Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundsechzig

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Beitragsbild: www.tomorrow.one

Inhalt:  Nachhaltige Geldanlagen im Trend; Nachhaltigkeit als Leitprinzip; Henkel AG: Großkredit mit Nachhaltigkeitskriterien; N26 € 2,3 Mrd. wert?; Apple Pay ein Monat nach dem Start; Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn; In eigener Sache: #nachhaltige100; Datenschutz/DSGVO

Die Beiträge in „Nachhaltigere Finanzwirtschaft“ fassen in loser Folge relevante Nachrichten zusammen, die auf die Entwicklung hin zu einem „Mehr“ an Nachhaltigkeit und andere interessante Entwicklungen im Finanzsektor hinweisen.

16. Januar 2019,

Dr. Ralf Breuer

Nachhaltige Geldanlagen im Trend

Zu Jahresbeginn 2019 erschien bereits eine Vielzahl von Artikeln zum Thema nachhaltige Geldanlagen in unterschiedlichen Ausprägungen. Nach Erhebungen des Sustainable Business Institut (SBI) waren zum Ende des dritten Quartals 2018 in Deutschland, Österreich und der Schweiz 509 nachhaltige Publikumsfonds mit einem Gesamtvermögen von € 126 Mrd. zum Vertrieb zugelassen, Zum Jahresende 2017 waren es 482 Fonds mit etwa € 106 Mrd. Immer mehr Vermögensverwalter stellen auf nachhaltige Ansätze im Sinne von ESG-Kriterien um (Quelle: www.wallstreet-online.de 7.1.2019).

Gemäß dem „Deka-Anlegermonitor“ sind vor allem jüngere Menschen (Millenials) sehr offen für nachhaltige Geldanlagen. Beim Deka-Anlegermonitor handelt es sich um eine Online-Befragung, die dreimal jährlich von YouGov im Auftrag der DekaBank durchgeführt wird, um mehr über das Anlegerverhalten zu erfahren.

In dem Artikel auf at.e-fundresearch.com vom 21,12,18 heisst es weiter: „Dazu passt, dass der Online Buzz für dieses Thema einen enormen Anstieg verzeichnet. Die User nutzten den Begriff „Nachhaltiges Investment“ in verschiedenen Digitalkanälen wie Facebook, Twitter, Blogs und Co. von Januar bis August 2017 8.639 mal. Im selben Zeitraum 2018 waren es schon 23.656 mal – ein Anstieg von 174 Prozent.

Die Union Investment folgt dem Trend mit einem neuen Anlageangebot für Privatanleger: Multi-Asset-Lösung PrivatFonds: Nachhaltig.

Beschreibung laut Pressemitteilung vom 2.1.2019„Die Besonderheit des Fonds liegt darin, dass der Nachhaltigkeitsansatz von Union Investment erstmalig in einer Multi-Asset-Lösung zum Einsatz kommt. Das heißt, der nachhaltige Investmentprozess wird über die verschiedenen Anlageklassen und Anlageinstrumente angewandt. Zunächst werden Unternehmen, Staaten, Fonds, Derivate und ETFs einer umfassenden Nachhaltigkeitsanalyse und -bewertung unterzogen. Dabei werden auch Ausschlussregeln berücksichtigt. Das Fondsmanagement ermittelt für die einzelnen Anlageinstrumente jeweils das Nachhaltigkeitsrating (ESG-Score). Dieses Rating basiert auf unabhängigen Daten von auf Nachhaltigkeit spezialisierten Ratingagenturen und gibt Auskunft darüber, wie nachhaltig beispielsweise ein Unternehmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung agiert. Auch das Geschäftsmodell wird dabei mit einbezogen.“

Es handelt sich damit zwar „nur“ um einen ESG-Ansatz, aber nachhaltige Geldanlagen werden weiter in die Breite getragen. Davon war in den Primärbanken der Genossenschaftsgruppe bisher allerdings nur wenig zu vermerken. Leider wurde der Mindesanlagebetrag mit € 10.000 relativ hoch angesetzt. Allerdings können darüber hinaus bereits € 25 monatlich angespart werden und ein Ausgabeaufschlag wird derzeit nicht erhoben. Mehr in der Produktbrochüre.

Nachhaltigkeit als Leitprinzip

Auch wenn davon praktisch kaum etwas zu verspüren ist, stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fest: „Nachhaltigkeit ist das Leitprinzip der Politik der Bundesregierung. Es soll wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, ökologische Verantwortung und soziale Gerechtigkeit so miteinander verschränken, dass die Realisierung des Einen nur unter Berücksichtigung der jeweils beiden anderen erfolgt“ (Quelle: www.bmwi.de).

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat in einem Positionspapier gefordert, Nachhaltigkeit auch als Rahmen für die Digitalisierung zu nutzen: nachhaltig_UND_digital – Nachhaltige Entwicklung als Rahmen des digitalen Wandels, 19.12.2018. Bereits in einer Vielzahl von Beiträgen wurde hier im Blog auf die Nützlichkeit der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) als Leitlinien für die Digitalisierung verwiesen. Was nicht zu einer nachhaltigeren Entwicklung beiträgt, kann analog bleiben bzw. ist eher überflüssig!

Henkel AG: Großkredit mit Nachhaltigkeitskriterien

Als vermutlich erstes deutsches Großunternehmen hat die Henkel AG einen Kredit über € 1,5 Mrd. erhalten, dessen Kreditkonditionen sich an der Entwicklung von Indikatoren für die Nachhaltigkeit des Unternehmens orientieren. Die Fortschritte bei den ESG-Kriterien werden durch neutrale externe Anbieter festgestellt: Sustainalytics, EcoVadis und ISS-oekom. HSBC fungierte bei diesem Kredit als einer der Konsortialführer (Quelle: HSBC Deutschland).

Gemäß Bloomberg wurden 2018 Kredite dieser Art mit einem Gesamtvolumen von zusammen USD 36,4 Mrd. vereinbart. Das gesamte Volumen von Schuldinstrumenten mit Nachhaltigkeitscharakter wird auf USD 247 Mrd. geschätzt, darunter USD 182 Mrd. Greenbonds.

N26 € 2,3 Mrd. wert?

Gemäß Pressemitteilung vom 10.1.2018 erhielt N26 eine weitere Finanzierung von USD 300 Mio. und wird damit nach eigenen Angaben mit USD 2,7 Mrd. (€ 2,3 Mrd.) bewertet. Damit würde N26 laut Finanz-Szene.de in der Bewertung noch vor der Aareal (€ 1,65 Mrd.) als dritthöchst bewertete börsennotierter Bank liegen.

N26 hat seine Kundenzahl in den letzten 12 Monaten auf 2,3 Mio. verdreifacht und strebt eine weitere Expansion an, zunächst in den USA. „In den kommenden Jahren will das Unternehmen weltweit über 100 Millionen Kunden erreichen.“ – Sportliche Ambitionen, die eventuell in die Nähe der genannten Bewertung führen könnten?

Bewertung und Kundenzahl von N26 wird regelmäßig mit dem britischen Wettbewerber Revolut. Nicht zuletzt auch wegen persönlicher Animositäten der Geschäftsführungen. Am 7.1.2019 erschien ein Vergleich der Zahlen für die Downloads der Apps beider Anbieter auf www.gruenderszene.de, wonach N26 zum Wettbewerber aufgeschlossen hätte.

Kaum Vergleiche finden sich dagegen zu den Produktangeboten. Beide Anbieter haben kostenlose Girokonten mit Direct Debit Karten von Mastercard und auch Visa (Revolut) im Angebot. Die Karten bieten jeweils anbieterbezogen vor allem Vorteile im Auslandseinsatz sowie Versicherungspakete. Und bei beiden Anbietern sind „kultige“ Karten aus Metall in Premiumpaketen zu sehr anspruchsvollen Preisen verfügbar: Bei N26 zu monatlich € 16,99 und Revolut € 13,99 p.m.

Quelle: N26

Bildergebnis für revolut metal visa

Quelle: Revolut

Die kostenpflichtigen Angebote von N26 und Revolut sind vor allem für Vielreisende und Auslandseinsatz außerhalb der Eurozone erwägenswert. Die Monatsgebühren für die Metallkarten erinnert allerdings eher an Dinge wie Pokemon, Scoubidoo, Tamagotchi etc., die ebenso schnell in Mode kamen wie sie wieder verschwanden…

Allerdings: Ansprechend gestaltete Karten (aus Kunststoff) gibt es auch von anderen Anbietern mit deutlich geringeren Gebühren und weniger Restriktionen z.B. beim Automateneinsatz, in einigen Fällen weitgehend kostenlos. Interessant ist u.a. das Angebot von Curve, bei dem sich verschiedene Karten auf ein und derselben Karte nutzen lassen.

Curve blue card

 

 

 

 

Quelle: www.curve.app

Und auch beim Auslandseinsatz und der „Kultigkeit“ gibt es weitere und günstige Alternativen, z.B. bei Tomorrow mit einer im Einsatz „von Itzeho bis Idaho“ Preisliste Tomorrow Stand 10.1.2019 gebührenfreien (Debit-) Mastercard sowie drei kostenlosen Abhebungen pro Monat (danach € 2, bei N26 und Revolut ebenfalls Beschränkungen).

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Quelle: www.tomorrow.one

Eine Übersicht über die Leistungsangebote der genannten Anbieter findet sich Stand 16.1.2018 ohne Gewähr hier: Preisübersicht N26, Revolut Tomorrow.

 

Apple Pay ein Monat nach dem Start

Jochen Siegert hat am 15.1.2019 im Blog von Payment & Banking die ersten Eindrücke zu den Entwicklungen einen Monat nach dem Start von Apple Pay in Deutschland zusammengefasst (vgl. Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Zweiundsechzig). Es wurde lebhafte Registrierungen, insbesondere auch für die neue virtuelle Kreditkarte der Deutschen Bank registriert. Die Zahl der Karten ist bei der Bank um rund 7% gestiegen, was etwa 90.000 neuen Kunden entsprechen könnte.

comdirect berichtet von nahezu 100.000 Registrierungen für Apple Pay und einer deutlich intensiveren Nutzung bzw. höheren Umsätzen von monatlich € 225 gegenüber bisher € 96 bei herkömmlichen Karten.

Jochen Siegert vergleicht diese Entwicklung mit den Aktivierungen bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die nach sechs Monaten bei rund 270.000 Registrierungen lagen. Zur vollständigen Analyse mit Ausblicken von Jochen Siegert geht es hier: Der „Ba-bing-Moment“ durch Apple Pay in deutschen Banken & Sparkassen.

Stammtisch Nachhaltigkeit am 12.2.2019 in Bonn

Einige Aktive haben sich für den 12.2.2019 um 19h zu einem Stammtisch Nachhaltigkeit verabredet. Thematisch ist alles rund um CSR, ESG, SDGs, SRI, SustainableFinance sowie Globales und Lokales offen. Ort wird noch bekannt gegeben und je nach Interesse ausgewählt.

Warum 12.2.2019? Dann findet in Berlin der nächste Stammtisch Sustainable Finance Berlin statt. Der Plan ist, an diesem Abend die Aktivitäten in Bundeshauptstadt und Bundesstadt kommunikativ zu verbinden.

In eigener Sache

#nachhaltige100

Die Liste der nachhaltige100 der Triodos Bank Deutschland führt die in sozialen Medien zu nachhaltigen Themen aktivsten Menschen im deutschprachigen Raum. Investabel® ist gegenüber dem Vormonat November 2018 von 84 auf 72 aufgestiegen. Nach Umstellung der Datenerhebung auf einen anderen Anbieter war der Blog in der monatlichen Übersicht auf die Plätze 102 (Juli 2018) bzw. 104 (August 2018) gerutscht. Im September 2018 wurde der Blog wieder unter den ersten 100 (auf Platz 97) und im Oktober auf 91 platziert.

Datenschutz/DSVO

Durch die ab 25. Mai 2018 in Deutschland geltende Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ist der rechtssichere Versand von Mails auch wenn sie keine unmittelbare Werbung enthalten an die ausdrückliche Zustimmung der Empfänger gebunden.

Sofern Sie zukünftig gezielte und dosierte Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft per Mail erhalten möchten, bitte ich Sie unter dem nachfolgenden Link um Ihre Zustimmung, wozu ein simples „Ja“ in Verbindung mit Ihrem Namen und Ihrer Mailadresse würde genügen: Datenschutz bei Investabel®. Alternativ können Sie auch eine entsprechende Mail info@investabel.com senden.

Dies betrifft natürlich nur diejenigen Adressaten, die ihre Zustimmung bisher noch nicht gegeben haben.

Übersicht Blogbeiträge

Übersicht Nachhaltigere Finanzwirtschaft Nummern Dreiundsechzig bis Eins

 

 

 

4 Gedanken zu “Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Dreiundsechzig

  1. Pingback: Nachhaltigere Finanzwirtschaft – Nummer Vierundsechzig | Investabel®

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