Modern Banking – BankingForFuture?

PBA Transactions Banner

Titelbild/Bild: Banner für die Konferenz „Transactions 19“ – mehr Informationen gegen Ende des Beitrags (gesponserter Inhalt)

9. Oktober 2019, ergänzt (Tomorrow) 14.10.2019

Dr. Ralf Breuer

Vorneweg

Dieser Beitrag ist zweigeteilt: Im ersten Teil werden Formate für Finanzdienstleistungen betrachtet, die sich an jüngere Menschen richten (können). Der zweite Teil bewirbt hoffentlich unverkennbar eine Veranstaltung, die „Transactions 19“. Wo ist der Zusammenhang? Der heißt Payment & Banking! Einerseits wurde die Auseinandersetzung mit dem Thema junge Kunden wesentlich durch Beiträge in dem Blog der Kollegen inspiriert. Andererseits organisiert das Team auch Fachveranstaltungen im Bereich Banken/Digitalisierung/Zahlungsdienste in sehr dialogfreundlichen Formaten. Die Transactions 19 am 19.11.2019 in Frankfurt wird mit 500 Teilnehmern aber auch die letzte von drei Veranstaltungen sein. Mehr dazu weiter unten.

Modern Banking lalala…

Bei „Modern Banking“ klingt etwas in Ihrem Kopf? „Du bist mein Herz und Seele“ bzw. „You’re my heart, you’re my soul“ aus dem gleichnamigen Hit des Duos D. Bohlen/T. Anders „Modern Talking“ von 1985? Ja, genau. Es ist eher eine „Ansprache“: Während Bankslogans in der Regel eher „egozentriert“ mit Selbstbezug formuliert wirken, wählen viele neue Anbieter eine direkte und emotionale Ansprache: „Die Bank, die Du lieben wirst“ (N26) oder auch „Eine revolutionäre mobile Bank, gebaut aus einem sauberen Schiefer, die sich deinen Wünschen und Bedürfnissen widmet. Erlebe, was bunq noch heute für dich tun kann.

Legt die Frage nahe: Womit können jüngere Menschen der heutigen Zeit, also die „Generation Z“ bzw. weiter gefasst „FridaysForFuture“ erfolgreich für Finanzdienstleistungen angesprochen werden?

Banking für die Generation FridaysForFuture (oder Z)

Kaum eigenständige Angebote für jüngere Menschen

Die Menschen in Deutschland kennen bei den großen Finanzgruppen Kinderprogramme wie Knax, Primax & Co. als Angebote vornehmlich für Kinder. Bei genauerer Betrachtung finden sich sogar vielfältige Formate für die Ansprache unterschiedlicher Altersgruppen junger Menschen. Allerdings: Es sind in aller Regel kleinteilige „Extras“, vielfach in Printform, selten aber wirklich auf eine Altersgruppe exklusiv zugeschnittene Dienstleistungsangebote. In mancher Form oft so „genial daneben“, dass sie nach kurzer Zeit wieder zurückgezogen werden.

Der Podcast bei „Payment & Banking“ thematisierte im September 2019 in einem Interview mit Altersgenossen „Bankgeschäft für Kinder und Jugendliche“. Im Begleittext heisst es dazu: „Gefühlt ist die Zielgruppe der 10 – 17 jährigen immer noch unterversorgt – die FinTechs „ignorieren“ sie – die „Incumbents“ behandeln sie wie gehabt – oder? Das sollte doch ganz anders sein, denn unsere Kids sind doch die Kunden von morgen. Hier ist auf jeden Fall viel mehr Weitblick und zukunftsgerichtete Denke und Prozesse auf kindgerechte Weise gewünscht.“ Payment & Banking Podcast #224: Kinder und Finanzen.

Kein Bewusstsein für Sparen?

Am 8.10.2019 erschien im Blog der Kollegen noch ein Artikel Christina Cassala: Sparen ist bei jungen Menschen ein großes Thema. Dieser Beitrag kontrastiert angenehm einen am gleichen Tag im Blog der Consorsbank erschienenen Artikel Fünf Dinge, die wir unseren Kindern über Geld beibringen solltenmit dem Intro: „Kleine und viele größere Kinder sowie einige Erwachsene neigen in finanziellen Dingen zu magischem Denken: Sie erfüllen sich dringende Konsumwünsche auf Pump und hoffen, dass von irgendwoher dann schon das Geld kommen wird, um den Kredit zurückzuführen.“

Dagegen stellt die comdirect bank AG aufgrund Ihrer Jugendstudie vom Januar 2019 fest: „Durchschnittlich 121 Euro haben junge Menschen nach eigenen Angaben monatlich zum Sparen zur Verfügung. Das entspricht in etwa einem Drittel ihrer verfügbaren Einnahmen, sei es durch Taschengeld, Nebenjob oder Festanstellung„. Bezugsgröße sind € 362, die laut einer Befragung von 1.600 Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren zur Verfügung stehen. (comdirect Pressemitteilung vom 25.6.2019).

Entsprechend die aus der comdirect Jugendstudie 2019 gezogenen Schlüsse bei Payment & Banking: „Doch weit weniger als vielleicht gedacht, verballert diese Altersgruppe nicht einfach sinnfrei ihre Ersparnisse, sondern versucht – wenn auch auf geringem Niveau – für schlechte Zeiten Geld zurücklegen. Was sie auch eint: 40 Prozent der Befragten geben der schulischen Finanzbildung die Note 5 oder 6.“

Finanzielle Bildung ist aus Sicht junger Menschen ein wichtiges Thema

Wie in der Studie der comdirect AG wird von jungen Menschen selbst ein Mangel an „Finanzbildung“ festgestellt bzw. beklagt. „Jeder zweite Deutsche gesteht, von Finanzen nichts zu verstehen. Damit liegt Deutschland bei einer europaweit durchgeführten, repräsentativen Studie von der ING-DiBa unter Konsumenten in zwölf europäischen Ländern auf dem vorletzten Platz. Vor allem jüngere Befragte zwischen 18 und 34 Jahren sehen sich hierzulande als finanzielle Analphabeten.“ stellte eine Studie von ING-Diba 2017 fest: ING-DiBa-Studie: Hälfte der Deutschen sind finanzielle Analphabeten – Deutschland im europäischen Vergleich nur Vorletzter.

2019-10-07 finanzbildung_1

Die in der Studie festgestellten Werte erschienen auch für jüngere Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren zutreffend, wobei sich das Bild im Vergleich zum Jahre 2013 etwas verbessert hatte:

2019-10-07 finanzbildung2_1

Quelle: ING-DiBa-Studie: Hälfte der Deutschen sind finanzielle Analphabeten – Deutschland im europäischen Vergleich nur Vorletzter

Und tatsächlich zeigt ein Blick in das benachbarte Ausland, dass Jugendliche (und ihr Taschengeld) von einigen neuen Anbietern im FinTech-Sektor als ein bisher nicht erschlossenes Potenzial angesehen werden. So auch der Hinweis im Text bei Payment & Banking: Mehrere hundert Euro Taschengeld und Geldgeschenke erhält jedes der über 7 Millionen Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren durchschnittlich. 

Ein Blick in die „Taschengeldtabelle“ als Richtschnur der Jugendämter zeigt, welche Beträge hier mindestens in Rede stehen Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Jahren etwa rund € 160 Mio. an Taschengeld monatlich zur Verfügung. Mit Geldgeschenken und Selbstverdientem wird also schon ein sehr ansehnlicher Betrag bewegt.

Junge Kunden gewinnen einfacher als halten?

Gemäß Schätzungen für den französischen Markt (Culturebanque) haben rund 58% der jungen Kunden ihr erstes Konto beim Finanzdienstleister des Vertrauens ihrer Eltern, allerdings wechseln auch rund 50% ihre Bankverbindung vor dem dreißigsten Lebensjahr.

Bekanntermaßen ist die junge Generation derzeit stark vom Streben nach Klimaschutz geprägt. Aber auch andere Nachhaltigkeitsziele werden gerne angenommen.

Vielleicht Grund genug, die „Generation FridaysForFuture“ nicht nur gesellschaftlich, sondern auch als Kunden der Finanzdienstleistungsbranche ernster zu nehmen…

„Junge Angebote“ mit viel Nachhaltigkeit

Neuere Dienstleistungsangeboten werden sehr häufig auf spezifische „jüngere“ Bedürfnisse wie Teilen, Sammeln, Sparen sowie die Vermittlung ausgerichtet und haben auch die Vermittlung von Finanzbildung zum Ziel. Und dabei findet sich erstaunlich oft auch ein unmittelbarer Bezug auf Nachhaltigkeit, z.T. weit über das aktuelle Thema Klima-/Umweltschutz hinaus:

Ein Beispel ist die Verbindung von Zahlungsdiensten und „guten Taten“. Z.B. beim us-amerikanischen Anbieter „Aspiration“, der den Kauf bei „Unternehmen mit einer sozialen Mission“ mit Rabatten begünstigt…

2019-09-18 Aspiration Card

… oder auch Tomorrow aus Deutschland, wo Interbankgebühren für den Schutz von südamerikanischen Regenwaldgebieten fließen und Überschussliquidität ausschließlich in nachhaltige(re) Anlagen investiert wird.

2018-11-28 Tomorrow11

Tomorrow (Dein Geld. Dein Impact.) hat zwar eine ansprechende PR-Strategie entwickelt, verzichtet aber weitgehend auf teure, mengenorientierte Marketingmaßnahmen oder sogar Werbeprämien. Statt derer werden zusätzliche Regenwaldgebiete geschützt und eventuell gibt es noch ein T-Shirt oder einen Sweater extra. Trotzdem wurden seit dem Start im November 2018 Stand 9.10.2019 mehr als 13.500 Kunden gewonnen, die rund € 11,7 Mio. an Sichteinlagen halten. Täglich kommen etwa weitere 100 Nutzer hinzu, wie tagesaktuell auf der App abgelesen werden kann. Wer es probieren möchte: Gerne mit dem Code i7Nhv27n.

Interessanterweise konnte sich Tomorrow in der Publikumsabstimmung zum „FinTech des Jahres“ bei „Payment & Banking“ bereits gegen deutlich kundenstärkere und länger Etablierte Nominierte durchsetzen (Bericht: Der Publikums-Preis ging in diesem Jahr an Tomorrow und wurde somit Liebling der Leser und das „FinTech der Herzen“.) Und beim „Bankengipfel“ erhielten die Gründer den Handelsblatt Diamond Star Award – Digital Banking. (Sehr interessant: Mitgründer Michael Schweikart im Podcast # 227 bei Payment & Banking).

Der ursprünglich niederländische Anbieter Bunq („Bank of the Free„) versucht sehr stark junge Menschen gezielt anzusprechen: Ansprache mit persönlichen Werten (Freiheit, Selbstbestimmung) jugendtypischen Funktionen, nachhaltiger Mittelanlage und auch eine ansprechend gestaltete Zahlungskarte:

2019-10-07 Bunq Travel Card

Quelle: Bunq

Allgemein fällt auf, dass die Kundenansprache bei Bunq sehr stark von Versprechen an die (Entscheidungs-)Freiheit der Kunden geprägt ist wie in der folgenden Teilüberschrift: „Du hast immer das Sagen, 100% der Zeit“ – seit 1.10.2019 ist bunq in 31 europäischen Ländern aktiv.

Im Ausland entstehen gerade eine Reihe von jugendspezifischen Angeboten, die nicht nur funktional, sondern auch emotional direkt auf jüngere Generationen zielen. Vielleicht ist auch dies ein starker Trend, den die deutsche Finanzbranche nach „SustainableFinance“ erst mit großer Verspätung erkennt?

Dies könnte bei einigen Teilen der Veranstaltung am 19.11.2019 durchaus thematisiert werden, wenn es gleich zu Beginn mit Prof. Dr. Gunter Dueck um das Thema „Digitalisierung, Industrie 4.0, Arbeit 4.0 und Auswirkungen auf die Bank & Payment-Branche“ geht:

Gesponserter Inhalt

Transactions 19

Am 19. November 2019 findet in Frankfurt die „Transactions 19“ statt. Nach der Payment Exchange im Januar und der Banking Exchange im September ist dies bereits die dritte Veranstaltung des Teams von „Payment & Banking„.  Im Gegensatz zu vielen anderen Branchenveranstaltungen verspricht die Transactions 19 einen fachlichen Dialog auf Augenhöhe.

Bemerkungswert der Vergleich der letzten Veranstaltung am 19./20.9.2019: Obwohl die Banking Exchange gegenüber dem „Handelsblatt Bankengipfel“ am 4./5.9.2019 mit 170 gegenüber 500 deutlich weniger Teilnehmer hatte, war die Aufmerksamkeit in den sozialen Medien weitaus größer wie die „Nachlese“ der Veranstalter feststellt: Banking Exchange 2019 – Sonne, Star Wars und Banking. Und: Im Gegensatz zum „Bankengipfel“ nicht die Spitzen“funktionäre“, die vom hellen Podium in den abgedunkelten Saal sprechen bzw. diskutieren, sondern ein substantieller Austausch auf Augenhöhe ist das Ziel.

Die Veranstalter haben ihren erneut hohen Anspruch an die Transactions 19 folgendermaßen formuliert:

„Am 19. November 2019 starten wir mit der Transactions 19 ein völlig neues Konferenzformat. Wir präsentieren nationale und internationale Größen der Payment & Banking-Branche, aber auch die Hidden Champions der Szene. Das neue Format findet im alten Stahlbau, einer der beeindruckendsten Locations in Offenbach / Frankfurt statt.

Auf der Transactions 19 werden für einen Tag die zukunftsweisenden Trends der Payment- und Banking Branche diskutiert aber auch Einblicke in die aktuellen Entwicklungen und Konzepte der Branche gegeben. Im Fokus stehen nicht nur die Menschen auf der Bühne, sondern vor allem auch den Gästen wird Raum gegeben um sich untereinander und mit Experten und Impulsgebern der Branche auszutauschen

Wir bieten Raum für über 500 Gäste aus der gesamten Branche, aber auch darüber hinaus. Die Transactions 19 ist das Event, welche alle miteinander verbindet, egal welcher Titel auf der Visitenkarte steht. Mehr noch: die Transactions 19 bietet nicht nur traditionellen Marktteilnehmern oder Start-ups neue Einblicke in technologische Trends oder die heißen Innovationsthemen der Branche, sondern adressiert auch ganz bewusst branchenfremde Teilnehmer, die sich zum ersten Mal mit der Payment & Banking-Branche beschäftigen.

Ein weiteres Highlight der Transactions 19 ist die Vergabe des Fintech des Jahres 2019Awards. Zum sechsten mal werden wir unseren beliebten Branchenpreis “Fintech des Jahres” vergeben. Beim “Fintech des Jahres” handelt es sich um den ersten deutsche FinTech Preis, welcher ausschließlich verliehen wird und nicht über Sponsoring oder Teilnahmegebühren gekauft werden kann. Seit dem Jahr 2014 wird der Award an die interessanten und relevanten deutschen FinTech /Start-Ups von einer unabhängigen Jury vergeben.

Elementarer Bestandteil der Transactions 19 wird wie bei allen unseren Events der Austausch sein. Gäste und Teilnehmern bekommen ausgiebig Gelegenheit zur Vernetzung, während sie gleichzeitig einige der interessantesten Speaker live erleben können.“

Sprecher bzw. Diskussionsteilnehmer sind u.a. Dr. Danyal Bayaz – Bündnis 90 / Die Grüne, Marco Börries – enfore, Christoph Bornschein, TLGG, Sascha Dewald – DKB, Prof. Dr. Gunter Dueck, Christian von Hammel Bonten – Paydirekt, Dr. Michael Luhnen – PayPal, Stephan Schubert – STS Ventures, Sibylle Strack- Kontist, Sascha Lobo.

TRX19 Das ausführliche Programm

Tickets für die Transactions 19 finden Sie auf Eventbrite (gesponserter Link).

 

In eigener Sache: comdirect finanzblog award 2019

Publikumsabstimmung bis zum 11.10.2019 möglich!

Neben 71 weiteren deutschsprachigen Blogs steht Investabel® auf der Liste zur Abstimmung des Publikums beim diesjährigen „comdirect finanzblog award“. Trotz der mittlerweile unübersehbaren Trends zu Nachhaltigkeit bzw. mehr Klimaschutz hat nur ein sehr kleiner Teil der Portale diese Themen aufgegriffen. Natürlich treten einige der genannten Blogs mit einer großen Fangemeinde (z.B. finanz-szene.de) und/oder viel Autorenpower (z.B. www.paymentandbanking.de), aber da zählt zunächst einmal der „olymische Gedanke“ und die Perspektive fruchtbarer Kontakte und Gespräche beim comdirect Finanzbarcamp 2019, in dessen Anschluss die Awards vergeben werden.

In jedem Falle bietet die Nominierungsliste einen interessanten Überblick der aktuellen deutschsprachigen Finanzbloggerszene. Zu der Übersicht der benannten Blogs und der Abstimmungsmöglichkeit bis zum 11.10.2019 um 22:00h geht es hier.

 

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