Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Einundachtzig

 

2019-11-19 Bornscheidt

Titelbild/Bild: Folie aus dem Vortrag von Christoph Bornschein (TLGG) bei der „Transactions19“ am 19.11.2019 in Offenbach

Inhalt:  Dissens bei Klimarisiken?!; Selbst ist die Finanzwirtschaft; Klimastrategie Europäische Investitionsbank (EIB); Easyjet kompensiert die Treibhausgase; Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft wächst stark; Nachlese Transactions19; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, VÖB BarCamp; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

27. November 2019

Dr. Ralf Breuer

Dissens bei Klimarisiken?!

In den letzten Tagen offenbarten sich grundsätzliche Unterschiede in der Einschätzung der Relevanz von Klimarisiken in der Finanzwirtschaft. Diese bestehen offenbar innerhalb der Branche zwischen Kreditinstituten und Versicherungsunternehmen sowie auch zwischen den Finanzaufsichtsbehörden und der deutschen Kreditwirtschaft andererseits.

Symptomatisch erscheinen folgende Ausführungen auf S. 215 im am 26.11.2019 vorgestellten Monitoringbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel:

„Versicherungsunternehmen beschäftigen sich daher schon seit längerem intensiv mit den möglichen Folgen des Klimawandels und entwickeln Strategien, um in Zukunft auch mit größeren und häufigeren Schadensereignissen umgehen zu können.

Demgegenüber schätzen die Kreditinstitute die physischen Risiken des Klimawandels
zumindest für die nahe Zukunft als beherrschbar ein. Negative Auswirkungen auf die
Bonität und Liquidität sowie die Sicherheit von Schuldnerinnen und Schuldnern oder die
Möglichkeit eines Wertverlusts von Vermögensanlagen werden bislang weniger als Risiko
gesehen als bei Versicherungen. Dies gilt insbesondere für die regionalen Kreditinstitute,
die nahezu ausschließlich innerhalb Deutschlands aktiv sind und einen großen Teil des
inländischen Kreditgeschäfts abwickeln. Für die Kreditinstitute stehen vielmehr Regulationsrisiken, die aus sich verschärfenden Klimaschutz-Auflagen für ihre Kunden entstehen, oder Reputationsrisiken, die mit Investitionen in klimaschädliche Projekte einhergehen können, im Vordergrund.“

Wenn mit „Regulationsrisiken“ z.B. Dieselfahrverbote gemeint sein sollten, was sind dann betrieblichen operativen und Investitionsrisiken von Handwerksbetrieben anderes als klassische Kreditrisiken? Sind sinkende Restwerte für Gebrauchtfahrzeuge kein Problem bei Kreditsicherheiten und Leasingverträgen? Sind strukturelle Veränderungen in der  Automobilindustrie mit Stellenstreichungen und veränderten Produktionsstrukturen etwa irrelevant? Das sehen die (internationalen) Bankaufsichtsbehörden grundlegend anders! (vgl. z.B. Klimarisiken + Nachhaltigkeit – Neue Fokusthemen in der Finanzwirtschaft)

SustainableFinance vs. „Germanische Dörfer“?

Am 22. November veröffentlichte die gemeinsame Interessenvertretung der kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände eine „Stellungnahme zum Thema „Sustainable Finance“ anlässlich der öffentlichen Sitzung des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages am 25. November 2019. Sie wiederholt die bereits am 16.10.2019  (SustainableFinance) und 2.11.2019 (Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken der BaFin) vertretenen Positionen und offenbart deutlich die oben genannten Widersprüche:

  • Mangelnde Berücksichtigung bilanzieller Finanzierungsinstrument
  • Fehlende Rahmenbedingungen unter Einbeziehung der Realwirtschaft
  • Mangelnde Zeit für die Umsetzung
  • Kritik der BaFin wegen eines möglichen Vorpreschens vor den europäischen Regulierungsbehörden

Die starke Ausrichtung des EU-Aktionsplans an Instrumenten des Finanzmarkts ist auch der ignorante Haltung vieler Finanzgruppen im Vorfeld geschuldet: So war z.B. unter den 500 Teilnehmern bei der Präsentation der Zwischenergebnisse der EU-Expertengruppe 2017 in Brüssel die deutsche Kreditwirtschaft nur sehr spärlich vertreten.

Aufgrund des Zinsumfelds haben in den vergangenen Jahren mehr Genossenschaftsbanken und Sparkassen ihre nachhaltigen Einlagenangebote eingestellt als fortgeführt. Obwohl geeignete Fonds und/oder strukturierte Produkte eine willkommene Entlastung bei niedrigen Zinsen sein könnten, wurden keine innovativen Lösungen entwickelt.

Die Ausformulierung des Aktionsplans und seine Präsentation u.a. durch den Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, den französischen Staatspräsidenten Emanuel Macron und Michael Bloomberg fiel in die Zeit der Regierungsbildung, so dass sich Deutschland auch politisch nicht beteiligte.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat mit ihrem „Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken“ offenbar empfindliche Nerven in der Branche getroffen. Da sich aber direkte und indirekte Klimarisiken nach dem Erkenntnisstand der internationalen Bankaufsichtsbehörden und Notenbanken bereits tief in die Wirtschaft hineingearbeitet haben, sind die Aufseher in der Pflicht, was sogar in der jüngsten Stellungnahme der DK ausdrücklich bestätigt wird: “ Deshalb ist es verständlich, dass sich die Aufsicht aktuell mit den Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken, sozialen Risiken sowie Risiken aus der Unternehmensführung auf die Finanzwirtschaft befasst.“Stellungnahme vom 22.11.2019 S. 3.

Die BaFin handelt bei Nachhaltigkeitsrisiken ganz bewußt

Nach eigenen Aussagen hat die BaFin ganz bewusst ein Merkblatt statt einer formellen Regulierungsvorschrift gewählt. Und eine Aussage des Bundesbankpräsidenten vom 29.10. unterstreicht die hohe Dringlichkeit des Blicks auf Nachhaltigkeitsrisiken, da sich gemäß einer Umfrage der Bundesbank zwei Drittel (!!!) der kleinen und mittleren Banken bisher noch gar nicht mit Klimarisiken beschäftigt hätten.

Selbst ist die Finanzwirtschaft

Die britische „Investment Association“ (IA) hat am 18.11.2019 ein neues Rahmenwerk für nachhaltige Anlageformen veröffentlicht: IA RESPONSIBLE INVESTMENT FRAMEWORK FINAL REPORT. Die Gruppe steht für ein verwaltetes Vermögen von USD 9,9 Bio. Die IA spricht sich ausdrücklich für eine Vielfalt nachhaltiger Anlageformen aus, will aber mit ihrem Rahmenwerk die dringend benötigte Transparenz für die Anleger herstellen. Der Ansatz ähnelt stark dem des „Forums für nachhaltige Geldanlagen“ (https://www.forum-ng.org/de/), ist aber eher etwas formeller und differenzierter.

Ähnlich sind die jüngsten Ansätze des Vermögensverwalters BlackRock zu werten. Er hat innerhalb der Kategorie von „Green Bonds“ eine Skala von Grüntönen („Shades of Green“) definiert: Von Dunkel- über Mittel- und Leicht- reicht sie bis zu einem sehr leichten Grün Environmental Finance (registrierungs-/kostenpflichtig). Ein ähnliches System hatte bereits 2015 Cicero, Oslo, für alle Finanzierungsformen vorgestellt:

Quelle: https://www.cicero.oslo.no/en/posts/single/cicero-shades-of-green 2015

Wirklich neu am Vorschlag von BlackRock ist 1. Die Differenzierung innerhalb von (CBI-) zertifizierten Green Bonds mit 2. dem Bezug auf das Klimaabkommen von Paris bzw. die für den Klimaschutz notwendige De-Karbonisierung. Und damit gilt:

Der (CO2-)Pfad ist das Ziel

CO2 steht hier vulgo für Treibhausgase, die als CO2-Äquivalente gemessen werden. Bei BlackRock gelten lediglich solche Anleihen als „dunkelgrün“, die der Welt auf den wissenschaftlich notwendigen CO2-Pfad mit einer Neutralität ab dem Jahr 2050 führen. als „mittelgrün“ gelten dagegen solche Bonds, die zwar zu einer Reduzierung der Emissionen beitragen, aber noch nicht auf einen Pfad unterhalb von 2° Erderwärmung führen.

Die Pfadorientierung zeichnet sich neben der Agenda 2030 mit ihren 17 Problemfeldern (SDGs) als neuer Konsensus für die Bestimmung ökologischer Nachhaltigkeit ab. Auch die von der der technischen Expertengruppe der EU vorgeschlagenen Benchmarks für alle Anlageklassen mit Ausnahme einiger Derivate orientieren sich an vergleichbaren Kategorien bzw. am Klimaschutzabkommen von Paris: „Paris-aligned“ entspricht „dunkelgrün“, „climate-transition“ mittelgrün (mit Erwärmungspfaden von 1,5° bwz. 2°).

Die EU-Experten haben zusätzlich eine Benchmark für die Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsindikatoren vorgeschlagen. Diese ist aber als „Mindeststandard ESG“ formuliert. Die vorgeschlagenen Kriterien sind eine Mischung aus qualitativen und quantitativen Kriterien sowie aggregierten und Rohdaten.

Eigene Untersuchungen und die nachstehende Grafik von BlackRock legen zudem nahe, dass die klassischen „ESG-Daten“ bzw. -Scores nur sehr schwach mit den Klimapfaden korreliert sind. Je enger das Marktsegment ist, desto geringer erscheint der Zusammenhang:

2019-11-26 BlackRock1

Bei kleinen U.S.-Unternehmen ergibt sich sogar eine negative Korrelation. Dies kann u.a. darauf beruhen, dass in diesem Segment auch viele umwelttechnische Pioniere tätig sind, die selbst für ihre Produktion zunächst eine hohe CO2-Intensität aufweisen (müssen).

Einige Unternehmen haben in ihren Entscheidung bereits auf  gewandelten Blick auf Unternehmen bzw. ihre Finanzierungsinstrument ohne ausdrücklichen Bezug auf die erwähnte Systematik oder gar so etwas wie einer offiziellen „Taxonomie“ vorweggenommen. Nachstehend einige Beispiele:

Klimastrategie Europäische Investitionsbank (EIB)

Die Europäische Investitionsbank EIB gab am 14.11.2019 ihre neue Finanzierungsstrategie für den Klimaschutz mit den folgenden Eckpunkten bekannt:

  • Keine neuen Finanzierungen für Projekte mit fossilen Energieträgern nach 2021
  • Finanzierungen sollen künftig Innovationen für saubere Energie, Energieeffizienz und erneuerbare Energien vorantreiben
  • EIB-Gruppe will bis 2030 Investitionen von 1 Billion Euro in Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit mobilisieren
  • Alle Finanzierungsaktivitäten der EIB-Gruppe werden bis 2020 auf die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens ausgerichtet

Die Bank stellt am Schluss ihrer Pressemitteilung fest: „Zwei Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Madrid senden wir ein wichtiges Signal an die Welt: Die Europäische Union und ihre Bank – die EIB – werden in beispiellosem Umfang Geld für Klimaschutzprojekte in der ganzen Welt mobilisieren. Außerdem setzen wir alles daran, dass ab Ende 2020 alle unsere Finanzierungen mit den Zielen und Grundsätzen des Pariser Abkommens in Einklang stehen. Wie in Paris vereinbart, muss jede Finanzierung, die noch nicht grün ist, grün werden.“

Lanxess will Treibhausgase bis 2030 halbieren, bis 2040 neutralisieren

Der Kölner Spezialchemie-Konzern LANXESS kommunizierte am 13.11.2019 ein ambitioniertes Programm zur Reduktion von Treibhausgasen: Bis zum Jahr 2030 soll der Ausstoß von Treibhausgasen von derzeit 3,2 Mio. Tonnen CO2e halbiert, bis 2040 sogar komplett neutralisiert werden. Ein erster großer Schritt wird durch die Zersetzung von Lachgasen erreicht, die gegenüber CO2 eine weitaus höheres Äquivalent als Treibhausgas haben (Pressemitteilung vom 13.11.2019).

Bereits im Mai 2019 hatte Bosch für das Jahr 2020 eine (kompensierte) Klimaneutralität und weitere qualitativen Verbesserungen bis 2030 avisiert (vgl. Nummer Einundsiebzig).

easyJet kompensiert die Treibhausgase

Am 19.11.2019 kündigte die britische Fluggesellschaft easyJet an, zukünftig sämtliche Treibhausgasemissionen zu kompensieren und weiterhin an einer Reduzierung des Ausstosses zu arbeiten (Pressemitteilung 19.11.2019). Die Kompensation soll über u.a. über direkte und indirekte Waldschutzprogramme erfolgen. Hierzu zählt z.B. auch die Sicherstellung von sauberem Trinkwasser in Uganda.

Nach eigenen Angaben konnte der Ausstoß pro Passagierkilometer seit dem Jahr 2000 um rund 1/3 gesenkt werden. Auch für das laufende Geschäftsjahr 2019 wurde eine Senkung des Ausstoßes pro Passagierkilometer berichtet.

Nachhaltigkeit in der Finanzierung wächst stark

Der Markt für Green Bonds hat mit Neuemissionen von bisher USD 223 Mrd. die Erwartungen von USD 250 Mrd. für das Gesamtjahr 2019 bereits nahezu erreicht. (vgl. https://www.climatebonds.net/).

Ein sehr dynamisches Wachstum ist für den Gesamtmarkt festzustellen. Besonders dynamisch entwickeln sich bei denen die Verzinsung an Fortschritte bei vereinbarten Nachhaltigkeitskriterien gebunden sind (gelb, Sustainability-linked loans). Das Volumen dieser Kredite hat sich im laufenden Jahr bereits einen Zuwachs von mehr als 200% auf über USD 120 Mrd. zu verzeichnen. Gemäß Bloomberg wurde im laufenden Jahr die Marke von USD 1 Bio. für nachhaltige Refinanzierungsformen überschritten:

Zuletzt wurde in den Medien einen an  Nachhaltigkeitskriterien gebundenen Kredit von € 50 Mrd. für den Modekonzern Prada prominent berichtet. Als Kriterien sind hier mit dem Kreditgeber (Crédit Agricole) u.a. LEED Gold-/Platin-Standards für Geschäfte, Ausbildungs- und Arbeitsstunden sowie die Verwendung bestimmter recycelter Materialien vereinbart worden.

Nachlese Transactions 19

Mit der Transactions 19 wagten sich die Veranstalter von Payment & Banking an ein neues, deutlich größeres Veranstaltungsformat. Und es ist tatsächlich gelungen, auch mit knapp 500 Teilnehmenden noch den Austausch „auf Augenhöhe“ zu erhalten – Kompliment!

Ein weiteres Kompliment für das Veranstaltungsprogramm: Die „Flughöhe“ lag abwechselnd in den Tiefen des Alltags und weit über dem Tellerrand von „Brot und Butter“. Vor allem die Ausführungen von Gunther Dueck, Tijen Onaran, Christoph Bornschein und Sascha Lobo boten in dieser zeitlichen Reihenfolge viele provokante Ansätze die Dinge auch einmal aus ganz anderer Perspektive zu betrachten. Gerade dies würde Vielen in der deutschen Finanzwirtschaft einmal gut tun, um nicht in irgendeiner nicht zu fernen Zukunft die eigene „Irrelevanz“ feststellen zu müssen.

Tatsächlich fanden sich auch unerwartet viele Anknüpfungspunkte an das Kernthema in diesem Blog. So auf einer Folie von Christoph Bornschein mit den Symbolen für die 17 Problemfelder der Agenda 2030 (siehe Titelfoto):

2019-11-19 Bornscheidt

Und schliesslich auch zum Ende der Veranstaltung bei der Ehrung der „FinTech des Jahres 2019“. Nachhaltigkeit ist das Kernthema von Tomorrow mit dem Publikumspreis für den „Newcomer des Jahres“.

2019-11-19 TRX19 Tomorrow

Foto: Ralf Breuer

Zum Nachlesen gibt es einen Veranstaltungsrückblick bei Payment & Banking sowie einen während der Veranstaltung entstandenen Liveblog Transactions 19. Wahrscheinlich werden wohl noch Podcast-Formate folgen.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neue Termin: 13.12.2019 und 6.3.2020 jeweils 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

In eigener Sache

Neues Format: Workshops „In-Trends Nachhaltigkeit“

Kaum gewöhnt hat sich die „Finanzwelt“ an die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in nahezu allen Geschäftsbereichen gewöhnt, schon weisen Trends innerthematisch auf eine veränderte Ausrichtung hin: Weg vom „Rückblick“ auf verschiedene Kriterien (ESG) hin zur zukünftigen Entwicklung, insbesondere auch auf die Veränderungen des Pfads der verursachten Treibhausgase. – Stoff für einen interessanten Workshop von zwei bis drei Stunden bei Ihnen im Hause? Termin + Preis auf Anfrage gerne!.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

2019-04-12_FFF BN1

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Einundachtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtzig: 3. Sustainable Finance Gipfel

 

 

2019-09-30 Coral-Card_4-min

Titelbild/Bild: Kartenmaterial aus recycelten Kunststoffen aus dem Meer https://www.cpicardgroup.com/ocean-plastic/

Inhalt:  Vorneweg; 3. Sustainable Finance Gipfel; Börse London zum nachhaltigen Anleihemarkt; BlackRock: Fonds „Kreislaufwirtschaft“; Wald im Fokus von Investments; Stellungnahme zu Libra beim U.S. Repräsentantenhaus; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, Fintech Week Hamburg, comdirect Finanzbarcamp mit finanzblog award, VÖB BarCamp; Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020; In eigener Sache:  Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

23. Oktober 2019

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Als Titelbild sehen Sie eine Kreditkarte, deren Material aus Plastikabfällen aus dem Meer. Für die Karten werden aber immer noch Chips mit hochwertigen Rohstoffen und Magnetstreifen verwendet. M.E. aber besser als die Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen, die in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln gewonnen werden. Wer sich intensiv mit Nachhaltigkeit beschäftigt, stößt immer wieder auf derartige Themen (z.B. Karte bio, alles gut? – Leider nicht…Nummer Neunundsiebzig).

Die Vermeidung fossiler Rohstoffe ist grundsätzlich zu begrüßen, oft geht es aber immer noch ein stückweit besser. So bei dem neuen Bioplastik EcoFLEXY des dänischen Herstellers Cellugy, das als Verpackungsmaterial komplett aus pflanzlichen Abfällen gewonnen wird. Ein aufschlussreicher Artikel findet sich auf reset.org.

3. Sustainable Finance Gipfel Deutschland

Am 16.10.2019 fand in Frankfurt/Main der dritte deutsche „Sustainable Finance Gipfel“ mit rund 350 Teilnehmern statt. Mit Ausnahme der Eingangsansprachen von Staatssekretär Dr. Kukies und dem hessischen Wirtschaftsminister Al-Wazir war die Veranstaltung arm an prominenten Vertretern von Politik und Finanzwirtschaft. Hervorzuheben sind allerdings die sehr klaren Worte von Frank Pierschel, Leiter des Referats Internationale Bankenaufsicht bei der BaFin: Der Finanzaufsicht ist es sehr ernst mit dem Blick auf Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsrisiken, wie im derzeit konsultierten „Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken“ ausgeführt – vgl. Nummer Neunundsiebzig.

Der Gipfel hatte kaum Höhepunkte, aber eine sachliche, konstruktive Arbeitsatmosphäre.

  • Herr Kukies, Staatsekretär im BMF, unterstrich erneut die großen Ambitionen, die aber immer noch nicht mit großen Taten belegt sind
  • Der 38köpfige Beirat „SustainableFinance“ berichtete über seine Arbeit, die erfreulicherweise nicht in Ambitionen, sondern sich in konkreten, in Sache diskutierten Arbeitsansätzen bzw. Thesen mündete. Hierzu gab sich in thematisch fokussierten Veranstaltungen einen regen Austausch
  • Herr Pierschel, Chief Officer Sustainable Finance und Leiter des Referats Bankenaufsicht International der BaFin, referierte „kurz und knackig“ zum Merkblatt „Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin. Er unterstrich, wie ernst es den Aufsehern nicht nur mit den Risiken, sondern auch mit einem Positivverständnis von Nachhaltigkeit ist

Leider erreichte die „Botschaft“ von Herrn Pierschel stellvertretend für die BaFin nur eine kleine Handvoll von Geschäftsleitern der deutschen Finanzwirtschaft. Das derzeit konsultierte Merkblatt ‚Nachhaltigkeitsrisiken‘ liegt zwischenzeitlich auch in englischer Fassung den verschiedenen europäischen Finanzaufsichtsbehörden vor.

Im Vorfeld des Gipfels wurden über die Börsenzeitung Beschwerden über eine mangelnde Einbeziehung der deutschen Kreditwirtschaft laut. In Anbetracht der breiten Besetzung des von der Bundesregierung eingesetzten Beirats „Sustainable Finance“ mit 38 Mitgliedern und allen Bankenverbänden als Beobachter kaum nachvollziehbar: Liste Beirat Sustainable Finance.

Börse London zum nachhaltigen Anleihemarkt

Am 11.10.2019 publizierte die London Stock Exchange Group ein Faktenpapier zum Markt für nachhaltige Anleihen. Darin werden die Zulassungskriterien für das Segment beschrieben. Neben der auf die Mittelverwendung bezogenen Zertifizierung werden auch emittentenorientierte Kriterien dargestellt. Diese orientieren sich an der „Green Economy Mark“ der LSE (50% „grüne“ Umsätze) bzw. dem Index „FTSE Russell Green Revenues“, der Unternehmen identifiziert, die zu einer „grüneren“ bzw. nachhaltigeren Entwicklung beitragen. Die fünf Textseiten bieten einen interessanten Überblick, wie ein nachhaltiges Börsensegment ausgestaltet werden kann: Factsheet Sustainable Bond Market (SBM)

BlackRock: Fonds „Kreislaufwirtschaft“

Gemeinsam mit der Ellen McArthur Foundation kreiert BlackRock einen Fonds zur Förderung der Kreislaufwirtschaft. Der Fonds will 80% seines Vermögens in Eigenkapitalanteile von Unternehmen weltweit investieren, die bei der Förderung der Kreislaufwirtschaft eine aktive Rolle spielen. Aktuell (23.10.2019) hat der Fonds Mittel in der Höhe von knapp USD 21 Mio. Details zum Fonds: BGF Circular Economy

Wald im Fokus von Investments

Nicht nur Regenwälder, sondern auch Wälder im allgemeinen stehen immer mehr im Fokus von Investoren. Der Working Forest Fund in den Vereinigten Staaten kombiniert öffentliche und private Mittel für den Ankauf gefährdeter heimischer Wälder. Der hinter dem Fonds stehende „Conservation Fund“ hat nunmehr einen „Green Bond“ über USD 150 Mio. platziert, um die Finanzierungsgrundlage des Fonds weiter zu verbreiten. Nach dem „Rhino-Bond“ über USD 50 Mio, eine weitere Anleihe zur Finanzierung von Maßnahmen für den Naturschutz: Conservation Fund Green BondBloomberg 4.10.2019

Bei Forest Finance (gesponserter Link) aus Bonn können private Anleger in mittelamerikanische Regenwälder investieren. Die Wälder selbst werden wiederum als Nutzwälder mit nachhaltig ausgerichteten Nutzungen betrieben. Mit Rest in Trees wird durch den Waldfriedhof Hümmel auch der Schutz eines heimischen Urwalds in der Eifel angeboten.

Stellungnahme zu Libra beim U.S. Repräsentantenhaus

Am 23.10.2019 nahm Mark Zuckerberg vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen zu Libra Stellung. Wichtig für das Verständnis des Projektes ist die Zielsetzung, mehr als einer Milliarde Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen zu verschaffen. Gleichzeitig sollen die Transaktionskosten für internationale Zahlungen gesenkt werden, für die aktuell exzessive Margen vor allem zu Lasten Ärmerer belastet werden. Die Senkung dieser Margen ist ein Ausdrückliches Ziel der Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen: SDG 10.C

Zuckerberg thematisiert in seiner Stellungnahme die herrschenden Bedenken gegenüber dem Libra-Projekt. Und er stellt fest, das Projekt nur mit der Rückendeckung der U.S. Finanzaufsicht weiterzuführen (S. )

Mehr zu Libra: Nummer Siebenundsiebzig

Die vollständige Stellungnahme vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen am 23.10.2019: Testimony of Mark Zuckerberg Founder, Chairman and Chief Executive Officer, Facebook

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neue Termin: 13.12.2019 und 6.3.2020 jeweils 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Fintech Week, 4.-9.11.2019 in Hamburg

Das Besondere an der Fintech Week: Die Woche wird nicht von einem Veranstalter ausgerichtet, sondern von mehr als zwei Dutzend Veranstaltern, darunter Banken, Startups, Kanzleien und Beratungen, die alle ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Branche mitbringen und vermitteln. Über den Tellerrand schauen, ist quasi Teil der DNA. Programm

Die Woche schließt mit dem comdirect Finanzbarcamp. U.a. treffen sich hier viele sonst eher virtuell vernetzte Menschen im Umfeld von Geldanlage und Digitalisierung. Insbesondere ist auch ein großer Teil der deutschen Finanzblogs vertreten, an deren Kreis zum Ende der Veranstaltung der comdirect Finanzblogaward 2019 vergeben wird. Auch Investabel® steht hier neben 71 anderen deutschsprachigen Blogs zur (Publikums-)Wahl: 72 Deutschsprachige Finanzblogs nominiert.

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Zertifikatslehrgang „Sustainable Finance Manager“ ab März 2020

Die Academy of Finance der VöB-Service GmbH bietet ab März 2020 den Zertifikatslehrgang Sustainable Finance Manager als anerkannten Qualifizierungsnachweis an. In diesem Lehrgang sollen Kompetenzen in Sachen Nachhaltigkeit umfassend aufgebaut werden, um diese anschließend im eigenen Hause in der Praxis umsetzen zu können.

Der Lehrgang ist in der Form eines Blended-Learnings gestaltet und setzt sich aus einem Präsenz-Workshop, drei E-Learning-Modulen sowie einer Online-Abschlussprüfung zusammen.

Mehr Informationen und Buchungen: VÖB-Service GmbH Academy of Finance

In eigener Sache

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

2019-04-12_FFF BN1

 

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Achtzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Neunundsiebzig

 

2019-09-24 BaFin Merkblatt Nachhaltigkeitsrisiken Titel

Titelbild/Bild: Titel Konsultationsfassung „Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin

Inhalt:  Klimaschutzpaket – Annahme verweigert; BaFin Merkblatt Nachhaltigkeit;  EU Aktionsplan – Taxonomie verzögert + verwässert?; Die Rendite von Nachhaltigkeit Bloomberg Good Business; Reuse/repair/recycle – RETHINK; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, Fintech Week Hamburg, comdirect Finanzbarcamp mit finanzblog award, VÖB BarCamp; In eigener Sache: comdirect finanzblog award 2019; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

1. Oktober 2019

Dr. Ralf Breuer

Klimaschutzpaket – Annahme verweigert

Am 20.9.2019 veröffentlichte die Bundesregierung das sogenannte „Klimaschutzpaket“. Am gleichen Tag erschien die nachstehende Grafik im ARD Morgenmagazin nach der eine Mehrheit der Befragten dem Klimaschutz Vorrang vor Wirtschaftswachstum einräumen würde.

2019-09-20 ARD Deutschlandtrend Klimaschutz

Quelle: Twitter/Infratest dimap für ARD-Morgenmagazin 20.9.2019

Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen fanden überwiegend keine wohlwollende Aufnahme. Vielmehr wurden sie überwiegend als „zu gering/zu langsam“ kritisiert. In den sozialen Medien wurden die Kommentare vielfach mit dem Stichwort „NotMyKlimaPaket“ gekennzeichnet. Symptomatisch und sehr bezeichnend war die Aussage von Prof. Edenhofer, der die Bundesregierung im Vorfeld der Beschlüsse beriet:

„Es mag sein, dass sich die Politik in der Kunst des Möglichen geübt hat. Aber sie hat es nicht verstanden, das Notwendige möglich zu machen“, sagt Ottmar Edenhofer

Entsprechend häufig werden die Maßnahmen in der Bevölkerung als nicht weitreichend genug angesehen, wie die nachfolgende Umfrage wiedergibt:

2019-09-30

Quelle: https://www.zdf.de/politik/politbarometer

BaFin Merkblatt Nachhaltigkeit

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) leitete am 24.9. bis zum 3.11.19 24h Konsultationen zu ihrem Merkblatt „Nachhaltigkeitsrisiken“ ein. Es wird keine eigene Risikokategorie gebildet, sondern umfassend auf die Auswirkungen von Klimawandel und anderen Nachhaltigkeitsfaktoren (ESG) auf die bestehenden Risikoarten abgezielt.

Aufgrund der Anlage des Merkblattes erscheint eine grundlegende Überarbeitung im Anschluss an den Konsultationsprozess eher unwahrscheinlich. Die BaFin orientiert sich an grundlegenden Fakten, die wenig aufgeweicht oder angezweifelt werden können.

Das „Merkblatt“ mit seinen 33 Seiten kann kaum zusammengefasst, sondern eher zur Gesamtlektüre empfohlen werden.

Zentrale Aussagen:

„Die BaFin erachtet eine strategische Befassung mit Nachhaltigkeitsrisiken und eine entsprechende Umsetzung in den von ihr beaufsichtigten Unternehmen für erforderlich. Dabei ist die Gesamtverantwortung der Geschäftsleitung für die Geschäfts- und Risikostrategie und deren Kommunikation und Umsetzung im Unternehmen sowie eine den Risiken angemessene Geschäftsorganisation mit Verantwortlichkeiten, Prozessen, Ressourcen und Funktionen herauszustellen.“

(S. 6)

„Die BaFin nimmt die aus dem Klimawandel resultierenden Risiken ernst, die daraus resultierenden Schäden könnten sich bei Fortschreibung der gegenwärtigen Entwicklung nach jüngeren Modellrechnungen auf weltweit bis zu US$ 550 Billionen summieren. Darum hält die BaFin insbesondere die von ihr beaufsichtigten Unternehmen dazu an, diese Risiken noch stärker in den Fokus zu nehmen. Nachhaltigkeit darf sich aber nicht in Klimafragen erschöpfen; auch andere ökologische und soziale Trends können gravierende Finanzrisiken für beaufsichtigte Unternehmen darstellen.“ (S. 9)

Vorbildfunktion der Geschäftsleitungen: „Die Geschäftsleitung sollte mit gutem Beispiel vorangehen und so möglichen Reputationsrisiken frühzeitig vorbeugen. Mögliche Leitfragen: Sind die vorhandenen Vergütungssysteme einem angemessenen Management der Nachhaltigkeitsrisiken zuträglich und stehen im Falle einer konkreten Nachhaltigkeitsstrategie mit dieser in Einklang? Wie kann der langfristige Erfolg des Unternehmens einschließlich der Akzeptanz bei Kunden und Mitarbeitern im Hinblick auf den gewissenhaften Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken und den etwaigen negativen Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit auf Nachhaltigkeitsfaktoren sichergestellt werden?“ (S. 18)

Das Merkblatt wiederholt damit die starken Aufforderungen des Direktoriums in den BaFin Perspektiven Ende April 2019 sowie bei der Tagung am 9.5.2019 in Berlin und formuliert Nachhaltigkeit als Richtschnur für die geschäftspolitische Ausrichtung des Finanzsektors.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Handhabung von Nachhaltigkeit(-sprozessen) in weiten Teilen der Finanzwirtschaft ist das Merkblatt eher als ein großes Pflichtenheft zur Überprüfung der eigenen Organisation und Prozesse zu verstehen. Hinzu kommt die deutliche Aufforderung, unternehmerisch auch geschäftspolitischen Chancen der Nachhaltigkeit zu prüfen.

Den Link zur Seite der BaFin und dem Original-Merkblatt finden Sie hier

Insbesondere Klimarisiken werden von den globalen Finanzaufsehern als starke Bedrohung der Finanzmarktstabilität angesehen. Neben der Deutschen Bundesbank werden auch die britische und die chinesische Zentralbank als starke Treiber weltweiter Initiativen angesehen (vgl. z.B. Jill Ward auf Bloomberg am 24.9.2019: Scared Central Banks Face Up to Threats From Climate Change).

EU Aktionsplan: Die „Taxonomie“ im Europäischen Rat

…verzögert!

Der EU Aktionsplan „Financing Sustainable Growth“ wurde im März 2018 mit einer geradezu atemberaubenden Geschwindigkeit vorangetrieben. Im Juni 2019 legte eine „Technische Expertengruppe“ (TEG) auf 414 Seiten einen Vorschlag für die Klassifizierung nachhaltiger Finanzinstrumente vor. Allerdings konzentrierte sich der Vorschlag (zunächst) ausschließlich auf ökologische Aspekte.

Nunmehr hat der „Europäische Rat“ als Gremium der Staats- und Regierungschefs eine Verschiebung der Anwendung der Taxonomie von Mitte 2020 auf Ende 2022 angeregt. Begründung hierfür ist die Notwendigkeit der Entwicklung von Methoden zur praktischen Messung bei den einzelnen Instrumenten.

Eine Verzögerung wird in Expertenkreisen sehr kontrovers diskutiert: Einerseits wird die Dringlichkeit der Bekämpfung des Klimawandels betont. Andererseits wird die Notwendigkeit einer technischen Umsetzung z.B. durch die Gewinnung und Aufbereitung von relevanten Daten als Motivation begrüßt.

…verwässert?

Die Ratsbeschlüsse legen nahe, das unter Umständen auch die nukleare und die fossile Energieerzeugung als grün(er) in die Taxonomie eingehen könnten. Beides hatten die Europäische Kommission und das Europäische Parlament kategorisch ausgeschlossen.

Originalquellen: Pressemitteilung Europäischer Rat 25.9.2019 (EN)

Die Rendite von Nachhaltigkeit

Einen sehr aufwühlenden Bericht legte die „Global Commission on Adaption“ https://gca.org/global-commission-on-adaptation/about-us vor, die am 18.10.2018 gebildet wurde. Dieses in Deutschland relativ wenig bekannte Gremium wird vom früheren UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sowie Bill Gates und der World Bank CEO Kristalina Georgieva geführt. In der am 13.9.2019 erschienen Studie ADAPT NOW: A GLOBAL CALL FOR LEADERSHIP ON CLIMATE RESILIENCE.

Eine Kernaussage der Studie besteht darin, dass sie Investitionen von USD 1,8 Bio. im Zeitraum 2020 bis 2030 in die Bereiche Frühwarnsysteme, klimaresistente Infrastruktur, Verbesserungen der Getreideproduktion, Schutz von Mangrovenwäldern und eine Stabilisierung von Wasserreserven empfiehlt. Für diese Investitionen wird wiederum mit USD 7,1 Bio. Nutzen eine beträchtliche Rendite prognostieziert. Zusätzlich wird davon ausgegangen, dass ohne Maßnahmen jährliche Belastungen im dreistelligen USD-Mrd. Bereich entstehen können.

UN Prinzipien für verantwortungsvolles Bankgeschäft

2019-09-23 Signatories Principles of Responsible Banking

Quelle: https://www.unepfi.org/banking/bankingprinciples/signatories/

Im Rahmen der UN-Vollversammlung am 22. und 23.9.2019 haben 130 Banken aus 49 Staaten die „Principles of Responsible Banking“ unterzeichnet. Die sechs Prinzipien bilden eine Art „Ehrenkodex“ für den Umgang mit Anteilseignern, Mitarbeitern und der Gesellschaft. Ein Beitritt ist nur mit Unterschrift des Vorstandssprechers/-vorsitzenden bzw. CEO möglich, der die Führung und damit das Gesamtunternehmen auf die Prinzipien verpflichtet. Einzelheiten (EN): UNEP Finance Initiative.

Unter den 130 Unterzeichnern sind allerdings nur drei der 10 größten Banken weltweit. Aus Deutschland haben sich Commerzbank und Deutsche Bank auf die Prinzipien verpflichtet, leider fehlen die beiden großen Finanzverbünde.

 

Reuse/repair/recycle – RETHINK!

Manchmal währt die Faszination nicht lange. Sicherlich eine nette Verwendung benutzter Nespresso-Kapseln, wenn aus ihnen ein Fahrradrahmen gebaut wird:

2019-09-30 Nespresso Velosophy

Quelle: https://velosophy.cc/product/recycle/

Immerhin verwandelt sich damit Müll zusammen mit weiteren in ein € 1.250 teures Fahrrad. Allerdings was mache ich, wenn ich keine Kapseln nutze und lieber meinen verpackungslosen Kaffeesatz zu Kompost oder anderen naturnahen Dingen sehe?

Dann käme vielleicht noch eine Kreditkarte aus nachwachsenden Rohstoffen in Frage? Oder vielleicht dann doch lieber aus Plastikabfällen aus dem Ozean- leider nur für die Karte und noch nicht auch für die Chips verwendet:

2019-09-30 Coral-Card_4-min

https://www.cpicardgroup.com/ocean-plastic/

Eine Alternative wäre eventuell auch eine virtuelle Karte auf dem Smartphone (a la AppleCard), wenn das Gerät „eh da“ ist – ginge dann ganz ohne physische Produktion und vor allem auch ohne „seltene Erden“ für den Chip…

Jedenfalls sind diese Zeilen mit dem Gedanken verbunden, vor den Bekannten Dreiklang von „reuse/repair/recyle“ noch ein „RETHINK“ zu setzen, ob sich Dinge nicht auch vollkommen „dematerialisieren“ lassen

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neue Termin: 13.12.2019 und 6.3.2020 jeweils 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Fintech Week, 4.-9.11.2019 in Hamburg

Das Besondere an der Fintech Week: Die Woche wird nicht von einem Veranstalter ausgerichtet, sondern von mehr als zwei Dutzend Veranstaltern, darunter Banken, Startups, Kanzleien und Beratungen, die alle ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Branche mitbringen und vermitteln. Über den Tellerrand schauen, ist quasi Teil der DNA. Programm

Die Woche schließt mit dem comdirect Finanzbarcamp. U.a. treffen sich hier viele sonst eher virtuell vernetzte Menschen im Umfeld von Geldanlage und Digitalisierung. Insbesondere ist auch ein großer Teil der deutschen Finanzblogs vertreten, an deren Kreis zum Ende der Veranstaltung der comdirect Finanzblogaward 2019 vergeben wird. Auch Investabel® steht hier neben 71 anderen deutschsprachigen Blogs zur (Publikums-)Wahl: 72 Deutschsprachige Finanzblogs nominiert.

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

comdirect finanzblog award 2019

Neben 71 weiteren deutschsprachigen Blogs steht Investabel® auf der Liste zur Abstimmung des Publikums beim diesjährigen „comdirect finanzblog award“. Trotz der mittlerweile unübersehbaren Trends zu Nachhaltigkeit bzw. mehr Klimaschutz hat nur ein sehr kleiner Teil der Portale diese Themen aufgegriffen. Natürlich treten einige der genannten Blogs mit einer großen Fangemeinde (z.B. finanz-szene.de) und/oder viel Autorenpower (z.B. www.paymentandbanking.de), aber da zählt zunächst einmal der „olymische Gedanke“ und die Perspektive fruchtbarer Kontakte und Gespräche beim comdirect Finanzbarcamp 2019, in dessen Anschluss die Awards vergeben werden.

In jedem Falle bietet die Nominierungsliste einen interessanten Überblick der aktuellen deutschsprachigen Finanzbloggerszene. Zu der Übersicht der benannten Blogs und der Abstimmungsmöglichkeit geht es hier.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

2019-04-12_FFF BN1

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Neunundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Achtundsiebzig

2019-07-30 SDG Segel Malizia II

Titelbild/Bild: Malizia II via Twitter

Inhalt:  Vorneweg: Eine Seefahrt… EU-Aktionsplan – Zu eng, zu strikt? SNCF Reseau – für 100 Jahre „grün“ verschuldet; Neuer Standard für „grüne Pfandbriefe“; Business Roundtable: Unternehmensziel neu formuliert; Ein Vorschlag für die Berichterstattung zu den SDGs; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, Fintech Week Hamburg, comdirect Finanzbarcamp mit finanzblog award, VÖB BarCamp In eigener Sache: comdirect finanzblog award 2019; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

27. August 2019, ergänzt 2.9.2019 (Termine)

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg: Eine Seefahrt…

Wohl selten hat eine Reise für so viel Aufsehen gesorgt wie die von Greta Thunberg an Bord der „Malizia II“. Sie wird spätestens im Verlauf des 28.8. in New York City eintreffen und im Herzen von Manhattan unterhalb des „World Trade Center“ festmachen. Der mediale Aufmerksamkeitswert war extrem hoch und hatte zumindest den Effekt, dass sich noch einmal mehr Menschen mit dem Thema Klimawandel beschäftigt haben.

EU-Aktionsplan – Zu eng, zu strikt?

Im Blog wurden bereits einige Kritikpunkte am EU-Aktionsplan „Sustainable Finance“ formuliert. Besonders die enge ökologische Ausrichtung der sogenannten „Taxonomie“ als Versuch einer Klassifizierung nachhaltiger Finanzinstrumente irritiert (vgl. z.B. What goes wrong with #SustainableFinanceEU?). Natürlich sind Klimarisiken eine neues Fokusthema, auch für die Finanzaufsicht (Klimarisiken + Nachhaltigkeit – Neue Fokusthemen in der Finanzwirtschaft), aber eben nur ein Thema der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, an deren 17 Zielen/Problemfeldern sich Nachhaltigkeit m.E. ausrichten sollten.

Wie stringent die Vorschläge der EU-Expertengruppe gefasst sind, zeigt sich auch anhand einer Auswertung von MSCI, wonach nur 17% der im Barclays MSCI Green Bond Index enthaltenen Anleihen den vorgeschlagenen „EU Green Bond Standard“ erfüllen (Leider keine Originalquelle sonder via environmental-finance.com/HSBC Deutschland per Mail). Zwar ist der EU-Standard freiwillig, es stellt sich aber die Frage, ob eine derart starke Abweichung vom etablierten „Green Bond Standard“ wünschenswert ist. Für eine Gegenüberstellung vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundsiebzig.

SNCF Reseau – für 100 Jahre „grün“ verschuldet

SNCF Reseau (EN) ist die Infrastrukturgesellschaft der französischen Eisenbahn. Sie ist für die technische Infrastruktur, u.a. Schienennetz und Bahnhöfe verantwortlich. Insgesamt hat sie bereits € 5,4 Mrd. ihrer Schulden mit ökologischen Konzepten als „Green Bonds“ zertifizieren lassen. Allein im laufenden Jahr 2019 platzierte sie € 2,8 Mrd. in diesem Rahmen.

vignette-focus-media.jpg

Foto: SNCF Reseau/Cartes Postales France

Mit einer Privatplatzierung über € 100 Mio bei 1,425% p.a. erschloss die Gesellschaft nunmehr einen ungewohnten Laufzeitrahmen von 100 Jahren. Bisher lagen die Rekordwerte bei 60 Jahren für Verbindlichkeiten jeweils eines deutschen (EnBW) und portugiesischen (EdP) Energieunternehmens: SNCF Réseau launches world’s first 100-year green bond.

Neuer Standard für „grüne Pfandbriefe“

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) veröffentlichte am 21.8.2019 einen Mindeststandard für „grüne Hypothekenpfandbriefe“. Er soll „…dem Markt für Grüne Pfandbriefe weiteren Schub verleihen und eine sinnvolle Orientierungshilfe für aktive wie potenzielle Emittenten sowie interessierte Investoren bieten.“ Die beteiligten „Banken verpflichten sich zu hohem Maß an Transparenz und Nachweis über Beitrag zum Klimaschutz“.

Der Standard wird vor allem institutionellen Investoren den Übergang auf nachhaltige(re) Anlagestrategien erleichtern. Der Standard wurde mit dem europäischen Projekt der „Energy Efficient Mortgage Initiative“ des Europäischen Hypothekenverbandes/ECBC“ verknüpft, so dass keine Widersprüche auftreten sollten. Mehr Informationen und Download des Standards auf der Internetseite des vdp.

Business Roundtable: Unternehmensziel neu formuliert

Selten waren so viele Missverständnisse zu einem einseitigen (!) Papier zu lesen. 181 us-amerikanische Unternehmensvorstände haben den „Zweck eines Unternehmens“ neu gefasst: Statement on the Purpose of a Corporation. Faktisch hat die Erklärung den „Unternehmenszweck“ wieder von der kurzfristigen Aktionärssicht wieder auf die langfristige Sicht, d.h. die Sicherstellung der langfristigen Existenz erweitert. Keineswegs handelt es sich um eine Abkehr von Aktionärsinteressen, sondern deren Arrondierung um die umgebenden Interessen, der sogenannten „Stakeholder“ bei Kunden, Arbeitnehmern, Gemeinschaften und der Gesellschaft.

Kernaussage:

Generating long-term value for shareholders, who provide the capital that allows companies to invest, grow and innovate. We are committed to transparency and effective engagement with shareholders.“

Ein Vorschlag für die Berichterstattung zu den SDGs

Eine Gruppe von angelsächsischen Vereinigungen hat ein Diskussionspapier für eine Unternehmensberichterstattung über die SDGs, die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN vorgelegt. Das Diskussionspapier orientiert sich in einer wohltuenden Knappheit (26 Seiten) und Klarheit am Grundsatz der Wesentlichkeit für berichtenden Unternehmen. Und hier treffen die Autoren einen sehr wichtigen Punkt: Die Reflexion von Unternehmen ihrer eigenen aktuellen und zukünftigen Relevanz in ihrem jeweiligen Kontext. Wie schon an anderer Stelle formuliert: Die SDGs helfen gerade kleineren und regionalen Unternehmen auch die eigene Strategie zukunftsweisend weiter zu entwickeln. „Recommendations for SDG disclosures: A consultation paper
Have your say on SDG Disclosures, August 2019“: Download (EN).

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik

Neue Termin: 13.12.2019 und 6.3.2020 jeweils 10 – 11:30h

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Fintech Week, 4.-9.11.2019 in Hamburg

Das Besondere an der Fintech Week: Die Woche wird nicht von einem Veranstalter ausgerichtet, sondern von mehr als zwei Dutzend Veranstaltern, darunter Banken, Startups, Kanzleien und Beratungen, die alle ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Branche mitbringen und vermitteln. Über den Tellerrand schauen, ist quasi Teil der DNA. Programm

Die Woche schließt mit dem comdirect Finanzbarcamp. U.a. treffen sich hier viele sonst eher virtuell vernetzte Menschen im Umfeld von Geldanlage und Digitalisierung. Insbesondere ist auch ein großer Teil der deutschen Finanzblogs vertreten, an deren Kreis zum Ende der Veranstaltung der comdirect Finanzblogaward 2019 vergeben wird.

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

comdirect finanzblog award 2019

Neben 71 weiteren deutschsprachigen Blogs steht Investabel® auf der Liste zur Abstimmung des Publikums beim diesjährigen „comdirect finanzblog award“. Trotz der mittlerweile unübersehbaren Trends zu Nachhaltigkeit bzw. mehr Klimaschutz hat nur ein sehr kleiner Teil der Portale diese Themen aufgegriffen. Natürlich treten einige der genannten Blogs mit einer großen Fangemeinde (z.B. finanz-szene.de) und/oder viel Autorenpower (z.B. www.paymentandbanking.de), aber da zählt zunächst einmal der „olymische Gedanke“ und die Perspektive fruchtbarer Kontakte und Gespräche beim comdirect Finanzbarcamp 2019, in dessen Anschluss die Awards vergeben werden.

In jedem Falle bietet die Nominierungsliste einen interessanten Überblick der aktuellen deutschsprachigen Finanzbloggerszene. Zu der Übersicht der benannten Blogs und der Abstimmungsmöglichkeit geht es hier.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

2019-04-12_FFF BN1

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Achtundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Siebenundsiebzig

 

2019-08-13 Porsche

Titelbild/Bild: Porsche AG

Inhalt:  Vorneweg; #SustainableFinance in D wird realer – Porsche AG mit € 1 Mrd. „grünem Schuldschein“/DZ Bank mit neuem Antritt; Moody’s rüstet bei Klimarisiken auf; Sind FinTech Fabelwesen für Investoren ?; Alles, nur nicht Libra?; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar, Fintech Week Hamburg, comdirect Finanzbarcamp mit finanzblog award, VÖB BarCamp In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

14. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Beschleunigte Rodung von Regenwäldern, Artensterben, Konflikte und und und … Was soll denn mehr „grün“ bei Porsche? – Ein Schritt vor und zwei zurück könnte der Befund lauten, der hier ganz bewusst offen und selbst überlassen bleibt. Deutlich stehen einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit Schritte in die wohl falsche Richtung gegenüber.

Vor diesem Hintergrund verstehen sich die nachfolgenden Zeilen als Informationen weitgehend ohne Bewertung. Sie sollen aber das eigene Urteil erleichtern, z.B. auch über die „Facebook-Währung“ Libra. Ausnahmen bilden die Nachrichten zu Moody’s, die erkennen lassen, dass Klimarisiken systemischen Charakter erreicht haben, und die Verbindung von FinTech zu Fabelwesen der Mythologie: Vielleicht haben nicht alle  erfolgreichen Finanzierungsrunden mit Bewertungen jenseits einer Milliarde Euro auch einen realistischen strategischen Anspruch.

#SustainableFinance in D wird realer

Porsche AG mit € 1 Mrd. „grünem Schuldschein“

Die Porsche AG hat einen Schuldschein mit Tranchen über fünf, sieben und zehn Jahren begeben. Das Volumen wurde aufgrund der starken Nachfrage um € 300 Mio. erhöht. Insgesamt hat das Unternehmen € 2,75 Mrd. als „grünes Projektportfolio“ (55 Prozent Kosten für energieeffiziente(re), ressourcenschonende(re) Produktionsanlagen, 45 Prozent Entwicklungskosten) identifiziert: Pressemitteilung Porsche AG 12.8.2019.

Die Platzierung des Schuldscheins erfolgte über ein Konsortium mit BayernLB, ING Groep und LBBW. Er wurde mit einer Expertise von ISS ESG versehen und als Climate Bond zertifiziert. Laut der von den Konsortialbanken gezeichneten Pressemitteilung vom 12.8.2019 waren an der Emission 100 in- und ausländische Investoren interessiert, so dass auch das erhöhte Volumen deutlich überzeichnet war.

DZ Bank mit neuem Antritt

Am 9.8.2019 kündigte die DZ Bank einen neuen Antritt bei nachhaltigen Finanzierungen an:

Neben einem deutschsprachigen Bulletin in un(?)regelmäßigen Abständen lud die Bank auch zu einer halbtägigen Konferenz am 28.8.2019 in Frankfurt ein. Programm und weitere Informationen auf der englischsprachigen Veranstaltungsseite der DZ Bank.

Moody’s rüstet bei Klimarisiken auf

Im April gab Moody’s den Erwerb einer Mehrheitsbeteilung am ESG-Spezialisten Eigis Vireo bekann (Moody’s Acquires Majority Stake in Vigeo Eiris, a Global Leader in ESG Assessments, 15.4.2019). Interessant ist, dass Eigis Vireo bei einer Umorientierung Richtung vorausschauender SDGs als Maßstab bereits relativ fortgeschritten ist.

Am 24.7.2019 gab Moody’s eine weitere Mehrheitsbeteiligung bekannt: Moody’s Acquires Majority Stake in Four Twenty Seven, Inc., a Leader in Climate Data and Risk Analysis. Das Unternehmen ist auf die Erhebung von klimabezogenen Daten und Risikoanalysen spezialisiert. Klimarisiken stehen nicht nur im Fokus der Finanzaufsichtsbehörden (Klimarisiken + Nachhaltigkeit – Neue Fokusthemen in der Finanzwirtschaft), sondern werden auch in der Branche mittlerweile als „systemisch“ und damit für die Stabilität des Finanzsystems eingestuft: ISS 1.8.2019: Building a Climate Change Voting Policy

Sind FinTech Fabelwesen für Investoren ?

…die einen Goldschatz am Ende des Regenbogens versprechen? Diese Frage legt jedenfalls der bekannte britische Autor, Berater und Redner Chris Skinner nahe: Are these FinTech Unicorns worth it? FinTech mit einer (aus Finanzierungsrunden abgeleiteten) Investorenbewertung jenseits von USD 1 Mrd. werden in der Branche als Einhörner (Unicorns) bezeichnet und haben damit schon einen Fabelcharakter. Der Artikel geht allerdings weiter und fragt, ob es sich nicht eher um „Leprechaune“, Kobolde aus der irischen Mythologie handeln könnte (Wikipedia Leprechaun). Diese Fabelwesen versprechen einen „Goldschatz am Ende des Regenbogens“ und damit in unerreichbarer Entfernung.

Die Überlegungen von Chris Skinner orientieren sich stark an der deutschen Unternehmen N26, das mit USD 3,5 Mrd. bewertet wird und bereits einige erfolgreiche Finanzierungsrunden abschließen konnte. Der Artikel bezieht sich auf ein Interview eines der Gründer mit der Financial Times. Danach sei „Gewinnerzielung“ gar kein Fokus, sondern „der Aufbau einer globalen Unternehmens“. Man wolle gar keine Profitabilität erreichen, habe aber hinreichend Investoren, die die Vision von N26 teilen.

Tatsächlich wächst N26 sehr stark (aktuell ca. 3,5 Mio. Kunden vs. 2 Mio. November 2018), allerdings ist das Unternehmen damit immer noch weit von seinem „Ziel“ von 100 Mio. Kunden weltweit“ entfernt. Zwar werden laufend neue Märkte erschlossen, die wie Brasilien zwar viel Potenzial, aber auch schon eine Reihe gut positionierter Wettbewerber aufweisen. Und zudem ist das aktuelle Leistungsangebot gar nicht für einen globalen Auftritt qualifiziert, wie in einem früheren Beitrag dargelegt: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundsechzig.

Alles, nur nicht Libra?

Haben Sie auch schon etliche Artikel zur sogenannten „Facebook-Währung“ Libra gelesen und dabei viel Analyse vermisst, dafür aber Ängste vor der „Datenkrake“ gefunden? So liest sich jeweils die Mehrheit der Beiträge. Und in der Mehrheit der Beiträge wird schlicht ignoriert, wo Libra ansetzt: 1. Menschen ohne Bankverbindung 2. Rund USD 530 Mrd., die z.B. lt. Weltbank 2018 zu üppigen Gebühren in Länder mit niedrigem bis mittleren Wohlstandsniveau transferiert werden. Die durchschnittlichen Provisionen lagen gemäß Weltbank bei 7%, in afrikanische Länder oft weit über 10%. Die Senkung der Transaktionskosten ist Teil der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, SDG 10.7. Kein Heiligenschein, aber auch Fakt

Ein Blick in die Konditionentabelle einer deutschen Bank, die den Geldtransfer Western Union als Dienstleister übertragen hat, ist da schon aufschlussreich: Postbank.

Einige wichtige, oft übersehene Fakten im Kurzformat:

  1. Libra ist keine Währung wie Bitcoin & Co, sondern eher ein Geldmarktfonds mit festgelegten internationalen Korbwährungen
  2. Libra basiert auch nicht auf einer Blockchain mit exzessivem Stromverbrauch durch Mining
  3. Primäres Ziel der beteiligten Zahlungsdienstleister ist die Erfassung neuer Zahlungsströme, z.B. von 1,7 Mrd. Menschen ohne Bankverbindung. Vodafone hat dies mit MPesa in Kenia sehr erfolgreich und margenstark getan. Finanzdienstleistungen tragen rund 30% zu den Erträgen des lokalen Anbieters Safaricom bei
  4. Die Margen bei internationalen Transfers sind exzessiv hoch und gehen primär zu Lasten ärmerer Menschen, z.B. bei Überträge zur Unterstützung von Familien in der Heimat
  5. Aufgrund der Konstruktion erscheint eine Regulierung angemessen und wahrscheinlich

Die Dokumente zu Libra wurden am 18.6.2019 veröffentlicht (Pressemitteilung DE), trotzdem haben gute, d.h. nüchterne und differenzierte Artikel selten geblieben. Genau drei sind in besonders guter Erinnerung:

Bankenverband, Siegfried Utzig 18.7.2019: Facebook – ein neuer Wettbewerber im Finanzmarkt?

Payment & Banking, Gastbeitrag Fabian Meyer 1.8.2019: Globale, digitale Währung – Utopie, Dystopie oder Liberation

DZ Bank Innovationsblog, Dirk Elsner 24.7.2019: Was will Libra werden?

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik, 28.8.2019

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

Fintech Week, 4.-9.11.2019 in Hamburg

Das Besondere an der Fintech Week: Die Woche wird nicht von einem Veranstalter ausgerichtet, sondern von mehr als zwei Dutzend Veranstaltern, darunter Banken, Startups, Kanzleien und Beratungen, die alle ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Branche mitbringen und vermitteln. Über den Tellerrand schauen, ist quasi Teil der DNA. Programm

Die Woche schließt mit dem comdirect Finanzbarcamp. U.a. treffen sich hier viele sonst eher virtuell vernetzte Menschen im Umfeld von Geldanlage und Digitalisierung. Insbesondere ist auch ein großer Teil der deutschen Finanzblogs vertreten, an deren Kreis zum Ende der Veranstaltung der comdirect Finanzblogaward 2019 vergeben wird.

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Juli um einen weiteren Rang von 56 auf 55, eine stetige Entwicklung nach der großen Bewegung 72 auf 57 im Mai.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

 

 

 

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Siebenundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft – Überlebensstrategie 4.0

2019-08-04 LuxForFinance1

 

Titelbild/Bild: Szene aus dem zweiminütigen Werbefilm von LuxembourgForFinance produziert von der niederländischen Agentur Mookx: Der erste Werbefilm SustainableFinance? – A first spot advertising for SustainableFinance?

Dieser Beitrag versteht sich als Neufassung eines früheren Beitrags vom Oktober 2017: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0. Einen Beitrag „3.0“ wird es nie geben. „4.0“ erfolgt schlicht aus der Anpassung der üblichen Zählung in der „Industrialisierung“ im Zuge der Digitalisierung.

Während sich an der Grundaussage wenig geändert hat, so ist die Zwangsläufigkeit von Nachhaltigkeit als geschäftspolitische Handlungsgrundlage offen erkennbar. Klimarisiken haben sich längst tief in die Wirtschaft hineingearbeitet, Klimawandel und Energiewende bestimmen das Bild, das durch die jugendlichen Proteste für den Klimaschutz noch deutlich schärfer geworden ist. Insofern eine Gelegenheit, die in den vergangenen zwei Jahren eingetretenen Entwicklungen einmal präziser zusammen zu fassen.

English abstract: This is in fact the third article on sustainability as a bedrock for financials to survive. While the first one (Nachhaltigkeit im Bankgeschäft als Überlebensstrategie) in July 2017 was driven by business logics and first evidence on EU commission’s action plan were shading through, the second one (Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0) in October 2017 was motivated by French field experience and the stronger tunes of regulators on climaterisks evolving. A third one never appeared. 4.0 is simply in line with industrial trends being named so.

Now after almost two years the world has turned. It turned into regulators pushing on climaterisk and youth plus older supporters loudly call for climateaction. Given this two articles last speak inspired to follow up: 1. Chris Skinner’s blogpost on banks needing purpose and 2. An interview with Daniel Klier, Global Head of Strategy and Responsability, HSBC published in a German magazine last week: Banks have to strive for relevance, i.e. having overlapping interests with their clients.

6. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Deutschland erscheint als eine andere Welt

Große Ziele, großer Beirat

Mit einer Pressemitteilung vom 26.2.2019 formulierte die Bundesregierung den Anspruch, „Deutschland zu einem führenden Sustainable Finance Standort zu machen. Dabei wurde die Bildung eines Beirats angekündigt „für den Dialog der Bundesregierung mit Finanzwirtschaft, Realwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft“. Dieser Beirat konstituierte sich mit einer ersten Sitzung am 9. Juni 2019 in Berlin.

Die Liste der 37 Mitglieder und 11 Beobachter erschließt die ganze Vielfalt der Interessensgruppen rund um das Thema. Kreditinstitute treffen u.a. auf notorische Bankenkritiker und Nicht-Regierungsorganisationen mit sehr unterschiedlich formulierten Ansprüchen an eine nachhaltige(re) Finanzwirtschaft.

Das am 6. Juni 2019 vereinbarte Arbeitsprogramm gliedert sich in vier Teilgruppen:

  • Sustainable Finance-Strategie und Kommunikation
  • Finanzmarktstabilität und Risikomanagement
  • Offenlegung und Transparenz
  • Endkunden (Retail und Institutionell)

Auf Basis dieser Struktur erarbeitet der Beirat für die Bundesregierung Ansätze einer Strategie. Die ersten Ergebnisse sollen auf dem dritten“Sustainable Finance Gipfel Deutschland“ am 16. Oktober 2019 präsentiert werden. Bis dahin wurde allerdings in der Pressemitteilung zur ersten Sitzung nur eine weitere Sitzung am 4. September 2019 avisiert.

Aufgrund der bereits innerhalb des Finanzsektors sehr abweichenden Einschätzungen zum Aktionsplan der Europäischen Kommission (Der Aktionsplan der EU-Kommission geht in die Umsetzung) und der sehr heterogenen Zusammensetzung des Beirats darf den ersten Ergebnissen mit Spannung, aber vielleicht besser gedämpften Hoffnungen entgegen gesehen werden.

GSFC und H4SF

In Frankfurt wurde im April 2019 das „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ (gsfc-germany.com) für „Die Etablierung weitsichtigerer und wirkungsvollerer Finanzmarktstrukturen durch die Implementierung zukunftsfördernder Finanzierungsstrategien“ formiert. Der H4SF – Hub for Sustainable Finance Germany als Diskussions- und Vernetzungsplattform wurde immerhin schon seit 2017 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung und der Deutsche Börse AG initiiert.

In Deutschland wird Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft überwiegend noch als akutes Thema nur für institutionelle Investoren betrachtet. Privatanleger werden dagegen Spezialisten wie der GLS Bank und Triodos Bank Deutschland zugerechnet.

Kontrastprogramm im Ausland…

… z.B. Luxemburg

Nur 184 Kilometer Luftlinie trennen die Finanzplätze Frankfurt und Luxemburg. Trotzdem entsteht der Eindruck verschiedener Welten. Die Börse ist als LGX – Luxembourg Green Exchange in der Spitzenliga neben London positioniert. Nachhaltige Anlageformen werden jetzt in einem Werbefilm SustainableFinance auch bei privaten Investoren beworben.

2019-07-02 LGX

…z.B. USA

Goldman Sachs kündigte am 24.7.2019 die Bildung einer eigenen „Sustainable Finance Group“ an (Press release 24.7.2019). Ein Blick auf die Internetseiten der Bank zeigt, dass dies nicht die einzige Aktivität ist. Vielmehr engagiert sich die Bank u.a. finanziell bei der Finanzierung erneuerbarer Energien und Katastrophenanleihen GS Environmental Stewardship. Auch bei anderen US-Banken sind meist niedrige dreistellige Milliardenbeträge nachhaltigen Finanzierungszielen gewidmet.

…z.B. Spanien/Lateinamerika

Auch in Europa haben sich Großbanken stark für Nachhaltigkeit engagiert. Besonders beeindrucken erscheint dies bei der spanischen BBVA, die neben dem Klimaschutz auch andere Ziele verfolgt. Dies wird naturgemäß stark durch die Tätigkeit in Südamerika und den dort notwendigen Entwicklungen geprägt. „Pledge 2025“ ist eine umfänglich formulierte Ambition, die auch durch Veranstaltungen und (personell) gut ausgestattete Kanäle in sozialen Medien getragen wird.

2019-07-26 infographics-pledge-2025-bbva-2-1920x12047

Sehr informativ für nachhaltige Themen im Finanzsektor ist auch die Internetseite der Bank. Z.B. mit Artikeln von Antoni Ballabriga, Global Head of Responsible Business Debunking myths of sustainable finance.

…z.B. Frankreich

Fünf der sieben größten französischen Banken haben das Thema Nachhaltigkeit bereits im strategischen Fokus. Daran hat sich seit dem Beitrag Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0 nichts geändert.

Die größte Bankengruppe Crédit Agricole (52 Mio. Kunden/138.000 Mitarbeiter) bezeichnet sich selbst als „Bank für nachhaltige Entwicklung“. Da sollte ein Foto genügen:

2018-05-03 CA Nimes

Foto: Ralf Breuer, aufgenommen September 2017 in F-34000 Nimes

Manche Kritiker neigen pauschal dazu, diese Aktivitäten als „grünes Mäntelchen“ und/oder nicht hinreichend konsequent einzuschätzen. Dies bleibt im freien Ermessen.

Banken brauchen für zukünftige Relevanz Sinn

Der bekannte britische Autor und Berater Chris Skinner hat einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht: Banks need a Purpose other than making Money Tenor: Um für die junge Generation Z relevant zu sein, müssen sich Banken nachhaltigen Zielen zuwenden. Bereits 55% der heute unter Fünfundzwanzigjährigen würden ihre finanziellen Entscheidungen daran ausrichten, ob sie damit positive Ziele unterstützen.

„I’ve been blogging about sustainable finance, sustainable abundance and the UN’s Sustainability Development Goals (SDGs) over the past week, specifically, and over the past twenty years, generally. I think this is now coming to a head.“

Chris Skinner ist vor allem im Bereich Digitalisierung bzw. FinTech bekannt. Er verbindet diese Themen allerdings immer wieder mit der Realität und hält deshalb den Bezug zu Nachhaltigkeit für zwingend.

Ganz in diesem Sinne argumentiert auch der bei HSBC global für Strategie und Nachhaltigkeit verantwortliche Daniel Klier in einem Interview mit der Wirtschaftswoche:

„Mit der Finanzierung einer nachhaltigen Wirtschaft können wir (Banken) wieder einen relevanten Beitrag leisten“

Für die praktische Umsetzung im Finanzsektor wäre ein Blick in die Nachhaltigkeitsstrategie der KfW hilfreich. Sie könnte fast als Vorlage für das von der BaFin für das Jahresende avisierte Merkblallt Nachhaltigkeit dienen:

Irgendwas mit digital ist noch kein Sinn

Der Journalist Heinz-Roger Dohms kommentierte ein neues (App-)Angebot am 6.8.2019 als „mal wieder irgendwas mit Multibanking“ finanz-szende.de 6/08/19. „Irgendwas mit digital“ wäre genauso zutreffend: Unter dem Anspruch „alltagsrelevante Mehrwerte für
Menschen und Wachstum für Marken“ findet sich da Altbekanntes aus der reinen Offline-Zeit im digitalen Gewand. Schnelligkeit, Bequemlichkeit und Sicherheit sind Komfortfaktoren und Grundvoraussetzungen, aber im Wettbewerb keine Werte an sich.

Chris Skinner adressiert in seinem Artikel vor allem die Generation junger Menschen bis 25. Die sind mit digitalen Medien aufgewachsen und betrachten die genannten Faktoren als selbstverständlich. Wenn diese nach seinen Erkenntnissen „Sinn und Zweck“ einfordern, dann ist das in Zeiten von „FridaysForFuture“ keine besonders fernliegende Erkenntnis. In den letzten acht Monaten haben die jugendlichen Proteste das Bewußtsein über diese Generation geschärft. Gebildet haben sich die spezifischen Ansprüche allerdings früher und teilweise unabhängig.

Der von Chris Skinner in der Argumentation verwendete Artikel stammt aus den Vereinigten Staaten und wurde bereits am 21. April 2019 publiziert: 10 Vital Strategies to Use When Marketing to Generation Z. Er stellt fest, dass die Generation mit einer Mehrheit von 55% umweltfreundliche und/oder sozial verantwortliche Marken bevorzugt. Fridays for Future gewann aber erst mit dem globalen Aktionstag am 15. März 2019 in den Vereinigten Staaten an Dynamik. Bis dahin war die Anzahl der Demonstrationen im Lande sehr überschaubar:

https://www.fridaysforfuture.org/events/list

Auf der Suche nach der Relevanz von morgen

Treffen die zitierten Thesen von Chris Skinner und Daniel Klier zu, dann ergibt sich „Relevanz“ eben nicht aus der bilateralen Beziehung Anbieter/Kunde, sondern anderen Faktoren. Skinner nimmt immer wieder ausdrücklich Bezug auf die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen (bzw. Problemfeldern), den SDGs. Hierdurch ergibt sich Relevanz aus der Gleichrichtung auf diese Ziele.

Eine Blaupause für eine solche Strategie bietet der im November 2018 gestartete Finanzdienstleister Tomorrow. Er verbindet das digital Selbstverständliche mit einem gemeinsamen Anspruch Nachhaltigkeit bzw. Klimaschutz. Als Ergebnis wurden knapp neun Monate nach dem Start mit sehr bescheidenen Marketingaufwendungen und ohne Werbeprämien etc. mehr als 9.000 nach Aussage der offenen „Community“ überwiegend zufriedene Kunden gewonnen, die sich auch in den sozialen Medien für das gleiche Thema engagieren.

 

 

2018-11-21Tomorrow2

Eigentlich verwunderlich, wie einfach Relevanz hergestellt werden kann, nach der so viele Anbieter streben und sich dabei in Digitalisierung und Kundenerlebnissen „verlieren“. Dies dürfte wohl leicht da überdurchschnittliche Wachstum der Umwelt-, Kirchen- oder anders (rund 15) wertegeprägten Banken in Deutschland erklären, die zwischenzeitlich immerhin kumuliert die Bilanzsumme der größten Sparkasse übertreffen.

Irgendwie erinnert diese Konstellation an die Urzeiten des Bankgeschäfts als Kaufmann und (Privat-)Bankiers als eine ähnliche Sicht der Welt/Dinge gemeinsame Geschäfte erst möglich machte.

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Sechsundsiebzig

2019-08-04 LuxForFinance1

 

Titelbild/Bild: Szene aus dem zweiminütigen Werbefilm von LuxembourgForFinance produziert von der niederländischen Agentur Mookx Der erste Werbefilm SustainableFinance? – A first spot advertising for SustainableFinance?

Inhalt:  Finanzplatz Luxemburg – eine andere Welt; Die tun was; #Sustainable Finance – Anhaltende Innovationswelle; Banken brauchen Sinn für zukünftige Relevanz; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar BarCamp In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

5. August 2019

Dr. Ralf Breuer

Finanzplatz Luxemburg – eine andere Welt

Nur 184 Kilometer Luftlinie trennen die Finanzplätze Frankfurt und Luxemburg. Trotzdem entsteht der Eindruck verschiedener Welten. Der „Beirat Sustainable Finance“ erarbeitet für die Bundesregierung Ansätze einer Strategie. In Frankfurt wurde erst im April 2019 das „Green and Sustainable Finance Cluster Germany“ gsfc-germany.com/ für „Die Etablierung weitsichtigerer und wirkungsvollerer Finanzmarktstrukturen durch die Implementierung zukunftsfördernder Finanzierungsstrategien“ formiert. Der H4SF – Hub for Sustainable Finance Germany als Diskussions- und Vernetzungsplattform besteht immerhin schon seit 2017.

In Deutschland wird Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft vielfach noch als Thema nur für institutionelle Investoren betrachtet. Privatanleger werden dagegen Spezialisten wie der GLS Bank und Triodos Bank Deutschland zugerechnet.

Ein scharfes Kontrastprogramm bietet dagegen der Blick nach Luxemburg. Die Börse ist als LGX – Luxembourg Green Exchange in der Spitzenliga neben London positioniert. Nachhaltige Anlageformen werden jetzt in einem Werbefilm SustainableFinance auch bei privaten Investoren beworben.

2019-07-02 LGX

Die tun was…

Goldman Sachs kündigte am 24.7.2019 die Bildung einer eigenen „Sustainable Finance Group“ an (Press release 24.7.2019). Ein Blick auf die Internetseiten der Bank zeigt, dass dies nicht die einzige Aktivität ist. Vielmehr engagiert sich die Bank u.a. finanziell bei der Finanzierung erneuerbarer Energien und Katastrophenanleihen GS Environmental Stewardship. Auch bei anderen US-Banken sind meist niedrige dreistellige Milliardenbeträge nachhaltigen Finanzierungszielen gewidmet.

Auch in Europa haben sich Großbanken stark für Nachhaltigkeit engagiert. Besonders beeindrucken erscheint dies bei der spanischen BBVA, die neben dem Klimaschutz auch andere Ziele verfolgt. Dies wird naturgemäß stark durch die Tätigkeit in Südamerika und den dort notwendigen Entwicklungen geprägt. „Pledge 2025“ ist eine umfänglich formulierte Ambition, die auch durch Veranstaltungen und (personell) gut ausgestattete Kanäle in sozialen Medien getragen wird.

2019-07-26 infographics-pledge-2025-bbva-2-1920x12047

Sehr informativ für nachhaltige Themen im Finanzsektor ist auch die Internetseite der Bank. Z.B. mit Artikeln von Antoni Ballabriga, Global Head of Responsible Business Debunking myths of sustainable finance.

#Sustainable Finance – Anhaltende Innovationswelle

BBVA arrangierte Ende März 2019 in Großbritannien den wohl ersten revolvierenden Kredit mit nachhaltiger Zweckbindung BBVA leads its first sustainable revolving credit facility in the UK with SSE.

Eine neue Klasse von Klimaanleihen bilden sogenannte „Transition Bonds“, die die Finanzierung von Maßnahmen zur CO2-Reduktion bei fossilen Energieträgern fördern. Bloomberg: How ‘Transition Bonds’ Can Help Polluters Turn Green. Vertreter der reinen Lehre mögen dies ablehnen, Pragmatiker sehen dies eventuell als Schritt in die richtige Richtung und eine beschleunigte Mobilisierung privaten Kapitals zur Reduktion von CO2.

Mit einem „Rhino Impact Bond“ über USD 50 Mio. über fünf Jahre soll der Betrieb von Reservaten für schwarze Nashörner in Kenia und Südafrika mitfinanziert werden. Klingt fast wie „schöne neue Welt“ oder auch „Entdecke die Möglichkeiten“.

Banken brauchen Sinn für zukünftige Relevanz

Der bekannte britische Autor und Berater Chris Skinner hat einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht: Banks need a Purpose other than making Money Tenor: Um für die junge Generation Z relevant zu sein, müssen sich Banken nachhaltigen Zielen zuwenden. Bereits 55% der heute unter Fünfundzwanzigjährigen würden ihre finanziellen Entscheidungen daran ausrichten, ob sie damit positive Ziele unterstützen.

„I’ve been blogging about sustainable finance, sustainable abundance and the UN’s Sustainability Development Goals (SDGs) over the past week, specifically, and over the past twenty years, generally. I think this is now coming to a head.“

Chris Skinner ist vor allem im Bereich Digitalisierung bzw. FinTech bekannt. Er verbindet diese Themen allerdings immer wieder mit der Realität und hält deshalb den Bezug zu Nachhaltigkeit für zwingend.

Ganz in diesem Sinne argumentiert auch der bei HSBC global für Strategie und Nachhaltigkeit verantwortliche Daniel Klier in einem Interview mit der Wirtschaftswoche:

„Mit der Finanzierung einer nachhaltigen Wirtschaft können wir (Banken) wieder einen relevanten Beitrag leisten“

Für die praktische Umsetzung im Finanzsektor wäre ein Blick in die Nachhaltigkeitsstrategie der KfW hilfreich. Sie könnte fast als Vorlage für das von der BaFin für das Jahresende avisierte Merkblallt Nachhaltigkeit dienen:

Was in Deutschland vielfach als Mindermeinung oder Nischenthema aufgefasst wird, könnte durchaus der Schlüssel für die eigene Existenzsicherung in der Kreditwirtschaft sein, wie bereits einmal in einem Beitrag 2017 umrissen wurde: Nachhaltigkeit als Überlebensstrategie der Finanzwirtschaft 2.0.

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik, 28.8.2019

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Juli um einen weiteren Rang von 56 auf 55, eine stetige Entwicklung nach der großen Bewegung 72 auf 57 im Mai.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

 

 

 

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Sechsundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundsiebzig

 

2019-07-12 dpa Maisfeld

Titelbild/Bild: Maisfeld bei D-59379 Selm, Nordrhein-Westfalen. Quelle: dpa via Twitter 12.7.2019 12:07h

Inhalt: Grüner Finanzmarkt – Lagebericht D 2019; Nachhaltige U.S. Fonds mit Rekordzufluß; CO2-Besteuerung: Historische Chance; Vermögensverwalter machen Druck: Koalition für Klimafreundlichkeit – TPI: Investoren kritisieren Unternehmensberichte – Klimaatakkoord – Klimapakt in den Niederlanden; Nachhaltigkeit + Finanzmarkt: Neue U.S. Gesetze; Seminar-/Veranstaltungstermine: VÖB Webinar BarCamp In eigener Sache: Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

16. Juli 2019

Dr. Ralf Breuer

Grüner Finanzmarkt – Lagebericht D 2019

Die Climate Bonds Initiative (CBI) veröffentlichte am 12.7.2019 ihren Lagebericht zum „Grünen deutschen Finanzmarkt“. Der Bericht ist in deutscher und englischer Sprache erschienen: Germany Green Finance Report: Top 5 Global Ranking, EUR6.6bn issued in 2018, Strong start in 2019.

Für 2019 deutet sich ein neues Rekordvolumen für Neuemissionen an: Dank einer großen Platzierung der KfW (€ 3 Mrd.) wurde im ersten Halbjahr mit lediglich fünf Anleihen € 4,4 Mrd. und damit zwei Drittel des Gesamtvolumens 2018 von € 6,6 Mrd. erreicht. Am 10.7.2019 kamen weitere € 500 Mio. der Berlin Hyp hinzu.

2019-07-11 CBI Green Bonds

Quelle: CBI – Climate Bonds Initiative

Damit dürfte nach dem Rückgang 2018 (€ 8,7 Mrd. auf € 6,6 Mrd.) das Volumen im Gesamtjahr wieder steigen. Für 2020 berichtet CBI von Plänen der Bundesrepublik Deutschland staatliche Green Bonds zu platzieren. Am Beispiel der Niederlande wurde kürzlich deutlich, dass eine große Investorennachfrage nach bonitätsstarken Anleihen dieser Art besteht (vgl. Nummer Zweiundsiebzig).

Nachhaltige U.S. Fonds mit Rekordzufluß

Morningstar (Sustainable Funds in the U.S. Saw Record Flows in the First Half (11.7.2019) berichtet von Rekordzuflüssen bei 271 „nachhaltigen“ Fonds und ETFs in den USA: Mit USD 8,9 Mrd. in den ersten sechs Monaten wurde der Rekordjahr von USD 5,5 Mrd. für das Gesamtjahr 2018 bereits überschritten. Bei 15 aktiven und passiven Fonds wurde die Marke von USD 100 Mio. überschritten. Allein iShares erhielt im zweiten Quartal 2019 mehr als USD 2 Mrd. neue Mittel zur Verwaltung.

2019-07-11 Morningstar SusFunds

Bei den Fonds handelt es sich überwiegend um „ESG-Fonds“, die Kriterien aus Ökologie, Sozialem und Unternehmensführung berücksichtigen. Damit wird eine eher weichere Auffassung von Nachhaltigkeit verfolgt.

CO2-Steuer: Historische Chance

Am 12.7.2019 übergaben die sog. „Wirtschaftsweisen“ (Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung) ihr Sondergutachten zu einer CO2-Besteuerung in Deutschland. Das Gutachten empfiehlt unter dem Titel „Aufbruch zu einer neuen Klimapolitik“ die zeitnahe Einführung einer Steuer auf CO2-Emissionen. Sie soll ausschließlich dem Klimaschutz und der Kompensation von Bürgern dienen und nicht zur Finanzierung anderer Quellen herangezogen werden.

„Die aktuelle Debatte bietet die
historische Chance, die kleinteilige, teure und ineffiziente deutsche Klimapolitik so umzustellen, dass die Bepreisung von CO2 im Zentrum steht“

sagte Christoph M. Schmidt, der Vorsitzende des Sachverständigenrates.

Vermögensverwalter machen Druck

Koalition für Klimafreundlichkeit

Blackrock, Goldman Sachs, BNP Paribas, HSBC, Natixis, Amundi, State Street und Northern Trust bilden mit sechs nationalen Fonds eine Koalition zur Erfassung von Klimarisiken in Vermögenswerten. Sie sagten dem französischen Staatspräsidenten Macron zu, mit ihren kumulierten USD 15 Bio. verwalteten Vermögen die Unternehmen zu einem klimafreunlicheren Verhalten bewegen zu wollen.

https://www.climatechangenews.com/2019/07/12/asset-managers-worth-15-trillion-make-climate-risk-promise-macron/

TPI: Investoren kritisieren Unternehmensberichte

Ähnliche Absichten haben auch die 45 globalen Investoren, die z.Zt. die Initative TPI – Transition Pathway Initiative tragen. Sie verwalten zusammen rund USD 14 Bio.

2019-07-12 TPI

In ihrem TPI – State of Transition Report 2019 zeigen sie auf, dass nur 30% der untersuchten Unternehmen 2030 im Sinne des Klimaschutzabkommens von Paris handeln werden. Die Studie umfasst 274 börsennotierte Unternehmen in 14 Sektoren, die zu den größten CO2-Emittenten gehören. Sie stehen für rund 41 % der Emissionen aller notierter Unternehmen weltweit. Die Studie untersucht 1. die Management-Qualtität im Übergang zu CO2-ärmeren Produktionsverfahren und 2. die Emissionsentwicklung in Hinblick auf das Klimaschutzabkommen von 2015.

Der Bericht stellt gravierende Rückstände sowohl bei den Strategien zur CO2-Reduzierung als auch im Abstand zu den internationalen Klimaschutzzielen 2030 zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2° fest. Die Kernaussage der Studie ist, dass die Unternehmen, die die Voraussetzungen bereits erfüllen, die Möglichkeiten bzw. Chancen aufzeigen:

“The 20 companies that are aligned with below 2°C, or that will be on the basis of the emissions reduction targets they have set, show what is possible” (S. 5)

Klimaatakkoord – Klimapakt in den Niederlanden

In den Niederlanden hat der Finanzsektor als erste Branche einen nationalen Klimapakt (Klimaatakkoord) unterzeichnet. 50 Banken, Versicherer, Vermögensverwalter und Pensionsfonds sagten am 10.7.2019 dem niederländischen Finanzminister ihre Unterstützung zu. Der Klimaatakkoord ist die niederländische Ableitung des Klimaschutzabkommens von Paris zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2°.

Die unterzeichnenden Unternehmen verpflichteten sich, ab 2020 über die Klimawirkungen ihrer Anlagen zu berichten und bis 2022 Aktionspläne zur Verminderung des CO2-Ausstoßes vorzulegen. Die meisten Publikationen hierzu sind in niederländischer Sprache. Englische Kommunikation gibt es z.B. von ING Group und Triodos Bank N.V.. Der Klimaatakkoord wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Finanzsektor ausgearbeitet und liegt erst seit Ende Juni 2019 vor (vgl. Pressemitteilung der Triodos Bank N.V. vom 27.6.2019. Die niederländische Nationalbank ist bei dem Thema Klimarisiken eine treibende Kraft unter den internationalen Finanzaufsehern. Sie führt auch die „Dutch Sustainable Finance Platform“ (vgl. Nummer Dreiundzwanzig

 

2019-07-10 Klimaatakkoord

Foto: Twitter

Nachhaltigkeit + Finanzmarkt: Neue U.S. Gesetze

Am 10.7.2019 fand vor dem „U.S. House Committee on Financial Services“, dem Kongressausschuss für Finanzdiensdienstleistungen, eine Anhörung zum Thema „Aufbau einer nachhaltigen Wettbewerbswirtschaft: Eine Prüfung von Vorschlägen zur Verbesserung der Berichterstattung über ökologische, soziale und Komponenten der Unternehmensführung“ (Building a Sustainable and Competitive Economy: An Examination of Proposals to Improve Environmental, Social and Governance Disclosures) statt.

Konkret geht es um ein ganzes Paket von Gesetzesvorhaben, die im Entwurf vorliegen und öffentlich sind:

  • ESG Disclosure Simplification – Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung
  • Shareholder Protection – Aktionärsschutz
  • Corporate Human Rights Risk Assessment – Menschenrechte in Unternehmen
  • Climate Risk Disclosure – Berichterstattung über Klimarisiken

Die Gesetzesentwürfe sind über die Seite des Ausschusses zugänglich: U.S. House Committee on Financial Sevices

Seminar-/Veranstaltungstermine

Webinar: #FinanceForFuture – Klimarisiken & Nachhaltigkeit: Neue Kernthemen für Regulierung, externe Berichterstattung und Geschäftspolitik, 28.8.2019

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

BarCamp Sustainable Finance, 11.12.2019 in Bonn

Zusammen mit dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) veranstaltet die Academy of Finance in Bonn am 11. Dezember 2019 ein BarCamp Sustainable Finance. Das BarCamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops – ohne Referenten und feststehender Agenda.

Investabel® ist bei dieser Veranstaltung Medien- und Programmpartner.

Weitere Informationen und Buchungen über VÖB-Service Academy of Finance

In eigener Sache

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Fünfundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundsiebzig

 

2019-06-18 Sustainable Finance EU TEG interim reports

Titelbild/Bild: Titelblätter der drei von der „Technical Expert Group on Sustainable Finance“ veröffentlichten Diskussionspapiere. Quelle: @EU_Finance via Twitter

Inhalt: EU-Aktionsplan Nachhaltige Finanzwirtschaft: 1. Stimmungsbild in Deutschland – Blinde Flecken der Wahrnehmung 2. Benchmarks – Referenzindices 3. Taxonomie-Klassifizierung nachhaltiger Anlagen und Finanzierungen 4. EU Green Bond Standard; BaFinJournal Juni 2019 mit Nachhaltigkeit; Staat New York mit ambitioniertem Klimaschutzgesetz; Finanzverbünde nun doch mit ApplePay In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

2. Juli 2019

Dr. Ralf Breuer

EU-Aktionsplan Nachhaltige Finanzwirtschaft

Am 18.6.2019 veröffentlichte die EU-Kommission gleich vier bedeutende Dokumente zu ihrem Aktionsplan: Die Diskussionsgrundlagen der Experten der „EU Technical Expert Group on Sustainable Finance“ aus ihren Arbeitsgruppen zu Benchmarks, der Taxonomie und einem EU Green Bond Standard sowie eine (nicht-legislative) Direktive für die Berichterstattung über klimabezogene Risiken. Allein die drei Expertenberichte mit insgesamt 560 Seiten bilden schon ein „Pfund“. Zu den einzelnen Teilen unten.

Stimmungsbild in Deutschland: Blinde Flecken der Wahrnehmung

Interessant sind in diesem Zusammenhang Stimmungsbilder, die die Union Investment in ihrem Ergebnisbericht zur Nachhaltgkeitsstudie 2019 zusammengefasst hat. Zwar wird die Regulierung als entscheidender Impulsgeber für Nachhaltigkeit in der instititutionellen Mittelverwaltung angesehen. Allerdings ist der groß angelegte und seit mehr als einem Jahr diskutierte Aktionsplan der EU-Kommission nur einem Drittel der befragten Anleger bekannt.

Union Erwartungen

Quelle: Union Investment, Ergebnisbericht Nachhaltigkeitsstudie 2019, 25.6.2019, S. 10

Union Regulierung

Quelle: Union Investment, Ergebnisbericht Nachhaltigkeitsstudie 2019, 25.6.2019, S. 15

Entsprechend ist es auch wenig überraschend, dass wenige als die Hälfte der befragten Investoren einen gut oder sehr guten Kenntnisstand voraussetzen. Es ist dagegen eher davon auszugehen, dass die tatsächlichen Werte deutlich schlechter ausfallen würden, wenn dies an spezialisierten Beratern gemessen würde.

Union Kenntnisse

Quelle: Union Investment, Ergebnisbericht Nachhaltigkeitsstudie 2019, 25.6.2019, S. 14

2. Benchmarks – Referenzindices

Der Teilbericht geht auf die Konstruktion von Referenzindices für das Klimaabkommen von Paris, Energiewende und die Nachhaltigkeitsberichterstattung ein. Er will vor allem der aktuellen Willkür bei der Konstruktion von vorgeblich nachhaltigen Indices entgegenwirken.

Diese kann an Beispielen (bzw. den auf ihnen basierenden ETFs) leicht illustriert werden:

  1. Naturaktienindex“ (NAI Index) mit 30 Unternehmen: „Für den NAI werden Unternehmen ausgewählt, die global zur Entwicklung ökologisch und sozial nachhaltiger Wirtschaftsstile beitragen.“ – Unter den Unternehmen ist kein einziger Finanzwert.
  2. Der „Deka Oekom Nachhaltigkeit ETF“ mit ebenfalls 30 Unternehmen basiert auf dem Solactive Eurozone Sustainability Index. Was sich ebenfalls nachhaltig liest, enthält aber in diesem Fall 35% Finanzwerte – also ein ganz anderes Themenverständnis.

2019-07-02 Deka Oekom ETF

Solche für Anleger kaum nachvollziehbaren Unterschiede in den gleichermaßen unter Nachhaltigkeit vertriebenen Produkten will die Expertengruppe ausdrücklich entgegenwirken.

3. Taxonomie – Klassifizierung nachhaltiger Anlagen und Finanzierungen

Der sperrigste und mit 414 Seiten umfangreichste Teil der Berichte ist die sogenannte „Taxonomie“ zur Klassifizierung nachhaltiger Anlage- und Finanzierungsinstrumente. Erfreulicherweise haben die Experten neben einer kurzen Zusammenfassung auch eine Art Kurzbeschreibung/Gebrauchsanweisung im Umfang von 26 Seiten bereitgestellt.

2019-06-18 Guide Taxonomy

Quelle: EU-Kommission 18.6.2019

Der Leitfaden gibt einen raschen Überblick über die Inhalte und die Anwendungsbereiche dieser sogenannten „Taxonomie“.

2019-07-02 Taxonomie Inhalte

Aus dem Themenüberblick wird deutlich, dass sich die Experten ausschließlich auf den Umweltbereich bzw. den Klimaschutz konzentriert haben. Damit wird der Begriff Nachhaltigkeit allerdings eng, nach vielfacher Auffassung viel zu eng ausgelegt. Dies ist unverständlich, weil der Plan der EU-Kommission prinzipiell für alle nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) offen wirkte. Dies zeichnete ihn gegenüber anderen Initiativen wie beispielsweise der britischen „UK Green Finance“ gerade aus. Mehr dazu in einem früheren Diskussionsbeitrag (EN): What goes wrong with #SustainableFinanceEU?.

Interessanter Aspekt: Während die Taxonomie lediglich Sachversicherungen im Zusammenhang mit Klimafolgen als Teil der Nachhaltigkeit ansieht, ist die Initiative „InsuResilience“ mit Beteiligung der Versicherungsindustrie deutlich weiter und wohl auch sachlich angemessener angelegt. Sie erfasst u.a. auch risikorelevante Themen im Bereich der Risikopräventition. Hier fehlte offenbar eine adäquate Vernetzung zu den seit zwei Jahren laufenden Aktivitäten: InsuResilience Projektseite der GIZ.

4. EU Green Bond Standard

Die Experten haben einen eigenen europäischen Standard für sogenannte Green Bonds bzw. Klimaanleihen vorgelegt, die zur Finanzierung von CO2-Reduktionen dienen. Dabei wurden gegenüber bestehenden Standards und auch den Vorschlägen der vorausgegangenen Expertenkommission HLEG schärfere Standards vorgeschlagen.

2019-07-02 Green Bond

Quelle: EU-Kommission, Auszug aus dem Diskussionspapier vom 18.6.2019

So sehr klare und hohe Standards zu begrüßen sind, stellt sich auch für diesen Teil der Expertenarbeit die Frage, wieso es denn nur grün und nicht auch sozial oder nachhaltig sein durfte. Auch im Anleihebereich finden sich vielfältige Erscheinungsformen, auch andere nachhaltige Entwicklungsziele zu fördern.

2019-07-02 LGX

Quelle: LGX – Luxembourg Green Exchange

BaFinJournal Juni 2019 mit Nachhaltigkeit

Auf der Titelseite des aktuellen Monatsjournals stellt die BaFin die Frage „Wie sicher ist nachhaltig?“ Der Artikel basiert auf einer repräsentativen Onlineumfrage vom Dezember 2018, die die BaFin in Auftrag gegeben hatte. 60% der Befragten gaben an, den Begriff „nachhaltige Geldanlagen“ noch nie gehört zu haben.

2019-07-01 cover_bafinjournal_1906

Quelle: www.bafin.de

Als Motive stehen Klima- und Umweltschutz stark im Vordergrund. Aber auch humanitäre Aspekte wie Menschenrechte und die Armuts- bzw. Hungerbekämpfung haben für die Konsumenten eine hohe Priorität.

BaFin Motive

BaFinJournal Juni 2019 S. 27

Die Umfrage erhob auch ein Stimmungsbild zu dem von den Befragten beigemessenen Risiko verschiedener Anlagevarianten. Auffällig ist dabei die vergleichsweise geringe Differenzierung zwischen den tatsächlich risikoreicheren Direktanlagen und „klassischen Anlagen“ wie Sparbüchern sowie Investmentfonds.

BaFin Risiko

BaFinJournal Juni 2019 S. 30

Dies dürfte u.a. den auch im Vertrieb der deutschen Finanzwirtschaft wenig entwickelten Kenntnisstand widerspiegeln. Immerhin hatten in der oben zitierten Umfrage der Union Investment 53% der Befragen einen schlechten oder sogar sehr schlechten Kenntnisstand angegeben. Da es sich überwiegend um Auskünfte aus dem (quasi-)institutionellen Bereich handeln dürfte, ergibt sich für das Privatkundengeschäft wohl ein noch deutlicheres Bild der weitverbreiteten Unkenntnis.

Staat New York mit ambitioniertem Klimaschutzgesetz

Am 19.6.2019 verabschiedete der Senat des Bundesstaats New York das wohl ambitionierteste Klimaschutzgesetz der Vereinigten Staaten: Climate Leadership and Community Protection Act (CCPA). Das Gesetz sieht für das Jahr 2050 eine CO2-Neutralität mit einer 85prozentigen Reduktion des Ausstosses von Treibhausgasen vor. Die Energieerzeugung soll bis 2030 zu 70% (aktuell: 23%) auf erneuerbaren Energien beruhen.

Manche Bundesstaaten haben bereits Ziele einer CO2-Reduktion von 80% beschlossen. Washington D.C. dagegen sogar eine CO2-freie Elektrizitätsversorgung bis 2045. Dabei soll ganz auf Kompensationen verzichtet werden, was bei „Neutralität“ bzw. den angegebenen Zielen ansonsten nicht zwangsläufig der Fall ist.

Der Plan beinhaltet u.a. Investitionen zugunsten einkommensschwächerer Gemeinschaften (communities). Bereits im April 2019 hatte die Stadt New York City ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz verabschiedet. dessen Einhaltung schätzungsweise USD 4 Mrd. für die energetische Sanierung von Gebäuden in der Stadt voraussetzt.

Sowohl im Staat als auch in der Stadt New York sind die Vorhaben äußerst ambitioniert und kostspielig, da neben dem energetischen Zustand der Gebäude auch rund 10 Mio. Fahrzeuge betroffen sein werden. Zudem sind im Gesetz weitere Maßnahmen zum Schutz vor den absehbaren Auswirkungen des Klimawandels vorgesehen. (Pressemitteilung des Senats Bundesstaat New York 19.6.2019 (EN).

Finanzverbünde nun doch mit ApplePay

Am 26.6.2019 kommunizierten die Finanzgruppen der Genossenschaftsbanken und der Sparkassen, dass sie zukünftig doch ApplePay unterstützen. Für 2019 ist dies zunächst für Kreditkarten von MasterCard und Visa geplant. Eine Einbindungsmöglichkeit der Girocard (frühere EC-Karte) wurde ohne konkreten Zeitrahmen avisiert.

Insbesondere die Sparkassen hatten ursprünglich großen Widerstand signalisiert und von Apple die Öffnung seiner Schnittstelle für Dritte verlangt. Von dieser Position ist die Finanzgruppe zwischenzeitlich abgerückt.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Juni um einen weiteren Rang von 57 auf 56, nach der großen Bewegung 72 auf 57 im Mai.

https://diefarbedesgeldes.de/nachhaltige100/.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

 

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Vierundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundsiebzig

2019-06-04_RNE_Jahreskonferenz_DST3976-150x150

Titelbild/Bild: Pressemappe 19. Jahreskonferenz Rat für Nachhaltige EntwicklungRNE 4.6.2019

Inhalt: Jahrestagung RNE 2019 – Folgen starken Worten Taten?; Unionskreise fordern CO2-Besteuerung; Beirat „Sustainable Finance“ der Bundesregierung; Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2019; Vom (Un-)Sinn quantitativer Nachhaltigkeitsratings; Consorsbank mit Aktion zur Nachhaltigkeitswoche; In eigener Sache: #nachhaltige100; Angebote, Seminare, Vorträge, Workshops; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

12. Juni 2019

Dr. Ralf Breuer

Jahrestagung RNE 2019: Folgen starken Worten Taten?

HANDELN!

Am 4.6.2019 fand in Berlin die Jahrestagung des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE) mit rund 1.000 Teilnehmern statt. Die Tagung stand unter dem Motto „Zukunft zur Heimat machen“. Neben Nachhaltigkeit und insbesondere dem Klimaschutz wurde auch der Verbindung mit Digitalisierung Raum eingeräumt. Alle Informationen sowie Reden und Videomitschnitte hat der RNE auf seiner Internetseite bereitgestellt: Rat für Nachhaltige Entwicklung – 19. Jahreskonferenz 4.6.2019.

Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie der Bundesminister Dr. Gerd Müller (Wirtschaftliche Zusammenarbeit), Olaf Scholz (Finanzen) und Svenja Schulze (Umwelt) betonten 25% der Regierungsmitglieder die Notwendigkeit, dem Klimawandel konsequent zu begegnen. Allerdings erwähnte die Bundesregierung auch den wohl entscheidenden Grund für ein gewisses Zögern: Der Ausgang der Europawahlen in den den ostdeutschen Bundesländern sowie die Landtagswahlen im weiteren Jahresverlauf.

Der Generalsekretär des Rates, Prof. Günther Bachmann moderierte launig durch das dichte Programm. Seine Bitte, den Grad der Zustimmung nicht durch die Länge, sondern die Intensität des Applauses auszudrücken fand Resonanz. Auch ohne Messung des Pegels dürfte gewiss sein, dass der höchste Wert bei Jakob Blasel, einem der Organisatoren der FridaysForFuture erreicht wurde. Er sprach unmittelbar vor den Begrüßungsworten der Bundeskanzlerin einen eindringlichen Appell der jüngeren Generation für konsequente Maßnahmen zum Klimaschutz aus.

2020 das Jahr der 17Ziele/SDGs

Die Bundesminister Müller und Schulze präsentierten trotz unterschiedlicher Parteizugehörigkeit Einigkeit in der Sache. Allerdings fragt sich, warum erst 2020 das Jahr der „17Ziele“ bzw. SDGs werden soll. Auch 2019 wären sie für eine Orientierung in Richtung mehr Nachhaltigkeit eine nützliche Orientierung.

Unionskreise fordern CO2-Besteuerung

Eine Gruppe liberaler Unionspolitiker hat das wohl erste Konzept einer CO2-Besteuerung aus Unionskreisen vorgelegt: „Ohne Pillepalle: Klimaschutz – einfach machen“, so hat die „Union der Mitte“ ihr Konzept zum Klimaschutz überschrieben. Die Gruppe fordert eine allgemeine CO₂-Abgabe, die bei 60 Euro pro Tonne beginnen und bis 2030 kontinuierlich auf 120 Euro angehoben werden soll.

Die Bundesregierung wird außerdem aufgefordert, auf EU-Ebene eine einheitliche Lösung „zur CO₂-orientierten Besteuerung von Flugbenzin (Kerosin) und Schiffsdiesel zu erreichen“. Größte Befürchtung ist eine gesellschaftliche Spaltung der deutschen Gesellschaft: Laut Generalsekretärin der CDU drohe die Klimaschutzpolitik die Gesellschaft ähnlich zu spalten wie die Flüchtlingspolitik berichtet die Süddeutsche Zeitung am 8.6.2019.

Beirat „Sustainable Finance“ der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat am 6.6.2019 einen Beirat für „Sustainable Finance“ eingesetzt. Der Beirat soll die Bundesregierung bei der Ausarbeitung und Umsetzung ihrer Sustainable Finance-Strategie beraten, bestehende Expertise bündeln und den Dialog zwischen den relevanten Akteuren fördern. Unter Sustainable Finance (nachhaltige Finanzen) versteht die Bundesregierung die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei Entscheidungen der Finanzmarktakteure. Das Gremium setzt sich zusammen aus Vertreter/-innen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sowie verschiedener Bundesressorts. (Pressemitteilung Bundesfinanzministerium 6.6.2019).

Für den Beirat wurden insgesamt 37 Mitglieder sowie 11 Beobachter benannt: Sustainable Finance-Beirat.

Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2019

Am 3.6.2019 veröffentlichte das Forum Nachhaltige Geldanlagen seinen Marktbericht 2019. Erneut wurde für verantwortungsbewusste und nachhaltige Anlageformen in Deutschland ein deutliches Wachstum von 28% bzw. um € 48 Mrd. auf € 219 berichtet. Bei nachhaltigen Investmentfonds und Mandaten war der Zuwachs mit 45% sogar noch ausgeprägter.

Für 2019 werden von den Marktteilnehmern weitere deutliche Wachstumsraten erwartet. 27 von 54 Befragten gehen von einem Wachstum bis zu 15% aus. 23 erwarten Zuwächse im Bereich von 15 bis 30%, 4 sogar darüber. Einzelheiten zu den einzelnen Marktsegmenten im FNG – Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2019.

Der Marktbericht gibt schon zu Beginn einen Ausblick auf die weitere qualitative Entwicklung des Marktes: Auch das FNG erwartet eine verstärkte Hinwendung zu wirkungsorientierten Anlagen, weg von rückblickenden ESG-Kriterien. Hierzu die Zusammenfassung im Bericht auf S. 4

Zur zukünftigen Entwicklung des Marktes für verantwortliche
Investments und Nachhaltige Geldanlagen
1. Spätestens seit dem Erscheinen des EU-Aktionsplans im März 2018 zeichnet sich der Markt für verantwortliche Investments und Nachhaltige Geldanlagen durch eine bis dahin nicht gekannte Dynamik aus.
2. Die verpflichtende Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenz in der Anlageberatung wird großen Einfluss auf die Entwicklung des Marktes für Nachhaltige Geldanlagen haben.
3. Derzeit spricht einiges dafür, dass die Frage nach der Wirkungsorientierung von Investments zu einer nächsten Entwicklungsstufe Nachhaltiger Geldanlagen führen wird.
4. Durch die Transparenzanforderungen für Asset Manager und Asset Owner wird ESG-Integration ein inhaltlicher Treiber für die qualitative Weiterentwicklung des Marktes für Nachhaltige Geldanlagen.

Vom (Un-)Sinn quantitativer Nachhaltigkeitsratings

Manche Meldung samt beigefügtem Link erweist sich bei näherer Betrachtung als wahre Schimäre oder besser: Ausgemachte Meldungsente. So z.B. die in den „Broker-News“ von https://www.brokervergleich.de/ am 11.6.2019 enthaltene nachstehende Meldung:

Unternehmen berichten nur spärlich über ihre Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeitsberichte deutscher Unternehmen sind oft voller Worthülsen und schwer zu vergleichen. Das zeigt eine aktuelle Studie, die 131 Unternehmen aus den Deutschen Aktien Indizes untersucht hat. Einheitliche Standards sind dringend nötig.

…erfahren Sie mehr

Der Link führt zu einer Wiedergabe einer Studie der cometis AG , Wiesbaden, bei Investmentsparen.net, der bereits viele kritische Bemerkungen zur aktuellen Berichterstattung enthält. Von dort aus führt ein Link zum Original der Pressemitteilung der cometis AG vom 27.5.2019, die selbst die eigenen Erhebungen in der Studie kritisch beleuchtet:

„Die Unternehmen der verschiedenen DAX-Segmente hat cometis hinsichtlich des Umfangs der bereitgestellten Informationen durchleuchtet. Für qualitative Aussagen vergab cometis lediglich 1 Punkt und für quantifizierte Angaben jeweils 2 Punkte. Bei der Untersuchung blieb die Aussagekraft der bereitgestellten Informationen allerdings unberücksichtigt. So erhielt der Nachhaltigkeitsbericht von Adidas zwar lediglich 66 Punkte. „Aber Adidas überzeugt mit klaren Nachhaltigkeitszielen. Zudem kommuniziert das Unternehmen die festgestellten Verstöße gegen die Compliance in außergewöhnlich transparenter Form,“…

Insofern relativieren sich natürlich die 450 Punkte des vermeintlichen „CSR-Berichtschampions“ im Dax30 ebenso wir die mageren 44/45 Punkte der Unternehmen mit den „spärlichsten CSR-Informationen.  Zur Einordnung der 45 Punkte nach eigener Anschauung sei ein Blick in den aktuellen Nachhaltigkeitsbericht 2018 der Allianz SE empfohlen (EN): Shaping our Sustainable Future.

Während die Unsinnigkeit einer simplen „Indikatorenzählerei“ bzw. -bepunktung relativ leicht nachvollziehbar erscheint, wird dies bei bei höher verdichteten Kennzahlen wie „ESG-Scores“ schon schwerer verdaulich. Trotzdem gibt es hierzu klare Aussagen:

„Es zeigt aber in aller Deutlichkeit, dass ein reiner ESG-Portfolio-Score zwar einfach und daher verführerisch erscheint, aber letzten Endes keinen Sinn macht.“

schreibt Roland Kölsch, Geschäftsführer der Gesellschaft für Qualitätssicherung Nachhaltiger Geldanlagen mbH, die das FNG-Siegel betreut, in einer Mail vom 14.5.2019. Beigefügt ist eine interessante empirische Auswertung unterschiedlicher Ratingansätze (hier MSCI versus Sustainalytics): Man numeric – ESG Data: Building a solid Foundation, March 2019.

Der Mail enthält die folgende Grafik aus der lediglich fünf Seiten umfassenden, aber äußerst aussagefähigen Studie (S. 3, erste Spalte oben):

2019-06-man-numeric-1.png

 

Die Grafik zeigt eindrucksvoll, dass die numerischen summarischen Nachhaltigkeitsratings der Anbieter MSCI und Sustainalytics (ESG Composite) zwar stabil, aber mit etwa 0,5 nicht besonders hoch korreliert sind. Dagegen fallen die Wertungen in den Teilbereichen Umwelt (Env. Composite), Soziales (Soc. Composite) und Unternehmensführung (Gov. Composite) deutlich auseinander. Dies ist angesichts der deutlich abweichenden Methodik kaum verwunderlich:

2019-06-man-vendors-1.png

 

Vor diesem Hintergrund scheint die Schlussfolgerung der Studie logisch:

„The result is a principles-based approach that aims to identify companies making thoughtful long-term decisions. We believe that companies that take a long-term view towards being good stewards will ultimately be the ones that succeed.“

Consorsbank mit Aktion zur Nachhaltigkeitswoche

Nachhaltigkeitswoche: Sie legen an, wir spenden

Guten Tag,

anlässlich der Europäischen Nachhaltigkeitswoche machen wir Ihnen ein besonderes Angebot: Investieren Sie mit dem Parvest Aqua in effiziente Lösungen für sauberes Wasser. Wir geben Ihnen 100 Prozent Discount auf den Ausgabeaufschlag. Zusätzlich spenden wir 10 Euro je Investor an die gemeinnützige Umweltorganisation „One Earth – One Ocean“.

Jetzt investieren: Link Aktion Consorsbank

Viele Grüße aus Nürnberg

Grundsätzlich ein weiteres Indiz, wie viel mehr Aufmerksamkeit Nachhaltigkeit auch bei eher „konventionellen“ Banken gewonnen hat.

DKB Bank – Fondspalette auf Nachhaltigkeit

Am 3.6.2019 kündigte die DKB Bank mit ihrem Fondspartner BayernInvest eine Umstellung der Fondspalette an. Unter der Überschrift „Nachhaltigkeitsfonds setzen auf Klimaschutz, SDG-Ziele oder ESG-Vorreiter“ wird das zukünftige Fondsangebot in einer Pressemitteilung beschrieben:

  • DKB Nachhaltigkeitsfonds Klimaschutz
  • DKB Nachhaltigkeitsfonds SDG
  • DKB Nachhaltigkeitsfonds Europa

Bei den Fonds werden sowohl thematische Anknüpfungen als auch ESG-Kriterien genutzt. Teilweise handelt es sich um die Verschmelzung bestehender kleinerer Fonds mit einer verstärkten thematischen Ausrichtung. Dies erklärt u.a., warum unter dem Link zu den Portfolioinformationen de DKB Nachhaltigkeitsfonds Klimaschutz Informationen zum DKB Pharma Fonds – ANL EUR DIS (Stand: 12.6.19) hinterlegt sind. Leider besteht aktuell keine hinreichende Transparenz über die Portfolien und die verfolgten Anlagekonzepte. Sie werden etwas ungenau beschrieben.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die von der Triodos Bank Deutschland geführte Liste #nachhaltige100 umfasst 100 Auftritte in sozialen Medien mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Investabel® rückte bei insgesamt wenig Bewegung in der Rangfolge im Mai um ganze 15 Plätze von Rang 72 auf 57: https://diefarbedesgeldes.de/nachhaltige100/.

Angebot Seminare, Vorträge, Workshops

Laut Scope sind in Deutschland 641 Fonds mit dem Etikett „nachhaltig“ zugelassen. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund € 160 Mrd. 65 Fonds tragen das im November 2018 vergebene „FNG-Siegel 2019“ des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), für das sich 66 Fonds beworben hatten. Leider hat nahezu jeder Fonds seine eigene Interpretation von Nachhaltigkeit, was die Suche nach passenden Anlageangeboten erschwert. Trotzdem lässt sich der Markt grundsätzlich sehr schnell erschließen.

In 1,5 bis 2 Stunden kann schon ein Überblick gewonnen werden, was Nachhaltigkeit ausmacht und wie „aus dem Bauch“ Geldanlagen auf ihre nachhaltige(re) Wirkung beurteilt werden können. Darüber hinaus Hinweise auf die sehr verbreiteten Irrtümer bei „grünen Illusionen“ – Nachhaltigkeit, die es auf den zweiten Blick doch nicht ist.

Ein weiteres Format ergab sich aus der Mitgestaltung der FridaysForFuture Demonstration am 12.4.2019. Das für den öffentlichen Raum gedachte Konzept läßt sich, z.B. mit spielerischen Elementen verbunden, sehr gut auch für jüngere und ältere Gruppen in der Zivilgesellschaft verwenden. –

Mehr dazu: Angebote – Seminare, Vorträge, Workshops

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Dreiundsiebzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltige Crowdfundings

2018-08-14 Solartainer

Beitragsbild/Foto: Solartainer® von Africa Green Tec

Dr. Ralf Breuer

6. November 2018

Am 6.9.2018 kündigten die Triodos Bank Deutschland und bettervest eine Kooperation an* Zusätzlich hat sich die von einer hundertprozentigen Tochter der niederländischen Muttergesellschaft Triodos N.V. verwaltete „Triodos Sustainable Finance Foundation“ mit einem nicht genannten Anteil an bettervest beteiligt. Nach GLS Bank und GLS Crowd ist dies die zweite engere Kooperation einer auf Nachhaltigkeit fokussierten Bank mit einem FinTech für Schwarmfinanzierung (Crowdfunding). Aus diesem Anlass will der Beitrag beide Kooperationen etwas beleuchten.

Nachhaltigkeit ist geschäftspolitische Logik

Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft ist kein Aktionismus, sondern knallharte geschäftliche Logik. Entsprechend hat sich auch die The Investment Leadership Group (ILG), ein Netzwerk von Spitzenvertretern der globalen Investmentbranche positioniert, dessen Mitgliederliste sich wie ein „Who-is-who“ der Finanzbranche liest: Vertreter der ILG sagten der EU-Kommission ausdrücklich ihre Unterstützung für den Plan zu: Top investment executives commit to Sustainable Finance Action Plan in High-Level Meeting with European Commission. Die Gruppe selbst erarbeitet einen methodischen Rahmen für eine Ausrichtung ihrer Tätigkeit an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs).

Vor allem die deutlich verlängerte Perspektive hin zum längerfristigen (finanziellen) Erfolg kommt der Investmentbranche insbesondere im Pensionsgeschäft sehr entgegen. Viele Auswirkungen von Klimawandel und Energiewende gehen derzeit nicht in die finanzielle Berichterstattung ein. Die herrschende Logik der globalen Finanzinvestoren ist, dass die SDGs die Chancen definieren, während das Klima die Risiken treibt.

Deutschland international im Rückstand

Deutschland hat bei Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft gegenüber den meisten Nachbarländern einen bedeutenden Rückstand. Manche Kommentare stellen z.B. gegenüber Frankreich einen Rückstand von fünf Jahren fest. Und tatsächlich haben dort schon fünf der sieben größten Bankengruppen Nachhaltigkeit im strategischen Fokus. Die größte Bankengruppe Crédit Agricole bezeichnet sich selbst als Bank für nachhaltige Entwicklung – in der Nische des Geldautomaten.

2018-05-03 CA Nimes

Foto: Ralf Breuer, Crédit Agricole du Languedoc, 1 Rue des Halles, F-30000 Nimes

Frankreich ist nur eines von vielen Beispielen. Auch bei der größten europäischen Bank HSBC ist Nachhaltigkeit Chefsache – im weltweiten Konzern und bei der deutschen Tochtergesellschaft. Sie hat eine Informationsseite zu nachhaltiger Finanzierung als „Advertorial“ bei der „Süddeutschen Zeitung“ gestaltet. Neben einem Glossar zum Thema Nachhaltigkeit bietet die Seite sehr informative Texte zu den Themen „Nachhaltige Finanzierung“, „Nachhaltige Investments“ und „Regulatorik“. Hier geht es zum sehr informativen „Advertorial“ bei der Süddeutschen Zeitung.

Nachhaltige Anlageprodukte demokratisieren die Lösung unseres gemeinsamen Problems

Alle Menschen teilen das Schicksal dieses Planeten und haben damit ein gemeinsames Problem. Klimawandel ist eine Folge unzureichender Nachhaltigkeit. Mit dem Klimagipfel 2015 wurden die Ambitionen in ein umfassendes Zielsystem gefasst: Die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs). Diese Ziele sind wiederum in 164 Teilziele, u.a. für das Jahr 2030 heruntergebrochen. Mit den SDGs hat Nachhaltigkeit einen Orientierungsrahmen bekommen, da sie im Gegensatz zu den bis dato geläufigen Ansätzen (SRI, ESG etc.) vorwärtsgerichtet sind. Mit ihnen findet sich Orientierung in Richtung auf ein „Mehr“ an Nachhaltigkeit. Der Konsensus in der Finanzbranche entwickelt sich immer stärker in diese Richtung und damit endet auch die herrschende Verwirrung über das, was nachhaltig(er) ist. Interview mit Roman Limacher, Geschäftsführer,Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG, Zürich: UN-SDGs als neuer Trigger für Nachhaltige Geldanlagen.

Studierende der Fachhochschule Köln haben einen Bierdeckel gestaltet, mit dem diese Zielwelt in kompakter Form sichtbar gemacht wird.

2018-03-23 id-17ziele_projekte_bierdeckel_gross

Mit den 17 Zielen wird deutlich, welche Probleme auf diesem Planeten zu lösen sind. Diese Lösungen erfordern Kapital, das nicht allein aus öffentlichen Quellen kommen kann. Zahlen von Roland Berger im Greentech-Atlas 4.0 2018 stellen allein für Umwelttechnologien einen enormen Finanzierungsbedarf fest: Das weltweite Marktvolumen der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz wird sich von mehr als 3.200 Milliarden Euro im Jahr 2016 bis 2025 voraussichtlich auf über 5.900 Milliarden Euro erhöhen.

Mit dem Angebot nachhaltiger Anlagemöglichkeiten für private Anleger werden folglich die finanziellen Lösungsmöglichkeiten unserer kollektiven Probleme vergrößert. Bei institutionellen Anlegern ist dies schon deutlich verbreiteter und deckt sich mit der von ihnen verfolgten oben beschriebenen Logik. Zielrichtung sind dabei die SDGs, von denen beispielsweise mit Energie- und Wasserprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern gleich mehrere adressiert werden können, neben Klimaschutz (Ziel Nr. 13) durch bezahlbare und saubere Energie (7) , Armut (1), Bildung (4) und Infrastruktur. Ein Beispiel ist die dezentrale und nicht netzgebundene erneuerbare Energieerzeugung, die gleichzeitig Mobilfunk speist, wodurch bessere Möglichkeiten der Einkommenserzielung und Bildung geschaffen werden.

Eine beachtliche Zahl von Crowdfundings

Die Zahl von Plattformen für Schwarmfinanzierungen (Crowdfundings) im deutschsprachigen Raum beträgt laut www.crowdfunding.de bei beachtlichen 148 (Stand: 6.11.20189 ! Ein erster Überblick ist eher verwirrend, auch Spendenplattformen als Crowdfundings aufgelistet. Allerdings können hier die Grenzen bereits fließend sein, z.B. bei der Finanzierung von Projekten in den Bereichen Kultur und Sport.Und auch bei den  reinen Finanzierungsplattformen ist der erste Eindruck schon verwirrend genug. Die Informationsmöglichkeiten sind zwar vielfältig, aber gerade der erste Eindruck gestaltet sich aufwändig.

Unter den neun bei www.crowdfunding.de genannten Plattformen für die Finanzierung von Energieprojekten sind auch die beiden Anbieter genannt, die nun fest mit einer Bank kooperieren.

Crowdfundings verringern Marktbarrieren

Grundsätzlich können Crowdfundings eine weitere Beitragsmöglichkeit zur Finanzierung von mehr Nachhaltigkeit sein. Anlegern können sich bereits mit kleineren Beträgen (bettervest ab € 50) Finanzierungsbeteiligungen ermöglichen. Damit öffnen sie einen Markt für Finanzanlagen z.B. in Energieprojekte, wofür traditionell deutlich höhere Einstiegsbeträge jenseits der € 5.000 notwendig waren. Dies führte bei den Anlegern zu hohen Risikokonzentrationen und entsprechenden Verlusten im Problemfall. Aus diesem Grunde hat der Gesetzgeber auch den maximalen Zeichnungsbetrag auf € 10.000 begrenzt.

Die Crowdfundings sind grundsätzlich nicht weniger risikoreich als herkömmliche Direktbeteiligungen. Dies signalisieren schon die „sportlichen“ Zinsangebote, die oft in der Bandbreite von 4,5% bis 10% liegen. Zudem erhält der Anbieter noch eine Provision von regelmäßig rund 10% (vgl. bettervest: Fragen von Investoren). Sie lassen sich aber in aller Ruhe online abschließen und die Anlage kann bei vergleichbaren Beträgen über verschiedene Anbieter, Projekte, Risikoprofile, Laufzeiten, Regionen etc. gestreut werden. Dies wird nach Beobachtungen des Autors auch genutzt. Hierauf weisen insbesondere die relativ niedrigen durchschnittlichen Zeichnungsbeträge je Zeichner hin.

Anleger sind aber immer gut beraten, kritisch zu hinterfragen. Dies ist bei den meisten Anbietern bereits online gut möglich und wird durch die gesetzlich vorgeschriebenen Dokumenten sowie die jeweiligen Informationsangebote unterstützt. Und auch bei den Finanzierungszielen sind Fragen legitim: Z.B. dann, wenn lediglich das Projektrisiko übertragen wird. Dies ist bei einigen Immobilienprojekten für soziale Einrichtungen der Fall, bei denen nur die relativ risikoreiche Zeit bis zur vereinbarten Übergabe an einen Träger finanziert wird, also nur die Erstellung, nicht der Betrieb.

bettervest

Die Idee zu bettervest entstand bereits 2012. Schwerpunkt sind kleinere Projekte im Bereich erneuerbare Energieerzeugung, Energieeffizienz und Wasserversorgung vorrangig in Entwicklungs- und Schwellenländern ausgerichtet und bisher nicht mit anderen Engagements einer Bank verbunden.

Bisher wurden 76 Projekte im Gesamtvolumen von € 10,8 Mio. platziert. Während in der Anfangszeit auch Projekte unter € 10.000 vermittelt wurden, liegen die meisten Projekte derzeit im Bereich von rund € 100.000 bis € 200.000. Die hohen Anlegerrenditen von häufig 7% und mehr signalisieren ein substanzielles Risiko, dass über die relativ hohe Anzahl von Projekten und den niedrigen Mindestbetrag von € 50 gemildert werden kann. Erfreulich ist das hohe Maß an Transparenz, mit der Projektstatistik und der detaillierten Projektübersicht. Hier werden auch die bisher ausgefallenen sechs Projekte aufgeführt – alle aus dem Bereich Energieerzeugung bzw. -effizienz und ausnahmslos in Deutschland.

GLS Crowd

Im Februar 2017 startete die GLS Crowd, die zwar den Namen und den Markenauftritt der GLS Bank nutzt, aber nicht mit ihr durch eine Kapitalbeteiligung verbunden ist. Vielmehr kooperiert die Bank mit der CrowdDeskGmbH als Plattformbetreiber und schlägt ihr Projekte zur Vermittlung vor. Die bisher platzierten 11 Projekte mit einem Finanzierungsbetrag von € 5,25 Mio. hatten ein Volumen von durchschnittlich € 475.000 und deckten ein weites Spektrum von Nachhaltigkeitsprojekten von Energieerzeugung über Energieeffizienz bis hin zur Betriebsmittelfinanzierung im Handel ab, konzentrierten sich bisher allerdings auf Deutschland. Die platzieren Nachrangdarlehen sind überwiegend komplementär zu einem eigenen Kreditengagement der Bank. Zeichnungen über die Plattform sind mit Beträgen von € 250 bis € 10.000 möglich. Für Anlagewünsche ab € 20.000 bietet die GLS Crowd zusätzlich eine Möglichkeit der Direktbeteiligung.

Nachhaltigkeit ist Trend

Auch wenn die deutsche Kreditwirtschaft einen anderen Eindruck vermittelt, Nachhaltigkeit ist ein gesellschaftliches Thema mit immensem Momentum. Andere Branchen haben dies längst klar erkannt und ihr Handeln einschließlich der Marktkommunikation hierauf ausgerichtet, so z.B. im Einzelhandel (vgl. z.B. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Fünfundfünfzig: Weltspartag). Es ist beachtlich, wie oft sich der Begriff bereits in den Werbeprospekten und im stationären Handel findet: Alltagsfotos Nachhaltigkeit

Die Pressemitteilung vom 6.9.2018* bringt es auf den Punkt: „Genauso wie “Bio-Produkte” in den letzten Jahren massentauglich geworden sind, gilt es jetzt nachhaltige Geldanlagen in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.“ Crowdfunding mit niedrigen Mindesbeträgen ist ein zusätzliches Mittel hierzu.

*Hinweis: Im Text finden sich Links mit dem Zusatz „*“. Es handelt sich hierbei um Hyperlinks, die mit Hinweisen auf ihre Herkunft in den Beiträgen gekennzeichnet sind und zu einer erfolgsabhängigen Vergütung im Falle eines hierauf zurückgehenden Vertragsabschlusses zwischen dem Nutzer und den jeweiligen Anbietern führen können. Die Nutzung der Links ist kostenfrei.

„Gesponsert“ bedeutet ausdrücklich nicht, dass eine Vergütung für die Setzung und Nutzung der Links selbst und damit bezahlte Werbung erfolgt. Vielmehr bleiben Verwendung, Häufigkeit und Platzierung der Links im völlig freien Ermessen des Autors.

Vereinbarungen über gesponserte Links hat  der Autor derzeit mit folgenden Anbietern  von Geldanlagen in Nachhaltigkeitsprojekte: bettervest (gesponserter Link) und ecoligo investments (gesponserter Link) (Crowdfunding Energie- und Wasserprojekte), ForestFinance (gesponserter Link, Direktinvestments Wald und Kakaoanbau), SDG Investments® (gesponserter Link, Vermittlungsplattform für institutionelle Investoren, unverbindliche Registrierung ggf. bitte mit dem Hinweis auf Investabel®) 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundfünfzig

2018-10-20 Finanzbarcamp A-D

Beitragsbild/Bild: Themenvielfalt auf dem Raumplan A-D beim comdirect Finanzbarcamp am 20.10.2018 in Hamburg, Quelle: Twitter

Inhalt: BlackRock zu Nachhaltigkeit in Anlageprodukten: Wenn nicht jetzt, wann dann?; Nachhaltigkeit gehört ins Grundgesetz; Prof. Bachmann, RNE: Perspektiven für Nachhaltigkeit; Schulkinowochen #17Ziele; Bloß Werbung oder?; Nachtrag Bayernwahl; Veranstaltungsrückblicke: Bankennetzwerk am 24.10.2018 in Köln; comdirect Finanzbarcamp mit Finanzblog Award; Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt: „Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt; In eigener Sache: Gastbeitrag im Blog der Triodos Bank Deutschland; Neues Angebot – Finanzinstitute in sozialen Medien; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

26. Oktober 2018

Dr. Ralf Breuer

BlackRock zu Nachhaltigkeit bei Anlageprodukten: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Der Vermögensverwalter und ETF-Anbieter BlackRock legt eine neue Serie von Exchange-traded-funds (ETF) auf die sich an ökologischen, sozialen und Kriterien der Unternehmensführung aus richten (ESG – Ecological, Social, Governance). In der „iShares Sustainable Core Range“ wird eine Palette von sieben „ESG ETF“ angeboten, die Aktien sowie Staats- und Unternehmensanleihen einschließt. Einzelheiten finden sich auf der Internetseite von iShares.

Zum 30.9.2018 verwaltete BlackRock USD 6,44 Bio., davon USD 1,8 Bio. in mehr als 800 ETFs.

BlackRock erwartet für Produkte mit Fokus „ESG ETF“ massive Zuwächse in den kommenden zehn Jahren: Von aktuell USD 25 Mrd. auf USD 400 Mrd. in 2028, was einer Steigerung des Anteils von 3 auf 21% und einer jährlichen Wachstumsrate des Volumens von durchschnittlich 32% entsprechen würde. Auf der Grundlage dieser Erwartung heißt es in der  Pressemitteilung vom 23.10.2018: „For many the question now about sustainable ETFs is ‘why not.’“ Damit ist nicht das deutsche – eher schulterzuckende-  „Warum nicht“ gemeint. In Anlehnung an das Lied zur Handball-WM 2007 heißt das vielmehr: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Nachhaltigkeit gehört in das Grundgesetz

Nachhaltigkeit ist im Grundgesetz nicht wirklich verankert. Allein der 1994 (natürliche Lebensgrundlagen) eingefügte, 2002 (Tiere) modifizierte Artikel 20a verpflichtet die Verfassungsorgane in Hinblick auf zukünftige Generationen: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“ Quelle: www.bundestag.de

Aus der Situation der Verfassungsväter von 1948 verständlich, dass vor allem die Lösung (und Vermeidung) von Fehlern der Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland beschäftigten, weniger eine ferne Zukunft. Heute gilt es dagegen die drängenden Probleme der Zukunft anzugehen. Vor diesem Hintergrund ist die Forderung des ehemaligen Präsidenten ds Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, mehr als plausibel, Nachhaltigkeit im Grundgesetz zu verankern.

Prof. Bachmann, RNE: Perspektiven für Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär der Geschäftsstelle des Rat für Nachhaltige Entwicklung, hat in einem Beitrag zu „Der Bank Blog“ die Perspektiven für ein nachhaltiges Finanzsystem in Deutschland aufgezeichnet. Zu Recht wirft er der Bundesregierung mangelnde Aktivitäten vor und fordert mit der gleichen Berechtigung die Verbindung wichtiger Themen mit gleicher Priorität: „Digitaler und effizienter zu werden, ist kein Selbstzweck. Die Ordnung der Wirtschaft muss an Werte und Sinn des Wirtschaftens rückgebunden werden, mit anderen Worten an den Megatrend Nachhaltigkeit.“ Wann wird ein nachhaltiges Finanzsystem Realität in Deutschland? Perspektiven für eine Nachhaltigkeitsstrategie für Banken von Prof. Dr. Günther Bachmann.

Schulkinowochen #17Ziele

Die nachhaltigen Entwicklungsziele sind in Deutschland noch nicht hinreichend bekannt. Vision Kino und Engagement Global haben deshalb die Aktion „Schulkinowochen #17Ziele“ gestartet.

Einzelheiten zu der Gemeinschaftsaktion von Vision Kino und Engagement Global, die aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert wird, finden sich hier. Pädagogisches Begleitmaterial wird ebenfalls zur Verfügung gestellt.

Bloß Werbung oder?

Stolz berichtet der Twitterkanal der Sparkassen Finanzgruppe von ihren Aktivitäten in der Wissenschaftsförderung.

Wirklich nachhaltige Produktangebote sind im Angebot der Finanzgruppe allerdings rar. Und die Verbraucherzentrale in Bremen zeichnet noch ein etwas anderes Bild als Kontrast zu dem obigen Tweet: Sparkassen investieren in Kohle und Rüstung.

Nachtrag zur Bayernwahl

Nummer Dreiundfünfzig kolportierte ein Stimmungsbild der Wähler in Bayern aus der Wahlberichterstattung der ARD: Bildung, bezahlbares Wohnen sowie Umwelt/Klima an der Spitze des Wählerinteresses. So berichtet es auch die HypoVereinsbank UniCredit Deutschlandauf Twitter bzw. im Münchner Merkur für ihre Privatkunden – zwar in etwas anderer Ordnung bzw. Formulierung, aber stimmig dazu.

Veranstaltungsrückblicke

comdirect Finanzbarcamp und Finanzblog Award

2018-10-20 Finanzbarcamp E-G

Bild: Raumplan E-G beim comdirect Finanzbarcamp am 20.10.2018 in Hamburg, Quelle: Twitter

Am 20.10.2018 fand in Hamburg das vierte comdirect Finanzbarcamp statt. In insgesamt 22 Runden tauschten sich die Teilnehmer über vielfältige Finanzthemen aus. Gemeinsam mit Phillip Assenmacher führte ich 14 Besucher durch das Thema Nachhaltigkeit bei der Geldanlage. Bereits bei der Vorstellungsrunde wurde deutlich, daß die vielfältige Interpretation des Begriffs in der aktuellen Produktlandschaft verunsichert und auf mögliche Anlageentscheidungen eher abschreckend wirkt.

Erneut zeigte sich, wie wenig bekannt die Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) ist. Interessiert nahmen die Teilnehmer die mitgebrachten kölschen Bierdeckel zum Thema in die Hand und anschließend mit nach Hause.

2018-03-23 id-17ziele_projekte_bierdeckel_gross

Bild: Von Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign an der Rheinischen Fachhochschule Köln in Kooperation mit #17Ziele gestalteter Bierdeckel, von dem 85.000 Stück in Kölner Lokalen verteilt wurden

Bankennetzwerk am 24.10.2018 in Köln

Das Bankennetzwerk unter dem Dach der Academy of Finance Bonn hatte zu einer interessanten Veranstaltung in den Räumlichkeiten der DEG in Köln – die freundlicherweise als Gastgeber fungierte – eingeladen: 41 Teilnehmer wurden von insgesamt acht Referenten durch verschiedene Aspekte von Sustainable Finance – Nachhaltigkeit in der Finanzwelt geführt.

Schon der Auftaktvortrag von Julian Frede, DEG, wäre die Fahrt wert gewesen: Das Thema „Impact Messung in Zeiten der Sustainable Development Goals“ entpuppte sich als die Präsentation eines umfassenden Ratingansatzes für die Finanzierung von Entwicklungsprojekten einschließlich der hieraus resultierenden Portfolien nach sachlichen und/oder regionalen Kriterien. Wer sich je mit Nachhaltigkeitsratings beschäftigt hat, kennt die Problematik, der die DEG mit ihrem Ansatz begegnet ist. Eine Darstellung des Ansatzes findet sich hier: DEG: Wir messen Wirksamkeit.

Jan Köpper von der GLS Bank führte anschließend durch den Ansatz der Bank, Wirkungstransparenz und Nachhaltigkeit bei der Bank zu erheben. Auch sie orientiert sich bereits an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, den sogenannten „SDGs“ (Sustainable Development Goals). Diese spielen auch zunehmend im Anlagemanagement eine Rolle. Anton Bonnländer von der Bank für Sozialwirtschaft stellte die aktuelle Praxis im Hause einschließlich der verfügbaren Produktpalette vor.

Die Veranstaltung wurde dankenswerterweise von der much-net AG aus Bonn unterstützt. Zur Abrundung der Vorträge stellte der Gründer und Aufsichtsratsvorsitzende gemeinsam mit einem Berater ein umfangreiches Softwarepaket für die Integration von ESG-Ansätzen in das Portfoliomanagement vor. Und natürlich hatte bei einer Veranstaltung des Bankennetzwerk auch der Austausch zwischen Teilnehmern und Referenten einen hohen Stellenwert!

Schon in der Nummer Zweiundfünfzig, wird fortgeführt:

„Häschtäck-o-nomie“ der europäischen Finanzwelt

Immer wieder neue Schlagwörter in sozialen Medien. Warum nicht einmal einige mit dem Doppelkreuz „#“ markierte Schlagworte zusammenstellen und erläutern? Hashtags bzw. eingedeutscht „Häschtäcks“ sollen grundsätzlich das thematische Auffinden von Botschaften in sozialen Netzwerken erleichtern. Manchmal haben sie aber auch nur einfach den Status eines Mottos oder eher gar keine Bedeutung.

Die Idee entstand zufällig durch eine Fernsehwerbung: Da warb eine Bank im deutschen Fernsehen mit #bankingforfood. Also mal bei Twitter geschaut und daraus wird vielleicht irgendwann mal so etwas wie eine „Häschtäck-o-nomie“ (in Anlehnung an die geplante „Taxonomie“ von Finanzinstrumenten in Hinblick auf Nachhaltigkeit) der europäischen Finanzwelt. Gerne werden weitere Anregungen aufgenommen (Bitte Mail an info@investabel.com).

#Nachhaltigkeit #Sustainability #Durabilité #Sostenibilidad

#nachhaltig #sustainable #durable #sostenible

#SustainableFinance #SustainableFinanceEU – Im März 2018 vorgestellter Aktionsplan der EU-Kommission auf Basis der @HLEG – High Level Expert Group

#h4SF – Hub for Sustainable Finance Germany (Deutsche Börse AG + Rat für Nachhaltige Entwicklung Deutschland), er organisierte am 25.9.2018 den zweiten Sustainable Finance Gipfel Deutschland

#SFGD17, #SFGD18 – Sustainable Finance Gipfel Deutschland, zuletzt 25.9.2018

#SDGs – Die 17 nachhaltigken Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Finance Goals, SDGs)

#ACT4SDGs #WeACT4SDGs (globale Kampagne für die SDGs am 25.9.2018)

#changenowsummit – Veranstaltung am 28.9.2018 mit 6.000 Teilnehmern in Paris und prominenter Beteiligung großer französischer Banken. Im Zuge der Veranstaltung wurde auch ein Schlagwort wiederbelebt:

#ActForImpact – Handeln für positive Nachhaltigkeitswirkungen (im Sinne der SDGs)

#bankingforfood – Initiative der niederländischen Rabobank. Einsatz des Bankgeschäftes um eine zuverlässige Versorgung der Weltbevölkerung sowie faire Bedingungen in den Erzeugerländern zu unterstützen. Mehr dazu auf der deutschen Seite von Rabodirect

#AllemGewachsen (Sparkassen, selten verwendet) – Wozu er wohl kreiert wurde…

#denngeldkannsovielmehr (Triodos Bank Deutschland) – Eher ein Motto…

#PositiverBeitrag #PositiveImpact (Deutsche Bank, aktuelle Kampagne) – Hat definitiv wenig bis nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Leicht zu verwechseln mit #ImpactInv oder #ImpInv für wirkungsorientierte Investments

#sharedichdrum (GLS Bank) – Auch kein schlechtes Motto…

In eigener Sache

Gastbeitrag im Blog der Triodos Bank Deutschland

Am 25.10. erschien im Blog der Triodos Bank Deutschland ein Gastbeitrag: Deutsche Banken hinken beim Thema Nachhaltigkeit hinterher. Die Einleitung der Redaktion ordnet den Beitrag ein: Nachhaltigkeitsbanken wie die Triodos Bank, deren DNA nachhaltiges Banking ist, haben in Deutschland einen Marktanteil, der einstellig ist und eher als „homöopathisch“ beschrieben werden kann. Zwar wachsen die nachhaltigen Banken in einem stagnierenden Gesamtmarkt überdurchschnittlich stark – doch um einen wirklich nachhaltigen Wandel des Finanzsystems zu bewirken, müssen sich die Großen, muss sich der Mainstream bewegen. Der Finanzexperte und Finanzblogger Dr. Ralf Breuer, der den Blog Investabel betreibt, blickt im Gastbeitrag auf eben diesen Mainstream und ordnet ein, was sich dort mit Blick auf die Nachhaltigkeit tut.

Den ganzen Beitrag lesen Sie im Blog Die Farbe des Geldes

Neues Angebot: Finanzinstitute in sozialen Medien

Seit neun Jahren bei Twitter, 500.000 private Girokonten, 5.400 Follower und nur 2 (!) „gefällt mir“? Genau das zeigt eine Auswertung vom Auftritt von Finanzinstituten in sozialen Medien. Viele Kreditinstitute betreiben ihren Auftritt in sozialen Medien eher „kostengünstig“ und nach näherer Anschauung kontraproduktiv. So haben 12 von 19 der ausgewerteten Kanäle von Banken, die alle seit mindestens sechs Jahren aktiv sind, deutlich weniger „gefällt mir“ als der @Investabel bei Twitter. Den gibt es allerdings erst seit Mai 2017. Da bei wäre bei vielen Betreibern Abschalten die bessere Lösung. Falls Sie in sozialen Medien oder bei Nachhaltigkeit lieber an- als abschalten möchten: Angebote.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Dreiundfünfzig bis Eins

 

 

 

Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiunddreissig

Inhalt: EU-Aktionsplan mit kraftvollem Antritt; Bierdeckel für mehr Bewusstsein über die „SDGs“; Starke Investorenüberzeugung – starke Worte; Danone begibt als erstes Privatunternehmen eine „Sozialanleihe“; Getränkekonzern AB Inbev – Nachhaltigkeitsziele 2025

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

26. März 2018

Dr. Ralf Breuer

Beitragsbild: Von Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign an der Rheinischen Fachhochschule Köln in Kooperation mit #17Ziele gestalteter Bierdeckel

EU-Aktionsplan mit kraftvollem Antritt

Die EU-Kommission stellte am 22.3.2018 ihren Aktionsplan vor, mit dem die Finanzwirtschaft verstärkt für eine nachhaltige(re) Entwicklung in die Pflicht genommen werden soll. Grundlage ist der im Januar vorgelegte Schlussbericht einer hochrangigen Expertenkommission, der „High-Level Expert Group on Sustainable Finance“ (HLEG). Mehr im Beitrag Schlussbericht der EU-Experten.

Bei der Veranstaltung sprachen neben Kommissionspräsident Juncker auch Michael Bloomberg als UN-Sonderbotschafter und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron. Beide hielten starke Plädoyers. (Programm der Veranstaltung am 22.3.2018 in Brüssel hier).

Die großen deutschen Finanzgruppen haben sich bisher nur zurückhaltend zu den Absichten der EU-Kommission geäußert. Die privaten und öffentlichen Banken haben dagegen den Plan begrüßt. Sicherlich sind noch einige Diskussionen zur Umsetzung notwendig, allerdings ist die Relevanz von Nachhaltigkeit für die gesamte Kreditwirtschaft unbestreitbar.

Dies betrifft ganz besonders die Risiken, da sich durch Klimawandel und Energiewende nicht nur auf Kraftwerksbetreiber, sondern unmittelbar z.B. auch auf Handwerksbetriebe auswirken. So können drohende Dieselfahrverbote erhebliche negative Einflüsse auf den Betrieb und die betrieblichen Investitionen haben, wodurch auch kleine, lokale Kreditinstitute betroffen sind. Volkswagen Financial Services u.a. hat bereits auf verminderte Restwerte im Leasing von Dieselfahrzeugen hingewiesen.

Die anwesenden Vertreter aus der Finanzwirtschaft betonten stärker die geschäftspolitischen Chancen als die aus dem Aktionsplan resultierenden (Arbeits-)Belastungen, wie zwei exemplarische Aussagen belegen:

Die Veranstaltung schloss mit starken Imperativen zur zukünftigen Rolle des Finanzsektors:

Sustainable Finance is not an option, it’s a must – All finance has to be sustainable

Der Aktionsplan und die ersten Reaktionen aus der deutschen Kreditwirtschaft sind in folgendem Beitrag zusammengefasst: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Aktionsplan der EU-Kommission. In der deutschen Presse fand die Veranstaltung nur wenig Resonanz. Am Freitag fiel nur ein Bericht in der Börsenzeitung ins Auge (Paywall): Mehr Investitionen für Klimaziele.

Begleitend zum Aktionsplan hat die EU-Kommission am 21.3.2018 ein Konsultationsverfahren zur externen Unternehmensberichterstattung eingeleitet: Public consultation: Fitness check on the EU framework for public reporting by companies. Diese Konsultation nimmt ausdrücklich auf den Plan Bezug und sollte in längerfristigen Zeithorizonten in der Berichterstattung sowie einer deutlichen Erweiterung der Berichtspflichten, z.B. in Bezug auf Klimarisiken und Nachhaltigkeitsbeiträgen münden. Erste Ergebnisse wurden für das Jahr 2019 avisiert.

 

Bierdeckel für mehr Bewusstsein über die „SDGs“

Bei einer Veranstaltung zu nachhaltiger Entwicklung in Bonn bemerkte die frühere Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wiczorek-Zeul: „Die SDGs sind in Deutschland eines der bestgehüteten Geheimnisse“.

Umso erfreulicher ist die von Studenten der Rheinischen Fachhochschule Köln in Kooperation mit dem Projekt #17Ziele umgesetzten Idee, die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele auf Bierdeckeln wiederzugeben. Mit der Verteilung der 85.000 Exemplare in Kölner Lokalen ist die Aufforderung verbunden, das jeweils bevorzugte Ziel in Mundart auf den Deckel zu fassen und als Bild auf Instagram zu veröffentlichen. Link zur Kampagne.

Die Initiatoren würden die Aktion gerne fortsetzen, benötigen hierfür allerdings finanzielle Unterstützung. Eigentlich sollten sich rund € 4.000 für weitere 50.000 Exemplare doch auftreiben lassen. Da es sich um 17 verschiedene Drucke handelt, gilt leider nicht der Großserienpreis (€ 1.600 für 50.000).

2018-03-23 id-17ziele_projekte_bierdeckel_gross

Starke Inv.estorenüberzeugung, starke Worte

Bemerkenswerte Aussagen wurden von der Vereinigung der Private Equity Investoren aus Luxemburg berichtet (LPEA – Luxembourg Private Equity and Venture Capital Association, lpea.lu). Die Vereinigung ist der Auffassung, dass eine Hinwendung zu wirkungsbezogenen Investments zwingend ist. Andernfalls würde sie von seiten der Aufsicht zwingend gemacht.

Danone begibt als erstes Privatunternehmen eine „Sozialanleihe“

Dazu passend ein (Nach-)Satz aus der Pressemitteilung von Danone, in der das Unternehmen die Emission einer „Sozialanleihe“ (Social Bond) mit einem Volumen von € 300 Mio. kommuniziert: „Creating positive impact on our ecosystem is a key enabler to drive sustainable value.“ (Press release – Paris, March 19, 2018).

Danone ist damit das erste private Unternehmen, dass soziale Belange seiner „Stakeholder“ mit einer Anleihe finanziert und fördert.

Getränkekonzern AB Inbev – Nachhaltigkeitsziele 2025

Auch passend zu bewußtseinsbildenden Bierdeckeln: Außerhalb der (deutschen) Finanzwirtschaft haben Nachhaltigkeitskriterien teilweise schon einen bemerkenswerten Stellenwert. So hat der globale Getränkekonzern AB Inbev (u.a. Beck’s, Franziskaner, Corona) ein Zielsystem für das Jahr 2025:

2018-03-26 AB Inbev.jpg

Quelle: www.presseportal.de

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Einunddreissig bis Eins

Nummer Einunddreissig am 20. März 2018: EU-Aktionsplan mit wuchtiger Vorstellung; Greenbonds in neuen Dimensionen; Nach Green Finance kommt Blue Finance; Neuseeland erkennt Klimawandel als Asylgrund an; Union Investment: Nachhaltigkeit erhält mehr Gewicht

Nummer Dreissig am 8. März 2018: EU-Kommission legt Aktionsplan vor; Möglichkeiten und Grenzen der Blockchain; In eigener Sache: 1. #nachhaltige100, 2. GLS Bank Nachhaltigkeits Blog Award 2018, 3. Gesponserte (affiliate) Links

Nummer Neunundzwanzig am 19. Februar 2018: Dynamische Entwicklung bei Nachhaltigkeitsanleihen; Fortschritte bestimmen den Kreditzins;  Die Schweiz reguliert den Kryptomarkt (ICOs); BaFin nimmt Stellung; Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken

Nummer Achtundzwanzig am 6. Februar 2018, ergänzt 7. Februar 2018: Schlussbericht der EU-Experten; WWF mit Anregungen zu den Koalitionsverhandlungen; Orientierung bei Crowdfunding tut not; Triodos UK mit neuem Crowdfunding; Gebrutstagsgruß an die Dekabank; Finanzielle Inklusion wird zum Geschäftsmodell; Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken

Nummer Siebenundzwanzig am 25.1.2018: Klimawandel – Ein Anlagethema mit Tücken; Genossenschaftsbanken mit Nachhaltigkeitskampagne; Preissenkung bei RoboAdvice quirion; Veranstaltung „Sustainable Finance“ am 22.1.2018

Nummer Sechsundzwanzig am 12.1.2018: Und noch mehr „RoboAdvice“- Werthstein, savemate…; Anleihen mit Klimabezug (Green Bonds) wachsen stark

Nummer Fünfundzwanzig am 9./10.1.2018: Börsenzeitung: Grüne Finanzanlagen erreichen kritische Masse; Rückblick 2017/Ausblick 2018

Nummer Vierundzwanzig am 14.12.2017: Banken- und Produktcheck der Verbraucherzentrale; EU investiert € 9 Mrd. in Klimaprojekte; EU mit Plan für nachhaltige Finanzwirtschaft März 2018; Studie Deutsche FinTech; Buchankündigung Digitalisierung und Nachhaltigkeit; Jetzt schon 41 Onlineangebote für Anlageberatung und Vermögensverwaltung in Deutschland

Nummer Dreiundzwanzig am 12.12.2017: Marktübersicht nachhaltige Geldanlagen; Niederländische Finanzwirtschaft mit Plattform zur CO2-Erfassung; Europäische Großbanken und Klimawandel; Eine zutreffende Zustandsbeschreibung der deutschen Kreditwirtschaft

Nummer Zweiundzwanzig am 6.12.2017: Übersicht FinTech im deutschsprachigen Raum; Prospery – eine weitere Vermögensverwaltung online; Asset Management – von verantwortungs- zu wirkungsbewusst; N26 – ein FinTech wider die Nachhaltigkeit?

Nummer Einundzwanzig am 4.12.2017: Bisher USD 100 Mrd. neue Anleihen mit Klimabezug; 45 Fonds mit dem FNG-Siegel versehen, Neues Zentrum für nachhaltige Finanzwirtschaft in Schweden

Nummer Zwanzig am 28.11.2017: Nachhaltigkeit mit großer Relevanz für Banken; SDG FinTech Initiative; Crowdfunding; Goodfolio vor dem Marktstart

Nummer Neunzehn am 15.11.2017: comdirect FINANZbarcamp 2017; Die Grenzen von Blockchain/Bitcoin; …der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Nummer Achtzehn am 8.11.2017: Global Financial Development Report 2017/2018; UN Environment/World Bank Group – Roadmap for a Sustainable Financial System Report at COP23; Glücksatlas 2017; Consorsbank mit Nachhaltigkeit im Angebot; NRW Pensionsfonds mit nachhaltigen Kriterien

Nummer Siebzehn am 6.11.2017: Jamaika auch mit Nachhaltigerer Finanzwirtschaft?; McKinsey-Studie: Verantwortungsbewusst = normal; Französische Banken: Green Supporting Factor; FinTech und Nachhaltigkeit in Beispielen; Globales Dauerthema Finanzbildung

Nummer Sechzehn am 27.10.2017: Sustainable Finance Gipfel am 23.10.17 Frankfurt/M.; Nachhaltigen Geldanlagen fehlt Transparenz; Veranstaltungen zu Nachhaltigeren Finanzen; Börse Johannesburg mit Green Bonds; GAFA + Alipay(cab) in den USA; Revolut, Simpleinsurance und Allianz kooperieren; Stash – Eine junge Anlegerseite auch für Angefangene…

Nummer Fünfzehn am 18.10.2017: Entwicklungsgeschichte der FinTech/RegTech; Aktuelle FinTech-Landschaft in Deutschland; FinTech und GAFA – Situation erkannt?; Commerzbank-Analyse „What if the game changes?;  Sustainable Finance Gipfel 23.10.17; Emmanuel Macron zu Green Finance

Nummer Vierzehn am 16.10.2017: Britische Regierung hat Fokus auf „Green Finance“; Green Bonds mit starkem Momentum; Warburg Navigator live; Alibaba plant USD 15 Mrd. für Forschung; Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments

Nummer Dreizehn am 11.10.2017: FNG – Leitfaden nachhaltige Geldanlagen; ÖKO-TEST – Nachhaltige Indices und Indexfonds; Alipay weltweit und in Europa

Nummer Zwölf am 9.10.2017: EU-Kommission, Deutsche Bundesbank und niederländische Zentralbank fordern mehr Nachhaltigkeit und  Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; BNP Paribas mit Greenbond Fonds für Privatanleger; comdirect Fintech-Studie, Umfrage zu FinTech und GAFAs, Finanzblog-Award

Nummer Elf am 5.10.2017: Deutsche Bundesbank fordert Berücksichtigung von Klimarisiken; Nachhaltige Finanzwoche in Frankreich; Französische Banken stark nachhaltig engagiert; Pimco sieht SDGs als gute Anlagegrundlage

Nummer Zehn am 2.10.2017: www.geld-bewegt.de – Ein neues Informationsangebot der Verbraucherzentralen; Markt für Anleihen mit Klimabezug wächst weiter; FinTech und deutsche Kreditinstitute; GAFA(s) – ein neuer Begriff in der Finanzwelt

Nummer Neun am 28.9.2017: Hub for Sustainable Finance startet, Luxembourg Green Exchange notiert USD 63 Mrd. Anleihen mit Klimabezug, Studie von Schroders bestätigt starken Trend zu nachhaltigeren Anlagen

Nummer Acht am 26.9.2017: FinTech – Neue Medien, alte Regeln; FinTech und nachhaltige Entwicklung; Zuwachs staatlicher Greenbonds; Triodos ruft zum Umbau der Finanzwirtschaft auf

Nummer Sieben am 20.9.2017: Die Konsolidierung bei der Vermögensverwaltung online beginnt; ING-DiBa mit Nachhaltigkeit im Direktdepot; Mikrokredit in Westeuropa?; Blockchain nicht ohne Nachteile

Nummer Sechs am 14.9.2017: Die Bank der nachhaltigen Entwicklung – eine Nische?; RegTech – Technik kann Regulierung sicherer machen, aber Regulierer sind auch gefordert; Gesellschaftliche Langfristkosten

Nummer Fünf am 12.9.2017: Nachhaltige Finanzwirtschaft in den Programmen zur Bundestagswahl 2017; Bank für Sozialwirtschaft mit neuem nachhaltigen Aktienfonds; In eigener Sache: FinanzBlogAward 2017

Nummer Vier am 8.9.2017: Zurich Insurance Group hält USD 2 Mrd. Greenbonds; BB Fund – Based Blockchain Fund; Brasilien will bei Green Bonds China und Indien folgen; Deutsche Börse und Rat für Nachhaltige Entwicklung beschließen Kooperation für Nachhaltige Finanzwirtschaft

Nummer Drei am 29.8.2017: Australischer Versicherer investiert 25% der Nettoprämien wirkungsorientiert; Quirin Privat Bank/Quirion; RegTech gegen Ängste und Aufwendungen

Nummer Zwei am 25.8.2017: Triodos Bank mit nachhaltigem Wachstum; Rekordquartal für „grüne“ Anleihen; Resilience Bonds; Nachhaltigkeit für US-Aktionäre immer wichtiger; Umfassender Bericht zur Zukunft der Finanzdienstleistungen

Nummer Eins am 22.8.2017 mit folgenden Inhalten: GLS Klimafonds, Neue Transparenz für Investmentfonds, erste islamkonforme grüne Anleihe