Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundsiebzig

 

2019-05-25 CO2 Pfade Quaschnik

Titelbild/Bild Prof. Dr. Volker Quaschning, Lehrstuhl für das Fachgebiet Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin am 28.5.2019 via Twitter

Inhalt: Europawahl 2019 – Keine Zukunft ohne Nachhaltigkeit; Zentralbanken und Bankenaufseher zu Klimarisiken; right.open – neues Netzwerk gestartet; Triodos Investment Management: ESG war gestern; Niederlande mit erstem Green Bond und Novum; Klimanotstand durch Politiknotstand; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

28. Mai 2019

Dr. Ralf Breuer

Europawahl 2019 – Keine Zukunft ohne Nachhaltigkeit

Spätestens nach dem heißen Sommer 2018 und den folgenden Landtagswahlen in Bayern und Hessen zeichnete sich die Richtung des Wahlergebnisses bei der Europawahl 2019 in Deutschland sehr klar ab. Dies wurde u.a. in den Ausgaben Nummer Dreiundfünfzig und Nummer Fünfundfünfzig: Weltspartag thematisiert.

2018-10-14 Bayernwahl

Quelle: Twitter/Jörg Schönenborn, WDR, Daten: infratest Dimap

Das Interesse an Nachhaltigkeit im allgemeinen und insbesondere dem Klimaschutz ist seither durch fortlaufende politische Diskussionen auch innerhalb der Bundesregierung und die seit einem halben Jahr stattfindenden Jugendproteste der „FridaysForFuture“ weiter in der Gesellschaft verstärkt worden. Die aktuelle Politik hat dies nicht hinreichend reflektiert: Nummer Einundsiebzig.

Es ist absurd, wenn sich prominente Politiker im Nachgang der Wahl überrascht zeigen und u.a. auf einzelne Videos – z.B. bei YouTube – unmittelbar vor der Wahl hinweisen.

Das deutsche Ergebnis der Europawahl darf in der Höhe der Ergebnisse einzelner Parteien überraschen, nicht aber in Hinblick auf die zugrunde liegenden Entwicklungen. Es reflektiert vielmehr die seit dem Sommer 2018 immer stärker gestiegene Aufmerksamkeit für die Notwendigkeit, dem Klimawandel wirksam zu begegnen. Dies drückt sich u.a. auch in einer Vielzahl von eher informellen Unterstützern der Jugendproteste aus.

2019-05-26 Stimmen Gruene Altersgruppen

Quelle: www.tagesschau.de

Einen interessanten Vergleich bietet die Analyse der CDU-Wähler nach Altersgruppen. Danach lag Bündnis 90/Die Grünen mit der CDU auch bei den 30 bis 40jährigen gleichauf und in der Altersgruppe bis 59 Jahre nur 4%-Punkte hinter der CDU mit 27%.

2019-05-26 Forschungsgruppe Wahlen CDU

Quelle: Forschungsgruppe Wahlen

Bemerkenswert an der Wahlanalyse ist neben der in Wählerbewegungen aufgetretenen Wucht vor allem die Reichweite des Themas Klimaschutz in der Bevölkerung. Bündnis 90/Die Grünen erzielte bei den 25 bis 69jährigen Wählern sehr gleichmäßig Stimmengewinne. Damit erscheint die deutsche Gesellschaft weitaus tiefer von dem Wunsch nach einer wirksamen Bekämpfung des Klimawandels durchdrungen als vielfach angenommen.

Neben der scheinbaren Überraschung der Politik irritiert auch der Umgang der Mehrheit in der deutschen Finanzwirtschaft mit dem Thema Nachhaltigkeit: Deutliche Worte der Finanzmarktregulierung in Zeiten extrem gestiegener Kundeninteressen finden im Produktangebot von Banken und Sparkassen kaum Widerhall. Eher das Gegenteil scheint der Fall, wenn eine neue Werbekampagne des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) für die Ansprache von Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren statt auf Nachhaltigkeit lieber auf dem angeblichen „Megatrend 80er“ mit einem völlig sinnfreien Werbevideo aufsetzt:

Dieses Video löste in Branchenkreisen eher Entsetzen als Kopfschütteln aus. Insbesondere auch bei Personen, die in sehr digital affinen Bereichen tätig sind und vor allem auch das „Nutzererlebnis“ (User Experience, UX) im Fokus haben. Schade, mit den Produktionskosten und den dann noch notwendigen Aufwendungen für Sendezeiten könnte wohl viel „Sinn gestiftet“ werden.

Der Vorstandssprecher der – ebenfalls genossenschaftlichen – GLS Bank sieht jedenfalls Digitalisierung an sich lediglich als Werkzeug: „Digitalisierung hingegen sei kein Geschäftsmodell, sondern ein neutrales Instrument, das man nutzen könne oder auch nicht“. So zitiert auf S. 9 der Maiausgabe des Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Es ist durchaus vorstellbar, weitreichende Teile des Finanzdienstleistungsangebots analog bereit zu stellen. Eine Zukunft ohne Nachhaltigkeit erscheint dagegen unmöglich. So der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Felix Hufeld am 9.5.2019 in Berlin: „Wer langfristig im Finanzsektor erfolgreich sein will, wird am Thema Nachhaltigkeit nicht mehr vorbeikommen“ (Pressemitteilung vom 9.5.2019, vgl. auch Nachbericht im BaFinJournal Mai 2019). Die Praxis vermittelt dagegen vielfach den Eindruck, dass eher Digitalisierung als existenzsichernd und Nachhaltigkeit als Beiwerk angesehen wird.

Zentralbanken und Bankenaufseher zu Klimarisiken

Unter dem Titel „A call for action – Climate change as a source of financial risk“ hat das Netzwerk „NGFS – Network for Greening the Financial system“ die aktuelle Sicht von 34 vertretenen Zentralbanken und Bankaufsichtsbehörden zusammengefasst. Deutsche Bundesbank und BaFin sind gemeinsam in diesem weltweiten Netzwerk vertreten.

Der Klimawandel ist Ursache für eine Reihe von Risiken im Finanzmarkt und wird vom NGSF als wesentlich für die Finanzmarktaufsicht und Regulierung angesehen. Die Wirkungsmechanismen werden in der nachfolgenden Grafik auf Seite 14 im Bericht zusammengefasst:

2019-05-25 NGFS Climate-Financial

Quelle: NGFS – A Call for Action, April 2019

Die BaFin hat als Gründungsmitglied den Bericht des NGFS im aktuellen Journal thematisiert: BaFinJournal Mai 2019 S. 33f.

Eine Empfehlung des Berichts besteht in der verstärkten Berücksichtigung von Klimarisiken in der finanziellen Berichterstattung und bei der Bewertung der Finanzmarktstabilität. Hierzu werden aktuell verschiedene Instrumente entwickelt. Ein neues Projekt wurde am 23.5.2019 in Deutschland offiziell gestartet:

right.open – neues Netzwerk gestartet

right.open  ist ein interdisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk mit starker deutscher Beteiligung. Es widmet sich der Messbarkeit von Klimarisiken. Kern der Aktivität ist die Weiterentwicklung des sogenannten „XDC-Modell“: „right. based on science hat ein wissenschaftsbasiertes Modell entwickelt, welches Entwicklern von Strategien zum Übergang in eine <2°C-Welt ein Handwerkszeug bietet. In einem Team mit Hintergrund in Rechts-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften, sowie in Psychologie und Mathematik widmet sich right. der Entwicklung des sogenannten XDC-Modells, welches auf Basis klimawissenschaftlicher Erkenntnisse und regulatorischer Anforderungen die wissenschaftsbasierte Klimametrik X-Degree Compatibility („XDC“) berechnet.“

Initiator und Betreiber des Netzwerks ist right. based on science, ein im August 2016 gegründetes Informations- und Beratungsunternehmen, das den Beitrag einer einzelnen wirtschaftlichen Einheit, wie z.B. eines Unternehmens oder einer Anleihe, zum menschengemachten Klimawandel misst. right.open wird dabei als offene Plattform, ohne unmittelbare wirtschaftliche Interessen betrieben.

Beim Kick-off am 23.5.2019 in Frankfurt waren neben Wissenschaft und Wirtschaft auch HSBC Deutschland als Bank sowie die BaFin als Aufsichtsbehörde auf dem Podium vertreten. Frank Pierschel, der „Chief Sustainable Finance Officer“ und „Head of International Banking Supervision“, betonte noch einmal den aus Sicht der BaFin gegebenen dringenden Handlungsbedarf. Dieser bestehe bei Nachhaltigkeit zur Gänze und nicht nur dem Teilaspekt Klimawandel bzw. -risiken. Diese Sicht hat die BaFin nicht nur in ihrem aktuellen Journal (s.o.), sondern auch in den aktuellen BaFinPerspektiven Ausgabe 2|2019 ausführlich thematisiert.

Triodos Investment Management: ESG war gestern

Triodos Investment Management (verwaltetes Vermögen € 4,2 Mrd.) schärft das Profil seiner Anleihe- und Aktienfonds. Nicht mehr Nachhaltigkeit, sondern Wirkung steht im Vordergrund. Damit erfolgt auch eine Veränderung der Anlagestrategie, von „sozial verantwortungsbewußter“ Anlage (Socially Responsible Investing, SRI) hin zu „wirkungsorientierter“ Anlage (Impact Equities and Bonds). Die bisherige Palette von vier Fonds wurde umbenannt und durch zwei weitere Mischfonds mit defensiven und einer offensiven Anlagestrategie ergänzt (Press Release 15 May 2019 (EN).

Niederlande mit erstem Green Bond und Novum

Die Niederlande hat am 21.5.2019 den ersten staatlichen Green Bond mit einem Volumen von knapp € 6 Mrd. platziert. Die 20jährige Staatsanleihe ist der erste Green Bond der höchsten Ratingstufe „AAA“ mit einer Rendite von 0,557 %. Mit Geboten für ein Volumen von € 21,2 Mrd. war die Anleihe deutlich überzeichnet.

Die Überzeichnung wurde von der niederländischen Finanzagentur für ein weiteres Novum genutzt: Sie wählte teilweise Käufer, die eine entsprechende „grüne“ Ausrichtung haben (green real money accounts). Quelle: Dutch State Treasury Agency, Einschätzung www.reuters.com.

Klimanotstand durch Politiknotstand

Wissenschaftler sehen in Deutschland ein deutliches Defizit im politischen Handeln, um die Ziele des Klimaabkommens von Paris 2015 zu erreichen. Nachstehend eine Grafik, die Prof. Dr. Volker Quaschning, Lehrstuhlinhaber für das Fachgebiet Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin am 28.5.2019 via Twitter verbreitete.

Bereits die vorausgegangene Ausgabe Nummer Einundsiebzig widmete dem Thema Politiknotstand/Klimanotstand im Vorfeld der Europwahl.

Zwischenzeitlich haben weitere deutsche Städte den Klimanotstand erklärt: Bad Segeberg (22.5.19) Kiel (erste Landeshauptstadt, 15.5.19), Ludwigslust (16.5.19), Lübeck (23.5.19) Münster (22.5.2019) und Tönisforst (erste Stadt in NRW, 16.5.19).

Im Ausland haben bereits u.a. Großbritannien und Irland sowie kommunal/regional die Stadt Mailand und acht Kantone der Schweiz (u.a. Basel, Bern, Genf und Zürich) den Klimanotstand erklärt. Eine laufend aktualisierte Liste findet sich bei: www.klimabuendnis-hamm.de

In eigener Sache

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das „FNG-Siegel“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundfünfzig

2018-11-14 Green Bonds 500

Beitragsbild/Bild: Environmental Finance

Inhalt:  Herbst 2018: Der Finanzmarkt wird bunter; Es grünt weiter an den Anleihemärkten; Deutsche Börse mit neuem Segment; BlackRock bietet Green Bonds für alle; Brown to Green Report: Viel Lärm, wenig Taten; Neue Angebote für nachhaltige Finanzdienstleistungen – Tomorrow + Vividam; Sparkassen: Suche nach der Relevanz von morgen; Treffen #Nachhaltige100; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

21. November 2018

Dr. Ralf Breuer

Herbst 2018: Der Finanzmarkt wird bunter

Die Deutsche Börse AG eröffnet ein Segment für „grüne Anleihen“, die DZ Bank platziert „blaue Schuldscheine“, Tomorrow bietet nachhaltige Girokonten, Vividam nachhaltige Geldanlagen: Der deutsche Finanzmarkt hat in kurzer Zeit weiter an Farbe gewonnen. Einige aktuelle Inspiration für Sparkassen, die sich aktuell auf dem FI-Forum, der Hausmesse der Finanz Informatik (FI) in Frankfurt, auf die Suche nach der Relevanz von morgen begeben haben. Und vielleicht findet sich ein Schlüssel: „Regionalität nutzen, um gesellschaftlichen Nutzen vor Ort zu stiften“ findet sich auf Twitter (s.u.) könnte passen.

Es grünt weiter an den Anleihemärkten

In den elf Jahren seit seiner Existenz hat das Volumen der begebenen „grünen Anleihen“ (Green Bonds) kürzlich die Schwelle von USD 500 Mrd. überschritten. Davon entfielen USD 162 Mrd. auf das Jahr 2017 sowie USD 132,7 Mrd. auf das laufende Jahr bis November. Einige Beobachter gehen davon aus, das bereits jetzt das Volumen des Vorjahres erreicht wurde. Die Erwartungen für das gesamte Jahr 2018 stehen bei USD 210 Mrd. (vgl. Climate Bonds Initiative).

Immer mehr Emittenten und Varianten

Neben der Commerzbank und der KfW Gruppe (Nummer Fünfundfünfzig: Weltspartag) sind weitere Finanzinstitute zuletzt aktiv geworden: ING Grouß begab insgesamt € 2,6 Mrd. und nach dem Debut der DZ Bank (€ 250 Mio., Nummer Einundfünfzig) wurde für den Jahresbeginn 2019 eine Emission der Tochter DZ Hyp avisiert (DZ Hyp primed to start green bond project after post-merger debut). DZ Hyp ist einer der größten Emittenten für „gedeckte Anleihen“ (covered bonds), zu denen Hypothekenpfandbriefe zählen. Während die meisten Green Bonds unbesicherte Unternehmensanleihen mit einer zweckgebundenen Mittelverwendung sind, steigt der Anteil der Anleihen, deren Rückzahlung und Verzinsung unmittelbar mit den finanzierten Projekten gedeckt wird. Der insgesamt steigende Anteil liegt gemäß Moody’s aktuell bei etwa 17%.

Green Bonds nur eine Erscheinungsform

Anleihen mit nachhaltigen Finanzierungszwecken orientieren sich vermehrt auch an anderen nachhaltigen Entwicklungszielen als dem Klima- und Umweltschutz, z.B. dem Schutz der Ozeane oder sozialen Zwecken. So gat due DZ Bank kürzlich eine Privatplazierung im Genossenschaftssektor arrangiert, die ausschliesslich Projekten in den Bereichen Wasser und Maritimes dient.

Deutsche Börse mit neuem Segment Green Bonds

Am 12.11.2018 gab die Deutsche Börse AG die Eröffnung ihres neuen Marktsegments bekannt Pressemitteilung 12.11.2018: „Die Deutsche Börse hat ein neues Segment für Green Bonds an der Frankfurter Börse eingeführt. Darin sind zum Start 150 Anleihen enthalten, die den Green Bond Principles der International Capital Markets Association entsprechen. …

… Die Green Bond Principles der International Capital Markets Association berücksichtigen unter anderem die Verwendung des Emissionserlöses, den Prozess der Projektauswahl, das Management und das fortlaufende Reporting.

Das Green Bond-Segment ist Teil eines großen Ganzen. Die Deutsche Börse setzt sich bereits seit Längerem für nachhaltige Finanzierung ein. Neben einem Produktportfolio von rund 100 Nachhaltigkeitsindizes hat die Deutsche Börse in diesem Jahr gemeinsam mit dem Hessischen Wirtschaftsministerium das Green and Sustainable Finance Cluster Germany initiiert. Die Initiative verfolgt das Ziel, die Expertise rund um das Thema nachhaltige Finanzwirtschaft effizient zu nutzen und konkrete Handlungsansätze für die Zukunftsfähigkeit von Finanzmarktstrukturen umzusetzen – national wie international.“

Die Deutsche Börse folgt damit den Nachbarbörsen in London und Luxemburg, die bereits 2015 bzw. 2016 entsprechende Segmente eröffneten.

BlackRock bietet Green Bonds für alle

Die Möglichkeiten einer privaten Geldanlage in Green Bonds waren bisher für private Anleger auf einige wenige  Investmentfonds beschränkt. BlackRock hat nun diesen Markt zunächst in den USA mit einem ETF (Exchange-trade fund) geöffnet, dem iShares Global Green Bond ETF, mit dem auch private Anleger mit kleinen Beträgen und geringen Kosten in den global stark wachsenden Markt investieren können (weitere Informationen (EN)). Es ist zu erwarten, dass sich die starke Zunahme nachhaltiger Anlagevarianten bei diesem (vgl. Nummer Vierundfünfzig) und weiteren Anbietern rasch fortsetzt.

Brown to Green Report: Viel Lärm, wenig Taten

Der kürzlich erschienene „Brown to Green Report“ des New Climate Institute stellt den Industriestaaten der G20 ein schlechtes Zeugnis für den Klimaschutz aus. Danach müssten die Staaten in der Summe ihre CO2-Emissionen bis 2030 halbieren, im den Temperaturanstieg auf 1,5% zu begrenzen. Derzeit sei von einem Anstieg um 3,2% auszugehen. Lediglich Indien habe derzeit die Nähe einer Zielerreichung umsetzen können. Einzelheiten: Informationsseite Brown to Green Report 2018 (EN).

Neue Angebote für nachhaltige Finanzdienstleistungen

Tomorrow

Wie avisiert startete am 16.11.2018 das Angebot der Tomorrow Bank aus Hamburg (vgl. S. Nummer Sechsundfünfzig und Nummer Siebenundfünfzig). Auf die immer wieder gestellte Frage, wie die Mittelverwendung und damit die Aktivseite nachhaltig gestaltet werden sollte, gab Tomorrow jetzt eine vorläufige erste Antwort per Mail in ihrem Newsletter vom 16.11.:

€ 50.000 sollen in die Finanzierung von Mikrokrediten investiert werden: „Zum Start investieren wir in einen Mikrofinanzfonds, der mehrere Dutzend Institute weltweit finanziert. Der Fokus liegt auf Süd- und Mittelamerika, Asien und Osteuropa. Im Schnitt betragen die Mikrokredite rund 1.300€ und werden zum großen Teil an Frauen ausgehändigt. Häufig bieten die Institute den Kreditnehmer*Innen auch Weiterbildung an, z.B. Kurse in Buchhaltung, um das Mikrounternehmen erfolgreicher leiten zu können. Während solche Angebote den Kunden neue Perspektiven eröffnen, senken sie für die Mikrofinanzinstitution das Kreditausfallrisiko.“

Nähere Informationen zu dem gekauften KCD Mikrofinanzfonds III finden sich hier.

Vividam – nachhaltige Vermögensverwaltung

Nach ebenfalls längerer Anlaufphase startet mit Vividam ein hybrides Online -Anlageangebot. Die Anlagestrategien sollen mit aktiv gemanagten Fonds umgesetzt werden, die sich an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen orientieren. Derzeit stehen drei Strategien mit 30, 50 und 70% Aktienquote zur Wahl. Aufbauend auf einer Einmalanlage von € 3.500 können auch Sparpläne ab € 75 monatlich abgeschlossen werden. Einzelheiten und das Angebot: www.vividam.de/

Sparkassen: Suche nach der Relevanz von morgen

Auf dem FI-Forum, der Hausmesse der Finanz Informatik (FI) in Frankfurt, begeben sich die Sparkassen vom 20. bis 22.11.2018 auf die Suche nach der Relevanz von morgen. Zwar mögen die Versionen 2.0 und 3.0 unklar bleiben, aber 1.0 lautete klar die Versorgung un(ter)versorgter Bedürfnisse der Bevölkerung (vor allem in Städten).

Bild: @aboutfintech via Twitter

Besonders relevant erscheint folgende Feststellung:

Auf der Grundlage der eigenen Spendenvergabe (mit der Gießkanne) wird zwar Gemeinnützigkeit immer wieder betont, aber nicht wirklich im Sinne der obigen Aussage gelebt. Dabei ist genau das die Lösung für die Suche nach der eigenen Relevanz: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0. Wie groß die Potenziale in Einzelfällen sein könnten, lässt sich aus der letzten Übersicht des Fair Finance Guide ableiten, auch wenn dessen Perspektive eher nach innen gerichtet ist:

2018-10-30 FairFinanceGuide

Quelle: Bankencheck 3.0 – Fair Finance Guide

Treffen #nachhaltige100

Die Triodos Bank Deutschland hatte am 17.11.2018 zum Treffen der #nachhaltige100 eingeladen: Menschen, die in sozialen Netzwerken zum Thema Nachhaltigkeit aktiv sind. Die Bank aktualisiert monatlich in ihrem Blog eine Liste mit den Aktivitäten: #nachhaltige100. Investabel® wird derzeit auf Rang 91 geführt.

Der Heldenmarkt, eine Messe für nachhaltigen Konsum, bildete in Berlin den Rahmen. Mit bettervest, Facing Finance e.V., GLS Bank, Oikocredit, Triodos Bank Deutschland, Umweltbank waren einige nachhaltige Finanzangebote bzw. Beobachter vertreten. Es war interessant, sich mit den Ausstellern und vielen der in den Medien aktiven Menschen einmal persönlich kennen zu lernen und sich auszutauschen.

Dabei gab es auch ein Plakat zu sehen, dass die Vielfalt der nachhaltigen Angebote für private Menschen eindrucksvoll zusammenstellt:

Quelle/Bezug: https://www.hilfswerft.de/poster/

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundfünfzig

2018-11-08 GABV

Beitragsbild/Bild: Global Alliance for Banking on Values

Inhalt: Bundesregierung + Nachhaltigkeit: Prominente Schelte; Nachhaltige Finanzen im Parlamentarischen Beirat; …und bei der Deutschen Bundesbank; Tu Gutes und rede darüber!; Dematerialisierung – Nachhaltigkeit und Digitalisierung; Nachhaltigkeit und kognitive Dissonanz; Handelsblatt: Neue Fonds mit Nachhaltigkeit; CSR Kooperationsveranstaltung am 15.11.2018 in Bonn; 16.11.2018: The first Day of Tomorrow!; 17.11.2018: Treffen #nachhaltige100 auf dem Heldenmarkt;  20.11.2018: Globe EU High-Level Conference Brüssel; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

12. November 2018

Dr. Ralf Breuer

Bundesregierung + Nachhaltigkeit: Prominente Schelte

In einem Interview für das Hamburger Abendblatt am 6.11.2018 äußerte sich der frühere Regierende Bürgermeister der Hansestadt Ole von Beust zur Positionierung der großen Parteien unter der Überschrift „Der CDU scheint Nackensteak wichtiger als Nachhaltigkeit“: „Programmatisch versteht die SPD Sozialpolitik immer noch als Alimentierung statt Vorbeugung. Und der CDU scheint das Schweinenackensteak, der Verbrennungsmotor und Arbeit bis zum Umfallen wichtiger zu sein als Nachhaltigkeit und Work-Life-Balance.“ Text: Hamburger Abendblatt 6.11.2018.

Nachhaltige Finanzen im Parlamentarischen Beirat

Über den Fragenkomplex der „Nachhaltigen Finanzen“ und die Pläne der EU-Kommission für eine Nachhaltigkeits-Taxonomie hat der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung unter Leitung von Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU) am Mittwoch, 7. November 2018, mit drei Experten in einem öffentlichen Fachgespräch diskutiert.

Die Experten waren:

Kristina Jeromin, Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeit bei der Deutschen Börse AG: „Das ist kein Nischenthema, sondern sollte uns als Wirtschaftsstandort permanent ganz zentral interessieren. Das derzeitige Finanzsystem sei den heutigen Herausforderungen nicht mehr gewachsen. Es sei nicht in der Lage, mit dem Klimawandel, den demografischen Veränderungen und den internationalen Migrationsbewegungen derart umzugehen, dass es die Realwirtschaft nach wie vor zur Wertschöpfung befähigt.“

Dr. Bert Flossbach, Vermögensverwaltung Flossbach von Storch: Begrüßenswert, so Flossbach, sei die Betonung der Längerfristigkeit im Aktionsplan der EU-Kommission. Der größte Feind der Nachhaltigkeit sei schließlich kurzfristiges Denken, sagte der Vermögensverwalter. Ein Beispiel dafür sei die Finanzkrise gewesen, als die kurzfristig ausgerichtete Gewinnmaximierung der Banken zu einem Kahlschlag geführt habe.“

Dr. Andreas K. Gruber, Deutsche Kreditbank (DKB): Finanzmarktakteure müssten zudem Nachhaltigkeit als Kernthema begreifen, „nicht nur als grüne Visitenkarte“. Neben der Digitalisierung müsse Nachhaltigkeit das zweite Mega-Thema für Kreditinstitute sein, die damit nicht nur wachsen könnten, „sondern im gleichen Atemzug für eine nachhaltigere Welt sorgen“

…und bei der Deutschen Bundesbank

Einige Auszüge aus dem Bericht über eine Veranstaltung in ihrem Berliner Sitz Green Finance: NGFS/CEP-Konferenz bei der Bundesbank 09.11.2018, den die Deutsche Bundesbank auf ihrer Internetseite veröffentlichtet:

Welche Rolle spielen Zentralbanken bei der Bekämpfung des Klimawandels? Diese Frage diskutierten über 100 Teilnehmer bei einer zweitägigen wissenschaftlichen Konferenz in Berlin. Das Central Banks and Supervisors Network for Greening the Financial System (NGFS) und der Council on Economic Policies (CEP) haben hierzu zu einer Konferenz über den Einfluss von Klimarisiken auf Finanzmärkte, Finanzstabilität und Geldpolitik in den Räumlichkeiten der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Berlin eingeladen.

Für Bundesbankvorstand Sabine Mauderer ist gesamtgesellschaftlich die Förderung eines grünen Finanzsystems längst keine Frage des Ob mehr, sondern eine Frage des Wie, angesichts der beispiellosen Herausforderungen des Klimawandels.

Benoît Cœuré, Direktoriumsmitglied der EZB und zuständig für Marktoperationen, befasste sich in seinem Vortrag ausführlich mit dem Einfluss des Klimawandels auf die Geldpolitik. Nach seiner Ansicht kann der Klimawandel das richtige Erkennen von Schocks für den mittelfristigen Inflationsausblick weiter erschweren und die Gefahr extremer Ereignisse erhöhen.

Der Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling bezeichnete grüne Investments als aufsteigenden Stern am Finanzhimmel.

Mit dieser Konferenz haben das NGFS und das CEP den akademischen Austausch mit Expertinnen und Experten außerhalb des Zentralbanksektors weiter gefördert. Die zahlreichen Ideen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen in den Fortschrittsbericht des NGFS einfließen, dessen Veröffentlichung für April 2019 geplant ist.

Tu Gutes und rede darüber!

So hat es jedenfalls der Allianz-Konzern im Rahmen seiner Berichterstattung über das dritte Quartal 2018 getan. Zwar nicht in der Analystenkonferenz, aber immerhin mit der nachfolgenden Grafik:

2018-11-09 Allianz Q3 Nachhaltigkeit

Quelle: www.allianz.com

Dematerialisierung – Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Es gibt viele Berührungspunkte zwischen den Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung (vgl. Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen). Finanzielle Inklusion, Finanzbildung, Bildung, administrative Anwendung u.v.a.m. ist nicht mehr an physische Infrastruktur gebunden. Dies zeigt sich bei vielen Entwicklungen in Entwicklungs- und Schwellenländern, ganz besonders in Afrika. Die Abschaffung physische Güter, die „Dematerialisierung“ durch Digitalisierung ist dagegen ein relativ neuer, wenig gebrauchter Begriff, obwohl das papierlose/-arme Büro durchaus geläufig ist. Der Begriff klingt vielleicht etwas wie der Beamer von Scotty im Raumschiff Enterprise, hat aber einen sehr konkreten Hintergrund.

Zunächst einmal stellt sich immer die Frage, was eine echte Innovation ausmacht. Darüber streiten sich bekanntlich viele Geister. Wer nur an schnellere Pferde gedacht hätte, wäre nie bei Autos, Flugzeugen, Eisenbahnen etc. gelandet (Chris Skinner). Insofern beinhalten Innovationen die Aufhebung und/oder deutliche Verschiebung von (physischen) Grenzen. Über das Meer kamen irgendwie immer wieder irgendwelche Menschen, aber nicht so sicher wie heute.

Ein Beitrag (FinTech – Neue Medien, alte Regeln) hat die Erfolgskriterien neuer Angebote beleuchtet: Es geht um die Lösung bzw. Beseitigung von bestehenden Problemen, nicht um solche, die wir ohne die neuen Lösungen gar nicht gehabt hätten. Und Kopien an sich sind per se nicht innovativ. Heinz-Roger Dohms hat am 6.11.2018 in Finanz-Szene.de einmal die „Digitalfabrik“ der Deutschen Bank näher beleuchtet. Da ist nichts dabei, was es nicht schon gäbe: Der große Check – wie digital ist die Deutsche Bank wirklich?. Die Idee, kostenlos Kundenkarten auf dem Smartphone zu verwalten, ist bereits mehrfach realisiert. Wieso muss sich hier die Bank noch „nützlich“ machen wollen?

Mit der virtuellen Verwaltung von Kundenkarten ist aber auch die Schleife zur „Dematerialisierung“ gezogen: Wieso überhaupt physische Kundenkarten, wenn es auch komplett ohne geht? Spart Material, Energie, Transport und Platz in der Brieftasche. Die Drogeriekette Rossmann und Edeka haben genau das bereits mit ihren Apps realisiert. Keine physischen Karten und Coupons, sondern direkte Verrechnung an der Kasse.

Und die chinesischen Zahlungsgewohnheiten haben sich bis zu den Bauernmärkten von physischen Kreditkarten gelöst. Gezahlt wird über QR-Code, für den es einen globalen Standard gibt. Der Code zum Einlesen der Empfängerdaten für die Zahlung hängt dann evtl. am Hals des Esels vor dem Karren: No cash, no cards: paying by phone rules in China’s cultural revolution. Diese Version wird als „Active Payment“ bezeichnet, bei der Zahlungspflichtige die Empfängerdaten einliest. Eine zweite Version ist „Passive Payment“ bei der der Zahlungsempfänger einen einmaligen Code vom Smartphone des Zahlungspflichtigen ausliest. Für Kunden von AliPay funktioniert das mittlerweile auch in europäischen Luxusgeschäften, WMF-Stores, Flughäfen und in New Yorker Taxis. Der Vorteil dieser Verfahren ist die Unabhängig von stationärer Infrastruktur und Stromversorgung. Im Prinzip funktionieren alle Geräte mit einer Kamera als Terminals. Mehr zu Zahlungen mit QR-Codes in einem anschaulichen Artikel vom 23.8.2018 bei Payment & Banking: Kilian Thalhammer/Maik Klotz: QR-Code – vom Saulus zum Paulus.

Bei 130 Mio. Bank- und Kreditkarten in Deutschland, die längs aneinander die Strecke von 11.000 km – Nordkap bis Kapstadt – ergeben, eine durchaus bedenkenswerte Alternative, vor allem in Hinblick auf die Chips mit wertvollen Rohstoffen, die wir kaum genutzt und oft ein erklecklicher Anzahl durch die Gegend tragen. Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe für das Material der Karten ist nur eine zweitbeste Alternative: Karte bio, alles gut? – Leider nicht….

Nachhaltigkeit und kognitive Dissonanz

Sport treiben, gesünder Essen, umweltfreundlich Leben: Anspruch und Wirklichkeit klaffen in unserem Verhalten oft auseinander. (Nicht-)Handeln wider besseres Wissen wird als „kognitive Dissonanz“ bezeichnet. Ein Beitrag von GEO stellte fest: Nachhaltiges Leben ist ein Tummelplatz der kognitiven Dissonanzen (Peter Carstens, Warum wir uns so leicht selbst betrügen, 10.1.2018).

In der deutschen Finanzwirtschaft scheinen in Bezug auf Nachhaltigkeit die kognitiven Dissonanzen aktuell besonders stark ausgeprägt zu sein:

1. Nachhaltigkeit in der Kreditwirtschaft ist in Deutschland nach wie vor ein Rand- bzw. Nischenthema, was nach vielen Expertenurteilen (s.o.) unangemessen ist. In vielen Nachbarländern nicht! Aktuell hierzu zwei Beiträge in „Die Farbe des Geldes“, dem Blog der Triodos Bank Deutschland: Michael Rebmann: Die deutsche Finanzbranche schläft einen tiefen Schlaf, 6.11.2018Ralf Breuer: Deutsche Banken hinken bei Nachhaltigkeit hinterher, 25.10.18.

2. Auch den Bereichen, in denen die geschäftspolitische Bedeutung von Nachhaltigkeit erkannt wurde, wird nicht konsequent danach gehandelt. Ein leider sehr anschauliches Beispiel ist die Union Investment als zentraler Fondsdienstleister der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Das Thema wurde in verschiedener Form relativ prominent dargestellt, u.a. in der Rede des Vorstandsvorsitzenden bei der Jahrespressekonferenz (Rede von Hans Joachim Reinke am 22.2.2018, S. 19f.). Am 6.6.2018 lud die Union Investment bereits zu ihrer siebten Nachhaltigkeitskonferenz ein. Tenor: Union Investment bleibt beim Thema Nachhaltigkeit auch zukünftig in einer Vorreiterrolle.

Am 7.11.2018 publizierte das Unternehmen eine Studie, die großes Interesse der deutschen Sparer an diesem Thema feststellt. Allerdings zeigt die Präsentation zur Jahrespressekonferenz 2018, das nur € 2,8 Mrd. der € 136 Mrd. Anlagen privater Kunden nachhaltig investiert sind (Präsentation S. 6), was im Umkehrschluss viel Absatzpotenzial signalisiert.

Der FairWorldFonds wurde von GLS Bank und KD Bank initiiert, wird den Genossenschaftsbanken nach Nachfrage vertrieben. Er wird auf der Informationsseite unter „Bankenindividuelle Fonds“ geführt, bei denen die Union Investment sich als Dienstleister, nicht als Produkteigner sieht. Dies ist auch bei fünf weiteren Fonds „KCD Union Nachhaltig …“ der Fall, die für eine Gruppe kirchlicher Banken aufgelegt wurden und nur über diese erworben werden können.

Die drei „offiziellen“ Nachhaltigkeitsprodukte der Gesellschaft ein Anlagevolumen von zusammen etwa € 750 Mio. (Stand: Oktober 2018) aufweisen, hat der FairWorldFonds die Marke von € 1 Mrd. trotz der schmaleren Vertriebsbasis und einer elfmonatigen Schließung für neue Anleger knapp überschritten. Die fünf Fonds aus der „KCD-Union Nachhaltig“-Serie haben aktuell (8.11.2018) ein kumuliertes Volumen von etwa € 450 Mio. – Ein Hinweis auf kognitive Dissonanz?

If you wanna make the world a better place
Take a look at yourself and then make that change

(Michael Jackson, Refrain zu „Main in the Mirror“, 1988)

Handelsblatt: Neue Fonds mit Nachhaltigkeit

Auch im November 2018 hat Susanne Bergius wieder eine pralle, sehr lesenswerte Ausgabe produziert: Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments. S. 7ff. beschreiben die aktuelle Entwicklung im Fondsgeschäft. Tenor: Immer mehr Wirkungsorientierung. Auf S. 10 eine interessante, wahrscheinlich aber nicht vollständige Liste neuer bzw. umgestellter Fonds und ETFs.

Mehr Informationen, mehr Veranstaltungen…

Zur Illustrierung neben den oben beschriebenen Veranstaltungen bzw. Ereignissen ein kleiner Auszug aus den Terminen in den kommenden acht Tagen:

CSR Kooperationsveranstaltung am 15.11.2018 in Bonn

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg und das CSR Kompetenzzentrum Rheinland organisieren eine Veranstaltung zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften: „Wir haben den Dreh raus! Fachkräfte gewinnen und binden mit Lebensfinanzplanung“. Niemand würde protestieren, „nachhaltig solide Finanzen“ als Ziel einer solchen Finanzplanung zu nennen. In der Moderation soll aber ganz deutlich werden, das wir und mit dem Begriff Nachhaltigkeit schwer tun: Dauerhaft ist nicht auch nachhaltig!

Die zweistündige Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Anmeldung über IHK Bonn/Rhein-Sieg

16.11.2018: The first Day of Tomorrow!

(Wiederholung aus Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundfünfzig)

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Beitragsbild: Tomorrow GmbH Hamburg

Ausnahmsweise mal Englisch hier: Am 16.11.2018 beendet das Projekt Tomorrow seine Beta-Testphase und will mit nachhaltigen Finanzdienstleistungsangeboten an den Markt gehen.

Hier die Ideen zum Start im Originaltext:

DEIN GELD, DEIN IMPACT. UNSER NACHHALTIGKEITS-VERSPRECHEN.
1. Sparen mit Sinn – die besten & sinnvollsten Geldanlagen rund um Zukunftsbranchen wie regenerative Energien, Elektromobilität und Bio-Landwirtschaft.

2. Die Impact Card – eine Kreditkarte, die Bäume pflanzt. Mit jeder Zahlung finanzieren wir unseren „Wald von morgen“. Die Erträge fließen in soziale & ökologische Projektarbeit.

3. Nachhaltige Verwahrung der Einlagen – bei uns fließt kein Cent in Rüstung, Kohlekraft, Gentechnik oder andere Industrien von gestern. Versprochen.

4. Starthilfe für die Firmen von morgen – auf unserer Crowdinvestment-Plattform findet man öko-soziale Projekte und kann direkt investieren.

Zum Beginn der öffentlichen Beta-Testphase im September 2018 wurde bereits kurz in der Nummer Neunundvierzig berichtet: „Das Angebot der Tomorrow Bank aus Hamburg ist derzeit in der öffentlichen Testphase mit einer geschlossenen Nutzergruppe. Auf jeden Fall schon gelungen erscheint das (lindgrüne) Design von Grafiken und Texten, vielleicht mit Ausnahme des etwas hohen Anteils englischer Worte, für die es durchaus auch andere Möglichkeiten gäbe. Dennoch ist das optisch schon mal ein sehr gelungener Start“. Daran hat sich wenig geändert.

Tomorrow berichtet von einer Warteliste mit 3.952 Interessenten. Investabel® ist natürlich neugierig, wann die Warteliste abgearbeitet sein wird und wie viele Kunden aus ihr gewonnen werden können. D’Englisch heisst das dann, wie viele „Onboardings“…

Tomorrow war ursprünglich einmal unter dem Namen „Goodfolio“ an den Start gegangen: Nummer Zwanzig.

Es ist derzeit offen, wie Tomorrow seine Versprechen in Bezug auf die zukünftige Mittelverwendung (Aktivseite) sowie nachhaltige Geldanlageangebote darstellen wird. Auch ein Blick in den öffentlich zugänglichen“Maschinenraum“ des Projekts mit den aktuellen und geplanten Aufgaben bietet da wenig Aufschluss. Die geplanten Fondsangebote werden nur vage hinsichtlich ihrer Eigenschaften beschrieben: Nachhaltige Geldanlage/Fonds. Die interne Mittelverwendung bleibt aktuell ebenfalls offen. Lediglich der Kooperationspartner für das Girokonto wurde bisher bekannt gegeben: Tomorrow nutzt die Systeme und auch die Banklizenz der solarisBank. Pressemitteilung vom 12.4.2018.

Es bleibt deshalb abzuwarten, wie die Angebote tatsächlich ausgestaltet werden. Die unter Fachkollegen sehr ansprechend aufgenommene Kampagne setzt jedenfalls auch hier hohe Ansprüche. Für die Umsetzung: Viel Erfolg!

17.11.2018: Treffen #nachhaltige100 auf dem Heldenmarkt

Die Triodos Bank Deutschland hat die auf ihrer Liste  geführten Menschen hinter Kanälen zum Thema Nachhaltigkeit in sozialen Netzwerken zu einem Treffen auf dem Heldenmarkt in Berlin am 17.11.2018 eingeladen: Um 13 Uhr geht es los. Meet&Greet im exklusiven Raum. Dafür erhälst du an der Kasse ein Bändchen. Danach auf der großen Bühne u.a. mit Milena. Die aktuelle Liste: Die Nachhaltigen Einhundert – mit @Investabel aktuell auf Platz 91.

20.11.2018: Globe EU High-Level Conference Brüssel

Im Europäischen Parlament findet am 20.11.2018 eine hochrangig besetzte Konferenz statt: GLOBE EU High-Level Conference – Missing Links in the Evolution of Sustainable Finance (European Parliament, November 20th, 09:00 – 15:00). Wenig überraschend ist das Programm ohne erkennbares deutsches Engagement. Programm 20.11.2018

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundfünfzig

2018-10-16 Bierkruege

Beitragsbild/Bild: ©picture-alliance/dpa/S. Hoppe via Twitter

Inhalt: Nachhaltigkeit? – Nicht unser Bier?; Erkenntnis aus der Bayern-Wahl; Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein; Zauberwort Nachhaltigkeit: Berater in Bedrängnis; Kontrastprogramm im Ausland; Bank of England mit Konsultationen zu den finanziellen Risiken aus dem Klimawandel; Rahmenwerk für Finanzen und Naturkapital; Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt: „Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

17. Oktober 2018, ergänzt 18.10.2018 (Präsidententreffen Rechnungshöfe)

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeit? – Nicht unser Bier?

Die Deutsche Welle hat in ihrem englischsprachigen Kanal einen interessanten Artikel veröffentlicht: Wie beeinflusst der Klimawandel die Gerstenernte und welche Folgen kann das für den Bierkonsumenten haben: Climate change could cause ’severe‘ global beer shortage. Der Artikel greift auf ernst zu nehmende Quellen zurück: Vermehrte Dürren verringen die Erntemengen für Gerste, was wiederum erhöhte Bierpreise nach sich ziehen könnte. Der vergangene heiße und trockene Sommer gibt den Überlegungen eine nachvollziehbare Plausibilität. Insofern: Nachhaltigkeit ist unser aller Bier! Das sahen die Wähler in Bayern offenbar ähnlich…

Erkenntnis aus der Bayern-Wahl

Spätestens nach den Reaktionen auf die beabsichtigte Rodung im Hambacher Forst und dem aufrüttelnden Weltklimareport sollte es nicht überraschen, dass Nachhaltigkeit bei den Wählern eine hohe Priorität hat. Gleich mehrer Aspekte standen bei den bayerischen Wählern ganz oben auf der Themenliste. Weniger bei den Politikern, was erheblich zur Erklärung des Wahlausgangs beiträgt.

Quelle: Twitter/Jörg Schönenborn, WDR, Daten: infratest Dimap

Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein

Am 16. und 17.10.2018 erschienen in einigen Medien Artikel zur Konferenz der Präsidenten der deutschen Rechnungshöfe: „Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein“. Grundlage ist der Prüfbericht zur Gestaltung der Energiewende in Deutschland: 2018 Sonderbericht – Koordination und Steuerung zur Umsetzung der Energiewende durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die in diesem Zusammenhang gemachten Bemerkungen. U.a. kündigte BRH-Präsident Scheller die Prüfung der Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie an.

2018-10-17 Nachhaltigkeit GA S. 5

Quelle: General-Anzeiger Bonn, 17.10.2018, S.5

Der Artikel als pdf: 2018-10-17 Nachhaltigkeit GA S. 5

Zwischenzeitlich ist auch ein Nachbericht zur Konferenz der Präsidenten der Rechnungshöfen von Bund und Ländern sowie Österreich und der Schweiz erschienen: Präsidentenkonferenz in Bonn (16./17. Oktober 2018) – Nachhaltigkeit rückt in den Fokus der Rechnungshöfe. Das Ergebnis mündete in einer gemeinsamen Erklärung der Präsidenten von Bund und Ländern, die Bonner Erklärung zur Nachhaltigkeit.

Zauberwort Nachhaltigkeit: Bankberater in Bedrängnis

Wieso gibt es nicht mehr nachhaltige Angebote für Privatkunden? Vieles heißt schon nachhaltig – laut Scope aktuell 641 in Deutschland zugelassene Fonds. Allerdings wird der Nachhaltigkeitsbegriff sehr unterschiedlich und weit gefasst interpretiert. Insofern ist es wenig verwunderlich, wenn sowohl Berater als auch Kunden ihre Schwierigkeiten sehen, dass jeweils verpackte Nachhaltigkeitsverständnis nachzuvollziehen.

Susanne Bergius hat diesem Thema im Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments Nr. 10 vom 12.10.2018 unter dem Titel „Zauberwort bring Berater in Bedrängnis“ auf S. 10ff. einigen Raum gewidmet. Vor allem die von der EU-Kommission geplante Beratungspflicht belebt die Diskussion. Vor allem in den großen Finanzgruppen zeigt man sich – diplomatisch formuliert – abwartend in Hinblick auf die Neufassung der Regulierung. Apropos: Für Regulierer ist Nachhaltigkeit bereits „wesentlich“, d.h. Regulierungsgegenstand geworden.

Der Status quo einer niedrigen Marktdurchdringung wird mit den verschiedensten Argumenten begründet: Fehlende Finanzbildung der Kunden, mangelnd Schulung der Berater. Problem sind aber wohl eher die Produkte, hinter die sich die Berater nicht stellen können. Der FairWorldFonds stützt diese These, da er auch vielfach auf eigene Initiative von Kundenberatern im Genossenschaftsverbund angeboten wird. Auf diese Weise hat der Fonds mittlerweile ein Volumen von € 1 Mrd. erreicht.

Zu dieser Einschätzung passen auch die Ausführungen des Finanzberaters André Gauter im letzten Absatz auf S. 13 bei Susanne Bergius mit der Überschrift „Gesunden Menschenverstand wecken“. Er schätzt den Beratungsbedarf auf 10 bis 20 Minuten. Auf die sind Berater leicht vorzubereiten, auch ohne langwierige Lehrgänge. Aus der Erfahrung von Investabel® ist das Thema leicht anzubringen, wenn man sich die Mühe macht. Die Logik ist leicht erklärt.

Kontrastprogramm im Ausland

Paris 28./29.9.2018

Kurz der erfreulichen Beinahe-Verdopplung der Teilnehmerzahl bei Sustainable Finance Gipfel Deutschland (Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland) fand in Paris eine Veranstaltung in ganz anderer Dimension statt: changeNOW konnte mehr als 6.000 Teilnehmer begrüßen. Unter den Sprechern war auch der CEO der Bankengruppe BNP Paribas.

Madrid 16.10.2018

Für weite Teile der deutschen Kreditwirtschaft stellt sich offenbar immer noch die Frage, ob Privatkunden nachhaltige Anlagemöglichkeiten angeboten werden sollen. Auf der Jahrestagung der spanischen Spainsif wurde dagegen am 17.10. in Madrid diskutiert, wie die Barrieren für Privatanleger überwunden werden können.

Großbritannien 15.-19.10.2018

Die Regierung veranstaltet in dieser Woche die erste Green Great Britain Week (Homepage) mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, darunter auch: HSBC Financing the Low Carbon Economy am 17.10.2018.

Terminliste nachhaltige Geldanlagen für Deutschland

Der deutschsprachige Raum ist keineswegs ohne Termine. Erfreulich die große Anzahl von Veranstaltungen zu nachhaltigen Geldanlagen in der Terminübersicht FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen.

Aktuell findet in Hamburg die FINTECH Week statt. Zum Ende lädt comdirect zu einem Treffen von Finanzbloggern ein und ist Veranstalter des comdirect Finanzbarcamp mit Vergabe des finanzblog award. Investabel® wird teilnehmen und freut sich auf viele persönliche Kontakte.

Bank of England mit Konsultationen zu den finanziellen Risiken aus dem Klimawandel

Im Sinne einer vorsichtigen und vorsorglichen Finanzmarktregulierung wird die Bank of England finanzielle Risiken aus dem Klimawandel in der Regulierung verankern. Darüber hinaus verordnet sie eine Verantwortung auf Vorstandsebene. Am 15. Oktober 2018 hat sie die Konsultationen zu einem Entwurf für eine entsprechende aufsichtliche Anordung eingeleitet. Rückmeldungen der Finanzwirtschaft sind bis zum 15. Januar 2019 einzureichen.

Quelle: Twitter/Financial Times vom 15.10.2018

Quellen: Pressemitteilung (EN) vom 15.10.2018Consultation Paper 23/18

Rahmenwerk für Finanzen und Naturkapital

Die „Natural Capital Coalition (the Coalition)“, die „Natural Capital Finance Alliance (NCFA)“ und die niederländische „Vereinigung von Anlegern für nachhaltige Entwicklung (VBDO)“ haben ein Rahmenwerk erarbeitet und veröffentlicht: Connecting Finance and Natural Capital. Es soll Finanzinstitutionen unterstützen, die globalen Auswirkungen der Veränderungen der natürlichen Lebensräume auf ihre Portfolien zu ermessen.

Das Rahmenwerk soll ab November durch eine weltweite Hitzekarte (heat map) sowie eine Datenbank ergänzt werden, mit die Risiken nach Regionen und Branchen besser eingeschätzt werden können. Einen anschaulichen Bericht hierzu gibt es bei TriplePundit: Amy Brown, New Tool Aims to Unlock Natural Capital Integration for Financial Institutions, 15.10.2018.

Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt:

„Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt

Immer wieder neue Schlagwörter in sozialen Medien. Warum nicht einmal einige mit dem Doppelkreuz „#“ markierte Schlagworte zusammenstellen und erläutern? Hashtags bzw. eingedeutscht „Häschtäcks“ sollen grundsätzlich das thematische Auffinden von Botschaften in sozialen Netzwerken erleichtern. Manchmal haben sie aber auch nur einfach den Status eines Mottos oder eher gar keine Bedeutung.

Die Idee entstand zufällig durch eine Fernsehwerbung: Da warb eine Bank im deutschen Fernsehen mit #bankingforfood. Also mal bei Twitter geschaut und daraus wird vielleicht irgendwann mal so etwas wie eine „Häschtäck-o-nomie“ (in Anlehnung an die geplante „Taxonomie“ von Finanzinstrumenten in Hinblick auf Nachhaltigkeit) der europäischen Finanzwelt. Gerne werden weitere Anregungen aufgenommen (Bitte Mail an info@investabel.com).

#Nachhaltigkeit #Sustainability #Durabilité #Sostenibilidad

#nachhaltig #sustainable #durable #sostenible

#SustainableFinance #SustainableFinanceEU – Im März 2018 vorgestellter Aktionsplan der EU-Kommission auf Basis der @HLEG – High Level Expert Group

#h4SF – Hub for Sustainable Finance Germany (Deutsche Börse AG + Rat für Nachhaltige Entwicklung Deutschland), er organisierte am 25.9.2018 den zweiten Sustainable Finance Gipfel Deutschland

#SFGD17, #SFGD18 – Sustainable Finance Gipfel Deutschland, zuletzt 25.9.2018

#SDGs – Die 17 nachhaltigken Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Finance Goals, SDGs)

#ACT4SDGs #WeACT4SDGs (globale Kampagne für die SDGs am 25.9.2018)

#changenowsummit – Veranstaltung am 28.9.2018 mit 6.000 Teilnehmern in Paris und prominenter Beteiligung großer französischer Banken. Im Zuge der Veranstaltung wurde auch ein Schlagwort wiederbelebt:

#ActForImpact – Handeln für positive Nachhaltigkeitswirkungen (im Sinne der SDGs)

#bankingforfood – Initiative der niederländischen Rabobank. Einsatz des Bankgeschäftes um eine zuverlässige Versorgung der Weltbevölkerung sowie faire Bedingungen in den Erzeugerländern zu unterstützen. Mehr dazu auf der deutschen Seite von Rabodirect

#AllemGewachsen (Sparkassen, selten verwendet) – Wozu er wohl kreiert wurde…

#denngeldkannsovielmehr (Triodos Bank Deutschland) – Eher ein Motto…

#PositiverBeitrag #PositiveImpact (Deutsche Bank, aktuelle Kampagne) – Hat definitiv wenig bis nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Leicht zu verwechseln mit #ImpactInv oder #ImpInv für wirkungsorientierte Investments

#sharedichdrum (GLS Bank) – Auch kein schlechtes Motto…

 

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfunddreissig

Inhalt: Offener Brief an Brüssel und Berlin; Top-Adressen der Investmentbranche für den EU-Aktionsplan; Allianz mit Nachhaltigkeitsbericht in neuer Dimension; EU-Aktionsplan im Bundesrat, Minister in Brüssel; Klimarisiken sind evident; Nachhaltigkeit emotionalisiert Bankprodukte; ToMoRRoW ab Juni 2018 mit 100% Nachhaltigkeit mobil

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

16. April 2018, ergänzt 17. April 2018

Dr. Ralf Breuer

Offener Brief an Brüssel und Berlin

Ein breites Bündnis von Finanzakteuren, Wissenschaftlern sowie Organisationen der Zivilgesellschaft und der Kirche formuliert konkrete Forderungen an die handelnden politischen Akteure auf europäischer und deutscher Ebene. Mit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) hat die Weltgemeinschaft wichtige und dringend notwendige Entscheidungen für eine nachhaltigere Entwicklung für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft getroffen. Es ist höchste Zeit, die notwendigen Schritte zur Erreichung dieser Vereinbarungen nun auch in die Tat umzusetzen. Der Finanzindustrie kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, denn Banken und Investoren haben mit der bewussten Steuerung von Geldströmen einen enormen Einfluss auf die nachhaltige Transformation der Gesamtwirtschaft und vieler gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.

Richtigerweise arbeiten sowohl die EU-Kommission als auch das Europäische Parlament aktuell an verschiedenen Gesetzgebungsinitiativen (wie dem „Action Plan: Financing Sustainable Growth“ Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Aktionsplan der EU-Kommission), die konkrete und weitreichende Vorschläge beinhalten, wie die Finanzwirtschaft ihren notwendigen und wichtigen Beitrag leisten und gleichzeitig zu Stabilität beitragen kann. Mehr: Offener Brief zum Thema Sustainable Finance an Brüssel und Berlin.

Top-Adressen der Investmentbranche für den EU-Aktionsplan

The Investment Leadership Group (ILG) ist ein Netzwerk von Spitzenvertretern der globalen Investmentbranche. Es wird vom Cambridge Institute for Sustainable Leadership betreut. Die Mitgliederliste liest sich wie ein Who-is-who der Branche: Aegon Asset Management, Aon Hewitt, First State Investments, HSBC Bank Pension Trust (UK), HSBC Global Asset Management, Natixis Global Asset Management, Nordea, Nuveen, PIMCO, UBP und Zurich.

Im Gespräch mit dem Vizepräsidenten der EU-Kommission Valdis Dombrovskis sagten die Vertreter der ILG der Kommission ihre Unterstützung für den Plan zu: Top investment executives commit to sustainable finance Action Plan in high-level meeting with European Commission. Eine weitere Bestätigung, dass sich Nachhaltigkeit zwischenzeitlich von einer geschäftspolitischen Option zur Branchenlogik entwickelt hat.

Die Gruppe erarbeitet einen methodischen Rahmen für eine Ausrichtung ihrer Tätigkeit an den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs). Vor allem die deutlich verlängerte Perspektive hin zum längerfristigen (finanziellen) Erfolg kommt der Investmentbranche insbesondere im Pensionsgeschäft sehr entgegen.

Allianz mit Nachhaltigkeitsbericht in neuer Dimension

Mit Allianz Global Investors gehört der Konzern zu diesen Branchenführern. Der Nachhaltigkeitsbericht 2017 bringt die Berichterstattung in eine neue Dimension. Üblicherweise wird rückblickend über Kriterien von Ökologie, Soziales und Unternehmensführung und erzielte Fortschritte berichtet. Im Nachhaltigkeitsbericht der Allianz orientiert sich an den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) und den Beiträgen des Konzerns.

Mit dem Bericht wechselt die Perspektive bildlich vom Rückspiegel zur Windschutzscheibe. Der (strategische) Blick nach vorne wird mit der Leserschaft geteilt. Entsprechend ist der Nachhaltigkeitsbericht in englischer Sprache auch betitelt: Responding to tomorrow’s Challenges. Schon die Medienmitteilung vom 12.4.2018 setzt im Titel einen hohen Anspruch: „Allianz im Kerngeschäft ökologisch und sozial noch verantwortungsbewusster – Nachhaltigkeitsbericht 2017 dokumentiert Leistungen der unternehmerischen Verantwortung der Allianz Gruppe, Klimaschutz und soziale Inklusion im Fokus“.

EU-Aktionsplan im Bundesrat, Minister in Brüssel

Für Freitag 13.4.2018 stand der Aktionsplan der EU-Kommission auf der Tagesordnung des Ausschusses für Fragen der Europäischen Union beim Bundesrat. Begleitend zu diesen Beratungen ist auch eine vollständige deutsche Übersetzung des Aktionsplans zugängiglich Drucksache 67/18. Eine kurze kommentierte Version finden Sie im Beitrag Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Aktionsplan der EU-Kommission.

Ebenfalls am Freitag führten Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier Gespräche mit dem EU Finanzkommissar Valdis Dombrovskis. Ergebnisse wurden nicht verlautbart. Allerdings wäre es überraschend, wenn der Aktionsplan bei dieser Gelegenheit nicht angesprochen worden wäre.

Am Dienstag, 10.4. hatte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Klausurtagung der Bundesregierung besucht. Auch hier wurden keine Inhalte kolportiert.

Klimarisiken sind evident

Unter „Klimarisiken“ werden vornehmlich die Auswirkungen von Klimawandel (Erderwärmung) und Energiewende zusammengefasst. Sie sind dafür verantwortlich, dass bestimmte Vermögenspositionen an Wert verlieren. Für absehbar wertlose Positionen hat sich der Begriff „stranded assets“ gebildet, z.B. fossile Kraftwerke.

Klimarisiken gehen allerdings weit über Großinvestitionen hinaus. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2050 150 Mio. Menschen aufgrund der Erderwärmung und insbesondere durch den Anstieg der Meeresspiegel ihre Heimat verlassen müssen.

Die Energiewende hat aber auch die Bilanzen deutscher Finanzinstitute erreicht: Volkswagen Financial Services berichtete von rückläufigen Restwerten in Leasingverträgen für Dieselfahrzeugen. Dies trifft unmittelbar auch auf die Bewertung von Sicherheiten zu.

Auf die Energiewende und sinkende Restwerte dürfte auch die Verschiebung des Börsengangs bei Automobildienstleister Leaseplan sein, der mit 1,7 Mio. in 30 Ländern tätig ist. Der Basisprospekt für Wertpapieremissionen beschreibt sinkende Restwerte (bzw. Wiederverkaufswerte) als zentrales Risiko des Unternehmens.

Ein weiteres Beispiel sind Handwerksbetriebe, die sowohl operativ (Dieselfahrverbote) als auch investitionsseitig (Fuhrpark) von der Energiewende betroffen sein können. Betroffen ist auch das produzierende Gewerbe, da z.B. für elektrisch betriebene Fahrzeuge ganz andere und deutlich weniger bewegliche Komponenten benötigt werden.

Klimarisiken beschäftigen auch die Bankaufsichtsbehörden in Europa. Das aktuelle Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments vom 13.4.2018 gibt auf den Seiten 3ff. und 11 Einblicke in die Sicht bei der Deutschen Bundesbank (S. 3ff.) und der Niederländischen Zentralbank.

Nachhaltigkeit emotionalisiert Bankprodukte

In seinem Beitrag Können Banken glücklich machen? beschreibt Jörg Forthmann (Faktenkontor) wie mit Nachhaltigkeit emotionale Mehrwerte geschaffen werden können. „Das Erzeugen von Glücksgefühl bei Bankkunden ist somit keine wachsweiche Idee von Spinnern, sondern eine kluge Marketingstrategie, die allerdings herausfordernd in der Umsetzung ist. Das Ändern der inneren Einstellung, was der wahre Mehrwert eines Kreditinstituts gegenüber Kunden ist, verlangt den Mitarbeitern viel ab.“

Insgesamt ist Nachhaltigkeit aber ein geradliniger und am Ende kostengünstiger Weg der Emotionalisierung. Am Ende wohl auch weniger gefährdet, von Veränderungen in Zeitgeist und Technik wieder vernichtet zu werden.

Die Geschäftszahlen der von Herrn Forthmann beschriebenen Banken bestätigt die These mit einem überdurchschnittlichen Wachstum seit 2008. Die Bilanzsumme der GLS Bank ist in dieser Zeit z.B. um 400% gestiegen.

ToMoRRoW ab Juni 2018 mit 100% Nachhaltigkeit mobil

Das Handelsblatt berichtete am 12.4.2018 über den für Juni geplanten Marktstart von ToMoRRoW (vormals Goodfolio). Das mobile Produktangebot soll unter dem Motto „Dein Geld. Dein Impact“ ganz auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Anfangsangebote sind ein Girokonto eine Kreditkarte und Geldtransfers in Echtzeit. Tomorrow arbeitet auf der Plattform der Solarisbank und damit unter deren Banklizenz sowie Einlagensicherung.

Die ansprechend gestaltete Mastercard hat das Motto „Die inneren Werte zahlen“ und ist aus organischem Kunststoff (PLA, Maisstärke). Leider bleibt aber der Chip mit hochwertigen Rohstoffen. Aus den Umsätzen mit den Karten soll ein Wiederaufforstungsprojekt bzw. ökologische und soziale Projektarbeit finanziert werden.

Die Verbindung von Zahlungsvorgängen mit guten Zwecken ist nicht ganz neu und es stellt sich immer die Frage nach Kosten und Nutzen. Die Durchgängigkeit ist aber konsequent. Eine Verbindung von Zahlungsvorgängen mit nachhaltigem Verhalten und der Wiederaufforstung einer Landschaft wird bei einem chinesischen Anbieter in einen ganz grossen Stil betrieben: Green Digital Finance.

Die Kommentierungen in journalistischen Beiträgen lasen sich eher nach „ach wie putzig“, schönes Kartendesign. Tatsächlich versucht Tomorrow, den Nerv eines starken gesellschaftlichen Trends zu treffen und die oben beschriebene Emotionalisierung von Bankprodukten zu nutzen.

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Vierunddreissig bis Eins

Nummer Vierunddreissig am 9. April 2018: FDP bezweifelt Sinnhaftigkeit des EU-Aktionsplans; Axel Weber – Nachhaltigkeit ist zukunftsfähig…; Barclays mit grüner Hypothek und mehr

Nummer Dreiunddreissig am 3. April 2018: EU-Aktionsplan an sich unbestritten; Britische Vorschläge für Green Finance enger gefasst; Kredite mit Nachhaltigkeitsanreizen; Die SDGs: Orientierung für Politik und Wirtschaft; SDG Investments überschreitet € 100 Mio.; Leitfaden nachhaltige Immobilieninvestments; Wie wird ein FinTech zur Bank ?

Nummer Zweiunddreissig am 26. März 2018: EU-Aktionsplan mit kraftvollem Antritt; Bierdeckel für mehr Bewusstsein über die „SDGs“; Starke Investorenüberzeugung – starke Worte; Danone begibt als erstes Privatunternehmen eine „Sozialanleihe“; Getränkekonzern AB Inbev – Nachhaltigkeitsziele 2025

Nummer Einunddreissig am 20. März 2018: EU-Aktionsplan mit wuchtiger Vorstellung; Greenbonds in neuen Dimensionen; Nach Green Finance kommt Blue Finance; Neuseeland erkennt Klimawandel als Asylgrund an; Union Investment: Nachhaltigkeit erhält mehr Gewicht

Nummer Dreissig am 8. März 2018: EU-Kommission legt Aktionsplan vor; Möglichkeiten und Grenzen der Blockchain; In eigener Sache: 1. #nachhaltige100, 2. GLS Bank Nachhaltigkeits Blog Award 2018, 3. Gesponserte (affiliate) Links

Nummer Neunundzwanzig am 19. Februar 2018: Dynamische Entwicklung bei Nachhaltigkeitsanleihen; Fortschritte bestimmen den Kreditzins;  Die Schweiz reguliert den Kryptomarkt (ICOs); BaFin nimmt Stellung; Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken

Nummer Achtundzwanzig am 6. Februar 2018, ergänzt 7. Februar 2018: Schlussbericht der EU-Experten; WWF mit Anregungen zu den Koalitionsverhandlungen; Orientierung bei Crowdfunding tut not; Triodos UK mit neuem Crowdfunding; Gebrutstagsgruß an die Dekabank; Finanzielle Inklusion wird zum Geschäftsmodell; Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken

Nummer Siebenundzwanzig am 25.1.2018: Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken; Genossenschaftsbanken mit Nachhaltigkeitskampagne; Preissenkung bei RoboAdvice quirion; Veranstaltung „Sustainable Finance“ am 22.1.2018

Nummer Sechsundzwanzig am 12.1.2018: Und noch mehr „RoboAdvice“- Werthstein, savemate…; Anleihen mit Klimabezug (Green Bonds) wachsen stark

Nummer Fünfundzwanzig am 9./10.1.2018: Börsenzeitung: Grüne Finanzanlagen erreichen kritische Masse; Rückblick 2017/Ausblick 2018

Nummer Vierundzwanzig am 14.12.2017: Banken- und Produktcheck der Verbraucherzentrale; EU investiert € 9 Mrd. in Klimaprojekte; EU mit Plan für nachhaltige Finanzwirtschaft März 2018; Studie Deutsche FinTech; Buchankündigung Digitalisierung und Nachhaltigkeit; Jetzt schon 41 Onlineangebote für Anlageberatung und Vermögensverwaltung in Deutschland

Nummer Dreiundzwanzig am 12.12.2017: Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen; Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung; Europäische Großbanken und Klimawandel; Eine zutreffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

Nummer Zweiundzwanzig am 6.12.2017: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Nummer Einundzwanzig am 4.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe