitsratings/-gutachten Sustainalytics von 60% auf 100% erhöht wurde: Morningstar to Acquire Sustainalytics and Expand Access to ESG Research, Data, and Analytics for Investors Worldwide. Dies ist ein weiterer Schritt bei der  erwarteten Konsolidierung des aktuell noch fragmentierten Marktes für die Nachhaltigkeitsanalyse. Nachhaltigkeitskriterien werden auch für die „klassischen“ Ratings immer bedeutender. Laut Moody’s ist dies bereits der Fälle bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit der Fall (vgl Research Announcement: Moody’s – ESG risks material in 33% of Moody’s 2019 private-sector issuer rating actions, 14 April 2020).

Nachhaltigkeit stabilisiert Börsenkurse

Das erste Quartal 2020 bot erstmals Aufschluss über mögliche Zusammenhänge zwischen der Nachhaltigkeit von Unternehmen und Börsenkurse ihrer Emissionen unter Krisenbedingungen. In der abgelaufenen Dekade war der steigende Grad an Verantwortungsbewusstsein bei Unternehmen und Investoren dagegen stets von steigenden Kursen begleitet. Axa Investment Managers untersuchte den Zusammenhang von Aktien- und Anleihekursen in Abhängigkeit von der Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen (ESG-Scores) und stellte für die Aktienkursentwicklung deutliche Abweichungen fest:

2020-05-01 Axa-IM ESG Q1 2020

Quelle: Axa Investment Managers

Dabei wurden die jeweils besten und schlechtesten Bewertungen in Körben verglichen. Für den März 2020 und damit den vorläufigen Höhepunkt der Pandemie ergaben sich sehr deutliche Unterschiede. Diese waren etwas schwächer ausgeprägt auch bei den Unternehmensanleihen der beiden Vergleichsgruppen festzustellen:

2020-05-01 Axa-IM ESG Bonds Q1 2020

Quelle: Axa Investment Managers

 

Peaks – ein jugendliches FinTech mit Geburtsfehler

Allgemeine Geschäftsbedingungen September 2019

Quelle: peaks.com

Eigentlich ein schönes Motto des niederländischen Anbieters von Geldanlagen per App. Ein jugendlich frischer Internetnetauftritt und nach Aussage von Testern eine gut gemachte App. Peaks verbindet zudem auch „Kundenerlebnis“ mit Finanzbildung und einigen dezenten Anflügen von Infotainment. Und zusätzlich wird auch das Thema Nachhaltigkeit stark betont. Eigentlich ideale Bausteine für den Jugendmarkt für Finanzdienstleistungen, der in Deutschland so arg vernachlässigt erscheint (vgl. z.B. Modern Banking – BankingForFuture? hier im Blog oder Kinder ohne Macht – warum vergessen wir diese wichtige Zielgruppe, wenn es um Finanzen geht? von Kilian Thalhammer und Knax-Club 2.0 – Wie unsere Kinder mit Geld umgehen? im Blog von Payment & Banking. Der zweite Beitrag der Kollegen vom Juni 2018 stellt die entscheidende Frage in den Raum:

Die Kinder von heute sind die Kunden von morgen. Macht es da nicht Sinn, passende Lösungen anzubieten?

Es macht sicherlich Sinn nach den gefühlten 45 Jahren Stillstand im Jugendmarketing der großen Finanzgruppen mit Knax, Sumsi & Co. Und auf jeden Fall wirkt Peaks auch hervorragend konzipiert, was für andere Ansätze nicht unbedingt festgestellt werden kann, z.B. für die in der Marktvorbereitung befindliche „Neobank“ pockid. Deren Gründer Jes Hennig konnte den Autor im Podcast #258 von Payment & Banking kaum überzeugen.

Bei Peaks ist die Überzeugung auf den ersten Blick deutlich größer: Flotter zielorientierter Auftritt, eine gut gemachte und mit viel Transparenz ausgestattetes Onlineongebot und schließlich kostengünstige Anlagen in ein Portfolio von ETFs ohne Mindestanlage. Zudem haben alle eingesetzten ETFs zumindest einen verantwortungsbewußten (SRI) bzw. nachhaltig(er)en (ESG) ‚Anstrich‘ (zur Einschätzung der Beitrag im Blog der Triodos Bank Deutschland. Allerdings bleibt unklar, wieso die Portfolien eine global ausgerichtete Aktienanlage mit geringem Euroanteil mit Anleihen kombiniert, die strikt in renditearme Euroanleihen der besten Bonitätsklassen investiert (siehe Peaks – Investieren).

Völlig unpassend zur Zielgruppenansprache erscheint dagegen die Preisgestaltung: Pauschalgebühren von € 1 pro Monat bei Anlagebeträgen unter € 2.500 (die ersten drei Monate kostenlos, 0,5% darüber in monatlichen Zahlungen, Peaks – Kosten) begrenzen leider deutlich das Wachstum von Kleingeld, das vielleicht auf eine Sparstrategie und erste Erfahrungen mit einem automatisierten und edukativen Elementen ausgestatteten Anlageangebot wartet (P.S.: ‚Roboadvice‘ wäre etwas sehr hochtrabend).

Buchbesprechung

Maja Göpel: „Unsere Welt neu denken“

Im „Literaturkurier“ der Buchhandlung Kayser in Rheinbach und Wesseling besprach ich kurz das Buch von Maja Göpel. Bermerkenswert, wie unpolitisch in der Sache und unprofessoral in der Sprache die Autorin wichtige ökonomische und gesellschaftspolitische Fragen erörtert und damit einen etwas anderen Blick auf Nachhaltigkeit vermittelt. Vor allem das „warum“ steht im Mittelpunkt. Und da entfallen viele Diskussionen, die immer wieder um die Fragen nach „wie“ aufkommen.

Eine ausführlichere Würdigung des Buches ist im Kundenmagazin der Triodos Bank Deutschland. Die Veröffentlichung erfolgte im Onlinemagazin „Die Farbe des Geldes“, das auch die Liste der deutschsprachigen sozialen Medien zu Nachhaltigkeit nachhaltige100 führt: Ein Appell an das gesunde „Bauchgefühl“.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Kurzwebinar: Sustainable Finance im Überblick (kostenfrei), 25.5.2020, 13-14h

Begleitend zum unten beschriebenen Zertifikatslehrgang der Academy of Finance der VöB-Service GmbH „Sustainable Finance“ ist keineswegs eine politische Antwort auf ökologische Strömungen oder gar FridaysForFuture, sondern grundlegende geschäftspolitische Logik in Zeiten von Klimawandel und massiven strukturellen Veränderungen. Im Webinar wird ein Überblick vermittelt, was Nachhaltigkeit und insbesondere auch nachhaltige(re) Finanzinstrumente beinhalten. Der Denkrahmen der BaFin und der internationalen Finanzinvestoren ist klar vorgezeichnet: Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Problemfeldern und das Klimaschutzabkommen von Paris 2015 sind auch die Grundlagen für die deutschen Nachhaltigkeitsstrategien und den Aktionsplan „Sustainable Finance“ der Europäischen Kommission.

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet seit März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und die Zusatztermine am 17. und 18.3.2020  waren bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy am 23.6. und 28.7.2020 Präsenzworkshops für den Start weiterer Lehrgänge an. Eine digitale Variante ohne physische Teilnahme ist in Vorbereitung.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im Newsletter der Steyler Ethik Bank im Februar 2020: Nachhaltige Prozesse anstoßen

In eigener Sache

Alle Angebote natürlich auch gerne im digitalen Rahmen als Webinar oder Videokonferenz!

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

„In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

2019-04-12_FFF BN1

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundachtzig

2020-03-05 SusFin

Titelbild/Bild: Bundesministerium der Finanzen

Inhalt: Zwischenbericht Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung; Basel Komitee zu Klimarisiken; NN (L) Corporate Green Bond Fonds; Sustainalytics öffnet seine Datenbank; DAX 50 ESG – irgendetwas mit Nachhaltigkeit; Tomorrow mit mehr als 25.000 Kunden und „Zero“; Webinar Nachhaltigkeitsratings und -ratingagenturen; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

10. März 2020

Dr. Ralf Breuer

Zwischenbericht Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung

Am 5.3.2020 veröffentlichte der Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung seinen Zwischenbericht. Der Schlussbericht der 38köpfigen Arbeitsgruppe (Mitglieder) ist für Ende September 2020 zum Europäischen Sustainable Finance Gipfel am 28.8.2020 in Frankfurt am Main avisiert.

Sustainable Finance-Beirat Logo

Der Zwischenbericht verdient vor dem Hintergrund große Anerkennung, dass der Beirat äußerst heterogen mit den unterschiedlichsten Interessenslagen besetzt ist. Trotzdem wurde ein einheitlicher Bericht ohne Mindermeinungen verfasst. Nach den hoffnungsvollen ersten Ansätzen, die beim Sustainable Finance Gipfel 2019 präsentiert wurden, das der Beirat einen konsistenten Bericht verfasst und die Diskussionen 2019 für inhaltliche Fortentwicklungen genutzt. So wurde insbesondere das Thema „Qualifikationsbedarf“ erkennbar überdacht. Während sich die Überlegungen bei der ersten Vorstellung noch vorrangig auf Mitarbeiter mit Kundenkontakt richteten, stehen nunmehr die Führungskräfte stärker im Fokus.

Leider wirken die Vorschläge deutlich ‚akademischer‘ bzw. abstrakter als notwendig. Viele „Handlungsansätze“, die für weniger vertraute Leser eher innovativ wirken, finden sich in realen innerthematischen Entwicklungen sowohl in der Meinungsbildung als auch in der Praxis wieder. Der Bericht hat es leider versäumt, hier verstärkt Bezüge herzustellen, die die Politik als vorrangigen Adressaten ermutigen könnten, die Ansätze auf den Weg zu bringen.

Als Beispiele seien die verstärkten Aktivitäten von BaFin und Bundesbank genannt, die nur am Rande mit dem „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ gestreift werden. Tatsächlich zeigt eine Analyse des Textes, dass bestimmte Kernbegriffe im Kontext von Sustainable Finance nur spärlich (EU Aktionsplan, BaFin, NGFS) oder gar nicht (BaFin Aufsichtsschwerpunkte, Energiewende, Klimarisiken, Nachhaltigkeitskodex) in dem Dokument.

Völlig versäumt wurde die Darstellung der geschäftspolitischen Perspektiven von Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft. Dabei wären die Wachstumsraten in Verbindungen mit den demoskopischen Trends ein wichtiger Schlüssel für eine verstärkte Akzeptanz der Ergebnisse in der Finanzwirtschaft. In der jüngeren Vergangenheit gab es eine große Zahl von Aussagen aus der Finanzwirtschaft heraus, die dies unterstreichen, so z.B. auch vom Bundesbankpräsidenten und dem Vorstandssprecher der Deutsche Bank AG bei der Finanzmarkttagung der Bundesbank am 29.10.2019: Dokumente und Videos.

Die oben genannten Punkte werde ich auch in die Konsultation zum Zwischenbericht einbringen. Den Bericht in Deutsch und Englisch finden Sie hier.

Basel Komitee zu Klimarisiken

Das Basel Komitee zur Bankenaufsicht hat sich am 26.2./27.2.2020 auch intensiv mit dem Thema Klimarisiken beschäftigt. Die unmittelbaren und mittelbaren Folgen des Klimawandels werden zunehmend zu Themen der Finanzmarktstabilität, die die internationalen Finanzaufseher und Notenbanken beschäftigen. Das Komitee avisierte abschließende Überlegungen bis zum Ende des laufenden Jahres (Pressemitteilung vom 27.2.2020, EN).

NN (L) Corporate Green Bond Fonds

Der niederländische Vermögensverwalter NN (=Nationale Nederlanden) lässt den eigenen Worten „Green Bonds are becoming corporate mainstream“ Taten folgen und legt den dritten Green Bond Fonds auf, der sich auf Unternehmensanleihen konzentriert.

NN hatte bereits einen Fonds auf Green Bonds sowie einen Fonds auf kurzlaufende Greenbonds (Green Bonds Short Duration) im Angebot.

Sustainalytics öffnet seine Datenbank

Sustainalytics trägt dem starken Trend nach der Bereitstellung von Rohdaten Rechnung. Neben den herkömmlichen verdichteten Nachhaltigkeitsratings können die Kunden zukünftig auch Einblick in die zugrunde liegenden Indikatoren bzw. Daten erhalten (Pressemitteilung vom 20.2.2020, EN).

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Publikation vom 9.3.2020 bei FondsTrends: Vom Nice-to-have zum Must-have – ESG-Kommunikation im Asset Management. Wie von der Europäischen Kommission geplant, werden Nachhaltigkeitsindikatoren immer mehr zu einem Standard für Finanzanleger.

DAX 50 ESG – irgendetwas mit Nachhaltigkeit

Am 4.3. lancierte die Deutsche Börse AG den DAX 50 ESG. Am ersten Tag leider zwar mit Echtzeitkursen, aber ohne Angaben über Zusammensetzung und die Indexmethodik. Leider lassen auch die zwischenzeitlich veröffentlichten ergänzenden Informationen kein Urteil zu, wie Nachhaltigkeitskriterien auf die Unternehmensauswahl wirken. Dies wird lediglich pauschal beschrieben: Ausgeschlossen werden Unternehmen „…die gegen die Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen verstoßen sowie Unternehmen, die mit umstrittenen Waffen, Tabak, Kohle (Gewinnung und Stromerzeugung), Kernkraft und militärischen Verträgen zu tun haben. Die verbleibenden Unternehmen werden auf ihre individuellen ESG-Scores hin untersucht, die durch das transparente ESG-Performance-Rating-Modell von Sustainalytics berechnet werden.“ Quelle: Deutsche Börse AG

Die genaue Auswahl der Unternehmen nach Orderbuchgröße, Marktkapitalisierung in Streubesitz und Nachhaltigkeitsratings lässt sich nicht nachvollziehen. Es bleibt eine Auswahl von 50 Unternehmen aus den 120 Indexmitgliedern DAX30, MDax und TecDax, die „irgendetwas mit Nachhaltigkeit“ verbindet. (Indexbeschreibung 4.1.7. S. 34ff.).

Tomorrow mit mehr als 25.000 Kunden und „Zero“

Am 9.3.2020 stieg die bei Tomorrow registrierte Kundenzahl auf 25.091. Das ‚FinTech‘ Tomorrow ist mit seinem Angebot von Girokonto und Zahlungskarte ganz auf Nachhaltigkeit fokussiert. Aus den Interbankvergütungen für Kartenzahlungen werden Schutzmaßnahmen vorwiegend für tropische Regenwälder finanziert.

Am 25.2.2020 wurde neben dem gebührenfreien Basiskonto die kostenpflichtige „Zero“-Variante gestartet. Aus einer Monatsgebühr von € 15 werden € 5 für Projekte zur Kompensation der durchschnittlichen CO2-Verursachung deutscher Bürger (11t p.a.) verwendet. Der verbleibende Betrag entfällt auf Steuern (€ 3) und Kostendeckung des Anbieters (€ 7).

 

Die Aufnahme des neuen Angebots in Onlineforen war sehr gemischt von „gute Sache“ über „zu teuer“ bis „CO2 hat doch einen viel höheren Preis. Zudem können auch Kompensationsprojekte je nach Perspektive kontrovers diskutiert werden, weshalb das Angebot von „Zero“ viele Diskussions- bzw. Reibungspunkte bietet.

Bild

Webinar Nachhaltigkeitsratings und -ratingagenturen

Am 4.3. führte ich für die Leuphana Universität Lüneburg MBA-Studenten durch das Thema. Das Webinar ist eines von sechs Lerneinheiten des Moduls ‚V6 Sustainable Finance‘ im nebenberuflichen MBA-Studiengang Sustainability Management.

Das Webinar zielte weniger auf die aktuellen institutionellen Gegebenheiten und Angebote für Nachhaltigkeitsratings, sondern vielmehr auf die dynamischen Entwicklungen, die zu einer Konsolidierung von herkömmlichen Finanz(stärke)- und  Nachhaltigkeitsratings führen werden.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und die Zusatztermine am 17. und 18.3.2020  sind bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy am 23.6. und 28.7.2020 Präsenzworkshops für den Start weiterer Lehrgänge an.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im aktuellen Newsletter der Steyler Ethik Bank: Nachhaltige Prozesse anstoßen

In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

2019-04-12_FFF BN1

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundachtzig

 

2020-01-20 green issuance rangeof 2019instruments

Titelbild/Bild: Fremdkapital mit Nachhaltigkeitsbezug 2019, Quelle: climatebonds.net

Inhalt: Nachhaltigkeitsratings: Der Markt konsolidiert; ESMA will Nachhaltigkeitsratings regulieren; Nachhaltiges Fremdkapital mit starkem Wachstum; Europäisches Parlament fordert EZB zum Klimaschutz; Nachhaltigkeit ist mehr als Umwelt; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

25. Februar 2020

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeitsratings: Der Markt konsolidiert

Bisher bildeten „klassische“ Finanz(stärke)ratings und Nachhaltigkeitsratings weitgehend getrennte Welten. Da aber Nachhaltigkeitskriterien immer existenzieller für Unternehmen werden, berücksichtigen die herkömmlichen Ratingagenturen immer stärker die mit fehlender Nachhaltigkeit und dem Klimawandel verbundenen Risiken.

Besonders deutlich wird dies bei der Ratingagentur Moody’s. In ihrem Ausblick 2020 bringt sie den den Trend klar zum Ausdruck: Moody’s – ESG plays growing role in credit outlooks for 2020. Gemeint sind vor allem die mittelbaren und unmittelbaren Auswirkungen des Klimawandels. „Public interest in preserving natural assets, such as land, water and living things, will increase significantly over the coming years, according to Moody’s 2020 Outlooks. From a credit perspective, matters such as water scarcity, biodiversity, land use, deforestation and food insecurity will put a spotlight on issuers‘ management of resources.“

Moody’s selbst hat im Jahr 2019 bereits entsprechend zu den beschriebenen Trends gehandelt und mit Mehrheitsanteilen an Vigeo Eiris (Nachhaltigkeitsratings) und Four Twenty Seven (Klimadaten und -risiken) die eigenen Kompetenzen deutlich ausgebaut.

Die bekannten Nachhaltigkeitsratings z.B. von imug, ISS oekom, Sustainalytics etc. dürften sich vor diesem Hintergrund erheblich wandeln: 1. Können sie kaum noch isoliert neben den Ratings zur Finanzstärke stehen 2. Müssen sie den Blickwinkel ändern, da sie bisher vorwiegend nach innen und in die Vergangenheit gerichtet waren. Zukünftig wird Nachhaltigkeit vorausschauend zu betrachten sein, wie es auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin mit ihrem Merkblatt „Nachhaltigkeitsrisiken“ von der gesamten Finanzwirtschaft fordert.

ESMA will Nachhaltigkeitsratings regulieren

Als weiterer Treiber für die Standardisierung von Nachhaltigkeitsratings sieht sich die europäische Finanzaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority).

Sieht einen starken Bedarf für die Vereinheitlichung der Veröffentlichung nicht-finanzieller Kritierien und damit auch die Notwendigkeit, Nachhaltigkeitsratings stärker zu regulieren, um ihren Aussagewert zu erhöhen. So der Vorsitzende Steven Maijoor in einer bemerkenswerten Rede am 12. Februar 2020 in Dublin:

„In that context, I also want to mention ESG ratings, as they are becoming increasingly
important but the level of public scrutiny and supervision of them, in my view, is far from
optimal. The lack of clarity on the methodologies underpinning those scoring mechanisms and their diversity does not contribute to enabling investors to effectively compare investments which are marketed as sustainable, thus contributing to the risk of greenwashing. Personally I believe that, where ESG ratings are used for investment purposes, ESG rating agencies should be regulated and supervised appropriately by public sector authorities.“

Quelle: Steven Maijoor: Sustainable financial markets: translating changing risks and investor preferences into regulatory action, Rede vor dem European Financial Forum am 12.2.2020 in Dublin

Nachhaltiges Fremdkapital mit starkem Wachstum

Im Jahr 2019 wurden vermehrt nachhaltige Fremdkapitalvarianten platziert. Bei insgesamt USD 245,9 Mrd. lag der Anstieg laute „Climate Bond Initiative“ (climatebonds.net) bei 49% gegenüber dem Volumen von USD 171,1 Mrd. im Vorjahr. Stark an Bedeutung gewinnen „grüne Kredite“, deren Anteil jedoch mit USD 6,8 Mrd. bzw. 2,6% im Vorjahr noch gering war.

Energieprojekte und Gebäude sind zu jeweils 30% die wesentlichen Verwendungszwecke, gefolgt von Transport (rd. 20%) und Wasser (10%). Im Markt ist auch zu beobachten, dass vermehrt Finanzierungskonditionen bei Betriebsmittelfinanzierungen an Nachhaltigkeitsfaktoren gekoppelt werden.

2020-01-20 green proceeds

Quelle: climatebonds.net

Für 2020 erwartet Climate Bonds Initiative ein Gesamtvolumen von USD 350 bis 400 Mrd. S&P geht davon aus, dass das Volumen USD 400 Mrd. übersteigen wird. Starker Wachstumstreiber bleiben laut Moody’s „Green Bonds“ für die ein Emissionsvolumen von USD 300 Mrd. nach USD 238 Mrd. im Vorjahr erwartet wird.

Europäisches Parlament fordert EZB zum Klimaschutz

Das Europäische Parlament verabschiedete mit großer Mehrheit eine Resolution, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Klimawandel in den Fokus ihrer Strategieprüfung stellen solle (Parliament urges ECB to put climate at heart of strategy review). Damit unterstützt das Parlament die Ansicht der EZB-Präsidentin Lagarde, die den Klimawandel als einen Risikotreiber für die Preisstabilität und den Finanzsektor im Allgemeinen sieht. Dies drückte sie sehr deutlich z.B. in einer Rede vom 5.2.2020 in Paris aus: Remarks on the occasion of receiving the Grand Prix de l’Économie 2019 from Les Echos

Nachhaltigkeit ist mehr als Umwelt

Nachhaltigkeit ist mehrdimensional und reicht weit über ökologische Nachhaltigkeit hinaus. Insofern ist die Forderung der hochrangigen EU-Expertengruppe zur privaten Altersvorsorge (High-level group of experts on pensions) in ihrem Schlussbericht absolut folgerichtig. Sie fordert den Blick über die ökologische Dimension hinaus auch auf andere Aspekte von Nachhaltigkeit, z.B. soziale Faktoren. Darüber hinaus würde sie eine breit angelegte Klassifizierung von nachhaltigen Anlagen (Taxonomie) begrüßen, um die Anlage von Mitteln für die Zukunft rechtssicher gestalten zu können. (FINAL REPORT OF THE HIGH-LEVEL GROUP OF EXPERTS ON PENSIONS, S. 70ff.)

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neuer Termin: 6.3.2020, 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und ein erster Zusatztermin am 17.3.2020  sind bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy bereits am 18.3.2020 mit einem dritten Präsenzworkshop den Start für einen weiteren Lehrgang an.

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In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

2019-04-12_FFF BN1

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundachtzig

2020-01-16 BaFin Schwerpunkte 2020

Titelbild/Bild: Deckblatt der BaFin-Publikation „Aufsichtsschwerpunkte 2020 vom 16.1.2020

Inhalt: BaFin: Nachhaltigkeit als Schwerpunktthema 2020; Auch die FED nimmt an Treffen des NGFS teil; Nachhaltigkeit: Deutsche Bank CEO „starke Nachfrage“; Indexanbieter zeichnen EU Benchmarks vor; Morningstar: Rekord bei Nachhaltigkeitsfonds; Microsoft: Neue Landmarke bei Klimastrategien; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

3. Februar 2020

Dr. Ralf Breuer

BaFin: Nachhaltigkeit als Schwerpunktthema 2020

Das „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin wurde am 20.12.2019 offiziell veröffentlicht. Am 16.1.2020 gab die BaFin nun ihre Schwerpunktthemen in diesem Jahr bekannt (BaFin: Aufgabenschwerpunkte 2020, S. 7):

1. Digitalisierung, IT und Cyberrisiken
2. Integrität des Finanzsystems und Bekämpfung von Finanzkriminalität
3. Nachhaltige Geschäftsmodelle (Anm.: Im Sinne von „stabil“ oder „tragfähig“)
4. Nachhaltige Finanzwirtschaft, Sustainable Finance

Bei der erstmaligen Veröffentlichung 2019 lauteten die Schwerpunktthemen „Digitalisierung“ und „Brexit“.

Im Erläuterungstext auf S. 15 avisiert die BaFin eine formelle Behandlung von Nachhaltigkeit bzw. Nachhaltigkeitsrisiken ab 2021:

„Im Jahr 2020 entwickelt die BaFin ein Konzept und eine Strategie, um das aufsichtliche Ambitionsniveau für das Management von Nachhaltigkeitsrisiken zu konkretisieren. Ab 2021 sollen Nachhaltigkeitsrisiken systematisch durch bestehende Aufsichtsinstrumente der BaFin erfasst und adressiert werden.“

Die formelle Behandlung ist vor allem von den europäischen Aufsichtsbehörden zu erwarten. Mit den „Schwerpunktthemen “ legt die BaFin weitere Argumente vor, das Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken trotz seines Empfehlungscharakters bereits 2020 als Arbeitsschwerpunkt in der Finanzwirtschaft aufzunehmen.

Auch die FED nimmt an Treffen des NGFS teil

In der Pressekonferenz zur Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed wurde Chef Powell nach der Beteiligung am internationalen „Network for Greening the Financial Sector (NGFS)“ gefragt. Er bestätigte die Teilnahme der u.s.-amerikanischen Notenbank an allen Treffen. Einen formellen Beitritt nannte er als eine Möglichkeit in der Zukunft. Bloomberg hatte fälschlicherweise diesen als unmittelbar bevorstehend gemeldet. (Vgl. Transcript der Pressekonferenz vom 29.1.2020, S.16)

Nachhaltigkeit: Deutsche Bank CEO „starke Nachfrage“

Der Journalist Michael Maisch (Handelsblatt) zitierte auf Twitter den CEO der Deutschen Bank, Christian Sewing aus der Pressekonferenz zu den Ergebnissen 2019. Dabei äußerte sich am Rande zur Marktsituation bei nachhaltigen Geldanlagen, die bei manchen Banken kaum gedeckt werden könnte:

Indexanbieter zeichnen EU Benchmarks vor

MSCI hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, Ende März 2020 ein Indexprodukt nach Art der EU Klimabenchmarks vorzulegen. Auch S&P Dow Jones Indices hat nun Produkte vorgestellt, die weitgehend den Vorschlägen der Technischen Experten der EU (TEG) entsprechen sollen. S&P ist in seinem Konzept deutlich stringenter als die TEG, z.B. werden Emissionen aus Scope 3 von vornherein voll berücksichtigt.

Die theoretische Untersuchung Conceptualizing a Paris-Aligned Climate Index for the Eurozone kommt zu dem Schluss, dass das „PAC Konzept“ mit lediglich 185 der 254 Indexunternehmen des „S&P Eurozone LargeMidCap“ sehr vergleichbare Charakteristika zum Basisindex hat. Für das vergangene Jahr wurde mit +22,4% gegnüber +21,6% sogar eine etwas bessere Wertentwicklung berechnet. Allerdings schließt das Konzept deutlich weniger Unternehmen als in anderen Untersuchungen aus, bei denen z.B. nur ein kleiner Teil der Dax-Unternehmen in die neuen Klimabenchmarks aufgenommen würde.

Am 30.1. wurde in London ein weiteres Produkt vorgestellt: Der „FTSE-TPI Climate Transition Index“. Er entstand in einer einer Zusammenarbeit der Church of England und der Börse London LSE. Er soll als passiver Index für die Anlage von GBP 600 Mio. Pensionsgelder der Kirche genutzt werden.

Morningstar: Rekord bei Nachhaltigkeitsfonds

Morningstar berichtet für 2019 von massiv (€ 120 Mrd. vs. € 48,8 Mrd.) gestiegenen Zuflüssen zu nachhaltigen Investmentfonds. Die Anzahl der Fonds sei im Jahresverlauf um weitere 360 auf 2.405 gestiegen, das verwaltete Vermögen um 58% auf € 668 Mrd. Unter den neuen Fonds im Vorjahr haben lt. Morningstar 50 einen Klimabezug, Aktienfonds hatten bei den neuen Produkten den größten Anteil.

2020-02-03 Morningstar Sustainableflows

Quelle Morningstar: Record-Shattering Year for Sustainable Investments, 4.2.2020

Rekordzuflüsse hatte Morningstar bereits auch für U.S. Produkte und andere Teilsegmente vermeldet. Dies dürfte 2019 bei nachhaltigen Produkten durchgängig so gewesen sein.

Weltrisikoreport: Klimawandel dominiert

2020-01-22 WEF Risiken dt.

Quelle: Weltwirtschaftsforum/World Economic Forum. Basis: ca. 800 Befragte

Das erschreckende Ergebnis des diesjährigen Berichts: Klimawandel wird als eine sehr große Bedrohung empfunden, allerdings mit einer besonders hohen Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.

Dies entspricht auch der Einschätzung einer Expertengruppe der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (Bank for International Settlements, BIS) Sie bezeichnet den Klimawandel als „Green Swan“. Damit ist die Kombination einer sehr hohen Eintrittswahrscheinlichkeit mit sehr schwer abschätzbaren Konsequenzen gemeint. Der „grüne Schwan“ wird damit in Kontrast zum „schwarzen Schwan“ an den Finanzmärkten gesetzt: Ein relativ unwahrscheinliches Ereignis mit großen Folgen.

BIS 20.1.2020: The green swan

Microsoft: Neue Landmarke bei Klimastrategien

Am 16.1.2020 veröffentlichte der Präsident von Microsoft, Brad Smith, einen Beitrag im Blog von Microsoft. Die darin beschriebene Klimastrategie des Unternehmens setzt neue Maßstäbe:

  • CO2 negativ ab 2030
  • bis 2050 alle direkt oder indirekt verursachten Emissionen seit der Gründung 1975 absobiert
  • USD 1 Mrd. für einen „Klimainnavotionsfonds“ aus dem eigenen Kapital. Dieser richtet sich nicht nur auf das Unternehmen, sondern auch die Nutzer und Zulieferer

Besonders bemerkenswert ist die ausdrückliche Adressierung der Zulieferer (Scope 3), deren Ausstoß an Treibhausgasen etwa 75% des Gesamtausstoßes von Microsoft entspricht. Dieser Wert ist in dieser Größenordnung bei vielen Unternehmen zu beobachten, die ausdrückliche Adressierung dieser Emissionen allerdings die Ausnahme.

Die volle Berücksichtigung der Scope 3 Werte ist ein ausdrückliches Ziel der EU, ist aber nicht einmal in den meisten aktuellen Klimamodellen für Unternehmen gegeben.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neuer Termin: 6.3.2020, 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Ein erster Lehrgang mit Beginn am 16.3.2020 und ein erster Zusatztermin am 17.3.2020  sind bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy bereits am 18.3.2020 mit einem dritten Präsenzworkshop den Start für einen weiteren Lehrgang an.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundachtzig

 

2019-12-20 BaFin Merkblatt final Nachhaltigkeitsrisiken Titel

Titelbild/Bild: Deckblatt des BaFin „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ vom 20.12.2019

Inhalt: BaFin Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken; Bank of England kündigt Stresstest auf Klimarisiken an; Handbuch neue EU-Benchmarks; Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug wachsen; ESG-ETFs mit neuem Rekord; Klimaschutz in Nachbarländern; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

7. Januar 2020

Dr. Ralf Breuer

BaFin Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken

Das „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin wurde am 20.12.2019 offiziell veröffentlicht. Es ist inhaltlich gegenüber der bis zum 3.11.2019 konsultierten Fassung kaum verändert. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Finanzaufsicht versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt wohl für die meisten Finanzunternehmen Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen und Berichtspflichten hinaus!

Im Kern erwartet die Finanzdienstleistungsaufsicht:

  • Eine strategische Sicht auf der Leitungsebene
  • Eine bereichsübergreifende Sicht auf die Risiken (und die Chancen)
  • Externe und interne Kommunikation über den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken
  • Die Bereitstellung angemessener personeller und finanzieller Ressourcen

Die BaFin stellt diese Erwartungen ausdrücklich unter den Proportionalitätsgrundsatz, was sachgerecht erscheint, die Anforderungen aber in keiner Weise aufweicht. Gerade bei kleineren Finanzinstituten mit geringer regionaler Reichweite ergeben sich sehr spezifische Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen aus dem jeweiligen Kontext.

Den Text der BaFin finden Sie hier: Merkblatt Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken 20.12.2019

Bank of England kündigt Stresstest auf Klimarisiken an

Nach der dänischen Zentralbank hat nun auch die Bank of England (BoE) einen Stresstest für unmittelbare und mittelbare Klimarisiken angekündigt. Hierzu wurde am 18.12.2019 eine Konsultation eingeleitet. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der größten Finanzinstitute sowie die Anfälligkeit des Finanzsystems insgesamt auf die Probe zu stellen. Die BoE wählte hierzu ein „granulares“ Vorgehen auf der Basis von Kontrahentenrisiken und mit einem auf 30 Jahre gerichteten deutlich längeren Zeithorizont als üblich.

Das (veröffentlichte) Ergebnis wird ein Gesamtbefund des Finanzsystems für die Anfälligkeit auf Klimarisiken sein. Einzelergebnisse sollen nicht veröffentlicht werden.

Das Konsultationspapier und weitere Dokumente finden Sie hier (EN).

In einem ersten Interview mit der Börsenzeitung stellt auch die frühere Wirtschaftsweise und neue EZB-Direktorin Isabel Schnabel fest: „Viele sind der Ansicht, dass die Klimarisiken bei der Bewertung von Kreditrisiken noch nicht angemessen berücksichtigt sind. Das betrifft dann die Regulierung und Bankenaufsicht, aber genauso den Sicherheitsrahmen der EZB.” Das Thema beschäftigt nahezu alle Zentralbanken und Aufsichtsbehörden. Die EZB hat hierzu auch einen eigenen Bereich auf ihrer Internetseite: Climate change and the ECB

Handbuch neue EU-Benchmarks

Gewissermaßen als „Ferienlektüre“ veröffentlichte die technische Expertengruppe (TEG) „Sustainable Finance“ noch ein Handbuch zu den im Aktionsplan vorgesehenen Benchmarks zu Nachhaltigkeit („HANDBOOK OF CLIMATE TRANSITION BENCHMARKS, PARIS-ALIGNED BENCHMARK AND BENCHMARKS’ ESG DISCLOSURES“). Zunächst erscheint dies mit 171 Seiten als (ge-)wichtiges Zusatzdokument, ist allerdings eher 24 Seiten häufig an die TEG gestellte Fragen mit einem ausführlichen Anhang zu Sektorklassifikationen.

Im Kern ändert das Dokument nichts: Die EU-Kommission wird einen Mindeststandard für zu veröffentlichende Nachhaltigkeitskriterien setzen, unternehmerische „Dekarbonisierungstrategien“ werden zu einem neuen Maßstab für weite Teile der Finanzmärkte (vgl. Nummer Zweiundachtzig vom 10.12.2019).

Das Originaldokument finden Sie hier.

Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug wachsen

Laut Bloomberg hat sich das Volumen von neuen (Groß-)Krediten mit Nachhaltigkeitsbezug (Sustainability-linked loans) im vergangenen Jahr von USD 60,5 Mrd. 2018 auf USD 78 Mrd. im Jahresverlauf 2019 erhöht. Am 13.12.2019 berichtete Bloomberg über eine revolvierende Kreditlinie von USD 10 Mrd. für Royal Dutch Shell . Mit einem Konsortium von 25 Kreditgebern wurde eine Verzinsung in Abhängigkeit von Nachhaltigkeitskriterien vereinbart (Bloomberg 13.12.2019 (EN)).

ESG-ETFs mit neuem Rekord

Wie nahezu alle nachhaltigen Finanzinstrumente verzeichneten gemäß Bloomberg auch „nachhaltige“ ESG-ETFs 2019 mit USD 8 Mrd. einen neuen Volumenrekord. Immer mehr Vermögensverwaltungen wählen ETFs mit Nachhaltigkeitsstandards als Kerninvestment.

Klimaschutz in Nachbarländern

Am 20.12.2019 verurteilte das oberste niederländische Gericht (Hoge Raad der Nederlanden) den Staat in dritter und letzter Instanz zu einer Verschärfung des Klimaschutzes. Bereits 2015 entschied ein Gericht in Den Haag, dass der Ausstoß von Treibhausgasen bis Ende 2020 um 25% gegenüber dem Wert von 1990 gesenkt werden müsse. Die Regierung verfolgt dagegen ein Ziel von 20%, das wahrscheinlich knapp erreicht werden kann: Pressemitteilung zum Urteil vom 20.12.2019 (EN).

Gleich zum Beginn des Jahres beschloss das dänische Parlament (Folkinget) mit großer Mehrheit ein ehrgeiziges Klimaziel: Der Ausstoß von Treibhausgasen soll bis 2030 um 70% gegenüber dem Wert von 1990 sinken (Bericht Frankfurter Rundschau 6.1.2019: fr.de).

Am 4.1.2020 hat der „Bundeskongress“ der Grünen in Österreich den Eintritt in eine Regierungskoalition mit der ÖVP gebilligt. Ein Kernelement des Koalitonsvertrags ist ein ehrgeiziger Plan für den Klimaschutz. Danach soll das Land zehn Jahre früher als die Europäische Union bereits im Jahr 2040 klimaneutral werden. Die Stromversorgung soll dann zu 100% mit erneuerbarer Energie erfolgen. Derzeit wird u.a. auch Atomstrom aus der benachbarten Slowakei bezogen. Die Details für die Umsetzung der Vorhaben müssen allerdings noch ausgearbeitet werden (Bericht: zeit.de 2.1.2020).

In Deutschland bleibt es bei der einhelligen Unzufriedenheit mit dem „Klimaschutzpaket“ der Bundesregierung. In sozialen Medien wird u.a. deshalb der Bundeswirtschaftminister an frühere Aussagen erinnert:

 

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neuer Termin: 6.3.2020, 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Ein erster Lehrgang mit Beginn am 16.3.2020 ist bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy bereits am 17.3.2020 einen zweiten Präsenzworkshop als Start für einen weiteren Lehrgang an.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundachtzig bis Eins

 

 

 

Modern Banking – BankingForFuture?

PBA Transactions Banner

Titelbild/Bild: Banner für die Konferenz „Transactions 19“ – mehr Informationen gegen Ende des Beitrags (gesponserter Inhalt)

9. Oktober 2019, ergänzt (Tomorrow) 14.10.2019

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Dieser Beitrag ist zweigeteilt: Im ersten Teil werden Formate für Finanzdienstleistungen betrachtet, die sich an jüngere Menschen richten (können). Der zweite Teil bewirbt hoffentlich unverkennbar eine Veranstaltung, die „Transactions 19“. Wo ist der Zusammenhang? Der heißt Payment & Banking! Einerseits wurde die Auseinandersetzung mit dem Thema junge Kunden wesentlich durch Beiträge in dem Blog der Kollegen inspiriert. Andererseits organisiert das Team auch Fachveranstaltungen im Bereich Banken/Digitalisierung/Zahlungsdienste in sehr dialogfreundlichen Formaten. Die Transactions 19 am 19.11.2019 in Frankfurt wird mit 500 Teilnehmern aber auch die letzte von drei Veranstaltungen sein. Mehr dazu weiter unten.

Modern Banking lalala…

Bei „Modern Banking“ klingt etwas in Ihrem Kopf? „Du bist mein Herz und Seele“ bzw. „You’re my heart, you’re my soul“ aus dem gleichnamigen Hit des Duos D. Bohlen/T. Anders „Modern Talking“ von 1985? Ja, genau. Es ist eher eine „Ansprache“: Während Bankslogans in der Regel eher „egozentriert“ mit Selbstbezug formuliert wirken, wählen viele neue Anbieter eine direkte und emotionale Ansprache: „Die Bank, die Du lieben wirst“ (N26) oder auch „Eine revolutionäre mobile Bank, gebaut aus einem sauberen Schiefer, die sich deinen Wünschen und Bedürfnissen widmet. Erlebe, was bunq noch heute für dich tun kann.

Legt die Frage nahe: Womit können jüngere Menschen der heutigen Zeit, also die „Generation Z“ bzw. weiter gefasst „FridaysForFuture“ erfolgreich für Finanzdienstleistungen angesprochen werden?

Banking für die Generation FridaysForFuture (oder Z)

Kaum eigenständige Angebote für jüngere Menschen

Die Menschen in Deutschland kennen bei den großen Finanzgruppen Kinderprogramme wie Knax, Primax & Co. als Angebote vornehmlich für Kinder. Bei genauerer Betrachtung finden sich sogar vielfältige Formate für die Ansprache unterschiedlicher Altersgruppen junger Menschen. Allerdings: Es sind in aller Regel kleinteilige „Extras“, vielfach in Printform, selten aber wirklich auf eine Altersgruppe exklusiv zugeschnittene Dienstleistungsangebote. In mancher Form oft so „genial daneben“, dass sie nach kurzer Zeit wieder zurückgezogen werden.

Der Podcast bei „Payment & Banking“ thematisierte im September 2019 in einem Interview mit Altersgenossen „Bankgeschäft für Kinder und Jugendliche“. Im Begleittext heisst es dazu: „Gefühlt ist die Zielgruppe der 10 – 17 jährigen immer noch unterversorgt – die FinTechs „ignorieren“ sie – die „Incumbents“ behandeln sie wie gehabt – oder? Das sollte doch ganz anders sein, denn unsere Kids sind doch die Kunden von morgen. Hier ist auf jeden Fall viel mehr Weitblick und zukunftsgerichtete Denke und Prozesse auf kindgerechte Weise gewünscht.“ Payment & Banking Podcast #224: Kinder und Finanzen.

Kein Bewusstsein für Sparen?

Am 8.10.2019 erschien im Blog der Kollegen noch ein Artikel Christina Cassala: Sparen ist bei jungen Menschen ein großes Thema. Dieser Beitrag kontrastiert angenehm einen am gleichen Tag im Blog der Consorsbank erschienenen Artikel Fünf Dinge, die wir unseren Kindern über Geld beibringen sollten mit dem Intro: „Kleine und viele größere Kinder sowie einige Erwachsene neigen in finanziellen Dingen zu magischem Denken: Sie erfüllen sich dringende Konsumwünsche auf Pump und hoffen, dass von irgendwoher dann schon das Geld kommen wird, um den Kredit zurückzuführen.“

Dagegen stellt die comdirect bank AG aufgrund Ihrer Jugendstudie vom Januar 2019 fest: „Durchschnittlich 121 Euro haben junge Menschen nach eigenen Angaben monatlich zum Sparen zur Verfügung. Das entspricht in etwa einem Drittel ihrer verfügbaren Einnahmen, sei es durch Taschengeld, Nebenjob oder Festanstellung„. Bezugsgröße sind € 362, die laut einer Befragung von 1.600 Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren zur Verfügung stehen. (comdirect Pressemitteilung vom 25.6.2019).

Entsprechend die aus der comdirect Jugendstudie 2019 gezogenen Schlüsse bei Payment & Banking: „Doch weit weniger als vielleicht gedacht, verballert diese Altersgruppe nicht einfach sinnfrei ihre Ersparnisse, sondern versucht – wenn auch auf geringem Niveau – für schlechte Zeiten Geld zurücklegen. Was sie auch eint: 40 Prozent der Befragten geben der schulischen Finanzbildung die Note 5 oder 6.“

Finanzielle Bildung ist aus Sicht junger Menschen ein wichtiges Thema

Wie in der Studie der comdirect AG wird von jungen Menschen selbst ein Mangel an „Finanzbildung“ festgestellt bzw. beklagt. „Jeder zweite Deutsche gesteht, von Finanzen nichts zu verstehen. Damit liegt Deutschland bei einer europaweit durchgeführten, repräsentativen Studie von der ING-DiBa unter Konsumenten in zwölf europäischen Ländern auf dem vorletzten Platz. Vor allem jüngere Befragte zwischen 18 und 34 Jahren sehen sich hierzulande als finanzielle Analphabeten.“ stellte eine Studie von ING-Diba 2017 fest: ING-DiBa-Studie: Hälfte der Deutschen sind finanzielle Analphabeten – Deutschland im europäischen Vergleich nur Vorletzter.

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Die in der Studie festgestellten Werte erschienen auch für jüngere Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren zutreffend, wobei sich das Bild im Vergleich zum Jahre 2013 etwas verbessert hatte:

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Quelle: ING-DiBa-Studie: Hälfte der Deutschen sind finanzielle Analphabeten – Deutschland im europäischen Vergleich nur Vorletzter

Und tatsächlich zeigt ein Blick in das benachbarte Ausland, dass Jugendliche (und ihr Taschengeld) von einigen neuen Anbietern im FinTech-Sektor als ein bisher nicht erschlossenes Potenzial angesehen werden. So auch der Hinweis im Text bei Payment & Banking: Mehrere hundert Euro Taschengeld und Geldgeschenke erhält jedes der über 7 Millionen Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren durchschnittlich. 

Ein Blick in die „Taschengeldtabelle“ als Richtschnur der Jugendämter zeigt, welche Beträge hier mindestens in Rede stehen Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Jahren etwa rund € 160 Mio. an Taschengeld monatlich zur Verfügung. Mit Geldgeschenken und Selbstverdientem wird also schon ein sehr ansehnlicher Betrag bewegt.

Junge Kunden gewinnen einfacher als halten?

Gemäß Schätzungen für den französischen Markt (Culturebanque) haben rund 58% der jungen Kunden ihr erstes Konto beim Finanzdienstleister des Vertrauens ihrer Eltern, allerdings wechseln auch rund 50% ihre Bankverbindung vor dem dreißigsten Lebensjahr.

Bekanntermaßen ist die junge Generation derzeit stark vom Streben nach Klimaschutz geprägt. Aber auch andere Nachhaltigkeitsziele werden gerne angenommen.

Vielleicht Grund genug, die „Generation FridaysForFuture“ nicht nur gesellschaftlich, sondern auch als Kunden der Finanzdienstleistungsbranche ernster zu nehmen…

„Junge Angebote“ mit viel Nachhaltigkeit

Neuere Dienstleistungsangeboten werden sehr häufig auf spezifische „jüngere“ Bedürfnisse wie Teilen, Sammeln, Sparen sowie die Vermittlung ausgerichtet und haben auch die Vermittlung von Finanzbildung zum Ziel. Und dabei findet sich erstaunlich oft auch ein unmittelbarer Bezug auf Nachhaltigkeit, z.T. weit über das aktuelle Thema Klima-/Umweltschutz hinaus:

Ein Beispel ist die Verbindung von Zahlungsdiensten und „guten Taten“. Z.B. beim us-amerikanischen Anbieter „Aspiration“, der den Kauf bei „Unternehmen mit einer sozialen Mission“ mit Rabatten begünstigt…

2019-09-18 Aspiration Card

… oder auch Tomorrow aus Deutschland, wo Interbankgebühren für den Schutz von südamerikanischen Regenwaldgebieten fließen und Überschussliquidität ausschließlich in nachhaltige(re) Anlagen investiert wird.

2018-11-28 Tomorrow11

Tomorrow (Dein Geld. Dein Impact.) hat zwar eine ansprechende PR-Strategie entwickelt, verzichtet aber weitgehend auf teure, mengenorientierte Marketingmaßnahmen oder sogar Werbeprämien. Statt derer werden zusätzliche Regenwaldgebiete geschützt und eventuell gibt es noch ein T-Shirt oder einen Sweater extra. Trotzdem wurden seit dem Start im November 2018 Stand 9.10.2019 mehr als 13.500 Kunden gewonnen, die rund € 11,7 Mio. an Sichteinlagen halten. Täglich kommen etwa weitere 100 Nutzer hinzu, wie tagesaktuell auf der App abgelesen werden kann. Wer es probieren möchte: Gerne mit dem Code i7Nhv27n.

Interessanterweise konnte sich Tomorrow in der Publikumsabstimmung zum „FinTech des Jahres“ bei „Payment & Banking“ bereits gegen deutlich kundenstärkere und länger Etablierte Nominierte durchsetzen (Bericht: Der Publikums-Preis ging in diesem Jahr an Tomorrow und wurde somit Liebling der Leser und das „FinTech der Herzen“.) Und beim „Bankengipfel“ erhielten die Gründer den Handelsblatt Diamond Star Award – Digital Banking. (Sehr interessant: Mitgründer Michael Schweikart im Podcast # 227 bei Payment & Banking).

Der ursprünglich niederländische Anbieter Bunq („Bank of the Free„) versucht sehr stark junge Menschen gezielt anzusprechen: Ansprache mit persönlichen Werten (Freiheit, Selbstbestimmung) jugendtypischen Funktionen, nachhaltiger Mittelanlage und auch eine ansprechend gestaltete Zahlungskarte:

2019-10-07 Bunq Travel Card

Quelle: Bunq

Allgemein fällt auf, dass die Kundenansprache bei Bunq sehr stark von Versprechen an die (Entscheidungs-)Freiheit der Kunden geprägt ist wie in der folgenden Teilüberschrift: „Du hast immer das Sagen, 100% der Zeit“ – seit 1.10.2019 ist bunq in 31 europäischen Ländern aktiv.

Im Ausland entstehen gerade eine Reihe von jugendspezifischen Angeboten, die nicht nur funktional, sondern auch emotional direkt auf jüngere Generationen zielen. Vielleicht ist auch dies ein starker Trend, den die deutsche Finanzbranche nach „SustainableFinance“ erst mit großer Verspätung erkennt?

Dies könnte bei einigen Teilen der Veranstaltung am 19.11.2019 durchaus thematisiert werden, wenn es gleich zu Beginn mit Prof. Dr. Gunter Dueck um das Thema „Digitalisierung, Industrie 4.0, Arbeit 4.0 und Auswirkungen auf die Bank & Payment-Branche“ geht:

Gesponserter Inhalt

Transactions 19

Am 19. November 2019 findet in Frankfurt die „Transactions 19“ statt. Nach der Payment Exchange im Januar und der Banking Exchange im September ist dies bereits die dritte Veranstaltung des Teams von „Payment & Banking„.  Im Gegensatz zu vielen anderen Branchenveranstaltungen verspricht die Transactions 19 einen fachlichen Dialog auf Augenhöhe.

Bemerkungswert der Vergleich der letzten Veranstaltung am 19./20.9.2019: Obwohl die Banking Exchange gegenüber dem „Handelsblatt Bankengipfel“ am 4./5.9.2019 mit 170 gegenüber 500 deutlich weniger Teilnehmer hatte, war die Aufmerksamkeit in den sozialen Medien weitaus größer wie die „Nachlese“ der Veranstalter feststellt: Banking Exchange 2019 – Sonne, Star Wars und Banking. Und: Im Gegensatz zum „Bankengipfel“ nicht die Spitzen“funktionäre“, die vom hellen Podium in den abgedunkelten Saal sprechen bzw. diskutieren, sondern ein substantieller Austausch auf Augenhöhe ist das Ziel.

Die Veranstalter haben ihren erneut hohen Anspruch an die Transactions 19 folgendermaßen formuliert:

„Am 19. November 2019 starten wir mit der Transactions 19 ein völlig neues Konferenzformat. Wir präsentieren nationale und internationale Größen der Payment & Banking-Branche, aber auch die Hidden Champions der Szene. Das neue Format findet im alten Stahlbau, einer der beeindruckendsten Locations in Offenbach / Frankfurt statt.

Auf der Transactions 19 werden für einen Tag die zukunftsweisenden Trends der Payment- und Banking Branche diskutiert aber auch Einblicke in die aktuellen Entwicklungen und Konzepte der Branche gegeben. Im Fokus stehen nicht nur die Menschen auf der Bühne, sondern vor allem auch den Gästen wird Raum gegeben um sich untereinander und mit Experten und Impulsgebern der Branche auszutauschen

Wir bieten Raum für über 500 Gäste aus der gesamten Branche, aber auch darüber hinaus. Die Transactions 19 ist das Event, welche alle miteinander verbindet, egal welcher Titel auf der Visitenkarte steht. Mehr noch: die Transactions 19 bietet nicht nur traditionellen Marktteilnehmern oder Start-ups neue Einblicke in technologische Trends oder die heißen Innovationsthemen der Branche, sondern adressiert auch ganz bewusst branchenfremde Teilnehmer, die sich zum ersten Mal mit der Payment & Banking-Branche beschäftigen.

Ein weiteres Highlight der Transactions 19 ist die Vergabe des Fintech des Jahres 2019Awards. Zum sechsten mal werden wir unseren beliebten Branchenpreis “Fintech des Jahres” vergeben. Beim “Fintech des Jahres” handelt es sich um den ersten deutsche FinTech Preis, welcher ausschließlich verliehen wird und nicht über Sponsoring oder Teilnahmegebühren gekauft werden kann. Seit dem Jahr 2014 wird der Award an die interessanten und relevanten deutschen FinTech /Start-Ups von einer unabhängigen Jury vergeben.

Elementarer Bestandteil der Transactions 19 wird wie bei allen unseren Events der Austausch sein. Gäste und Teilnehmern bekommen ausgiebig Gelegenheit zur Vernetzung, während sie gleichzeitig einige der interessantesten Speaker live erleben können.“

Sprecher bzw. Diskussionsteilnehmer sind u.a. Dr. Danyal Bayaz – Bündnis 90 / Die Grüne, Marco Börries – enfore, Christoph Bornschein, TLGG, Sascha Dewald – DKB, Prof. Dr. Gunter Dueck, Christian von Hammel Bonten – Paydirekt, Dr. Michael Luhnen – PayPal, Stephan Schubert – STS Ventures, Sibylle Strack- Kontist, Sascha Lobo.

TRX19 Das ausführliche Programm

Tickets für die Transactions 19 finden Sie auf Eventbrite (gesponserter Link).

 

In eigener Sache: comdirect finanzblog award 2019

Publikumsabstimmung bis zum 11.10.2019 möglich!

Neben 71 weiteren deutschsprachigen Blogs steht Investabel® auf der Liste zur Abstimmung des Publikums beim diesjährigen „comdirect finanzblog award“. Trotz der mittlerweile unübersehbaren Trends zu Nachhaltigkeit bzw. mehr Klimaschutz hat nur ein sehr kleiner Teil der Portale diese Themen aufgegriffen. Natürlich treten einige der genannten Blogs mit einer großen Fangemeinde (z.B. finanz-szene.de) und/oder viel Autorenpower (z.B. www.paymentandbanking.de), aber da zählt zunächst einmal der „olymische Gedanke“ und die Perspektive fruchtbarer Kontakte und Gespräche beim comdirect Finanzbarcamp 2019, in dessen Anschluss die Awards vergeben werden.

In jedem Falle bietet die Nominierungsliste einen interessanten Überblick der aktuellen deutschsprachigen Finanzbloggerszene. Zu der Übersicht der benannten Blogs und der Abstimmungsmöglichkeit bis zum 11.10.2019 um 22:00h geht es hier.

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunundsiebzig

 

2019-09-24 BaFin Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken Titel

Titelbild/Bild: Titel Konsultationsfassung „Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin

Inhalt:  Klimaschutzpaket – Annahme verweigert; BaFin Merkblatt Nachhaltigkeit;  EU Aktionsplan – Taxonomie verzögert + verwässert?; Die Rendite von Nachhaltigkeit Bloomberg Good Business; Reuse/repair/recycle – RETHINK; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, Fintech Week Hamburg, comdirect Finanzbarcamp mit finanzblog award, VÖB BarCamp; In eigener Sache: comdirect finanzblog award 2019; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

1. Oktober 2019

Dr. Ralf Breuer

Klimaschutzpaket – Annahme verweigert

Am 20.9.2019 veröffentlichte die Bundesregierung das sogenannte „Klimaschutzpaket“. Am gleichen Tag erschien die nachstehende Grafik im ARD Morgenmagazin nach der eine Mehrheit der Befragten dem Klimaschutz Vorrang vor Wirtschaftswachstum einräumen würde.

2019-09-20 ARD Deutschlandtrend Klimaschutz

Quelle: Twitter/Infratest dimap für ARD-Morgenmagazin 20.9.2019

Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen fanden überwiegend keine wohlwollende Aufnahme. Vielmehr wurden sie überwiegend als „zu gering/zu langsam“ kritisiert. In den sozialen Medien wurden die Kommentare vielfach mit dem Stichwort „NotMyKlimaPaket“ gekennzeichnet. Symptomatisch und sehr bezeichnend war die Aussage von Prof. Edenhofer, der die Bundesregierung im Vorfeld der Beschlüsse beriet:

„Es mag sein, dass sich die Politik in der Kunst des Möglichen geübt hat. Aber sie hat es nicht verstanden, das Notwendige möglich zu machen“, sagt Ottmar Edenhofer

Entsprechend häufig werden die Maßnahmen in der Bevölkerung als nicht weitreichend genug angesehen, wie die nachfolgende Umfrage wiedergibt:

2019-09-30

Quelle: https://www.zdf.de/politik/politbarometer

BaFin Merkblatt Nachhaltigkeit

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) leitete am 24.9. bis zum 3.11.19 24h Konsultationen zu ihrem Merkblatt „Nachhaltigkeitsrisiken“ ein. Es wird keine eigene Risikokategorie gebildet, sondern umfassend auf die Auswirkungen von Klimawandel und anderen Nachhaltigkeitsfaktoren (ESG) auf die bestehenden Risikoarten abgezielt.

Aufgrund der Anlage des Merkblattes erscheint eine grundlegende Überarbeitung im Anschluss an den Konsultationsprozess eher unwahrscheinlich. Die BaFin orientiert sich an grundlegenden Fakten, die wenig aufgeweicht oder angezweifelt werden können.

Das „Merkblatt“ mit seinen 33 Seiten kann kaum zusammengefasst, sondern eher zur Gesamtlektüre empfohlen werden.

Zentrale Aussagen:

„Die BaFin erachtet eine strategische Befassung mit Nachhaltigkeitsrisiken und eine entsprechende Umsetzung in den von ihr beaufsichtigten Unternehmen für erforderlich. Dabei ist die Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung für die Geschäfts- und Risikostrategie und deren Kommunikation und Umsetzung im Unternehmen sowie eine den Risiken angemessene Geschäftsorganisation mit Verantwortlichkeiten, Prozessen, Ressourcen und Funktionen herauszustellen.“

(S. 6)

„Die BaFin nimmt die aus dem Klimawandel resultierenden Risiken ernst, die daraus resultierenden Schäden könnten sich bei Fortschreibung der gegenwärtigen Entwicklung nach jüngeren Modellrechnungen auf weltweit bis zu US$ 550 Billionen summieren. Darum hält die BaFin insbesondere die von ihr beaufsichtigten Unternehmen dazu an, diese Risiken noch stärker in den Fokus zu nehmen. Nachhaltigkeit darf sich aber nicht in Klimafragen erschöpfen; auch andere ökologische und soziale Trends können gravierende Finanzrisiken für beaufsichtigte Unternehmen darstellen.“ (S. 9)

Vorbildfunktion der Geschäftsleitungen: „Die Geschäftsleitung sollte mit gutem Beispiel vorangehen und so möglichen Reputationsrisiken frühzeitig vorbeugen. Mögliche Leitfragen: Sind die vorhandenen Vergütungssysteme einem angemessenen Management der Nachhaltigkeitsrisiken zuträglich und stehen im Falle einer konkreten Nachhaltigkeitsstrategie mit dieser in Einklang? Wie kann der langfristige Erfolg des Unternehmens einschließlich der Akzeptanz bei Kunden und Mitarbeitern im Hinblick auf den gewissenhaften Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken und den etwaigen negativen Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit auf Nachhaltigkeitsfaktoren sichergestellt werden?“ (S. 18)

Das Merkblatt wiederholt damit die starken Aufforderungen des Direktoriums in den BaFin Perspektiven Ende April 2019 sowie bei der Tagung am 9.5.2019 in Berlin und formuliert Nachhaltigkeit als Richtschnur für die geschäftspolitische Ausrichtung des Finanzsektors.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Handhabung von Nachhaltigkeit(-sprozessen) in weiten Teilen der Finanzwirtschaft ist das Merkblatt eher als ein großes Pflichtenheft zur Überprüfung der eigenen Organisation und Prozesse zu verstehen. Hinzu kommt die deutliche Aufforderung, unternehmerisch auch geschäftspolitischen Chancen der Nachhaltigkeit zu prüfen.

Den Link zur Seite der BaFin und dem Original-Merkblatt finden Sie hier

Insbesondere Klimarisiken werden von den globalen Finanzaufsehern als starke Bedrohung der Finanzmarktstabilität angesehen. Neben der Deutschen Bundesbank werden auch die britische und die chinesische Zentralbank als starke Treiber weltweiter Initiativen angesehen (vgl. z.B. Jill Ward auf Bloomberg am 24.9.2019: Scared Central Banks Face Up to Threats From Climate Change).

EU Aktionsplan: Die „Taxonomie“ im Europäischen Rat

…verzögert!

Der EU Aktionsplan „Financing Sustainable Growth“ wurde im März 2018 mit einer geradezu atemberaubenden Geschwindigkeit vorangetrieben. Im Juni 2019 legte eine „Technische Expertengruppe“ (TEG) auf 414 Seiten einen Vorschlag für die Klassifizierung nachhaltiger Finanzinstrumente vor. Allerdings konzentrierte sich der Vorschlag (zunächst) ausschließlich auf ökologische Aspekte.

Nunmehr hat der „Europäische Rat“ als Gremium der Staats- und Regierungschefs eine Verschiebung der Anwendung der Taxonomie von Mitte 2020 auf Ende 2022 angeregt. Begründung hierfür ist die Notwendigkeit der Entwicklung von Methoden zur praktischen Messung bei den einzelnen Instrumenten.

Eine Verzögerung wird in Expertenkreisen sehr kontrovers diskutiert: Einerseits wird die Dringlichkeit der Bekämpfung des Klimawandels betont. Andererseits wird die Notwendigkeit einer technischen Umsetzung z.B. durch die Gewinnung und Aufbereitung von relevanten Daten als Motivation begrüßt.

…verwässert?

Die Ratsbeschlüsse legen nahe, das unter Umständen auch die nukleare und die fossile Energieerzeugung als grün(er) in die Taxonomie eingehen könnten. Beides hatten die Europäische Kommission und das Europäische Parlament kategorisch ausgeschlossen.

Originalquellen: Pressemitteilung Europäischer Rat 25.9.2019 (EN)

Die Rendite von Nachhaltigkeit

Einen sehr aufwühlenden Bericht legte die „Global Commission on Adaption“ https://gca.org/global-commission-on-adaptation/about-us vor, die am 18.10.2018 gebildet wurde. Dieses in Deutschland relativ wenig bekannte Gremium wird vom früheren UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sowie Bill Gates und der World Bank CEO Kristalina Georgieva geführt. In der am 13.9.2019 erschienen Studie ADAPT NOW: A GLOBAL CALL FOR LEADERSHIP ON CLIMATE RESILIENCE.

Eine Kernaussage der Studie besteht darin, dass sie Investitionen von USD 1,8 Bio. im Zeitraum 2020 bis 2030 in die Bereiche Frühwarnsysteme, klimaresistente Infrastruktur, Verbesserungen der Getreideproduktion, Schutz von Mangrovenwäldern und eine Stabilisierung von Wasserreserven empfiehlt. Für diese Investitionen wird wiederum mit USD 7,1 Bio. Nutzen eine beträchtliche Rendite prognostieziert. Zusätzlich wird davon ausgegangen, dass ohne Maßnahmen jährliche Belastungen im dreistelligen USD-Mrd. Bereich entstehen können.

UN Prinzipien für verantwortungsvolles Bankgeschäft

2019-09-23 Signatories Principles of Responsible Banking

Quelle: https://www.unepfi.org/banking/bankingprinciples/signatories/

Im Rahmen der UN-Vollversammlung am 22. und 23.9.2019 haben 130 Banken aus 49 Staaten die „Principles of Responsible Banking“ unterzeichnet. Die sechs Prinzipien bilden eine Art „Ehrenkodex“ für den Umgang mit Anteilseignern, Mitarbeitern und der Gesellschaft. Ein Beitritt ist nur mit Unterschrift des Vorstandssprechers/-vorsitzenden bzw. CEO möglich, der die Führung und damit das Gesamtunternehmen auf die Prinzipien verpflichtet. Einzelheiten (EN): UNEP Finance Initiative.

Unter den 130 Unterzeichnern sind allerdings nur drei der 10 größten Banken weltweit. Aus Deutschland haben sich Commerzbank und Deutsche Bank auf die Prinzipien verpflichtet, leider fehlen die beiden großen Finanzverbünde.

 

Reuse/repair/recycle – RETHINK!

Manchmal währt die Faszination nicht lange. Sicherlich eine nette Verwendung benutzter Nespresso-Kapseln, wenn aus ihnen ein Fahrradrahmen gebaut wird:

2019-09-30 Nespresso Velosophy

Quelle: https://velosophy.cc/product/recycle/

Immerhin verwandelt sich damit Müll zusammen mit weiteren in ein € 1.250 teures Fahrrad. Allerdings was mache ich, wenn ich keine Kapseln nutze und lieber meinen verpackungslosen Kaffeesatz zu Kompost oder anderen naturnahen Dingen sehe?

Dann käme vielleicht noch eine Kreditkarte aus nachwachsenden Rohstoffen in Frage? Oder vielleicht dann doch lieber aus Plastikabfällen aus dem Ozean- leider nur für die Karte und noch nicht auch für die Chips verwendet:

2019-09-30 Coral-Card_4-min

https://www.cpicardgroup.com/ocean-plastic/

Eine Alternative wäre eventuell auch eine virtuelle Karte auf dem Smartphone (a la AppleCard), wenn das Gerät „eh da“ ist – ginge dann ganz ohne physische Produktion und vor allem auch ohne „seltene Erden“ für den Chip…

Jedenfalls sind diese Zeilen mit dem Gedanken verbunden, vor den Bekannten Dreiklang von „reuse/repair/recyle“ noch ein „RETHINK“ zu setzen, ob sich Dinge nicht auch vollkommen „dematerialisieren“ lassen

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neue Termin: 13.12.2019 und 6.3.2020 jeweils 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Fintech Week, 4.-9.11.2019 in Hamburg

Das Besondere an der Fintech Week: Die Woche wird nicht von einem Veranstalter ausgerichtet, sondern von mehr als zwei Dutzend Veranstaltern, darunter Banken, Startups, Kanzleien und Beratungen, die alle ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Branche mitbringen und vermitteln. Über den Tellerrand schauen, ist quasi Teil der DNA. Programm

Die Woche schließt mit dem comdirect Finanzbarcamp. U.a. treffen sich hier viele sonst eher virtuell vernetzte Menschen im Umfeld von Geldanlage und Digitalisierung. Insbesondere ist auch ein großer Teil der deutschen Finanzblogs vertreten, an deren Kreis zum Ende der Veranstaltung der comdirect Finanzblogaward 2019 vergeben wird. Auch Investabel® steht hier neben 71 anderen deutschsprachigen Blogs zur (Publikums-)Wahl: 72 Deutschsprachige Finanzblogs nominiert.

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

comdirect finanzblog award 2019

Neben 71 weiteren deutschsprachigen Blogs steht Investabel® auf der Liste zur Abstimmung des Publikums beim diesjährigen „comdirect finanzblog award“. Trotz der mittlerweile unübersehbaren Trends zu Nachhaltigkeit bzw. mehr Klimaschutz hat nur ein sehr kleiner Teil der Portale diese Themen aufgegriffen. Natürlich treten einige der genannten Blogs mit einer großen Fangemeinde (z.B. finanz-szene.de) und/oder viel Autorenpower (z.B. www.paymentandbanking.de), aber da zählt zunächst einmal der „olymische Gedanke“ und die Perspektive fruchtbarer Kontakte und Gespräche beim comdirect Finanzbarcamp 2019, in dessen Anschluss die Awards vergeben werden.

In jedem Falle bietet die Nominierungsliste einen interessanten Überblick der aktuellen deutschsprachigen Finanzbloggerszene. Zu der Übersicht der benannten Blogs und der Abstimmungsmöglichkeit geht es hier.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

2019-04-12_FFF BN1

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Neunundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundsiebzig

2019-07-30 SDG Segel Malizia II

Titelbild/Bild: Malizia II via Twitter

Inhalt:  Vorneweg: Eine Seefahrt… EU-Aktionsplan – Zu eng, zu strikt? SNCF Reseau – für 100 Jahre „grün“ verschuldet; Neuer Standard für „grüne Pfandbriefe“; Business Roundtable: Unternehmensziel neu formuliert; Ein Vorschlag für die Berichterstattung zu den SDGs; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, Fintech Week Hamburg, comdirect Finanzbarcamp mit finanzblog award, VÖB BarCamp In eigener Sache: comdirect finanzblog award 2019; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

27. August 2019, ergänzt 2.9.2019 (Termine)

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg: Eine Seefahrt…

Wohl selten hat eine Reise für so viel Aufsehen gesorgt wie die von Greta Thunberg an Bord der „Malizia II“. Sie wird spätestens im Verlauf des 28.8. in New York City eintreffen und im Herzen von Manhattan unterhalb des „World Trade Center“ festmachen. Der mediale Aufmerksamkeitswert war extrem hoch und hatte zumindest den Effekt, dass sich noch einmal mehr Menschen mit dem Thema Klimawandel beschäftigt haben.

EU-Aktionsplan – Zu eng, zu strikt?

Im Blog wurden bereits einige Kritikpunkte am EU-Aktionsplan „Sustainable Finance“ formuliert. Besonders die enge ökologische Ausrichtung der sogenannten „Taxonomie“ als Versuch einer Klassifizierung nachhaltiger Finanzinstrumente irritiert (vgl. z.B. What goes wrong with #SustainableFinanceEU?). Natürlich sind Klimarisiken eine neues Fokusthema, auch für die Finanzaufsicht (Klimarisiken + Nachhaltigkeit – Neue Fokusthemen in der Finanzwirtschaft), aber eben nur ein Thema der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, an deren 17 Zielen/Problemfeldern sich Nachhaltigkeit m.E. ausrichten sollten.

Wie stringent die Vorschläge der EU-Expertengruppe gefasst sind, zeigt sich auch anhand einer Auswertung von MSCI, wonach nur 17% der im Barclays MSCI Green Bond Index enthaltenen Anleihen den vorgeschlagenen „EU Green Bond Standard“ erfüllen (Leider keine Originalquelle sonder via environmental-finance.com/HSBC Deutschland per Mail). Zwar ist der EU-Standard freiwillig, es stellt sich aber die Frage, ob eine derart starke Abweichung vom etablierten „Green Bond Standard“ wünschenswert ist. Für eine Gegenüberstellung vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundsiebzig.

SNCF Reseau – für 100 Jahre „grün“ verschuldet

SNCF Reseau (EN) ist die Infrastrukturgesellschaft der französischen Eisenbahn. Sie ist für die technische Infrastruktur, u.a. Schienennetz und Bahnhöfe verantwortlich. Insgesamt hat sie bereits € 5,4 Mrd. ihrer Schulden mit ökologischen Konzepten als „Green Bonds“ zertifizieren lassen. Allein im laufenden Jahr 2019 platzierte sie € 2,8 Mrd. in diesem Rahmen.

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Foto: SNCF Reseau/Cartes Postales France

Mit einer Privatplatzierung über € 100 Mio bei 1,425% p.a. erschloss die Gesellschaft nunmehr einen ungewohnten Laufzeitrahmen von 100 Jahren. Bisher lagen die Rekordwerte bei 60 Jahren für Verbindlichkeiten jeweils eines deutschen (EnBW) und portugiesischen (EdP) Energieunternehmens: SNCF Réseau launches world’s first 100-year green bond.

Neuer Standard für „grüne Pfandbriefe“

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) veröffentlichte am 21.8.2019 einen Mindeststandard für „grüne Hypothekenpfandbriefe“. Er soll „…dem Markt für Grüne Pfandbriefe weiteren Schub verleihen und eine sinnvolle Orientierungshilfe für aktive wie potenzielle Emittenten sowie interessierte Investoren bieten.“ Die beteiligten „Banken verpflichten sich zu hohem Maß an Transparenz und Nachweis über Beitrag zum Klimaschutz“.

Der Standard wird vor allem institutionellen Investoren den Übergang auf nachhaltige(re) Anlagestrategien erleichtern. Der Standard wurde mit dem europäischen Projekt der „Energy Efficient Mortgage Initiative“ des Europäischen Hypothekenverbandes/ECBC“ verknüpft, so dass keine Widersprüche auftreten sollten. Mehr Informationen und Download des Standards auf der Internetseite des vdp.

Business Roundtable: Unternehmensziel neu formuliert

Selten waren so viele Missverständnisse zu einem einseitigen (!) Papier zu lesen. 181 us-amerikanische Unternehmensvorstände haben den „Zweck eines Unternehmens“ neu gefasst: Statement on the Purpose of a Corporation. Faktisch hat die Erklärung den „Unternehmenszweck“ wieder von der kurzfristigen Aktionärssicht wieder auf die langfristige Sicht, d.h. die Sicherstellung der langfristigen Existenz erweitert. Keineswegs handelt es sich um eine Abkehr von Aktionärsinteressen, sondern deren Arrondierung um die umgebenden Interessen, der sogenannten „Stakeholder“ bei Kunden, Arbeitnehmern, Gemeinschaften und der Gesellschaft.

Kernaussage:

Generating long-term value for shareholders, who provide the capital that allows companies to invest, grow and innovate. We are committed to transparency and effective engagement with shareholders.“

Ein Vorschlag für die Berichterstattung zu den SDGs

Eine Gruppe von angelsächsischen Vereinigungen hat ein Diskussionspapier für eine Unternehmensberichterstattung über die SDGs, die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN vorgelegt. Das Diskussionspapier orientiert sich in einer wohltuenden Knappheit (26 Seiten) und Klarheit am Grundsatz der Wesentlichkeit für berichtenden Unternehmen. Und hier treffen die Autoren einen sehr wichtigen Punkt: Die Reflexion von Unternehmen ihrer eigenen aktuellen und zukünftigen Relevanz in ihrem jeweiligen Kontext. Wie schon an anderer Stelle formuliert: Die SDGs helfen gerade kleineren und regionalen Unternehmen auch die eigene Strategie zukunftsweisend weiter zu entwickeln. „Recommendations for SDG disclosures: A consultation paper
Have your say on SDG Disclosures, August 2019“: Download (EN).

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neue Termin: 13.12.2019 und 6.3.2020 jeweils 10 – 11:30h

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Fintech Week, 4.-9.11.2019 in Hamburg

Das Besondere an der Fintech Week: Die Woche wird nicht von einem Veranstalter ausgerichtet, sondern von mehr als zwei Dutzend Veranstaltern, darunter Banken, Startups, Kanzleien und Beratungen, die alle ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Branche mitbringen und vermitteln. Über den Tellerrand schauen, ist quasi Teil der DNA. Programm

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BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

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In eigener Sache

comdirect finanzblog award 2019

Neben 71 weiteren deutschsprachigen Blogs steht Investabel® auf der Liste zur Abstimmung des Publikums beim diesjährigen „comdirect finanzblog award“. Trotz der mittlerweile unübersehbaren Trends zu Nachhaltigkeit bzw. mehr Klimaschutz hat nur ein sehr kleiner Teil der Portale diese Themen aufgegriffen. Natürlich treten einige der genannten Blogs mit einer großen Fangemeinde (z.B. finanz-szene.de) und/oder viel Autorenpower (z.B. www.paymentandbanking.de), aber da zählt zunächst einmal der „olymische Gedanke“ und die Perspektive fruchtbarer Kontakte und Gespräche beim comdirect Finanzbarcamp 2019, in dessen Anschluss die Awards vergeben werden.

In jedem Falle bietet die Nominierungsliste einen interessanten Überblick der aktuellen deutschsprachigen Finanzbloggerszene. Zu der Übersicht der benannten Blogs und der Abstimmungsmöglichkeit geht es hier.

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Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

2019-04-12_FFF BN1

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Achtundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundsiebzig

 

2019-08-13 Porsche

Titelbild/Bild: Porsche AG

Inhalt:  Vorneweg; #SustainableFinance in D wird realer – Porsche AG mit € 1 Mrd. „grünem Schuldschein“/DZ Bank mit neuem Antritt; Moody’s rüstet bei Klimarisiken auf; Sind FinTech Fabelwesen für Investoren ?; Alles, nur nicht Libra?; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, Fintech Week Hamburg, comdirect Finanzbarcamp mit finanzblog award, VÖB BarCamp In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

14. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Beschleunigte Rodung von Regenwäldern, Artensterben, Konflikte und und und … Was soll denn mehr „grün“ bei Porsche? – Ein Schritt vor und zwei zurück könnte der Befund lauten, der hier ganz bewusst offen und selbst überlassen bleibt. Deutlich stehen einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit Schritte in die wohl falsche Richtung gegenüber.

Vor diesem Hintergrund verstehen sich die nachfolgenden Zeilen als Informationen weitgehend ohne Bewertung. Sie sollen aber das eigene Urteil erleichtern, z.B. auch über die „Facebook-Währung“ Libra. Ausnahmen bilden die Nachrichten zu Moody’s, die erkennen lassen, dass Klimarisiken systemischen Charakter erreicht haben, und die Verbindung von FinTech zu Fabelwesen der Mythologie: Vielleicht haben nicht alle  erfolgreichen Finanzierungsrunden mit Bewertungen jenseits einer Milliarde Euro auch einen realistischen strategischen Anspruch.

#SustainableFinance in D wird realer

Porsche AG mit € 1 Mrd. „grünem Schuldschein“

Die Porsche AG hat einen Schuldschein mit Tranchen über fünf, sieben und zehn Jahren begeben. Das Volumen wurde aufgrund der starken Nachfrage um € 300 Mio. erhöht. Insgesamt hat das Unternehmen € 2,75 Mrd. als „grünes Projektportfolio“ (55 Prozent Kosten für energieeffiziente(re), ressourcenschonende(re) Produktionsanlagen, 45 Prozent Entwicklungskosten) identifiziert: Pressemitteilung Porsche AG 12.8.2019.

Die Platzierung des Schuldscheins erfolgte über ein Konsortium mit BayernLB, ING Groep und LBBW. Er wurde mit einer Expertise von ISS ESG versehen und als Climate Bond zertifiziert. Laut der von den Konsortialbanken gezeichneten Pressemitteilung vom 12.8.2019 waren an der Emission 100 in- und ausländische Investoren interessiert, so dass auch das erhöhte Volumen deutlich überzeichnet war.

DZ Bank mit neuem Antritt

Am 9.8.2019 kündigte die DZ Bank einen neuen Antritt bei nachhaltigen Finanzierungen an:

Neben einem deutschsprachigen Bulletin in un(?)regelmäßigen Abständen lud die Bank auch zu einer halbtägigen Konferenz am 28.8.2019 in Frankfurt ein. Programm und weitere Informationen auf der englischsprachigen Veranstaltungsseite der DZ Bank.

Moody’s rüstet bei Klimarisiken auf

Im April gab Moody’s den Erwerb einer Mehrheitsbeteilung am ESG-Spezialisten Eigis Vireo bekann (Moody’s Acquires Majority Stake in Vigeo Eiris, a Global Leader in ESG Assessments, 15.4.2019). Interessant ist, dass Eigis Vireo bei einer Umorientierung Richtung vorausschauender SDGs als Maßstab bereits relativ fortgeschritten ist.

Am 24.7.2019 gab Moody’s eine weitere Mehrheitsbeteiligung bekannt: Moody’s Acquires Majority Stake in Four Twenty Seven, Inc., a Leader in Climate Data and Risk Analysis. Das Unternehmen ist auf die Erhebung von klimabezogenen Daten und Risikoanalysen spezialisiert. Klimarisiken stehen nicht nur im Fokus der Finanzaufsichtsbehörden (Klimarisiken + Nachhaltigkeit – Neue Fokusthemen in der Finanzwirtschaft), sondern werden auch in der Branche mittlerweile als „systemisch“ und damit für die Stabilität des Finanzsystems eingestuft: ISS 1.8.2019: Building a Climate Change Voting Policy

Sind FinTech Fabelwesen für Investoren ?

…die einen Goldschatz am Ende des Regenbogens versprechen? Diese Frage legt jedenfalls der bekannte britische Autor, Berater und Redner Chris Skinner nahe: Are these FinTech Unicorns worth it? FinTech mit einer (aus Finanzierungsrunden abgeleiteten) Investorenbewertung jenseits von USD 1 Mrd. werden in der Branche als Einhörner (Unicorns) bezeichnet und haben damit schon einen Fabelcharakter. Der Artikel geht allerdings weiter und fragt, ob es sich nicht eher um „Leprechaune“, Kobolde aus der irischen Mythologie handeln könnte (Wikipedia Leprechaun). Diese Fabelwesen versprechen einen „Goldschatz am Ende des Regenbogens“ und damit in unerreichbarer Entfernung.

Die Überlegungen von Chris Skinner orientieren sich stark an der deutschen Unternehmen N26, das mit USD 3,5 Mrd. bewertet wird und bereits einige erfolgreiche Finanzierungsrunden abschließen konnte. Der Artikel bezieht sich auf ein Interview eines der Gründer mit der Financial Times. Danach sei „Gewinnerzielung“ gar kein Fokus, sondern „der Aufbau einer globalen Unternehmens“. Man wolle gar keine Profitabilität erreichen, habe aber hinreichend Investoren, die die Vision von N26 teilen.

Tatsächlich wächst N26 sehr stark (aktuell ca. 3,5 Mio. Kunden vs. 2 Mio. November 2018), allerdings ist das Unternehmen damit immer noch weit von seinem „Ziel“ von 100 Mio. Kunden weltweit“ entfernt. Zwar werden laufend neue Märkte erschlossen, die wie Brasilien zwar viel Potenzial, aber auch schon eine Reihe gut positionierter Wettbewerber aufweisen. Und zudem ist das aktuelle Leistungsangebot gar nicht für einen globalen Auftritt qualifiziert, wie in einem früheren Beitrag dargelegt: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundsechzig.

Alles, nur nicht Libra?

Haben Sie auch schon etliche Artikel zur sogenannten „Facebook-Währung“ Libra gelesen und dabei viel Analyse vermisst, dafür aber Ängste vor der „Datenkrake“ gefunden? So liest sich jeweils die Mehrheit der Beiträge. Und in der Mehrheit der Beiträge wird schlicht ignoriert, wo Libra ansetzt: 1. Menschen ohne Bankverbindung 2. Rund USD 530 Mrd., die z.B. lt. Weltbank 2018 zu üppigen Gebühren in Länder mit niedrigem bis mittleren Wohlstandsniveau transferiert werden. Die durchschnittlichen Provisionen lagen gemäß Weltbank bei 7%, in afrikanische Länder oft weit über 10%. Die Senkung der Transaktionskosten ist Teil der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, SDG 10.7. Kein Heiligenschein, aber auch Fakt

Ein Blick in die Konditionentabelle einer deutschen Bank, die den Geldtransfer Western Union als Dienstleister übertragen hat, ist da schon aufschlussreich: Postbank.

Einige wichtige, oft übersehene Fakten im Kurzformat:

  1. Libra ist keine Währung wie Bitcoin & Co, sondern eher ein Geldmarktfonds mit festgelegten internationalen Korbwährungen
  2. Libra basiert auch nicht auf einer Blockchain mit exzessivem Stromverbrauch durch Mining
  3. Primäres Ziel der beteiligten Zahlungsdienstleister ist die Erfassung neuer Zahlungsströme, z.B. von 1,7 Mrd. Menschen ohne Bankverbindung. Vodafone hat dies mit MPesa in Kenia sehr erfolgreich und margenstark getan. Finanzdienstleistungen tragen rund 30% zu den Erträgen des lokalen Anbieters Safaricom bei
  4. Die Margen bei internationalen Transfers sind exzessiv hoch und gehen primär zu Lasten ärmerer Menschen, z.B. bei Überträge zur Unterstützung von Familien in der Heimat
  5. Aufgrund der Konstruktion erscheint eine Regulierung angemessen und wahrscheinlich

Die Dokumente zu Libra wurden am 18.6.2019 veröffentlicht (Pressemitteilung DE), trotzdem haben gute, d.h. nüchterne und differenzierte Artikel selten geblieben. Genau drei sind in besonders guter Erinnerung:

Bankenverband, Siegfried Utzig 18.7.2019: Facebook – ein neuer Wettbewerber im Finanzmarkt?

Payment & Banking, Gastbeitrag Fabian Meyer 1.8.2019: Globale, digitale Währung – Utopie, Dystopie oder Liberation

DZ Bank Innovationsblog, Dirk Elsner 24.7.2019: Was will Libra werden?

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik, 28.8.2019

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Fintech Week, 4.-9.11.2019 in Hamburg

Das Besondere an der Fintech Week: Die Woche wird nicht von einem Veranstalter ausgerichtet, sondern von mehr als zwei Dutzend Veranstaltern, darunter Banken, Startups, Kanzleien und Beratungen, die alle ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Branche mitbringen und vermitteln. Über den Tellerrand schauen, ist quasi Teil der DNA. Programm

Die Woche schließt mit dem comdirect Finanzbarcamp. U.a. treffen sich hier viele sonst eher virtuell vernetzte Menschen im Umfeld von Geldanlage und Digitalisierung. Insbesondere ist auch ein großer Teil der deutschen Finanzblogs vertreten, an deren Kreis zum Ende der Veranstaltung der comdirect Finanzblogaward 2019 vergeben wird.

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

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In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Juli um einen weiteren Rang von 56 auf 55, eine stetige Entwicklung nach der großen Bewegung 72 auf 57 im Mai.

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Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

 

 

 

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft – Überlebensstrategie 4.0

2019-08-04 LuxForFinance1

 

Titelbild/Bild: Szene aus dem zweiminütigen Werbefilm von LuxembourgForFinance produziert von der niederländischen Agentur Mookx: Der erste Werbefilm SustainableFinance? – A first spot advertising for SustainableFinance?

Dieser Beitrag versteht sich als Neufassung eines früheren Beitrags vom Oktober 2017: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0. Einen Beitrag „3.0“ wird es nie geben. „4.0“ erfolgt schlicht aus der Anpassung der üblichen Zählung in der „Industrialisierung“ im Zuge der Digitalisierung.

Während sich an der Grundaussage wenig geändert hat, so ist die Zwangsläufigkeit von Nachhaltigkeit als geschäftspolitische Handlungsgrundlage offen erkennbar. Klimarisiken haben sich längst tief in die Wirtschaft hineingearbeitet, Klimawandel und Energiewende bestimmen das Bild, das durch die jugendlichen Proteste für den Klimaschutz noch deutlich schärfer geworden ist. Insofern eine Gelegenheit, die in den vergangenen zwei Jahren eingetretenen Entwicklungen einmal präziser zusammen zu fassen.

English abstract: This is in fact the third article on sustainability as a bedrock for financials to survive. While the first one (Nachhaltigkeit im Bankgeschäft als Überlebensstrategie) in July 2017 was driven by business logics and first evidence on EU commission’s action plan were shading through, the second one (Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0) in October 2017 was motivated by French field experience and the stronger tunes of regulators on climaterisks evolving. A third one never appeared. 4.0 is simply in line with industrial trends being named so.

Now after almost two years the world has turned. It turned into regulators pushing on climaterisk and youth plus older supporters loudly call for climateaction. Given this two articles last speak inspired to follow up: 1. Chris Skinner’s blogpost on banks needing purpose and 2. An interview with Daniel Klier, Global Head of Strategy and Responsability, HSBC published in a German magazine last week: Banks have to strive for relevance, i.e. having overlapping interests with their clients.

6. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Deutschland erscheint als eine andere Welt

Große Ziele, großer Beirat

Mit einer Pressemitteilung vom 26.2.2019 formulierte die Bundesregierung den Anspruch, „Deutschland zu einem führenden Sustainable Finance Standort zu machen. Dabei wurde die Bildung eines Beirats angekündigt „für den Dialog der Bundesregierung mit Finanzwirtschaft, Realwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft“. Dieser Beirat konstituierte sich mit einer ersten Sitzung am 9. Juni 2019 in Berlin.

Die Liste der 37 Mitglieder und 11 Beobachter erschließt die ganze Vielfalt der Interessensgruppen rund um das Thema. Kreditinstitute treffen u.a. auf notorische Bankenkritiker und Nicht-Regierungsorganisationen mit sehr unterschiedlich formulierten Ansprüchen an eine nachhaltige(re) Finanzwirtschaft.

Das am 6. Juni 2019 vereinbarte Arbeitsprogramm gliedert sich in vier Teilgruppen:

  • Sustainable Finance-Strategie und Kommunikation
  • Finanzmarktstabilität und Risikomanagement
  • Offenlegung und Transparenz
  • Endkunden (Retail und Institutionell)

Auf Basis dieser Struktur erarbeitet der Beirat für die Bundesregierung Ansätze einer Strategie. Die ersten Ergebnisse sollen auf dem dritten“Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ am 16. Oktober 2019 präsentiert werden. Bis dahin wurde allerdings in der Pressemitteilung zur ersten Sitzung nur eine weitere Sitzung am 4. September 2019 avisiert.

Aufgrund der bereits innerhalb des Finanzsektors sehr abweichenden Einschätzungen zum Aktionsplan der Europäischen Kommission (Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung) und der sehr heterogenen Zusammensetzung des Beirats darf den ersten Ergebnissen mit Spannung, aber vielleicht besser gedämpften Hoffnungen entgegen gesehen werden.

GSFC und H4SF

In Frankfurt wurde im April 2019 das „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ (gsfc-germany.com) für „Die Etablierung weitsichtigerer und wirkungsvollerer Finanzmarktstrukturen durch die Implementierung zukunftsfördernder Finanzierungsstrategien“ formiert. Der H4SF – Hub for Sustainable Finance Germany als Diskussions- und Vernetzungsplattform wurde immerhin schon seit 2017 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung und der Deutsche Börse AG initiiert.

In Deutschland wird Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft überwiegend noch als akutes Thema nur für institutionelle Investoren betrachtet. Privatanleger werden dagegen Spezialisten wie der GLS Bank und Triodos Bank Deutschland zugerechnet.

Kontrastprogramm im Ausland…

… z.B. Luxemburg

Nur 184 Kilometer Luftlinie trennen die Finanzplätze Frankfurt und Luxemburg. Trotzdem entsteht der Eindruck verschiedener Welten. Die Börse ist als LGX – Luxembourg Green Exchange in der Spitzenliga neben London positioniert. Nachhaltige Anlageformen werden jetzt in einem Werbefilm SustainableFinance auch bei privaten Investoren beworben.

2019-07-02 LGX

…z.B. USA

Goldman Sachs kündigte am 24.7.2019 die Bildung einer eigenen „Sustainable Finance Group“ an (Press release 24.7.2019). Ein Blick auf die Internetseiten der Bank zeigt, dass dies nicht die einzige Aktivität ist. Vielmehr engagiert sich die Bank u.a. finanziell bei der Finanzierung erneuerbarer Energien und Katastrophenanleihen GS Environmental Stewardship. Auch bei anderen US-Banken sind meist niedrige dreistellige Milliardenbeträge nachhaltigen Finanzierungszielen gewidmet.

…z.B. Spanien/Lateinamerika

Auch in Europa haben sich Großbanken stark für Nachhaltigkeit engagiert. Besonders beeindrucken erscheint dies bei der spanischen BBVA, die neben dem Klimaschutz auch andere Ziele verfolgt. Dies wird naturgemäß stark durch die Tätigkeit in Südamerika und den dort notwendigen Entwicklungen geprägt. „Pledge 2025“ ist eine umfänglich formulierte Ambition, die auch durch Veranstaltungen und (personell) gut ausgestattete Kanäle in sozialen Medien getragen wird.

2019-07-26 infographics-pledge-2025-bbva-2-1920x12047

Sehr informativ für nachhaltige Themen im Finanzsektor ist auch die Internetseite der Bank. Z.B. mit Artikeln von Antoni Ballabriga, Global Head of Responsible Business Debunking myths of sustainable finance.

…z.B. Frankreich

Fünf der sieben größten französischen Banken haben das Thema Nachhaltigkeit bereits im strategischen Fokus. Daran hat sich seit dem Beitrag Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0 nichts geändert.

Die größte Bankengruppe Crédit Agricole (52 Mio. Kunden/138.000 Mitarbeiter) bezeichnet sich selbst als „Bank für nachhaltige Entwicklung“. Da sollte ein Foto genügen:

2018-05-03 CA Nimes

Foto: Ralf Breuer, aufgenommen September 2017 in F-34000 Nimes

Manche Kritiker neigen pauschal dazu, diese Aktivitäten als „grünes Mäntelchen“ und/oder nicht hinreichend konsequent einzuschätzen. Dies bleibt im freien Ermessen.

Banken brauchen für zukünftige Relevanz Sinn

Der bekannte britische Autor und Berater Chris Skinner hat einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht: Banks need a Purpose other than making Money Tenor: Um für die junge Generation Z relevant zu sein, müssen sich Banken nachhaltigen Zielen zuwenden. Bereits 55% der heute unter Fünfundzwanzigjährigen würden ihre finanziellen Entscheidungen daran ausrichten, ob sie damit positive Ziele unterstützen.

„I’ve been blogging about sustainable finance, sustainable abundance and the UN’s Sustainability Development Goals (SDGs) over the past week, specifically, and over the past twenty years, generally. I think this is now coming to a head.“

Chris Skinner ist vor allem im Bereich Digitalisierung bzw. FinTech bekannt. Er verbindet diese Themen allerdings immer wieder mit der Realität und hält deshalb den Bezug zu Nachhaltigkeit für zwingend.

Ganz in diesem Sinne argumentiert auch der bei HSBC global für Strategie und Nachhaltigkeit verantwortliche Daniel Klier in einem Interview mit der Wirtschaftswoche:

„Mit der Finanzierung einer nachhaltigen Wirtschaft können wir (Banken) wieder einen relevanten Beitrag leisten“

Für die praktische Umsetzung im Finanzsektor wäre ein Blick in die Nachhaltigkeitsstrategie der KfW hilfreich. Sie könnte fast als Vorlage für das von der BaFin für das Jahresende avisierte Merkblallt Nachhaltigkeit dienen:

Irgendwas mit digital ist noch kein Sinn

Der Journalist Heinz-Roger Dohms kommentierte ein neues (App-)Angebot am 6.8.2019 als „mal wieder irgendwas mit Multibanking“ finanz-szende.de 6/08/19. „Irgendwas mit digital“ wäre genauso zutreffend: Unter dem Anspruch „alltagsrelevante Mehrwerte für
Menschen und Wachstum für Marken“ findet sich da Altbekanntes aus der reinen Offline-Zeit im digitalen Gewand. Schnelligkeit, Bequemlichkeit und Sicherheit sind Komfortfaktoren und Grundvoraussetzungen, aber im Wettbewerb keine Werte an sich.

Chris Skinner adressiert in seinem Artikel vor allem die Generation junger Menschen bis 25. Die sind mit digitalen Medien aufgewachsen und betrachten die genannten Faktoren als selbstverständlich. Wenn diese nach seinen Erkenntnissen „Sinn und Zweck“ einfordern, dann ist das in Zeiten von „FridaysForFuture“ keine besonders fernliegende Erkenntnis. In den letzten acht Monaten haben die jugendlichen Proteste das Bewußtsein über diese Generation geschärft. Gebildet haben sich die spezifischen Ansprüche allerdings früher und teilweise unabhängig.

Der von Chris Skinner in der Argumentation verwendete Artikel stammt aus den Vereinigten Staaten und wurde bereits am 21. April 2019 publiziert: 10 Vital Strategies to Use When Marketing to Generation Z. Er stellt fest, dass die Generation mit einer Mehrheit von 55% umweltfreundliche und/oder sozial verantwortliche Marken bevorzugt. Fridays for Future gewann aber erst mit dem globalen Aktionstag am 15. März 2019 in den Vereinigten Staaten an Dynamik. Bis dahin war die Anzahl der Demonstrationen im Lande sehr überschaubar:

https://www.fridaysforfuture.org/events/list

Auf der Suche nach der Relevanz von morgen

Treffen die zitierten Thesen von Chris Skinner und Daniel Klier zu, dann ergibt sich „Relevanz“ eben nicht aus der bilateralen Beziehung Anbieter/Kunde, sondern anderen Faktoren. Skinner nimmt immer wieder ausdrücklich Bezug auf die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen (bzw. Problemfeldern), den SDGs. Hierdurch ergibt sich Relevanz aus der Gleichrichtung auf diese Ziele.

Eine Blaupause für eine solche Strategie bietet der im November 2018 gestartete Finanzdienstleister Tomorrow. Er verbindet das digital Selbstverständliche mit einem gemeinsamen Anspruch Nachhaltigkeit bzw. Klimaschutz. Als Ergebnis wurden knapp neun Monate nach dem Start mit sehr bescheidenen Marketingaufwendungen und ohne Werbeprämien etc. mehr als 9.000 nach Aussage der offenen „Community“ überwiegend zufriedene Kunden gewonnen, die sich auch in den sozialen Medien für das gleiche Thema engagieren.

 

 

2018-11-21Tomorrow2

Eigentlich verwunderlich, wie einfach Relevanz hergestellt werden kann, nach der so viele Anbieter streben und sich dabei in Digitalisierung und Kundenerlebnissen „verlieren“. Dies dürfte wohl leicht da überdurchschnittliche Wachstum der Umwelt-, Kirchen- oder anders (rund 15) wertegeprägten Banken in Deutschland erklären, die zwischenzeitlich immerhin kumuliert die Bilanzsumme der größten Sparkasse übertreffen.

Irgendwie erinnert diese Konstellation an die Urzeiten des Bankgeschäfts als Kaufmann und (Privat-)Bankiers als eine ähnliche Sicht der Welt/Dinge gemeinsame Geschäfte erst möglich machte.

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundsiebzig

2019-08-04 LuxForFinance1

 

Titelbild/Bild: Szene aus dem zweiminütigen Werbefilm von LuxembourgForFinance produziert von der niederländischen Agentur Mookx Der erste Werbefilm SustainableFinance? – A first spot advertising for SustainableFinance?

Inhalt:  Finanzplatz Luxemburg – eine andere Welt; Die tun was; #Sustainable Finance – Anhaltende Innovationswelle; Banken brauchen Sinn für zukünftige Relevanz; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar BarCamp In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

5. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Finanzplatz Luxemburg – eine andere Welt

Nur 184 Kilometer Luftlinie trennen die Finanzplätze Frankfurt und Luxemburg. Trotzdem entsteht der Eindruck verschiedener Welten. Der „Beirat Sustainable Finance“ erarbeitet für die Bundesregierung Ansätze einer Strategie. In Frankfurt wurde erst im April 2019 das „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ gsfc-germany.com/ für „Die Etablierung weitsichtigerer und wirkungsvollerer Finanzmarktstrukturen durch die Implementierung zukunftsfördernder Finanzierungsstrategien“ formiert. Der H4SF – Hub for Sustainable Finance Germany als Diskussions- und Vernetzungsplattform besteht immerhin schon seit 2017.

In Deutschland wird Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft vielfach noch als Thema nur für institutionelle Investoren betrachtet. Privatanleger werden dagegen Spezialisten wie der GLS Bank und Triodos Bank Deutschland zugerechnet.

Ein scharfes Kontrastprogramm bietet dagegen der Blick nach Luxemburg. Die Börse ist als LGX – Luxembourg Green Exchange in der Spitzenliga neben London positioniert. Nachhaltige Anlageformen werden jetzt in einem Werbefilm SustainableFinance auch bei privaten Investoren beworben.

2019-07-02 LGX

Die tun was…

Goldman Sachs kündigte am 24.7.2019 die Bildung einer eigenen „Sustainable Finance Group“ an (Press release 24.7.2019). Ein Blick auf die Internetseiten der Bank zeigt, dass dies nicht die einzige Aktivität ist. Vielmehr engagiert sich die Bank u.a. finanziell bei der Finanzierung erneuerbarer Energien und Katastrophenanleihen GS Environmental Stewardship. Auch bei anderen US-Banken sind meist niedrige dreistellige Milliardenbeträge nachhaltigen Finanzierungszielen gewidmet.

Auch in Europa haben sich Großbanken stark für Nachhaltigkeit engagiert. Besonders beeindrucken erscheint dies bei der spanischen BBVA, die neben dem Klimaschutz auch andere Ziele verfolgt. Dies wird naturgemäß stark durch die Tätigkeit in Südamerika und den dort notwendigen Entwicklungen geprägt. „Pledge 2025“ ist eine umfänglich formulierte Ambition, die auch durch Veranstaltungen und (personell) gut ausgestattete Kanäle in sozialen Medien getragen wird.

2019-07-26 infographics-pledge-2025-bbva-2-1920x12047

Sehr informativ für nachhaltige Themen im Finanzsektor ist auch die Internetseite der Bank. Z.B. mit Artikeln von Antoni Ballabriga, Global Head of Responsible Business Debunking myths of sustainable finance.

#Sustainable Finance – Anhaltende Innovationswelle

BBVA arrangierte Ende März 2019 in Großbritannien den wohl ersten revolvierenden Kredit mit nachhaltiger Zweckbindung BBVA leads its first sustainable revolving credit facility in the UK with SSE.

Eine neue Klasse von Klimaanleihen bilden sogenannte „Transition Bonds“, die die Finanzierung von Maßnahmen zur CO2-Reduktion bei fossilen Energieträgern fördern. Bloomberg: How ‘Transition Bonds’ Can Help Polluters Turn Green. Vertreter der reinen Lehre mögen dies ablehnen, Pragmatiker sehen dies eventuell als Schritt in die richtige Richtung und eine beschleunigte Mobilisierung privaten Kapitals zur Reduktion von CO2.

Mit einem „Rhino Impact Bond“ über USD 50 Mio. über fünf Jahre soll der Betrieb von Reservaten für schwarze Nashörner in Kenia und Südafrika mitfinanziert werden. Klingt fast wie „schöne neue Welt“ oder auch „Entdecke die Möglichkeiten“.

Banken brauchen Sinn für zukünftige Relevanz

Der bekannte britische Autor und Berater Chris Skinner hat einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht: Banks need a Purpose other than making Money Tenor: Um für die junge Generation Z relevant zu sein, müssen sich Banken nachhaltigen Zielen zuwenden. Bereits 55% der heute unter Fünfundzwanzigjährigen würden ihre finanziellen Entscheidungen daran ausrichten, ob sie damit positive Ziele unterstützen.

„I’ve been blogging about sustainable finance, sustainable abundance and the UN’s Sustainability Development Goals (SDGs) over the past week, specifically, and over the past twenty years, generally. I think this is now coming to a head.“

Chris Skinner ist vor allem im Bereich Digitalisierung bzw. FinTech bekannt. Er verbindet diese Themen allerdings immer wieder mit der Realität und hält deshalb den Bezug zu Nachhaltigkeit für zwingend.

Ganz in diesem Sinne argumentiert auch der bei HSBC global für Strategie und Nachhaltigkeit verantwortliche Daniel Klier in einem Interview mit der Wirtschaftswoche:

„Mit der Finanzierung einer nachhaltigen Wirtschaft können wir (Banken) wieder einen relevanten Beitrag leisten“

Für die praktische Umsetzung im Finanzsektor wäre ein Blick in die Nachhaltigkeitsstrategie der KfW hilfreich. Sie könnte fast als Vorlage für das von der BaFin für das Jahresende avisierte Merkblallt Nachhaltigkeit dienen:

Was in Deutschland vielfach als Mindermeinung oder Nischenthema aufgefasst wird, könnte durchaus der Schlüssel für die eigene Existenzsicherung in der Kreditwirtschaft sein, wie bereits einmal in einem Beitrag 2017 umrissen wurde: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik, 28.8.2019

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Juli um einen weiteren Rang von 56 auf 55, eine stetige Entwicklung nach der großen Bewegung 72 auf 57 im Mai.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

 

 

 

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundsiebzig

 

2019-07-12 dpa Maisfeld

Titelbild/Bild: Maisfeld bei D-59379 Selm, Nordrhein-Westfalen. Quelle: dpa via Twitter 12.7.2019 12:07h

Inhalt: Grüner Finanzmarkt – Lagebericht D 2019; Nachhaltige U.S. Fonds mit Rekordzufluß; CO2-Besteuerung: Historische Chance; Vermögensverwalter machen Druck: Koalition für Klimafreundlichkeit – TPI: Investoren kritisieren Unternehmensberichte – Klimaatakkoord – Klimapakt in den Niederlanden; Nachhaltigkeit + Finanzmarkt: Neue U.S. Gesetze; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar BarCamp In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

16. Juli 2019

Dr. Ralf Breuer

Grüner Finanzmarkt – Lagebericht D 2019

Die Climate Bonds Initiative (CBI) veröffentlichte am 12.7.2019 ihren Lagebericht zum „Grünen deutschen Finanzmarkt“. Der Bericht ist in deutscher und englischer Sprache erschienen: Germany Green Finance Report: Top 5 Global Ranking, EUR6.6bn issued in 2018, Strong start in 2019.

Für 2019 deutet sich ein neues Rekordvolumen für Neuemissionen an: Dank einer großen Platzierung der KfW (€ 3 Mrd.) wurde im ersten Halbjahr mit lediglich fünf Anleihen € 4,4 Mrd. und damit zwei Drittel des Gesamtvolumens 2018 von € 6,6 Mrd. erreicht. Am 10.7.2019 kamen weitere € 500 Mio. der Berlin Hyp hinzu.

2019-07-11 CBI Green Bonds

Quelle: CBI – Climate Bonds Initiative

Damit dürfte nach dem Rückgang 2018 (€ 8,7 Mrd. auf € 6,6 Mrd.) das Volumen im Gesamtjahr wieder steigen. Für 2020 berichtet CBI von Plänen der Bundesrepublik Deutschland staatliche Green Bonds zu platzieren. Am Beispiel der Niederlande wurde kürzlich deutlich, dass eine große Investorennachfrage nach bonitätsstarken Anleihen dieser Art besteht (vgl. Nummer Zweiundsiebzig).

Nachhaltige U.S. Fonds mit Rekordzufluß

Morningstar (Sustainable Funds in the U.S. Saw Record Flows in the First Half (11.7.2019) berichtet von Rekordzuflüssen bei 271 „nachhaltigen“ Fonds und ETFs in den USA: Mit USD 8,9 Mrd. in den ersten sechs Monaten wurde der Rekordjahr von USD 5,5 Mrd. für das Gesamtjahr 2018 bereits überschritten. Bei 15 aktiven und passiven Fonds wurde die Marke von USD 100 Mio. überschritten. Allein iShares erhielt im zweiten Quartal 2019 mehr als USD 2 Mrd. neue Mittel zur Verwaltung.

2019-07-11 Morningstar SusFunds

Bei den Fonds handelt es sich überwiegend um „ESG-Fonds“, die Kriterien aus Ökologie, Sozialem und Unternehmensführung berücksichtigen. Damit wird eine eher weichere Auffassung von Nachhaltigkeit verfolgt.

CO2-Steuer: Historische Chance

Am 12.7.2019 übergaben die sog. „Wirtschaftsweisen“ (Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung) ihr Sondergutachten zu einer CO2-Besteuerung in Deutschland. Das Gutachten empfiehlt unter dem Titel „Aufbruch zu einer neuen Klimapolitik“ die zeitnahe Einführung einer Steuer auf CO2-Emissionen. Sie soll ausschließlich dem Klimaschutz und der Kompensation von Bürgern dienen und nicht zur Finanzierung anderer Quellen herangezogen werden.

„Die aktuelle Debatte bietet die
historische Chance, die kleinteilige, teure und ineffiziente deutsche Klimapolitik so umzustellen, dass die Bepreisung von CO2 im Zentrum steht“

sagte Christoph M. Schmidt, der Vorsitzende des Sachverständigenrates.

Vermögensverwalter machen Druck

Koalition für Klimafreundlichkeit

Blackrock, Goldman Sachs, BNP Paribas, HSBC, Natixis, Amundi, State Street und Northern Trust bilden mit sechs nationalen Fonds eine Koalition zur Erfassung von Klimarisiken in Vermögenswerten. Sie sagten dem französischen Staatspräsidenten Macron zu, mit ihren kumulierten USD 15 Bio. verwalteten Vermögen die Unternehmen zu einem klimafreunlicheren Verhalten bewegen zu wollen.

https://www.climatechangenews.com/2019/07/12/asset-managers-worth-15-trillion-make-climate-risk-promise-macron/

TPI: Investoren kritisieren Unternehmensberichte

Ähnliche Absichten haben auch die 45 globalen Investoren, die z.Zt. die Initative TPI – Transition Pathway Initiative tragen. Sie verwalten zusammen rund USD 14 Bio.

2019-07-12 TPI

In ihrem TPI – State of Transition Report 2019 zeigen sie auf, dass nur 30% der untersuchten Unternehmen 2030 im Sinne des Klimaschutzabkommens von Paris handeln werden. Die Studie umfasst 274 börsennotierte Unternehmen in 14 Sektoren, die zu den größten CO2-Emittenten gehören. Sie stehen für rund 41 % der Emissionen aller notierter Unternehmen weltweit. Die Studie untersucht 1. die Management-Qualtität im Übergang zu CO2-ärmeren Produktionsverfahren und 2. die Emissionsentwicklung in Hinblick auf das Klimaschutzabkommen von 2015.

Der Bericht stellt gravierende Rückstände sowohl bei den Strategien zur CO2-Reduzierung als auch im Abstand zu den internationalen Klimaschutzzielen 2030 zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2° fest. Die Kernaussage der Studie ist, dass die Unternehmen, die die Voraussetzungen bereits erfüllen, die Möglichkeiten bzw. Chancen aufzeigen:

“The 20 companies that are aligned with below 2°C, or that will be on the basis of the emissions reduction targets they have set, show what is possible” (S. 5)

Klimaatakkoord – Klimapakt in den Niederlanden

In den Niederlanden hat der Finanzsektor als erste Branche einen nationalen Klimapakt (Klimaatakkoord) unterzeichnet. 50 Banken, Versicherer, Vermögensverwalter und Pensionsfonds sagten am 10.7.2019 dem niederländischen Finanzminister ihre Unterstützung zu. Der Klimaatakkoord ist die niederländische Ableitung des Klimaschutzabkommens von Paris zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2°.

Die unterzeichnenden Unternehmen verpflichteten sich, ab 2020 über die Klimawirkungen ihrer Anlagen zu berichten und bis 2022 Aktionspläne zur Verminderung des CO2-Ausstoßes vorzulegen. Die meisten Publikationen hierzu sind in niederländischer Sprache. Englische Kommunikation gibt es z.B. von ING Group und Triodos Bank N.V.. Der Klimaatakkoord wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Finanzsektor ausgearbeitet und liegt erst seit Ende Juni 2019 vor (vgl. Pressemitteilung der Triodos Bank N.V. vom 27.6.2019. Die niederländische Nationalbank ist bei dem Thema Klimarisiken eine treibende Kraft unter den internationalen Finanzaufsehern. Sie führt auch die „Dutch Sustainable Finance Platform“ (vgl. Nummer Dreiundzwanzig

 

2019-07-10 Klimaatakkoord

Foto: Twitter

Nachhaltigkeit + Finanzmarkt: Neue U.S. Gesetze

Am 10.7.2019 fand vor dem „U.S. House Committee on Financial Services“, dem Kongressausschuss für Finanzdiensdienstleistungen, eine Anhörung zum Thema „Aufbau einer nachhaltigen Wettbewerbswirtschaft: Eine Prüfung von Vorschlägen zur Verbesserung der Berichterstattung über ökologische, soziale und Komponenten der Unternehmensführung“ (Building a Sustainable and Competitive Economy: An Examination of Proposals to Improve Environmental, Social and Governance Disclosures) statt.

Konkret geht es um ein ganzes Paket von Gesetzesvorhaben, die im Entwurf vorliegen und öffentlich sind:

  • ESG Disclosure Simplification – Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung
  • Shareholder Protection – Aktionärsschutz
  • Corporate Human Rights Risk Assessment – Menschenrechte in Unternehmen
  • Climate Risk Disclosure – Berichterstattung über Klimarisiken

Die Gesetzesentwürfe sind über die Seite des Ausschusses zugänglich: U.S. House Committee on Financial Sevices

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik, 28.8.2019

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundsiebzig

 

2019-06-18 Sustainable Finance EU TEG interim reports

Titelbild/Bild: Titelblätter der drei von der „Technical Expert Group on Sustainable Finance“ veröffentlichten Diskussionspapiere. Quelle: @EU_Finance via Twitter

Inhalt: EU-Aktionsplan Nachhaltige Finanzwirtschaft: 1. Stimmungsbild in Deutschland – Blinde Flecken der Wahrnehmung 2. Benchmarks – Referenzindices 3. Taxonomie-Klassifizierung nachhaltiger Anlagen und Finanzierungen 4. EU Green Bond Standard; BaFinJournal Juni 2019 mit Nachhaltigkeit; Staat New York mit ambitioniertem Klimaschutzgesetz; Finanzverbünde nun doch mit ApplePay In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

2. Juli 2019

Dr. Ralf Breuer

EU-Aktionsplan Nachhaltige Finanzwirtschaft

Am 18.6.2019 veröffentlichte die EU-Kommission gleich vier bedeutende Dokumente zu ihrem Aktionsplan: Die Diskussionsgrundlagen der Experten der „EU Technical Expert Group on Sustainable Finance“ aus ihren Arbeitsgruppen zu Benchmarks, der Taxonomie und einem EU Green Bond Standard sowie eine (nicht-legislative) Direktive für die Berichterstattung über klimabezogene Risiken. Allein die drei Expertenberichte mit insgesamt 560 Seiten bilden schon ein „Pfund“. Zu den einzelnen Teilen unten.

Stimmungsbild in Deutschland: Blinde Flecken der Wahrnehmung

Interessant sind in diesem Zusammenhang Stimmungsbilder, die die Union Investment in ihrem Ergebnisbericht zur Nachhaltgkeitsstudie 2019 zusammengefasst hat. Zwar wird die Regulierung als entscheidender Impulsgeber für Nachhaltigkeit in der instititutionellen Mittelverwaltung angesehen. Allerdings ist der groß angelegte und seit mehr als einem Jahr diskutierte Aktionsplan der EU-Kommission nur einem Drittel der befragten Anleger bekannt.

Union Erwartungen

Quelle: Union Investment, Ergebnisbericht Nachhaltigkeitsstudie 2019, 25.6.2019, S. 10

Union Regulierung

Quelle: Union Investment, Ergebnisbericht Nachhaltigkeitsstudie 2019, 25.6.2019, S. 15

Entsprechend ist es auch wenig überraschend, dass wenige als die Hälfte der befragten Investoren einen gut oder sehr guten Kenntnisstand voraussetzen. Es ist dagegen eher davon auszugehen, dass die tatsächlichen Werte deutlich schlechter ausfallen würden, wenn dies an spezialisierten Beratern gemessen würde.

Union Kenntnisse

Quelle: Union Investment, Ergebnisbericht Nachhaltigkeitsstudie 2019, 25.6.2019, S. 14

2. Benchmarks – Referenzindices

Der Teilbericht geht auf die Konstruktion von Referenzindices für das Klimaabkommen von Paris, Energiewende und die Nachhaltigkeitsberichterstattung ein. Er will vor allem der aktuellen Willkür bei der Konstruktion von vorgeblich nachhaltigen Indices entgegenwirken.

Diese kann an Beispielen (bzw. den auf ihnen basierenden ETFs) leicht illustriert werden:

  1. Naturaktienindex“ (NAI Index) mit 30 Unternehmen: „Für den NAI werden Unternehmen ausgewählt, die global zur Entwicklung ökologisch und sozial nachhaltiger Wirtschaftsstile beitragen.“ – Unter den Unternehmen ist kein einziger Finanzwert.
  2. Der „Deka Oekom Nachhaltigkeit ETF“ mit ebenfalls 30 Unternehmen basiert auf dem Solactive Eurozone Sustainability Index. Was sich ebenfalls nachhaltig liest, enthält aber in diesem Fall 35% Finanzwerte – also ein ganz anderes Themenverständnis.

2019-07-02 Deka Oekom ETF

Solche für Anleger kaum nachvollziehbaren Unterschiede in den gleichermaßen unter Nachhaltigkeit vertriebenen Produkten will die Expertengruppe ausdrücklich entgegenwirken.

3. Taxonomie – Klassifizierung nachhaltiger Anlagen und Finanzierungen

Der sperrigste und mit 414 Seiten umfangreichste Teil der Berichte ist die sogenannte „Taxonomie“ zur Klassifizierung nachhaltiger Anlage- und Finanzierungsinstrumente. Erfreulicherweise haben die Experten neben einer kurzen Zusammenfassung auch eine Art Kurzbeschreibung/Gebrauchsanweisung im Umfang von 26 Seiten bereitgestellt.

2019-06-18 Guide Taxonomy

Quelle: EU-Kommission 18.6.2019

Der Leitfaden gibt einen raschen Überblick über die Inhalte und die Anwendungsbereiche dieser sogenannten „Taxonomie“.

2019-07-02 Taxonomie Inhalte

Aus dem Themenüberblick wird deutlich, dass sich die Experten ausschließlich auf den Umweltbereich bzw. den Klimaschutz konzentriert haben. Damit wird der Begriff Nachhaltigkeit allerdings eng, nach vielfacher Auffassung viel zu eng ausgelegt. Dies ist unverständlich, weil der Plan der EU-Kommission prinzipiell für alle nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) offen wirkte. Dies zeichnete ihn gegenüber anderen Initiativen wie beispielsweise der britischen „UK Green Finance“ gerade aus. Mehr dazu in einem früheren Diskussionsbeitrag (EN): What goes wrong with #SustainableFinanceEU?.

Interessanter Aspekt: Während die Taxonomie lediglich Sachversicherungen im Zusammenhang mit Klimafolgen als Teil der Nachhaltigkeit ansieht, ist die Initiative „InsuResilience“ mit Beteiligung der Versicherungsindustrie deutlich weiter und wohl auch sachlich angemessener angelegt. Sie erfasst u.a. auch risikorelevante Themen im Bereich der Risikopräventition. Hier fehlte offenbar eine adäquate Vernetzung zu den seit zwei Jahren laufenden Aktivitäten: InsuResilience Projektseite der GIZ.

4. EU Green Bond Standard

Die Experten haben einen eigenen europäischen Standard für sogenannte Green Bonds bzw. Klimaanleihen vorgelegt, die zur Finanzierung von CO2-Reduktionen dienen. Dabei wurden gegenüber bestehenden Standards und auch den Vorschlägen der vorausgegangenen Expertenkommission HLEG schärfere Standards vorgeschlagen.

2019-07-02 Green Bond

Quelle: EU-Kommission, Auszug aus dem Diskussionspapier vom 18.6.2019

So sehr klare und hohe Standards zu begrüßen sind, stellt sich auch für diesen Teil der Expertenarbeit die Frage, wieso es denn nur grün und nicht auch sozial oder nachhaltig sein durfte. Auch im Anleihebereich finden sich vielfältige Erscheinungsformen, auch andere nachhaltige Entwicklungsziele zu fördern.

2019-07-02 LGX

Quelle: LGX – Luxembourg Green Exchange

BaFinJournal Juni 2019 mit Nachhaltigkeit

Auf der Titelseite des aktuellen Monatsjournals stellt die BaFin die Frage „Wie sicher ist nachhaltig?“ Der Artikel basiert auf einer repräsentativen Onlineumfrage vom Dezember 2018, die die BaFin in Auftrag gegeben hatte. 60% der Befragten gaben an, den Begriff „nachhaltige Geldanlagen“ noch nie gehört zu haben.

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Quelle: www.bafin.de

Als Motive stehen Klima- und Umweltschutz stark im Vordergrund. Aber auch humanitäre Aspekte wie Menschenrechte und die Armuts- bzw. Hungerbekämpfung haben für die Konsumenten eine hohe Priorität.

BaFin Motive

BaFinJournal Juni 2019 S. 27

Die Umfrage erhob auch ein Stimmungsbild zu dem von den Befragten beigemessenen Risiko verschiedener Anlagevarianten. Auffällig ist dabei die vergleichsweise geringe Differenzierung zwischen den tatsächlich risikoreicheren Direktanlagen und „klassischen Anlagen“ wie Sparbüchern sowie Investmentfonds.

BaFin Risiko

BaFinJournal Juni 2019 S. 30

Dies dürfte u.a. den auch im Vertrieb der deutschen Finanzwirtschaft wenig entwickelten Kenntnisstand widerspiegeln. Immerhin hatten in der oben zitierten Umfrage der Union Investment 53% der Befragen einen schlechten oder sogar sehr schlechten Kenntnisstand angegeben. Da es sich überwiegend um Auskünfte aus dem (quasi-)institutionellen Bereich handeln dürfte, ergibt sich für das Privatkundengeschäft wohl ein noch deutlicheres Bild der weitverbreiteten Unkenntnis.

Staat New York mit ambitioniertem Klimaschutzgesetz

Am 19.6.2019 verabschiedete der Senat des Bundesstaats New York das wohl ambitionierteste Klimaschutzgesetz der Vereinigten Staaten: Climate Leadership and Community Protection Act (CCPA). Das Gesetz sieht für das Jahr 2050 eine CO2-Neutralität mit einer 85prozentigen Reduktion des Ausstosses von Treibhausgasen vor. Die Energieerzeugung soll bis 2030 zu 70% (aktuell: 23%) auf erneuerbaren Energien beruhen.

Manche Bundesstaaten haben bereits Ziele einer CO2-Reduktion von 80% beschlossen. Washington D.C. dagegen sogar eine CO2-freie Elektrizitätsversorgung bis 2045. Dabei soll ganz auf Kompensationen verzichtet werden, was bei „Neutralität“ bzw. den angegebenen Zielen ansonsten nicht zwangsläufig der Fall ist.

Der Plan beinhaltet u.a. Investitionen zugunsten einkommensschwächerer Gemeinschaften (communities). Bereits im April 2019 hatte die Stadt New York City ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz verabschiedet. dessen Einhaltung schätzungsweise USD 4 Mrd. für die energetische Sanierung von Gebäuden in der Stadt voraussetzt.

Sowohl im Staat als auch in der Stadt New York sind die Vorhaben äußerst ambitioniert und kostspielig, da neben dem energetischen Zustand der Gebäude auch rund 10 Mio. Fahrzeuge betroffen sein werden. Zudem sind im Gesetz weitere Maßnahmen zum Schutz vor den absehbaren Auswirkungen des Klimawandels vorgesehen. (Pressemitteilung des Senats Bundesstaat New York 19.6.2019 (EN).

Finanzverbünde nun doch mit ApplePay

Am 26.6.2019 kommunizierten die Finanzgruppen der Genossenschaftsbanken und der Sparkassen, dass sie zukünftig doch ApplePay unterstützen. Für 2019 ist dies zunächst für Kreditkarten von MasterCard und Visa geplant. Eine Einbindungsmöglichkeit der Girocard (frühere EC-Karte) wurde ohne konkreten Zeitrahmen avisiert.

Insbesondere die Sparkassen hatten ursprünglich großen Widerstand signalisiert und von Apple die Öffnung seiner Schnittstelle für Dritte verlangt. Von dieser Position ist die Finanzgruppe zwischenzeitlich abgerückt.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Juni um einen weiteren Rang von 57 auf 56, nach der großen Bewegung 72 auf 57 im Mai.

https://diefarbedesgeldes.de/nachhaltige100/.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Vierundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundsechzig

Inhalt:  Vorneweg… Klimaschutz ist mehr Nachhaltigkeit…; …aber Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz: EU-Taxonomie von Finanzanlagen – nur öko?; GLS Crowd mit Finanzierung in Rekordzeit; SRI, ESG, SDG – Etwas Entwirrung; Apple Pay in Deutschland gestartet; Kommen und Gehen bei FinTech; Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Beitragsbild: https://d-pt.ppstatic.pl/kadry/k/r/1/66/7b/59a6ae4e19eef_o,size,969×565,q,71,h,109ff2.jpg

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

17. Dezember 2018, ergänzt 18.12.2018 (Plädoyers Klimaschutz; Artikel Dr. Ossig, Bankenverband; GLS Crowd; Konsolidierung bei FinTech)

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg…

Auf dem Beitragsbild heißt es Gefahr, Unfall – symbolisch für den Verlauf und das Ergebnis der Weltklimakonferenz COP24 in Katowice. Aber auch für den Vorschlag der von der EU-Kommission eingesetzten Expertengruppe für die Klassifizierung nachhaltiger Finanzpositionen. Mit der Konzentration auf den Umweltschutz ist die dringend notwendige „Taxonomie“ viel zu eng angelegt. Nach all den optimistisch stimmenden Entwicklungen für mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft zwei derbe Dämpfer Mitte Dezember 2018!

Klimaschutz ist mehr Nachhaltigkeit…

Zu guter letzt gab es noch eine gute Nachricht von der Weltklimakonferenz: Die Beteiligten konnten sich in einer Konferenzverlängerung noch auf gemeinsame Schlusserklärung einigen. Mehr Berichtenswertes gibt es hier nicht. Das ist in den Medien alles geschrieben. „Klimaschutz lauwarm“ titelt der Bonner General-Anzeiger am 14.12.2018 auf S. 3 – völlig zu Recht.

Nummer Einundsechzig enthielt einen kurzen Bericht über das großartige Plädoyer der fünfzehnjährigen Greta Thunberg auf der Weltklimakonferenz. Am 14.12.2018 folgten Schüler in mindestens 14 Städten ihrem Beispiel und traten in einen Schulstreik für den Klimaschutz: Spiegel Online 14.12.2018. Auch eine Reihe von globalen Großunternehmen forderten zu einem konsequenteren Handeln auf, so z.B. BT Group Plc., Ikea und Mars (EN): Bloomberg 13.12.2018: From Mars to Ikea, Concerns Emerge About Vague Climate Rules.

…aber Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz: EU-Taxonomie von Finanzanlagen – nur ökö?

Am 7.12.2018 legte die für die Umsetzung des EU-Aktionsplans (vgl, Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung) Expertengruppe (Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG)) nach fünfmonatiger Tätigkeit ein Konsultationspapier für die „Taxonomie“ von Finanzanlagen vor: Invitation for feedback and expert workshops on taxonomy. Das Ergebnis ist kurz formuliert: Sehr enttäuschend.

Das 108 Seiten starke Dokument zeugt zwar von Arbeit, allerdings nicht von einem zielführenden Ansatz. Der EU-Aktionsplan setzte zwar beim Klimaschutz an, erschien aber offen für andere nachhaltige Entwicklungsziele. Dies ist im Konsultationspapier allerdings nicht erkennbar. Klimarisiken waren und sind nur eines von 17 UN-Teilzielen und ein guter Ansatz für den Angang an die Finanzwirtschaft, da sie hiervon stark betroffen ist und die Bankaufsichtsbehörden ebenfalls von dieser Erkenntnis geleitet werden.

2018-12-13 Glorreiche17

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Die Arbeit der Expertengruppe hat sich dagegen ausschließlich mit Umweltfaktoren beschäftigt. Damit wird auch die resultierende Klassifizierung (Taxonomie) sehr eng gefasst und auf folgende Gebiete begrenzt:

  1. Milderung des Klimawandels
  2. Anpassung an den Klimawandel
  3. Wasser und Ozeane
  4. Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung, Recycling
  5. Umweltverschmutzung
  6. Gesunde Ökosysteme

Damit wird aber nur ein enger Ausschnitt der globalen Probleme erfasst. Bei einer Orientierung an den SDGs wäre dies nicht der Fall und bspw. auch die Bekämpfung von Hunger sowie die Migration miterfasst.

Der Angang der EU-Experten erscheint vor allem deshalb sehr verwunderlich, weil sich das Konsensusverständnis seit dem Sommer 2017 stark gewandelt hat. Es stehen weniger die rückwirkend erfassten Werte für Ökologie, Soziales und Unternehmensführung (ESG) im Vordergrund, sondern vorausschauend nachhaltige Entwicklungsziele, die SDGs. Dieser Wandel ist auch im Rating zu erkennen, worüber hier kürzlich berichtet wurde: Nummer Neunundfünfzig.

Sofern die Expertengruppe ihre Arbeit so fortsetzt, wie es es das Konsultationspapier erwarten lassen muss, erscheint das Ziel in Gefahr, ein transparentes und nachvollziehbares Klassifizierungssystem zu erhalten, dass am Ende auch von privaten Geldanlegern als Entscheidungshilfe genutzt werden kann. Damit wird in der Konsequenz auch die ganze Intention des EU-Aktionsplans gefährdet.

Eine ausführliche „Würdigung“ (EN): What goes wrong with #SustainableFinanceEU?

Diese Entwicklung ist umso verwunderlicher als auch Branchenvertreter die Berechtigung von Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft anerkennen. Sicherlich hat der Klimaschutz hier eine prominente Bedeutung wie der aktuelle Beitrag des Hauptgeschäftsführers und Vorstands des Bundesverband deutscher Banken in Der Bank Blog zeigt: Christian Ossig: Klimaschutz macht vor Banken nicht halt Schlussfolgerungen aus der 24. Weltklimakonferenz in Kattowitz, 17.12.2018. Längst herrscht aber in der Branche ein umfassendes, an den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) orientiertes Nachhaltigkeitsverständnis, was sich bereits konkret in der Tätigkeit der globalen Branchenführer niederschlägt: Nummer Fünfunddreissig vom 16.4.2018

GLS Crowd mit Finanzierung in Rekordzeit

Dass Klima- und Umweltschutz auch beliebte Anlagethemen sind, zeigt die von der GLS Crowd am 14.12.2018 platzierte Finanzierung von autarq, einem Hersteller von Solardachziegeln aus Brandenburg. In nur 4,5 Stunden wurden € 1,25 Mio. eines Nachrangdarlehens platziert (7,5%, 3,5 Jahre, endfällig) Laut Pressemitteilung autarq vom 17.12.2018 konnten bereits in den ersten 15 Minuten € 195.000 eingeworben werden.

Auch bei der vorausgegangenen Platzierung einer Finanzierung der akvola Technologies GmbH aus Berlin, einem Spezialisten für Wasseraufbereitung, dauerte es lediglich knapp fünf Stunden, um Investoren für € 750.000 (7%, 6 Jahre, Ratenzahlung ab dem dritten Jahr) zu gewinnen. Laut Pressemitteilung der GLS Bank vom 24.10.2018 waren bereits nach 1,5 Stunden € 500.000 erreicht.

Anmerkung aus der o.g. Pressemitteilung: „Die GLS Crowd ist eine von der GLS Crowdfunding GmbH betriebene, von der GLS Bank unabhängige Schwarmfinanzierungsplattform mit Sitz in Frankfurt am Main, die sich auf die Vermittlung von Finanzierungen für nachhaltige Unternehmen und Projekte spezialisiert hat. Die auf der Plattform angebotenen Finanzierungen werden ihr von der GLS Bank zur Vermittlung vorgeschlagen. Die GLS Crowd bietet Investor*innen die Möglichkeit, Beträge von 250 bis 10.000 Euro in nachhaltige Vorhaben zu investieren“

SRI, ESG, SDGs – Etwas Entwirrung

Anlageangebote mit einem weiten Spektrum von Nachhaltigkeit

Nachhaltige Anlageangebote haben ein weites Spektrum und z.T. erheblich abweichende Interpretationen von Nachhaltigkeit. Für interessierte Privatanleger ist diese Vielfalt ebenso verwirrend wie Finanzjournalisten, so dass deren Beiträge meist auch nicht besonders erhellend und damit hilfreich sind. Insofern bietet der im Portal justETF erschienene Beitrag eine Ausnahme: Dominique Riedel: Nachhaltige ETF-Portfolios zum Selberbauen, 9.12.2018. Der Beitrag stellt übersichtlich die Gemeinsamkeiten der häufigsten Abkürzungen SRI (=socially responsible investments/sozial verantwortliche Investments) und ESG (environment, social, governance/Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) zusammen. Seltener ist „SDGs“ für die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (sustainable development goals) der Vereinten Nationen. Hierzu mehr unten sowie hier im Blog auf SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

ETFs nach SRI- und ESG-Kriterien bieten zwar eher eine schwächere Ausprägung von Nachhaltigkeit, aber sie ermöglichen es bei geringen Kosten und hohem Grad an Streuung mit einem besseren Gewissen anzulegen. Hierbei sind die Ausführungen von Frau Riedel sehr hilfreich. In beiden Kategorien ist es bei einem stetig steigenden Angebot (vgl. u.a. Nummer Einundsechzig) global oder auch regional zu investieren. Dabei werden die Informationen von einem gesunden Grundgedanken geleitet:

„Jeder Mensch definiert nach den eigenen Erfahrungen und Einschätzungen, was für ihn „nachhaltig” oder „ethisch” bedeutet. Genau so ist es mit den unterschiedlichen Index-Regelwerken im Bereich des nachhaltigen Investierens, auf denen ETFs basieren.“

Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Index-Familien im Überblick

Merkmal MSCI SRI-Reihe MSCI ESG Screened-Reihe
Aufgenommene Unternehmen die nach ESG-Kriterien besten 25% jedes Sektors; bestimmte Sektoren werden ausgeschlossen (siehe unten) bestimmte Sektoren werden ausgeschlossen (siehe unten);
keine Berücksichtigung von ESG-Ratings
Gewichtung Marktkapitalisierung Marktkapitalisierung
Marktabdeckung eher gering durch Ausschluss von 75% der Unternehmen eher hoch, da nur bestimmte Sektoren ausgeschlossen werden (ohne Berücksichtigung des ESG-Ratings)
Tracking Error potenziell höher durch geringere Marktabdeckung potenziell geringer durch höhere Marktabdeckung
Kosten i. d. R. höher als Mutterindex wegen Research-Kosten für SRI-Rating sehr ähnlich zum Mutterindex wegen minimaler Research-Kosten für einfachen Filteransatz
Modifikationen MSCI SRI 5% Capped
MSCI Select ESG and Trend Leaders
bisher keine
ETF-Portfolios Nachhaltigkeit SRI Global BIP
Nachhaltigkeit SRI Regionen BIP
Nachhaltigkeit ESG Screened Global BIP
Nachhaltigkeit ESG Screened Regionen BIP
Quelle: iShares; Stand: 05.12.2018 via justETF

Neuer Fonds auf nachhaltige Fremdkapitalfinanzierungen

Produkte mit einer Orientierung an den SDGs bilden bisher die Ausnahme. Allerdings nimmt zumindest für institutionelle Anleger das Angebot weiter zu. Der NN (L) European Sustainable Infrastructure Debt Fonds, der am 15. November 2018 aufgelegt wurde, erweitert die nachhaltige Produktpalette von NN Investment Partners (NN IP) und erfüllt die steigende Nachfrage Institutioneller nach Investitionen in Sachwerte.

„Der neue Fonds zielt darauf ab, ein diversifiziertes Portfolio aus europäischen Infrastrukturfinanzierungen aufzubauen, die einem Investment-Grade-Rating entsprechen und aus fünf Sektoren bestehen. Dazu zählen soziale Infrastruktur, alternative Energie, nachhaltiger Transport und Wasser- und Abfallwirtschaft sowie digitale Infrastruktur. Die geringe Korrelation von Infrastrukturanlagen mit den Konjunkturzyklen ist besonders für langfristige Investoren reizvoll, die ihre Portfolios diversifizieren, ihre Verbindlichkeiten matchen und solide Erträge erzielen möchten. NN IP nutzt mit dem neuen Fonds seine langjährige Erfahrung am Infrastrukturmarkt und hat seine Strategie weiterentwickelt, um sich auf Infrastrukturanlagen zu konzentrieren, die eine messbare Wirkung, einen Impact auf Gesellschaft und Umwelt haben, ohne die finanziellen Erträge zu vernachlässigen. …  Der Fonds strebt eine jährliche Bruttorendite von 3-4% und eine Duration von 12-15 Jahren an.“ Quelle: NN investment partners (DE)

Apple Pay in Deutschland gestartet – Zahlung + Nachhaltigkeit?

2018-12-11 ApplePay

Beitragsbild/Bild: Apple Pay

Mit einer Verspätung von vier Jahren gegenüber europäischen Nachbarländern sind jetzt auch in Deutschland Zahlungen mit Apple Pay möglich. Google Pay war im Juni 2018 gestartet. Die Vorteile beschreibt der Anbieter folgendermaßen:

„Apple Pay funktioniert ganz einfach. Und vor allem ganz sicher. Denn mit Apple Pay wird deine Kartennummer nie auf deinem Gerät oder Apple Servern gespeichert. Und Apple Pay speichert auch keine Daten zu deiner Transaktion, die auf dich zurück­zuführen sind. So kannst du sicher in Geschäften, Apps und im Internet bezahlen. Ganz einfach.“

 Quelle: Apple Pay

Wie funktioniert Apple Pay?

Tatsächlich werden weniger missbrauchsgefährdete Daten mit dem Händler ausgetauscht, da die Zahlung nur über eine Gerätenummer in Verbindung mit einem einmaligen Transaktionscode ausgelöst. Das Smartphone wird mit Fingerabdruck oder Gesichtserkennung entsperrt. Insofern können weder bei der Transaktion noch aus dem Gerät sensible Daten ausgelesen werden. Bei einem Geräteverlust ist damit im Gegensatz zu einer physischen Karte ein Missbrauch ausgeschlossen.

Nicht verwendbar sind Girocards ohne Zugang zu Maestro (d.h. Mastercard). Auch ist der von vielen Banken angebotene Zahlungsdienst VPay (Visa) nicht unter den Anbietern. Die Nutzung solcher Karten ist über die Angebote der Genossenschaftsbanken (Digitale Karten in der VR-Banking-App) und Sparkassen (Mobiles Bezahlen) möglich. Allerdings wird hier für Beträge ab € 25 wiederum ein PIN benötigt.

Zum Start sind die Banken in der nachfolgenden Übersicht mit Apple Pay im Angebot. Weitere Banken haben den Zahlungsdienst für 2019 avisiert.

Apple hat die Liste mit den teilnehmenden Banken veröffentlicht.

Quelle: Apple Pay

Mobile Zahlungen können nachhaltiger sein

In Deutschland werden rund 57 Mio. Smartphones genutzt (Quelle: statista 11.12.2018), die technisch reichlich dimensioniert sind. Gleichzeitig tragen alle 130 Mio. Bank- und Kreditkarten leistungsfähige Chips sowie Magnetstreifen, die zu einem erheblichen Teil nur wenig genutzt werden. Insofern wäre es deshalb naheliegend, andere Lösungen zu wählen, die diesen Materialeinsatz verringern. Eine Variante wären optische Lösungen (QR-Codes, vgl. Weniger Karten in die Brieftasche hier im Blog) oder die von den mobilen Bezahlangeboten genutzte NFC-Funktion der Smartphones, die dann auf den Karten selbst entfallen könnte.

Eine besonders interessante Lösung hat deshalb die Deutsche Bank zum Marktstart in das Angebot genommen: Eine vollständig virtuelle Karte, die allein elektronisch ausgegeben wird. Entgegen den Informationen auf der Internetseite der Bank kursierten zunächst Informationen, wonach Kunden zur Bestellung der Karte eine Filiale besuchen müssten. Dies hätte dieses Angebot natürlich verwässert, ist aber nicht der Fall: „Mit einem Deutsche Bank Konto erhalten Sie zur weltweiten Nutzung von Apple Pay eine virtuelle Mastercard Debitkarte (Deutsche Bank Card Virtual) – dauerhaft ohne Jahresgebühr. Diese können Sie im Rahmen der Apple Pay Aktivierung in der Deutsche Bank Mobile App bestellen.“ Homepage Deutsche Bank – Jetzt: Deutsche Bank mit Apple Pay.

Quelle: Jochen Siegert via Twitter/Deutsche Bank

Viel Andrang zum Start

Jochen Siegert hat auf Payment & Banking am 12.12.2018 seine persönlichen Eindrücke von der Auftaktveranstaltung in der Allianz-Arena in München geschildert: Launchevent von Apple Pay in Deutschland. „Michael Koch, verantwortlich für Online- und Mobilebanking der Deutschen Bank, sprach bezüglich von der MasterCard Debit-Karte und Apple Pay als dem stärksten Produktlaunch der Deutschen Bank überhaupt. Wesentliche KPIs hätten die Erwartungen weit übertroffen. So konnte die Deutsche Bank gestern Vormittag hohe dreistellige Kartenanträge pro Minute verzeichnen und die Besuche der Deutschen Bank Homepage war sechsfach höher als sonst. Dieser Kundenansturm ist sehr beeindruckend. Ich denke das Institut wird so alleine über 50.000 neue Karten am gestrigen Tag abgesetzt bzw. aktiviert haben. Auch ein Comdirect Mitarbeiter schrieb bei Twitter von einem selbstgesetzten Tagesziel von 10.000 Registrierungen (leider Tweet nicht mehr auffindbar) und die im Vergleich eher kleine Hanseatic Bank berichtete auch von 1.200 Registrierungen in den ersten Stunden.“

Akzeptanz ca. 50%

Die Einsatzmöglichkeiten in Deutschland dürften grundsätzlich bei 50% liegen, also überall dort, wo NFC-fähige Terminals genutzt werden. Zusätzlich ist aber eine Vereinbarung mit Apple Pay Voraussetzung. Die folgende Übersicht stellt die beim Start vereinbarten Akzeptanzpartner:

 

Bildergebnis für apple pay akzeptanz

Quelle: Apple Pay

Weitere Partnerbanken für 2019 avisiert

Quelle: Apple Pay

Die Zahlungsdienste im Kurzvergleich

Besonders bei der Freigabe der Zahlungsdienste auf dem Smartphone unterscheiden sich die Angebote Bei Apple-Pay und Google-Pay genügt die Freigabe des Handys bei Touch-ID oder Face-ID, um eine Zahlung zu legitimieren. Für Kleinbeträge ist bei Apple-Pay nicht einmal der Bildschirm des iPhones zu entsperren. Der Vorteil der einfachen Bedienbarkeit mit einer einzigen Aktion ist beim Bezahlen mit den Apps von Sparkasse und VR-Banken jedoch dahin. Bei Beträgen über 25 Euro ist es erforderlich, die Karten-PIN am Smartphone einzugeben.

Während bei Apple und Google nur Debit- und Kreditkarten genutzt werden können, binden die Bankenangebote auch die Girocards ein. Unterschiedlich ist natürlich auch, wer welche Daten hat. Da sind sie allerdings auf jeden Fall, fragt sich immer noch wo. Und das ist eher Geschmacksache.

Kommen und Gehen bei FinTech

Apple Pay kommt, Glase® geht

Am 11.12.2018 hat Glase® (früher SEQR) vormittags die Einstellung seines Zahlungsdienstes für den Nachmittag angekündigt. Ähnlich wie Apple Pay basierte das Angebot auf einem kontaktlosen Bezahlvorgang per NFC-Technik. (heise online 11.12.2018 – Mobile Payment: Glase gibt auf. Mittlerweile sind Neugründungen bei Zahlungsdiensten in einer Minderheit. „Payment-Startups können trotz der breiten öffentlichen Diskussion zum Thema mit zwei Prozent nur einen verschwindend geringen Anteil des Venture-Capital-Investitionsvolumens seit 2017 für sich verbuchen“ heisst es in der aktuellen comdirect Fintech-Studie. Der Markteintritt von Apple dürfte eher einen Konsolidierungsprozess beschleunigen.

Kommen und Gehen bei der Onlinevermögensverwaltung

Nach Santander (Sina) stellt auch die Werthstein GmbH ihr zum Jahresbeginn gestartetes (vgl. Nummer Sechsundzwanzig vom 12.1.2018) Angebot wieder ein: Pressemitteilung vom 17.12.2018: Werthstein GmbH stellt Geschäft ein. Die Bewegung im Markt für „Robo-Advice“ hat Heinz-Roger Dohms heute in Finanz-Szene.de beschrieben: Exklusiv: Deposit Solutions paktiert mit Robo-Advisor Quirion.

Eine Konsolidierung in diesem Markt war seit einiger Zeit sehr vorhersehbar: Kleiner Gesamtmarkt (ca. € 2 Mrd.) mit sehr vielen Anbietern (>40) bei sehr niedrigen Markteintrittsbarrieren aufgrund überschaubarer Investitionsaufwendungen: Robo-Advice – Viel Bewegung im Markt vom 17.11.2017.

 

Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn

Einige Aktive haben sich für den 12.2.2019 um 19h zu einem Stammtisch Nachhaltigkeit verabredet. Thematisch ist alles rund um CSR, ESG, SDGs, SRI, SustainableFinance sowie Globales und Lokales offen. Ort wird noch bekannt gegeben und je nach Interesse ausgewählt.

Warum 12.2.2019? Dann findet in Berlin der nächste Stammtisch Sustainable Finance Berlin statt. Der Plan ist, an diesem Abend die Aktivitäten in Bundeshauptstadt und Bundesstadt kommunikativ zu verbinden.

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Einundsechzig

Inhalt:  Globale Investoren fordern dringend Klimaschutz; Deutschland bei Nachhaltigkeit: Heiter bis wolkig; Zweite Woche 24. Weltklimagipfel in Katowice; Finanzthema Klimaschutz und Klimarisiken; Nachhaltigkeit als Maßstab bei der Kreditvergabe; Nachhaltige Finanzwoche in New York; Weltbankgruppe: USD 200 Mrd. für Klimaschutz; Weltweit 140 neue Nachhaltigkeitsfonds…; …starkes Wachstum bei ESG-Aktien-Indexfonds in Europa; Verbraucherzentrale prüfte Nachhaltigkeitskriterien; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

10. Dezember 2018

Dr. Ralf Breuer

Globale Investoren fordern dringend Klimaschutz

454 globale Investoren haben eine dringende Aufforderung an die Politik unterzeichnet, die Ziele des Klimaschutzabkommens zu erreichen. Eine weitere Erderwärmung jenseits der 1,5 Grad würde zu „substanziellen negativen wirtschaftlichen Auswirkungen führen. Dies sei aufgrund der derzeit vorhandenen nationalen Beiträgen zu befürchten, da auf dem derzeitigen Niveau der Anstrengungen die Ziele deutlich verfehlt würden.

„This ambition gap is of great concern to investors and needs to be addressed, with urgency. It is vital for our long-term planning and asset allocation decisions that governments work closely with investors to incorporate Paris-aligned climate scenarios into their policy frameworks and energy transition pathways.“

Die Investoren betonen auch, dass die bei der Umsetzung der Klimaziele führenden Länder und Unternehmen wirtschaftlich erheblich profitieren werden und folglich auch attraktive Anlagemöglichkeiten für Investoren darstellen:

„The countries and companies that lead in implementing the Paris Agreement and enacting strong climate and low carbon energy policies will see significant economic benefits and attract increased investment that will create jobs in industries of the future.“

Quelle: 2018 Global Investor Statement to Governments on Climate Change

Mit Allianz Global Investors, Allianz SE, DWS und Union Investment haben auch einige prominente deutsche Investoren die Erklärung unterzeichnet. Auffallend ist aber vor allem das Fehlen der Deka Investment als Dienstleister der größten Finanzgruppe, der Sparkassen.

Nachhaltigkeit in Deutschland: Heiter bis wolkig

Das Statistische Bundesamt hat den aktuellen Indikatorenbericht zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht. Diagnose: „Heiter bis wolkig„.

Bereits zum siebten Mal hat das Statistische Bundesamt den Indikatorenbericht erstellt. Er folgt im Aufbau den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) und bewertet die jeweiligen Indikatoren mit Wettersymbolen, woraus eben die im Tweet zitierte Einschätzung „heiter bis wolkig“ entstammt. Der Bericht ist eine interessante Lektüre und erlaubt einen tiefen Einblick in den Zustand dieses Landes und seiner Gesellschaft: Destatis Nachhaltigkeite Entwicklung in Deutschland – Indikatorenbericht 2018.

Zweite Woche 24. Weltklimagipfel in Katowice

Der 24. Weltklimagipfel „COP24“ in Katowice geht in die zweite Woche. Das Programm und die Randveranstaltungen füllen viele Internetseiten. Hier die offizielle Seite der Vereinten Nationen, United Nations Climate Change. Das Beitragsbild bzw. die nachfolgende Grafik wollen einen Überblick über die Veranstaltung vermitteln.

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Beitragsbild/Grafik: www.klimafakten.de

Ein Video aus Katowice mit der fünfzehnjährigen schwedischen Schülerin Greta Thunberg und ihrem Appell für den Klimaschutz fand in sozialen Medien tausendfache Aufmerksamkeit. Sie trat in einen Schulstreik und protestierte auf der Straße, um Politiker auf die Notwendigkeit von Maßnahmen aufmerksam zum machen. Weitere Menschen gesellten sich zu ihrem Protest. Mittlerweile fand ihre Aktion in vielen Ländern Nachahmung.

In ihrem Interview beklagt sie die verbreitete Unkenntnis über den Klimawandel bei Journalisten, Politikern und der breiten Öffentlichkeit. Sie regt die stärkere Einbeziehung jüngerer Menschen an. – Sehr hörenswert: „Something big has to happen“!

Insbesondere bei Politikern sieht sie nicht nur Defizite beim Wissen, sondern auch bei der Motivation: Ihr Job sei nicht die Rettung der Welt, sondern der Wahlsieg.

Finanzthema Klimaschutz und Klimarisiken

Anläßlich des Weltklimagipfels haben sich fünf Banken zusammengeschlossen, um ihre Kreditportfolien mit den Klimazielen des Klimaabkommens von Paris in Einklang zu bringen. BBVA, BNP Paribas, ING Groep, Société Générale und Standard Chartered wollen gemeinsam Methoden entwickeln, die Vereinbarkeit ihrer Kreditportfolien mit dem Klimaabkkommen von Paris zu messen und entsprechend zu steuern.

Auch für die Zentralbanken und Bankaufsichtsbehörden sind Klimarisiken – insbesondere der Klimawandel und die Energiewende – ein wichtiges Thema. Im Oktover 2018 haben insgesamt 18 Zentralbanken gemeinsam erklärt, dass sie diese als Teil ihres Mandats sehen. Besonders weit fortgeschritten sind die Überlegungen in Großbritannien und den Niederlanden, u.a. weil beide Länder von einem weiteren Anstieg des Meeresspiegels unmittelbar stark betroffen werden.

In der Financial Times wurde dem Thema am 4.12.2018 erneut ein ausführlicher, sehr lesenswerter Artikel gewidmet. Es geht nicht mehr um die Frage, ob Klimarisiken relevant sind, sondern wie sie praktisch in die Finanzmarktregulierung eingehen sollen.

Strittig bleibt allein die Frage, ob „grüne“ Investitionen kapitalseitig begünstigt werden sollen, wie es die EU-Komission bei der Vorstellung ihres Aktionsplans im März 2018 gefordert hat (Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung). Hierfür gibt es unmittelbar keine logische Begründung, da es sich um „klassische“ Investitionen handelt, während Klimarisiken Langfristcharakter haben, was in der aktuellen Systematik der Rechnungslegung und Unternehmensberichterstattung nur unzureichend abgebildet wird.

Nachhaltigkeit als Maßstab bei der Kreditvergabe

Die norwegischen Bank DNB setzt bei der Vergabe von Krediten nachhaltige Maßstäbe an. Unternehmen, die nicht nachhaltig sind und umweltbelastende Produkte herstellen, haben es schwerer, Geld von der Bank zu bekommen.

Bei der Einschätzung des Risikos neuer Kunden sind Umwelt- und Klimabewertungen ein Faktor. „Unternehmen, die in ihrer Geschäftsstrategie keine Nachhaltigkeit haben, werden auf lange Sicht nicht lebensfähig sein“, sagte eine DNB-Sprecherin. So sei einem Hersteller von Einmalplastik kürzlich ein Kredit verweigert worden. Auch immer weniger Unternehmen in der Fossilbranche würden Finanzierungshilfe bekommen. (dpa/Handelsblatt 7.12.2018

Nachhaltige Finanzwoche in New York

Zeitgleich zum Start des Klimagipfels in Polen fand in New York eine Nachhaltige Finanzwoche (Sustainable Finance Week, Programm) mir verschiedenen großen Einzelveranstaltungen statt. Der Dienstleister Bloomberg hat aus diesem Anlass sein Informationsangebot erweitert und betreibt nun ein auf Nachhaltigkeit bzw. Verantwortungsbewusstsein ausgerichtetes Informationsangebot, den Bloomberg Good Business Hub. Bloomberg bietet hier kostenfrei auch den Bezug von wöchentlichen aktuellen Informationen per E-Mail an, den englischen Good Business Newsletter.

Weltbankgruppe: USD 200 Mrd. für den Klimaschutz

Die Weltbankgruppe hat für die nächsten fünf Jahre ein Finanzierungsprogramm von USD 200 Mrd. für den Klimaschutz initiiert (Pressemitteilung 3.12.2018 (EN)). USD 100 Mrd. will die Gruppe dabei unmittelbar selbst bereitstellen. Neben Maßnahmen zur CO2-Reduktion sollen auch präventive Schritte zur Vorbereitung auf den Klimawandel finanziert werden. Bereits 2018 wird die Gruppe USD 20,5 Mrd. bereitstellen. Der Betrag war eigentlich erst in 2020 geplant.

Weltweit 140 neue Nachhaltigkeitsfonds…

Bloomberg berichtet, dass 2018 weltweit 140 neue Fonds mit Nachhaltigkeitskriterien neu aufgelegt wurden. Dabei handelt es sich im wesentlichen um „verantwortungsbewußte Produkte“, die an SRI- bzw. ESG-Kriterien ausgerichtet sind. In der nachfolgenden Grafik wird zusammengestellt, wie sich die zehn größten Fonds im Vergleich zum breiten Aktienindex S&P 500 entwickelt haben. Für die Vereinigten Staaten schätzt Bloomberg den Marktanteil dieser Produkte auf über 25%, was in etwa einem Wert von USD 12 Bio. entspricht.

Quelle mit ausführlichen Informationen und einer Übersichtstabelle: Bloomberg 30.11.2018

…starkes Wachstum bei ESG-Aktien-Indexfonds in Europa

Der Fondsdienstleister Morningstar meldet am 7.12.2018: „Nachhaltiges Investieren wird immer mehr zum Mainstream in Europa“ (Valerio Baselli: ESG-Aktien-Indexfonds 2018 stark gesucht, 7.12.2018). Ende September gab es laut Artikel 199 nachhaltig investierende Indexfonds, darunter 55 ETFs. Seit Jahresbeginn ist das Volumen der Fonds bei Zuflüssen von € 8,65 Mrd. von € 84,2 Mrd. auf € 97,6 Mrd. gestiegen. Die Fonds sind mehrheitlich (182) Aktienprodukte, während Rentenprodukte (16) und Mischfonds (1) nur einen kleinen Anteil haben.

Wachstum des in ESG-Indexfonds verwalteten Vermögens

Auch bei den 18 neuen Produkten im Laufe des Jahres 2018 dominierten mit 17 die Aktienfonds. 10 dieser Produkte sind ETFs.

Verbraucherzentrale prüfte Nachhaltigkeitskriterien

Die Verbraucherzentale Bremen hat bei 14 Banken in Deutschland die Nachhaltigkeitskriterien unter die Lupe genommen und in einer Übersicht aufbereitet. Sie alle haben für ihre Eigenanlagen und die Kreditvergabe ethische-ökologische Kriterien, darunter acht Kreditinstitute mit kirchlichen Wurzeln. Die  Verbraucherzentrale untersuchte erneut die Auswahl dieser Kriterien.

Das Ergebnis in Kürze:

  • Nachholbedarf beim Klimaschutz: Nur sieben von 14 Banken schließen Investitionen in fossile Energieträger konsequent aus
  • Für zwei Banken ist die Atomindustrie kein Ausschlusskriterium
  • Fünf Banken wenden alle untersuchten Ausschlusskriterien an

Die Übersicht macht für Verbraucher auf einen Blick deutlich, welche Banken die für sie wichtigen ethisch-ökologischen Kriterien erfüllen. Daneben bietet die Verbraucherzentrale Bremen mit Marktchecks zu den Konditionen von Girokonten und Sparanlagen bei diesen Banken weitere Orientierungshilfen.

Zur Übersicht: Anlagekriterien_bei Banken_Nachhaltigskeitsstandards

©Verbraucherzentrale Bremen e.V.

Die Verbraucherzentrale hat auf ihrer Internetseite auch Informationen über nachhaltige Geldanlagen für Privatanleger zusammengestellt. Links finden sich auf der Seite SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Einundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechzig

Inhalt:  24. Weltklimagipfel: „Nur eine Existenzfrage“; Frankreich: Drei Tage Klimafinanzierung; Prinzipien für verantwortungsvolles Bankgeschäft; Ohne Nachhaltigkeit ist es Selbstmord; FNG-Siegel mit starkem Wachstum; Irgendwas Digitales ist noch keine Digitalisierung Apropos: Digitaler Kanal und Kommunikation; In eigener Sache: #nachhaltige100: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

3. Dezember 2018, ergänzt 4.12.2018 (Pressemitteilung Climate Action Network Europe, Zitat Richard David Precht, Bericht Finanz-Szene.de)

Dr. Ralf Breuer

24. Weltklimagipfel: „Nur eine Existenzfrage“

Heute beginnt in Katowice, Polen, der 24. Weltklimagipfel „COP24“. Das Programm und die Randveranstaltungen füllen viele Internetseiten. Hier die offizielle Seite der Vereinten Nationen, United Nations Climate Change. Das Beitragsbild bzw. die nachfolgende Grafik wollen einen Überblick über die Veranstaltung vermitteln.

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Beitragsbild/Grafik: www.klimafakten.de

Der deutsche Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat gleich zur Eröffnung des deutschen Pavillons deutlich gemacht, um was es bei der Bekämpfung des Klimawandels geht: Dem Überleben der Menschheit.

Ein Jahr nach COP23 in Bonn wurden bei der Bekämpfung des Klimawandels kaum Fortschritte erzielt. Allerdings haben der heiße Sommer und auch die Berichterstattung um den Hambacher Forst das Bewusstsein in der breiten Bevölkerung deutlich verändert. Die Landtagswahlen in Bayern und Hessen haben noch einmal deutlich gezeigt, dass das Wählerinteresse an Nachhaltigkeit deutlich ausgeprägter ist als dies im Wahlkampf von den großen Parteien zum Ausdruck gebracht worden ist.

Dies wurde besonders in der Berichterstattung zur Wahl in Bayern deutlich, zu der die Nummer Dreiundfünfzig folgende Übersicht enthielt:

Quelle: Twitter/Jörg Schönenborn, WDR, Daten: infratest Dimap

Während die Politik nachhaltige personelle Querelen bot, war das Interesse an nachhaltigen Themen wir Bildung, Wohnen und Klimaschutz deutlich stärker ausgeprägt als an der Asyl- und Flüchtlingspolitik. Dies war ebenfalls in Schweden der Fall, das bekanntlich von der Sommerhitze und großen Waldbränden besonders betroffen war (vgl. Nummer Sechsundvierzig).

Gleich zu Beginn des Gipfels am 3.12. sorgten einige Länder für positive Schlagzeilen und setzen Ausrufungszeichen: Der niederländische Ministerpräsident kündigte für sein Land ein ambitionierteres Klimaziel mit 55% CO2-Reduktion per 2030 an. Finnland, Luxemburg, Österreich und Spanien betonten die Notwendigkeit größerer Anstrengungen in ihren Ländern und der gesamten EU, sie erneuerten ihre Unterstützung einer CO2-Neutralität per 2050. (Pressemitteilung Climate Action Network Europe vom 3.12.2018

 

Frankreich: Drei Tage Klimafinanzierung

Vom 26. bis 28. November fand in Paris „der“ Climate Finance Day (#CFD2018) statt. Trotz der Ausdehnung der Veranstaltung von einem auf drei Tage wurde der Name beibehalten. Die Anzahl der Teilnehmer stieg gegenüber dem Vorjahr um 50% auf 1.500. Insgesamt sprachen 100 Personen, darunter auch die Spitzen der großen französischen Finanzakteure. Der französische Staatspräsident und der Minister für Wirtschaft und Finanzen hatten die Schirmherrschaft übernommen. Zum Ende der Veranstaltung wieder holte der Minister praktisch die Aussagen des Präsidenten der EU-Kommission am 28.3.2018 in Brüssel: All finance has to be sustainable!. Nummer Zweiunddreissig bzw. Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung.

In den sozialen Medien wurde das Motto der Veranstaltung als Schlagwort benutzt: #GetUpScaleUp. Die Veranstaltung war geradezu gespickt mit Bekenntnissen zu Nachhaltigkeit und nachhaltiger Finanzwirtschaft. Mehr Informationen über die Seite https://financefortomorrow.com/.

Prinzipien für verantwortungsvolles Bankgeschäft

Gleich zu Beginn der Veranstaltung lancierten 28 Banken unter dem Dach der UNEP Finance Initiative einen Entwurf für die „Principles of Responsible Banking“, die bis zum 29.5.2018 offen für Konsultationen sind. Während sich große Finanzgruppen aus Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Spanien engagiert haben, sucht man deutsche Unterzeichner vergeblich. Allerdings sind Consorsbank, ING Deutschland und Triodos Bank Deutschland über ihre Muttergesellschaften einbezogen. Weitere Informationen und weiterführende Links (EN): hier.

Quelle: http://www.unepfi.org/banking/bankingprinciples/

Vom Grundsatz geht es vor allem um eine Harmonisierung der Geschäftspolitik mit den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, den SDGs und die externe Transparenz. Und in diesem Fall sind Träger der Initiative nicht die Banken, die sich schon für ein wertegetriebenes Bankgeschäft engagiert haben, sondern eben auch globale Geschäftsbanken.

Ohne Nachhaltigkeit ist es Selbstmord

Starke Worte wählte Adrie Heinsbroek, Principal Responsible Investment bei NN Investment Partners, der Vermögensverwaltungsgesellschaft der niederländischen NN Group:

Kaum noch etwas hinzuzufügen, vielleicht noch die positive Formulierung: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0.

 

FNG-Siegel mit starkem Wachstum

Die Anzahl der Fonds, die sich 2018 um das FNG-Siegel beworben haben, lag mit 66 um 40% über dem Vorjahreswert. 65 Fonds wurden ausgezeichnet, davon 25 mit drei und 28 mit zwei Sternen, 11 Fonds erhielten nur einen Stern, ein Fonds keinen, aber das Siegel. Gegenüber der Gesamtzahl von Fonds mit „nachhaltig“ im Etikett bleibt die Anzahl der Bewerbungen allerdings klein: Je nach Datenquelle werden 643 (Scope) bzw. 450 (SBI) genannt.

2018-11-29 FNG

Foto: Gesellschaft für Qualitätssicherung Nachhaltiger Geldanlagen mbH

Auffällig bleibt, dass unter den Fonds die Produktangebote für private Kunden der größten deutschen Fondsgesellschaften völlig fehlen: Deka Investment und DWS Deutschland haben sich gar nicht beworben, Union Investment nur mit Fonds für institutionelle Kunden: FNG-Siegel 2018Präsentation Vergabefeier 29.11.2018

Irgendwas Digitales ist noch keine Digitalisierung

In der Nummer Nummer Neunundfünfzig war ein Teil dem Thema Digitalisierung gewidmet, die kein Selbstzweck ist, sondern sich auch über die SDGs definieren lässt. Einen Tag später erschien ein Beitrag des bekannten britischen Autors, Beraters und Redners Chris Skinner, der diesen Aspekt noch einmal betont:

Er stellt sehr pointiert fest, dass die Banken zwar alle etwas Digitales machen, das Ziel einer digitalen Transformation aber weit verfehlen:

But it is the case that when I take the pulse of the majority of banks doing digital, they are doing stuff that is digitally-related but it is often missing the mark. They are doing apps and redeveloping services, but they’re not really committed to transformation or to really reinvent the bank for the 21st century to compete with Amazon and Alibaba.

Chris Skinner; Are you really ‚Doing digital‘??

Auch der Autor und Philosoph sieht Digitalisierung zu allererst als Mittel zum (nachhaltigen) Zweck:

Apropos: Digitaler Kanal und Kommunikation

Passend zu den Aussagen oben sind auch die Eindrücke über viele „Auftritte“ in sozialen Medien. Viele Betreiber von Kanälen bei Facebook, Twitter etc. verstehen ihre Konten als weiteren Kanal von Einwegbotschaften. Auf Fragen, Kommentare etc. wird kaum oder gar nicht reagiert. Das ist aber für Menschen, die dort unterwegs sind ein klares Signal zum Abschalten.

Die wenigen erfolgreichen und interessanten Auftritte in sozialen Medien zeichnen sich durch ein inhaltliches Konzept und ganz besonders auch durch „Zulesen“ aus, was allerdings eine qualifizierte und vor allem auch ressourcenfordernde Betreuung voraus setzt. Beides ist in Finanzwirtschaft und auch in der Politik eher die Ausnahme.

Dabei lassen sich die guten Kanäle leicht anhand von „gefällt mir“, Abonnenten oder Followern erkennen. Wer das einmal selbst versucht hat, ist erschrocken wie unbeliebt manche Betreiber sind. Die Gründe hierfür sind praktisch immer in Konzeptionslosigkeit und eine wenig qualifizierte bzw. intensive Betreuung zu erkennen.

Ein Beispiel für ein erfolgreicheres Konzept bieten „AINO“ bzw. „Heute in Hamburg“, eine App für „Events, Locations & Wissenswertes in Hamburg“. Betreiber ist eine Tochtergesellschaft der Hamburger Sparkasse Haspa, die Haspa Next GmbH.

Damit soll bei einer jungen lokalen Zielgruppe das erreicht werden, was als „Relevanz“ von morgen gesucht wird (Nummer Achtundfünfzig). Und zwar gerade nicht als schriller Werbe- und Verkündigungskanal, sondern Informations- und Kommunikationsangebot. Damit wird die Zahl der interessierten Nutzer und „gefällt mir“ bei den meisten bundesweiten Finanzdienstleistern deutlich übertroffen.

Finanz-Szene.de: Stefan Effenberg zur Volksbank

Der Bericht von Heinz-Roger Dohms in dem auflagenstarken Branchendienst Finanz-Szene.de vom 4.12.2018 fand für nationales Medieninteresse: Exklusiv: Stefan Effenberg startet zweite Karriere – und wird Banker. Die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden will damit ihre Fussball-Expertise weiter verstärken. In einem Land voller Fussballexperten völlig naheliegend, die Kenntnisse der 229-X Mitarbeiter/-innen für Geschäfte im internationalen Fussball zu nutzen. Hierüber war am 21.11.2018 ebenfalls in Finanz-Szene.de schon berichtet worden: Exklusiv: Das endcoole Kreditbuch einer kleinen thüringischen Volksbank, u.a. mit Atletico Madrid und dem 1. FC Köln als Kunden.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die Liste der nachhaltige100 der Triodos Bank Deutschland führt die in sozialen Medien zu nachhaltigen Themen aktivsten Menschen im deutschprachigen Raum. Investabel® gegenüber dem Vormonat Oktober 2018 von Rang 91 auf 84 geklettert.  Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. Im September 2018 wurde der Blog wieder unter den ersten 100 (auf Platz 97) und im Oktober auf 91 platziert.

Die Akteure der Übersicht waren zu einem Treffen auf dem Heldenmarkt am 17.11.2018 in Berlin eingeladen. Spannend, einmal viele der anderen Blogger persönlich kennen zu lernen!

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunundfünfzig

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Inhalt:  Vorneweg: Und wie sie sich bewegt!; SDGs – Schluss mit der Verwirrung bei Nachhaltigkeit!?; DNS-Aktualisierung: Nachhaltige Finanzwirtschaft drin; Tomorrow macht Nachhaltigkeit bei Finanzen „hip“; SDGs und der Sinn der Digitalisierung; Digitalisierung: Hoher Nutzen in Entwicklungsländern; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

26. November 2018

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg: Und wie sie sich bewegt!

Der Otto-Katalog macht Schluss und die Nachhaltigere Finanzwirtschaft legt ihre neunundfünfzigste Ausgabe vor. Und die fünfunddreissigste im Jahr 2018 wird wohl kaum schon die letzte sein. Nachhaltigkeit in und außerhalb der Finanzwirtschaft hat im laufenden Jahr deutlich an Dynamik, Momentum, Wucht oder wie auch immer gewonnen. Die nachfolgenden Informationen sind dafür ein guter Beleg. So füllt sich die nächste Ausgabe nach der Veröffentlichung einer Ausgabe mit 1.000+ Worten jeweils fast von selbst wieder.

Und dabei kann noch lange nicht alles aufgenommen und kolportiert werden, was es vielleicht gäbe. Manches ist interessant, aber doch nicht interessant genug. Z.B. auch der aktuelle Gang zum Zeitschriftenkiosk:

Capital Magazin vom 22.11.2018 mit dem Titel „Grüne Renditen – Nachhaltige Geldanlage ist das neue Trendthema. Man kann sogar gut damit verdienen – wenn man es richtig macht

FinanzTest vom 13.11.2018: „Nach­haltige Geld­anlagen: Bequem ökologisch und ethisch anlegen“ (Link)

Im aktuellen Heft der Öko-Test vom 22.11.2018 gibt es „Nachhaltige Fischzucht“ und „Frohe Nachhaltigkeit – Viele gute Tipps zum Fest„, leider hat die Redaktion es aber versäumt, Nachhaltigkeit auch bei der „Übersicht Geldanlage für Kinder – Für den guten Start ins Leben„. Eigentlich fatal angesichts der Langfristrisiken, insbesondere aus Klimawandel und Energiewende. Da wurde leider nur auf vergünstigte kurzfristige Zinsangebote, nicht aber auf längerfristige Geldanlagen geschaut, die diesen Namen wirklich verdient hätten.

Nachhaltigkeit quillt derzeit nur so aus den Werbeständern, Wochenprospekten des Lebensmitteleinzelhandels (siehe Alltagsfotos Nachhaltigkeit), vielen auflagenstarken Zeitschriften (s.o.), weniger bekannten Onlineportalen (z. B. enorm-magazin.deutopia.de und sogar der Radiowerbung für Mineralwasser quillt (aktuell: Ensinger SPORT Nachhaltig und modern). Und trotzdem passieren die wirklich wichtigen Dinge eher am Rande und schaffen es auch nur ausnahmsweise (z.B. Tomorrow, s.u.) in die Massenmedien.

Ja, ausnahmsweise einmal eine Art Superlativ: Die nachfolgenden Meldungen sind wirklich wichtige Signale. „Breaking News“ für die „Denglish“-Liebhaber!

Denn:

1. Die verwirrende Vielfalt der z.T. widersprüchlichen externen Nachhaltigkeitsratings könnte ein baldiges Ende haben

2. Die Bundesregierung nimmt Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft endlich ernst

3. Nachhaltigkeit wird nicht nur „Mainstream“, sondern aktuell sogar zu einem hippen Bankangebot

4. Digitalisierung ist als Beitrag zu Nachhaltigkeit leichter zu verstehen, ohne einen sichtbaren Beitrag kann auch alles analog bleiben. Das erschließt sich allerdings in Afrika unmittelbarer als hier. Allerdings: Auf der Konferenz Bits & Bäume wurden am 17. und 18. November 2018 in Berlin den 1.700 (!) Besucher/-innen die vielfältigen Beziehungen zwischen den bedauerlicherweise sehr oft von einander isolierten Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit aufgezeigt: Programm Bits & Bäume.

SDGs – Schluss mit der Verwirrung bei Nachhaltigkeit!?

Nach der Vorstellung des neuen Ratingsystems „DERa“ der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG) drängte sich die Frage auf, wann solche an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) die herkömmlichen Nachhaltigkeitsratings verdrängen werden und damit – endlich – eine einheitliche Transparenz herstellen. DERa durchleuchtet das Finanzierungsportfolio der DEG komplett auf der Basis der 17Ziele und nutzt ein sogenanntes „IOOI-Modell“. Bei diesem Modell werden auf Basis der eingesetzten Mittel (‚Input‘) die konkreten Maßnahmen und Angebote (‚Output‘) erhoben und in der der Stufe ‚Outcome‘ das Ergebnis erhoben. Dies ist konkret die  Veränderung bei der Zielgruppe des Investments.‚Impact‘ als letzte Stufe wird nach dieser Methode erreicht, wenn gesellschaftliche Veränderungen eintreten. (vgl. Nummer Vierundfünfzig bzw. die dort enthaltenen Links zu den Originalquellen).

Die Frage, wann ein IOOI-Modell wie DERa die herkömmlichen Nachhaltigkeitsratings in ihrer verwirrenden Vielfältigkeit ablösen werde, wurde vom Podium mit einem augenzwinkenden Lächeln und Schulterzucken beantwortet. Die Antwort gab es nun knapp einen Monat später: Sehr bald!

„Die SDGs sind dabei eine große Chance, Klarheit und Transparenz für Emittenten, Investoren und Intermediäre zu schaffen. Gleichzeitig sei davor gewarnt, die SDGs allzu leicht als Marketing-Tool verwässern zu lassen. Nur ehrgeizige Ansätze, die eine angemessene Menge an SDG-Zielen ambitioniert adressieren, haben eine Chance, einen wirklichen Mehrwert zu bieten. Die Zeiten dafür sind dringlicher denn je.“

Heisst es im Fazit auf S. 16 eines Papiers der Ratingagentur imug: imug_Impuls_2018 -Wirkungsorientierte Investments zur Erreichung der UN Sustainable Development Goals. S. 8 beschreibt abstrakt exakt jenen Modellansatz, die die DEG bei DERa bereits praktisch für sich umgesetzt hat. imug selbst ist bereits mit seinem „imug Impact 360° Standard“ aktiv, der eine nützliche Entscheidungshilfe für Investoren darstellt und teilweise bereits im institutionellen Bereich genutzt wird (vgl. 16).

Insgesamt ist das Papier von imug sehr informativ in seiner kritischen Abwägung der SDGs als Orientierungsrahmen für Nachhaltigkeit und Investitionsentscheidungen. Der Tenor des Papiers wird aber sehr klar: SRI und ESG mit einer darauf aufbauenden Ratingvielfalt war gestern, die Zukunft wird von den SDGs geprägt – siehe obiges Zitat aus dem Fazit!

DNS-Aktualisierung: Nachhaltige Finanzwirtschaft drin

Im Juni 2018 rief die Bundesregierung zu Konsultation zur anstehenden Aktualisierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) auf. Zum damaligen Zeitpunkt hatte Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft sowie der darauf gerichtete Aktionsplan der EU-Kommission keine sichtbare Bedeutung. Dies stand auch bei dem in diesem Blog veröffentlichten Beitrag Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie im Hintergrund wie auch schon bei dem mitunterzeichneten Offener Brief zum Thema Sustainable Finance an Brüssel und Berlin.

Erfreulicherweise finden sich in der nunmehr dem Deutschen Bundestag von der Bundesregierung vorgelegten Unterrichtung klare Bekenntnisse zum Aktionsplan der EU-Kommission und der Absicht der Regierung, eine Umsetzung voran zu treiben, z.B. auf den Seiten 15 und 28 (Textrahmen): Deutscher Bundestag, Drucksache 19/5700 vom 8.11.2018: Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – Aktualisierung 2018

Tomorrow macht Nachhaltigkeit bei Finanzen „hip“

Die Ausgaben Nummer Siebenundfünfzig und Nummer Achtundfünfzig enthielten bereits Berichte über den offiziellen Start der Tomorrow Bank aus Hamburg am 16.11.2018 und tatsächlich haben die Gründer bisher schon vieles richtig gemacht, z.B. die in der Branche als gelungen angesehene Kampagne und auch den Angang in sozialen Medien.

Quelle: Tomorrow via Facebook

Noch immer ist nicht ganz klar, wie die nachhaltigen Versprechen eingelöst werden sollen, aber immer wieder tauchen neue, ansprechende Bausteine auf. So z.B. der Wirkungsmonitor (Impact Board) in der App:

Quelle: Tomorrow via Tobias Baumgarten @aboutfintech auf Twitter

SDGs und der Sinn der Digitalisierung

Am 14.11.2018 traf sich die Bundesregierung zur Digitalklausur. Am 15./16.11.2018 entwickelte sich dann auf Twitter eine Diskussion, die einiges an Tragweite auf die Sicht der Dinge hat. Ausgelöst haben Sie eine Mitarbeiterin beim Rat für Nachhaltige Entwicklung und die Bundesumweltministerin Svenja Schulze:

Am darauf folgenden Wochenende fand in Berlin die Konferenz „Bits und Bäume“ mit 1.700 Teilnehmenden statt. Die SDGs helfen nicht nur bei der Nachhaltigkeit, sondern auch der Sinnsuche in der Digitalisierung (vgl. auch hier im Blog Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen). Das zweitägige Programm bot vielfältige Einblicke in die zahlreichen Verbindungen zwischen den beiden, oft scheinbar isoliert bearbeiteten Themengebieten: Programm Bits & Bäume 17./18.11.2018.

Wie sich Nachhaltigkeit und Konsum in der analogen Welt besser in Einklang bringen lässt zeigte der zeitgleich ebenfalls in Berlin stattfindende Heldenmarkt mit 200 Ausstellern. In diesem Rahmen organisierte die Triodos Bank Deutschland ein Treffen der #nachhaltige100, Menschen, die in sozialen Medien zum Thema Nachhaltigkeit aktiv sind – vgl. Nummer Achtundfünfzig.

Digitalisierung: Hoher Nutzen in Entwicklungsländern

Wie wichtig die Zusammenhänge zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind, zeigt sich immer wieder, z.B. in Afrika, aktuell in einem von der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG)  in Äthiopien finanzierten Projekt:

Noch immer haben etwa 2 Mrd. Menschen keinen Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen. Und unter diesem Mangel leiden sie nicht nur z.B. in Hinblick auf Lästigkeiten, sondern u.a. auch finanziell, indem sie gezwungen sind teure Dienstleister für den Zahlungsverkehr in Anspruch zu nehmen – internationale Zahlungen bei Western Union & Co können durchaus 20% Provision verursachen! Die in der Gründung befindliche Bank 1bank4all will genau hier und bei den täglich von Nord nach Süd transferierten € 2 Mrd. (!!!) ansonsten und günstige Leistungen anbieten. Andere Anbieter tun dies ebenfalls schon in einer von den Banken aus dem eigenen Kostenblick heraus geöffneten sehr margenstarken Nische!

Diese besteht auch noch mehr als 10 Jahre nach dem Start von M-Pesa in Kenia, einem von der kenianischen Mobilfunkfirma Safaricom in Kooperation mit dem Kommunikationsunternehmen Vodafone entwickelten System. Es wurde Anfang 2007 in Kenia eingeführt und  ermöglicht die Abwicklung von grundlegenden Funktionen des Geldtransfers und des bargeldlosen Zahlungsverkehrs über Mobiltelefone. Zuletzt kam das Unternehmen allerdings aufgrund hoher Ausfälle der mittlerweile ebenfalls eingeführten kleinen und kleinsten Konsumentenkredite in Verruf (vgl. Digitale Mikrokredite sorgen für steigendes Ausfallrisiko, Die Vorbänker 23.11.2018).

Finextra berichtete nun von einer neuen Dimension des mobilen Zahlungsverkehrs auf dem afrikanischen Kontinent: Zwei der größten Mobilfunkanbieter (MTN und Orange) haben sich zu dem Projekt „Mowali“ zusammengeschlossen, um netz- und grenzübergreifende Zahlungen in 22 von 46 Märkten der Sub-Sahara zu ermöglichen. Damit sollen über 100 Mio. mobile Zahlungsverkehrskonten in Echtzeit und zu niedrigen Gebühren verbunden werden.

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Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

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