Wie die deutschen Banken den Megatrend „Green Finance“ verschlafen

Am 25.9.2018 erschien in Finanz-Szene.de ein Gastbeitrag anläßlich des am gleichen Tag stattfindenden „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“

Ralf Breuer: Wie die deutschen Banken den Megatrend „Green Finance“ verschlafen

Mehr zum Sustainable Finance Gipfel: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundzwanzig

Inhalt: Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken; Genossenschaftsbanken mit Nachhaltigkeitskampagne; Preissenkung bei RoboAdvice quirion; Veranstaltung „Sustainable Finance“ am 22.1.2018

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

25. Januar 2018

Dr. Ralf Breuer

Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken

Newsletter bettervest vom 24. Januar 2017:

„Über die soziale und ökologische Wirkung ihrer Geldanlagen machen sich immer mehr Menschen Gedanken. Laut Umfragen erhalten nachhaltige Kapitalanlagen viel Zuspruch. Dennoch legten bisher nur 4,8 % der Privatanleger ihr Kapital nachhaltig an. 

Der Grund, erklärt Dr. Ralf Breuer, Autor und Berater zum Thema Nachhaltigkeit im Finanzsektor, sind mangelnde Transparenz und unklare Wirkungen. Auch die vielen Stichworte wie „Klima-Fußabdruck“ oder „CO2″ und die unzähligen Unterschiede einzelner Fondskategorien führen meist in die Irre. In seinem Gastbeitrag im bettervest-Magazin schildert Dr. Breuer die Lage und gibt Kleinanlegern Orientierung mit auf den Weg.“

Zum Gastbeitrag geht es hier (gesponserter Link)

Genossenschaftsbanken mit Nachhaltigkeitskampagne

Die Union Investment hat über die Primärbanken eine breite Vertriebskampagne für nachhaltige Investmentfonds gestartet. Dabei folgt sie allerdings einem weiteren Nachhaltigkeitsbegriff im Sinne der Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien und der Unternehmensführun (ESG – Environment, Social Governance) und keinem wirkungsorientierten Ansatz. Auf der Grundlage von ESG kann ein erhebliches Mittelvolumen als „nachhaltig“ angesehen werden und die Gesellschaft sich als Marktführer sehen. Immerhin: Nachhaltigkeit rückt damit bei einer der größten deutschen Finanzgruppen stärker in den Fokus. Einzelheiten zu den Angeboten finden sich bei www.union-investment.de.

Preissenkung bei RoboAdvice quirion

quirion, die Onlinevermögensverwaltung der Quirin Privatbank, kündigte am 23.1.2018 die Senkung der Gesamtkosten von 0,88 % auf 0,73 % p.a. an. Begründung gemäß Presseerklärung vom 23.1.2018: „Durch den Austausch einzelner Produkte konnten die Fondskosten (TER) von ursprünglich 0,40 Prozent auf durchschnittlich 0,25 Prozent p. a. gesenkt werden, ohne dabei Änderungen an der Ausrichtung der Portfolios vorzunehmen. Zusammen mit der jährlichen Verwaltungsgebühr von 0,48 Prozent liegt die neue Gesamtkostenquote bei 0,73 Prozent p.a.“.

Veranstaltung „Sustainable Finance“ am 22.1.2018

ecosense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft hatte für den 22.1.2018 zu einem Workshop eingeladen: „Sustainable Finance: Aktuelle Trends & Chancen für Unternehmen“ am 22. Januar in Frankfurt/Main – Der Finanzwirtschaft kommt durch die Allokation von Eigen- und Fremdkapital eine zentrale Rolle bei globalwirtschaftlichen Entwicklungen und deren Wirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu. Wie können sich Unternehmen intern aufstellen, um die zugrunde liegenden Chancen betrieblich zu nutzen? Diese und weitere Fragen möchten wir gerne mit Ihnen am 22. Januar 2018 bei der Deutschen Börse in Frankfurt im Rahmen des Workshops „Sustainable Finance: Aktuelle Trends & Chancen für Unternehmen“ diskutieren.

Leider waren die Teilnehmerplätze aufgrund des knapp geplanten Raumangebotes mit nur etwas über 50 Plätzen bereits sehr frühzeitig vergeben, so dass die Chance auf ein breiteres Publikum nicht genutzt werden konnte.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundzwanzig bis Eins

Nummer Sechsundzwanzig am 12.1.2018: Und noch mehr „RoboAdvice“- Werthstein, savemate…; Anleihen mit Klimabezug (Green Bonds) wachsen stark

Nummer Fünfundzwanzig am 9./10.1.2018: Börsenzeitung: Grüne Finanzanlagen erreichen kritische Masse; Rückblick 2017/Ausblick 2018

Nummer Vierundzwanzig am 14.12.2017: Banken- und Produktcheck der Verbraucherzentrale; EU investiert € 9 Mrd. in Klimaprojekte; EU mit Plan für nachhaltige Finanzwirtschaft März 2018; Studie Deutsche FinTech; Buchankündigung Digitalisierung und Nachhaltigkeit; Jetzt schon 41 Onlineangebote für Anlageberatung und Vermögensverwaltung in Deutschland

Nummer Dreiundzwanzig am 12.12.2017: Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen; Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung; Europäische Großbanken und Klimawandel; Eine zutreffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

Nummer Zweiundzwanzig am 6.12.2017: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Nummer Einundzwanzig am 4.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundzwanzig

Inhalt: Und noch mehr „RoboAdvice“- Werthstein, savemate…; Anleihen mit Klimabezug (Green Bonds) wachsen stark

 

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

12. Januar 2018

Dr. Ralf Breuer

Und noch mehr „RoboAdvice“ – Werthstein, savemate…

Werthstein

Mit Werthstein startete am 11. Januar 2018 ein weiteres Onlineangebot für Vermögensverwaltung in Deutschland. Bei einer Anlagesumme von mindestens € 35.000 wird eine Pauschalgebühr von € 57 monatlich erhoben. Zusätzlich fallen bei der depotführenden Baader Bank 0,25% p.a. als Bankpauschale an.

Werthstein kombiniert eine globale Basisanlage mit sogenannten „Zeitgeists“, derzeit 15 thematische Anlagen auf einer grossen Bandbreite von Gold über Zinswende bis zu technologischen Themen. Leider erschliesst sich aus der Internetseite nicht, mit welchen Instrumenten die Anlagen dargestellt werden. Auf Nachfrage gab es eine schnelle Auskunft per Onlinechat: ETFs bzw. auch Einzeltitel bei Themeninvestments.

Das Thema Nachhaltigkeit ist bei den „Zeitgeists“ ebenfalls im Angebot: „Grüne Rendite“ bzw. „Grüne Pioniere“. In beiden Fällen leider „nur“ als ESG-Ansatz mit Auswahl nach „best-in-class“.

Es ist schon bemerkenswert, dass ein flotter Internetauftritt noch deutlich an Transparenz zu wünschen übrig lässt. Detailliertere Informationen sind entweder auf Nachfrage oder über die Anmeldung für ein virtuelles Testportfolio (Thoughts) zu erhalten.

savemate

Besonders transparent stellt sich dagegen das ebenfalls neue Angebot von savemate dar, dass per App Anlagemöglichkeiten ab € 10 bietet: Tagesgeld, je ein konservatives, ausgewogenes oder dynamisches ETF-Portfolio sowie ein nachhaltiges Portfolio. Das Konto kostet € 0,99 p.m. Ab € 1.500 0,79 % des Depotwerts p.a., ab € 20.000 0,49% p.a. Die Gebühren für den Kauf der Geldanlagen 0,1 % – 0,3 %, Managementgebühren 0,2 % (0,3 % nachhaltigen Anlagen) des Depotwerts. Partnerbank ist die Sutor Bank, über die auch die Einlagensicherung greift.

Bei savemate wird die nachhaltige Variante mit einem ESG-Ansatz und in Aktien(-ETF) dargestellt: „100% Aktien von Unternehmen aus der ganzen Welt , die besonders auf Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung achten.

Diese Strategie eignet sich für dich, wenn du offensiv mit ethischer und sozialer Verantwortung investieren möchtest und mögliche Kursrisiken akzeptierst.“ (https://savemate.de/)

ToMoRRow (früher: Goodfolio)

Mit https://www.tomorrow.one/ (früher: Goodfolio) ist ein weiteres, komplett auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Finanzdienstleistungsangebot in der Marktvorbereitung. Der aktuelle Internetauftritt lässt zwar viele Fragen zum „Wie“ offen, richtet sich aber deutlich auf Wirkungsbezug und nicht rückwirkende Kriterien wie im ESG-Ansatz.

Wirkung soll u.a. über die Förderung eines Aufforstungsprojektes aus Kartenzahlungen erzielt werden. Also eine Erscheinungsform von Green Digital Finance in Deutschland. Zusätzlich werden auf der Website Wirkungen von Anlagen und Zahlungen in Form von CO2-Ersparnis bzw. gepflanzten Bäumen aufgezeigt. Der Marktstart ist für das Frühjahr 2018 geplant.

Mehr zum deutschen Markt für Vermögensverwaltung online in den Beiträgen Robo-Advisor – (K)eine InnovationRobo-Advice – Die Konsolidierung beginnt und Robo-Advice – Die Konsolidierung beginnt.

Anleihen mit Klimabezug (Green Bonds) wachsen stark

Die Climate Bonds INITIATIVE (CBI) hat einen ersten Überblick über die Marktentwicklung bei Anleihen mit Klimabezug veröffentlicht. Das Emissionsvolumen stieg 2017 gegenüber dem Vorjahr um 56 % auf USD 155,5 Mrd. und übertraf damit noch die ursprünglichen Markterwartungen von USD 150 Mrd., die im Jahresverlauf auf USD 130 Mrd. revidiert worden waren.

Für 2018 erwartet die CBI weiteres Wachstum mit einem Volumen in der Bandbreite von USD 250 bis 300 Mrd. Dies stützt sich unter anderem auf eine breitere geografische Streuung der Emissionen. Weitere neue Schuldnerländer sollten 2018 hinzu kommen. Bemerkenswert für die CBI ist u.a. eine stärkere Verbindung zu den nachhaltigen Entwicklungszielen SDG. Damit wird das Spektrum von „grün“ auf breitere Zielsetzungen erweitert. Details im sechsseitigen englischsprachigen Überblick Green Bond Highlights 2017

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfundzwanzig bis Eins

Nummer Fünfundzwanzig am 9./10.1.2018: Börsenzeitung: Grüne Finanzanlagen erreichen kritische Masse; Rückblick 2017/Ausblick 2018

Nummer Vierundzwanzig am 14.12.2017: Banken- und Produktcheck der Verbraucherzentrale; EU investiert € 9 Mrd. in Klimaprojekte; EU mit Plan für nachhaltige Finanzwirtschaft März 2018; Studie Deutsche FinTech; Buchankündigung Digitalisierung und Nachhaltigkeit; Jetzt schon 41 Onlineangebote für Anlageberatung und Vermögensverwaltung in Deutschland

Nummer Dreiundzwanzig am 12.12.2017: Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen; Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung; Europäische Großbanken und Klimawandel; Eine zutreffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

Nummer Zweiundzwanzig am 6.12.2017: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Nummer Einundzwanzig am 4.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Einundzwanzig

 

Inhalt: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

Grafik: www.climatebonds.net

4. Dezember 2017

Dr. Ralf Breuer

Green Bonds mit anhaltendem Momentum

Nachdem 2016 USD 81 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug (Climate Bonds bzw. Green Bonds) begeben wurde, überschreitet das Emissionsvolumen in den ersten elf Monaten 2017 USD 100 Mrd., so dass die Schätzungen von USD 120 bis 130 Mrd. in Reichweite sind (Quelle: www.fa-mag.com). Gemäß Climate Bonds Initiative sind die folgenden Länder größte Emittenten:

2017-12-04 Green Bonds Top10 countries

In den USA gewinnen vor allem kommunale und regionale Anleiheschuldner an Bedeutung, wobei die Mittel vorwiegend für Transport-, Wasser- und Infrastrukturprojekte verwendet werden:

2017-12-04 Green Bonds US muni

Aus Indien wird ebenfalls über eine steigende Zahl von Neuemissionen berichtet. Die nächste große Platzierung wird wohl von der staatlichen indischen Eisenbahn-finanzierungsgesellschaft IRFC vorgenommen, wie verschiedene Quellen berichten, so auch die Climate Bonds Initiative. Am 6.12.17 wurde ein Betrag von USD 500 Mio. genannt (Climate Bonds Initiative).

Die Marktentwicklung für Green Bonds ist nicht nur wegen der stark wachsenden Volumina, sondern auch aufgrund der Wertentwicklung ermutigend. Gemäß Bloomberg haben sich Green Bonds seit Jahresbeginn besser entwickelt als der weltweite Anleihemarkt:

2017-12-04 Green Bonds

45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen

Das FNG-Siegel hat 45 der 47 Bewerber mit dem „FNG-Siegel“ versehen. Gegenüber dem Vorjahr war die Anzahl der Bewerber um 25% gestiegen, ebenso die Anzahl der Fondsgesellschaften auf 21. Nur neun der Fonds wurden mit drei Sternen versehen, während 26 bzw. 10 Produkte 2 bzw. 1 Stern erhielten. Eine vollständige Übersicht findet sich auf der Liste der zertifizierten Fonds.

Bemerkenswert an der Liste erscheint, dass von den größten deutschen Investmentgesellschaften nur ein einziger Fonds mit dem Siegel versehen wurde, der ausschließlich an instutionelle Kunden gerichtet ist, der UniInstitutional IMMUNO Nachhaltigkeit. Auch er ist zu den „schwächer nachhaltig“ ausgerichteten Fonds zu zählen, bei dem „…das Portfoliomanagement ethische, soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt.“

Die Siegelkriterien folgen grundsätzlich einem weiter gefassten Begriff von Nachhaltigkeit, z.B. Mindestkriterien in der Form von Ausschlüssen bei der Mittelverwendung. In der die Siegelvergabe begleitenden Pressemitteilung wird eine zielführende Weiterentwicklung der Kriterien avisiert: „Aktuell laufen Diskussionen, Investitionen in die fossile Energiewirtschaft als zusätzliches Ausschlusskriterium neben Waffen und Nuklear aufzunehmen. Darüber hinaus stehen Überlegungen an, die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN („Sustainable Development Goals“) in der Methodik des FNG-Siegels aufzuwerten. Entsprechende methodische Anpassungen werden im Frühjahr 2018 auf der Homepage www.fng-siegel.org mitgeteilt.“ 

Eine Orientierung an war auch ein klares Ergebnis bei den Diskussionen auf dem HSBC Sustainable Finance Briefings 2017.

Schweden mit neuem Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft

In Stockholm wurde ein neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft eingerichtet. Auf der neuen Plattform soll neben Forschung auch Beratung und Training für einen größeren Beitrag der Finanzwirtschaft zu nachhaltiger Entwicklung gebündelt werden.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zwanzig bis Eins

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechzehn

Grafik: BNP Paribas Asia Pacific

Inhalt: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

27. Oktober 2017

Dr. Ralf Breuer

Sustainable Finance Gipfel 23.10.2017 Frankfurt/Main

Der „Hub for Sustainable Finance Germany (H4SF)“ lud für den 23.10.2017 zum „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ in Frankfurt ein. Die Veranstaltung mit einem dichten Programm war mit mehr als 150 Anwesenden und weiteren 80 Beobachtern in einem Livestream sehr gut besucht. Ein Videomitschnitt ist über den obigen Link verfügbar. – Die Veranstaltung ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer Nachhaltige(re)n Finanzwirtschaft in Deutschland. Nachfolgend einige (subjektive) Eindrücke von der Veranstaltung. Nähere Eindrücke im Beitrag Sustainable Finance Gipfel Deutschland.

Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz

Der erste Artikel in diesem Blog war dem Thema Geld anlegen und Gutes tun? – Leichter gesagt als getan gewidmet. Spiegel Online berichtet am 27.10.2017 über eine Studie des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag des Institut für nachhaltige Kapitalanlagen (NKI)Instituts für nachhaltige Kapitalanlagen (NKI): Deutsche wollen ihr Geld nachhaltig anlegen – tun es aber nicht: „Das Interesse von deutschen Anlegern an nachhaltigen Geldanlagen ist nicht gerade gering: Immerhin 40 Prozent aller Privatanleger in Deutschland finden nachhaltige Kapitalanlagen so attraktiv, dass sie ihr Geld dort investieren würden. … Doch für ein solches Investment haben sich bislang nur mickrige 4,8 Prozent der Privatanleger entschieden.“

Die Anleger bemängeln vor allem fehlende Transparenz (40%) und unklare Wirkungen für eine nachhaltigere Entwicklung (35%) sowie höhere Risiken (31%) und unzureichende Beratung durch die Hausbank (22%, Mehrfachnennungen möglich). Leider ist diese Einschätzung sehr gut nachvollziehbar und weist den Weg zu einem größeren Markterfolg nachhaltiger Geldanlagen. Den Bericht bei Spiegel Online finden Sie hier: Deutsche wollen ihr Geld nachhaltig anlegen – tun es aber nicht. Auch die zwölfseitige Studie des NKI ist online verfügbar: Nachhaltige Kapitalanlagen bei Privatanlegern.

Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen

Am 26.10.2017 fanden u.a. in Singapur und Dublin Veranstaltungen zu einer Nachhaltigeren Finanzwirtschaft statt. Das von der französischen Großbank BNP Paribas veranstaltete Sustainable Finance Forum fand bereits zum zweiten Mal und prominenter Besetzung statt.

In Dublin referierte Niall Bohan von der EU-Kommission zu den bisherigen Ergebnissen der von der Kommission mandatierten High-Level Expert Group on Sustainable Finance (HLEG). Der Abschlussbericht der HLEG wird zum Jahresende 2017 vorgelegt. Auf dessen Grundlage wird die EU-Kommission dem EU-Parlament zum Jahresbeginn 2018 Empfehlungen für eine nachhaltigere Gestaltung des europäischen Finanzmarktes unterbreiten.

Börse Johannesburg mit Green Bonds

Am 25.10.2017 eröffnete die Börse Johannesburg (Johannesburg Stock Exchange, JSE) das Segment für Green Bonds. An der Börse ist bereits eine Anleihe Kapstadt mit einem Volumen von rund € 165 Mio. notiert. JSE hat sich auf die international geltenden Standards verpflichtet. In der Presseerklärung beziffert sie das aktuelle Marktvolumen mit USD 895 Mrd.

GAFA+ Alipay(cab) in den USA

Zusammen mit dem Partner Verifone ermöglicht Alipay chinesischen Reisenden zukünftig die Nutzung mobiler Zahlungsdienste bei Taxifahrten in Las Vegas (2.100) und New York (14.000). Der chinesische Zahlungsverkehrsdienstleister folgt somit weiter den Zahlungsströmen der Nutzer im Ausland, u.a. in europäische Geschäfte mit Luxusgütern (vgl. Nummer Dreizehn).

Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren

Das it-finanzmagazin.de berichtet über die Zusammenarbeit des auch in Deutschland tätigen Zahlungsdienst Revolut mit dem Onlineversicherungsdienst simpleinsurance. Revolut-Kunden können zukünftig online (innerhalb von 30 Sekunden) eine von der Allianz gedeckte weitreichende Versicherung ihrer Smartphones abschliessen. Revolut ist vor allem auf Vielreisende fokussiert und bietet den günstigen Transfer zwischen z.Zt. 25 Währungen an. Einzelheiten zum Angebot für € 1,– pro Woche auf der deutschen Angebotsseite von Revolut.

Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Roboadvisor trifft finanzielle Bildung: Stash ist ein Anbieter von Bank- und Anlagedienstleistungen ab USD 5,00 auf der Basis von Smartphones. Der Anleger kann nicht nur, er soll thematisch nach seinen Vorlieben und Überzeugungen investieren. Hierfür stehen 30 ETF zur Verfügung, die unter flotten Bezeichnungen wie z.B. „The Activist – Green and Clean“ oder „The Techie – American Innovators“ nach drei Risikoneigungen (konservativ/modarat/agressiv) investiert. Hierfür steht mit Auto Stash ein Programm zur Verfügung. Damit ist Stash auch Roboadvisor.

Besonders herausgehoben werden edukative Elemente. Stash richtet sich ausdrücklich an Kunden mit wenig oder ohne Wertpapiererfahrung, denen vielfältige Informationsmöglichkeiten und Ratschläge geboten werden. Leider sind einige Dinge nicht ganz transparent, z.B. der Mix in den Risikoklassen. Insgesamt aber sehr flott gemacht und mit aufwändigen Informationen didaktisch aufgebaut. Sicherlich ein gutes Beispiel für „Kundenerlebnis“ in der jungen Zielgruppe.

Übersicht Blogbeiträge

Aktuelles – Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfzehn bis Eins

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzehn

Grafik: https://paymentandbanking.com/german-fintech-overview-unbundling-banks/

Inhalt: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

18. Oktober 2017

Dr. Ralf Breuer

Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech

Drei amerikanische Rechtswissenschaftler haben über das CFA Institute eine knappe, aber erschöpfende Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech mit Ausblicken für die weitere Entwicklung publiziert: FinTech and RegTech in a Nutshell, and the Future in a Sandbox. Die 20 Seiten können hilfreich sein, die aktuellen Entwicklungen einzuordnen.

Die aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland

http://www.paymentandbanking.com macht sich regelmäßig große Mühe mit der Aktualisierung der Übersichten über die deutsche FinTech-Landschaft. Das Beitragsbild hier noch einmal in voller Größe zur Übersichtlichkeit:

2017-10-12 German FinTech

Das Original findet sich auf https://paymentandbanking.com/german-fintech-overview-unbundling-banks/

Bei der Betrachtung der Übersicht fällt auf, dass das Feld Rating/Risk nur dünn besetzt ist. Überhaupt erscheinen Lösungen für Regulierung und Compliance in Deutschland weniger stark vertreten. Tatsächlich ergeben sich aus sogennanten RegTech-Lösungen aber interessante Perspektiven für den Umgang mit dem wandelnden Regulierungsrahmen. Dies haben auch die Aufsichtsbehörden erkannt und arbeiten ebenfalls an technologisch basierten Lösungen, den SupTech (Supervisory Technology). Mehr im am 13.10.2017 erschienenen Beitrag Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit mit engen Verbindungen.

Beim Betrachten der obigen Übersicht und der aktuellen Entwicklungen fällt noch auf: Banken können in ihren Funktionen modular gestaltet werden, nicht aber die Bewältigung der verbundenen realen Umfeldentwicklung. Tatsächlich ist dies aber in Realität der Fall, was der genannte Blogbeitrag thematisiert: Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit weisen viele wechselseitige Beziehungen auf. In der Praxis werden die Themenfelder jedoch in Silos, von oft sehr unterschiedlich orientierten Personen bearbeitet.

FinTech und GAFA – Situation erkannt?

Interessantes Kontrastprogramm: Dr. Holger Schmidt (https://netzoekonom.de/, Ko-Autor von Deutschland 4.0 – Wie die Digitale Transformation gelingt) stellt fest: Digitales Banking: Tech-Giganten sind die wahre Bedrohung (=GAFAs, s.u.). Das www.it-finanzmagazin.de berichtete dagegen über eine weitere Studie: Sparkassen und Genossenschaftsbanken nehmen Fintechs nicht als Bedrohung wahr. Demnach haben bei den regionalen Kreditinstituten Ertragssteigerungen, das Auffangen der aktuellen Niedrigzinsphase und die Bewältigung der regulatorischen Anforderungen höchste Priorität. Allerdings liegen Digitalisierung/Konkurrenz durch FinTech nicht abgeschlagen. Ähnliche Ergebnisse waren bereits in einer anderen Studie berichtet worden: Vgl. Nummer Zwölf.

Es stellt sich die Frage, ob die Antworten eher strategisch waren oder dem tatsächlichen Stimmungsbild entsprechen. Einige Fakten sprechen für mangelndes Problembewußtsein in der deutschen Kreditwirtschaft Weshalb bleiben die offensichtlichen Potentiale nachhaltiger Anlageprodukt ungenutzt ? Weshalb sind die großen Bankengruppen nicht für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft engagiert, obwohl dies ein probater Ansatz für die eigene Überlebensstrategie wäre? Mehr hierzu im Beitrag Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0. und unten zum „Sustainable Finance Gipfel“.

Auch die aktuelle Berichterstattung zu den Aktivitäten von Google & Co (sog. GAFA, vgl. Nummer Zehn) bilden hierzu einen interessanten Kontrast. Die Finanzierungstochter von Alibaba, Ant Financial wurde von einer Jury der Financial Times gerade als Innovativer und wirkungsvoller Kandidat für den „Future of FinTech Award 2017“ nominiert: „The judges: This is clearly one of the most innovative and impactful fintech companies of the moment, changing the landscape completely.“

Das von der Muttergesellschaft geplante Forschungsprogramm mit einem Volumen von USD 15 Mrd. (vgl. Nummer Vierzehn) könnte beitragen, diese Position noch weiter auszubauen. Der renommierte Bankenexperte Chris Skinner hat einen sehr lesenswerten Artikel über die Finanztochter Ant Financial publiziert, der auch eine gewisse Entwarnung beinhaltet: „In conclusion, Ant Financial’s aim is inclusion“. Die gesättigten westlichen Märkte sind eher Randgebiete. Wachstumsfeld sind vor allem un(ter)versorgte Segmente, z.B. in Schwellenländern.

Commerzbank-Analyse „What if the game changes?“

finanz-szene.de zitiert heute eine Studie von Commerzbank Research mit der Frage, was in der Bankenwelt passieren kann. Der Titel der Studie müsste allerdings richtig lauten: What as the game changes? Es ist unbestrittener Konsensus unter Bankexperten, dass sich die Bankenwelt in wesentlichen Zügen ändert. Nicht allein PSD2 motiviert zu offenen Architekturen und eine ganze Reihe von Banken hat sich auch in diese Richtung schon verändert.

Der britische Bankenexperte und Kolumnist Chris Skinner hat die Veränderungen im Beitrag Lego Bank is here, but it’s not built with Lego anschaulich beschrieben: Die alte Bankenwelt als „Spaghetti“ mit verwobenen, teilweise jahrzehntealten (EDV-)Systemen und Prozessen. Die Zukunft erinnert eher an „Lego“ mit der Bank als Plattform, an/auf die interne und externe Leistungen/Systeme aufgesetzt werden.

Viele Banken versuchen allerdings, den Status quo digital nur fortzuschreiben, was nicht möglich erscheint. Die grundlegenden Fehler in der Digitalisierung greifen die Artikel von Jochen Siegert und Miriam Wohlfahrt auf paymentandbanking.com auf.

Scheint tatsächlich noch nicht vollkommen verbreitet: „Many (banking) executives haven’t quite realized how crucial digital is to their institutions and talk about an evolution, when, in reality, what we are facing is a revolution,” warned Chris Skinner, one of fintech’s leading global experts…“ Quelle: The financial services of the future will be open source and real-time

Sustainable Finance Gipfel am 23.10.2017

Quelle für den nachstehenden, kursiv wiedergegebenen Text: Rat für Nachhaltige Entwicklung

Bei dem „Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ in Frankfurt kommen Politikvertreter/-innen, Wirtschafts- und Finanzexpert/-innen, Investor/-innen und Wissenschaftler/-innen zusammen. Das Bundesfinanzministerium hat die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir kommt, um ein Grußwort zu halten. Ziel der Veranstaltung ist es, die wichtigsten Aspekte für eine Agenda nachhaltiger Finanzwirtschaft in Deutschland aufzustellen und die Politik darauf aufmerksam zu machen.

Aufgrund des großen Interesses ist die Veranstaltung bereits ausgebucht. Für alle Interessierten steht am 23.10. für die gesamte Dauer der Veranstaltung von 9 bis 18 Uhr ein Livestream auf www.h4sf.de zur Verfügung.

Auffällig ist die Besetzung der hochkarätigen Diskussionsrunden: Die deutsche Kreditwirtschaft ist wenig repräsentiert und eher mit der zweiten oder dritten Ebene. Allerdings fehlen auch diejenigen Banken völlig, die Nachhaltigkeit bzw. Ökologie als Erfolgsrezept erkannt und zum Handlungsprinzip gemacht haben. Neben GLS Bank, Triodos Bank & Co wären u.a. auch Kollegen französischer Großbanken interessant. Fünf der sieben größten Banken in Frankreich haben Nachhaltigkeit eng im geschäftspolitischen Fokus: Mehr in der Nummer Elf.

Emmanuel Macron zu Green Finance

Der französische Präsident hat sich in einem Artikel: Mobilising financing is key to tackling climate change klar für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft in Europa positioniert. Er stellt drei wesentliche Punkte heraus: 1. Berichterstattung 2. Entwicklung von Finanzinstrumenten 3. Verbindung privater und öffentlicher Interessen.

Macron äußert u.a. die Überzeugung, dass die von der EU-Kommission mandatierte hochrangige Expertengruppe HLEG auf europäischer Ebene einen „neuen Impetus“ vermittelt. U.a. wird die Umsetzung der Vorschläge der „TCFD“ (Task Force on climate related financial disclosures) zur Einführung nicht-finanzieller Komponenten wie Klimarisiken befürwortet.

Übersicht Blogbeiträge

Aktuelles – Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfzehn bis Eins

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierzehn

Grafik: GOV.UK: The Clean Growth Strategy, S. 14

Inhalt: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

 

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

16. Oktober 2017

Dr. Ralf Breuer

Britische Regierung: Strategie für sauberes Wachstum

Die britische Regierung veröffentlichte am 12.10.2017 ihr Strategiepapier für „Sauberes Wachstum“:  GOV.UK: The Clean Growth Strategy . Nachhaltige Finanzierungsformen werden auf S. 14 als erster Punkt der Vorschläge aufgeführt.

2017-10-12 UK Green Growth

Es soll eine Arbeitsgruppe zu „Green Finance“ eingerichtet werden. Großbritannien sieht sich mit dem Finanzplatz London in einer Führungsrolle. An der Börse sind gemäß S. 48 derzeit 50 Green Bonds mit einem Volumen von USD 14,8 Mrd. notiert. In Luxemburg sind es rund 120 Anleihen im Wert von USD 63 Mrd. (vgl. Nummer Neun). Interessant ist auch die prominente Nennung „grüner“ Immobilienfinanzierung.

Das Regierungspapier ist sicher eine weitere „Pflichtlektüre“ für den in Deutschland startenden „Hub for Sustainable Finance – H4SF (Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neun).

Green Bonds mit starkem Momentum

Aktuelle Marktberichte bestätigen das anhaltend starke Wachstum von Green Bonds. Bemerkenswert war vor allem die Emission der weltweit größten Bank, der chinesischen ICBI mit einem Volumen von USD 2,1 Mrd. Die Anleihe zur Finanzierung klimafreundlicher Infrastruktur wird an der Börse Luxemburg notiert.

Eine Zusammenstellung von Emissionen findet sich bei der Climate Bond Initiative. Während der Marktkonsensus bisher für 2017 von einem Wachstum der Emissionen um etwa 50% auf USD 120 Mrd. ausging, beschreibt eine aktuelle  Studie von Morgan Stanley den Markt als auf dem Weg zu einer weiteren Verdopplung des Emissionsvolumens.

Warburg Navigator live

Mit dem Warburg Navigator ist nun ein weiteres Onlineangebot in der Vermögensverwaltung gestartet. Trotz des noch geringen Marktvolumens ist die Zahl der Anbieter in Deutschland bereits beträchtlich und die großen Finanzgruppen stehen hier erst noch am Anfang. Mehr dazu in den Beiträgen Robo-Advisor – (K)eine Innovation und Robo-Advice – Die Konsolidierung beginnt.

Das Angebot richtet sich an Kunden ab € 20.000 und investiert breit in ETF und aktiv gemanagte Fonds. Auf den Blick ein optisch ansprechendes Angebot mit klaren Informationen zu den Inhalten. Transparenz ist bei Wettbewerbern nicht unbedingt der allererste Eindruck. Im Gegensatz zu einigen (wenigen) Wettbewerbern ist auch bei Warburg keine thematische Ausrichtung z.B. Richtung Nachhaltigkeit und Ökologie möglich. Allein das Weltbild des Anlageausschusses bestimmt die Positionierung.

Der Navigator will den Anspruch „echte Innovation“ gar nicht vertreten. Es handelt sich um ein hybrides System, in dem ein Anlageausschuss seine Erwartungen einbringt. in einem Beitrag auf plus.faz.net bestreitet der Digitalisierungsexperte der Bank ausdrücklich den Vergleich mit „Robo-Advice“. Er sieht das Angebot als führend in der Qualität und begründet damit die vergleichsweise hohe Inklusivprovision von 1,2 %.

Interessantes Detail am Rande: Die Realisierung der Plattform erfolgte durch Elinvar, einem Gemeinschaftsunternehmen von Talanx Asset Management und dem Seriengründer FinLeap.

Alibaba plant USD 15  Mrd. für Forschung

In der Nummer Dreizehn war eine Notiz über die globalen Aktivitäten von Alipay bzw. Ant Financial (Beschreibung in einem Artikel auf www.thebanker.com durch Chris Skinner). Auch diese Unternehmensbereiche werden von den am 11.10.2017 bekannt gegebenen Forschungsaktivitäten erfasst:  Die Muttergesellschaft, der chinesische Online(handels-)konzern Alibaba plant, in den kommenden drei Jahren USD 15 Mrd. für Forschung und Entwicklung zu investieren. Das Programm „Alibaba DAMO Academy“ (Academy for Discovery, Adventure, Momentum and Outlook). Das Programm startet mit einer Zusammenarbeit mit sieben Forschungseinrichtungen in China, Israel, Russland, Singapur und den USA und soll praktisch alle neueren technologischen Entwicklungen erfassen. Weitere Kooperationen sind geplant.

Handelsblatt Business Briefing Nachhaltigkeit

Sehr lesenswert ist wieder die aktuelle Ausgabe des Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments. Frau Bergius widmet sich eingehend den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der UN (sogenannte SDGs, Sustainable Development Goals) als Leitlinien für die Unternehmenspolitik. Tatsächlich wird langfristiger Erfolg mit einer Ausrichtung an den Zielen (einige genügen) deutlich wahrscheinlicher. Diese Empfehlung hatten auch schon einmal die Beiträge Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0 mit einem Zitat von Pimco und Erfolgsgrundlagen für FinTech aufgenommen.

Übersicht Blogbeiträge

Inhalte Nummer Dreizehn bis Eins

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreizehn

Grafik: Tobias Baumgarten (aboutfintech.de)

Inhalt: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

11. Oktober 2017

Dr. Ralf Breuer

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

FNG: Neuer Leitfaden nachhaltige Geldanlagen

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) hat einen neuen Leitfaden für institutionelle Investoren publiziert: Nachhaltige Kapitalanlagen für institutionelle Investoren bietet einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten nachhaltiger Anlagen. Leider kann er aber im Bereich von Wertpapieren nur begrenzte Hilfestellung leisten, was überwiegend in der „Natur der Sache“ liegt. Leider bieten externe Nachhaltigkeitsratings auch nur Orientierung, aber noch keine abschließende Entscheidungshilfe. Mehr hierzu im nächsten Abschnitt und im Beitrag Mehr Transparenz bei Investmentfonds.

ÖKO-TEST mit nachhaltigen Indices und Indexfonds

Auch der kostenpflichtige Artikel Nachhaltige Indexfonds und Indices – (K)eine bessere Wahl im aktuellen Heft 10/2017 (S. 66-75) kommt nur mit Einschränkungen zu einem positiven Ergebnis. Liegt z.T. an den oben zitierten Gründen, in Teilen aber auch an den uneinheitlichen Maßstäben für „nachhaltig“, was auch bei den verschiedenen Ratingagenturen der Fall ist.

Irgendwie wundert sich der Kenntnisreichere etwas, was dieser Test dem Leser am Ende bringen soll:

  1. ÖKO-TEST rät nur zu ETF zu greifen, „…wenn die Auswahlkriterien des Index Ihren Vorstellungen entsprechen. Ansonsten sind erstklassige aktiv gemanagte ÖKO-Fonds im Zweifel die bessere Wahl“.
  2. In diesem Sinne bleibt auch für den Testsieger Deka Oekom Euro Nachhaltigkeit offen, warum er eine gute Wahl sein könnte. Wäre doch mal interessant zu erfahren, dass es sich um 30 Werte aus dem EuroStoxx50 handelt, bei denen Finanzwerte einen Anteil von rund 35% haben. Wer z.B. wenig CO2 möchte, kann leider bei einer solchen Zusammensetzung landen. So dargestellt in dem Beitrag Investmentfonds der Zukunft – transparent und glaubwürdig!
  3. Auch nach Ausgabe von € 4,50 am Kiosk bleibt der auf S. 71 versprochene Zugriff auf die detaillierten Testergebnisse und die Liste der fragwürdigen Titel in den Fonds kostenpflichtig.

Damit bleibt eigentlich offen, was sich Leser von einem solchen Test erhoffen. Sie müßten sich schon intensiv mit den Indices bzw. dem Vorgehen der Ratingagenturen beschäftigen um der unter 1. zitierten Empfehlung zu folgen.

Apropos Ratingagenturen: Eher zum Schmunzeln (und deshalb ohne eigene Überschrift) ist der Fall der schweizer Einzelhandelsketten Migros und Coop, die sich gemäß einem Artikel bei Blick www.blick.ch auf der Basis der Bewertung von oekom research beide als „Nachhaltigste Detailhändler der Welt“ bezeichnen dürfen. Grund dafür ist die Vergabe der Ratings in verschiedenen Jahren. Eher eine Realschmonzette mit Peinlichkeitsfaktor. Deshalb nur als Randnotiz.

Alipay weltweit und in Europa

Auf der Übersicht über die sogenannten „GAFA“ (=Google/Apple/Facebook/Amazon & Co) im Titel (mit herzlichem Dank an Tobias Baumgarten, aboutfintech.de) könnte noch Alipay bzw. Ant Financial als Finanzdienstleister des chinesischen Onlinehändlers Alibaba ergänzt werden. In einem Artikel auf www.thebanker.com beschreibt der bekannte Bankenexperte Chris Skinner die Aktivitäten der Unternehmensgruppe im Bereich Finanzdienstleistungen.

Ein Artikel auf www.nationmultimedia.com vom 7.10.17 beschreibt die internationalen Aktivitäten der Gruppe mit weltweit rund 4.500 Vertragspartnern. Ziel ist insbesondere der Einzelhandel mit Luxusgütern, in denen chinesische Kunden ihre Zahlungen auf der Basis optischer (QR-)Codes über  ihre Smartphones durchführen können. Dieses Verfahren ist in Europa bisher weniger verbreitet. Allerdings gibt es bereits einen globalen Standard für die Nutzung von QR-Codes im Zahlungsverkehr.

 

Inhalte Nummer Eins bis Zwölf

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zwölf

9. Oktober 2017

Grafik: BNP Paribas

Inhalt: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Dr. Ralf Breuer

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

EU-Kommission

Die EU-Kommission stellt in ihrem Kommuniqué vom 20. September 2017 Eckpunkte für die europäische Kapitalmarktunion vor. Auf S. 11 stellt sie die Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien in die Bankenaufsicht in Aussicht. Konkrete Vorschläge an das europäische Parlement werden für den Jahresbeginn 2018 avisiert. Offenbar arbeiten die Zentralbanken bereits an der Thematik wie die nachfolgenden Informationen deutlich machen.

Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken

Bundesbank Vorstand Andreas hat in einer vom Handelsblatt zitierten Rede in Singapur zu einer verstärkten Berücksichtigung von Klimarisiken in der Kreditwirtschaft auf: „Wir mögen die Risiken identifiziert haben, aber wir wissen nicht wie gravierend sie sind. Das muss sich ändern“, sagte Dombret. Banken sollten beispielsweise Klimagefahren in ihrem Risikomanagement stärker berücksichtigen – etwa bei der Finanzierung langfristiger Projekte. Die Bankenaufsicht könne zudem dafür sorgen und sicherstellen, dass diese Risiken von den Geldhäusern auch beachtet und ernst genommen würden.“

Niederländische Zentralbank: Klimarisiken berücksichtigen, Nachhaltigkeit ist marktrelevant

In ihrem DNBulletin vom 5. Oktober 2017 geht die Niederländsche Zentralbank (De Nederlansche Bank, DNB) ausführlich auf Nachhaltigkeit im Bankensektor ein. Auf S. 49 ff. stellt sie  auch eine Marktrelevanz fest, dass Kunden z.B. bereit sind, bei nachhaltigen Anlageangeboten Abschläge bei der Einlagenverzinsung zu akzeptieren.

Für das weitere Vorgehen stellt die DNB die Einführung eines „Klima-Stressts“ in Aussicht, wie er derzeit für Sachversicherer durchgeführt wird: „DNB intends to take additional steps to embed climate-related risks more firmly into the supervisory approach.We will incorporate climaterelated risks in our assessment frameworks and address them as well in our interviews with supervised institutions. Also we will continue to work on the implementation and further development of climate stress tests. We are currently conducting a climate-related stress test at non-life insurers and we are working on a stress test for transition risks, focused on the impact of an energy  transition from a macroeconomic and macro-prudential perspective.“ (S. 58)

Im Zuge der Umsetzung der Empfehlungen von TCFD (Task Force on Climate related Financial Disclosures – Arbeitsgruppe zur Berichterstattung von Klimarisiken) werden die Berichtspflichten auf jeden Fall erhöht werden. Die Empfehlungen für die Kreditwirtschaft sind allerdings relativ milde und könnten nach den Aussagen auch schärfer ausfallen.

Auf der Grundlage der vorstehenden Informationen wird eine praktische Umsetzung der Empfehlungen der von der EU mandatierten hochrangigen Expertengruppe (EU High-Level Expert Group on Sustainable Finance) in ihren wesentlichen Faktoren wahrscheinlich. Leider fand der Zwischenbericht in Deutschland nur wenig Beachtung. Mehr hierzu finden Sie in dem Beitrag „Nachhaltigkeit auf dem Weg in Rechnungslegung und Regulierung?“.

Verantwortungsbewusste Finanzwoche in Frankreich

In Frankreich endete am 5.10.2017 die Woche zur verantwortungsbewussten Finanzwirtschaft mit einem gut gefüllten Programm: La Semaine de la Finance Responsable. In Deutschland gibt es keine ähnliche Veranstaltung. Die deutsche Kreditwirtschaft hat sich bei den seit 2015 jährlichen Europäischen Nachhaltigkeitswochen ebenfalls noch nicht engagiert. Es wurden überwiegend Einzelaktivitäten auf lokaler/regionaler Ebene initiiert. Während Nachhaltigkeit in der deutschen Kreditwirtschaft eine Nischenposition darstellt, füllt der Begriff bereits die Nische an der Geldautomaten.

Französische Banken stark nachhaltig engagiert

Die französische Finanzwirtschaft ist bereits deutlich stärker von Überlegungen der Nachhaltigkeit durchdrungen. Crédit Agricole als die mit 52 Mio. kundenstärkste Bankengruppe stellt sich als Bank der nachhaltigen Entwicklung auch in ihrer Außenwerbung am Geldautomaten dar:

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Foto: Ralf Breuer

BNP Paribas hat sich als „Bank for a changing World“ positioniert Die Bank richtete am 4.10.2017 in Paris das Sustainable Future Forum 2017 Forum aus. Verschiedene Internetauftritte bieten eine Fülle von Informationen zum Thema Nachhaltige Finanzwirtschaft. Eine Zusammenstellung redaktioneller Beitrag findet sich in Green finance, the driving force for a new sustainable world. Zitat der Überschrift bei Yann Gérardin, BNP Paribas Head of Corporate and Institutional Banking: „Sustainable finance is an existential question for banks”. Ohne Frage! Nachhaltigkeit im Bankgeschäft als Überlebensstrategie vom 13.7.2017. Bedeutend erscheint, dass das Zitat nicht von einem „Turnschuhbanker“, sondern dem Leiter des Investmentbanking zugeschrieben wird. Chapeau!

Ausführlichere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit im  französischen Bankensektor finden Sie in dem Beitrag Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0 vom 5.10.2017. Der Vollständigkeit halber auch ein kritischer Artikel zur Nachhaltigkeit bei BNP Paribas: dereactie.be: Banken konzentrieren sich noch zu wenig auf Klima und Nachhaltigkeit.

BNP Paribas mit Publikumsfonds auf Green Bonds

BNP Paribas Asset Management lancierte am 4.10.2017 den Parvest Green Bond, einen Fonds auf Anleihen mit Klimabezug. Nach Angaben der Presseerklärung (engl.) verwaltet die Gesellschaft derzeit Mittel von € 500 Mio., die in derartigen Anleihen investiert sind. Die Lancierung erfolgte anläßlich des von der Bank im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche ausgerichteten Sustainable Future Forum.

FinTech, RegTech, SupTech und die GAFA(s)

Neue Regulierungsansätze bieten durch den Einsatz von technologiebasierten Systemen (RegTech) Raum für die Minderung der Belastungen bei den Unternehmen. Insofern sollte die Kreditwirtschaft die Chancen nutzen, von vornherein an systemgestützten Lösungen zu arbeiten. Grundsätzlich arbeiten auch die Aufsichtsbehörden an solchen Ansätzen, sogenannte „SupTech“. Neue regulatorische Vorschriften erzwingen zwar Veränderungen, müssen aber nicht zwangsläufig in höheren Belastungen münden.

comdirect veröffentlichte am 6.10.2017 die Ergebnisse der comdirect Fintech-Studie: Das Wachstum hält an. Die Ergebnisse wurden in der nachfolgenden Grafik zusammengestellt:

Nach den Ergebnissen ist die Zahl der Neugründungen bei nur leicht rückläufigen Investitionen deutlich zurückgegangen. Aus dem hohen Anteil der „InsurTech“ und „Investment“ zugerechneten Unternehmen wird deutlich, dass der Schwerpunkt viel stärker auf prozessorientierten Lösungen liegt als vielfach angenommen. Auch die heute vom Bankenverband veröffentlichte Liste von 11 FinTech als außerordentliche Mitglieder bestätigt dies. Bei der Mehrheit der Anbieter handelt es sich um Lösungen für die Infrastruktur und nicht um neue Marktangebote.

Offenbar hat die Branche in diesem Bereich ein Wahrnehmungsproblem, weil bei Umfragen in der Finanzbranche FinTech mehr als Bedrohungspotenzial gesehen werden.

Das Bedrohungspotenzial kommt anscheinend zunächst einmal von innen mit einem Problem der Wahrnehmung der aktuellen Umfeldentwicklungen. Dies zeigt eine Umfrage, die die Beratungsgesellschaft Sopra Steria GmbH im Mai 2017 bei 107  Entscheidern von Banken mit Bilanzsummen über 500 Millionen Euro durchgeführt hat. Ergebnis: Deutsche Banken haben kaum Angst vor GAFA (Google, Apple, Facebook , Amazon & Co., eine Übersicht finden Sie in Nummer Zehn).

FinTech-Experten sehen das ganz anders. Die Integration von Finanzdienstleistungen in Onlinehandel und andere Dienste erodiert tatsächlich den Bankenmarkt und entzieht dem Sektor Geschäftspotenziale. So z.B. auch die globalen Aktivitäten von AliPay aus China: Alipay deal makes shopping easier abroad. Dagegen zielen die Angebote der FinTech vielfach auf un(ter)versorgte Kundenpotenziale, die die Banken oft gar nicht erschließen woll(t)en. Mehr hierzu u.a. im Beitrag FinTech – Neue Medien, alte Regeln.

In eigener Sache…

Investabel wurde für den FinanzblogAward 2017 der comdirect nominiert. Die Abstimmung für den Publikumspreis endete am 4.10.2017. Alle Teilnehmer haben sich über Ihre Stimmen sehr gefreut. Die Gewinner der Jurypreise und der Publikumsabstimmung werden im Rahmen des comdirect FINANZbarcamp am 10.11.2017 in Hamburg bekannt gegeben. Am 11.10.2017 wird eine verkürzte Nominierungsliste der chancenreichen Blogs veröffentlicht. 2016 wurden vier der zehn aufgenommenen Blogs mit Preisen ausgezeichnet.

Inhalte Nummer Eins bis Elf

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigkeit auf dem Weg in Rechnungslegung und Regulierung?

Dr. Ralf Breuer

aktualisiert/last updated 02/08/2017, ergänzt/supplemented 15/12/2017

Sustainability on it’s way into reporting and regulation? – English abstract below.

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Am 18. (Brüssel) und 20. Juli 2017 (London) präsentierte eine hochrangige Expertengruppe der EU ihre ersten Vorschläge für eine nachhaltige(re) Finanzwirtschaft in der Europäischen Union. Die Vorschläge fanden in Deutschland weder bei der Presse noch der Kreditwirtschaft große Beachtung. Zu Unrecht: Ihre Umsetzung kann bedeutenden Einfluss auf die zukünftige Rechnungslegung und auch die Regulierung haben.

Viel Hirn, viel -schmalz, viel Arbeit

Die zwanzigköpfige Expertenkommission unter dem Vorsitz von Christian Thimann (Axa, Group Head of Regulation, Sustainability & Insurance Foresight) war mit hochrangigen Vertretern aus der Finanzwirtschaft und anderen Interessenvertretern (u.a. WWF Frankreich) besetzt. Deutschland war durch Michael Schmidt, Geschäftsführer der Deka Investment, vertreten. Unter den weiteren neun internationalen Beobachtern war kein Vertreter aus Deutschland.

Die von der EU eingesetzte Kommission präsentierte ihre vorläufigen Ergebnisse am 18.7. ganztägig vor 500 Teilnehmern in Brüssel und am 20.7. halbtägig vor 100 Teilnehmern in London. In den Schlussbericht zum Jahresende sollen dann u.a. auch die kürzlich beim Financial Stability Board (FSB) erarbeiteten Vorschläge zur Berichterstattung über klimabedingte Risiken (Task Force for clima-related Financial Disclosures, TCFD) eingehen.

Die Vorschläge sind sehr weitreichend, da sie auch rechtliche Rahmenbedingungen, Rechnungslegung und institutionelle Gegebenheiten beinhalten. Insofern handelt es sich um ein Rahmenkonzept, dessen praktische Umsetzung mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Insgesamt wirken die aufgezeigten Mechanismen aber stimmig, so dass die Finanzwirtschaft auf diese Weise tatsächlich einen höheren und systematischen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Europäischen Union leisten könnte. Dabei geht es nicht um die Überwälzung von Kosten auf den Finanzsektor, sondern vor allem um den Abgleich öffentlicher und privater Interessen auf einer marktwirtschaftlichen Basis.

Die von der Kommission vorgestellten acht Vorschläge in Kürze:

  1. Klassifizierungssystem für nachhaltige finanzielle Vermögenspositionen: Was ist nachhaltig, was nicht?
  2. Europäische Standardisierung und Zertifizierung von Nachhaltigkeitsanleihen (Green Bonds, Klimaanleihen etc.) und anderer nachhaltiger finanzieller Vermögenspositionen.
  3. Rechtliche Verankerung von Nachhaltigkeit als Handlungsgebot (fiduciary duty/Treuhänderische Pflicht gegenüber künftigen Generationen)
  4. Verstärkte Berichtspflicht über ökologische, soziale und Unternehmensführungskomponenten (ESG, ecological/social/governance).
  5. Einen „Nachhaltigkeitstest“ für die EU-Gesetzgebung: Entspricht der aktuelle Rahmen den erforderlichen Kriterien?
  6. Schaffung einer „Nachhaltigen Infrastuktur Europa“ zur Moderation und Steuerung privater Investitionsinteressen in die Richtung von Projekten, die die Nachhaltigkeit stärken. Z.B. CO2-Ersparnis im Verkehr, Energie, Bauten, Landschaftsbau, soziale Strukturen etc.
  7. Verstärkte Einbindung der Aufsichtsbehörden in die Analyse von nicht-finanziellen Risiken (ESG)
  8. Berichtsstandards für Energieeffizienz. Dies zielt insbesondere auf den Zeithorizont bei der Bewertung ab. So könnte z.B. eine erhebliche Zahl von Kraftwerken durch den Kapazitätsaufbau bei erneuerbaren Energien wertlos werden.

Die vorläufigen Vorschläge haben eine ganzheitliche Sichtweise als Grundlage und damit auch die Gesamtheit der Europäischen Union. Für die Finanzwirtschaft hätte ihre Umsetzung eine Reihe von Konsequenzen, aber auch Vorteile.

Konsequenzen für die Kreditwirtschaft

Die gemeinsame Stellungnahme der fünf Spitzenverbände der deutschen Kreditwirtschaft lässt eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Vorschlägen vermissen. Die Arbeit wird zwar grundsätzlich als „wichtiger Diskussionsbeitrag“ begrüßt, vorwiegend aber vor einer möglichen regulatorischen Mehrbelastung gemahnt. https://die-dk.de/themen/pressemitteilungen/deutsche-kreditwirtschaft-zum-eu-zwischenbericht-fur-ein-nachhaltiges-finanzwesen-anreize-fur-investitionen-sinnvoll-unnotige-regulierung-vermeiden/

Die formelle Verankerung von nachhaltigem Handeln muss aber zwingend zu Veränderungen in der externen Berichterstattung und Bankenaufsicht führen. In der Aufsicht müssen die Anforderungen dadurch aber nicht zwangsläufig vermehrt und verkompliziert, sondern vielmehr zielführend verändert werden. Insofern sollte die Regulierung zumindest anders werden.

Die größten Veränderungen sind für die externen Berichterstattung vorhersehbar. 1. Erweiterung der Berichtspflichten auf nicht-finanzielle Kriterien 2. Explizite Berücksichtigung von langfristigen Risiken (z.B. aus dem Klimawandel) 3. Angleichung der Zeithorizonte in Berichten und nachhaltigen Handlungsfeldern. Letzteres erfordert eine Trendumkehr, nachdem durch den Übergang auf eine angelsächsisch geprägte Rechnungslegung der Zeithorizont stark verkürzt und auf das aktuelle Marktumfeld gerichtet wurde. Plötzlich ist von entwerteten Vermögenspositionen (stranded assets) im Jahr 2030 die Rede. Insofern muss sich die Berichterstattung auf eine fernere Zukunft richten.

Eine ganze Reihe von Banken weltweit hat die am 29. Juni 2017 vorgelegten Vorschläge der Task Force des Financial Stability Board zur Berichterstattung über finanzielle Klimarisiken (TCFD) ausdrücklich begrüßt. Ein Blick in die speziell für Kreditinstitute vorgeschlagene Berichtspflicht sollte eigentlich beruhigen und die Regulierungsängste in Grenzen halten. (https://www.fsb-tcfd.org/wp-content/uploads/2017/06/FINAL-TCFD-Report-062817.pdf, S. 15)

Den vollständigen Bericht der EU Expertenkommission finden Sie hier:

http://www.eurosif.org/wp-content/uploads/2017/07/HLEG-on-Sustainable-Finance-IR-For-website-publication.pdf

Die zusammenfassende Präsentation des Vorsitzenden der Kommission finden Sie hier:

https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/170718-sustainable-finance-presentation-christian-thimann_en.pdf 

Die fünf französischen Vertreter in der Expertengruppe haben zwischenzeitlich eine Zusammenfassung mit den Implikationen für den Finanzplatz Paris vorgelegt: Décryptage: La vision des experts de HLEG membres de Finance for Tomorrow

Zwischenzeitlich hat die EU-Kommission ihre Absicht bestätigt, im März 2018 auf der Grundlage des Schlussberichtes der Expertenkommission einen Aktionsplan für das europäische Parlament vorzulegen. Vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundzwanzig.

Eine Reihe von nationalen und internationalen Institutionen hat weitere Initiativen avisiert, die Finanzwirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit zu entwickeln. Hierüber wurde in verschiedenen Beiträgen berichtet. Eine Übersicht findet sich auf Übersicht – Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Vierundzwanzig bis Eins.

English abstract

The interim report and the public hearings of the EU Commission’s high-level expert group on sustainable finance were poorly covered by the German press. The press release of the The German Banking Industry Committee did not really reflect the proposals. The headline almost summarizes the content of the whole text: „Incentives for investment are appropriate; unnecessary regulation should be avoided“. https://die-dk.de/en/topics/press-releases/position-german-banking-industry-committee-eu-interim-report-sustainable-finance-incentives-investment-are-appropriate-unnecessary-regulation-should-be-avoided/.

Germany is to be seen as a laggard in sustainable finance, the German banking sector in particular. Astonishing enough as almost all neighbouring countries show strong momentum in sustainable/responsible/green investment and finance.

In France, the five members of the commission submitted a summary with the implications for Paris on Aug. 2nd, 2017: Dectyptage: La vision des experts du HLEG membres de Finance for Tomorrow

In the meantime the EU-Commission confirmed to submit an action plan on the the back of HLEG’s final report by March 2018. Several national and international bodies point into the same direction. News on this were reported (in German) on Übersicht – Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Vierundzwanzig bis Eins.