Webinar: Sustainable Finance im Überblick – 25.5.2020 13-14h

2020-03-05 SusFin

Webinar: Sustainable Finance im Überblick

Beschreibung

„Wer langfristig im Finanzsektor erfolgreich sein will, wird am Thema Nachhaltigkeit nicht mehr vorbeikommen“ sagte Felix Hufeld, der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin am 9. Mai 2019 in Berlin. Mit dem „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ konkretisierte die BaFin diesen Anspruch. Für 2020 ist „Nachhaltige Finanzwirtschaft/Sustainable Finance“ neben „Digitalisierung, IT und Cyberrisiken“, „Integrität des Finanzsystems und Bekämpfung von Finanzkriminalität“ und “Nachhaltige Geschäftsmodelle“ (im Sinne von Widerstandsfähigkeit/Resilienz) ein vierter Schwerpunkt der Aufsichtstätigkeit.

Ist BaFin damit Erfüllungsgehilfe der Bundesregierung, Deutschland zu einem führenden Sustainable Finance-Standort zu entwickeln? Indirekt ja. Die BaFin wird aber vorrangig von der unter Zentralbanken und Aufsichtsbehörden geteilten Meinung motiviert, dass Nachhaltigkeitsrisiken, insbesondere auch aus dem Klimawandel die Stabilität des Finanzsektors gefährden.

„Sustainable Finance“ ist keineswegs eine politische Antwort auf ökologische Strömungen oder gar FridaysForFuture, sondern grundlegende geschäftspolitische Logik in Zeiten von Klimawandel und massiven strukturellen Veränderungen. Im Webinar wird ein Überblick vermittelt, was Nachhaltigkeit und insbesondere auch nachhaltige(re) Finanzinstrumente beinhalten. Der Denkrahmen der BaFin und der internationalen Finanzinvestoren ist klar vorgezeichnet: Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Problemfeldern und das Klimaschutzabkommen von Paris 2015 sind auch die Grundlagen für die deutschen Nachhaltigkeitsstrategien und den Aktionsplan „Sustainable Finance“ der Europäischen Kommission.

Die Academy of Finance hat im März 2020 einen Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ erfolgreich gestartet. Er berücksichtigt bereits weitgehend die Handlungsempfehlungen des „Sustainable Finance-Beirat“ der Bundesregierung im Zwischenbericht vom 5.3. Hierzu einige Einblicke im Webinar.

Inhalte

  • Treiber (Demografie, EU, BaFin, Resilienz, Nachhaltigkeitsstrategien)
  • Agenda 2030 (SDGs), Säulen der Nachhaltigkeit
  • Der Deutsche Nachhaltigkeits Kodex (DNK) als Arbeits- und Berichtsgrundlage
  • Varianten von nachhaltigen Finanzinstrumenten
  • Überblick Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“
  • Dialog/Fragen und Antworten

Teilnehmerkreis

Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Firmenkunden- und Privatkundenberatung, Vermögensverwaltung und Risikomanagement, vorrangig aus Kreditinstituten, Versicherungsunternehmen sowie Kapitalverwaltungsgesellschaften.

Gebühr

kostenfrei

Weitere Informationen und Buchungen

VÖB Service Academy of Finance

Webinar: Sustainable Finance im Überblick – 17.4.2020 11-12h

2020-03-05 SusFin

Webinar: Sustainable Finance im Überblick

Beschreibung

„Wer langfristig im Finanzsektor erfolgreich sein will, wird am Thema Nachhaltigkeit nicht mehr vorbeikommen“ sagte Felix Hufeld, der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin am 9. Mai 2019 in Berlin. Mit dem „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ konkretisierte die BaFin diesen Anspruch. Für 2020 ist „Nachhaltige Finanzwirtschaft/Sustainable Finance“ neben „Digitalisierung, IT und Cyberrisiken“, „Integrität des Finanzsystems und Bekämpfung von Finanzkriminalität“ und “Nachhaltige Geschäftsmodelle“ (im Sinne von Widerstandsfähigkeit/Resilienz) ein vierter Schwerpunkt der Aufsichtstätigkeit.

Ist BaFin damit Erfüllungsgehilfe der Bundesregierung, Deutschland zu einem führenden Sustainable Finance-Standort zu entwickeln? Indirekt ja. Die BaFin wird aber vorrangig von der unter Zentralbanken und Aufsichtsbehörden geteilten Meinung motiviert, dass Nachhaltigkeitsrisiken, insbesondere auch aus dem Klimawandel die Stabilität des Finanzsektors gefährden.

„Sustainable Finance“ ist keineswegs eine politische Antwort auf ökologische Strömungen oder gar FridaysForFuture, sondern grundlegende geschäftspolitische Logik in Zeiten von Klimawandel und massiven strukturellen Veränderungen. Im Webinar wird ein Überblick vermittelt, was Nachhaltigkeit und insbesondere auch nachhaltige(re) Finanzinstrumente beinhalten. Der Denkrahmen der BaFin und der internationalen Finanzinvestoren ist klar vorgezeichnet: Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Problemfeldern und das Klimaschutzabkommen von Paris 2015 sind auch die Grundlagen für die deutschen Nachhaltigkeitsstrategien und den Aktionsplan „Sustainable Finance“ der Europäischen Kommission.

Die Academy of Finance hat im März 2020 einen Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ erfolgreich gestartet. Er berücksichtigt bereits weitgehend die Handlungsempfehlungen des „Sustainable Finance-Beirat“ der Bundesregierung im Zwischenbericht vom 5.3. Hierzu einige Einblicke im Webinar.

Inhalte

  • Treiber (Demografie, EU, BaFin, Resilienz, Nachhaltigkeitsstrategien)
  • Agenda 2030 (SDGs), Säulen der Nachhaltigkeit
  • Der Deutsche Nachhaltigkeits Kodex (DNK) als Arbeits- und Berichtsgrundlage
  • Varianten von nachhaltigen Finanzinstrumenten
  • Überblick Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“
  • Dialog/Fragen und Antworten

Teilnehmerkreis

Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Firmenkunden- und Privatkundenberatung, Vermögensverwaltung und Risikomanagement, vorrangig aus Kreditinstituten, Versicherungsunternehmen sowie Kapitalverwaltungsgesellschaften.

Gebühr

kostenfrei

Weitere Informationen und Buchungen

VÖB Service Academy of Finance

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundachtzig

 

2020-01-20 green issuance rangeof 2019instruments

Titelbild/Bild: Fremdkapital mit Nachhaltigkeitsbezug 2019, Quelle: climatebonds.net

Inhalt: Nachhaltigkeitsratings: Der Markt konsolidiert; ESMA will Nachhaltigkeitsratings regulieren; Nachhaltiges Fremdkapital mit starkem Wachstum; Europäisches Parlament fordert EZB zum Klimaschutz; Nachhaltigkeit ist mehr als Umwelt; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

25. Februar 2020

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeitsratings: Der Markt konsolidiert

Bisher bildeten „klassische“ Finanz(stärke)ratings und Nachhaltigkeitsratings weitgehend getrennte Welten. Da aber Nachhaltigkeitskriterien immer existenzieller für Unternehmen werden, berücksichtigen die herkömmlichen Ratingagenturen immer stärker die mit fehlender Nachhaltigkeit und dem Klimawandel verbundenen Risiken.

Besonders deutlich wird dies bei der Ratingagentur Moody’s. In ihrem Ausblick 2020 bringt sie den den Trend klar zum Ausdruck: Moody’s – ESG plays growing role in credit outlooks for 2020. Gemeint sind vor allem die mittelbaren und unmittelbaren Auswirkungen des Klimawandels. „Public interest in preserving natural assets, such as land, water and living things, will increase significantly over the coming years, according to Moody’s 2020 Outlooks. From a credit perspective, matters such as water scarcity, biodiversity, land use, deforestation and food insecurity will put a spotlight on issuers‘ management of resources.“

Moody’s selbst hat im Jahr 2019 bereits entsprechend zu den beschriebenen Trends gehandelt und mit Mehrheitsanteilen an Vigeo Eiris (Nachhaltigkeitsratings) und Four Twenty Seven (Klimadaten und -risiken) die eigenen Kompetenzen deutlich ausgebaut.

Die bekannten Nachhaltigkeitsratings z.B. von imug, ISS oekom, Sustainalytics etc. dürften sich vor diesem Hintergrund erheblich wandeln: 1. Können sie kaum noch isoliert neben den Ratings zur Finanzstärke stehen 2. Müssen sie den Blickwinkel ändern, da sie bisher vorwiegend nach innen und in die Vergangenheit gerichtet waren. Zukünftig wird Nachhaltigkeit vorausschauend zu betrachten sein, wie es auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin mit ihrem Merkblatt „Nachhaltigkeitsrisiken“ von der gesamten Finanzwirtschaft fordert.

ESMA will Nachhaltigkeitsratings regulieren

Als weiterer Treiber für die Standardisierung von Nachhaltigkeitsratings sieht sich die europäische Finanzaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority).

Sieht einen starken Bedarf für die Vereinheitlichung der Veröffentlichung nicht-finanzieller Kritierien und damit auch die Notwendigkeit, Nachhaltigkeitsratings stärker zu regulieren, um ihren Aussagewert zu erhöhen. So der Vorsitzende Steven Maijoor in einer bemerkenswerten Rede am 12. Februar 2020 in Dublin:

„In that context, I also want to mention ESG ratings, as they are becoming increasingly
important but the level of public scrutiny and supervision of them, in my view, is far from
optimal. The lack of clarity on the methodologies underpinning those scoring mechanisms and their diversity does not contribute to enabling investors to effectively compare investments which are marketed as sustainable, thus contributing to the risk of greenwashing. Personally I believe that, where ESG ratings are used for investment purposes, ESG rating agencies should be regulated and supervised appropriately by public sector authorities.“

Quelle: Steven Maijoor: Sustainable financial markets: translating changing risks and investor preferences into regulatory action, Rede vor dem European Financial Forum am 12.2.2020 in Dublin

Nachhaltiges Fremdkapital mit starkem Wachstum

Im Jahr 2019 wurden vermehrt nachhaltige Fremdkapitalvarianten platziert. Bei insgesamt USD 245,9 Mrd. lag der Anstieg laute „Climate Bond Initiative“ (climatebonds.net) bei 49% gegenüber dem Volumen von USD 171,1 Mrd. im Vorjahr. Stark an Bedeutung gewinnen „grüne Kredite“, deren Anteil jedoch mit USD 6,8 Mrd. bzw. 2,6% im Vorjahr noch gering war.

Energieprojekte und Gebäude sind zu jeweils 30% die wesentlichen Verwendungszwecke, gefolgt von Transport (rd. 20%) und Wasser (10%). Im Markt ist auch zu beobachten, dass vermehrt Finanzierungskonditionen bei Betriebsmittelfinanzierungen an Nachhaltigkeitsfaktoren gekoppelt werden.

2020-01-20 green proceeds

Quelle: climatebonds.net

Für 2020 erwartet Climate Bonds Initiative ein Gesamtvolumen von USD 350 bis 400 Mrd. S&P geht davon aus, dass das Volumen USD 400 Mrd. übersteigen wird. Starker Wachstumstreiber bleiben laut Moody’s „Green Bonds“ für die ein Emissionsvolumen von USD 300 Mrd. nach USD 238 Mrd. im Vorjahr erwartet wird.

Europäisches Parlament fordert EZB zum Klimaschutz

Das Europäische Parlament verabschiedete mit großer Mehrheit eine Resolution, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Klimawandel in den Fokus ihrer Strategieprüfung stellen solle (Parliament urges ECB to put climate at heart of strategy review). Damit unterstützt das Parlament die Ansicht der EZB-Präsidentin Lagarde, die den Klimawandel als einen Risikotreiber für die Preisstabilität und den Finanzsektor im Allgemeinen sieht. Dies drückte sie sehr deutlich z.B. in einer Rede vom 5.2.2020 in Paris aus: Remarks on the occasion of receiving the Grand Prix de l’Économie 2019 from Les Echos

Nachhaltigkeit ist mehr als Umwelt

Nachhaltigkeit ist mehrdimensional und reicht weit über ökologische Nachhaltigkeit hinaus. Insofern ist die Forderung der hochrangigen EU-Expertengruppe zur privaten Altersvorsorge (High-level group of experts on pensions) in ihrem Schlussbericht absolut folgerichtig. Sie fordert den Blick über die ökologische Dimension hinaus auch auf andere Aspekte von Nachhaltigkeit, z.B. soziale Faktoren. Darüber hinaus würde sie eine breit angelegte Klassifizierung von nachhaltigen Anlagen (Taxonomie) begrüßen, um die Anlage von Mitteln für die Zukunft rechtssicher gestalten zu können. (FINAL REPORT OF THE HIGH-LEVEL GROUP OF EXPERTS ON PENSIONS, S. 70ff.)

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neuer Termin: 6.3.2020, 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und ein erster Zusatztermin am 17.3.2020  sind bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy bereits am 18.3.2020 mit einem dritten Präsenzworkshop den Start für einen weiteren Lehrgang an.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im aktuellen Newsletter der Steyler Ethik Bank: Nachhaltige Prozesse anstoßen

In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

2019-04-12_FFF BN1

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundachtzig

2020-01-16 BaFin Schwerpunkte 2020

Titelbild/Bild: Deckblatt der BaFin-Publikation „Aufsichtsschwerpunkte 2020 vom 16.1.2020

Inhalt: BaFin: Nachhaltigkeit als Schwerpunktthema 2020; Auch die FED nimmt an Treffen des NGFS teil; Nachhaltigkeit: Deutsche Bank CEO „starke Nachfrage“; Indexanbieter zeichnen EU Benchmarks vor; Morningstar: Rekord bei Nachhaltigkeitsfonds; Microsoft: Neue Landmarke bei Klimastrategien; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

3. Februar 2020

Dr. Ralf Breuer

BaFin: Nachhaltigkeit als Schwerpunktthema 2020

Das „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin wurde am 20.12.2019 offiziell veröffentlicht. Am 16.1.2020 gab die BaFin nun ihre Schwerpunktthemen in diesem Jahr bekannt (BaFin: Aufgabenschwerpunkte 2020, S. 7):

1. Digitalisierung, IT und Cyberrisiken
2. Integrität des Finanzsystems und Bekämpfung von Finanzkriminalität
3. Nachhaltige Geschäftsmodelle (Anm.: Im Sinne von „stabil“ oder „tragfähig“)
4. Nachhaltige Finanzwirtschaft, Sustainable Finance

Bei der erstmaligen Veröffentlichung 2019 lauteten die Schwerpunktthemen „Digitalisierung“ und „Brexit“.

Im Erläuterungstext auf S. 15 avisiert die BaFin eine formelle Behandlung von Nachhaltigkeit bzw. Nachhaltigkeitsrisiken ab 2021:

„Im Jahr 2020 entwickelt die BaFin ein Konzept und eine Strategie, um das aufsichtliche Ambitionsniveau für das Management von Nachhaltigkeitsrisiken zu konkretisieren. Ab 2021 sollen Nachhaltigkeitsrisiken systematisch durch bestehende Aufsichtsinstrumente der BaFin erfasst und adressiert werden.“

Die formelle Behandlung ist vor allem von den europäischen Aufsichtsbehörden zu erwarten. Mit den „Schwerpunktthemen “ legt die BaFin weitere Argumente vor, das Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken trotz seines Empfehlungscharakters bereits 2020 als Arbeitsschwerpunkt in der Finanzwirtschaft aufzunehmen.

Auch die FED nimmt an Treffen des NGFS teil

In der Pressekonferenz zur Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed wurde Chef Powell nach der Beteiligung am internationalen „Network for Greening the Financial Sector (NGFS)“ gefragt. Er bestätigte die Teilnahme der u.s.-amerikanischen Notenbank an allen Treffen. Einen formellen Beitritt nannte er als eine Möglichkeit in der Zukunft. Bloomberg hatte fälschlicherweise diesen als unmittelbar bevorstehend gemeldet. (Vgl. Transcript der Pressekonferenz vom 29.1.2020, S.16)

Nachhaltigkeit: Deutsche Bank CEO „starke Nachfrage“

Der Journalist Michael Maisch (Handelsblatt) zitierte auf Twitter den CEO der Deutschen Bank, Christian Sewing aus der Pressekonferenz zu den Ergebnissen 2019. Dabei äußerte sich am Rande zur Marktsituation bei nachhaltigen Geldanlagen, die bei manchen Banken kaum gedeckt werden könnte:

Indexanbieter zeichnen EU Benchmarks vor

MSCI hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, Ende März 2020 ein Indexprodukt nach Art der EU Klimabenchmarks vorzulegen. Auch S&P Dow Jones Indices hat nun Produkte vorgestellt, die weitgehend den Vorschlägen der Technischen Experten der EU (TEG) entsprechen sollen. S&P ist in seinem Konzept deutlich stringenter als die TEG, z.B. werden Emissionen aus Scope 3 von vornherein voll berücksichtigt.

Die theoretische Untersuchung Conceptualizing a Paris-Aligned Climate Index for the Eurozone kommt zu dem Schluss, dass das „PAC Konzept“ mit lediglich 185 der 254 Indexunternehmen des „S&P Eurozone LargeMidCap“ sehr vergleichbare Charakteristika zum Basisindex hat. Für das vergangene Jahr wurde mit +22,4% gegnüber +21,6% sogar eine etwas bessere Wertentwicklung berechnet. Allerdings schließt das Konzept deutlich weniger Unternehmen als in anderen Untersuchungen aus, bei denen z.B. nur ein kleiner Teil der Dax-Unternehmen in die neuen Klimabenchmarks aufgenommen würde.

Am 30.1. wurde in London ein weiteres Produkt vorgestellt: Der „FTSE-TPI Climate Transition Index“. Er entstand in einer einer Zusammenarbeit der Church of England und der Börse London LSE. Er soll als passiver Index für die Anlage von GBP 600 Mio. Pensionsgelder der Kirche genutzt werden.

Morningstar: Rekord bei Nachhaltigkeitsfonds

Morningstar berichtet für 2019 von massiv (€ 120 Mrd. vs. € 48,8 Mrd.) gestiegenen Zuflüssen zu nachhaltigen Investmentfonds. Die Anzahl der Fonds sei im Jahresverlauf um weitere 360 auf 2.405 gestiegen, das verwaltete Vermögen um 58% auf € 668 Mrd. Unter den neuen Fonds im Vorjahr haben lt. Morningstar 50 einen Klimabezug, Aktienfonds hatten bei den neuen Produkten den größten Anteil.

2020-02-03 Morningstar Sustainableflows

Quelle Morningstar: Record-Shattering Year for Sustainable Investments, 4.2.2020

Rekordzuflüsse hatte Morningstar bereits auch für U.S. Produkte und andere Teilsegmente vermeldet. Dies dürfte 2019 bei nachhaltigen Produkten durchgängig so gewesen sein.

Weltrisikoreport: Klimawandel dominiert

2020-01-22 WEF Risiken dt.

Quelle: Weltwirtschaftsforum/World Economic Forum. Basis: ca. 800 Befragte

Das erschreckende Ergebnis des diesjährigen Berichts: Klimawandel wird als eine sehr große Bedrohung empfunden, allerdings mit einer besonders hohen Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.

Dies entspricht auch der Einschätzung einer Expertengruppe der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (Bank for International Settlements, BIS) Sie bezeichnet den Klimawandel als „Green Swan“. Damit ist die Kombination einer sehr hohen Eintrittswahrscheinlichkeit mit sehr schwer abschätzbaren Konsequenzen gemeint. Der „grüne Schwan“ wird damit in Kontrast zum „schwarzen Schwan“ an den Finanzmärkten gesetzt: Ein relativ unwahrscheinliches Ereignis mit großen Folgen.

BIS 20.1.2020: The green swan

Microsoft: Neue Landmarke bei Klimastrategien

Am 16.1.2020 veröffentlichte der Präsident von Microsoft, Brad Smith, einen Beitrag im Blog von Microsoft. Die darin beschriebene Klimastrategie des Unternehmens setzt neue Maßstäbe:

  • CO2 negativ ab 2030
  • bis 2050 alle direkt oder indirekt verursachten Emissionen seit der Gründung 1975 absobiert
  • USD 1 Mrd. für einen „Klimainnavotionsfonds“ aus dem eigenen Kapital. Dieser richtet sich nicht nur auf das Unternehmen, sondern auch die Nutzer und Zulieferer

Besonders bemerkenswert ist die ausdrückliche Adressierung der Zulieferer (Scope 3), deren Ausstoß an Treibhausgasen etwa 75% des Gesamtausstoßes von Microsoft entspricht. Dieser Wert ist in dieser Größenordnung bei vielen Unternehmen zu beobachten, die ausdrückliche Adressierung dieser Emissionen allerdings die Ausnahme.

Die volle Berücksichtigung der Scope 3 Werte ist ein ausdrückliches Ziel der EU, ist aber nicht einmal in den meisten aktuellen Klimamodellen für Unternehmen gegeben.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neuer Termin: 6.3.2020, 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Ein erster Lehrgang mit Beginn am 16.3.2020 und ein erster Zusatztermin am 17.3.2020  sind bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy bereits am 18.3.2020 mit einem dritten Präsenzworkshop den Start für einen weiteren Lehrgang an.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

2019-04-12_FFF BN1

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundachtzig

 

2019-12-20 BaFin Merkblatt final Nachhaltigkeitsrisiken Titel

Titelbild/Bild: Deckblatt des BaFin „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ vom 20.12.2019

Inhalt: BaFin Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken; Bank of England kündigt Stresstest auf Klimarisiken an; Handbuch neue EU-Benchmarks; Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug wachsen; ESG-ETFs mit neuem Rekord; Klimaschutz in Nachbarländern; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

7. Januar 2020

Dr. Ralf Breuer

BaFin Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken

Das „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin wurde am 20.12.2019 offiziell veröffentlicht. Es ist inhaltlich gegenüber der bis zum 3.11.2019 konsultierten Fassung kaum verändert. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Finanzaufsicht versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt wohl für die meisten Finanzunternehmen Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen und Berichtspflichten hinaus!

Im Kern erwartet die Finanzdienstleistungsaufsicht:

  • Eine strategische Sicht auf der Leitungsebene
  • Eine bereichsübergreifende Sicht auf die Risiken (und die Chancen)
  • Externe und interne Kommunikation über den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken
  • Die Bereitstellung angemessener personeller und finanzieller Ressourcen

Die BaFin stellt diese Erwartungen ausdrücklich unter den Proportionalitätsgrundsatz, was sachgerecht erscheint, die Anforderungen aber in keiner Weise aufweicht. Gerade bei kleineren Finanzinstituten mit geringer regionaler Reichweite ergeben sich sehr spezifische Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen aus dem jeweiligen Kontext.

Den Text der BaFin finden Sie hier: Merkblatt Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken 20.12.2019

Bank of England kündigt Stresstest auf Klimarisiken an

Nach der dänischen Zentralbank hat nun auch die Bank of England (BoE) einen Stresstest für unmittelbare und mittelbare Klimarisiken angekündigt. Hierzu wurde am 18.12.2019 eine Konsultation eingeleitet. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der größten Finanzinstitute sowie die Anfälligkeit des Finanzsystems insgesamt auf die Probe zu stellen. Die BoE wählte hierzu ein „granulares“ Vorgehen auf der Basis von Kontrahentenrisiken und mit einem auf 30 Jahre gerichteten deutlich längeren Zeithorizont als üblich.

Das (veröffentlichte) Ergebnis wird ein Gesamtbefund des Finanzsystems für die Anfälligkeit auf Klimarisiken sein. Einzelergebnisse sollen nicht veröffentlicht werden.

Das Konsultationspapier und weitere Dokumente finden Sie hier (EN).

In einem ersten Interview mit der Börsenzeitung stellt auch die frühere Wirtschaftsweise und neue EZB-Direktorin Isabel Schnabel fest: „Viele sind der Ansicht, dass die Klimarisiken bei der Bewertung von Kreditrisiken noch nicht angemessen berücksichtigt sind. Das betrifft dann die Regulierung und Bankenaufsicht, aber genauso den Sicherheitsrahmen der EZB.” Das Thema beschäftigt nahezu alle Zentralbanken und Aufsichtsbehörden. Die EZB hat hierzu auch einen eigenen Bereich auf ihrer Internetseite: Climate change and the ECB

Handbuch neue EU-Benchmarks

Gewissermaßen als „Ferienlektüre“ veröffentlichte die technische Expertengruppe (TEG) „Sustainable Finance“ noch ein Handbuch zu den im Aktionsplan vorgesehenen Benchmarks zu Nachhaltigkeit („HANDBOOK OF CLIMATE TRANSITION BENCHMARKS, PARIS-ALIGNED BENCHMARK AND BENCHMARKS’ ESG DISCLOSURES“). Zunächst erscheint dies mit 171 Seiten als (ge-)wichtiges Zusatzdokument, ist allerdings eher 24 Seiten häufig an die TEG gestellte Fragen mit einem ausführlichen Anhang zu Sektorklassifikationen.

Im Kern ändert das Dokument nichts: Die EU-Kommission wird einen Mindeststandard für zu veröffentlichende Nachhaltigkeitskriterien setzen, unternehmerische „Dekarbonisierungstrategien“ werden zu einem neuen Maßstab für weite Teile der Finanzmärkte (vgl. Nummer Zweiundachtzig vom 10.12.2019).

Das Originaldokument finden Sie hier.

Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug wachsen

Laut Bloomberg hat sich das Volumen von neuen (Groß-)Krediten mit Nachhaltigkeitsbezug (Sustainability-linked loans) im vergangenen Jahr von USD 60,5 Mrd. 2018 auf USD 78 Mrd. im Jahresverlauf 2019 erhöht. Am 13.12.2019 berichtete Bloomberg über eine revolvierende Kreditlinie von USD 10 Mrd. für Royal Dutch Shell . Mit einem Konsortium von 25 Kreditgebern wurde eine Verzinsung in Abhängigkeit von Nachhaltigkeitskriterien vereinbart (Bloomberg 13.12.2019 (EN)).

ESG-ETFs mit neuem Rekord

Wie nahezu alle nachhaltigen Finanzinstrumente verzeichneten gemäß Bloomberg auch „nachhaltige“ ESG-ETFs 2019 mit USD 8 Mrd. einen neuen Volumenrekord. Immer mehr Vermögensverwaltungen wählen ETFs mit Nachhaltigkeitsstandards als Kerninvestment.

Klimaschutz in Nachbarländern

Am 20.12.2019 verurteilte das oberste niederländische Gericht (Hoge Raad der Nederlanden) den Staat in dritter und letzter Instanz zu einer Verschärfung des Klimaschutzes. Bereits 2015 entschied ein Gericht in Den Haag, dass der Ausstoß von Treibhausgasen bis Ende 2020 um 25% gegenüber dem Wert von 1990 gesenkt werden müsse. Die Regierung verfolgt dagegen ein Ziel von 20%, das wahrscheinlich knapp erreicht werden kann: Pressemitteilung zum Urteil vom 20.12.2019 (EN).

Gleich zum Beginn des Jahres beschloss das dänische Parlament (Folkinget) mit großer Mehrheit ein ehrgeiziges Klimaziel: Der Ausstoß von Treibhausgasen soll bis 2030 um 70% gegenüber dem Wert von 1990 sinken (Bericht Frankfurter Rundschau 6.1.2019: fr.de).

Am 4.1.2020 hat der „Bundeskongress“ der Grünen in Österreich den Eintritt in eine Regierungskoalition mit der ÖVP gebilligt. Ein Kernelement des Koalitonsvertrags ist ein ehrgeiziger Plan für den Klimaschutz. Danach soll das Land zehn Jahre früher als die Europäische Union bereits im Jahr 2040 klimaneutral werden. Die Stromversorgung soll dann zu 100% mit erneuerbarer Energie erfolgen. Derzeit wird u.a. auch Atomstrom aus der benachbarten Slowakei bezogen. Die Details für die Umsetzung der Vorhaben müssen allerdings noch ausgearbeitet werden (Bericht: zeit.de 2.1.2020).

In Deutschland bleibt es bei der einhelligen Unzufriedenheit mit dem „Klimaschutzpaket“ der Bundesregierung. In sozialen Medien wird u.a. deshalb der Bundeswirtschaftminister an frühere Aussagen erinnert:

 

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neuer Termin: 6.3.2020, 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Ein erster Lehrgang mit Beginn am 16.3.2020 ist bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy bereits am 17.3.2020 einen zweiten Präsenzworkshop als Start für einen weiteren Lehrgang an.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

2019-04-12_FFF BN1

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Zum (un-)guten Schluss

Titelbild: Anhangbericht der Technical Expert Group on Sustainable Finance

Inhalt: Vorneweg; Weltklimakonferenz – Nach Madrid, vor Glasgow…; „Europäischer Grüner Deal“; EU Aktionsplan: Einigkeit bei der Taxonomie; Der (CO2-)Pfad ist das Ziel (Nr. X); Green Bond Fonds in Deutschland: Volumen verdoppelt; BlackRock: USD 1 Mrd. für erneuerbare Energien; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

17. Dezember 2019

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Jahresschlußausgabe ja oder nein? Und womit? Zunächst einmal natürlich alle guten Wünsche an die Leser!

Der Titel der heutigen Ausgabe ist durch das praktisch ergebnislose Ende der Weltklimakonferenz, dem modifizierten Klimapaket sowie Fortschritten in der Europäischen Union geprägt. Ein wirklich „guter Schluss“ hätte andere Ergebnisse aus Madrid vorausgesetzt, aber wirklich „ungut“ wäre auch nicht angemessen. Deshalb eine Ausgabe „Nachhaltigere Finanzwirtschaft – zum (un-)guten Schluss.

Weltklimakonferenz: Nach Madrid, vor Glasgow…

Die Konferenz wurde bekanntermaßen von Santiago de Chile nach Madrid verlegt, behielt aber mit dem Zusatz „Madrid 2019“ ihren ursprünglichen Titel. Die nächste Konferenz soll vom 9. bis 19 November 2020 im schottischen Glasgow stattfinden. Vor dem Hintergrund von Brexit und regionalen Unabhängigkeitsbestrebungen dürfte die Angabe des gastgebenden Staates ebenso mit Spannung erwartet werden wie der Verlauf: Die mit #TimeForAction bzw. #TiempoDeActuar auf der Bühne anbebrachten Aufforderungen zu Handeln, mündeten bekanntermaßen in einer weitgehenden Vertagung auf die Folgeveranstaltung „COP26“ 2020.

Neben dem generellen Eindruck weitreichender Ergebnislosigkeit bleibt dann die in den Medien viel kolportierte Zugfahrt von Greta Thunberg durch Deutschland. Dagegen fand die Bundesumweltministerien ein eigenes Mittel gegen ihren Frust: Sie verbreitete am 16.12. ihre „schönsten“ Momente aus Madrid auf Twitter:

„Europäischer grüner Deal“

Am 11. Dezember 2019 hat die Europäische Kommission ihren „European Green Deal“ präsentiert, der u.a. eine CO2-Neutralität der Gemeinschaft ab dem Jahr 2050 anstrebt. Die Elemente dieses Pakets wurden vorab kommuniziert und dargestellt. Eine schematische Übersicht der Maßnahmen, die über den reinen Klimaschutz hinausreichen sollen, hat die Kommission schon vor einiger Zeit veröffentlicht:

2019-12-11 EU green deal

Die Kommission hat das Paket mit einem ambitionierten Zeitplan versehen, nach dem alle Komponenten bis zum Jahr 2021 erarbeitet werden sollen. Zu den Einzelheiten der Vorschläge mit weiterführenden Dokumenten (DE):

 https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/IP_19_6691

EU Aktionsplan: Einigkeit bei der Taxonomie

Die EU-Kommission erwartet nunmehr eine Verabschiedung der sogenannten „Taxonomie“ für nachhaltige Finanzinstrumente durch das Europäische Parlament

Diskussionen wurden insbesondere über atomare Energieerzeugung geführt: Während Deutschland, Luxemburg und Österreich Atomkraft strikt ablehnen, wird sie z.B. in Frankreich als saubere Technologie ohne Treibhausgase betrachtet. Zwischenzeitlich wurde auch deutlich, dass die Systematik in der Folge auch um nicht-ökologische Aspekte der Nachhaltigkeit erweitert werden soll.

Der (CO2-)Pfad ist das Ziel (Nr. X)

Die von der der technischen Expertengruppe der EU vorgeschlagenen neuen Benchmarks für alle Anlageklassen mit Ausnahme einiger Derivate orientieren sich am Klimaschutzabkommen von Paris bzw. „Dekarbonisierungspfaden“ zur Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen: „Paris-aligned“ (EU PAB) und „climate-transition“ (EU CTB) mit Erwärmungspfaden von 1,5° bwz. 2°.

Strategien zur CO2-Reduktion werden damit immer mehr auch zu einem Treiber von institutionellen Investoren. Viele Unternehmen haben bereits eigene, unterschiedlich ambitionierte Programme zur Verringerung des Ausstoßes an Treibhausgasen kommuniziert. Einige Beispiele sind in der Nummer Zweiundachtzig zusammen gestellt.

Die Anzahl der Unternehmen, die konkrete Zielgrößen nennen, wächst stetig: Seit Ende September 2019 stieg allein bei https://sciencebasedtargets.org die Zahl der Selbstverpflichtungen um 144 auf nunmehr 749 (Stand 17.12.19 12h). Zu diesem Zeitpunkt waren darunter 30 deutsche Unternehmen in sehr unterschiedlicher Größenordnung. Darunter war auch die HeidelCement AG als ein sehr CO2-intensives Unternehmen. Der Zielpfad entspricht nach den im Mai 2019 kommunizierten Zielen einer Erwärmung um 2°.

Green Bond Fonds in Deutschland: Volumen verdoppelt

Gemäß einer aktuellen Studie von Scope hat sich die Zahl der in Deutschland zugelassenen Fonds auf Green Bonds im Zeitraum November 2018 bis 2019 um fünf auf 29 erhöht. Gleichzeitig ist das verwaltete Volumen um 150% auf € 5,8 Mrd. gestiegen. Dabei entfallen 58% des Volumens auf die fünf größten Fonds. Darunter ist auch der iShares Green Bond Index, bei dem das Volumen um 440% auf € 881 Mio. stieg. Wie die Mehrzahl der Fonds ist dieses Produkt institutionellen Anlegern vorbehalten. Mit € 100 Mio. ist die Mindestanlage außergewöhnlich hoch. Download der Studie von Scope

Green Bonds bieten derzeit die transparenteste Anlagemöglichkeit in Green Bonds. Insbesondere dann, wenn sie mit einem entsprechenden Testat bzw. einer Zertifizierung nach dem „Green Bonds Standard“ versehen sind. Es ist wenig verständlich, dass nur wenige Fonds für Privatanleger zugelassen wurden, da sie in Zeiten niedriger Zinsen eine hervorragende Alternative für den Gesamtmarkt wären.

BlackRock: USD 1 Mrd. für erneuerbare Energien

Am 4.12.2019 berichtete BlackRock über ein Volumen von USD 1 Mrd., dass seinem Investmentvehikel „GRP III“ (Global Renewable Power III) von weltweit 35 Investoren zufliessen wird. Der Fonds investiert in Projekte zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung erneuerbarer Energien. Mittlerweile verwaltet die Gesellschaft ein Portfolio von USD 5,5 Mrd. in diesem Bereich. Die Mittel stammen von rund 150 Investoren und wurden in über 250 Projekte weltweit investiert. Press Release 4.12.2019

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Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

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In eigener Sache

Neues Format: Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

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Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

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Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundachtzig

Titelbild Komponenten des „European Green Deal“, der am 11.12.2019 vorgestellt wird. Quelle: EU Commission

Inhalt: „European Green Deal“ – Maßnahmenpaket 11.12.2019; EU Aktionsplan: 1. Taxonomie – EU Parlament und Ministerrat einig; 2. Der (CO2-)Pfad ist das Ziel; CO2 – Die tun was…; Nachhaltigkeitsrisiken bei IWF und Aufsehern im Fokus; Europäischer Bankenverband zu Nachhaltigkeit; Rekordwachstum beim FNG-Siegel, aber große Lücken; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, VÖB BarCamp; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

10. Dezember 2019

Dr. Ralf Breuer

„European Green Deal“ – Maßnahmenpaket 11.12.2019

Am 11. Dezember 2019 wird die Europäische Kommission ihren „European Green Deal“ präsentieren, der u.a. eine CO2-Neutralität der Gemeinschaft ab dem Jahr 2050 vorsehen soll. Die Elemente dieses Pakets wurden vorab kommuniziert und dargestellt. Offen ist bis dato aber wie ambitioniert die Pläne sind wie u.a. die Anpassungsfristen innerhalb der Gemeinschaft gestaltet werden. Eine schematische Übersicht der Maßnahmen, die über den reinen Klimaschutz hinausreichen sollen, hat die Kommission schon vor einiger Zeit veröffentlicht:

2019-12-11 EU green deal

EU Aktionsplan:

EU Parlament und Ministerrat einig bei der Taxonomie

Der Europaabgeordnete Sven Giegold berichtete am 5.12.2019 auf seiner Internetseite https://sven-giegold.de:

„Soeben einigten sich Europäisches Parlament und Ministerrat auf einen Kompromiss für die Klassifizierung nachhaltiger Investments (Taxonomie). Die Verordnung definiert europaweit, welche wirtschaftlichen Aktivitäten sich nachhaltig nennen und damit in einem als nachhaltig beworbenen Finanzprodukt stecken dürfen. Als nachhaltig gilt, wer einerseits einen positiven Beitrag leistet zum Klimaschutz, ohne gleichzeitig in anderen Bereichen der Umwelt zu schaden (do-no-harm-Prinzip). Die Klassifizierung soll prinzipiell für alle Finanzprodukte gelten.“

Laut Giegold führte die Einigung zu einem faktischen Ausschluß von Atomkraft. Während Deutschland, Luxemburg und Österreich einen zwingende Hürde befürworteten, bevorzugte Frankreich eine Berücksichtigung von Atomenergie als nachhaltig (weil CO2-neutral). Kohletechnologien werden vollkommen ausgeschlossen. Die Taxonomie soll noch verfeinert (z.B. Schwellenwerte) und in die soziale Dimension erweitert werden. Derzeit ist sie ausschließlich in ökologische Richtung formuliert.

Während die „Taxonomie“ mit ihren 414 Seiten Zwischenbericht der Expertengruppe immer wieder viel diskutiert wurde, blieb das Papier über „Benchmarks“ relativ unbeachtet. Allerdings schlägt die Expertengruppe einen weitreichenden Paradigmenwechsel bei Finanzprodukten vor: Die Veröffentlichung bestimmter Nachhaltigkeitskriterien wird zum Standard, die zu Transformation zu emissionsärmeren Technologien dagegen zum Gütemaß:

2. Der (CO2-)Pfad ist das Ziel

CO2 steht hier vulgo für Treibhausgase, die als CO2-Äquivalente gemessen werden. Die Pfadorientierung zeichnet sich neben der Agenda 2030 mit ihren 17 Problemfeldern (SDGs) als neuer Konsensus für die Bestimmung ökologischer Nachhaltigkeit ab. Auch die von der der technischen Expertengruppe der EU vorgeschlagenen Benchmarks für alle Anlageklassen mit Ausnahme einiger Derivate orientieren sich an vergleichbaren Kategorien bzw. am Klimaschutzabkommen von Paris: „Paris-aligned“ (EU PAB) und „climate-transition“ (EU CTB) mit Erwärmungspfaden von 1,5° bwz. 2°.

Der französische Versicherungskonzern Axa (siehe unten) hat bereits eine Strategie formuliert, die die Eigenanlagen langfristig an einem Erwärmungspfad von 1,5° ausrichtet. Aktuell liegt der Wert bei 3,1°. Eigene Recherchen und eine am 27.11.2019 veröffentliche Analyse von right. based on science zeigen, dass sich die Zahl der investierbaren Unternehmen deutlich verkleinert. In der Analyse qualifizieren wahrscheinlich sich lediglich 5 der 30 Gesellschaften im Dax für „EU BAB).

Das Europäische Parlament und der Ministerrat haben die Europäische Kommission am 27.11.2019 beauftragt, entsprechende Benchmarks umzusetzen: REGULATION (EU) 2019/2089 OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL of 27 November 2019 .

Der Indexanbieter MSCI avisierte in einer Pressemitteilung vom 7.11.2019 entsprechend konstruierte Indices in vorläufigen Versionen am 30.4.2020 zu veröffentlichen: MSCI to launch two series of provisional EU Climate Indexes .

Die EU-Experten haben zusätzlich eine Benchmark für die Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsindikatoren vorgeschlagen. Diese ist aber als „Mindeststandard ESG“ formuliert. Die vorgeschlagenen Kriterien sind eine Mischung aus qualitativen und quantitativen Kriterien sowie aggregierten und Rohdaten. Auch zu diesem Thema erging am 27.11.2019 ein Auftrag an die EU-Kommission: REGULATION (EU) 2019/2088 OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL of 27 November 2019 on sustainability‐related disclosures in the financial services sector.

Einen Blick in Rohdaten zur Nachhaltigkeit von 2.800 Unternehmen weltweit erlaubt neuerdings auch MSCI als Dienstleister für Nachhaltigkeitsratings. Gemäß der Pressemitteilung vom 25.11.2019 (MSCI ESG Research makes MSCI ESG Ratings of over 2,800 companies publicly available) sollen 2020 insgesamt 7.500 Datensätze für Unternehmen zugänglich sein: https://www.msci.com/esg-ratings

CO2 – Die tun was…

Die Maßnahmen der Bundesregierung zum Klimaschutz wurden insgesamt sehr kritisch aufgenommen. Zuletzt äußerte sich der Generalsekretär des „Sachverständigenrats zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung“ SVR Wirtschaft in einer öffentlichen Ringvorlesung der Universität Bonn am 4.12.2019 sehr kritisch. Er vertrat das Ratsmitglied Prof. Isabel Schnabel. Sie ist derzeit für das Direktorium der Europäischen Zentralbank nominiert.

2019-12-05 GA SVR Klimapaket

General-Anzeiger Bonn, 5.12.2019, S. 9

Der Sachverständigenrat hatte in einem Sondergutachten vom Juli 2019 der Bundesregierung einen AUFBRUCH ZU EINER NEUEN KLIMAPOLITIK u.a. durch die Einführung einer CO2-Steuer empfohlen. Nur einer kleiner Teil der Empfehlungen wurden tatsächlich im „Klimapaket“ der Bundesregierung umgesetzt.

Dagegen haben einige Unternehmen schon eigene, ambitionierte Programme zur Verringerung des Ausstoßes an Treibhausgasen eingeleitet. Jüngstes Beispiel ist der spanische Öl-, Gas- und Chemiekonzern Repsol.

Mit der Ankündigung, der Konzern strebe nach einer unkompensierten (!) CO2-Neutralität im Jahre 2050 und ambitionierten Zwischenzielen setzte das Unternehmen zu Beginn der Weltklimakonferenz in Madrid ein starkes Zeichen. Obwohl die technischen Möglichkeiten für die Umsetzung in weiten Teilen noch nicht gegeben sind, wird der Ausstoß von Treibhausgasen ein vergütungswirksamer Bestandteil der Vergütung von Führungskräften sein. Einzelheiten zu dem Plan werden gemeinsam mit der Strategie bis zum Jahre 2025 in der ersten Jahreshälfte 2020 vorgestellt.

2019-12-02 Repsol CO2 path

(Pressemitteilung vom 2.12.2019 (EN): Repsol will be a net zero emissions company by 2050)

Auch der französische Versicherungskonzern Axa präsentierte am 27.11.2019 eine neue, ambitionierte Klimastrategie: Pressemitteilung 27.11.2019 (EN): AXA launches a new phase in its climate strategy to accelerate its contribution to a low-carbon and more resilient economy. Nach aktuellem Stand entsprechen die aktuellen Anlagen des Konzerns einer Erderwärmung von 3,3°, während 3,7° als globaler Referenzwert gelten. Eine Reduzierung des Wertes für alle Anlagen auf unter 2° würde die 100 größten Positionen im Portfolio ausschließen. Generell wird sich die Gruppe zukünftig an einer Anlagepolitik im Sinne der oben beschrieben „EU Paris-aligned Benchmark“ ausrichten: Pressemitteilung 27.11.2019 (EN): Investing in a 1.5ºC world: aligning business with the Paris Agreement.

Bereits in der vorausgegangen Ausgabe Nummer Einundachtzig wurden einige Unternehmensinitiativen vorgestellt:

  • Klimastrategie Europäische Investitionsbank (EIB)
  • Lanxess will Treibhausgase bis 2030 halbieren, bis 2040 neutralisieren
  • easyJet kompensiert die Treibhausgase
  • Bereits im Mai 2019 hatte Bosch für das Jahr 2020 eine (kompensierte) Klimaneutralität und weitere qualitativen Verbesserungen bis 2030 avisiert (vgl. Nummer Einundsiebzig).

Nachhaltigkeitsrisiken bei IWF und Aufsehern im Fokus

Der internationale Währungsfonds IWF hat Klimarisiken als finanzielles Risiko vertieft thematisiert. Die Sicht ist ähnlich wie bei den internationalen Bankenaufsehern und Notenbanken. Die direkten und indirekten Auswirkungen des Klimawandels führen zu hohen wirtschaftlichen Belastungen, die z.B. in Streßtests berücksichtigt werden sollten. Die Autoren eines Beitrags im Dezember 2019 sehen die Finanzindustrie aber nicht nur als betroffen, sondern auch in einer Gestalterrolle im Umgang mit dem Klimawandel. So lautet der Schlußsatz „Finance will have to play an important role in managing this transition, for the benefit of future generations.

Climate Change and Financial Risk – Central banks and financial regulators are starting to factor in climate change, Pierpaolo Grippa/Jochen Schmittmann/Felix Suntheim

Neben der deutschen BaFin mit ihrem geplanten Merkblatt zu Nachhaltigkeitsrisiken (vgl. Nummer Neunundsiebzig) ist auch die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA bei Risiken aus mangelnder Nachhaltigkeit und dem Klimawandel aktiv. Die EBA veröffentlichte am 6.12.2019 einen detaillierten Aktionsplan (EN): EBA pushes for early action on sustainable finance. U.a. will die EBA einen Streßtest für Klimarisiken im europäischen Bankensektor entwickeln. Die Europäische Zentralbank thematisiert ebenfalls die Auswirkungen des Klimawandels auf die Finanzmarktstabilität: Klimawandel und die EZB: „Die EZB kann – und sollte – im Rahmen ihres Mandats den Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft aktiv unterstützen, und zwar auf zweierlei Weise: Erstens indem sie dabei hilft, die Spielregeln festzulegen, und zweitens durch entsprechendes Handeln, ohne das Ziel der Preisstabilität zu beeinträchtigen.“

Die dänische Nationalbank plant zur Jahresmitte 2020 die Faktoren für einen Streßtest  zu präsentieren. In einer aktuellen Analyse wird vor allem das landesspezifische Risiko vermehrter Überflutungen beleuchtet. Die Bank bewertet 15% der Realsicherheiten im Bankensystem mit einem erhöhten Risiko. Zusätzlich sollen auch internationale Einflussgrößen wie eine mögliche CO2-Besteuerung in die Risikoanalyse einfließen. Danmarks Nationalbank, 2.12.2019: Climate change can have a spillover effect on financial stability

Europäischer Bankenverband zu Nachhaltigkeit

Am Rande des Weltklimagipfels in Madrid präsentiere der europäische Bankenverband EBF Vorschläge für Wachstumsanreize bei „Sustainable Finance“. Dabei wird ausdrücklich eine Incentivierung „nachhaltiger“ Finanztätigkeiten befürwortet. Schon der Titel macht deutlich, dass sich die EBF eine ausdrückliche Begünstigung z.B. für die Finanzierung von Maßnahmen zum Klimaschutz wünscht ENCOURAGING AND REWARDING SUSTAINABILITY – Accelerating sustainable finance in the banking sector.

Das Papier diskutiert insbesondere einen Garantiefonds, einen Vebriefungsrahmen, Kapitalentlastungen, die bevorzugte Behandlung von Sicherheiten durch die Europäische Zentralbank, eine CO2-Besteuerung sowie nationale Beispiele für fiskalpolitische Anreize.

Am Rande des Klimagipfels wurden die Vorschläge unter dem Titel „The Future of Banking is Banking for the Future“ u.a. von den Vorstandschefs der spanischen Großbanken und der Vorstandsvorsitzenden von HSBC Deutschland diskutiert. Zur Einführung sprach zusätzlich der Vizepräsident der EU-Komission, Valdis Dombrovkis CEO Panel: The Future of Banking is Banking for the Future.

 

Rekordwachstum beim FNG-Siegel, aber große Lücken

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) konnte für sein „FNG-Siegel“ ein neues Rekordjahr vermelden: Die Anzahl der Bewerber stieg um 60% auf 105 Fonds, die Zahl der Fondshäuser von 30 auf 47. Allerdings fällt auf, dass die größten Anbieter von Publikumsfonds nicht mit ihren Produkten für Privatkunden vertreten sind. Die Union Investment war lediglich mit Fonds für institutionelle Anleger vertreten. (Pressemitteilung vom 28.11.2019).

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BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine Veranstaltung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

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Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

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Neues Format: Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

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In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft – Überlebensstrategie 4.0

2019-08-04 LuxForFinance1

 

Titelbild/Bild: Szene aus dem zweiminütigen Werbefilm von LuxembourgForFinance produziert von der niederländischen Agentur Mookx: Der erste Werbefilm SustainableFinance? – A first spot advertising for SustainableFinance?

Dieser Beitrag versteht sich als Neufassung eines früheren Beitrags vom Oktober 2017: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0. Einen Beitrag „3.0“ wird es nie geben. „4.0“ erfolgt schlicht aus der Anpassung der üblichen Zählung in der „Industrialisierung“ im Zuge der Digitalisierung.

Während sich an der Grundaussage wenig geändert hat, so ist die Zwangsläufigkeit von Nachhaltigkeit als geschäftspolitische Handlungsgrundlage offen erkennbar. Klimarisiken haben sich längst tief in die Wirtschaft hineingearbeitet, Klimawandel und Energiewende bestimmen das Bild, das durch die jugendlichen Proteste für den Klimaschutz noch deutlich schärfer geworden ist. Insofern eine Gelegenheit, die in den vergangenen zwei Jahren eingetretenen Entwicklungen einmal präziser zusammen zu fassen.

English abstract: This is in fact the third article on sustainability as a bedrock for financials to survive. While the first one (Nachhaltigkeit im Bankgeschäft als Überlebensstrategie) in July 2017 was driven by business logics and first evidence on EU commission’s action plan were shading through, the second one (Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0) in October 2017 was motivated by French field experience and the stronger tunes of regulators on climaterisks evolving. A third one never appeared. 4.0 is simply in line with industrial trends being named so.

Now after almost two years the world has turned. It turned into regulators pushing on climaterisk and youth plus older supporters loudly call for climateaction. Given this two articles last speak inspired to follow up: 1. Chris Skinner’s blogpost on banks needing purpose and 2. An interview with Daniel Klier, Global Head of Strategy and Responsability, HSBC published in a German magazine last week: Banks have to strive for relevance, i.e. having overlapping interests with their clients.

6. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Deutschland erscheint als eine andere Welt

Große Ziele, großer Beirat

Mit einer Pressemitteilung vom 26.2.2019 formulierte die Bundesregierung den Anspruch, „Deutschland zu einem führenden Sustainable Finance Standort zu machen. Dabei wurde die Bildung eines Beirats angekündigt „für den Dialog der Bundesregierung mit Finanzwirtschaft, Realwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft“. Dieser Beirat konstituierte sich mit einer ersten Sitzung am 9. Juni 2019 in Berlin.

Die Liste der 37 Mitglieder und 11 Beobachter erschließt die ganze Vielfalt der Interessensgruppen rund um das Thema. Kreditinstitute treffen u.a. auf notorische Bankenkritiker und Nicht-Regierungsorganisationen mit sehr unterschiedlich formulierten Ansprüchen an eine nachhaltige(re) Finanzwirtschaft.

Das am 6. Juni 2019 vereinbarte Arbeitsprogramm gliedert sich in vier Teilgruppen:

  • Sustainable Finance-Strategie und Kommunikation
  • Finanzmarktstabilität und Risikomanagement
  • Offenlegung und Transparenz
  • Endkunden (Retail und Institutionell)

Auf Basis dieser Struktur erarbeitet der Beirat für die Bundesregierung Ansätze einer Strategie. Die ersten Ergebnisse sollen auf dem dritten“Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ am 16. Oktober 2019 präsentiert werden. Bis dahin wurde allerdings in der Pressemitteilung zur ersten Sitzung nur eine weitere Sitzung am 4. September 2019 avisiert.

Aufgrund der bereits innerhalb des Finanzsektors sehr abweichenden Einschätzungen zum Aktionsplan der Europäischen Kommission (Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung) und der sehr heterogenen Zusammensetzung des Beirats darf den ersten Ergebnissen mit Spannung, aber vielleicht besser gedämpften Hoffnungen entgegen gesehen werden.

GSFC und H4SF

In Frankfurt wurde im April 2019 das „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ (gsfc-germany.com) für „Die Etablierung weitsichtigerer und wirkungsvollerer Finanzmarktstrukturen durch die Implementierung zukunftsfördernder Finanzierungsstrategien“ formiert. Der H4SF – Hub for Sustainable Finance Germany als Diskussions- und Vernetzungsplattform wurde immerhin schon seit 2017 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung und der Deutsche Börse AG initiiert.

In Deutschland wird Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft überwiegend noch als akutes Thema nur für institutionelle Investoren betrachtet. Privatanleger werden dagegen Spezialisten wie der GLS Bank und Triodos Bank Deutschland zugerechnet.

Kontrastprogramm im Ausland…

… z.B. Luxemburg

Nur 184 Kilometer Luftlinie trennen die Finanzplätze Frankfurt und Luxemburg. Trotzdem entsteht der Eindruck verschiedener Welten. Die Börse ist als LGX – Luxembourg Green Exchange in der Spitzenliga neben London positioniert. Nachhaltige Anlageformen werden jetzt in einem Werbefilm SustainableFinance auch bei privaten Investoren beworben.

2019-07-02 LGX

…z.B. USA

Goldman Sachs kündigte am 24.7.2019 die Bildung einer eigenen „Sustainable Finance Group“ an (Press release 24.7.2019). Ein Blick auf die Internetseiten der Bank zeigt, dass dies nicht die einzige Aktivität ist. Vielmehr engagiert sich die Bank u.a. finanziell bei der Finanzierung erneuerbarer Energien und Katastrophenanleihen GS Environmental Stewardship. Auch bei anderen US-Banken sind meist niedrige dreistellige Milliardenbeträge nachhaltigen Finanzierungszielen gewidmet.

…z.B. Spanien/Lateinamerika

Auch in Europa haben sich Großbanken stark für Nachhaltigkeit engagiert. Besonders beeindrucken erscheint dies bei der spanischen BBVA, die neben dem Klimaschutz auch andere Ziele verfolgt. Dies wird naturgemäß stark durch die Tätigkeit in Südamerika und den dort notwendigen Entwicklungen geprägt. „Pledge 2025“ ist eine umfänglich formulierte Ambition, die auch durch Veranstaltungen und (personell) gut ausgestattete Kanäle in sozialen Medien getragen wird.

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Sehr informativ für nachhaltige Themen im Finanzsektor ist auch die Internetseite der Bank. Z.B. mit Artikeln von Antoni Ballabriga, Global Head of Responsible Business Debunking myths of sustainable finance.

…z.B. Frankreich

Fünf der sieben größten französischen Banken haben das Thema Nachhaltigkeit bereits im strategischen Fokus. Daran hat sich seit dem Beitrag Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0 nichts geändert.

Die größte Bankengruppe Crédit Agricole (52 Mio. Kunden/138.000 Mitarbeiter) bezeichnet sich selbst als „Bank für nachhaltige Entwicklung“. Da sollte ein Foto genügen:

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Foto: Ralf Breuer, aufgenommen September 2017 in F-34000 Nimes

Manche Kritiker neigen pauschal dazu, diese Aktivitäten als „grünes Mäntelchen“ und/oder nicht hinreichend konsequent einzuschätzen. Dies bleibt im freien Ermessen.

Banken brauchen für zukünftige Relevanz Sinn

Der bekannte britische Autor und Berater Chris Skinner hat einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht: Banks need a Purpose other than making Money Tenor: Um für die junge Generation Z relevant zu sein, müssen sich Banken nachhaltigen Zielen zuwenden. Bereits 55% der heute unter Fünfundzwanzigjährigen würden ihre finanziellen Entscheidungen daran ausrichten, ob sie damit positive Ziele unterstützen.

„I’ve been blogging about sustainable finance, sustainable abundance and the UN’s Sustainability Development Goals (SDGs) over the past week, specifically, and over the past twenty years, generally. I think this is now coming to a head.“

Chris Skinner ist vor allem im Bereich Digitalisierung bzw. FinTech bekannt. Er verbindet diese Themen allerdings immer wieder mit der Realität und hält deshalb den Bezug zu Nachhaltigkeit für zwingend.

Ganz in diesem Sinne argumentiert auch der bei HSBC global für Strategie und Nachhaltigkeit verantwortliche Daniel Klier in einem Interview mit der Wirtschaftswoche:

„Mit der Finanzierung einer nachhaltigen Wirtschaft können wir (Banken) wieder einen relevanten Beitrag leisten“

Für die praktische Umsetzung im Finanzsektor wäre ein Blick in die Nachhaltigkeitsstrategie der KfW hilfreich. Sie könnte fast als Vorlage für das von der BaFin für das Jahresende avisierte Merkblallt Nachhaltigkeit dienen:

Irgendwas mit digital ist noch kein Sinn

Der Journalist Heinz-Roger Dohms kommentierte ein neues (App-)Angebot am 6.8.2019 als „mal wieder irgendwas mit Multibanking“ finanz-szende.de 6/08/19. „Irgendwas mit digital“ wäre genauso zutreffend: Unter dem Anspruch „alltagsrelevante Mehrwerte für
Menschen und Wachstum für Marken“ findet sich da Altbekanntes aus der reinen Offline-Zeit im digitalen Gewand. Schnelligkeit, Bequemlichkeit und Sicherheit sind Komfortfaktoren und Grundvoraussetzungen, aber im Wettbewerb keine Werte an sich.

Chris Skinner adressiert in seinem Artikel vor allem die Generation junger Menschen bis 25. Die sind mit digitalen Medien aufgewachsen und betrachten die genannten Faktoren als selbstverständlich. Wenn diese nach seinen Erkenntnissen „Sinn und Zweck“ einfordern, dann ist das in Zeiten von „FridaysForFuture“ keine besonders fernliegende Erkenntnis. In den letzten acht Monaten haben die jugendlichen Proteste das Bewußtsein über diese Generation geschärft. Gebildet haben sich die spezifischen Ansprüche allerdings früher und teilweise unabhängig.

Der von Chris Skinner in der Argumentation verwendete Artikel stammt aus den Vereinigten Staaten und wurde bereits am 21. April 2019 publiziert: 10 Vital Strategies to Use When Marketing to Generation Z. Er stellt fest, dass die Generation mit einer Mehrheit von 55% umweltfreundliche und/oder sozial verantwortliche Marken bevorzugt. Fridays for Future gewann aber erst mit dem globalen Aktionstag am 15. März 2019 in den Vereinigten Staaten an Dynamik. Bis dahin war die Anzahl der Demonstrationen im Lande sehr überschaubar:

https://www.fridaysforfuture.org/events/list

Auf der Suche nach der Relevanz von morgen

Treffen die zitierten Thesen von Chris Skinner und Daniel Klier zu, dann ergibt sich „Relevanz“ eben nicht aus der bilateralen Beziehung Anbieter/Kunde, sondern anderen Faktoren. Skinner nimmt immer wieder ausdrücklich Bezug auf die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen (bzw. Problemfeldern), den SDGs. Hierdurch ergibt sich Relevanz aus der Gleichrichtung auf diese Ziele.

Eine Blaupause für eine solche Strategie bietet der im November 2018 gestartete Finanzdienstleister Tomorrow. Er verbindet das digital Selbstverständliche mit einem gemeinsamen Anspruch Nachhaltigkeit bzw. Klimaschutz. Als Ergebnis wurden knapp neun Monate nach dem Start mit sehr bescheidenen Marketingaufwendungen und ohne Werbeprämien etc. mehr als 9.000 nach Aussage der offenen „Community“ überwiegend zufriedene Kunden gewonnen, die sich auch in den sozialen Medien für das gleiche Thema engagieren.

 

 

2018-11-21Tomorrow2

Eigentlich verwunderlich, wie einfach Relevanz hergestellt werden kann, nach der so viele Anbieter streben und sich dabei in Digitalisierung und Kundenerlebnissen „verlieren“. Dies dürfte wohl leicht da überdurchschnittliche Wachstum der Umwelt-, Kirchen- oder anders (rund 15) wertegeprägten Banken in Deutschland erklären, die zwischenzeitlich immerhin kumuliert die Bilanzsumme der größten Sparkasse übertreffen.

Irgendwie erinnert diese Konstellation an die Urzeiten des Bankgeschäfts als Kaufmann und (Privat-)Bankiers als eine ähnliche Sicht der Welt/Dinge gemeinsame Geschäfte erst möglich machte.

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundundsechzig

 

2019-03-13 Betreutes Schwänzen

Beitragsbild/Bild: Cartoon Rabe via @ErnstvAll auf Twitter

Inhalt: Vorneweg: Nachhaltigkeit, Jugendproteste und Banken?; Nicht nur für Freitage – #FridaysForFuture; Auch in Deutschland wachsen Banken mit Werten; Tomorrow für alle und sofort; Weltbank mit neuer SDG-Anleihe; SustainableFinance – Anspruch ja, Handeln nein? In eigener Sache:  Angebote Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

18. März 2019,

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg: Nachhaltigkeit, Jugendproteste und Banken?

Wieso so viel nachstehend über die jugendlichen Proteste an den #FridaysForFuture? Selbst wenn sich diese Welle abschwächt, ist der Klimawandel noch tiefer im Bewußtsein der Gesellschaft und Kunden angekommen. Eine Gruppe von 15 Banken hat in Deutschland mit einem inhaltlich abweichenden, aber jeweils starken Wertefokus über die vergangenen zehn Jahre eine bemerkenswerte Größe erreicht (s.u.).

Die australische Onlinebank UBank (500.000 Kunden) hat kürzlich sogar Einlagenkonten von der Climate Bonds Initiative (CBI) zertifizieren lassen. Üblicherweise zertifiziert die CBI internationale Klimaanleihen (Climate Bonds, Green Bonds). Ziel der UBank: Die Attraktivität für junge Kunden (Millenials) steigern.

Die zertifizierten Einlagen werden zweckgebunden in Projekten für erneuerbare Energie, CO2-armen Transport sowie energetisches Bauen verwendet. (Presseerklärung EN: Media release, 13 March 2019: Green Term Deposits: add some colour to your savings – Grüne Termineinlagen: bringen Sie etwas Farbe in Ihre Ersparnisse).

Nicht nur für Freitage – #FridaysForFuture…

Freitag, 15.3.2019 und schlechtes Wetter in Deutschland. Aber 300.000 junge und ältere Menschen mit der Forderung nach einem wirksamen Klimaschutz auf den Straßen. Insgesamt waren 199 Demonstrationen angekündigt, weltweit 2.052 in 123 Ländern (Quelle: www.fridaysforfuture.org). Tolle Bilder engagierter, um die Zukunft besorgter Menschen aus der ganzen Welt. Eine eindrucksvolle Zusammenstellung erstellte die New York Times.

Viel gescholten wurde in den letzten Tagen der Partei- und Fraktionsvorsitzende der FDP, Christian Lindner für seine Aussage gegenüber der BILD Zeitung.

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Quelle: BILD Zeitung

Delikaterweise sah er das selbst im Alter von 17 Jahren ganz anders.

„Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere handelt“

So formulierte er es am Schluß eines Videos, dass ihn als Schüler zeigt, der bereits mit einem Freund und Mitschüler als Unternehmensberater tätig ist.

…nicht nur Jungendliche

2019-03-15 Grandpa for Future

Quelle: @parents4future via Twitter

Zwischenzeitlich haben sich in Deutschland viele Regionalgruppen und über 100 Ortsgruppen engagierter Eltern informell als Parents For Future gebildet. Sie sind als Teilnehmer und Ordner bei den jugendlichen Protesten engagiert.

2019-03-15 Family for Future

Quelle: Benedikt Kirpes via Twitter

Und auch die Wissenschaft!

2019-03-15 SCI4Future 23000

Quelle: www.scientistsforfuture.de

Mehr als 23.000 aktive und ehemalige Forscher im deutschsprachigen Raum unterzeichneten den Aufruf von namhaften Wissenschaftlern zur Unterstützung der Demonstrierenden für einen konsequenten Klimaschutz. Auf 40 Demonstrationen trugen Forscher diesen Appell vor.

Beeindruckend und erschütternd zugleich war die initiale Pressekonferenz am 12.3.2019 in Berlin, bei der vier renommierte Wissenschaftler die Forderungen der „ScientistsForFuture“ vortrugen. Und neben den Wissenschaftlern waren mit Luisa Neubauer und Jakob Blasel auch auch zwei aktive junge Aktivisten auf dem Podium.

Der hörens- und lesenswerte Appell als Video und Stellungnahme sind auf der Internetseite der Wissenschaftler verlinkt: https://www.scientists4future.org/presse/

Mit 16 für den Friedensnobelpreis nominiert!?

Drei norwegische Abgeordnete haben die beispielgebende Greta Thunberg, die die Schulstreiks allein in Stockholm begann, am 14.3.2019 für den Friedensnobelpreis nominiert. In jedem Falle ein weiteres starkes Zeichen an die jugendlichen Demonstranten.

Und dann?

Sicherlich wird die Protestwelle irgendwann an Kraft verlieren. Aber es ist interessant zu lesen, welche Ergebnisse Massenproteste in den letzten 50 Jahren hatten. Die britische Seite für Wissenschaftsjournalismus The Conversation hat dies in einem Artikel sehr nüchtern und anschaulich zusammengefasst (EN): School climate strikes: what next for the latest generation of activists?

Immerhin gab es am 18.3.2019 um 16:10h große Worte von Bundesumweltministerien Svenja Schulze zu den Absichten der Bundesregierung:

Auch in Deutschland wachsen Banken mit Werten

Nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen des Bundesverbands Deutscher Volk- und Raiffeisenbanken (BVR 12.3.2019) haben die Banken mit einem starken (kirchlichen, nachhaltigen oder ökologischen) Wertefokus in Deutschland 2018 eine summierte Bilanzsumme von rund € 65 Mrd. (BVR, Unternehmensangaben, eigene Berechnungen)erreicht und übertreffen damit deutlich die größte deutsche Sparkasse in Hamburg (Bilanzsumme H1 2018: € 44 Mrd.) deutlich.

In der genossenschaftlichen Finanzgruppe 7 dieser Banken zu den 25 größten Instituten. Bemerkenswert ist das Wachstumstempo dieser Bankengruppe: Bei der Bilanzsumme und den Einlagen wuchs sieh im Durchschnitt der letzten 10 Jahre um 0,5 Prozentpunkte stärker als die gesamte genossenschaftliche Finanzgruppe, bei den Kundenforderungen sogar um zwei Prozentpunkte (BVR, Unternehmensangaben, eigene Berechnungen). Rekordhalter ist die GLS Bank, deren Bilanzsumme sich in der Bilanzsumme seit 2008 nahezu versechsfachte, was in allen drei Positionen einem jährlichen Wachstum von annähern 18% über diesen Zeitraum entsprach.

Tomorrow für alle und sofort

Seit dem Start am 16. November 2018 konnte Tomorrow 2.925 Nutzer begrüßen (Stand: 18.3.2019 10:30h, Tomorrow App). Seit dem 11.3.2019 können Interessanten sofort Kunden werden. Bis dahin war dies nur über einen Platz auf der Warteliste und einen persönlichen Einladungscode möglich. Tomorrow wollte hierdurch einen reibungslosen Start sicherstellen. Dies scheint insgesamt gelungen wie ein Blick in die (offene) „Tomorrow Communitiy“ auf Facebook zeigt: Tomorrow Community – Öffentliche Gruppe

 

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Tomorrow finanziert aus Interbankgebühren Baumpflanzungsprogramme. Eine Idee, die gut angenommen wird. So z.B. auch in China: Green Digital Finance.

Weltbank mit neuer SDG-Anleihe

Das Nachhaltigkeit weit über ökologische Bemühungen hinaus reicht, wird anhand einer von der Weltbank am Weltfrauentag (8.3.) platzierten neuen Anleihe deutlich. Eine fünfjährige Anleihe über 500 Mrd. indonesische Rupien (IDR, USD 35 Mio.) dient der Bekämpfung von Hunger und Armut sowie der Gleichstellung von Frauen in ländlichen Regionen. Damit werden gleich drei der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) gleichzeitig adressiert.

Sustainable Finance – Anspruch ja, Handeln nein?

Eigentlich hebt man sich für den Schluss etwas Gutes auf. Hier allerdings die weniger schöne, eher betrübliche Nachricht: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundsechzig: Ein Jahr EU-Aktionsplan berichtete von dem Anspruch „Bundesregierung will Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort machen“ (sic). Allerdings: Die nächste hochrangige Konferenz zu diesem Thema am 21.3.2019 in Brüssel findet erneut ohne nennenswertes Engagement Deutschlands statt. Jedenfalls steht das Programm hierzu in einem eklatanten Widerspruch: High-Level Conference on Sustainable Finance: A global approach to sustainable finance.

Schon im vergangenen Jahr war das Fehlen prominenter deutscher Vertreter auffällig: Der Finanzminister Olaf Scholz war avisiert, aber nicht anwesend. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel war auf dem Weg nach Brüssel. Srecher waren u.a. Michael Bloomberg, Jean-Claude Juncker und Emmanuel Macron. (Bericht am 25.5.2018: Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung).

In eigener Sache

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das „FNG-Siegel“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem läßt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundsechzig: Ein Jahr EU-Aktionsplan

Beitragsbild: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

 

Inhalt: Ein Jahr EU-Aktionsplan; Bundesregierung will Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort machen (sic); Polen mit € 2 Mrd. Green Bonds; Was sagen Finanzminister und Sparkassenpräsident?; #Rosenmontag4Future; Oskar ohne Zukunft?; Kreditkarten: Gestern, heute, morgen; Sparda-Bank München: Nachhaltigkeit und Ökonomie; In eigener Sache:  Angebote Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

8. März 2019,

Dr. Ralf Breuer

Ein Jahr EU-Aktionsplan

Am 8.3.2018 veröffentlichte die EU-Kommission ihren Aktionsplan für Nachhaltigkeit in der europäischen Finanzwirtschaft. Bei der öffentlichen Präsentation und Diskussion am 22.3.2018 unterstützte der französische Staatspräsident den Plan mit einem starken persönlichen Appell vor Ort. Was ist seither geschehen? – Je nach Blickwinkel liegt der Befund zwischen „reichlich viel“ und „herzlich wenig“. Einige Beispiele:

Reichlich viel…

  • Der heiße Sommer 2018 mit Dürre und Waldbränden schärften das Bewußtsein der breiten europäischen Bevölkerung für den Klimawandel
  • Breite Bevölkerungsschichten solidarisierten sich parteiübergreifend gegen die Rodung des Hambacher Forstes
  • Drohende Dieselfahrverbote und die Energiewende arbeiteten sich bereits tief in die Bilanzen und Perspektiven der gesamten (Kredit-)Wirtschaft
  • Klimarisiken haben aufsichtlich eine hohe Relevanz
  • Auch andere Themen von Nachhaltigkeit wie Bildung und bezahlbares Wohnen haben für die Wahlberechtigten einen hohen Stellenwert
  • Mit den Schulstreiks nach dem Beispiel der sechszehnjährigen Schwedin Greta Thunberg ist der Klimaschutz zu einer wesentlichen Forderung junger Bevölkerungsschichten geworden
  • Private (BdB) und öffentliche (VÖB) Banken sowie viele globale Stimmen in der Finanzindustrie haben den EU-Aktionsplan begrüßt
  • Die EU-Expertengruppe hat zwischenzeitlich einen ersten Entwurf für die Klassifizierung von nachhaltigen Finanzprodukten vorgelegt (sogenannte „Taxonomie“)

Herzlich wenig…

  • Die Rodung im Hambacher Forst wurde gerichtlich ausgesetzt, nicht aus Gründen der Staats- oder Unternehmsräson
  • Die Bundesregierung der der Ministerialapparat hat sich bei verschiedenen Gelegenheiten zustimmend zum EU-Aktionsplan geäußert. Allerdings sieht der Beschluß des Staatssekretärausschusses für nachhaltige Entwicklung vom 25.2.2019 lediglich den Anspruch auf einen „führenden Finanzplatz Deutschland“ einen „Strategieentwurf“, jedoch keine konkreten Umsetzungsschritte vor
  • Die größten deutschen Finanzgruppen haben sich bei Nachhaltigkeit kaum oder gar nicht positioniert (Anm.: Vielleicht ändert sich dies am 4.6., s.u.)
  • Die Politik und Teile der Öffentlichkeit bewerten die jugendlichen Proteste für besseren Klimaschutz zum Teil – wider die eigene (politische) Vernunft

Greta Thunberg kam sowohl beim Weltklimagipfel 2018 in Katowice als auch beim Weltwirtschaftsgipfel 2019 in Davos zu Wort. In Katowice stellte sie sinngemäß fest: „Politiker wollen nicht die Welt retten, sondern die nächsten Wahlen gewinnen“.

In diesem Punkt scheint sie zu irren: Etwa fünf Prozent oder 3 Mio. der Wahlberechtigten bei der Bundestagswahl 2017 waren Erst- und Jungwähler. Nur die FDP konnte in dieser Altersgruppe bis zu 24 Jahren einen Zweitstimmenanteil über dem Wahlergebnis erzielen. Trotz der abnehmenden Geburtenzahlen in den Jahren 1999 bis 2002 werden bis zur nächsten Wahl 2021 weitere 3 Mio. junge Menschen wahlberechtigt. (Quellen: Destatis, gerne die relevanten Links bei Bedarf).

Zusammen mit den jungen Menschen, die sich als Studenten mit den Demonstranten bei #FridaysForFuture solidarisieren und den wachsenden Initiativen Erwachsener (#ParentsForFuture, #ScientistForFuture) erscheint die rüde Ablehnung der Schülerinitiativen durch einige Politiker ungeachtet der dafür genannten Gründe politisch kaum opportun, wenn die Sache in sich nicht bestreitbar ist.

Was für die Politik gilt, gilt noch mehr für die Kreditwirtschaft: Jung- und Erstwähler sind das zahlenmäßig größte Potenzial neuer Kunden. Und was die jungen Menschen fordern, wird nahezu jeden Freitag ausgesprochen.

Bundesregierung will Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort machen (sic)

So lautet der Originalton der Mitteilung des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung (BPA) vom 26.2.2019 (BPA 26.2.2019) zur Sitzung des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung am Vortag. Und weiter:

„Schwerpunkt der gestrigen Sitzung des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung unter Leitung von Bundesminister Prof. Helge Braun im Bundeskanzleramt war das Thema Nachhaltige Finanzen (Sustainable Finance). Darunter versteht die Bundesregierung, dass Nachhaltigkeitsaspekte von Finanzmarktakteuren bei Entscheidungen berücksichtigt werden. An der Sitzung nahmen die für Nachhaltigkeitsthemen zuständigen Staatssekretäre der Bundesministerien sowie externe Expertinnen und Experten teil.

Initiiert vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) beschloss der Staatssekretärsausschuss, eine Sustainable Finance-Strategie der Bundesregierung zu entwickeln. Damit soll Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort ausgebaut werden.“

Liest sich erst einmal gut, aber wirklich konkret wird Nachhaltigkeit in Finanzwirtschaft (Sustainable Finance) damit nicht. Zunächst einmal geht es um Strategie. Und dies fast genau ein Jahr nach der Veröffentlichung des Aktionsplans der EU-Kommission (Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung) und ein halbes Jahr nach dem zweiten deutschen „Sustainable Finance Gipfel“ mit starker Beteiligung verschiedener Bundesministerien (Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland).

Die Begebung von Klima- oder Nachhaltigkeitsanleihen (Green Bonds, Sustainability Bonds) wird derzeit lediglich für die Anschlußfinanzierung laufender Anleihen erwogen. Neue Projekte, insbesondere für den Klimaschutz und die Energiewende sind demnach nicht geplant. Aus ökonomischer Sicht ist die „schwarze Null“ im derzeitigen Zinsumfeld ohnehin nicht rational. Entweder sollte entschuldet werden oder aber das Zinsniveau für die Finanzierung langfristiger Infrastrukturprojekte genutzt werden. Dass der Markt hierfür sehr aufnahmebereit wäre, wurde an zwei Emissionen des polnischen Staats deutlich.

Polen mit € 2 Mrd. Green Bonds

Ab dem 7.3.2019 werden an der Börse Luxemburg zwei Anleihen der Republik Polen notiert, die den internationalen Standards für Green Bonds (Green Bonds Principles) und dem von dem Land selbst gesetzten Standard genügen. Sie sind mit einer „zweiten Meinung“ von Sustainalytics versehen.

Bei der Platzierung der Anleihen über € 1,5 Mrd (1%, 10 Jahre) und € 500 Mio. (2%, 30 Jahre) lag das Zeichnungsvolumen mit € 3,5 Mrd. bzw. € 1,5 Mrd. deutlich über den Emissionsvolumina. Die Mittelverwendung ist auf Projekte in folgenden Bereichen beschränkt: Erneuerbare Energien, Eisenbahninfrastruktur, nachhaltige Landwirtschaft, Wiederaufforstung, Nationalparks, Renaturierung kontaminierter Landschaften. U.a. ist auch die Verwendung der geschaffenen Infrastruktur für den Transport fossiler Brennstoffe (insbesondere also Kohle) ausgeschlossen. Auf der Internetseite der polnischen Regierung sind die Unterlagen zur Dokumentation bereitgestellt: Ministry of Finance – International Bonds.

Was sagen Finanzminister und Sparkassenpräsident ?

Am 5.3.2019 versandte der Rat für Nachhaltige Entwicklung das Programm der 19. Jahreskonferenz. Auf der Referentenliste sind neben Union-Vorstand Alexander Schindler auch Finanzminister Olaf Scholz und DSGV-Präsident Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis. Beide Persönlichkeiten haben sich bisher zu Nachhaltigkeit nicht als Herzensangelegenheit geäußert.

Insofern wird es interessant sein, wie sich Herr Dr. Schackmann-Fallis in einem Podiumsgespräch und der Finanzminister in der darauf folgenden dreissigminütigen Rede äußern werden.

#Rosenmontag4Future

Die von Jaques Tilly entworfenen Mottowagen aus dem Rosenmontagszug in Düsseldorf werden üblicherweise zerstört. Nicht aber dieser Wagen mit der Darstellung von Greta Thunberg, der sechzehnjährigen schwedischen Klimaaktivistin, die als Ideengeber für die Freitagsdemonstrationen – #Fridays4Future bzw. #Fridays4Future – für den Klimaschutz gilt:

2019-03-06 Karneval Duedo Greta Thunberg

Bild: WDR/Hanna Makowka

Der Westdeutsche Rundfunk berichtete, dass der Künstler den Wagen der Schülerbewegung für den Klimaschutz „Fridays For Future“ schenkt, um deren Kampagnen zu unterstützen (www.1wdr.de). Mittlerweile beteiligen sich auch immer mehr Erwachsene in Deutschland und bilden Ortsgruppen „Parents For Future“ oder auch berufsgruppenspezifisch wie in der Wissenschaft (#Scientist4Future).

Mit den Schulstreiks und Schülerprotesten wird das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit stark in die Familien und das Alltagsleben getragen. Dies wirkt sich unmittelbar auf das Kauf- und Nachfrageverhalten in Deutschland aus. Was wäre einfacher als beispielsweise das Geldvermögen für Nachhaltigkeit einzusetzen? Grundsätzlich ist es einfach, allerdings aufgrund des mangelnden Angebots der großen Finanzgruppen unbequem. Vor diesem Hintergrund hat die Union Investment mit ihrem neuen Angebot PrivatFonds: Nachhaltig (Nummer Dreiundsechzig) einen sehr guten Startpunkt erwischt.

Mehr zu Geldanlagen in Nachhaltigkeit, die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen: SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

Oskar ohne Zukunft?

Die Zahl der Onlineangebote für die Vermögensverwaltung in Deutschland schwankt stark. Einige Anbieter haben ihre Dienstleistungen nach kurzer Frist wieder eingestellt, neue kommen hinzu. So auch „Oskar“ (www.oskar.de), eine Ausgründung des Medienportals finanzen.net aus der Axel Springer-Gruppe. Die flotten, im Du gehaltenen Texte suggieren eine jugendliche Ansprache. Allerdings nicht inhaltlich wie mit nachhaltigen, z.B. klimabewußten Geldanlagen. Geboten wird lediglich das Programm von scalable capital mit ETF-Portfolien und Risikomanagement. Da wäre ein inhaltlicher Bezug zu den aktuell bewegenden Inhalten der Jugendlichen und ihrer Eltern deutlich glücklicher gewesen.

Die Kombination Medien und Vermögensverwaltung ist relativ selten, allerdings ist es um den mit viel Getöse angetretenen Zukunftsfonds bereits nach sehr kurzer Zeit sehr ruhig geworden (vgl. Nummer Fünfundfünfzig: Weltspartag).

Kreditkarten: Gestern, heute, morgen

Gestern…

…war Kreditkarte vor allem American Express, Diners Club, Mastercard oder Visa. Dann wurden vor rund 20 Jahren die Karten vergoldet, mit mehr oder weniger nützlichen Versicherungen kombiniert sowie Kooperationen mit Autoherstellern, Fluggesellschaften und anderen Unternehmen gesucht, um die Markenbindung zu übertragen. Und Kreditkarten hatten eine gewisse einkommens- bzw. bonitätsabhängige Exklusivität. Und Zahlung war Papier.

Und vor etwa 18 Monaten war Kreditkarte auch etwas von Ausbeutung: Die Artikel zu den Praktiken bei dem britischen FinTech Revolut (deutsche Seite) wurden auch von Gründer Nikolay Storonsky im Blog des Unternehmens nicht dementiert: Revolut’s culture: the past, the present and the future. So wurden Bewerber aufgefordert, vor einer Entscheidung über die Bewerbung (!) zunächst einmal 200 neue Kunden zu werben, um ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen. Auf diese Art wurden Marketingkosten gespart und trotzdem 2,8 Mio. Kunden gewonnen. U.a. wurde ständige Verfügbarkeit der Mitarbeiter erwartet und bei Verfehlung von Zielvorgaben ohne Aussprache gekündigt: Revolut insiders reveal the human cost of a fintech unicorn’s wild rise. In der Summe führte dies zu starker Fluktuation und zeitweise vielen offenen Stellen.

…heute…

…kann Kreditkarte jede(r), zumindest als direkt auf dem Konto belastete „Direct Debit“-Karte oder vorausbezahlte „Prepaid“. Sogar kostenlos und ohne Schufa. Einfacher als eine normale Kontokarte bzw. Girocard bei einer Bank.

Und es gibt auch ein Konto dazu: Bei o.g. Revolut in Pfund und Euro mit günstigen Devisen- bzw. Sortengeschäft. Und in der Grundstufe kostenfrei. Dies gibt es auch bei N26 aus Deutschland (vgl. Nummer Vierundsechzig).

Etwas anders ist das Modell von Curve (ausführlich: Tobias Baumgarten, Curve – die Kreditkarte für alle Fälle). Es handelt sich hier beim Basisangebot „Curve Blue“ um eine kostenlose Mastercard ohne Konto. Dafür besteht die Möglichkeit, in der App alle Kreditkarten von American Express, Mastercard und Visa aufzuspielen, auszuwählen und sogar rückwirkend nach der Zahlung die belastete Karte zu ändern. Curve verschlankt also die Brieftasche, Karten können nicht verloren oder gestohlen werden und Curve kann über die App sofort gesperrt werden.

Und Curve ist auch „Kundenerlebnis“: Nach einer Aktualisierung der App dauerte es beim Verfasser einen Monat bis die App wieder wie gewohnt funktionierte und nicht jungfräulich auf einen Neukunden wartete. Der Service stellte mehrfach die gleichen Fragen und am Ende sogar die nach der Zufriedenheit mit der „Hilfe“.

Aber warum dann hier ein paar Zeilen dazu? Curve, N26 und Revolut haben jeweils auch Kreditkarten aus Metall im Angebot. Echte Menschen zeigen sie ganz begeistert und bejubeln den Erhalt in sozialen Medien. Ja, und sie zahlen für diese Stücke auch – freiwillig – sportliche monatliche Preise von GBP 14,99, € 16,90 bzw. € 13,99 (Stand: 7.3.2019) – bei Curve und N26 sogar in drei Farben…

2019-03-07 Curve

Quelle: Curve

Eine sportliche Jahresgebühr für etwas zum Einmalzeigen? Erinnert an Pokemon, Scoubidou, Tamagotchi. Kamen alle und hielten sich nicht lange.

Länger dürfte sich dagegen Tomorrow halten: Girokonto und direkt gebuchte Mastercard kostenlos. Und alles auf Nachhaltigkeit. Und auch eine Karte als Hingucker, voll im aktuellen Zeitgeist der protestierenden Jugend:

2018-11-21 Tomorrow4

Tomorrow finanziert aus Interbankgebühren Baumpflanzungsprogramme. Eine Idee, die gut angenommen wird. So z.B. auch in China: Green Digital Finance.

…und morgen?

„Morgen“ wird sehr wahrscheinlich auch Tomorrow auf den Hinguckereffekt bei den Karten verzichten. In Asien und Afrika sind gar keine Karten gebräuchlich und in europäischen Luxusgeschäften, Flughäfen sowie auch in den Taxis von New York und San Francisco zahlen chinesische Touristen mit QR-Codes auf ihren Smartphones. Vorteil: Es wird keine stationäre Infrastruktur benötigt, nicht einmal Strom aus der Steckdose.

Und noch ein Vorteil: Die Karte mit Chip und Magnetstreifen kann komplett entfallen. Verschlankt die Brieftasche noch weiter und spart enorm wertvolle Rohstoffe. – Karten vielleicht aus nachwachsenden Rohstoffen? Klingt gut, aber wegen der Chips und weiterer Gründe eben doch nicht gut: Karte bio, alles gut? – Leider nicht…

Für Smarphonenutzer ist der Kartenverzicht ganz leicht zu bewerkstelligen. Bei der Einführung von Apple Pay konnte ausgerechnet die Deutsche Bank mit einer virtuell begebenen Karte punkten:

Quelle: Jochen Siegert via Twitter/Deutsche Bank

Und vor diesem Hintergrund und mit der Metallkarte als margenstärkstem Produkt startet N26 in Brasilien. Gegen einen Wettbewerber mit ähnlichem Angebot und bereits 5 Mio. Kunden… Nubank – Wikipedia EN. Nach eigener Aussage hat N26 die Ambition von 100 Mio. Kunden weltweit. Auch in Afrika und Asien?

Sparda-Bank München – Nachhaltigkeit und Ökonomie

Für Leser, denen der Aktionsplan zu theoretisch, Tomorrow zu exotisch oder die GLS Bank zu grün ist, kann Blick auf die größte Genossenschaftsbank in Bayern und bundesweite Nummer Neun im Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) und deren Pressemitteilung vom 27.2.2019 empfohlen werden: Bilanz 2018: Sparda-Bank München verbindet erfolgreich Nachhaltigkeit und Ökonomie.

In eigener Sache

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das „FNG-Siegel“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem läßt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundsechzig

 

Beitragsbild: ARD auf der Grundlage Pew Research Center

 

Inhalt:  BlackRock: An Nachhaltigkeit führt kein Weg mehr vorbei; Klimawandel = Bedrohung Nr. 1; Irische Zentralbank: Klimarisiken hoch relevant; Nachhaltigkeit + Europäische Union: Ziele 2030 + 2050; Afrika: Boomende Gründerszene, insbesondere FinTech; Drei Monate Finanzdienstleister Tomorrow; In eigener Sache:  Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

19. Februar 2019,

Dr. Ralf Breuer

BlackRock: An Nachhaltigkeit führt kein Weg vorbei

In der Studie BlackRock Investment Institute – Sustainability: The future of investing legt BlackRock dar, wieso kein Weg an Nachhaltigkeitskriterien in der Anlageentscheidung vorbei führt. So heißt es in der Einleitung:

Sustainable investing was once viewed as a trade-off between value and “values.” Yet today, it’s something investors can no longer afford to ignore. What has changed? More granular data, more sophisticated analysis and shifting societal understanding of sustainability as well as growing awareness that certain factors — often characterized as environmental, social and governance, or ESG — can be tied to a company’s long-term growth potential.

Auch BlackRock erwartet, dass Nachhaltigkeit zum „Mainstream“ und damit zum Regelfall in der Mittelanlage wird. Mit den iShares dominiert das Unternehmen den europäischen Markt deutlich vor der Deutschen Bank, die mit den „Xtrackers nur rund 20% des Volumens verwaltet (Quelle: Morningstar).

BlackRock erwartet bis 2028 eine Verdopplung der in nachhaltige Themen investierten Mittel auf USD 1,5 Bio., davon USD 400 Mrd. in ETFs

Klimawandel = Bedrohung Nr. 1

Im Zuge der Berichterstattung über die internationale Sicherheitskonferenz in München zitierte die ARD aus der am 10.2.2019 erschienen Studie zu den in 26 Ländern empfundenen Bedrohungen (Climate Change Still Seen as the Top Global Threat, but Cyberattacks a Rising Concern). Danach wird der Klimawandel in Deutschland sowie 12 weiteren Ländern als die größte Bedrohung empfunden:

2019-02-15 MSC Risiken

Interessanter Aspekt, dass in den vom Anstieg des Meeresspiegels bedrohten Niederlanden Cyberattacken im einzigen Lande als die größere Gefahr angesehen werden:

Quelle: Pew Research Center – Climate Change Still Seen as the Top Global Threat, but Cyberattacks a Rising Concern

Irische Zentralbank: Klimarisiken hoch relevant

Die irische Zentralbank betront in einem „Economic Letter“, dass sie die Behandlung von Klimarisiken (Klimawandel, Energiewende) als strategische Priorität bei ihrer Aufgabe der Sicherung monetärer und finanzieller Stabilität ansieht. Dabei nennt sie vier wesentliche Problemfelder:

  1. Der Klimawandel beeinflußt das gesamtwirtschaftliche Geschehen. Unmittelbar durch Wetterereignisse und die Energiewende, mittelbar über eine veränderte Erwartungsbildung der Konsumenten
  2. Klimarisiken können systemische Risiken für die Finanzmärkte werden
  3. Auch die Konsumenten sind auf vielfältige Art und Weise vom Klimawandel betroffen
  4. Aufgrund der strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft ergeben sich auch Auswirkungen auf das Investitionsverhalten und dessen Finanzierung

Stabilitätsrisiken sieht die Zentralbank vor allem dann, wenn sich die notwendige Abkehr von CO2-intensiven Technologien zu langsam vollziehen sollte. Dann würden gesamtwirtschaftlich und finanziell größere Risiken drohen. In der Zusammenfassung werden die unterstellten Mechanismen noch einmal prägnant beschrieben:

„…the long-term resilience of
the financial system is threatened if the balance sheets of financial institutions, households
or firms (and, more generally, macroeconomic performance) are excessively vulnerable to
climate risks: climate resilience is an integral component to the overall resilience of the financial system and the economy.“

Quelle: Philip Lane: Climate Change and the Irish Financial System, 5.2.2019. (Philip R. Lane ist Vorsitzender der irischen Zentralbankkommission und Governor der Bank.

Welche Phänomene dabei auch zu berücksichtigen sind, haben Forscher der Stanford University für die US-Stadt Annapolis (Maryland) aufgezeigt: Aufgrund des gestiegenen Meeresspiegels ist die Anzahl der Tidenhochwasser deutlich angestiegen. Bei Überschwemmungen in Küstennähe gingen die Umsätze des Einzelhandels spürbar zurück. (Stanford researchers find rising seas can hurt local economies, Stanford News 15.2.2019).

Spiegel online berichtete am gleichen Tag von rund 3,2 Mio. Menschen in Deutschland, die laut wissenschaftlichem Dienst des Deutschen Bundestags in Risikogebieten leben. (Steigender Meeresspiegel – Die Flut vor der Haustür).

Nachhhaltigkeit + Europäische Union: Ziele 2030 + 2050

Die EU-Kommission sieht Europa als eine treibende Kraft für die Erreichung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, den Sustainable Development Goals, SDGs. In einem Reflektionspapier hat sie die aktuellen Überlegungen für die Erreichung der Ziele im Jahr 2030 dargelegt: TOWARDS A SUSTAINABLE EUROPE BY 2030. Dabei stellt sie drei Varianten zur Diskussion:

  1. Eine umfassende Strategie für die EU mit konkreten, bindenden Zielgrößen 2030 für die Mitglieder
  2. Keine bindenden Beiträge für die Mitglieder zur Erfüllung des Gesamtziels der Gemeinschaft
  3. Umorientierung auf die Unterstützung von Nicht-Mitgliedern und Fortsetzung der Bemühungen auf dem Niveau der Gemeinschaft

Damit wird bereits deutlich, dass die Kommission das offensichtliche Fehlen einheitlicher Vorstellungen unter den Mitgliedsstaaten berücksichtigt hat.

Am 18.2.2019 „begrüßte“ der Rat „Auswärtige Angelegenheiten“ (Foreign Affairs Council), das Gremium der Außenminister in der EU, eine klima-neutrale Zielsetzung der Gemeinschaft für 2050. In der Schlusserklärung wurde eindringlich zu verstärkten Anstrengungen für den Klimaschutz gemahnt. Offenbar fiel es leicht, sich auf Ziele weit jenseits der eigenen Mandats- und Amtsperioden zu vereinbaren (COUNCIL CONCLUSIONS ON CLIMATE DIPLOMACY, 18.2.2019).

Afrika: Boomende Gründerszene, insbesondere FinTech

Das World Economic Forum (WEF) berichtet über einen Boom von Unternehmensgründungen in Afrika, insbesondere auch im Bereich von Finanzdienstleistungen. Insgesamt wurden 2018 USD 725 Mio. bei 458 Transaktionen verzeichnet. Damit sind die Volumina gegenüber den Vorjahren deutlich angestiegen:

Quelle: WeeTracker, via WEF/Twitter

Von dem Betrag entfielen 61% bzw. USD 457 Mio. auf die 10 größten Transaktionen. Bei 30 Unternehmen lag der Finanzierungsbetrag über USD 5 Mio. mit einer Gesamtsumme von USD 626,9 Mio.

Quelle: WeeTracker, via WEF/Twitter

Zum Vergleich: Gemäß Barkow Consulting konnten FinTech in Deutschland 2018 zusätzliches Risikokapital rund € 1,1 Mrd. (USD 1,24 Mrd.) einwerben. (Quelle: Barkow Consulting GmbH, Peter Barkow: German FinTech VC 2018: Breaking Through €1bn Mark)

Drei Monate Finanzdienstleister Tomorrow

Fast genau drei Monate nach dem Start am 16.11.2018 konnte Tomorrow die Zahl von mehr als 2.000 Kunden vermelden. Vor dem offiziellen Start hatte das Unternehmen von einer Warteliste mit 3.952 Interessenten berichtet.

2019-02-15 Tomorrow 2000+

Ab der Ausgabe Nummer Siebenundfünfzig wurde schon über das „hippe“ Angebot für Nachhaltigkeit und die gelungene grafische Kampagne berichtet. Der Start war offenbar weitgehend reibungslos. Negative Kommentare in der Facebook Community waren vor allem von ungeduldigen Interessenten auf der Warteliste zu vermerken. Diese ist im übrigen vollkommen öffentlich, ohne die sonst häufigen Eingriffe durch den Betreiber: Tomorrow Community auf Facebook

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundsechzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundsechzig

 

2019-01-30 DWS

Beitragsbild/Bild: DWS Deutschland via Twitter

Inhalt:  Vorneweg: Nachhaltig ist einfach(er), wenn man den richtigen Ansatz hat…;  Schweigen in Davos, Lärm auf den Straßen; DWS: Nachhaltigkeit ist Mega-Thema;  Neues Thesenpapier der EU-Kommission; Digitalisierung und das Erbe der Vergangenheit; Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn; In eigener Sache: #nachhaltige100; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

4. Februar 2019,

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg:

Nachhaltig ist einfach(er), wenn man den richtigen Ansatz hat…

Die Marketingmenschen bei der Sparkassen Finanzgruppe mögen bitte das Plagiat auf die Werbetexte verzeihen!

Sie empfinden den Begriff „Nachhaltigkeit“ (bzw. „nachhaltig“) als unscharf, gedehnt und geradezu missbraucht? Dazu gibt es fast jeden erdenklichen Ansatz. Und trotzdem verbreitet sich Nachhaltigkeit als Leitlinie in vielen Bereichen unserer Gesellschaft mit einer selten dagewesenen Rasanz.

Nachhaltige Geldanlagen bleiben im Trend. Die DWS (s.u.) und die Union Investment (vgl. Nummer Dreiundsechzig) haben kürzlich angekündigt, das Thema weiter in die Breite zu tragen.

Aufgrund des Facettenreichtums von nachhaltig(er) schrecken viele vor einer Auseinandersetzung mit nachhaltiger Finanzierung bzw. Geldanlage zurück. Und einige (Seminar-)Anbieter erwecken den Eindruck, dass für das Verständnis von nachhaltigen Anlageformen ein umfangreiches Fachwissen mit Ablage eines Diploms o.ä. erforderlich ist.

Innerhalb kürzester Zeit können aber die individuellen Grundlagen für einen sachgerechten Zugang zu Nachhaltigkeitsthemen entwickelt werden. Als Lehrmaterial genügt dabei ein Bierdeckel (bzw. Bierfilz) wie er von Studierenden der Fachhochschule Köln konzipiert wurde:

2018-03-23 id-17ziele_projekte_bierdeckel_gross

Der Bierdeckel thematisiert die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, #SDGs, #17Ziele), die auch die Leitlinien für die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Europäischen Union bilden (2019-02-04 factsheets_sustainable_europe_012019_v3). Es genügt evtl. schon ein kurzer Vortrag oder ein Webinar bzw. Workshop… Bei Interesse finden Sie hier Kontakt.

Schweigen in Davos, Lärm auf den Straßen

Im Nachgang zum Weltwirtschaftsforum in Davos kursierte ein Tweet des ZDF-Korrespondenten in Brüssel, Stefan Leifert:

Im Gegensatz dazu wird es Freitags bei #FridaysForFuture auf den Straßen immer lauter, wenn Schüler in zuletzt 30 deutschen Städten für den Klimaschutz demonstrieren und damit die obige Frage lautstark heute schon beantworten. Gegen die schwedische Initiatorin der Schulstreiks, Greta Thunberg, wurde zwar ein Hetzkampagne in den sozialen Medien veranstaltet, in der Sache ist das Anliegen der Proteste aber nicht von der Hand zu weisen. Und besteht Erziehung nicht in der Hauptsache darin, die Zukunft vor die Gegenwart zu setzen, zunächst zu Lernen anstatt zu Spielen?

DWS: Nachhaltig ist Mega-Thema

Der Leiter des Privatkundenvertriebs in Deutschland und Österreich erwartet eine nachhaltige Ausrichtung des gesamten Angebots der Fondsgesellschaft DWS. Dabei sind sicherlich unterschiedliche Facetten gemeint, u.a. thematische Fonds sowie solche mit mit sogenannten „ESG-Kriterien“ für Verantwortungsbewusstsein.

Immerhin waren drei der sieben neuen Produkte der Gesellschaft im vierten Quartal 2018 auf nachhaltige Themen gerichtet, darunter auch ein Anleihefonds auf „grüne Anleihen“ (Green Bonds).

Der Zusammenhang zwischen der zukünftigen Ausrichtung und der Geschäftsentwicklung ist zwar nicht verbürgt, aber naheliegend: Für 2018 wurden Nettoabflüsse von € 22,3 Mrd. verzeichnet, davon € 9,5 Mrd. bei Privatkunden. Das gesamte verwaltete Vermögen betrug zum Jahresende € 662 Mrd., davon € 291 Mrd. im Privatkundengeschäft.

Neues Thesenpapier der EU-Kommission

Die EU-Kommission hat ein umfangreiches Thesenpapier für die Nachhaltigkeitsstrategie der Europäischen Union vorgelegt (Zusammenfassung: 2019-02-04 factsheets_sustainable_europe_012019_v3). Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft hat dabei eine entscheidende Bedeutung für die Erreichung der Klimaziele und der nachhaltigen Entwicklungsziele in der Gemeinschaft. Die EU strebt an, eine Vorreiterrolle bei nachhaltiger Entwicklung weiter auszubauen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen erscheint es folgerichtig, dass sich der Arbeitskreis Sustainable Finance des Verbands öffentlicher Banken (VÖB) am 29.1.2019 intensiv mit der Materie beschäftigte. Nach Auskunft eines Mitglieds teilt der Kreis die Auffassung, dass sich Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft nicht auf den Klimaschutz beschränken darf. Vielmehr sollten alle nachhaltigen Entwicklungsziele berücksichtigt werden (vgl. (EN) What goes wrong with #SustainableFinanceEU?).

Allerdings hinkt Deutschland im Vergleich zum benachbarten Ausland immer noch deutlich hinterher. Während ein Vertreter der französischen Postbank feststellt, dass sich alle Welt mit Nachhaltigkeit im Finanzsektor beschäftige, ist im deutschen Finanzsektor noch keine wirklich breite Entwicklung zu beobachten.

Auf der Suche nach der Relevanz von Morgen

Bedeutungsschwere, völlig zutreffende Worte sprach der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EnBW auf einer Konferenz des Handelsblatts:

„Im Ergebnis bin ich überzeugt, dass die Kombination von traditionell technischer Kompetenz mit der neu erlernten Veränderungsfähigkeit und einem Schuss Sinnstiftung zu einer neuen, von Anfang an mitgestaltende Rolle von Energieunternehmen führen kann. Und zwar bei Themen, bei denen man die Öffentlichkeit auf besondere Weise überzeugen und mitnehmen muss. Damit man uns ernsthaft als Impulsgeber an den Tisch ruft, wenn Zukunftsthemen für unser Land diskutiert werden, müssen wir aber auch glaubhaft für Zukunft und Modernität stehen.“

Durch einen Austausch des Wortes „Energie“ gegen „Finanz“ wären diese Aussagen auch leicht für die Finanzwirtschaft zu unterschreiben.

Digitalisierung und das Erbe der Vergangenheit

Bankexperten sprechen immer wieder von einem „technischen Erbe“ (engl. legacy), in dem die Branche verstrickt ist. Damit ist vor allem die vorhandene technische Infrastruktur einschließlich der z.T. über Jahrzehnte entstandenen Computerprogramme gemeint. So sind in Teilen der Welt bereits nur kartenlose, auf optische Verfahren über Smartphones gestützte Zahlungsdienste gebräuchlich. Und die Automaten sind teilweise ganz anders konzipiert, wie die nachstehende auf Twitter verbreitete Karikatur zur Situation im öffentlichen Personennahverkehr darstellt:

Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn

Einige Aktive haben sich für den 12.2.2019 um 19h zu einem Stammtisch Nachhaltigkeit verabredet. Thematisch ist alles rund um CSR, ESG, SDGs, SRI, SustainableFinance sowie Globales und Lokales offen.

Interessenten treffen sich um 19h im Tuscolo Münsterblick, Gerhard-von-Are-Str. 8, 53111 Bonn, 1. OG, und damit in unmittelbarer Nähe von Bus- und Hauptbahnhof in der Innenstadt.. Eine kurze Mail wäre bei Interesse für die Organisation hilfreich: Kontakt

Warum 12.2.2019? Dann findet in Berlin der nächste Stammtisch Sustainable Finance Berlin statt. Der Plan ist, an diesem Abend die Aktivitäten in Bundeshauptstadt und Bundesstadt kommunikativ zu verbinden.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die Liste der nachhaltige100 der Triodos Bank Deutschland führt die in sozialen Medien zu nachhaltigen Themen aktivsten Menschen im deutschprachigen Raum. Investabel® ist gegenüber dem Vormonat Dezember 2018 stabil auf Rang 72 platziert. Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. Im September 2018 wurde der Blog wieder unter den ersten 100 (auf Platz 97), im Oktober auf 91 sowie im November auf 84 platziert.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfundsechzig bis Eins

 

 

 

What goes wrong with #SustainableFinanceEU?

2018-01-31 SusFin

Grafic: EU Commission

13. December 2018

Dr. Ralf Breuer

The year 2018 fueled a lot of optimism into my views on sustainability in the financial industry. Getting started with the EU Action Plan on financing sustainable growth (#SustainableFinanceEU) many factors brought sustainability into the industry’s mainstream. Facing tremendous tail risks from climate the global leaders strongly confirmed this view. The long and hot summer with it’s drought and wildfires strongly built up a broad awareness for the changing climate moving it up on the political agenda. However, since the end of last week the optimism has become muted. And is not because of the lacking progress at the COP24 in Katowice, it is first of all the consultation pack published by the technical expert group (TEG) working on the taxonomy of assets as outlined in the action plan.

Disputable points disputed

The action plan found criticism mainly in two points:

1. Green supporting factor not logical

The EU Commission proposed a green supporting factor, i.e. reduced capital burdens for environmentally friendly assets. This is understandable as it shares the French view and secured a strong support. This was confirmed by President Macron’s personal engagement. From the regulatory point of view, it is rather „brown“ resp. „fossile“ to burden as this imposed tremendous tail risks on the financial industry.

2. The sequence of distribution directives and taxonomy

The commission almost immediately intended to amend the distribution directives for banks (MiFIDII) and insurance companies (IDD) and work out a classification for sustainable assets afterwards. For good reasons some from the industries doubted this sequence and proposed a different order.

Ecology should only be the gateway, not all

The action plan seemed open to all (17) sustainable development goals. Climate risk was a sensible approach as a „hook“ as this secured the support of the supervisory bodies because they see that the financial industry faces tremendous tail risks currently not covered in regulation. In addition, risks from climate change and energy transition have already deeply eaten into portfolios and collatoral pools.

However, the United Nations for good reasons set out 17 sustainable development goals (the „SDGs“) going far beyond ecology. Since 2017 the consensus view on sustainability turned in this – forward looking – direction, away from – historical – ESG criteria. The sustainability ratings will follow this move rather sooner than later.

In sharp contrast to this, the TEG has narrowed it’s terms of reference on environmental factors:

In line with the Commission’s legislative proposals of May 2018, the European Commission has set up a Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG) to assist it in developing;
• an EU classification system – the so-called taxonomy – to determine whether an economic activity is environmentally sustainable;
• an EU Green Bond Standard;
• benchmarks for low-carbon investment strategies; and
• guidance to improve corporate disclosure of climate-related information.

Taxonomy subgroup – Progress report p. 6

Thus, the outlined result will be a narrow one as well:

An EU taxonomy would fill these gaps, as it would inter alia:
 create a uniform and harmonised classification system, which determines the activities that
can be regarded as environmentally sustainable for investment purposes across the EU;
 address and avoid further market fragmentation and barriers to cross-border capital flows as
currently some Member States apply different taxonomies;
 provide all market participants and consumers with a common understanding and a
common language of which economic activities can unambiguously be considered
environmentally sustainable/green;
 provide appropriate signals and more certainty to economic actors by creating a common
understanding and single system of classification while avoiding market fragmentation
 protect private investors by avoiding risks of green-washing (i.e. preventing that marketing is
used to promote the perception that an organization’s products, aims or policies are
environmentally-friendly when they are in fact not);
 provide the basis for further policy action in the area of sustainable finance, including
standards, labels, and any potential changes to prudential rules.

Taxonomy subgroup – Progress report p. 7

The approach to taxonomy would be strongly flawed

1. Why only one goal?

The narrow approach focussing on environmental sustainability will heavily flaw the action plan. While market consensus and reality turned to SDGs and thus looking forward, the consultation pack sticks to ESG, strongly stressing the E for ecology. This stands in a sharp contrast to the strong growth of not climate-related instruments, e.g. at the Luxembourg Exchange LGX, where the number of „social bonds“ is increasing“.

Sustainable Finance should not be „one trick pony“. Climate change is a severe problem of sustainability, but unfortunately by far not the only one. Why should a taxonomy therefore exclude other burning questions like education, hunger, housing, inclusion etc.?

2. Historical ESG can be misleading

It is not straightforward, but also no rocket science to show, that the common historical sustainability benchmarks such as carbon footprint and ESG-Scores can be misleading for investment decisions with impact intentions in the future. The consultation document seems to confirm this outdated view starting with the NACA classification highlighting sectoral emissions (see Taxonomy subgroup – Progress report p. 9f).

The alternative is straightforward

According to a paper of the German sustainability rating agency imug (Wirkungsorientierte Investments zur Erreichung der UN Sustainable Development Goals – Impact investments to achieve the UN Sustainable Development Goals) the industry is on the move away from particular and individual ESG approaches to the SDGs, thus defining „a new normal“.

In some cases this normal is already put into practice, e.g. at the Dutch pension fund PGGM and APG Asset Management. Very impressive is the system of the German development finance agency DEG (KfW Group) which benchmarks the whole portfolio in development finance: We measure development outcome. The group is using a IOOI model (Input, Output, Outcome, Impact) that is also advocated by rating agencies, e.g. vigeo eiris.

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundfünfzig

2018-10-16 Bierkruege

Beitragsbild/Bild: ©picture-alliance/dpa/S. Hoppe via Twitter

Inhalt: Nachhaltigkeit? – Nicht unser Bier?; Erkenntnis aus der Bayern-Wahl; Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein; Zauberwort Nachhaltigkeit: Berater in Bedrängnis; Kontrastprogramm im Ausland; Bank of England mit Konsultationen zu den finanziellen Risiken aus dem Klimawandel; Rahmenwerk für Finanzen und Naturkapital; Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt: „Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

17. Oktober 2018, ergänzt 18.10.2018 (Präsidententreffen Rechnungshöfe)

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltigkeit? – Nicht unser Bier?

Die Deutsche Welle hat in ihrem englischsprachigen Kanal einen interessanten Artikel veröffentlicht: Wie beeinflusst der Klimawandel die Gerstenernte und welche Folgen kann das für den Bierkonsumenten haben: Climate change could cause ’severe‘ global beer shortage. Der Artikel greift auf ernst zu nehmende Quellen zurück: Vermehrte Dürren verringen die Erntemengen für Gerste, was wiederum erhöhte Bierpreise nach sich ziehen könnte. Der vergangene heiße und trockene Sommer gibt den Überlegungen eine nachvollziehbare Plausibilität. Insofern: Nachhaltigkeit ist unser aller Bier! Das sahen die Wähler in Bayern offenbar ähnlich…

Erkenntnis aus der Bayern-Wahl

Spätestens nach den Reaktionen auf die beabsichtigte Rodung im Hambacher Forst und dem aufrüttelnden Weltklimareport sollte es nicht überraschen, dass Nachhaltigkeit bei den Wählern eine hohe Priorität hat. Gleich mehrer Aspekte standen bei den bayerischen Wählern ganz oben auf der Themenliste. Weniger bei den Politikern, was erheblich zur Erklärung des Wahlausgangs beiträgt.

Quelle: Twitter/Jörg Schönenborn, WDR, Daten: infratest Dimap

Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein

Am 16. und 17.10.2018 erschienen in einigen Medien Artikel zur Konferenz der Präsidenten der deutschen Rechnungshöfe: „Rechnungshöfe fordern Nachhaltigkeit ein“. Grundlage ist der Prüfbericht zur Gestaltung der Energiewende in Deutschland: 2018 Sonderbericht – Koordination und Steuerung zur Umsetzung der Energiewende durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die in diesem Zusammenhang gemachten Bemerkungen. U.a. kündigte BRH-Präsident Scheller die Prüfung der Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie an.

2018-10-17 Nachhaltigkeit GA S. 5

Quelle: General-Anzeiger Bonn, 17.10.2018, S.5

Der Artikel als pdf: 2018-10-17 Nachhaltigkeit GA S. 5

Zwischenzeitlich ist auch ein Nachbericht zur Konferenz der Präsidenten der Rechnungshöfen von Bund und Ländern sowie Österreich und der Schweiz erschienen: Präsidentenkonferenz in Bonn (16./17. Oktober 2018) – Nachhaltigkeit rückt in den Fokus der Rechnungshöfe. Das Ergebnis mündete in einer gemeinsamen Erklärung der Präsidenten von Bund und Ländern, die Bonner Erklärung zur Nachhaltigkeit.

Zauberwort Nachhaltigkeit: Bankberater in Bedrängnis

Wieso gibt es nicht mehr nachhaltige Angebote für Privatkunden? Vieles heißt schon nachhaltig – laut Scope aktuell 641 in Deutschland zugelassene Fonds. Allerdings wird der Nachhaltigkeitsbegriff sehr unterschiedlich und weit gefasst interpretiert. Insofern ist es wenig verwunderlich, wenn sowohl Berater als auch Kunden ihre Schwierigkeiten sehen, dass jeweils verpackte Nachhaltigkeitsverständnis nachzuvollziehen.

Susanne Bergius hat diesem Thema im Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments Nr. 10 vom 12.10.2018 unter dem Titel „Zauberwort bring Berater in Bedrängnis“ auf S. 10ff. einigen Raum gewidmet. Vor allem die von der EU-Kommission geplante Beratungspflicht belebt die Diskussion. Vor allem in den großen Finanzgruppen zeigt man sich – diplomatisch formuliert – abwartend in Hinblick auf die Neufassung der Regulierung. Apropos: Für Regulierer ist Nachhaltigkeit bereits „wesentlich“, d.h. Regulierungsgegenstand geworden.

Der Status quo einer niedrigen Marktdurchdringung wird mit den verschiedensten Argumenten begründet: Fehlende Finanzbildung der Kunden, mangelnd Schulung der Berater. Problem sind aber wohl eher die Produkte, hinter die sich die Berater nicht stellen können. Der FairWorldFonds stützt diese These, da er auch vielfach auf eigene Initiative von Kundenberatern im Genossenschaftsverbund angeboten wird. Auf diese Weise hat der Fonds mittlerweile ein Volumen von € 1 Mrd. erreicht.

Zu dieser Einschätzung passen auch die Ausführungen des Finanzberaters André Gauter im letzten Absatz auf S. 13 bei Susanne Bergius mit der Überschrift „Gesunden Menschenverstand wecken“. Er schätzt den Beratungsbedarf auf 10 bis 20 Minuten. Auf die sind Berater leicht vorzubereiten, auch ohne langwierige Lehrgänge. Aus der Erfahrung von Investabel® ist das Thema leicht anzubringen, wenn man sich die Mühe macht. Die Logik ist leicht erklärt.

Kontrastprogramm im Ausland

Paris 28./29.9.2018

Kurz der erfreulichen Beinahe-Verdopplung der Teilnehmerzahl bei Sustainable Finance Gipfel Deutschland (Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfzig – Sustainable Finance Gipfel Deutschland) fand in Paris eine Veranstaltung in ganz anderer Dimension statt: changeNOW konnte mehr als 6.000 Teilnehmer begrüßen. Unter den Sprechern war auch der CEO der Bankengruppe BNP Paribas.

Madrid 16.10.2018

Für weite Teile der deutschen Kreditwirtschaft stellt sich offenbar immer noch die Frage, ob Privatkunden nachhaltige Anlagemöglichkeiten angeboten werden sollen. Auf der Jahrestagung der spanischen Spainsif wurde dagegen am 17.10. in Madrid diskutiert, wie die Barrieren für Privatanleger überwunden werden können.

Großbritannien 15.-19.10.2018

Die Regierung veranstaltet in dieser Woche die erste Green Great Britain Week (Homepage) mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, darunter auch: HSBC Financing the Low Carbon Economy am 17.10.2018.

Terminliste nachhaltige Geldanlagen für Deutschland

Der deutschsprachige Raum ist keineswegs ohne Termine. Erfreulich die große Anzahl von Veranstaltungen zu nachhaltigen Geldanlagen in der Terminübersicht FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen.

Aktuell findet in Hamburg die FINTECH Week statt. Zum Ende lädt comdirect zu einem Treffen von Finanzbloggern ein und ist Veranstalter des comdirect Finanzbarcamp mit Vergabe des finanzblog award. Investabel® wird teilnehmen und freut sich auf viele persönliche Kontakte.

Bank of England mit Konsultationen zu den finanziellen Risiken aus dem Klimawandel

Im Sinne einer vorsichtigen und vorsorglichen Finanzmarktregulierung wird die Bank of England finanzielle Risiken aus dem Klimawandel in der Regulierung verankern. Darüber hinaus verordnet sie eine Verantwortung auf Vorstandsebene. Am 15. Oktober 2018 hat sie die Konsultationen zu einem Entwurf für eine entsprechende aufsichtliche Anordung eingeleitet. Rückmeldungen der Finanzwirtschaft sind bis zum 15. Januar 2019 einzureichen.

Quelle: Twitter/Financial Times vom 15.10.2018

Quellen: Pressemitteilung (EN) vom 15.10.2018Consultation Paper 23/18

Rahmenwerk für Finanzen und Naturkapital

Die „Natural Capital Coalition (the Coalition)“, die „Natural Capital Finance Alliance (NCFA)“ und die niederländische „Vereinigung von Anlegern für nachhaltige Entwicklung (VBDO)“ haben ein Rahmenwerk erarbeitet und veröffentlicht: Connecting Finance and Natural Capital. Es soll Finanzinstitutionen unterstützen, die globalen Auswirkungen der Veränderungen der natürlichen Lebensräume auf ihre Portfolien zu ermessen.

Das Rahmenwerk soll ab November durch eine weltweite Hitzekarte (heat map) sowie eine Datenbank ergänzt werden, mit die Risiken nach Regionen und Branchen besser eingeschätzt werden können. Einen anschaulichen Bericht hierzu gibt es bei TriplePundit: Amy Brown, New Tool Aims to Unlock Natural Capital Integration for Financial Institutions, 15.10.2018.

Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt:

„Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt

Immer wieder neue Schlagwörter in sozialen Medien. Warum nicht einmal einige mit dem Doppelkreuz „#“ markierte Schlagworte zusammenstellen und erläutern? Hashtags bzw. eingedeutscht „Häschtäcks“ sollen grundsätzlich das thematische Auffinden von Botschaften in sozialen Netzwerken erleichtern. Manchmal haben sie aber auch nur einfach den Status eines Mottos oder eher gar keine Bedeutung.

Die Idee entstand zufällig durch eine Fernsehwerbung: Da warb eine Bank im deutschen Fernsehen mit #bankingforfood. Also mal bei Twitter geschaut und daraus wird vielleicht irgendwann mal so etwas wie eine „Häschtäck-o-nomie“ (in Anlehnung an die geplante „Taxonomie“ von Finanzinstrumenten in Hinblick auf Nachhaltigkeit) der europäischen Finanzwelt. Gerne werden weitere Anregungen aufgenommen (Bitte Mail an info@investabel.com).

#Nachhaltigkeit #Sustainability #Durabilité #Sostenibilidad

#nachhaltig #sustainable #durable #sostenible

#SustainableFinance #SustainableFinanceEU – Im März 2018 vorgestellter Aktionsplan der EU-Kommission auf Basis der @HLEG – High Level Expert Group

#h4SF – Hub for Sustainable Finance Germany (Deutsche Börse AG + Rat für Nachhaltige Entwicklung Deutschland), er organisierte am 25.9.2018 den zweiten Sustainable Finance Gipfel Deutschland

#SFGD17, #SFGD18 – Sustainable Finance Gipfel Deutschland, zuletzt 25.9.2018

#SDGs – Die 17 nachhaltigken Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Finance Goals, SDGs)

#ACT4SDGs #WeACT4SDGs (globale Kampagne für die SDGs am 25.9.2018)

#changenowsummit – Veranstaltung am 28.9.2018 mit 6.000 Teilnehmern in Paris und prominenter Beteiligung großer französischer Banken. Im Zuge der Veranstaltung wurde auch ein Schlagwort wiederbelebt:

#ActForImpact – Handeln für positive Nachhaltigkeitswirkungen (im Sinne der SDGs)

#bankingforfood – Initiative der niederländischen Rabobank. Einsatz des Bankgeschäftes um eine zuverlässige Versorgung der Weltbevölkerung sowie faire Bedingungen in den Erzeugerländern zu unterstützen. Mehr dazu auf der deutschen Seite von Rabodirect

#AllemGewachsen (Sparkassen, selten verwendet) – Wozu er wohl kreiert wurde…

#denngeldkannsovielmehr (Triodos Bank Deutschland) – Eher ein Motto…

#PositiverBeitrag #PositiveImpact (Deutsche Bank, aktuelle Kampagne) – Hat definitiv wenig bis nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Leicht zu verwechseln mit #ImpactInv oder #ImpInv für wirkungsorientierte Investments

#sharedichdrum (GLS Bank) – Auch kein schlechtes Motto…

 

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundvierzig

Beitragsbild: Handelsverband Deutschland – HDE e.V.

Inhalt:  Milliardenmarkt Nachhaltigkeit; EU-Aktionsplan: Entwurf für Anpassung von MiFIDII; Genossenschaftsbanken mit missverständlicher Aussage; GLS Crowd mit beeindruckender Zeichnung; Wachstum in vielen Segmenten; In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

26. Juli 2018

Dr. Ralf Breuer

Milliardenmarkt Nachhaltigkeit

2018-07-26 Handel

Mit eindrucksvollen Zahlen und Wachstumsraten unterstreicht der HDE als Spitzenverband des deutschen Einzelhandels die Marktdimension und das anhaltende Momentum. Umso verwunderlicher, dass nur wenige Banken dem starken gesellschaftlichen und wirtschaftlichem Trend wirklich folgen. Die Teile der Kreditwirtschaft, die Nachhaltigkeit als geschäftspolitischen Treiber erkannt haben, erfreuen sich dagegen beachtlicher Wachstumsraten wie in einigen nachfolgenden Beispielen deutlich wird. Der HDE hat selbst eine umfangreiche Nachhaltigkeitsstrategie

Zuvor aber noch ein weiterer kurzer Diskurs in den (französischen) Einzelhandels. Hier sorgte das lokale Angebot eines Standorts einer grossen Supermarktkette für beträchtliche Aufregung in den sozialen Medien: Vorportionierte frische Lebensmittel in Verpackungen, z.B. drei halbierte Tomaten zu Kilopreis von € 6,90.

EU-Aktionsplan: Entwurf für Anpassung von MiFIDII

Der von der EU-Kommission vorgelegte Entwurf für Anpassungen von MiFIDII sieht im Wesentlichen vor, entsprechende Beratungswünsche von Kunden erfüllen zu können. Das schliesst noch nicht die durchgängige Befähigung aller Kundenberater ein. Allerdings würden schon die relativ schwach formulierten Anforderungen im Entwurf weite Teile der Kreditwirtschaft vor erhebliche Probleme stellen und einen großen Schulungsbedarf nach sich ziehen.

Einige Einwände zielen auf mangelnde Standards und auch fehlende Objektivität von Nachhaltigkeitskriterien, was die Kommission erkannt hat und in den Erläuterungen aufgreift. Insofern könnte der Vorschlag des Bankenverbands zielführend sein, Beratungspflichten nach der Erstellung von Produktstandards („Taxonomie“) einzuführen. Dies hat auch die genossenschaftliche Finanzgruppe aufgegriffen (s.u.).

Genossenschaftsbanken mit missverständlicher Aussage

Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am hat sich die genossenschaftliche Finanzgruppe etwas missverständlich positioniert:

2018-07-26 BVR

Quelle: BVR – Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V.

Mit der zweiten Aussage ist gemäß den Aussagen von Vorstandsmitglied Gerhard Hofmann die Abgrenzung von bilanziellen Produkten zu Kapitalmarktinstrumenten gemeint, nicht aber „traditionell“ versus „nachhaltig“ (vgl. S. 4f. Statement Hofmann).

Es ist richtig, dass die EU-Kommission sehr gradlinig eine regulatorische Entlastung nachhaltiger Produkte vorgeschlagen hat. Dies dürfte für die Regulierungsbehörden kaum tragbar sein. Sie werden vielmehr argumentieren, dass weite Teile der Kreditwirtschaft neue Risikotreiber, insbesondere Klimarisiken noch nicht hinreichend erkannt und gehandhabt haben. (Vgl. insbesondere Nummer Neununddreissig).

GLS Crowd mit beeindruckender Zeichnung

Am 24.7.2018 konnte die GLS Crowd mit EXYTRON eine beeindruckende Zeichung erleben. Nach nur drei Stunden war der Gesamtbetrag von € 550.000 (7%, 5 Jahre, ggf. 4% Bonus) vollständig platziert. Exytron hat ein Verfahren zur Speicherung und Rückgewinnung erneuerbarer Energien (durch Gas) entwickelt. Einzelheiten in der Projektbeschreibung. Nach telefonischer Auskunft der GLS Crowd am 24.7.2018 spielten hierbei größere Einzelinvestments ausserhalb des Schwarmfinanzierungsprozesses keine Rolle. Es besteht mittlerweile die Möglichkeit auch individuelle Einzelanlagen im Bereich von € 20.000 bis € 100.000 zu tätigen (Informationen bei GLS Crowd). (N.B.: Die GLS Crowd nutzt zwar das Logo und den Slogan der GLS Bank, wird aber nicht von dieser betrieben. Die Bank schlägt lediglich die Projekte vor.)

Beobachtungen der Zeichnungsverläufe zeigen, dass sich Energieprojekte ein höheren Beliebheit erfreuen als beispielsweise Betriebsmittelfinanzierungen im (nachhaltigen) Einzelhandel. Eine nähere Beschreibung von Crowdfinanzierungen findet sich auf der Seite SDG – S(innvoll) D(eponiertes) G(eld).

Wachstum in vielen Segmenten…

Bloomberg veröffentlicht wöchentlich eine Nachrichtenzusammenstellung zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft: Weekly Brief: Sustainable Finance. Die aktuelle Ausgabe berichtet u.a. von einer steigenden Anzahl von Großkrediten jenseits von € 1 Mrd., deren Konditionen von der Entwicklung vordefinierter Nachhaltigkeitskriterien abhängen. Nach neun solcher Kredite in Europa 2017 wurden 2018 schon 12 nachhaltigkeitsorientierter Fazilitäten registriert. Auch das Segment „grüner Anleihen“ wird weiter wachsen. So erwartet BNP Paribas bis 2019 gegenüber 2017 schon eine Verdreifachung des Volumens in Japan auf mehr als € 6 Mrd.

Zweiter Sustainable Finance Gipfel Deutschland

Am 25.9.2018 lädt der Hub for Sustainable Finance Deutschland zum zweiten Gipfeltreffen in Frankfurt ein. Programm und Ansprechpartner für eine Einladung zur Teilnahme finden sich auf der Seite des H4SF – Hub for Sustainable Finance Germany Investabel® wird hier als einer der Beiträge geführt.

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Dreiundvierzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundvierzig

Beitragsbild: Darstellung von Intensität und Geschwindigkeit des Klimawandels von Ed Hawkins (siehe unten).

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Foto: Wochenprospekt Edeka Rhein-Ruhr 17.7. – 23.7.2018. Sowohl bei Edeka als auch bei Aldi Süd finden sich in dieser Woche einige Bezüge zu Nachhaltigkeit. Siehe Alltagsfotos Nachhaltigkeit

Inhalt: EU-Aktionsplan – Expertengruppe nimmt die Arbeit auf; Alle reden von Nachhaltigkeit … nur die Finanzwirtschaft nicht?; „Green Bonds“ weiter mit dynamischem Wachstum; Neue Darstellung des Klimawandels: In eigener Sache: Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

18. Juli 2018

Dr. Ralf Breuer

EU-Aktionsplan: Expertengruppe nimmt die Arbeit auf

Am 8. Juli 2018 hat die von der EU-Kommission eingesetzte Expertengruppe (Technical Expert Group, #TEG) in Brüssel die Arbeit aufgenommen. Ihre Aufgabe ist die Erarbeitung eines Klassifizierungssystems für nachhaltige Finanzprodukte („Taxonomie“).

Die EU-Kommission benannte am 13. Juni 2018 die 35 Mitglieder der Technical Expert Group. Leider ist die deutsche Finanzwirtschaft in dieser Gruppe nur unterdurchschnittlich vertreten. Insbesondere fehlt das Engagement der großen Anbieter für das Geschäft mit privaten Kunden.

Den Initiatoren des von Investabel® mitunterzeichneten Offenen Briefs zum Thema Sustainable Finance vom 17.4.2018 ging zwischenzeitlich eine Antwort des Vizepräsidenten der EU-Kommission zu: Letter from Vice-President Dombrovskis. Die Bundesregierung reagierte dagegen nicht. Eine Zusammenstellung von Reaktionen finden Sie fortlaufend Im Blog, zuletzt in Nummer Zweiundvierzig.

 

Alle reden von Nachhaltigkeit… nur die deutsche Finanzwirtschaft nicht?

Dass diese Frage nicht pauschal beantwortet werden kann, stellt ein Beitrag in der Nummer Zweiundvierzig zusammen. Interessant ist aktuell die Häufung der Bezüge zu Nachhaltigkeit in der Werbung des Lebensmitteleinzelhandels. Hierzu aktuelle Beispiele von Aldi Süd und Edeka Rhein-Ruhr in der Zusammenstellung Alltagsfotos Nachhaltigkeit.

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Quelle: Aldi Süd Wochenprospekt 17.7. – 23.7.2018

„Grüne Anleihen“ weiterhin mit dynamischem Wachstum

Laut Bloomberg wurden im ersten Halbjahr 2018 USD 78 Mrd. neue „grüne Anleihen“ (Green Bonds) begeben. Das entspricht einem Zuwachs von 11 % gegenüber den ersten sechs Monaten 2017.

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Quelle: Bloomberg

In nahezu allen Teilsegmenten wird weiteres Wachstum erwartet, insbesondere auch bei gedeckten Schuldverschreibungen (covered bonds, z.B. von S&P) und auch „grünen Staatsanleihen“ (Moody’s). Hier sind mit Belgien, Fidji, Frankreich, Indonesien, Litauen, Nigeria und Polen überhaupt erst sieben Staaten aktiv.

Die Begebung von „Green Bonds“ wird unter Investoren als klares Bekenntnis zum Klimaschutzabkommen von Paris gewertet. Die anglikanische Kirche in Großbritannien (Church of England) hat z.B. angekündigt, nach 2023 nur noch in Unternehmen zu investieren, die sich zum Pariser Abkommen bekannt haben. Die Kirche verwaltet ein Vermögen von rund USD 16 Mrd. (Quelle: Bloomberg).

Bei der Wertentwicklung entwickelten sich „Green Bonds“ zuletzt besser als herkömmliche Anleihen, wie eine Auswertung bei Bloomberg zeigte.

2018-07-17 Bloomberg Green Bonds Perf

Quelle: Bloomberg

Neue Darstellung des Klimawandels

Vor zwei Jahren hat der britische Meteorologe Ed Hawkins eine Filmgrafik entworfen, die den Klimawandel anschaulich machte. Diese Grafik verbreitete sich in kürzester Zeit weltweit. Obwohl sie nicht druckfähig war, begeisterte sie auch die Printmedien. Nun hat Prof. Hawkins eine druckfähige Darstellung entworfen, mit der global, regional und lokal Abweichungen von der Durchschnittstemperatur visualisiert werden können.

So stellt die nachfolgende Grafik die jährlichen Abweichungen von der globalen Durchschnittstemperatur dar. Diese ist seit 1850 um 1,35 Grad gestiegen, wobei die Abweichungen nach oben (rote Streifen, Farbintensität nach Ausmaß) im  21. Jahrhundert deutlich zugenommen haben. Dies symbolisiert wiederum einen höheren Anstieg im Zeitverlauf.

2018-07-09 Klimawandel Hawkins

Quelle: Ed Hawkins

Was für Digitalisierung gilt, gilt für Nachhaltigkeit und insbesondere den Klimawandel erst recht: Der grösste Fehler ist, abzuwarten und nichts zu tun. (so Manuel Gerres zu der von ihm bei der Deutschen Bahn geleiteten Digitalisierung. Quelle: Handelszeitung 26.4.2018)

In eigener Sache

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundvierzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundvierzig

 

Beitragsbild: Von Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign an der Rheinischen Fachhochschule Köln in Kooperation mit #17Ziele gestalteter Bierdeckel, von dem 85.000 Stück in Kölner Lokalen verteilt wurden

Inhalt: Alle reden von Nachhaltigkeit … nur die Finanzwirtschaft nicht ?: 1. Stimmt nicht 2. Stimmt nicht ganz 3. Und stimmt doch ein bisschen; Energieeffizienz und Immobilienfinanzierung; Dt. Nachhaltigkeitsstrategie sollte Finanzen abdecken; Alle reden von #GAFAs…; …und jetzt auch von #BAT; Apropos China: ICBC größter Green Bond in London; In eigener Sache: 1. comdirect finanzblog award, 2. Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

18. Juni 2018

Dr. Ralf Breuer

Alle reden von Nachhaltigkeit…

…nur die Finanzwirtschaft nicht?

1. Stimmt nicht

Tatsächlich ist Nachhaltigkeit in der Finanzbranche ein Thema. Bei manchen Unternehmen sogar ein sehr prominentes, z.B. auf der Hauptversammlung von  HSBC Deutschland:

Für den Mutterkonzern HSBC ist Nachhaltigkeit ein globales Kernthema der Strategie. Vgl. HSBC Sustainable Finance Briefings 2017.

Auch im Allianz-Konzern hat das das Thema einen hohen Stellenwert:

Neben der KfW Bankengruppe (Dr. Karl Ludwig Brockmann, Nachhaltigkeits-beauftragter) und Allianz Global Investors (Dr. Steffen Hoerter) ist die deutsche Finanzbranche in der technischen Arbeitsgruppe zur Umsetzung des Aktionsplans der EU-Kommission nicht unmittelbar repräsentiert (Pressemitteilung der EU-Kommission vom 13.6.2018 (EN)).

Auch im Alltag ist Nachhaltigkeit häufiger in den verschiedensten Branchen anzutreffen. Eine Sammlung von Zufallsbegegnungen: Alltagsfotos Nachhaltigkeit.

2. Stimmt nicht ganz

Auch in anderen Bereichen der deutschen Finanzwirtschaft ist Nachhaltigkeit ein Thema auf der Agenda. Sehr (zu) häufig aber mehr im Sinne der seit 2017 geltenden CSR-Berichtspflicht für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern.

Auch bei der Deutschen Bank hat Nachhaltigkeit zuweilen eine prominentere Bedeutung in der externen Kommunikation. Die entsprechenden Indizien sind indes etwas versteckt. Auf der kürzlich lancierten Seite https://wozubanken.de/ wird neben der „Wirtschaft“ und der „Plattform-Revolution“ der „Planet“ als dritte Säule genannt.

3. Und stimmt doch ein bisschen

Während private (Pressemitteilungen Bankenverband vom 8.3. und 24.5.2018) und öffentliche (Pressemitteilung VÖB vom 8.3.2018) Banken den Aktionsplan der EU-Kommission mit nur geringen Einschränkungen ausdrücklich begrüßt haben, war die gemeinsame Einschätzung der fünf großen Interessensvertretungen unter Federführung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) zwischen lau (Pressemitteilung Die Deutsche Kreditwirtschaft vom 8.3.2018) und ignorierend: In der jüngsten gemeinsamen Stellungnahme zum „EU-Bankenpaket“ findet der Plan mit keinem Wort Erwähnung ! – Vgl. Pressemitteilung Die Deutsche Kreditwirtschaft vom 25.5.2018.

Energieeffizienz und Immobilienfinanzierung

Bei der Initiative der europäischen Hypothekenbankvereinigung zur Förderung energieeffizienter Immobilienfinanzierungen ist die deutsche Beteiligung etwas deutlicher: EeMAP – Energy efficient Mortgage Action Plan (Pressemitteilung vom 14.6.2018) kommen drei der 33 Pilotbanken aus Deutschland. Die teilnehmenden Banken repräsentieren immerhin 45 % der ausstehenden Hypothekendarlehen in Europa, was etwa 21% des kumulierten Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Die Initiative versteht sich selbst im Kontext des Aktionsplans der EU-Kommission und hat das Ziel, einen einheitlichen Rahmen für die Finanzierung von Energieeffizienz und die damit verbundene Datenerhebung zu schaffen. Für die Kunden soll eine effiziente Energieverwendung unmittelbar die Kreditkonditionen günstiger gestalten.

Dt. Nachhaltigkeitsstrategie sollte Finanzen abdecken

Am 6. Juni 2018 hat sie ein Konsultationspapier zur Überarbeitung der erst im Januar 2017 neu gefassten Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht: Konsultationspapier zur Überarbeitung der Strategie 2018. Das Papier wurde vom „Staatssekretärsausschuß für nachhaltige Entwicklung“ verfasst.

Nachhaltige Finanzwirtschaft (SustainableFinance) findet sich im Konsultationspapier damit nur am Rande durch Erwähnung des „Hub for Sustainable Finance Germany“ (www.h4sf.de) (S. 5) und Nennung des EU-Aktionsplans als zukünftigem Tagesordungspunkt des Staatssekretärsauschusses im Zeitraum bis Ende 2019 (S. 6). Vor dem Hintergrund der Tragweite und der Dynamik der Entwicklung insbesondere auf europäischer Ebene erscheint die Ausklammerung des Finanzsektors nicht angemessen. Die Argumente sind in einem Beitrag zu den Konsultationen zusammengefasst: Beitrag Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie.

Zwischenzeitlich hat sich auch die Europäische Zentralbank EZB in einem Brief an Mitglieder des europäischen Parlaments vom 12.6.2018 für den Aktionsplan ausgesprochen. Sie sieht u.a. auch als Beitrag zur Finanzmarktstabilität:

We also welcome the Action Plan on sustainable finance recently published by the European Commission as an important step towards integrating sustainability into financial decision-making. We actively support theproposed development of a common EU taxonomy of sustainable assets, as well as the proposals for strengthening sustainability disclosure, which could contribute to better pricing of environmental risks that might pose a threat to financial stability. (Letter from the ECB-President to Mr Paul Tang, Ms Neena Gill, Mr Jonás Fernández, Members of the European Parliament 12.6.2018)

Am 14.6.2018 äußerte sich in Frankfurt auch der Präsident der europäischen Versicherungsaufsichtsbehörde eiopa – European Insurance and occupational Pension Authority:

„Der oberste Versicherungsaufseher in Europa hält es für sinnvoll, eine eigene Anlageklasse für nachhaltige Investments zu schaffen. „Versicherer sollten die Transformation zu einer Industrie mit weniger Kohlenstoff unterstützen“, sagte eiopa-Präsident Gabriel Bernardino am Dienstagabend vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Anreize könnten die institutionellen Investoren zu einem solchen Verhalten bewegen. Das könnten zum Beispiel niedrigere Kapitalerfordernisse für solche Anlagen sein. „Damit wäre ich einverstanden, wenn es evidenzbasiert ist“, sagte er.“ (Philipp Krohn: Versicherer sollen nachhaltiger anlegen, www.faz.net 14.6.2018)

Der Hinweis auf „evidenzbasiert“ drückt diplomatisch aus, was bereits andere Finanzaufsichtsbehörden geäußert haben: Die von der EU-Kommission und auch französischen Interessenvertretern befürwortete pauschale Begünstigung „grüner“ Investments (Green Supporting Factor) widerspricht der Einschätzung der europäischen Aufsichtsbehörden.

Alle reden von #GAFAs…

Die aktuellen und möglichen Finanzdienstleistungen von Google, Amazon, Facebook, Apple (GAFAs – vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zehn) sind immer wieder ein prominentes Thema.

2017-09-28 Baumgarten GAFAP

Quelle: Tobias Baumgarten, https://aboutfintech.de/infografik-gafa-und-paypal-in-banking-payment/

…und jetzt auch von #BAT

Kenner der Zahlungsverkehrsbranche verwenden schon seit einiger Zeit die Abkürzung „BAT“ für die chinesischen Internetgiganten Baidu, Alibaba und Tencent. Insbesondere die zu Alibaba gehörenden Dienstleister Ant Financial und Alipay haben ihre Aktivitäten seit einiger Zeit global ausgedehnt: Vgl. z.B. Nummer Dreizehn vom 11.10.2017. Die eindrucksvollen Aktivitäten von Ant Financial bzw. dem Bezahldienst Alipay beschreibt der Branchenkenner Tobias Baumgarten: Die Riesenameise vom 12.6.2018.

Alipay hat in Deutschland schon 2.000 Akzeptanzstellen, u.a. Rossmann, WMF-Shops und den Flughafen München. Zielgruppe sind global kaufkräftige chinesische Touristen, so dass insbesondere der Bereich Luxusgüter abgedeckt wird. Die Besonderheit liegt vor allem im technischen Bereich, da die chinesischen Kunden kaum Karten verwenden, sondern ihre Zahlungen mit auf dem generierten QR-Codes abwickeln. Für die QR-Codes im Zahlungsverkehr existiert seit Juli 2017 ein globaler Standard.

Die Potenziale der chinesischen Internetriesen hat am 28.5.2018 auch der Präsident der BaFin, Felix Hufeld, beschrieben: Digitalisierung – Chancen und Risiken in der Kredit- und Versicherungswirtschaft.

Einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen im Alibaba-Konzern gibt ein am 17.6.2018 bei spiegel.de erschienener Artikel: Ann-Kathrin Nezik: Shopping der Zukunft – China revolutioniert das Einkaufen.

Eine pointierte Darstellung der in Ant Financial gebündelten Finanzaktivitäten findet sich im Blog von Chris Skinner: The Truth about Ant Financial.

Eine Randaktivität mit imposanten Dimensionen und auch Wirkungen wurde hier in einem früheren Beitrag beschrieben: Green Digital Finance.

Apropos China: ICBC größter Green Bond in London

Die London Stock Exchange konnte ihre aktuelle Übersicht zum Segment der Klimaanleihen kürzlich aktualisieren. Mit der Anleihe der chinesischen Bank ICBC (Industrial and Commercial Bank of China haben sich die Dimensionen in diesem Segment weiter nach oben verschoben (Vgl. ICBC London lists $1.58bn equivalent Green Bond on London Stock Exchange Green Bond Segment).

In eigener Sache

1. comdirect finanzblog award

Investabel® hat sich wieder um eine Teilnahme am comdirect finanzblog award 2018 beworben. Die Teilnahme im vergangenen Jahr hat sich in vielen neuen, wertvollen Kontakten ausgezahlt. Die Preisverleihung im abschliessenden Finanzbarcamp am 20.10.2018 ist ein lebendiger Treffpunkt der Blog- und fintechinteressierten Finanzszene.

2. Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Einundvierzig bis Eins

 

 

 

Beitrag Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

Am 6. Juni 2018 veröffentlichte die Bundesregierung ein Konsultationspapier zur Aktualisierung der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Eine grundlegende Überarbeitung ist für das Jahr 2020 vorgesehen. Das Konsultationspapier des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung nennt „nachhaltige Finanzwirtschaft“ (Sustainable Finance) nicht unter den sechs Fragebereichen für die Aktualisierung, was in Anbetracht der aktuellen Entwicklung insbesondere auf europäischer Ebene nicht sachgerecht erscheint. Nachhaltigkeit ist in der Finanzwirtschaft mittlerweile industrielle Logik, weshalb ihre Rolle für nachhaltige Entwicklung stark betont werden sollte. Zudem hat der Deutsche Bundesrat eine Empfehlung zur Umsetzung der Vorschläge der EU-Kommission beschlossen.

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Beitragsbild: Titelseite BaFin Journal Mai 2018

Dr. Ralf Breuer

11. Juni 2018, ergänzt 14. Juni 2018 (Pressemitteilung der EU-Kommission vom 13.6.2018), 15. Juni 2018 (Brief des EZB-Präsidenten an Mitglieder des europäischen Parlaments), 18. Juni 2018 (Aussage des Präsidenten der europäischen Versicherungsaufsicht)

Über Investabel®

Investabel® ist ein unabhängiges Informations- und Beratungsangebot zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft. Vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrung in der Analyse des globalen Finanzsektors wird das Thema im Spannungsfeld mit den Großthemen Digitalisierung und Finanzmarktregulierung beleuchtet. Beispiele zu den Themen finden Sie unter Angebote. Investabel® war im April 2018 Mitunterzeichner des Offenen Briefs zum Thema Sustainable Finance an Berlin und Brüssel.

Nachhaltigkeitsstrategie wird aktualisiert

Am 4. Juni  2018 übergab die von der Bundesregierung eingeladene Expertenkommission um die frühere neuseeländische Regierungschefin Helen Clark ihren „Peer Review“ mit 11 Empfehlungen an die Bundeskanzlerin. Sehr prompt leitete die Bundesregierung am 6. Juni 2018 eine Konsultation für eine Aktualisierung der erst im Januar 2017 beschlossenen deutschen Nachhaltigkeitsstrategie mit Frist zum 26. Juni 2018 ein. Eine grundlegende Überarbeitung der Strategie ist für das Jahr 2020 vorgesehen.

Das Konsultationspapier des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung, das den aktuellen Stand der Diskussion wiedergibt, benennt die Fragen, um die es bei der Aktualisierung geht (vgl. Bundesregierung 4.6.2018: Nachhaltige Entwicklung – Wir aktualisieren die Strategie: Machen Sie mit!):

  • Verlust von Lebensmitteln in Deutschland
  • Deutschlands Beitrag dazu, weltweit Hunger und Mangelernährung zu beenden und das Recht auf Nahrung zu verwirklichen
  • Bessere Berücksichtigung von Nachhaltigkeit bei der öffentlichen Beschaffung
  • Stärkung von Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Wirkung von Forschungsinvestitionen
  • Bodenschutz

Nachhaltige Finanzwirtschaft (SustainableFinance) findet sich im Konsultationspapier damit nur am Rande durch Erwähnung des „Hub for Sustainable Finance Germany“ (www.h4sf.de) (S. 5) und Nennung des EU-Aktionsplans als zukünftigem Tagesordungspunkt des Staatssekretärsauschusses im Zeitraum bis Ende 2019 (S. 6).

Vor dem Hintergrund der Tragweite und der Dynamik der Entwicklung insbesondere auf europäischer Ebene erscheint die Ausklammerung des Finanzsektors nicht angemessen. Der Aktionsplan der EU-Kommission findet breite Unterstützung und eine überwältigende Mehrheit bei einer entsprechenden Resolution im europäischen Parlament. Der Deutsche Bundesrat hat der Bundesregierung in seiner Plenumssitzung am 27.4.2018 der Bundesregierung die Umsetzung auch in Deutschland empfohlen (Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenunddreissig). Wichtige Akteure in  der Finanzwirtschaft haben den Plan bereits mit geringen Einschränkungen ausdrücklich begrüßt (vgl. Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung).

Am 13.6.2018 hat die EU-Kommission eine 35köpfige Expertenkommission für die technische Umsetzung des Aktionsplans auch mit deutschen Vertretern benannt (Pressemitteilung der EU-Kommission vom 13.6.2018 (EN), Technical Expert/Working Group, TEG). Insofern könnte Aktualisierung Hand-in-Hand mit den Aktivitäten auf europäischer Ebene erfolgen

Nachhaltigkeit ist industrielle Logik

Für die Finanzwirtschaft ist Nachhaltigkeit industrielle Logik geworden: Klimarisiken aus Klimawandel und Energiewende sind allgegenwärtig, die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bestimmen die Investitionschancen (vgl. HSBC Sustainable Finance Briefings 2017). Das Bundesfinanzministerium hat bereits 2016 in einem Gutachten die Relevanz von Klimarisiken für den deutschen Finanzmarkt unterstrichen: BMF: Relevanz des Klimawandels für die Finanzmärkte. Insbesondere die Versicherungsbranche und die Pensionsfonds haben dies vergleichsweise früh erkannt und große Vermögensverwalter bereits Einiges umgesetzt (vgl. z.B. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Einundvierzig).

Folgerichtig haben die europäischen Bankaufsichtsbehörden – in Deutschland die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und Deutsche Bundesbank – Klimarisiken im Fokus und sehen sie als wesentlich für die Risikoeinschätzung in der Kreditwirtschaft. Dies gilt ohne Ausnahmen: Die Diskussion möglicher Dieselfahrverbote belastet beträchtlich die deutsche Wirtschaft und hat zu Wertverlusten bei Dieselfahrzeugen geführt, ein höherer Anteil von Elektroantrieben führt zu strukturellen Veränderungen im produzierenden Gewerbe (vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Einundvierzig mit weiteren Verweisen auf vorausgegangene Ausgaben).

Auch die Europäische Zentralbank EZB hat sich in einem Brief ihres Präsidenten an Mitglieder des europäischen Parlaments vom 12.6.2018 für den Aktionsplan ausgesprochen. Sie sieht u.a. auch als Beitrag zur Finanzmarktstabilität:

We also welcome the Action Plan on sustainable finance recently published by the European Commission as an important step towards integrating sustainability into financial decision-making. We actively support theproposed development of a common EU taxonomy of sustainable assets, as well as the proposals for strengthening sustainability disclosure, which could contribute to better pricing of environmental risks that might pose a threat to financial stability. (Letter from the ECB-President to Mr Paul Tang, Ms Neena Gill, Mr Jonás Fernández, Members of the European Parliament 12.6.2018)

Am 14.6.2018 äußerte sich in Frankfurt auch der Präsident der europäischen Versicherungsaufsichtsbehörde eiopa – European Insurance and occupational Pension Authority:

„Der oberste Versicherungsaufseher in Europa hält es für sinnvoll, eine eigene Anlageklasse für nachhaltige Investments zu schaffen. „Versicherer sollten die Transformation zu einer Industrie mit weniger Kohlenstoff unterstützen“, sagte eiopa-Präsident Gabriel Bernardino am Dienstagabend vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Anreize könnten die institutionellen Investoren zu einem solchen Verhalten bewegen. Das könnten zum Beispiel niedrigere Kapitalerfordernisse für solche Anlagen sein. „Damit wäre ich einverstanden, wenn es evidenzbasiert ist“, sagte er.“ Philipp Krohn: Versicherer sollen nachhaltiger anlegen, www.faz.net 14.6.2018.

Der Hinweis auf „evidenzbasiert“ drückt diplomatisch aus, was bereits andere Finanzaufsichtsbehörden geäußert haben: Die von der EU-Kommission und auch französischen Interessenvertretern befürwortete pauschale Begünstigung „grüner“ Investments (Green Supporting Factor) widerspricht der Einschätzung der europäischen Aufsichtsbehörden.

 

Teile der Kreditwirtschaft mit „Kopf im Sand“?

Vor dem Hintergrund der Situation bleiben die Reaktionen aus der deutschen Kreditwirtschaft teilweise unverständlich. Während private (Pressemitteilungen Bankenverband vom 8.3. und 24.5.2018) und öffentliche (Pressemitteilung VÖB vom 8.3.2018) Banken den Aktionsplan der EU-Kommission mit nur geringen Einschränkungen ausdrücklich begrüßt haben, war die gemeinsame Einschätzung der fünf großen Interessensvertretungen unter Federführung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) zwischen lau (Pressemitteilung Die Deutsche Kreditwirtschaft vom 8.3.2018) und ignorierend: In der jüngsten gemeinsamen Stellungnahme zum „EU-Bankenpaket“ findet der Plan mit keinem Wort Erwähnung ! – Vgl. Pressemitteilung Die Deutsche Kreditwirtschaft vom 25.5.2018.

Wenig Nachhaltigkeit trotz Gemeinnutz und -wohl

Der Eindruck aus den Verlautbarungen der Kreditwirtschaft setzt sich bei einem Blick auf die lokalen und regionalen Nachhaltigkeitsnetzwerke fort: Die Kreditwirtschaft findet sich kaum vertreten, trotz der immer wieder betonten engen lokalen Verwurzelungen im Genossenschafts- und Sparkassenbereich und der Ausrichtung an Gemeinwohl bzw. Gemeinnützigkeit. In Nordrhein-Westfalen werden gerade weitere 15 kommunale Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt, in die sich die lokale Kreditwirtschaft mit entsprechenden Produktangeboten einbringen könnten. Nachhaltigkeit wird aber überwiegende nur intern und in Blick auf die CSR-Berichtspflicht verstanden, weniger mit passenden Produkten.

Bei manchen Reden ist interessanter, was nicht angesprochen wird. So finden sich in einem der jüngsten Manuskripte des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes einige Hinweise auf gesellschaftliche Verantwortung, nicht aber der Begriff Nachhaltigkeit/nachhaltige Entwicklung, was sich ja durchaus mit den nachstehenden Feststellungen decken würde. Rede von Helmut Schleweis anlässlich des Retailbankentags der Börsenzeitung „Finanzdienstleister sein – was heißt das heute?“ 07.06.2018:

„…Aufgabe besteht darin, einen Nutzen zu schaffen, von dem alle Kunden und auch Nichtkunden profitieren. Dazu gehört, möglichst viele Menschen miteinander zu verbinden und ihre Gemeinschaft zu fördern. Das kann letztlich auch durch gesellschaftliches Engagement geschehen (S. 2).“

„Grundlage unserer Strategie sind also nicht vermutete Trends, sondern der reale Bedarf der Menschen in seiner ganzen Vielfalt (S. 3).“

„Unser gesamtes Geschäftsmodell mit seiner breiten Verankerung über alle Kundengruppen, Altersstufen, Lebenswege, Wirtschaftszweige, Städte, Kreise und Gemeinden ist strukturell auf Ausgleich angelegt. Das soll für die Menschen sichtbar sein. Deshalb müssen Sparkassen unterscheidbar bleiben und ihre Leistungen weiterhin so ausgestalten, dass sie für die Mehrheit der Menschen passen – nicht nur für eine digitale Elite (S. 8).“

Nur wenig Kritik am EU-Aktionsplan

1. Zu enge Ausrichtung am Klimaschutz

In einer von WWF Deutschland und der Triodos Bank Deutschland konzertierten Stellungnahme vom 24.5.2018 wird vor einer zu engen Ausrichtung am Klimaschutz und der Vernachlässigung anderer nachhaltiger Entwicklungsziele gemahnt. Allerdings sehen die Verfasser, dass sich bei diesem Ansatz schnellere Ergebnisse erhoffen lassen und der Plan offen für weitere Ziele formuliert wurde. Dies ist beispielsweise bei den Empfehlungen für „Green Finance“ in Großbritannien nicht der Fall (vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiunddreissig).

Klimaschutz und Klimarisiken bieten den größtmöglichen Konsens, da sie auch im Fokus der europäischen Bankaufsichtsbehörden liegen und niemand in der Kreditwirtschaft ihre Evidenz bestreiten kann.

2. Beratungspflicht vor Taxonomie

Die EU-Kommission strebt eine Beratungspflicht zu Nachhaltigkeitsthemen in der Finanzindustrie an. Hierzu sollen die Beratungsrichtlinien (MiFIDII bzw. IDD) zeitnah angepasst werden. In seiner Pressemitteilung vom 24.5.2018 „Den Rahmen für Sustainable Finance richtig gestalten“ gibt der Bankenverband zu bedenken, Beratungspflichten erst nach der angestrebten Klassifizierung von nachhaltigen Anlagen vorzunehmen. Sicherlich eine bedenkenswerte Argumentation.

3. Kapitalerleichterungen für „grüne Aktivpositionen“

Nicht verständlich am Aktionsplan sind einzig die von der EU-Kommission sehr gradlinig vorgeschlagenen Kapitalerleichterungen für „grüne“ Investments (green support factor). Dieser basiert wohl auf einem Vorschlag des französischen Bankenverbands und erleichtert die dortige Zustimmung.

Die europäischen Bankaufsichtsbehörden werden diesen Vorschlag kaum in dieser Gradlinigkeit aufnehmen und eine angemessene, risikoadäquate Kapitalunterlegung anstreben. Aufgrund ihres Charakters erscheint dann eine Belastung der langfristigen Risiken aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern („braune“ Risiken) wahrscheinlicher.

Fazit: Priorität für nachhaltige Finanzwirtschaft

Allein aufgrund der Evidenz von Klimarisiken und der Dringlichkeit des Klimaschutzes wäre eine Priorisierung des Finanzsektors in der aktualisierten Nachhaltigkeitsstrategie angeraten. Die Realwirtschaft ist stark von Klimawandel und Energiewende betroffen, was bereits deutliche Spuren in den Büchern der deutschen Kreditwirtschaft hinterlässt. Insofern finden sich im Finanzsektor ausnahmsweise einmal Dringlichkeit und Wichtigkeit auf ein und  derselben Stufe.

Es werden keine plausiblen Argumente genannt, den Empfehlungen des Deutschen Bundesrates und damit dem Aktionsplan der EU-Kommission nicht zeitnah zu folgen und diese bedeutende Entwicklung bei der anstehenden Aktualisierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie auszuklammern.

Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung

Die EU-Kommission legte am 8.3.2018 im Rahmen einer Pressekonferenz einen Aktionsplan vor: „Financing Sustainable Growth“. Dieser Plan soll die europäische Finanzwirtschaft stärker auf die Finanzierung eines längerfristigen, nachhaltigen Wachstums ausrichten. Dies erfordert weitgehende, auch gesetzgeberische Maßnahmen in Bezug auf Berichterstattung, Bilanzierung, Regulierung und Unternehmensführung. Dies bezieht sich insbesondere auf einen längerfristigen Zeithorizont unter Berücksichtigung von Klimawandel, Energiewende und anderen  Faktoren. Am 24. Mai 2018 wurden weitere Schritte zur Umsetzung kommuniziert. Der Plan fand im europäischen Parlament (Sitzung am 29.5.2018) mit 455 zu 87 Stimmen bei 92 Enthaltungen eine starke Unterstützung. Im nächsten Schritt wird der Plan im europäischen Rat diskutiert.

25. Mai 2018, aktualisiert ergänzt 30. Mai 2018

Dr. Ralf Breuer

Schnelle Umsetzung

Der Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums wird in einem eigenständigen Beitrag ausführlich vorgestellt: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Aktionsplan der EU-Kommission. Nur zwei Monate nach der öffentlichen Vorstellung und Diskussion hat die EU-Kommission nunmehr die nächsten Schritte formuliert und wird in die Gespräche mit dem europäischen Parlament und dem europäischen Rat eintreten.

Klimaschutz im Vordergrund, aber nicht exklusiv

Die öffentliche Kommunikation ist stark auf die Einbindung der Finanzwirtschaft in den Klimaschutz fokussiert, dies stösst bei einigen Beobachtern auf Kritik (vgl. die von der Triodos Bank Deutschland und WWF Deutschland konzertierte Medieninformation vom 24.5.2018). Grundsätzlich ist der Aktionsplan aber für alle nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs) offen.

Eine Betonung des Klimaschutzes ist insofern naheliegend, als die europäischen Aufsichtsbehörden und weite Teile der Finanzindustrie Klimarisiken als wesentlich erkannt haben. Es besteht dringender Handlungsbedarf, z.B. die Konsequenzen aus Klimawandel und Energiewende zu erfassen und steuern (vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neununddreissig).

Kernpunkte der Maßnahmen

Einheitliches EU-Klassifikationssystem („Taxonomie“)

Anhand der im entsprechenden Vorschlag vorgesehenen harmonisierten Kriterien lässt sich bestimmen, ob eine wirtschaftliche Tätigkeit ökologisch nachhaltig ist. Die Kommission wird Schritt für Schritt festlegen, welche Tätigkeiten als „nachhaltig“ zu betrachten sind. Dabei wird sie bestehenden Marktpraktiken und Initiativen Rechnung tragen und sich von einer Sachverständigengruppe beraten lassen, die derzeit eingerichtet wird. Auf diese Weise sollen Wirtschaftsakteure und Investoren Gewissheit darüber erlangen, welche Tätigkeiten als nachhaltig gelten, sodass sie fundiertere Investitionsentscheidungen treffen können. Die entsprechenden Arbeiten können als Grundlage für die künftige Einführung von Normen und Kennzeichen für nachhaltige Finanzprodukte dienen, wie sie im Aktionsplan der Kommission für ein nachhaltiges Finanzwesen angekündigt wurden.

Investorenpflichten

Die vorgeschlagene Verordnung wird für Kohärenz und für Klarheit darüber sorgen, wie institutionelle Anleger, etwa Vermögensverwalter, Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds oder Anlageberater, die Faktoren Umwelt, Soziales und Governance (ESG-Faktoren) in ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen sollten. Die Vorschriften sollen im Wege delegierter Rechtsakte präzisiert werden, die die Kommission zu einem späteren Zeitpunkt erlassen wird. Im Übrigen müssten Vermögensverwalter und institutionelle Anleger künftig nachweisen, inwieweit ihre Investitionen an ESG-Zielen ausgerichtet sind, und offen legen, in welcher Weise sie ihren Pflichten nachkommen.

Referenzwerte für geringe CO2-Emissionen

Mit den vorgeschlagenen Vorschriften wird eine neue Kategorie von Referenzwerten eingeführt, die einen Referenzwert für geringe CO2-Emissionen („Dekarbonisierungsvariante“ von Standardindizes) sowie einen Referenzwert für positive CO2-Effekte umfasst. Dieser neue Marktstandard soll den CO2-Fußabdruck von Unternehmen widerspiegeln und für eine bessere Information von Anlegern über den CO2-Fußabdruck eines Investitionsportfolios sorgen. Der Referenzwert für geringe CO2-Emissionen würde auf einem Standard-Referenzwert für „Dekarbonisierung“ beruhen. Der Referenzwert für positive CO2-Effekte würde es ermöglichen, ein Investitionsportfolio besser an dem im Übereinkommen von Paris festgelegten Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf weniger als 2°C auszurichten.

Bessere Kundenberatung in Sachen Nachhaltigkeit

Die Kommission hat eine Konsultation eingeleitet, um zu eruieren, wie sich ESG-Aspekte am besten in die Beratung von Privatkunden durch Wertpapierfirmen und den Versicherungsvertrieb integrieren lassen. Ziel der Konsultation ist die Änderung delegierter Rechtsakte zur Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II) und zur Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD). Bei der Beurteilung, ob ein Anlageprodukt den Kundenbedürfnissen entspricht, sollten die betreffenden Unternehmen nach den vorgeschlagenen Vorschriften außerdem die Nachhaltigkeitspräferenzen der jeweiligen Kunden berücksichtigen. Auf diese Weise dürfte ein breiteres Spektrum von Anlegern Zugang zu nachhaltigen Anlagen erhalten.

Große Mehrheit im europäischen Parlament

Der europäische Ausschuß für Wirtschaft und Währung (Committee for economic and monetary affairs, ECON) legte dem Parlament eine Resolution zur Unterstützung des Plans vor (Report on sustainable finance (2018/2007(INI)), die am 29. Mai 2018 mit einer grossen Mehrheit von 455 zu 87 Stimmen bei 92 Enthaltungen verabschiedet wurde Pressemitteilung Europäisches Parlament vom 29.5.2018: MEPs back resolution on Sustainable Finance. Damit hat der Aktionsplan eine starke parlamentarische Basis auf der europäischen Ebene.

Reaktionen aus der deutschen Kreditwirtschaft

In den bisher vorliegenden Reaktionen aus Deutschland wird der Aktionsplan grundsätzlich begrüßt.

Der Gruppe von Banken und Nicht-Regierungsorganisationen der von Triodos Bank und WWF Deutschland konzertierten Stellungnahme ist der Aktionsplan zu eng auf den Klimaschutz fokussiert. Es wird insbesondere eine Ausweitung auf weitere SDGs gefordert: Medieninformation vom 24.5.2018

Der Bundesverband deutscher Banken (Bankenverband, BdB) hat den Aktionsplan in seiner Presseinformation vom 24.5.2018 ebenfalls (erneut) begrüßt und hat die starke Marktdynamik erkannt. Der Verband sieht vor allem eine weitere Anpassung der Beratungsdirektive für Banken (MiFIDII) als problematisch an. Hintergrund dürfte nicht zuletzt die fehlende Qualifizierung von Kundenberatern in weiten Teilen der deutschen Kreditbranche sein.

Auch die bei Nachhaltigkeit in der Geldanlage sehr engagierte Verbraucherzentrale Bremen begrüßt den Plan. Insbesondere in Hinblick auf die Beseitigung der derzeit bestehenden Intransparenz über den Nachhaltigkeitscharakter von Produkten.

Auch der BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V. bewertet das Gesetzpaket „überwiegend positiv“. Eine Beratungspflicht auf der Grundlage von MiFIDII bzw. IDD hält der Verband aber erst nach der Formulierung von Standards für angemessen. Diese sind frühestens für das Jahr 2020 zu erwarten BVI Pressemitteilung vom 24.5.2018 – Nachhaltigkeit: EU-Kommission stellt wichtige Weichen.

Eher „interessant“ ist die Pressemitteilung der gemeinsamen Interessenvertretung der fünf kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände „Die Deutsche Kreditwirtschaft“ vom 25. Mai 2018. Unter der Überschrift EU-Bankenpaket: EU-Rat beschließt allgemeine Ausrichtung wird der Plan trotz seiner erheblichen Tragweite für die gesamte Kreditwirtschaft mit keinem Wort erwähnt.

 

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Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Neunddreissig bis Eins

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtunddreissig

Bildquelle: 27.4.2018, 967. Plenarsitzung ©Bundesrat | Frank Bräuer

Inhalt: Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums; insha – islamkonformes FinTech; Bonner SDG-Tage – 17 Tage für 17 Ziele; Wird alles (außer der Finanzwirtschaft) nachhaltig?

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

15. Mai 2018

Dr. Ralf Breuer

Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums im Bundesrat begrüßt

Europa auf dem Weg

Richtigerweise arbeiten sowohl die EU-Kommission als auch das Europäische Parlament aktuell an verschiedenen Gesetzgebungsinitiativen (wie dem „Action Plan: Financing Sustainable Growth“ vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Aktionsplan der EU-Kommission), die konkrete und weitreichende Vorschläge beinhalten, wie die Finanzwirtschaft ihren notwendigen und wichtigen Beitrag leisten und gleichzeitig zu Stabilität beitragen kann. Mehr: Offener Brief zum Thema Sustainable Finance an Brüssel und Berlin.

Der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments hat den Plan am 24.4.2018 mit 42 zu 9 Stimmen bei 3 Enthaltungen gebilligt Pressemitteilung (Englisch). Hier die Kommentierung durch den wirtschafts- und finanzpolitischen Sprechers der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament Sven Giegold. Die Beratung und Abstimmung im Plenum des Parlaments wurde für den 28.5.2018 avisiert (vgl. Europaparlament).

Deutschland bald am Start?

Das „offizielle“ Deutschland hatte auf diesen Aktionsplan bis zum 27.4.2018 nicht reagiert. Dann ist der Deutsche Bundesrat den Ausschussempfehlungen vom 14.4.2018 weitgehend gefolgt. Der Beschluss des Bundesrates vom 27.4.2018 hat sich zudem (aus Sicht des Autors) erfreulicherweise gegen die optional von den Ausschüssen unter Ziffer 6. vorgeschlagene Ablehnung des „Green Support Factors“ und die pauschale Vermeidung von Klimarisiken in der Regulierung entschieden.

Die klare Befürwortung des Green Support Factors mit verringerten Eigenkapitalanforderungen für „grüne Finanzierungen durch die EU-Kommission erscheint politisch, durch die französische Postion motiviert. Sie folgt weitgehend dem Vorschlag des französischen Bankenverbands. Vgl. Nummer Siebzehn.

Die Ausklammerung von Klimarisiken wäre in Anbetracht der realen Umstände sachlich auch nicht haltbar gewesen. Sie sind bereits im Fokus der Bankaufsichtsbehörden. Wertverluste durch die Diskussion von Dieselfahrverboten sind bereits spürbar und in den Büchern der gesamten deutschen Wirtschaft und damit auch aller Kreditinsitute. Der DIHK bezifferte die Belastungen mit € 500 Mio., was eher als sehr konservativ erscheinen muss. Vgl. Nummer Sechsunddreissig.

Bundesregierung nun ebenfalls positioniert

Mit der Drucksache Nummer 19/2019 vom 7.5.2018 hat die Bundesregierung die „kleine Anfrage“ zum „Aktionsplan nachhaltiges Finanzsystem“ der FDP-Fraktion (Drucksache 19/1487 vom 29.3.2018) beantwortet und sich wohlwollend positiv zum EU-Aktionsplan positioniert:

„Der Aktionsplan ist aus Sicht der Bundesregierung sehr ambitioniert hinsichtlich Inhalt, Umfang und Zeitplan. Der Aktionsplan ist weitgehend zu unterstützen. Wichtig ist die genaue Ausgestaltung der Maßnahmen. Insofern sind die konkreten Vorschläge abzuwarten“ (S. 2, Antwort Teilfragen 1 und 2, letzter Absatz).

Die Bundesregierung betont grundsätzlich die Relevanz von Klima- und Umweltrisiken einschließlich der mit ihnen verbundenen transitorischen Risiken. Insgesamt stellt sie ihre Antworten zu technischen Einzelheiten unter den Vorbehalt der Vorlage konkreter Vorschläge der EU-Kommission. Einzig die pauschale Begünstigung „grüner Investitionen“ bei der Kapitalunterlegung (Green Supporting Factor) bewertet die Bundesregierung kritisch (Antwort Frage 42, S. 12; siehe auch Antworten Fragen 14 und 15, S. 6). Dies erscheint in der Sache auch richtig und wird letztlich von den Aufsichtsbehörden bestimmt werden (s.o.).

Die in Teilfrage 59 gestellte Frage, ob ohne konkrete/einheitliche Definition von Nachhaltigkeit überhaupt Handlungsmöglichkeiten bestehen, beantwortet die Bundesregierung sehr bestimmt:

„Auch ohne eine „klare“ staatliche Definition von Nachhaltigkeit müssen bereits jetzt wesentliche Risiken (also ggf. auch aus Umwelt- und Klimawandel und der Transition der Wirtschaft hin zu einer emissionsarmen Wirtschaft) von Finanzmarktteilnehmern gemanagt werden“ (Antwort Frage 59 erster Absatz, S. 16).

Starke Befürwortung in Frankreich

Informationen darüber, ob der Plan Gegenstand der Gespräche zwischen der Bundeskanzlerin und dem französischen Staatspräsidenten am 19.4.2018 in Berlin war, liegen nicht vor. Allerdings hatte sich Emmanuel Macron am 22.3.2018 in Brüssel persönlich stark für die Umsetzung des Plans eingesetzt (vgl. Nummer Zweiunddreissig). Zudem wurde in der gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron anlässlich des 55. Jahrestages der Unterzeichnung des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit vom 22. Januar 1963 („Élysée-Vertrag“) Pressemitteilung vom 21.1.2018 bereits eine relativ weitreichende Formulierung im Schlussabsatz vereinbart:

– Wir wollen die Herausforderungen der globalisierten Welt angehen –

Der rasche technologische Fortschritt der heutigen Welt und die Herausforderungen, die sich in der Agenda 2030 und im Pariser Abkommen widerspiegeln, sind ein weiterer Grund, den Élysée-Vertrag – die Grundlage unserer bilateralen Zusammenarbeit – für die kommenden Jahrzehnte zu modernisieren und auszubauen. Gemeinsam streben wir nach Nachhaltigkeit und dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft in unseren Ländern, der Europäischen Union und weltweit. Wir werden gemeinsam wirksame Strategien und neue technologische Ansätze erarbeiten und unterstützen, z.B. in den Bereichen Klimaschutz, Energie, Mobilität, Biotechnologie und künstliche Intelligenz.

Handeln ist zudem und nicht zuletzt durch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – Neuauflage 2016 nicht nur weitgehend gedeckt, sondern vielmehr dringend geboten.

insha – Islamkonformes FinTech

Mit „insha“ (www.getinsha.com/de) startet die türkische Tochter der in 16 Ländern tätigen Bank alBaraka (www.albaraka.com/) mit Sitz in Bahrein ein islamkonformes mobiles Finanzdienstleistungsangebot. Sie nutzt dabei die Plattform und die Bankenlizenz der solarisBank AG. Im wohl vorläufigen Internetauftritt werden ein mobiles Girokonto mit einer Mastercard beworben. Einzelheiten zu den Angeboten und insbesondere Konditionen finden sich nicht.

Die Bankengruppe hatte zum Jahresende 2017 ein Bilanzvolumen von USD 25 Mrd. und einen Gewinn nach Steuern von USD 207 Mio. Das Eigenkapital betrug USD 2,5 Mrd.

Die Bankengruppe betrachtet Nachhaltigkeit als wesentliches Element ihrer Strategie und verfolgt aktiv Nachhaltigkeitsziele, die an die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Vereinten Nationen anknüpfen. Für die Jahre 2016 bis 2020 wurden jeweils konkrete Zwischenziele auf Jahresbasis formuliert. (Pressemitteilung vom 20.2.2018, englisch).

Bonner SDG-Tage – 17 Tage für die 17 Ziele

Vom 27.5. bis 13.6. finden die Bonner SDG-Tage statt, bei denen jeder Tag einem anderen nachhaltigen Entwicklungsziel der Vereinten Nationen (SDG) mit einer Aktion gewidmet ist. Unter dem Motto „Für ein besseres Bonn. Für die Zukunft, die wir wollen. Bonn macht sich stark für die 17 Sustainable Development Goals (SDGs), die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen“ wollen sie „ausgewählte Bonner Nachhaltigkeitsansätze im Kontext der SDGs sichtbar machen und zu weiterem Engagement inspirieren. Zum vollständigen Programm und weiteren Informationen: Hier

Wird (außer der Finanzwirtschaft) alles nachhaltig?

Interessant, womit sich lokale Handwerker positionieren: Nachhaltigkeit ist oberstes Gebot – und das in einer Anzeige in einem Amtsblatt der Gemeinde:

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Quelle: Wir in Alfter 13. Jg. Nr. 9 vom 28.4.2018 S. 10, Anzeige Fa. Engels  Bedachungen GmbH, 53332 Bornheim

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenunddreissig bis Eins

Nummer Siebenunddreissig am 2. Mai 2018: Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums im Bundesrat begrüßt; In eigener Sache: 1. #nachhaltige100; 2. Hub for Sustainable Finance Germany; 3. Ringvorlesung Social Banking am 8.5.2018 an der Alanus Hochschule, 53347 Alfter: Geldanlagen der Zukunft – Die Finanzwelt im Spannungsfeld von Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit

Nummer Sechsunddreissig am 24. April 2018, ergänzt 25. April 2018: Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums; Klimarisiken belasten die deutsche Wirtschaft…; …und die Kommunen; Deutsche Bank kommuniziert mit Nachhaltigkeit

Nummer Fünfunddreissig am 16. April 2018/ergänzt 17. April 2018: Offener Brief an Brüssel und Berlin; Top-Adressen der Investmentbranche für den EU-Aktionsplan; Allianz mit Nachhaltigkeitsbericht in neuer Dimension; EU-Aktionsplan im Bundesrat, Minister in Brüssel; Klimarisiken sind evident; Nachhaltigkeit emotionalisiert Bankprodukte; ToMoRRoW ab Juni 2018 mit 100% Nachhaltigkeit mobil

Nummer Vierunddreissig am 9. April 2018: FDP bezweifelt Sinnhaftigkeit des EU-Aktionsplans; Axel Weber – Nachhaltigkeit ist zukunftsfähig…; Barclays mit grüner Hypothek und mehr

Nummer Dreiunddreissig am 3. April 2018: EU-Aktionsplan an sich unbestritten; Britische Vorschläge für Green Finance enger gefasst; Kredite mit Nachhaltigkeitsanreizen; Die SDGs: Orientierung für Politik und Wirtschaft; SDG Investments überschreitet € 100 Mio.; Leitfaden nachhaltige Immobilieninvestments; Wie wird ein FinTech zur Bank ?

Nummer Zweiunddreissig am 26. März 2018: EU-Aktionsplan mit kraftvollem Antritt; Bierdeckel für mehr Bewusstsein über die „SDGs“; Starke Investorenüberzeugung – starke Worte; Danone begibt als erstes Privatunternehmen eine „Sozialanleihe“; Getränkekonzern AB Inbev – Nachhaltigkeitsziele 2025

Nummer Einunddreissig am 20. März 2018: EU-Aktionsplan mit wuchtiger Vorstellung; Greenbonds in neuen Dimensionen; Nach Green Finance kommt Blue Finance; Neuseeland erkennt Klimawandel als Asylgrund an; Union Investment: Nachhaltigkeit erhält mehr Gewicht

Nummer Dreissig am 8. März 2018: EU-Kommission legt Aktionsplan vor; Möglichkeiten und Grenzen der Blockchain; In eigener Sache: 1. #nachhaltige100, 2. GLS Bank Nachhaltigkeits Blog Award 2018, 3. Gesponserte (affiliate) Links

Nummer Neunundzwanzig am 19. Februar 2018: Dynamische Entwicklung bei Nachhaltigkeitsanleihen; Fortschritte bestimmen den Kreditzins;  Die Schweiz reguliert den Kryptomarkt (ICOs); BaFin nimmt Stellung; Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken

Nummer Achtundzwanzig am 6. Februar 2018, ergänzt 7. Februar 2018: Schlussbericht der EU-Experten; WWF mit Anregungen zu den Koalitionsverhandlungen; Orientierung bei Crowdfunding tut not; Triodos UK mit neuem Crowdfunding; Gebrutstagsgruß an die Dekabank; Finanzielle Inklusion wird zum Geschäftsmodell; Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken

Nummer Siebenundzwanzig am 25.1.2018: Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken; Genossenschaftsbanken mit Nachhaltigkeitskampagne; Preissenkung bei RoboAdvice quirion; Veranstaltung „Sustainable Finance“ am 22.1.2018

Nummer Sechsundzwanzig am 12.1.2018: Und noch mehr „RoboAdvice“- Werthstein, savemate…; Anleihen mit Klimabezug (Green Bonds) wachsen stark

Nummer Fünfundzwanzig am 9./10.1.2018: Börsenzeitung: Grüne Finanzanlagen erreichen kritische Masse; Rückblick 2017/Ausblick 2018

Nummer Vierundzwanzig am 14.12.2017: Banken- und Produktcheck der Verbraucherzentrale; EU investiert € 9 Mrd. in Klimaprojekte; EU mit Plan für nachhaltige Finanzwirtschaft März 2018; Studie Deutsche FinTech; Buchankündigung Digitalisierung und Nachhaltigkeit; Jetzt schon 41 Onlineangebote für Anlageberatung und Vermögensverwaltung in Deutschland

Nummer Dreiundzwanzig am 12.12.2017: Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen; Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung; Europäische Großbanken und Klimawandel; Eine zutreffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

Nummer Zweiundzwanzig am 6.12.2017: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Nummer Einundzwanzig am 4.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe