Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundachtzig

2020-05-12 Jahresbericht 2019

Titelbild/Bild: BaFin

Inhalt: BaFin – Jahrespressekonferenz; Deutsche Bank mit Ambitionen; Nachhaltigkeit im Marktabschwung; Die Klimastrategien der Ölkonzerne; Die Finanzwirtschaft in sozialen Medien; Revolut Junior – ein weiteres neues Jugendprodukt; Buchbesprechung Maja Göpel;  Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Kurzwebinar „Sustainable Finance im Überblick“; VÖB Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

18. Mai 2020 (ergänzt 20.5.2020 – Klimastrategien Ölkonzerne)

Dr. Ralf Breuer

BaFin – Jahrespressekonferenz

Am 12.5.2020 fand die Jahrespressekonferenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht statt. In der Rede fasste der Präsident der BaFin folgenden Befund: Die Krise verschärft die Probleme, die die Banken vorher schon hatten. Wenn sie vorbei ist, müssen sich die Institute umso dringender mit ihren Geschäftsmodellen beschäftigen. (Statement von Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt, für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bei der Jahrespressekonferenz 2020 der BaFin am 12. Mai 2020). Dazu gehört naturgemäß auch eine nachhaltigere Finanzwirtschaft.

Das Thema Nachhaltigkeit wurde im Zuge der Pressekonferenz nicht thematisiert, stark dagegen im gleichzeitig erschienenen Jahresbericht. Darin erteilt die BaFin Überlegungen für Kapitalerleichterung für nachhaltige Produkte (green support factor) eine klare Absage. Und es wird die Auffassung der BaFin noch einmal ausformuliert: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) begreift sie vor allem als Unternehmensrisiken. Für Nachhaltigkeit bei Produkten wird dagegen auf die Taxonomie der EU verwiesen (S. 33/34, BaFin Jahresbericht 2019)

Deutsche Bank mit Ambitionen

Im Vorfeld der (virtuellen) Hauptversammlung veröffentlichte die Deutsche Bank am 12.5.2020 u.a. das Redemanuskript des Vorstandsvorsitzenden Redemanuskript des Vorstandsvorsitzenden und eine ergänzenden Medieninformation: Die Deutsche Bank setzt sich ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele.

In der HV-Rede für den 20.5. ist das Thema Nachhaltigkeit prominent kurz vor dem Ende platziert.

„Damit kommen wir zum vierten Trend, der unsere Branche mehr und mehr bestimmt.
Im Moment mag die Pandemie das Thema Nachhaltigkeit überlagern – doch es wird
mit Macht zurückkommen. Die Sorge um den Klimawandel und das Bewusstsein, dass
wir entschieden und schnell handeln müssen, wird nicht kleiner, sondern größer
werden. Und damit die Forderung der Politiker und Regulatoren, dass wir Banken
entsprechend handeln.“

Die „ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele“ der Bank lauten im Originaltext der oben verlinkten Medieninformation:

  • Mindestens 200 Milliarden Euro an nachhaltigen Finanzierungen
    und Anlagen bis 2025
  • Voraussetzungen für erste eigene grüne Anleihe geschaffen
  • Stromverbrauch der Bank bis 2025 komplett aus erneuerbaren
    Energien

Das Ziel von € 200 Mrd. schließt ausdrücklich nicht ein Volumen von € 70 Mrd. ein, das aktuell von der Vermögensverwaltungsgesellschaft DWS als „ESG-Vermögen“ verwaltet. wird. Mit diesem Hinweis wird allerdings deutlich, das das Ziel einer sehr weite bzw. weiche Auffassung von Nachhaltigkeit folgt, bei der entsprechende Kriterien berücksichtigt, nicht aber auch durchgehend Wirkung verfolgt wird.

Bemerkenswert, das die Bank zwar die Bedeutung von Nachhaltigkeit für die Produktgestaltung erkannt hat, jedoch keinen einzigen Fonds der DWS zur Prüfung des FNG-Siegels für nachhaltige Geldanlagen gestellt hat. Damit befindet sie sich allerdings in Gesellschaft, da weder Deka Investments noch Union Investment Fonds für private Kunden für die Siegelprüfung beworben wurden. Bei letzterer waren nur sechs institutionelle Fonds unter den 104 Fonds mit dem FNG-Siegel 2020. Die „Uniinstitutional Fonds“ wurden zu 2/3 den drei möglichen Sternen ausgezeichnet: FNG Siegel 2020.

Allerdings stellt sich Frage, ob die Bank tatsächlich ihre Bemühungen um nachhaltige private Geldanlagen tatsächlich verstärken muss. Die nachstehend berichteten Marktentwicklungen, insbesondere bei „grünen Anleihen“ und Krediten mit Nachhaltigkeitsbezug lassen die Ambitionen der Bank in einem deutlich bescheidener erscheinen: Mit den in den der Medieninformation genannten € 3,5 Mrd. aus 22 Transaktionen aus grünen Anleihen, Sozialanleihen, Nachhaltigkeitsanleihen und an Nachhaltigkeitskriterien gebundenen Bonds seit Jahresbeginn notiert die Bank auf Platz 10 der internationalen Rangliste (Dealogics) – und dieser Markt hatte trotz Pandemie im ersten Quartal 2020 noch ein Volumen von USD 60 Mrd. Unter Hinzurechnung des Kreditmarktes im gleichen Zeitraums lag das Marktvolumen bei immerhin knapp USD 100 Mrd. in den ersten drei Monaten des Jahres (s.u.).

Selbst ohne drastisch erhöhte Wachstumserwartungen erscheinen deshalb € 200 Mrd. eher als Realisierung des Marktanteils im internationalen Anleihe- und Kreditgeschäft leicht erreichbar – auch ohne eine Produktoffensive bei privaten Kunden. Dort dürfte es sich eher um moderate Anpassungen handeln wie die Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien an  sich und die Umfirmierung von Produkten in diesem Sinne. Beispiele sind die Veränderungen bei Produkten wie ETFs, z.B. Xtrackers.

Und dennoch ist spannend, inwieweit die Erkenntnis des Vorstandsvorsitzenden im Redetext für die Hauptversammlung am 20.5.20 Leitlinie für das Handeln wird: Das Thema Nachhaltigkeit ist ein Megatrend, der durch Corona nicht nur nicht aufgehalten, sondern sogar noch beschleunigt wird“ (Manuskript S. 11).

Nachhaltigkeit im Marktabschwung

Börsenkurse und Fonds

Bereits die vorausgegangene Ausgabe enthielt einen Bericht über die Marktentwicklung von Finanzmärkten mit nachhaltigen Eigenschaften im weiteren Sinne. Z.B. HSBC, Morningstar, MSCI, Scope und Robeco haben zwischenzeitlich ebenfalls Analysen veröffentlicht, die „nachhaltigen“ Produkten geringere Kursverluste in den fallenden Märkten von Q1 bzw. Januar bis April bescheinigen.

Während bei überwiegend im Trend positiver Marktentwicklung keine negativen Auswirkungen von Nachhaltigkeit auf die Wertentwicklung festgestellt wurden, lautet der Befund für das negative Marktumfeld 2020 eindeutig „Verlustminderung“.

Laut der von „Scope“ am 5.5.2020 veröffentlichten Analyse haben sich (irgendwie) nachhaltig orientierte Aktienfonds besser als konventionell verwaltete Fonds entwickelt:

2020-05-05 Scope Fonds nachhaltig vs konventionell

Die Analyse von Scope lässt schließen, dass sich aktiv verwaltete Fonds im ersten Quartal 2020 spürbar besser (bzw. weniger schlecht) entwickelt haben als passive (ETFs).

2020-05-05 Scope Q1 aktiv vs passiv

Das weniger stimmige Bild für nordamerikanische Aktienfonds dürfte sich im zweiten Quartal 2020 auflösen, da die Pandemie erst Mitte März einsetzte.

Green Bonds

Eindeutig negativ wirkten sich die Märkte und die Pandemie auf die Begebung neuer „grüner Anleihen“ (Green Bonds) aus. Wegen einer im ersten Quartal deutlich unter den Erwartungen liegenden Emissionstätigkeit senkte Moody’s  die Prognose 2020 für das Neugeschäft von USD 400 Mrd. auf USD 325 Mrd. und damit auf den Wert des Vorjahres (USD 323 Mrd.). Im ersten Quartal 2020 wurden lediglich USD 59,9 Mrd. neue Anleihen mit Nachhaltigkeitsbezug begeben. Dieser Wert lag 14% unter dem Vorjahreszeitraum. Die Ratinggesellschaft führt dies auch auf die durch die Pandemie erhöhten Risikoprämien zurück.

Es scheint berechtigt, auch für das laufende zweite Quartal von Zurückhaltung auszugehen, da sich die Krise im April und in einigen Regionen auch danach noch weiter verschärfte. Allerdings erscheint die Bildung von Erwartungen unter den aktuellen Umfeldbedingungen schwierig. Die nachstehend beschriebene Entwicklung für Kredite lässt allerdings erwarten, dass Emissionsabsichten eher verschoben oder aber in den Kreditmarkt verlagert werden könnten.

Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug

Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug (Sustainability-linked loans) mit  $9.8 Mrd. Neugeschaft auch im April. Das Kreditgeschäft lag damit deutlich über dem Vorjahr. Die „Global Loan Market Associatio“ legte in der vergangenen Woche ein neues Rahmenwerk für diese Kredite vor: New guidelines.

 

Die Klimastrategien der Ölkonzerne

Nach Repsol, BP und Shell legte nunmehr auch Total eine Klimastrategie zur Reduzierung von Treibhausgasen vor. Und alle Strategien interpretieren das Thema unterschiedlich.

Die Abweichungen mögen auf den ersten Blick nicht groß und eher technisch erscheinen, wirken sich jedoch auf das Ergebnis aus „Net-Zero“ ist leider kein eindeutiges Resultat, weil u.a. die Kategorisierungen und Meßansätze abweichen.

Total legte am 5.5.20 folgenden Plan vor:

Weltweite Neutralität bei Scope 1 (eigen Emissionen) und 2 (Emissionen aus bezogener Energie) bis zum Jahr 2050

Europaweite Neutralität bei der Verwendung der Produkte (Scope 3) 2050, dies entspricht etwa 60% des globalen Wertes

Reduzierung der Emissionsintensität aller verbleibenden Produkte (CO2/Energiewert) um 60% bis 2050 mit Zwischenzielen von 15% (2030) und 35% (2040)

Alle vier Strategien sind für Scope 1 und 2 identisch, allerdings entsprechen diese nur etwa 10% der Emissionen. Der Schwerpunkt liegt – wie bei den meisten Unternehmen, aber eher mit Anteilen von 75% – bei den verursachten Emissionen in Scope 3, also der Verwendung der Produkte, auf die nur mittelbar Einfluss besteht.

BP: Reduzierung Scope 3 für selbst gefördertes Öl und Gas auf Null und Halbierung der Emissionsintensität der verbleibenden Produkte bis 2050

Repsol: Reduzierung Scope 3 für selbst gefördertes Öl und Gas auf Null bis 2050, keine Aussage zu den verbleibenden Produkten

Shell: Reduzierung der Emissionsintensität der verbleibenden Produkte um 65% bis 2050, Verkauf von Öl und Gas ausschließlich an Kunden mit einem Plan für Emissionsfreiheit oder Kompensation der Emissionen

Damit ist „net-zero“ keineswegs Emissionsfreiheit. Aktuell fehlen hierfür Standard. Die „Science Based Targets Initiative (SBTi), ein Zusammenschluß internationaler Umweltorganisationen, plant allerdings im Oktober Standards für glaubwürdige Klimastrategien mit Emissionsfreiheit (net-zero plans) vorzulegen. An diesen werden sich dann wahrscheinlich internationale Investoren orientierten und könnten auf eine Verstärkung der Bemühungen in der Realwirtschaft drängen.

Ergänzung 20.5.2020:

Die (heterogenen) Ankündigungen der europäischen Öl- und Gaskonzerne blieben nicht ohne Kritik: Die Investorengruppe Transition Pathway Initiative , mit rund USD 19 Bio. verwalteten Mitteln hält die Strategien im Sinne des Klimaschutzabkommens von Paris nicht für hinreichend, da die resultierenden Anpassungspfade immer noch deutlich über einem Erwärmungsziel von 2° liegen würden:

2020-05-20 TPI Grafik CO2 Strategien

Quelle: Transisition Pathway Initiative 12.5.2020

Die Bank Sarasin und Partner unterstützt die Initiativen von Royal Dutch Shell und Total, die bei einem entsprechenden Beschluß in die Unternehmenssatzungen eingehen würden. Ohne konkrete Umsetzung, z.B. durch eine veränderte Kapitalallokation, blieben sie aber „leere Versprechen“ (EN): Sarasin & Partners – Statement of support for Paris-alignment Shareholder Resolutions at Shell and Total SA.

N.B.: Nach der Hauptversammlung am 7.5.2020 hat auch die britische Barclays Bank das Klimaschutzabkommen in seiner Satzung als Handlungsgrundlage verankert: Barclays AGM Statements 7.5.2020.

Revolut Junior – ein weiteres neues Jugendprodukt

Nach gefühlten 50 Jahren mit Knax, Sumsi & Co. in nahezu unveränderten Formaten erscheint die Vernachlässigung junger (Nachwuchs-) Kunden zu einem Ende zu kommen. Nach dem niederländischen FinTech Peaks (vgl. Nummer Siebenundachtzig) startete nun der britische Anbieter Revolut sein Angebot Revolut Junior.

Kunden der Produkte Premium (€ 7,99 p.m.) und Metal (€ 13,99 p.m.) können nun ohne Mehrkosten 2 bzw. 5 Unterkonten für ihre Kinder zwischen 7 und 17 Jahren einrichten. In der Außendarstellung bleiben die Eltern rechtlich voll verantwortlich, auch werden die Karten (Mastercard Direct Debit) nicht auf den Namen der „Junioren“ ausgestellt. Über die Unterkonten sind allein Kartenzahlungen und Geldabhebungen in begrenzter Anzahl und keine Überweisungen möglich. Die Eltern als Kontoinhaber können Betragsgrenzen unterhalb der von Revolut vorgesehenen Höchstgrenzen per App steuern.

Ebenso wie die Revolut Konten selbst werden die Junior-Unterkonten strikt auf Guthabenbasis geführt. Negative Salden können allein durch fällige Gebühren für Revolut entstehen. Die Eltern können ebenso wie die Junioren alle Transaktionen einsehen.

Für die Zukunft sind weitere Funktionen geplant, die laut Revolut einen Beitrag zur „Finanzbildung“ oder Besser „Umgang mit Geld“ beitragen sollen. Inhaltliche Mehrwerte im Sinne von über die Verfolgung der getätigten Transaktionen hinausgehenden Informationen werden nicht avisiert. Im Originaltext heißt es über zukünftige Ausbaustufen: „Unterstützung für wiederkehrende Zuwendungen, Verdienstaufgaben, Sparen für Ziele und mehr.“ Insbesondere das (Ziel-)Sparen wäre eine wichtige Basisfunktion.

Französische Angebot enthalten meistens auch die Funktionen „Teilen“ (von gemeinsamen Ausgaben) und „Sammeln“ (für gemeinsame Geschenke) mit Freunden.

Die Finanzwirtschaft in sozialen Medien

Die Kollegen von Payment & Banking haben dem Auftritt der deutschen Banken in sozialen Medien einen der wenigen raren Artikel gewidmet: Bjoern Schneider: Die Banken und das Social Web, 12.5.2020. „Kundennähe, Markenaufmerksamkeit und ein Dialog mit der Zielgruppe lassen sich für Unternehmen über die sozialen Medien oft sehr schnell und mit wenig Aufwand erreichen“ lautet das Credo im Eingangssatz und weist zutreffend auf die besonderen Herausforderungen für Finanzdienstleister hin. Allerdingshätte dem Artikel ein etwas tieferer Blick in die Realität der aktuellen Auftritte deutscher Finanzdienstleister sehr gut getan.

Das in der im Artikel dargestellte Bild oben spiegelt tatsächlich zutreffend einen Teil der Realität bei Facebook und Twitter wider: Die beiden Top-Kanäle gehören tatsächlich zu den besseren, auf die deutlich mehr Mühe bzw. Arbeitszeit verwendet wurde als  dies bei nachfolgenden Plätzen der Fall war. ING pflegt die Inhalte ganz gut und konzentriert sich weitgehend auf volkswirtschaftliche Analysen und größere Finanzthemen ohne mit Werbebotschaften zu langweilen. Bei comdirect handelt(e) es sich sogar um einen Kanal mit Antwortwahrscheinlichkeit, was bei kaum einem anderen „Auftritt“ der Finanzbranche der Fall ist. Allerdings wird der Auftritt seit Bekanntwerden der Integration in die Commerzbank deutlich weniger gepflegt.

Der Autor hat seiner Feststellung am Schluss auf jeden Fall Recht: „Mittel- und langfristig im Vorteil sind all jene Institute, die sich einem permanenten Dialog öffnen, ohne dabei das eigene geschäftliche Interesse komplett zu verleugnen oder kleinlaut auszublenden.“ Die Frage stellt sich aber, ob dies in der Branche überhaupt angenommen wird. Antwort in Ausnahmefällen ja.

Die Realität

ING belegt bei den aufgeführten Namen den ersten Rang mit Berechtigung in Hinblick darauf, dass die Bank die sozialen Medien nicht wie viele Wettbewerber als günstigen Werbekanal misversteht. Aber: Mit 9 Mio. Kunden, 10.000 Followern und 94.000 Menschen bei Facebook, denen es mal gefallen hat, also 0,1 bzw. 1% etwa. Reichweite sieht wohl anders aus. Trotz der „digitalen Marktführerschaft“.

Anders sieht dies insbesondere bei den ‚Umweltbanken‘ GLS Bank und Triodos Deutschland aus: Beide Banken führen ihre Kanäle sehr eng und betreiben auch einen hohen redaktionellen Aufwand für die Bereitstellung von Inhalten. Im Ergebnis: GLS Bank hat bei 242.000 Kunden 18.500 Follower bei Twitter und 32.000 Likes bei Facebook. Triodos erreicht bei 27.000 privaten Kunden Werte von 3.100 bzw. 12.400 (Stand Mai 2020).

Die meisten Kanäle sind leiden unter mangelnder Betreung und sind dabei ideen- sowie konzeptionslos. Manches lokale Institut macht dagegen eine sehr gute, thematisch fokussierte Arbeit. Mit mehr ‚Freunden‘ und ‚Verfolgern als große, bundesweite Bankenwurden regelrechte Ecosysteme geschaffen.

Vergleicht man zusätzlich stichprobenweise einmal Mitarbeiterzahlen mit Followern und Freunden, hat bei vielen Banken schon die Mehrzahl der eigenen Mitarbeiter kein Interesse und damit auch keinerlei Bindung zu ihrem Arbeitgeber in sozialen Medien.

Buchbesprechung

Maja Göpel: „Unsere Welt neu denken“

Im „Literaturkurier“ der Buchhandlung Kayser in Rheinbach und Wesseling besprach ich kurz das Buch von Maja Göpel. Bermerkenswert, wie unpolitisch in der Sache und unprofessoral in der Sprache die Autorin wichtige ökonomische und gesellschaftspolitische Fragen erörtert und damit einen etwas anderen Blick auf Nachhaltigkeit vermittelt. Vor allem das „warum“ steht im Mittelpunkt. Und da entfallen viele Diskussionen, die immer wieder um die Fragen nach „wie“ aufkommen.

Eine ausführlichere Würdigung des Buches ist im Kundenmagazin der Triodos Bank Deutschland. Die Veröffentlichung erfolgte im Onlinemagazin „Die Farbe des Geldes“, das auch die Liste der deutschsprachigen sozialen Medien zu Nachhaltigkeit nachhaltige100 führt: Ein Appell an das gesunde „Bauchgefühl“.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Kurzwebinar: Sustainable Finance im Überblick (kostenfrei), 25.5.2020, 13-14h

Begleitend zum unten beschriebenen Zertifikatslehrgang der Academy of Finance der VöB-Service GmbH „Sustainable Finance“ ist keineswegs eine politische Antwort auf ökologische Strömungen oder gar FridaysForFuture, sondern grundlegende geschäftspolitische Logik in Zeiten von Klimawandel und massiven strukturellen Veränderungen. Im Webinar wird ein Überblick vermittelt, was Nachhaltigkeit und insbesondere auch nachhaltige(re) Finanzinstrumente beinhalten. Der Denkrahmen der BaFin und der internationalen Finanzinvestoren ist klar vorgezeichnet: Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Problemfeldern und das Klimaschutzabkommen von Paris 2015 sind auch die Grundlagen für die deutschen Nachhaltigkeitsstrategien und den Aktionsplan „Sustainable Finance“ der Europäischen Kommission.

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet seit März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Der Starttermin am 16.3.2020 und die Zusatztermine am 17. und 18.3.2020  waren bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy am 23.6. und 28.7.2020 Termine für den Start weiterer Lehrgänge an. Der erste Lehrgangstag wird als Live-Webinar statt im Workshopformat duchgeführt. Der Start am 23.6. ist bereits definitiv bestätigt. Eine voll digitale Variante ohne physische Teilnahme ist in Vorbereitung.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

Eine Beschreibung und einige Hintergründe zum  findet sich im Newsletter der Steyler Ethik Bank im Februar 2020: Nachhaltige Prozesse anstoßen.

In eigener Sache

Alle Angebote natürlich auch gerne im digitalen Rahmen als Webinar oder Videokonferenz!

Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

„In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundachtzig

2020-01-16 BaFin Schwerpunkte 2020

Titelbild/Bild: Deckblatt der BaFin-Publikation „Aufsichtsschwerpunkte 2020 vom 16.1.2020

Inhalt: BaFin: Nachhaltigkeit als Schwerpunktthema 2020; Auch die FED nimmt an Treffen des NGFS teil; Nachhaltigkeit: Deutsche Bank CEO „starke Nachfrage“; Indexanbieter zeichnen EU Benchmarks vor; Morningstar: Rekord bei Nachhaltigkeitsfonds; Microsoft: Neue Landmarke bei Klimastrategien; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

3. Februar 2020

Dr. Ralf Breuer

BaFin: Nachhaltigkeit als Schwerpunktthema 2020

Das „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin wurde am 20.12.2019 offiziell veröffentlicht. Am 16.1.2020 gab die BaFin nun ihre Schwerpunktthemen in diesem Jahr bekannt (BaFin: Aufgabenschwerpunkte 2020, S. 7):

1. Digitalisierung, IT und Cyberrisiken
2. Integrität des Finanzsystems und Bekämpfung von Finanzkriminalität
3. Nachhaltige Geschäftsmodelle (Anm.: Im Sinne von „stabil“ oder „tragfähig“)
4. Nachhaltige Finanzwirtschaft, Sustainable Finance

Bei der erstmaligen Veröffentlichung 2019 lauteten die Schwerpunktthemen „Digitalisierung“ und „Brexit“.

Im Erläuterungstext auf S. 15 avisiert die BaFin eine formelle Behandlung von Nachhaltigkeit bzw. Nachhaltigkeitsrisiken ab 2021:

„Im Jahr 2020 entwickelt die BaFin ein Konzept und eine Strategie, um das aufsichtliche Ambitionsniveau für das Management von Nachhaltigkeitsrisiken zu konkretisieren. Ab 2021 sollen Nachhaltigkeitsrisiken systematisch durch bestehende Aufsichtsinstrumente der BaFin erfasst und adressiert werden.“

Die formelle Behandlung ist vor allem von den europäischen Aufsichtsbehörden zu erwarten. Mit den „Schwerpunktthemen “ legt die BaFin weitere Argumente vor, das Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken trotz seines Empfehlungscharakters bereits 2020 als Arbeitsschwerpunkt in der Finanzwirtschaft aufzunehmen.

Auch die FED nimmt an Treffen des NGFS teil

In der Pressekonferenz zur Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed wurde Chef Powell nach der Beteiligung am internationalen „Network for Greening the Financial Sector (NGFS)“ gefragt. Er bestätigte die Teilnahme der u.s.-amerikanischen Notenbank an allen Treffen. Einen formellen Beitritt nannte er als eine Möglichkeit in der Zukunft. Bloomberg hatte fälschlicherweise diesen als unmittelbar bevorstehend gemeldet. (Vgl. Transcript der Pressekonferenz vom 29.1.2020, S.16)

Nachhaltigkeit: Deutsche Bank CEO „starke Nachfrage“

Der Journalist Michael Maisch (Handelsblatt) zitierte auf Twitter den CEO der Deutschen Bank, Christian Sewing aus der Pressekonferenz zu den Ergebnissen 2019. Dabei äußerte sich am Rande zur Marktsituation bei nachhaltigen Geldanlagen, die bei manchen Banken kaum gedeckt werden könnte:

Indexanbieter zeichnen EU Benchmarks vor

MSCI hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, Ende März 2020 ein Indexprodukt nach Art der EU Klimabenchmarks vorzulegen. Auch S&P Dow Jones Indices hat nun Produkte vorgestellt, die weitgehend den Vorschlägen der Technischen Experten der EU (TEG) entsprechen sollen. S&P ist in seinem Konzept deutlich stringenter als die TEG, z.B. werden Emissionen aus Scope 3 von vornherein voll berücksichtigt.

Die theoretische Untersuchung Conceptualizing a Paris-Aligned Climate Index for the Eurozone kommt zu dem Schluss, dass das „PAC Konzept“ mit lediglich 185 der 254 Indexunternehmen des „S&P Eurozone LargeMidCap“ sehr vergleichbare Charakteristika zum Basisindex hat. Für das vergangene Jahr wurde mit +22,4% gegnüber +21,6% sogar eine etwas bessere Wertentwicklung berechnet. Allerdings schließt das Konzept deutlich weniger Unternehmen als in anderen Untersuchungen aus, bei denen z.B. nur ein kleiner Teil der Dax-Unternehmen in die neuen Klimabenchmarks aufgenommen würde.

Am 30.1. wurde in London ein weiteres Produkt vorgestellt: Der „FTSE-TPI Climate Transition Index“. Er entstand in einer einer Zusammenarbeit der Church of England und der Börse London LSE. Er soll als passiver Index für die Anlage von GBP 600 Mio. Pensionsgelder der Kirche genutzt werden.

Morningstar: Rekord bei Nachhaltigkeitsfonds

Morningstar berichtet für 2019 von massiv (€ 120 Mrd. vs. € 48,8 Mrd.) gestiegenen Zuflüssen zu nachhaltigen Investmentfonds. Die Anzahl der Fonds sei im Jahresverlauf um weitere 360 auf 2.405 gestiegen, das verwaltete Vermögen um 58% auf € 668 Mrd. Unter den neuen Fonds im Vorjahr haben lt. Morningstar 50 einen Klimabezug, Aktienfonds hatten bei den neuen Produkten den größten Anteil.

2020-02-03 Morningstar Sustainableflows

Quelle Morningstar: Record-Shattering Year for Sustainable Investments, 4.2.2020

Rekordzuflüsse hatte Morningstar bereits auch für U.S. Produkte und andere Teilsegmente vermeldet. Dies dürfte 2019 bei nachhaltigen Produkten durchgängig so gewesen sein.

Weltrisikoreport: Klimawandel dominiert

2020-01-22 WEF Risiken dt.

Quelle: Weltwirtschaftsforum/World Economic Forum. Basis: ca. 800 Befragte

Das erschreckende Ergebnis des diesjährigen Berichts: Klimawandel wird als eine sehr große Bedrohung empfunden, allerdings mit einer besonders hohen Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.

Dies entspricht auch der Einschätzung einer Expertengruppe der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (Bank for International Settlements, BIS) Sie bezeichnet den Klimawandel als „Green Swan“. Damit ist die Kombination einer sehr hohen Eintrittswahrscheinlichkeit mit sehr schwer abschätzbaren Konsequenzen gemeint. Der „grüne Schwan“ wird damit in Kontrast zum „schwarzen Schwan“ an den Finanzmärkten gesetzt: Ein relativ unwahrscheinliches Ereignis mit großen Folgen.

BIS 20.1.2020: The green swan

Microsoft: Neue Landmarke bei Klimastrategien

Am 16.1.2020 veröffentlichte der Präsident von Microsoft, Brad Smith, einen Beitrag im Blog von Microsoft. Die darin beschriebene Klimastrategie des Unternehmens setzt neue Maßstäbe:

  • CO2 negativ ab 2030
  • bis 2050 alle direkt oder indirekt verursachten Emissionen seit der Gründung 1975 absobiert
  • USD 1 Mrd. für einen „Klimainnavotionsfonds“ aus dem eigenen Kapital. Dieser richtet sich nicht nur auf das Unternehmen, sondern auch die Nutzer und Zulieferer

Besonders bemerkenswert ist die ausdrückliche Adressierung der Zulieferer (Scope 3), deren Ausstoß an Treibhausgasen etwa 75% des Gesamtausstoßes von Microsoft entspricht. Dieser Wert ist in dieser Größenordnung bei vielen Unternehmen zu beobachten, die ausdrückliche Adressierung dieser Emissionen allerdings die Ausnahme.

Die volle Berücksichtigung der Scope 3 Werte ist ein ausdrückliches Ziel der EU, ist aber nicht einmal in den meisten aktuellen Klimamodellen für Unternehmen gegeben.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neuer Termin: 6.3.2020, 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Ein erster Lehrgang mit Beginn am 16.3.2020 und ein erster Zusatztermin am 17.3.2020  sind bereits ausgebucht. Deshalb bietet die Academy bereits am 18.3.2020 mit einem dritten Präsenzworkshop den Start für einen weiteren Lehrgang an.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

In eigener Sache

Neu: Das BaFin Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken – was ist zu tun?

Das Merkblatt wurde am 20.12.2019 veröffentlicht. Es handelt sich zwar ausdrücklich nicht um eine (Regulierungs-)Vorschrift, sondern eine „Orientierungshilfe“, ist aber mit mit seinem sehr klaren Anspruch der Regulierungsbehörde versehen: „Die BaFin erwartet, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken auseinandersetzen.“

Während in den meisten größeren Finanzinstituten bereits mehr oder weniger viele Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit und (CSR-)Berichterstattung gesammelt wurden, ist dies bei kleineren/regionalen Instituten oft nicht der Fall. Allerdings gilt die große Mehrheit in Deutschland: Die Ansprüche der BaFin reichen weit über die vorhandenen Strukturen hinaus!

In einem ersten Workshop sollen deshalb zunächst die spezifischen Ansprüche und Bedarfe zusammengetragen werden. Dies ist im Regelfall schon innerhalb eines Tages zu bewältigen. Daraus lässt sich dann eine spezifische, detailliertere Arbeitsplanung zur Umsetzung des Merkblatts ableiten.

Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland mehr als 600 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von annähernd € 200 Mrd. 104 Fonds tragen das im November 2019 vergebene „FNG-Siegel 2020“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 105 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

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Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Zweiundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundvierzig

 

Beitragsbild: Von Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign an der Rheinischen Fachhochschule Köln in Kooperation mit #17Ziele gestalteter Bierdeckel, von dem 85.000 Stück in Kölner Lokalen verteilt wurden

Inhalt: Alle reden von Nachhaltigkeit … nur die Finanzwirtschaft nicht ?: 1. Stimmt nicht 2. Stimmt nicht ganz 3. Und stimmt doch ein bisschen; Energieeffizienz und Immobilienfinanzierung; Dt. Nachhaltigkeitsstrategie sollte Finanzen abdecken; Alle reden von #GAFAs…; …und jetzt auch von #BAT; Apropos China: ICBC größter Green Bond in London; In eigener Sache: 1. comdirect finanzblog award, 2. Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

18. Juni 2018

Dr. Ralf Breuer

Alle reden von Nachhaltigkeit…

…nur die Finanzwirtschaft nicht?

1. Stimmt nicht

Tatsächlich ist Nachhaltigkeit in der Finanzbranche ein Thema. Bei manchen Unternehmen sogar ein sehr prominentes, z.B. auf der Hauptversammlung von  HSBC Deutschland:

Für den Mutterkonzern HSBC ist Nachhaltigkeit ein globales Kernthema der Strategie. Vgl. HSBC Sustainable Finance Briefings 2017.

Auch im Allianz-Konzern hat das das Thema einen hohen Stellenwert:

Neben der KfW Bankengruppe (Dr. Karl Ludwig Brockmann, Nachhaltigkeits-beauftragter) und Allianz Global Investors (Dr. Steffen Hoerter) ist die deutsche Finanzbranche in der technischen Arbeitsgruppe zur Umsetzung des Aktionsplans der EU-Kommission nicht unmittelbar repräsentiert (Pressemitteilung der EU-Kommission vom 13.6.2018 (EN)).

Auch im Alltag ist Nachhaltigkeit häufiger in den verschiedensten Branchen anzutreffen. Eine Sammlung von Zufallsbegegnungen: Alltagsfotos Nachhaltigkeit.

2. Stimmt nicht ganz

Auch in anderen Bereichen der deutschen Finanzwirtschaft ist Nachhaltigkeit ein Thema auf der Agenda. Sehr (zu) häufig aber mehr im Sinne der seit 2017 geltenden CSR-Berichtspflicht für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern.

Auch bei der Deutschen Bank hat Nachhaltigkeit zuweilen eine prominentere Bedeutung in der externen Kommunikation. Die entsprechenden Indizien sind indes etwas versteckt. Auf der kürzlich lancierten Seite https://wozubanken.de/ wird neben der „Wirtschaft“ und der „Plattform-Revolution“ der „Planet“ als dritte Säule genannt.

3. Und stimmt doch ein bisschen

Während private (Pressemitteilungen Bankenverband vom 8.3. und 24.5.2018) und öffentliche (Pressemitteilung VÖB vom 8.3.2018) Banken den Aktionsplan der EU-Kommission mit nur geringen Einschränkungen ausdrücklich begrüßt haben, war die gemeinsame Einschätzung der fünf großen Interessensvertretungen unter Federführung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) zwischen lau (Pressemitteilung Die Deutsche Kreditwirtschaft vom 8.3.2018) und ignorierend: In der jüngsten gemeinsamen Stellungnahme zum „EU-Bankenpaket“ findet der Plan mit keinem Wort Erwähnung ! – Vgl. Pressemitteilung Die Deutsche Kreditwirtschaft vom 25.5.2018.

Energieeffizienz und Immobilienfinanzierung

Bei der Initiative der europäischen Hypothekenbankvereinigung zur Förderung energieeffizienter Immobilienfinanzierungen ist die deutsche Beteiligung etwas deutlicher: EeMAP – Energy efficient Mortgage Action Plan (Pressemitteilung vom 14.6.2018) kommen drei der 33 Pilotbanken aus Deutschland. Die teilnehmenden Banken repräsentieren immerhin 45 % der ausstehenden Hypothekendarlehen in Europa, was etwa 21% des kumulierten Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Die Initiative versteht sich selbst im Kontext des Aktionsplans der EU-Kommission und hat das Ziel, einen einheitlichen Rahmen für die Finanzierung von Energieeffizienz und die damit verbundene Datenerhebung zu schaffen. Für die Kunden soll eine effiziente Energieverwendung unmittelbar die Kreditkonditionen günstiger gestalten.

Dt. Nachhaltigkeitsstrategie sollte Finanzen abdecken

Am 6. Juni 2018 hat sie ein Konsultationspapier zur Überarbeitung der erst im Januar 2017 neu gefassten Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht: Konsultationspapier zur Überarbeitung der Strategie 2018. Das Papier wurde vom „Staatssekretärsausschuß für nachhaltige Entwicklung“ verfasst.

Nachhaltige Finanzwirtschaft (SustainableFinance) findet sich im Konsultationspapier damit nur am Rande durch Erwähnung des „Hub for Sustainable Finance Germany“ (www.h4sf.de) (S. 5) und Nennung des EU-Aktionsplans als zukünftigem Tagesordungspunkt des Staatssekretärsauschusses im Zeitraum bis Ende 2019 (S. 6). Vor dem Hintergrund der Tragweite und der Dynamik der Entwicklung insbesondere auf europäischer Ebene erscheint die Ausklammerung des Finanzsektors nicht angemessen. Die Argumente sind in einem Beitrag zu den Konsultationen zusammengefasst: Beitrag Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie.

Zwischenzeitlich hat sich auch die Europäische Zentralbank EZB in einem Brief an Mitglieder des europäischen Parlaments vom 12.6.2018 für den Aktionsplan ausgesprochen. Sie sieht u.a. auch als Beitrag zur Finanzmarktstabilität:

We also welcome the Action Plan on sustainable finance recently published by the European Commission as an important step towards integrating sustainability into financial decision-making. We actively support theproposed development of a common EU taxonomy of sustainable assets, as well as the proposals for strengthening sustainability disclosure, which could contribute to better pricing of environmental risks that might pose a threat to financial stability. (Letter from the ECB-President to Mr Paul Tang, Ms Neena Gill, Mr Jonás Fernández, Members of the European Parliament 12.6.2018)

Am 14.6.2018 äußerte sich in Frankfurt auch der Präsident der europäischen Versicherungsaufsichtsbehörde eiopa – European Insurance and occupational Pension Authority:

„Der oberste Versicherungsaufseher in Europa hält es für sinnvoll, eine eigene Anlageklasse für nachhaltige Investments zu schaffen. „Versicherer sollten die Transformation zu einer Industrie mit weniger Kohlenstoff unterstützen“, sagte eiopa-Präsident Gabriel Bernardino am Dienstagabend vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Anreize könnten die institutionellen Investoren zu einem solchen Verhalten bewegen. Das könnten zum Beispiel niedrigere Kapitalerfordernisse für solche Anlagen sein. „Damit wäre ich einverstanden, wenn es evidenzbasiert ist“, sagte er.“ (Philipp Krohn: Versicherer sollen nachhaltiger anlegen, www.faz.net 14.6.2018)

Der Hinweis auf „evidenzbasiert“ drückt diplomatisch aus, was bereits andere Finanzaufsichtsbehörden geäußert haben: Die von der EU-Kommission und auch französischen Interessenvertretern befürwortete pauschale Begünstigung „grüner“ Investments (Green Supporting Factor) widerspricht der Einschätzung der europäischen Aufsichtsbehörden.

Alle reden von #GAFAs…

Die aktuellen und möglichen Finanzdienstleistungen von Google, Amazon, Facebook, Apple (GAFAs – vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zehn) sind immer wieder ein prominentes Thema.

2017-09-28 Baumgarten GAFAP

Quelle: Tobias Baumgarten, https://aboutfintech.de/infografik-gafa-und-paypal-in-banking-payment/

…und jetzt auch von #BAT

Kenner der Zahlungsverkehrsbranche verwenden schon seit einiger Zeit die Abkürzung „BAT“ für die chinesischen Internetgiganten Baidu, Alibaba und Tencent. Insbesondere die zu Alibaba gehörenden Dienstleister Ant Financial und Alipay haben ihre Aktivitäten seit einiger Zeit global ausgedehnt: Vgl. z.B. Nummer Dreizehn vom 11.10.2017. Die eindrucksvollen Aktivitäten von Ant Financial bzw. dem Bezahldienst Alipay beschreibt der Branchenkenner Tobias Baumgarten: Die Riesenameise vom 12.6.2018.

Alipay hat in Deutschland schon 2.000 Akzeptanzstellen, u.a. Rossmann, WMF-Shops und den Flughafen München. Zielgruppe sind global kaufkräftige chinesische Touristen, so dass insbesondere der Bereich Luxusgüter abgedeckt wird. Die Besonderheit liegt vor allem im technischen Bereich, da die chinesischen Kunden kaum Karten verwenden, sondern ihre Zahlungen mit auf dem generierten QR-Codes abwickeln. Für die QR-Codes im Zahlungsverkehr existiert seit Juli 2017 ein globaler Standard.

Die Potenziale der chinesischen Internetriesen hat am 28.5.2018 auch der Präsident der BaFin, Felix Hufeld, beschrieben: Digitalisierung – Chancen und Risiken in der Kredit- und Versicherungswirtschaft.

Einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen im Alibaba-Konzern gibt ein am 17.6.2018 bei spiegel.de erschienener Artikel: Ann-Kathrin Nezik: Shopping der Zukunft – China revolutioniert das Einkaufen.

Eine pointierte Darstellung der in Ant Financial gebündelten Finanzaktivitäten findet sich im Blog von Chris Skinner: The Truth about Ant Financial.

Eine Randaktivität mit imposanten Dimensionen und auch Wirkungen wurde hier in einem früheren Beitrag beschrieben: Green Digital Finance.

Apropos China: ICBC größter Green Bond in London

Die London Stock Exchange konnte ihre aktuelle Übersicht zum Segment der Klimaanleihen kürzlich aktualisieren. Mit der Anleihe der chinesischen Bank ICBC (Industrial and Commercial Bank of China haben sich die Dimensionen in diesem Segment weiter nach oben verschoben (Vgl. ICBC London lists $1.58bn equivalent Green Bond on London Stock Exchange Green Bond Segment).

In eigener Sache

1. comdirect finanzblog award

Investabel® hat sich wieder um eine Teilnahme am comdirect finanzblog award 2018 beworben. Die Teilnahme im vergangenen Jahr hat sich in vielen neuen, wertvollen Kontakten ausgezahlt. Die Preisverleihung im abschliessenden Finanzbarcamp am 20.10.2018 ist ein lebendiger Treffpunkt der Blog- und fintechinteressierten Finanzszene.

2. Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

 

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Einundvierzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenunddreissig

Bildquelle: 27.4.2018, 967. Plenarsitzung ©Bundesrat | Frank Bräuer

Inhalt: Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums im Bundesrat begrüßt; In eigener Sache: 1. #nachhaltige100; 2. Hub for Sustainable Finance Germany; 3. Ringvorlesung Social Banking am 8.5.2018 an der Alanus Hochschule, 53347 Alfter: Geldanlagen der Zukunft – Die Finanzwelt im Spannungsfeld von Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

2.Mai 2018

Dr. Ralf Breuer

Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums im Bundesrat begrüßt

Europa auf dem Weg

Richtigerweise arbeiten sowohl die EU-Kommission als auch das Europäische Parlament aktuell an verschiedenen Gesetzgebungsinitiativen (wie dem „Action Plan: Financing Sustainable Growth“ vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Aktionsplan der EU-Kommission), die konkrete und weitreichende Vorschläge beinhalten, wie die Finanzwirtschaft ihren notwendigen und wichtigen Beitrag leisten und gleichzeitig zu Stabilität beitragen kann. Mehr: Offener Brief zum Thema Sustainable Finance an Brüssel und Berlin.

Der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments hat den Plan am 24.4.2018 mit 42 zu 9 Stimmen bei 3 Enthaltungen gebilligt Pressemitteilung (Englisch). Hier die Kommentierung durch den wirtschafts- und finanzpolitischen Sprechers der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament Sven Giegold. Die Beratung und Abstimmung im Plenum des Parlaments wurde für den 28.5.2018 avisiert (vgl. Europaparlament).

Deutschland bald am Start?

Das „offizielle“ Deutschland hatte auf diesen Aktionsplan bis zum 27.4.2018 nicht reagiert. Nunmehr ist der Deutsche Bundesrat den Ausschussempfehlungen vom 14.4.2018 weitgehend gefolgt. Der Beschluss des Bundesrates vom 27.4.2018 hat sich zudem (aus Sicht des Autors) erfreulicherweise gegen die optional von den Ausschüssen unter Ziffer 6. vorgeschlagene Ablehnung des „Green Support Factors“ und die pauschale Vermeidung von Klimarisiken in der Regulierung entschieden.

Die klare Befürwortung des Green Support Factors mit verringerten Eigenkapitalanforderungen für „grüne Finanzierungen durch die EU-Kommission erscheint politisch, durch die französische Postion motiviert. Sie folgt weitgehend dem Vorschlag des französischen Bankenverbands. Vgl. Nummer Siebzehn.

Die Ausklammerung von Klimarisiken wäre in Anbetracht der realen Umstände sachlich auch nicht haltbar gewesen. Sie sind bereits im Fokus der Bankaufsichtsbehörden. Wertverluste durch die Diskussion von Dieselfahrverboten sind bereits spürbar und in den Büchern der gesamten deutschen Wirtschaft und damit auch aller Kreditinsitute. Der DIHK bezifferte die Belastungen mit € 500 Mio., was eher als sehr konservativ erscheinen muss. Vgl. Nummer Sechsunddreissig.

Bundesregierung noch nicht positioniert

Informationen darüber, ob der Plan Gegenstand der Gespräche zwischen der Bundeskanzlerin und dem französischen Staatspräsidenten am 19.4.2018 in Berlin war, liegen nicht vor. Allerdings hatte sich Emmanuel Macron am 22.3.2018 in Brüssel persönlich stark für die Umsetzung des Plans eingesetzt (vgl. Nummer Zweiunddreissig). Zudem wurde in der gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron anlässlich des 55. Jahrestages der Unterzeichnung des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit vom 22. Januar 1963 („Élysée-Vertrag“) Pressemitteilung vom 21.1.2018 bereits eine relativ weitreichende Formulierung im Schlussabsatz vereinbart:

– Wir wollen die Herausforderungen der globalisierten Welt angehen –

Der rasche technologische Fortschritt der heutigen Welt und die Herausforderungen, die sich in der Agenda 2030 und im Pariser Abkommen widerspiegeln, sind ein weiterer Grund, den Élysée-Vertrag – die Grundlage unserer bilateralen Zusammenarbeit – für die kommenden Jahrzehnte zu modernisieren und auszubauen. Gemeinsam streben wir nach Nachhaltigkeit und dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft in unseren Ländern, der Europäischen Union und weltweit. Wir werden gemeinsam wirksame Strategien und neue technologische Ansätze erarbeiten und unterstützen, z.B. in den Bereichen Klimaschutz, Energie, Mobilität, Biotechnologie und künstliche Intelligenz.

Handeln ist zudem und nicht zuletzt durch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – Neuauflage 2016 nicht nur weitgehend gedeckt, sondern vielmehr dringend geboten.

In eigener Sache

1. #nachhaltige100

Investabel® wurde im Februar erstmals auf Platz 79 der von der Triodos Bank N.V. Deutschland initiierten Liste „#nachhaltige100“ geführt. Nach Platz 57 im März rückte der Blog auf 55 im April 2018. Die aktuelle Übersicht: #nachhaltige100.

2. Hub for Sustainable Finance Germany

Der Blog Investabel® wurde als Beitrag zum Hub for Sustainable Finance Germany, angenommen. Der Hub ist eine gemeinsame Initiative von Deutsche Börse Group und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung. Hier die Übersicht: Beiträge zum Hub for Sustainable Finance.

3. Ringvorlesung Social Banking: Geldanlagen der Zukunft – Die Finanzwelt im Spannungsfeld von Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit

Am 8. Mai ab 18:00h findet eine öffentliche Vortragsveranstaltung mit Diskussion an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in 53347 Alfter statt. Dabei sollen vor allem die wechselseitigen Beziehungen der Themenfelder Digitalisierung, Regulierung und Nachhaltigkeit beleuchtet werden. Veranstaltungsinformation

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsunddreissig bis Eins

Nummer Sechsunddreissig am 24. April 2018, ergänzt 25. April 2018: Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums; Klimarisiken belasten die deutsche Wirtschaft…; …und die Kommunen; Deutsche Bank kommuniziert mit Nachhaltigkeit

Nummer Fünfunddreissig am 16. April 2018/ergänzt 17. April 2018: Offener Brief an Brüssel und Berlin; Top-Adressen der Investmentbranche für den EU-Aktionsplan; Allianz mit Nachhaltigkeitsbericht in neuer Dimension; EU-Aktionsplan im Bundesrat, Minister in Brüssel; Klimarisiken sind evident; Nachhaltigkeit emotionalisiert Bankprodukte; ToMoRRoW ab Juni 2018 mit 100% Nachhaltigkeit mobil

Nummer Vierunddreissig am 9. April 2018: FDP bezweifelt Sinnhaftigkeit des EU-Aktionsplans; Axel Weber – Nachhaltigkeit ist zukunftsfähig…; Barclays mit grüner Hypothek und mehr

Nummer Dreiunddreissig am 3. April 2018: EU-Aktionsplan an sich unbestritten; Britische Vorschläge für Green Finance enger gefasst; Kredite mit Nachhaltigkeitsanreizen; Die SDGs: Orientierung für Politik und Wirtschaft; SDG Investments überschreitet € 100 Mio.; Leitfaden nachhaltige Immobilieninvestments; Wie wird ein FinTech zur Bank ?

Nummer Zweiunddreissig am 26. März 2018: EU-Aktionsplan mit kraftvollem Antritt; Bierdeckel für mehr Bewusstsein über die „SDGs“; Starke Investorenüberzeugung – starke Worte; Danone begibt als erstes Privatunternehmen eine „Sozialanleihe“; Getränkekonzern AB Inbev – Nachhaltigkeitsziele 2025

Nummer Einunddreissig am 20. März 2018: EU-Aktionsplan mit wuchtiger Vorstellung; Greenbonds in neuen Dimensionen; Nach Green Finance kommt Blue Finance; Neuseeland erkennt Klimawandel als Asylgrund an; Union Investment: Nachhaltigkeit erhält mehr Gewicht

Nummer Dreissig am 8. März 2018: EU-Kommission legt Aktionsplan vor; Möglichkeiten und Grenzen der Blockchain; In eigener Sache: 1. #nachhaltige100, 2. GLS Bank Nachhaltigkeits Blog Award 2018, 3. Gesponserte (affiliate) Links

Nummer Neunundzwanzig am 19. Februar 2018: Dynamische Entwicklung bei Nachhaltigkeitsanleihen; Fortschritte bestimmen den Kreditzins;  Die Schweiz reguliert den Kryptomarkt (ICOs); BaFin nimmt Stellung; Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken

Nummer Achtundzwanzig am 6. Februar 2018, ergänzt 7. Februar 2018: Schlussbericht der EU-Experten; WWF mit Anregungen zu den Koalitionsverhandlungen; Orientierung bei Crowdfunding tut not; Triodos UK mit neuem Crowdfunding; Gebrutstagsgruß an die Dekabank; Finanzielle Inklusion wird zum Geschäftsmodell; Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken

Nummer Siebenundzwanzig am 25.1.2018: Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken; Genossenschaftsbanken mit Nachhaltigkeitskampagne; Preissenkung bei RoboAdvice quirion; Veranstaltung „Sustainable Finance“ am 22.1.2018

Nummer Sechsundzwanzig am 12.1.2018: Und noch mehr „RoboAdvice“- Werthstein, savemate…; Anleihen mit Klimabezug (Green Bonds) wachsen stark

Nummer Fünfundzwanzig am 9./10.1.2018: Börsenzeitung: Grüne Finanzanlagen erreichen kritische Masse; Rückblick 2017/Ausblick 2018

Nummer Vierundzwanzig am 14.12.2017: Banken- und Produktcheck der Verbraucherzentrale; EU investiert € 9 Mrd. in Klimaprojekte; EU mit Plan für nachhaltige Finanzwirtschaft März 2018; Studie Deutsche FinTech; Buchankündigung Digitalisierung und Nachhaltigkeit; Jetzt schon 41 Onlineangebote für Anlageberatung und Vermögensverwaltung in Deutschland

Nummer Dreiundzwanzig am 12.12.2017: Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen; Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung; Europäische Großbanken und Klimawandel; Eine zutreffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

Nummer Zweiundzwanzig am 6.12.2017: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Nummer Einundzwanzig am 4.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe

 

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsunddreissig

Inhalt: Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums; Klimarisiken belasten die deutsche Wirtschaft…; …und die Kommunen; Deutsche Bank kommuniziert mit Nachhaltigkeit

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

24. April 2018, ergänzt 25. April 2018

Dr. Ralf Breuer

Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums

Richtigerweise arbeiten sowohl die EU-Kommission als auch das Europäische Parlament aktuell an verschiedenen Gesetzgebungsinitiativen (wie dem „Action Plan: Financing Sustainable Growth“ vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Aktionsplan der EU-Kommission), die konkrete und weitreichende Vorschläge beinhalten, wie die Finanzwirtschaft ihren notwendigen und wichtigen Beitrag leisten und gleichzeitig zu Stabilität beitragen kann. Mehr: Offener Brief zum Thema Sustainable Finance an Brüssel und Berlin.

Der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments hat den Plan am 24.4.2018 mit 42 zu 9 Stimmen bei 3 Enthaltungen gebilligt Pressemitteilung (Englisch). Hier die Kommentierung durch den wirtschafts- und finanzpolitischen Sprechers der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament Sven Giegold. Die Beratung und Abstimmung im Plenum des Parlaments wurde für den 28.5.2018 avisiert (vgl. Europaparlament).

Das „offizielle“ Deutschland hat auf diesen Aktionsplan nicht reagiert. Informationen darüber, ob der Plan Gegenstand der Gespräche zwischen der Bundeskanzlerin und dem französischen Staatspräsidenten am 19.4.2018 in Berlin war, liegen nicht vor. Allerdings hatte sich Emmanuel Macron am 22.3.2018 in Brüssel persönlich stark für die Umsetzung des Plans eingesetzt (vgl. Nummer Zweiunddreissig).

Die „kleine“ Anfrage der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag mit 60 Teilfragen (Nummer Vierunddreissig) wurde bisher noch nicht beantwortet. Die Anfrage und der aktuelle Sachstand lassen sich über das Dokumentations- und Informationssystem (DIP) des Deutschen Bundestags abrufen: Deutscher Bundestag – DIP.

Als Mitunterzeichner des offenen Briefes hat die GLS Bank in ihrem Blog den Aktionsplan gewürdigt. Inhaltlich ist die Bewertung deutlich positiver als der Titel vermuten lässt: Schöner Schein: Wie die EU grüne Geldanlage versteht.

Dem Autor Julian Mertens missfällt vor allem die enge Ausrichtung des Plans an Klimarisiken. Allerdings erscheint der Plan für andere nachhaltige Entwicklungsziele offen, was beispielsweise bei den britischen Empfehlungen nicht der Fall ist (vgl. Nummer Dreiunddreissig).

Risiken aus Klimawandel und Energiewende sind auch in Deutschland zu verspüren und werden bereits von den europäischen Bankaufsichtsbehörden mit hoher Priorität analysiert. Insofern sind sie ein probater Ansatzpunkt, der von der Kreditwirtschaft nicht in Frage gestellt werden kann.

Der Aktionsplan hat damit einen deutlich pragmatischen Ansatz. Dennoch erscheint die Überschrift für den Artikel der taz am 23.4.2018 erwähnenswert: Finanzmärkte und Klimawandel – Perestroika in Kapitalistan.

Klimarisiken belasten die deutsche Wirtschaft…

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) bezifferte am 19.4.2018 gegenüber der Nachrichtenagentur dpa die Belastungen der deutschen Wirtschaft aus drohenden Dieselfahrverboten: € 500 Mio., davon € 100 Mio. im Automobilhandel. (DIHK: Unsicherheit über Fahrverbote belastet die Wirtschaft).

Die DIHK-Schätzung erscheint sehr konservativ, da Volkswagen Financial Services bereits auf sinkende Restwerte bei Leasingverträgen hingewiesen hatte. Der Leasinganbieter Leaseplan dürfte gerade aus diesem Grunde seinen geplanten Börsengang verschoben haben (vgl. Nummer Fünfunddreissig). Auch die deutsche Kreditwirtschaft ist hiervon in der Breite betroffen, da z.B. Leasingverträge angeboten werden und Fahrzeuge als Kreditsicherheiten dienen.

Die Auswirkungen gehen allerdings deutlich weiter: Nicht nur fossile Kraftwerke können zu „stranded assets“ entwertet werden, sondern beispielsweise auch Handwerkerfahrzeuge ohne grüne (oder blaue) Umweltplakette oder Produktionseinrichtungen für Komponenten von Verbrennungsmotoren. Zu den speziellen Investitionsrisiken kommen auch allgemeine betriebswirtschaftliche Risiken hinzu.

…und die Kommunen

Am 23.4.2018 fand in Düsseldorf ein Kongress mit 150 Kommunalvertretern/-innen statt: Klima-Kongress in Düsseldorf: Zehn Kommunen für Klimaanpassung ausgezeichnet.

Über den Link gelangen Sie auf die Seite des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums. Dort sind die Herausforderungen auf kommunaler Ebene skizziert: „Der Bereich der Klimaanpassung beschäftigt sich mit der klimagerechten Gestaltung unseres Lebens- und Wirtschaftsraumes, um eine hohe Lebensqualität und funktionale Infrastrukturen in Städten und im ländlichen Raum auch in Zukunft zu gewährleisten. Aufgrund regionsspezifischer Klimaentwicklungen sind individuelle Maßnahmen in den Städten von Nöten. Sie zu entwickeln und umzusetzen stellt eine besondere Herausforderung für die Kommunen dar.“

Vor dem Hintergrund der starken Evidenz von Klimarisiken erscheint der schweigsame Umgang von weiten Teilen der deutschen Kreditwirtschaft mit dem Aktionsplan der EU-Kommission kaum verständlich. Fairerweise muss aber gewürdigt werden, dass der o.g. Kongress in den Räumen der Stadtsparkasse Düsseldorf stattfand und die Deutsche Bank das Thema zumindest zeitweilig im Fokus hatte als sie ihre Seite „www.wozubanken.de“ vorstellte.

Deutsche Bank kommuniziert mit Nachhaltigkeit

Die Deutsche Bank hat ihre Kommunikation auf Twitter am 17.4.2018 stark auf Nachhaltigkeit/Klimaschutz ausgerichtet. Zwar werden verschiedene Stufen von Nachhaltigkeit einschliesslich ESG munter vermischt, aber grundsätzlich hätte der Konzern mit dem gewählten Tenor auch den o.g. offenen Brief unterzeichnen können.

Dieser Eindruck ergibt sich auch auf der Grundlage einer Internetseite zum Thema „Wozu Banken?/Warum Banken zählen…“. Hier wird „…für den Planeten“ gleichrangig neben „…für die Wirtschaft“ und „…für die Plattform-Revolution“ gestellt. Allerdings zeugen die Kommentare in den sozialen Medien – erwartungsgemäß – von einem Problem der Glaubwürdigkeit. Trotzdem bemerkenswert und einen Blick wert: https://wozubanken.de/de/index.html#start.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfunddreissig bis Eins

Nummer Fünfunddreissig am 16. April 2018/ergänzt 17. April 2018: Offener Brief an Brüssel und Berlin; Top-Adressen der Investmentbranche für den EU-Aktionsplan; Allianz mit Nachhaltigkeitsbericht in neuer Dimension; EU-Aktionsplan im Bundesrat, Minister in Brüssel; Klimarisiken sind evident; Nachhaltigkeit emotionalisiert Bankprodukte; ToMoRRoW ab Juni 2018 mit 100% Nachhaltigkeit mobil

Nummer Vierunddreissig am 9. April 2018: FDP bezweifelt Sinnhaftigkeit des EU-Aktionsplans; Axel Weber – Nachhaltigkeit ist zukunftsfähig…; Barclays mit grüner Hypothek und mehr

Nummer Dreiunddreissig am 3. April 2018: EU-Aktionsplan an sich unbestritten; Britische Vorschläge für Green Finance enger gefasst; Kredite mit Nachhaltigkeitsanreizen; Die SDGs: Orientierung für Politik und Wirtschaft; SDG Investments überschreitet € 100 Mio.; Leitfaden nachhaltige Immobilieninvestments; Wie wird ein FinTech zur Bank ?

Nummer Zweiunddreissig am 26. März 2018: EU-Aktionsplan mit kraftvollem Antritt; Bierdeckel für mehr Bewusstsein über die „SDGs“; Starke Investorenüberzeugung – starke Worte; Danone begibt als erstes Privatunternehmen eine „Sozialanleihe“; Getränkekonzern AB Inbev – Nachhaltigkeitsziele 2025

Nummer Einunddreissig am 20. März 2018: EU-Aktionsplan mit wuchtiger Vorstellung; Greenbonds in neuen Dimensionen; Nach Green Finance kommt Blue Finance; Neuseeland erkennt Klimawandel als Asylgrund an; Union Investment: Nachhaltigkeit erhält mehr Gewicht

Nummer Dreissig am 8. März 2018: EU-Kommission legt Aktionsplan vor; Möglichkeiten und Grenzen der Blockchain; In eigener Sache: 1. #nachhaltige100, 2. GLS Bank Nachhaltigkeits Blog Award 2018, 3. Gesponserte (affiliate) Links

Nummer Neunundzwanzig am 19. Februar 2018: Dynamische Entwicklung bei Nachhaltigkeitsanleihen; Fortschritte bestimmen den Kreditzins;  Die Schweiz reguliert den Kryptomarkt (ICOs); BaFin nimmt Stellung; Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken

Nummer Achtundzwanzig am 6. Februar 2018, ergänzt 7. Februar 2018: Schlussbericht der EU-Experten; WWF mit Anregungen zu den Koalitionsverhandlungen; Orientierung bei Crowdfunding tut not; Triodos UK mit neuem Crowdfunding; Gebrutstagsgruß an die Dekabank; Finanzielle Inklusion wird zum Geschäftsmodell; Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken

Nummer Siebenundzwanzig am 25.1.2018: Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken; Genossenschaftsbanken mit Nachhaltigkeitskampagne; Preissenkung bei RoboAdvice quirion; Veranstaltung „Sustainable Finance“ am 22.1.2018

Nummer Sechsundzwanzig am 12.1.2018: Und noch mehr „RoboAdvice“- Werthstein, savemate…; Anleihen mit Klimabezug (Green Bonds) wachsen stark

Nummer Fünfundzwanzig am 9./10.1.2018: Börsenzeitung: Grüne Finanzanlagen erreichen kritische Masse; Rückblick 2017/Ausblick 2018

Nummer Vierundzwanzig am 14.12.2017: Banken- und Produktcheck der Verbraucherzentrale; EU investiert € 9 Mrd. in Klimaprojekte; EU mit Plan für nachhaltige Finanzwirtschaft März 2018; Studie Deutsche FinTech; Buchankündigung Digitalisierung und Nachhaltigkeit; Jetzt schon 41 Onlineangebote für Anlageberatung und Vermögensverwaltung in Deutschland

Nummer Dreiundzwanzig am 12.12.2017: Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen; Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung; Europäische Großbanken und Klimawandel; Eine zutreffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

Nummer Zweiundzwanzig am 6.12.2017: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Nummer Einundzwanzig am 4.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe